Bruce - Carlin, Peter Ames
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Über mittlerweile vier Jahrzehnte steht Bruce Springsteen für das Herz und die Seele Amerikas, eine überragende Karriere, die 20 Grammys, zwei Golden Globes, einen Academy Award und über 120 Millionen verkaufte Alben umfasst. Bestsellerautor P.A. Carlin zeigt den "Boss", wie ihn seine Fans bisher noch nicht kannten. Dazu führte er zahlreiche Interviews mit der Familie, der Band, Freunden aus der Kindheit, Freundinnen - und nicht zuletzt Springsteen selbst. - "Die bei weitem beste Biografie über den Superstar." (Publishers Weekly)…mehr

Produktbeschreibung
Über mittlerweile vier Jahrzehnte steht Bruce Springsteen für das Herz und die Seele Amerikas, eine überragende Karriere, die 20 Grammys, zwei Golden Globes, einen Academy Award und über 120 Millionen verkaufte Alben umfasst. Bestsellerautor P.A. Carlin zeigt den "Boss", wie ihn seine Fans bisher noch nicht kannten. Dazu führte er zahlreiche Interviews mit der Familie, der Band, Freunden aus der Kindheit, Freundinnen - und nicht zuletzt Springsteen selbst. - "Die bei weitem beste Biografie über den Superstar." (Publishers Weekly)
  • Produktdetails
  • Verlag: Edel Germany Gmbh
  • Seitenzahl: 603
  • Erscheinungstermin: 13. Oktober 2014
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 139mm x 48mm
  • Gewicht: 670g
  • ISBN-13: 9783841902986
  • ISBN-10: 3841902987
  • Artikelnr.: 40501221
Autorenporträt
Peter Ames Carlin arbeitet als Journalist für "People" und "The Oregonian". Zwei Jahrle lang, von 2011 bis 2013, widmete er sich ausschlißelich seiner Biografie über Bruce Springsteen. Bis dato verfasste er u.a. Biografien über Brian Wilson (Beach Boys) und Paul McCartney. - "Sollte es jemanden geben, der besser über zeitgenössische Musik schreibt als Carlin, wüsste ich nicht, wer das sein sollte." (H.G. Bissinger)
Rezensionen
Besprechung von 11.04.2013
Der gute Onkel
aus Amerika
Die Biografie „Bruce“ erzählt auf 600 bestens
informierten Seiten die Springsteen-Story
VON JOACHIM HENTSCHEL
Als der Komiker Ben Stiller seine eigene MTV-Fernsehshow hatte, Anfang der Neunzigerjahre, war die Zeit gerade reif für jede Art von Achtziger-Parodie. „Legends Of Springsteen“ hieß eine der Sketchreihen: Stiller spielte Amerikas erfolgreichsten Rockstar, im Reagan-Ära-Outfit mit Bandana, ärmellosem Karohemd, prallem Bizeps, und die Szenen handelten davon, wie Comedy-Springsteen dem Mann auf der Straße begegnet: Er leistet jungen Müttern Geburtshilfe, schlägt Aliens in die Flucht, schrubbt nach drei Stunden Konzert auch noch den Fußboden. Ein Zuhörer wacht am nächsten Tag frisch rasiert auf, mit blank gewienerten Schuhen, auch das war Bruce. „Und dann heißt es immer, der härteste Showbusiness-Arbeiter wäre James Brown“, seufzt der Fan.
  Das ist das ewige Problem mit diesem Künstler, heute noch, fast dreißig Jahre nach der „Born In The U.S.A.“-Platte mit der Flagge auf dem Cover: dass man ihm zwar guten Willen, aber auch eine gewisse Streberhaftigkeit unterstellt. Dass Bruce Springsteen oft so übereifrig wirkt, wenn er sein Volk beglückt, ihm viel Musik fürs Geld bietet, dass er herabsteigt von der olympisch hohen Bühne, auf der er paradoxerweise ja stehen muss, damit ihn wirklich alle sehen können.
  In Deutschland, wo er bald auch wieder in vier Stadien auftreten wird, merkt man das nicht so, hier ist er der gute Onkel aus Amerika mit den 120 Millionen verkauften Platten. Auffälliger muss das in seiner Heimat sein: Springsteen, der sturm- und wasserfeste Liberale, der erklärte Nicht-Rebell, der mit seiner Art, die Mühseligen und Beladenen zu verstehen und (in jeder Hinsicht) zu besingen, wahnsinnig systemerhaltend wirkt.
  „Bruce“ genügt auch als Titel der monumentalen Biografie, die der ansonsten wenig bekannte New Yorker Journalist Peter Ames Carlin nun vorgelegt hat. Ein fast 600 Seiten dicker Trümmer, jetzt auch auf Deutsch erschienen, der allein schon deshalb alle bisherigen Studien vollwertig ersetzt, weil Carlin für seine Recherche Zugang zum inneren Kreis bekam, auch zum Künstler selbst. Und dennoch kein abgesegnetes Jubel-Parteibuch fabriziert hat.
  Springsteens gelegentliche Willkür im Umgang mit den treuen Musikern, sein selbst bei Monopoly-Turnieren grenzwertiger Ehrgeiz, die Probleme mit Frauen kommen in „Bruce“ zur Sprache – nicht, dass irgendetwas davon bei einem Rock-Alphatier aus der ersten Nachkriegsgeneration sonderlich überraschend wäre. Aber wer eine Antwort auf die Leitfrage sucht, wie der 1949 in New Jersey geborene Springsteen zum Mittelsmann zwischen Trucker-Patriotismus und demokratischer Parteinahme werden konnte, zu einem, um dessen Songs sich die Präsidentschaftskandidaten beider Seiten prügeln – auch der wird hier erstaunlicherweise fündig.
