Otto von Bismarck - Gesammelte Werke. Neue Friedrichsruher Ausgabe - Bismarck, Otto von
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Der hier vorgelegte Band "Schriften 1871-1873" ist der erste Band der "Neuen Friedrichsruher Ausgabe". Diese Edition der Schriften, Reden und Gespräche Otto von Bismarcks löst die zwischen 1924 und 1935 veröffentlichten "Gesammelten Werke" - bald "Friedrichsruher Ausgabe" genannt - ab. Die "Neue Friedrichsruher Ausgabe" enthält eine Fülle neuer Dokumente aus der Zeit vor und nach 1871. Zugleich berücksichtigt die Auswahl der Dokumente Themenfelder und Fragestellungen, die vor Jahrzehnten noch gar nicht ins Blickfeld des historischen Interesses getreten waren.
In der "Neuen Friedrichsruher
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Produktbeschreibung
Der hier vorgelegte Band "Schriften 1871-1873" ist der erste Band der "Neuen Friedrichsruher Ausgabe". Diese Edition der Schriften, Reden und Gespräche Otto von Bismarcks löst die zwischen 1924 und 1935 veröffentlichten "Gesammelten Werke" - bald "Friedrichsruher Ausgabe" genannt - ab. Die "Neue Friedrichsruher Ausgabe" enthält eine Fülle neuer Dokumente aus der Zeit vor und nach 1871. Zugleich berücksichtigt die Auswahl der Dokumente Themenfelder und Fragestellungen, die vor Jahrzehnten noch gar nicht ins Blickfeld des historischen Interesses getreten waren.

In der "Neuen Friedrichsruher Ausgabe" wird nicht mehr zwischen "Politischen Schriften" und "Briefen" unterschieden. Da diese Trennung im Hinblick auf viele Zeugnisse ohnehin als problematisch gelten kann, kommen in der Abteilung "Schriften" auch Briefe zum Abdruck, ferner die maßgeblichen Dokumente aus Otto von Bismarcks Feder zur Außenpolitik in den Jahren zwischen 1871 und 1890, sowohl bisher ungedruckte als auch gedruckte. Die gedruckten Dokumente liegen vor allem in der großen Aktenedition "Die Große Politik der Europäischen Kabinette 1871 - 1914" vor, die in den Jahren 1922 - 1927 erschienen ist. Vorgesehen ist, die Schriften aus den Jahren der Reichskanzlerschaft in acht Bänden vorzulegen. Im Anschluss daran soll die Neubearbeitung der Schriften aus dem Zeitraum bis 1871 sowie der Abteilung "Gespräche" und "Reden" in Angriff genommen werden. Über die Einrichtung der Edition und die spezifischen Auswahlprobleme unterrichtet ein Vorwort, das jedem Band der Reihe vorangestellt wird.

Editionsplan

Abteilung I: 1854 bis 1862

Schriften
- Bd. 1 1854
- Bd. 2 1855 - 1859
- Bd. 3 1859 - 1862
Gespräche
Bis 1862
Reden
Bis 1862

Abteilung II: 1862 - 1871

Schriften
- Bd. 1 1862 - 1864
- Bd. 2 1864 - 1866
- Bd. 3 1866 - 1867
- Bd. 4 1867 - 1869
- Bd. 5 1869 - 1871
Gespräche
1862 - 1871
Reden
- Bd. 1 1862 - 1869
- Bd 2 1869 - 1871

Abteilung III: 1871 - 1898

Schriften
- Bd. 1 1871 - 1873 2004
- Bd. 2 1874 - 1876 2005
- Bd. 3 1877 - 1878
- Bd. 4 1879 - 1881
- Bd. 5 1882 - 1884
- Bd. 6 1884 - 1886
- Bd. 7 1887 - 1888
- Bd. 8 1889 - 1890
- Bd. 9 1891 - 1898
Gespräche
- Bd. 1 1871 - 1890
- Bd. 2 1890 - 1898
Reden
- Bd. 1 1871 - 1878
- Bd. 2 1878 - 1885
- Bd. 3 1885 - 1897

Abteilung IV: Erinnerungen und Gedanken

Die Bearbeiterin:

