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Noch nie hat es in Deutschland eine Generation gegeben, der es so gut ging wie den heute 60- bis 75jährigen. Doch man weiß wenig über sie, man redet nicht über sie - eine unauffällige Generation. Jetzt beginnen sie zu reden, nach langen Jahren des Schweigens.
Die Kriegskindergeneration ist im Ruhestand, die eigenen Kinder sind längst aus dem Haus. Bei vielen kommen jetzt die Erinnerungen allmählich hervor und mit ihnen auch Ängste, manchmal sogar die unverarbeiteten Kriegserlebnisse. Sie wollen nun über sich selbst nachdenken und sprechen.
Der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter
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Produktbeschreibung
Noch nie hat es in Deutschland eine Generation gegeben, der es so gut ging wie den heute 60- bis 75jährigen. Doch man weiß wenig über sie, man redet nicht über sie - eine unauffällige Generation. Jetzt beginnen sie zu reden, nach langen Jahren des Schweigens.

Die Kriegskindergeneration ist im Ruhestand, die eigenen Kinder sind längst aus dem Haus. Bei vielen kommen jetzt die Erinnerungen allmählich hervor und mit ihnen auch Ängste, manchmal sogar die unverarbeiteten Kriegserlebnisse. Sie wollen nun über sich selbst nachdenken und sprechen.

Der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter spricht von einer "verschwiegenen, unentdeckten Welt". Mit den Holocaust-Opfern habe man sich eingehend beschäftigt, mit der Kriegskindergeneration nie.

Ihnen wurde gesagt: "Sei froh, daß du überhaupt überlebt hast. Vergiß alles und schau lieber nach vorne!" Sie haben den Bombenkrieg miterlebt oder die Vertreibung, ihre Väter waren im Feld, in Gefangenschaft oder sind gefallen. Diese Erinnerungen haben sie bislang in sich verschlossen gehalten, sie trösteten sich mit der Einstellung: "Andere haben es noch viel schlimmer gehabt als wir."

So wurde eine ganze Generation geprägt: Man funktionierte, baute auf, fragte wenig, jammerte nie, wollte vom Krieg nichts hören - und man konnte kein Brot wegwerfen.
  • Produktdetails
  • Verlag: Klett-Cotta
  • 34. Aufl.
  • Seitenzahl: 303
  • Erscheinungstermin: 21. März 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 114mm x 27mm
  • Gewicht: 220g
  • ISBN-13: 9783608947977
  • ISBN-10: 3608947973
  • Artikelnr.: 36623879
Autorenporträt
Sabine Bode, geboren 1947, war Redakteurin beim Kölner Stadt-Anzeiger. Seit 1977 lebt sie als freie Journalistin und Autorin in Köln und arbeitet überwiegend für die Kulturredaktionen des Hörfunks des WDR und NDR.
Rezensionen
»... Sabine Bode hat viele von ihnen zum Sprechen gebracht, das ist ein großes Verdienst. Und sie hat Stellen aus der biografischen Literatur und aus Lebensberichten hinzugezogen, die die affektiven Leerstellen bei vielen Kriegskindern mit emotionalem Leben erfüllen. Sie macht zu Recht deutlich, dass das unverarbeitete Leid der ehemaligen Kriegskinder noch eine große gesellschaftliche Aufgabe darstellt, weil mit dem Beginn des Rentenalters die Überdeckung der Traumata durch Beruf und Arbeit endet. ...« Tilmann Moser, Psychologie heute, 8/2004 »... Sabine Bode hat viele Kriegskinder in ihrem Buch zu Wort kommen lassen. Diese berichten nach häufigem Abwehren ("es ist doch damals allen schlecht gegangen" oder "sie werden mir doch jetzt kein Trauma einreden wollen"), voll Flucht, Verschüttung, Tieffliegern und Bombenhagel ziemlich distanziert und im Nachhinein wenig betroffen. Gleichzeitig aber kann man häufig besondere Unsicherheiten, Krankheiten, Schwankungen in deren Lebensweg beobachten.« Marianne Kerres, Pflegemagazin 4.8.2004 »So gelesen, ist Sabine Bodes Buch ein wichtiges und notwendiges Element im Mosaik der deutschen Geistesverfassung.« Gabriele von Arnim, Die Zeit, Literaturbeilage, 19.5.2004 »... Ein fundiertes Buch über ein Tabu, das über ein halbes Jahrhundert auf seine Aufarbeitung wartete.« Welt am Sonntag, 21.3.2004 »... ein aufschlussreiches und oft anrührendes Buch zum Thema ... Dass auch die deutsche Zivilbevölkerung unter dem von ihrer Führung begonnenen Krieg gelitten hat, ist zwar schon in den letzten Jahren ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten - vor allem durch die Bücher von Günter Grass und Jörg Friedich -, aber die längerfristigen seelischen Auswirkungen von Bombardierungen und Vertreibung sind bisher kaum erörtert worden. ... Eine der ersten Publikationen überhaupt zum Thema« Frank Gerbert, Focus, 1.3.2004…mehr

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Gabriele von Arnim baut möglichen Einwänden gegen dieses Buch sofort vor: "Die vergessene Generation" frönt in keiner Weise der "neuen deutschen Lust am Opfersein". Die Autorin Sabine Bode beschreibe vielmehr die Lebenswege von Kriegskindern, die ihre Nächte in Luftschutzkellern verbrachten, "verschüttet oder ausgebombt" wurden, "Vergewaltigungen, Hunger und Tod" erlebten, umreißt Arnim. Dabei gehe es Bode darum zu erforschen, wie dieses Erleben von Krieg und Gewalt diese Menschen geprägt hat. Wie die Rezensentin zusammenfasst, haben viele auf ihre Traumatisierung oder ihre unbewusste Angst mit Anpassung, Treue, Pflichterfüllung und einer unerbittlichen Härte gegen sich selbst reagiert. "Bloß nichts fühlen, sei das Gebot der Nachkriegsstunde", schreibt die Rezensentin, die den Hinweis ganz richtig findet, dass nur zu Empathie fähig ist, wer auch seine eigenen Verletzungen spürt. Zwar meldet Rezensentin Arnim auch leise Kritik an einigen zu bemühten Passagen des Buches an, lobt es aber insgesamt als ein "wichtiges und notwendiges Element im Mosaik der deutschen Geistesverfassung".

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