  Biograf Carlin zeichnet ihn als prototypischen Star der mittleren Popkulturphase, also zu spät für die impulsiven Fiebertage der Fünfziger und Sechziger, gleichzeitig früh genug, um von der ökonomischen und medialen Höchstbeschleunigung der Gegenwart unberührt zu bleiben. Springsteen, Gelegenheitsarbeitersohn von der Jersey Shore, wird nicht von Wut, Blitzschlag oder Entgrenzungswillen auf die Bühne getrieben, sondern weil er – angeregt durch TV-Auftritte von Elvis und den Beatles – sich selbst als Rockstar imaginiert, die Arbeit nicht scheut, alles Rauschhafte ablehnt.
  Den möglichen Auftritt beim Woodstock-Festival 1969 lassen er und seine Lokalheldenband sausen, weil sie zeitgleich einen besser bezahlten Tanzbudenjob haben. Bei anderer Gelegenheit kommt es nicht zum Sex mit der absolut willigen Janis Joplin, weil Jung-Bruce die Flucht ergreift. Zwei herrliche Episoden aus dem Buch, die fast alles sagen.
  Andererseits ist das eine Karriere, die zumindest am Anfang keinem Zeit- und Effizienzdruck zu unterliegen schien. Eben keine der üblichen Wundererzählungen, kein Märchen über ein singuläres Über-Nacht-Talent: Die Springsteen-Story katapultiert uns zurück in eine selige Zeit, eine blaue Periode des Showbusiness, in der noch echte Music People hinter den Schreibtischen sitzen, die Sänger mit Gitarre und Cowboy-Boots zum Vorsingen in die Büros latschen, Männer ihre Jobs kündigen, weil sie überzeugt sind, dass die Vermarktung eines einzigen Künstlers nachhaltig ihren Lebensunterhalt sichern wird. Und sie behalten auch noch recht damit.
  Im Kern handelt „Bruce“ davon, wie der Rock ’n’ Roll seinen Platz in der Welt findet, eine Kultur, die zwar noch die Aura, den Nachglanz der Rebellion an sich trägt, aber genau weiß, dass sie nichts mehr verändern oder umstürzen wird. Die Suche nach dem besseren Leben wird zur Suche nach den besten Metaphern dafür, und das glühende, schriftstellerische Talent, das Springsteen hierfür hat, spielt der Biograf eher noch herunter. Ein Buch über die letzten vier Musikbusiness-Jahrzehnte, in dem neuere Systemstandards wie Punk, Hip-Hop oder elektronische Tanzmusik so derart abwesend sind, hat man selten gelesen, und auch das hilft womöglich dabei, den Sänger zu verstehen.
  Nur ein einziges Mal hat Springsteen so etwas Ähnliches wie eine Kontroverse verursacht. 2000, als er in Konzerten einen Song namens „American Skin“ sang, die wahre Geschichte des jungen Amadou Diallo, der 1999 unschuldig und unbewaffnet von New Yorker Cops erschossen wurde. Das reichte. Springsteen ziehe die Polizei in den Schmutz, mahnten erstaunlich viele Kommentatoren, Bürgermeister Giuliani witterte Demokraten-Wahlkampf, der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft empfahl seinen Beamten, den Ordnungsdienst bei Springsteens zehn Konzerten im Madison Square Garden zu verweigern. Ob die Jungs den Boss wirklich bestreikten, steht leider nicht da. Wir vermuten mal: nein.
Peter Ames Carlin: Bruce. Aus dem Englischen von Sonja Kerkhoffs. Edel Books, Hamburg 2013. 608 Seiten, 24,95 Euro.
Obwohl der Autor Zugang
zum inneren Kreis bekam, hat er
kein Jubel-Parteibuch verfasst
Im Kern erzählt das Buch davon,
wie der Rock ’n’ Roll seinen
Platz in der Welt gefunden hat
Systemerhaltend, mit Verständnis für die Mühseligen und Beladenen: Bruce Springsteen 2007.
FOTO: SHORE FIRE MEDIA/MARK SELIGER
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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Mit autorisierten Biografien, weiß Christoph Dieckmann, ist es so eine Sache, nicht selten bekommt man es da mit hagiografischen Auftragswerken zu tun. Nicht so Peter Aimes Carlins Springsteen-Biografie "Bruce", die zwar ihrem Gegenstand naturgemäß zugeneigt, nicht jedoch bedenklich distanzlos ist, wie der Rezensent erleichtert feststellt, für den überdies dasselbe gilt: er sei kein Brucologe, aber durchaus ein Liebhaber, stellt er klar. Im Gegensatz zum verrätselten Dylan nimmt Springsteen seinen Sprachrohrstatus an und "zelebriert das Normale", erfährt Dieckmann, dem die Bilderbuchkarriere des Arbeitsklasserockers dennoch eine vertiefende Betrachtung wert ist. Carlins Biografie leistet dies offenbar, wobei der Rezensent nicht recht deutlich macht, was er selbst über Springsteen denkt und was er aus diesem Buch gelernt hat. "Fußnotiges Elementarwissen beglückt", hebt er immerhin lobend hervor.

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