Andrea Hopp, geb. 1963, Dr. phil., ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Otto-von-Bismarck-Stiftung.
  • Produktdetails
  • Verlag: Schöningh
  • Erscheinungstermin: März 2004
  • Deutsch
  • Abmessung: 240mm x 170mm x 48mm
  • Gewicht: 1190g
  • ISBN-13: 9783506701305
  • ISBN-10: 3506701304
  • Artikelnr.: 12524930
Autorenporträt
Otto von Bismarck (1815-1898) war unter König Wilhelm I. ab 1862 preußischer Ministerpräsident, ab 1871 Reichskanzler, bis der Bruch mit Kaiser Wilhelm II. 1890 zu seiner Entlassung führte. Er hat vor allem außenpolitisch gewirkt und das Deutsche Reich im europäischen Staatensystem etabliert. Seine Memoiren entstanden 1890/91 kurz nach seiner Entlassung als Reichskanzler und erschienen postum 1898.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 08.08.2005

Kein ehrlicher Makler
Otto von Bismarcks rigide Politik in den Jahren 1874 bis 1876

Otto von Bismarck: Gesammelte Werke. Neue Friedrichsruher Ausgabe. Abteilung III: 1871-1898. Schriften. Band 2: 1874-1876. Bearbeitet von Rainer Bendick. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2005. 710 Seiten, 66,- [Euro].

Die Formel vom "ehrlichen Makler, der das Geschäft wirklich zustande bringen will", ist nicht nur in den Zitatenschatz der Historiker eingegangen, sondern auch in die Schulbücher. Bis heute gilt die Ära Bismarck zwischen 1871 und 1890 als eine Zeit des Friedens, des Ausgleichs und der Saturiertheit. Otto von Bismarck, so der Tenor, gelang es, durch kluge Selbstbeschränkung das neu entstandene Deutsche Reich zum Faktor der Stabilität zu machen und den Albdruck der Koalitionen durch ein kunstvolles Bündnissystem zu neutralisieren.

Wie windungsreich der Weg dorthin verlief, ja wie wenig diese Sicht der Dinge mit dem tatsächlichen Gang der Politik in den siebziger Jahren übereinstimmt, das belegen die in dem zweiten Band der Neuen Friedrichsruher Ausgabe (NFA) zusammengetragenen 466 Dokumente. Mit einer vorzüglichen und instruktiven Einleitung ausgestattet, versammeln sie alle wichtigen politischen Schriftstücke Bismarcks beziehungsweise seiner engsten Mitarbeiter in der Periode vom beginnenden "Kulturkampf" 1874 bis zur "Doktorfrage" aus Livadia Ende 1876, als in Rußland die Entscheidung gefallen war, im Zuge der ersten Orientkrise gegen die Türkei zu Felde zu ziehen und dafür den Beistand des Deutschen Reiches einzufordern.

"Wenn wir der russischen Politik Bedingungen stellen", so umriß Bismarck am 16. September 1876 die deutschen Gegenforderungen, "so müßten dieselben unmittelbaren deutschen Interessen entsprechen, also in erster Linie etwa Garantie Rußlands für Elsaß-Lothringen resp. für die Annexion von 1866, und definitive Begrabung der Schleswigschen Frage. Wenn wir das erreichen, so liegt darin eine Bürgschaft für die Zukunft, für die wir in Gegen-Konzessionen sehr weit gehen können." Dieses erstmals publizierte Dokument aus den Beständen des Politischen Archivs des Auswärtigen Amts macht deutlich, worum es Bismarck in diesen Jahren ging: das revanchebereite Frankreich durch ein, wie er sagte, Bündnis "durch dick und dünn" mit Rußland zu zähmen und auf dem Kontinent eine Zweierhegemonie zu errichten. Mit einer defensiven Status-quo-Sicherung hatte dies wenig zu tun. Die Perspektive eines deutsch-russischen Kondominiums implizierte nicht nur die Frontstellung zu Frankreich und England. Sie lief auch auf die Opferung der österreichischen Interessen im Balkanraum hinaus. Denn als deutsche Gegenleistung für den Verzicht Rußlands, die Karte Frankreich weiterhin im Spiel zu halten, kam nach Lage der Dinge nur in Betracht, diesem das Osmanische Reich als Penetrationssphäre zu überlassen.

