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Die Anforderungen am Arbeitsplatz steigen, auch im familiären Alltag wird es oft hektisch – da ist Stressmanagement lebenswichtig. Jetzt gibt es dafür endlich ein wirksames Rezept: die Stressbalance! Denn Stress an sich ist weder gut noch schlecht, sondern ein lebensnotwendiger Antrieb, der nur richtig genutzt werden will.…mehr

Produktbeschreibung
Die Anforderungen am Arbeitsplatz steigen, auch im familiären Alltag wird es oft hektisch – da ist Stressmanagement lebenswichtig. Jetzt gibt es dafür endlich ein wirksames Rezept: die Stressbalance! Denn Stress an sich ist weder gut noch schlecht, sondern ein lebensnotwendiger Antrieb, der nur richtig genutzt werden will.
  • Produktdetails
  • Verlag: Campus
  • Erscheinungstermin: Juli 2006
  • Deutsch
  • Abmessung: 21.5cm x 14cm
  • Gewicht: 436g
  • ISBN-13: 9783593377988
  • ISBN-10: 3593377985
  • Artikelnr.: 20843379
Autorenporträt
Dr. med. Sabine Schonert-Hirz ist seit 20 Jahren eine gefragte Stressmanagement- und Gesundheitsexpertin. Bekannt wurde sie als Moderatorin und Autorin für verschiedene Gesundheitssendungen im WDR- und NDRFernsehen. Heute schreibt sie regelmäßig für Hörfunk und Presse (z.B. als Kolumnistin in Prisma) und hält als »Dr. Stress« im Jahr zahlreiche Vorträge und Seminare.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Eine gehörige Portion Skepsis gegenüber diesem Ratgeber zum Thema Stress von Sabine Schonert-Hirz kann Rezensent Eberhard Straub nicht verbergen. Er erinnert an die Selbstentfremdung durch Arbeit laut Schiller und Marx, die er im krassen Gegensatz sieht zu den Vorstellungen, die er bei Schonert-Hirz propagiert findet. Diese würden Schiller und Marx ein mangelhaftes Sinnmanagement und unterentwickeltes Anpassungsvermögen vorwerfen. Ausführlich rekapituliert Straub dann, was die Autorin stattdessen fordert: Engagement und Enthusiasmus auch bei Aufgaben, die einem wenig sinnvoll erscheinen, Hingabe an die Arbeit, Selbstdisziplin, Zähigkeit, positives Denken, Sport. Abschließend rät Straub resigniert, Schiller und Marx besser nicht zu lesen, wenn man um seine Stressbalance fürchtet, sondern sich an Schonert-Hirzs Ratgeber zu halten. "Das bewahrt vor dummen Gedanken", resümiert der Rezensent, "das heißt: vor der Sehnsucht nach der Freiheit ungeheurer Gefühle." Die Frage bleibt, warum sich Straub überhaupt den Stress antut, dieses Buch aus dem Rezensensionsexemplarstapel in der Redaktion zu ziehen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 03.11.2006
Bißchen mehr Schwung, bitte!
Eingepaßt: Sabine Schonert-Hirz hält Sie in der Stressbalance

Ewig an ein Bruchstück gefesselt, bildet sich der Mensch als Schlachtopfer des Fleißes nur zum Bruchstück aus. Ewig nur das Geräusch des Rades, das er umtreibt, im Ohr, wird er zum bloßen Abdruck seines Geschäftes, seines Berufs. So beschrieb Friedrich Schiller die Selbstentfremdung durch entfremdende Arbeit.

Marx und Engels griffen diese Anregungen auf, um daraus eine Theorie der Entfremdung zu entwickeln, die dazu verhelfen soll, sich aus deren Zwängen zu befreien. Wer heute noch von Entfremdung redet, bestätigt allerdings ein mangelhaftes Sinnmanagement und unterentwickeltes Anpassungsvermögen. Volle Konzentration und leidenschaftliche Hingabe an die jeweils gestellte Aufgabe sind Voraussetzung für den belebenden Flow, der sich einstellt, wenn unter Höchstleistungen Kraft, Schwung und Freude zusammenfließen und wir darüber glücklich, erfolgreich und zufrieden werden.

Den Aufgaben gewachsen

Diesen Flow kann man bei jeder Tätigkeit erreichen. Auch die Routine läßt sich zum sportlichen Ereignis steigern. Wem es schwerfällt, in der arbeitsteiligen Welt zum Enthusiasmus im kreativen Team zu finden, der muß Sabine Schonert-Hirz' "Meine Stressbalance. Rezepte für Vielbeschäftigte von Dr. Stress" lesen.

