Sämtliche Werke in 20 Bänden und einem Registerband - Hesse, Hermann
  • Buch mit Leinen-Einband

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Endlich, nach vierjähriger Editionsarbeit, ist die ca. 14000 Seiten umfassende erste Gesamtausgabe der Werke Hermann Hesses abgeschlossen. Seine Bücher haben im Verlauf der letzten drei Jahrzehnte eine Resonanz erlebt, für die es in der deutschen Literaturgeschichte keinen Vergleich gibt. In einem Zeitalter zunehmender Desorientierung verbinden sie Ethik und Ästhetik, Tradition und Moderne mit einem zukunftsoffenen Weltbild.
Erste vollständige Edition der Werke Doppelt so umfangreich wie die bisherige Taschenbuch-Werkausgabe Erweitert um 7000 Seiten, die bislang in keine geschlossene
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Produktbeschreibung
Endlich, nach vierjähriger Editionsarbeit, ist die ca. 14000 Seiten umfassende erste Gesamtausgabe der Werke Hermann Hesses abgeschlossen. Seine Bücher haben im Verlauf der letzten drei Jahrzehnte eine Resonanz erlebt, für die es in der deutschen Literaturgeschichte keinen Vergleich gibt. In einem Zeitalter zunehmender Desorientierung verbinden sie Ethik und Ästhetik, Tradition und Moderne mit einem zukunftsoffenen Weltbild.

Erste vollständige Edition der Werke
Doppelt so umfangreich wie die bisherige Taschenbuch-Werkausgabe
Erweitert um 7000 Seiten, die bislang in keine geschlossene Ausgabe aufgenommen waren
In schöner leinengebundener Ausstattung, fadengeheftet, farbiges Vorsatzpapier, Lesebändchen
Übersichtliche Transparenz: erstmals nach Gattungen und chronologisch geordnet
Jeder Band erstmals mit Nachworten zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte
Ergänzt durch differenzierte Quellennachweise
Alphabetisches Verzeichnis der Einzeltitel
Personenindex
Registerband
  • Produktdetails
  • Verlag: Suhrkamp
  • Artikelnr. des Verlages: 41100
  • Ersch. 2001-07.
  • Seitenzahl: 14000
  • Erscheinungstermin: 26. November 2007
  • Deutsch
  • Abmessung: 474mm x 327mm x 205mm
  • Gewicht: 15200g
  • ISBN-13: 9783518411001
  • ISBN-10: 3518411004
  • Artikelnr.: 13698933
Autorenporträt
Hesse, Hermann
Hermann Hesse, geboren am 2.7.1877 in Calw/Württemberg als Sohn eines baltendeutschen Missionars und der Tochter eines württembergischen Indologen, starb am 9.8.1962 in Montagnola bei Lugano. Er wurde 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur, 1955 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Nach einer Buchhändlerlehre war er seit 1904 freier Schriftsteller, zunächst in Gaienhofen am Bodensee, später im Tessin. Er ist einer der bekanntesten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts.

Michels, Volker
Volker Michels, 1943 geboren, studierte Medizin und Psychologie in Freiburg/Breisgau und Mainz. Zwischen 1969 und 2008 arbeitete er als Lektor im Suhrkamp- und Insel-Verlag. Der Schwerpunkt seiner Arbeit lag hier auf der Betreuung des Werkes Hermann Hesses, dessen literarischen, brieflichen und bildnerischen Nachlass er in über hundert Themen- sowie Materialbänden zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte erschloss. Überdies edierte er die erste Hesse-Gesamtausgabe in 21 Bänden.
Rezensionen
Besprechung von 09.08.2000
Schutzräume zum Selbstdenken
Diesterweg-Gesamtausgabe der DDR wird endlich fortgesetzt

Friedrich Adolph Wilhelm Diesterweg: Sämtliche Werke. Band 18 und Band 19. Herausgegeben von Gert Geißler, Klaus Goebel, Manfred Heinemann, Ruth Hohendorf, Peter Menck und Horst F. Rupp. Hermann Luchterhand Verlag, Neuwied 1998/1999. 603/600 Seiten, 106,-/105,- Mark.

Diesterweg am Niederrhein: Briefe und Berichte. Herausgeben von Klaus Goebel. Hermann Luchterhand Verlag, Neuwied 2000. 208 Seiten, Abbildungen, 28,- Mark.

Kaum jemand dachte im 19. Jahrhundert so intensiv und ausdauernd über den Zusammenhang von Politik und Pädagogik nach, kaum jemand forderte deshalb so häufig und wortreich die "Verstaatlichung der Schule" wie der Seminarlehrer Diesterweg (1790 bis 1866). Er wollte nicht die Schule den Klauen einer staatlichen Politik ausliefern, wie dies im 20. Jahrhundert geschah. Vielmehr sollte ihr ein Schutzraum zur Verfügung gestellt werden, in den weder die Ansprüche der Kirchen noch der Kommunen und ihrer Honoratioren eindringen konnten - und schon gar nicht die Forderungen der frühindustriellen Arbeitgeber mit ihrer Vorliebe für billige Kinderarbeit.

Die Bestimmung des Allgemeinen Preußischen Landrechts, die Schule sei eine "Veranstaltung des Staates", war für die Volksschulen weitgehend toter Buchstabe geblieben und wurde in mühsamem Ringen erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts durchgesetzt. Allein unter dem Dach des Staates könne die Schule - so Diesterweg - ihre schwierige und widersprüchliche Aufgabe an den Kindern erfüllen, nämlich sie zu beschützen vor allen Zudringlichkeiten unbefugter Interessenten, sie aber zugleich empfänglich zu machen und vorzubereiten auf die "Bedürfnisse der Zeit". Dazu müsse sie die Schüler zum "Selbstdenken" erziehen, auch durch Anschaulichkeit weitere Kräfte der Schüler anregen und sie schließlich zum Handeln und nicht nur zum Lernen bewegen.