Die Kontinuität dieser Ausgleichsversuche zu deutschen Bedingungen belegen die Dokumente seit dem Frühjahr 1875. Damals hatte Bismarck, umgetrieben von Umstellungsphobien, seinen Vertrauten von Radowitz als Sondergesandten nach Petersburg geschickt. Radowitz, eingeweiht "in die gesamten Verzweigungen unserer Politik", sollte die "fehlende Reziprozität" im Verhältnis zu Rußland herstellen; und zwar dort, "von wo die Kriegsgefahr Europa bedrohe, im Westen". Das war die Vorstufe zur säbelrasselnden Politik der Präventivkriegsdrohungen im April/Mai 1875 gegen Frankreich in der "Krieg in Sicht"-Krise. Tatsächlich ging es Bismarck nicht um die Entfesselung eines heißen Krieges. Die gegen Frankreich gerichteten Kanonen sollten in Wahrheit gar nicht losgehen. Sie sollten Frankreich auf Dauer einschüchtern, und vor allem: Sie sollten den Boden bereiten für eine deutsche Dominanz im Westen und eine russische im Osten Europas. Die gemeinsame Intervention der Russen und der Engländer in Berlin, die auf eine Bestandsgarantie des Faktors Frankreich hinauslief, bedeutete zwar ein Scheitern der deutschen Offensive, aber eben nicht den Abschied vom Gedanken der Zweierhegemonie, der im Herbst 1876 eine Renaissance erfuhr.

Wie rigide Bismarck in diesen Jahren zu Werke ging, stellen zahlreiche andere Schriftstücke heraus. Den deutschen Botschafter Graf Arnim brachte er hinter Gitter, weil dieser einer monarchischen Restauration im republikanischen Frankreich das Wort redete. Mit dem Chef der Admiralität, Stosch, ergab sich ein Dauerkonflikt, in dem es nicht nur um die Wahrung des Primats der Politik gegenüber dem Militär ging. Und selbst Botschafter von Schweinitz blieb nicht von Unterstellungen verschont, ein "Knecht der Ultramontanen" zu sein. Besonders in der Frage des "Kulturkampfes" zeigen die Quellenstücke die enge Verzahnung von Innen- und Außenpolitik in Bismarcks politischem Handeln als Reichskanzler, Außenminister und preußischer Ministerpräsident. Eine "Präventivjustiz", die schon die Planung von Verbrechen ahndete, war die Folge "katholisch motivierter" Attentate. Auf Italien, Frankreich, Belgien und Österreich-Ungarn wurde Druck ausgeübt, sich dem Kampf gegen die katholische Kirche anzuschließen - und die "ultramontane Gefahr" wurde, ebenso wie die sozialistisch-republikanische, zum Instrument der Außenpolitik.

RAINER F. SCHMIDT

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Für eines der anspruchsvollsten editorischen Vorhaben hält Volker Ullrich das Projekt der Otto-von-Bismarck-Stiftung, die Gesammelten Werke des Reichskanzlers zu überarbeiten und neu herauszugeben. Schlichtweg ein Ärgernis ist dem Rezensenten die bisherige, 1935 abgeschlossene Friedrichsruher Ausgabe gewesen, deren bräunlicher Untergrund zu allerlei Verzerrungen und Einseitigkeiten geführt habe. "Mustergültig" erscheint ihm dagegen der nun vorliegende erste, von Andrea Hopp bearbeitete Band der Neuen Friedrichsruher Ausgabe, der rund fünfhundert Dokumente aus den Jahren 1871 bis 1873 versammelt. Erfreut haben den Rezensenten die vielen Entdeckungen, die es in dem Band zu machen gibt. So wurde ihm "noch deutlicher", für wie gefährdet Bismarck die außenpolitische Verankerung des deutschen Nationalstaats hielt. Und auch auf Bismarcks Innenpolitik sieht er neues Licht fallen, dabei "keineswegs vorteilhaftes". So lassen die Dokumente kaum etwas vom Bild Bismarcks als kontrolliert agierender Machtpolitiker übrig; stattdessen lassen sie deutlich werden, von welch "irrationalen Ängsten" er getrieben wurde, hält Ullrich fest, und dass er "in der Diffamierung und Kriminalisierung" seiner politischen Gegner vor keiner Lüge" zurückschreckte, was vor allem die Sozialdemokraten, aber auch das Zentrum zu spüren bekamen. Alles in allem, so Ullrichs positives Fazit, "ein vielversprechender Auftakt".

© Perlentaucher Medien GmbH
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