Denn es hängt im wesentlichen von jedem selbst ab, ob es ihm unter den Bedingungen des modernen Geschäftslebens gut- oder schlechtgeht. Schenkt dir das Leben Zitronen, mach Limonade daraus! Das heißt, seine Arbeit zu lieben, sich freiwillig eine Menge abzuverlangen, um den Chef zu überraschen, Lob oder eine Gehaltserhöhung zu empfangen und den Kollegen Mut zu machen, auch nach einem mentalen Mißmanagement nicht den Kopf hängen zu lassen.

Es gibt stets eine neue Chance, sich zu bewähren und vor allem über sich selbst hinauszuwachsen. Das macht glücklich, klug, schön und gesund in einem System, das ganz auf Leistung eingestellt ist. Was geleistet wird, ist offensichtlich gleichgültig. Die Hauptsache ist, daß der Leistungsfähige Zähigkeit, Widerstandskraft oder Durchhaltevermögen beweist. Vor dem Einschlafen darf er sich dann beruhigend sagen: Ich bin den Aufgaben des Tages gewachsen, ich kann viel erledigen, mehr, als mir mein Chef zugetraut hätte.

Wer nicht sicher ist, ob er dem Chef und dem Team genug Freude bereitet, der soll Wasser trinken, Gemüse essen, auf alkoholhaltige Getränke verzichten, nicht rauchen und die sexuelle Betriebsamkeit einschränken, statt dessen Body-Tuning treiben, also Walking, Joggen, Ergometertraining, Aerobic oder Inlineskaten.

Die positiven Ideen kommen dann wie von selbst, und mit ihnen verändert sich die Körpersilhouette. Die Haltung wird straff, der Gang elastisch, man kann ein großes Projekt stemmen. Was für eines, ist unerheblich, wichtig bleibt, daß es einen fordert und fördert.

Der Ausgeglichene befindet sich in Übereinstimmung mit der Evolution, die sich seit undenklichen Zeiten als umsichtiger Unternehmensberater um das Gelingen unseres Selbstmanagements sorgt und zu diesem Zweck Programme entwickelt hat, die wir nicht mißachten sollten. Aber leider, die Menschen vertrauen diesen Programmen nicht genug, sie wollen sich selbständig machen und ihres Glückes Schmied sein.

Dadurch bringen sie alles durcheinander. Sie halten sich nicht an die Spielregeln und mißachten die Hinweise der biologischen Stress-Software, die in allen Lebensbereichen wirksam werden möchte, damit wir das bekommen, was wir wollen und brauchen.

Schon Marx und Engels fiel es auf, daß die Lehre Darwins vom Kampf ums Dasein die bürgerlich-ökonomische Konkurrenz aus der Gesellschaft in die belebte Natur überträgt. Anschließend wird dieselbe Theorie aus der organischen Natur wieder in die Geschichte zurückübertragen und behauptet, man habe ihre Gültigkeit als ewige und natürliche Gesetze der menschlichen Gesellschaft nachgewiesen. Der Mensch aber ist das einzige Lebewesen, das sich von der Natur und ihren Zwängen löst, sich nicht der Umwelt anpaßt, vielmehr diese gemäß seinen Bedürfnissen umgestaltet, woran die beiden Historiker immer wieder Biologen erinnerten, die den Menschen renaturalisieren und damit um seine Bestimmung zur Freiheit betrügen wollten.

Wer funktioniert, ist glücklich

Es ist nicht weiter verwunderlich, daß die neoliberalen Ideologen sich zur Rechtfertigung ihrer Glaubenssätze auf den Darwinismus und neodarwinistische Soziobiologen berufen. Das System unbeschränkten Wettbewerbs kann nur funktionieren, wenn der unberechenbare menschliche Faktor berechenbar gemacht wird. Die Bestimmung des Menschen ist nicht mehr die Freiheit, sich zum Menschen zu bilden. Der Mensch vermag nur zu überleben und erfolgreich zu sein, was das gleiche meint, wenn er sich unterordnet, als Opportunist mitschwimmt, wie es die Natur mit ihren Programmen vorsieht. Wer funktioniert, wird glücklich.

Schiller und Marx erkannten darin eine fürchterliche Entwürdigung des Menschen. Wer seine Stressbalance nicht verlieren will, sollte deren Werke deshalb lieber nicht lesen, sondern sich an die Ratgeber und Sinnstifter der schönen, neuen Welt von heute halten. Das bewahrt vor dummen Gedanken, das heißt: vor der Sehnsucht nach der Freiheit ungeheurer Gefühle.

EBERHARD STRAUB

Sabine Schonert-Hirz: "Meine Stressbalance". Rezepte für Vielbeschäftigte von Dr. Stress. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2006. 247 S., geb., 19,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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