Und wenn der Staat selbst - wie nach der gescheiterten Revolution von 1848 geschehen - reaktionär wurde und den schulischen Freiraum mißbrauchte? Darüber wurde Diesterweg zum Politiker, der sich in das Berliner Stadtparlament und in das preußische Abgeordnetenhaus wählen ließ, nicht zuletzt, um für die Schule Liberalität und Selbstverwaltung durchzusetzen, notfalls sogar gegen den Staat.

In der Schule fiel nach den Vorstellungen Diesterwegs die wichtigste Aufgabe den Lehrern zu. Er war zutiefst überzeugt, daß in einer Schule, die nur die Lehrer gestalteten, in der allenfalls die "liebenden Eltern" ein Wörtchen mitzureden hatten, das Vernünftige, also das Gute, Wahre und Schöne, sich fast naturgesetzlich einstellen werde. Doch um diese Aufgabe zu erfüllen, mußten die Lehrer umfassend gebildet, dazu didaktisch und methodisch versiert sein, und sie mußten nicht zuletzt angemessen besoldet werden. Mit Selbstbewußtsein und in materieller Unabhängigkeit sollten sie ihren Beruf ausüben.

Als Seminarlehrer im niederrheinischen Moers und von 1832 bis 1847 in Berlin widmete sich Diesterweg deshalb der Ausbildung der Lehrer, und seine zahllosen Reden und Aufsätze hatten vor allem die Verbesserung der Volksschule und die gesellschaftliche Anerkennung des Lehrerstandes zum Inhalt. Für die Entwicklung von Schule, Lehren und Lehrern ist die Edition seiner "Sämtlichen Werke" deshalb von Bedeutung, wenn auch in seinen oft programmatischen Äußerungen die damalige Schulwirklichkeit nur am Rande erscheint, gedankliche Wiederholungen sich häufen und Diesterweg vieles in heute ungewohnter und ermüdender Ausführlichkeit dargelegt hat.

Für das gesamte Editionsunternehmen sind inzwischen 26 dickleibige Bände geplant. Seit 1954 ist ein Autorenkollektiv in der DDR an der Arbeit, die 1990 "gesamtdeutsch" wurde und von der DFG unterstützt fortgeführt wird. Die Bände 18 und 19 sind die ersten "neuen" Produkte, die aber in angestrebter Ausführlichkeit, genauer Kommentierung und Aufmachung den bis dahin erschienenen 17 "alten" Bänden gleichen. Die Prinzipien der Zuordnung der Texte zu den Bänden jeder Gesamtausgabe sind immer Gegenstand der Kritik, so auch hier. Zum Beispiel ist der berühmte "Schulzucht"-Aufsatz Diesterwegs, der ihm eine Anklage des Elberfelder Bürgermeisters vor dem Landgericht einbrachte (weil er die Elberfelder Schuljugend als frech und schwer erziehbar bezeichnet hatte), im 2. Band der "Sämtlichen Werke" zu finden, die meisten Reaktionen darauf aber im 18. Band. Zusammengehöriges ist hier um der sachlichen Ordnung willen auseinandergerissen worden.

Daß ein "verkürzter" Diesterweg ebenso aufschlußreich sein kann, zudem die damalige Realität von Schule und Seminar-Erziehung der zukünftigen Volksschullehrer genauer wiedergibt und nicht zuletzt lesbarer ist, beweist der von Klaus Goebel herausgegebene Band mit Briefen und Berichten Diesterwegs als Seminarlehrer in Moers. Das vorzüglich gemachte, auch illustrierte Buch läßt fast Zweifel aufkommen, ob denn eine monumentale Ausgabe der "Sämtlichen Werke" Diesterwegs wissenschaftlich notwendig ist. Andererseits erlauben die "Sämtlichen Werke" über alle historische Pädagogik hinaus eine einzigartige Rekonstruktion der geistigen Welt, in der Diesterweg sich bewegte und in die er seine Lehrer-Zöglinge mit hineinnahm.

VOLKMAR WITTMÜTZ

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

"Herrmann Hesse hat Humor. Wer hätte das gedacht!" stellt Rezensent Hubert Spiegel nach sorgfältiger Prüfung dieser Gesamtausgabe fest, der er als "Kraftakt und schöne Geste" seine Reverenz erweist. Die Erkenntnisse zu Hesses Humor verdankt Spiegel einem Band mit 340 unveröffentlichten Gedichten aus dem Nachlass, unter denen auch hesseuntypische Scherzgedichte gewesen sind. Im Wesentlichen versammelt diese Gesamtausgabe jedoch Hesses bekannte Romane, Gedichte und Schriften, lesen wir. Hinzu kamen Spiegel zufolge "meist nach den Handschriften gedruckte Jugendschriften", der kurze Roman "Der Dichter. Ein Buch der Sehnsucht", fünfzehn Märchen und Legenden, Übersetzungsarbeiten und vier bisher unbekannte Opernlibretti. Ein Viertel der Ausgabe, nämlich die letzten fünf Bände enthalten Hesses Rezensionen und hier hat der Rezensent Zweifel, ob das wirklich alles in die Edition gehört. Denn diese Texte zeichnen sich weniger durch literarischen Ehrgeiz als durch Gewissenhaftigkeit aus. "Vollständigkeit ist hier nicht Pflicht, sondern Unfug!" findet er schließlich und denkt mit leichtem Schauder an die noch ausstehende Briefedition. Insgesamt feiert aus seiner Sicht mit dieser Gesamtausgabe "die Hesse-Industrie mit dem Autor nicht zuletzt sich selbst."

© Perlentaucher Medien GmbH