Warum wir vor der Stadt wohnen - Stamm, Peter
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Wo sind wir Zuhause?
Einmal wohnt die Familie auf dem Hut des Onkels, auf dem Dach der Kirche oder auf dem Mond, dann wieder im Schnee, im Kino oder im Wald. Es ist eine lange, wunderschöne Reise in die weite, verlockende Welt. Fragt nicht danach, was wirklich und was erfunden ist. Macht sie einfach mit - mit allen Sinnen und voller Neugierde. Und sucht gemeinsam den Ort, wo ihr euch zu Hause fühlt.
Peter Stamm erzählt von der Suche nach dem richtigen Platz auf dieser Welt. Zusammen mit den farbenfrohen Bildern der preisgekrönten Illustratorin Jutta Bauer entsteht ein berührendes
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Produktbeschreibung
Wo sind wir Zuhause?

Einmal wohnt die Familie auf dem Hut des Onkels, auf dem Dach der Kirche oder auf dem Mond, dann wieder im Schnee, im Kino oder im Wald. Es ist eine lange, wunderschöne Reise in die weite, verlockende Welt. Fragt nicht danach, was wirklich und was erfunden ist. Macht sie einfach mit - mit allen Sinnen und voller Neugierde. Und sucht gemeinsam den Ort, wo ihr euch zu Hause fühlt.

Peter Stamm erzählt von der Suche nach dem richtigen Platz auf dieser Welt. Zusammen mit den farbenfrohen Bildern der preisgekrönten Illustratorin Jutta Bauer entsteht ein berührendes Gesamkunstwerk, zwischen dessen Seiten sich nicht nur Kinder verlieren können.

Märchenhaft und wundersam -- eine poetische Weltentdeckung und ein wunderbares Buch für die ganze Familie.
  • Produktdetails
  • Verlag: FISCHER Sauerländer
  • Artikelnr. des Verlages: 1025284
  • Seitenzahl: 48
  • Altersempfehlung: ab 4 Jahren
  • Erscheinungstermin: Mai 2020
  • Deutsch
  • Abmessung: 254mm x 250mm x 12mm
  • Gewicht: 410g
  • ISBN-13: 9783737357494
  • ISBN-10: 3737357498
  • Artikelnr.: 57955012
Autorenporträt
Stamm, Peter
Peter Stamm, geboren 1963, studierte einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie und übte verschiedene Berufe aus, u.a. in Paris und New York. Er lebt in der Schweiz. Seit 1990 arbeitet er als freier Autor. Er schrieb mehr als ein Dutzend Hörspiele. Seit seinem Romandebüt »Agnes« 1998 erschienen sechs weitere Romane, fünf Erzählungssammlungen und ein Band mit Theaterstücken, zuletzt die Romane »Weit über das Land«, »Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt« und »Das Archiv der Gefühle« sowie die Erzählung »Marcia aus Vermont«. Unter dem Titel »Die Vertreibung aus dem Paradies« erschienen seine Bamberger Poetikvorlesungen. »Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt« wurde ausgezeichnet mit dem Schweizer Buchpreis 2018.

Literaturpreise:

Rheingau Literatur Preis 2000
Bodensee-Literaturpreis 2012
Friedrich-Hölderlin-Preis 2014
Cotta Literaturpreis 2017
ZKB-Schillerpreis 2017
Solothurner Literaturpreis 2018
Schweizer Buchpreis 2018
Rezensionen
"Die zarten Bilder der bekannten Illustratorin Jutta Bauer stecken voller witziger Details und nehmen den Betrachter mit auf diese fantastische Reise durch eine kunterbunte, verlockende Welt." LUNA "Stamms Geschichte fordern zum Weiterspinnen dringend heraus." (Sächsische Zeitung)

"Traumhaft sind die Bilder, aber nie verträumt, en détail immer gewitzter Selbstverständlichkeit. Aus dem Wechselspiel von Text und Bild erwachsen poetische Gratwanderungen der Weltentdeckung, zwischen Licht und Schatten." (Die Zeit)

"Eine fantastische Reise fernab der realen Welt, die dennoch ganz authentisch Gefühle, Ängste und Bedürfnisse widerspiegelt. Fantastisch-magische Bilder machen keine Angst, sondern regen zum Entdecken und Weiterspinnen an." (Stiftung Lesen)

"Viel zu entdecken gibt es auf dieser sonderbaren Reise, die in skurrilen Bildern (J.Bauer) umgesetzt wurde." (Neue Osnabrücker Zeitung)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 16.03.2005

Warum wir nicht mehr in der Geige unserer Tante wohnen
Ein Wolkenkuckucksheim der Lebensorte: Peter Stamm und Jutta Bauer schicken eine Familie auf Umzugsreise

Seit Italo Calvinos kleiner Cosimo auf die Bäume stieg und sich dort oben dauerhaft einrichtete, kennt man die Baumkrone als literarischen Lebensort. Auch die Kinder- und Jugendliteratur kennt allerlei phantastische Wohnorte, die jedoch meist mit Sonderlingen besetzt sind. Der Schweizer Autor Peter Stamm schickt in seinem ersten Kinderbuch gleich eine ganze Großfamilie auf eine Reise, die an recht ungewöhnliche Plätze führt. Vater, Mutter, drei Kinder, Tante, Onkel, Großeltern und Katze suchen bei dieser poetischen Odyssee ein Zuhause. Los geht es im Haus mit der blauen Lampe, das atmosphärisch an ein Fischbassin erinnert. Da die Schwester hier jedoch traurig wird, zieht der ganze Clan um in einen Trolleybus. Dessen Motor schnurrt wie ein Katze, aber das stündliche Fahrkartenziehen führt dazu, daß die Familie weiterzieht. Nun werden die Wohnstätten immer ungewöhnlicher. Die Familie macht es sich in einem Kino gemütlich, wohnt in der Geige der Tante, wo jeder Schritt knarrt, auf dem Dach einer Kirche, auf dem Hut des Onkels, zieht in den Regen, den Traum, nach nirgendwo . . .

An Robert Walsers oder Franz Kafkas Kurzprosa erinnern diese lose gewobenen Episoden. Die leise erzählten, sonderbaren Geschichten verschachtelt Peter Stamm zu einem poetischen Wolkenkuckucksheim der Lebensorte. Bei genauerer Betrachtung erkennt man jedoch durch alle Verspieltheit hindurch die kunstvoll gearbeitete Form. Jedes Kapitelchen schließt beispielsweise märchenhaft mit einem Countdown, der von der Zahl vier bis zur Null abwärts gezählt wird und so den nächsten Umzug ankündigt. Verwundert, lachend, ungläubig verfolgt man das Geschehen, bis die Familie endlich an ihrem Ziel, das heißt vor der Stadt, landet. Hier endet das Umhergeziehe ganz unspektakulär, der Auszugszauberspruch ist ausgezählt. Es bleibt das viereckige Häuschen, in dem die Familie noch viele vier Jahreszeiten lang bleiben möchte.

Bereits 1999 wurde der Text für den Schweizer Hörfunk verfaßt und produziert und hat seitdem selbst eine kleine Odyssee hinter sich; kein Verlag wagte sich an ihn heran. Es braucht Verlegermut für eine so grenzüberschreitende Kindergeschichte. Doch wird dieses Wagnis sicherlich nicht nur von literarisch versierten Eltern honoriert, sondern auch von Kindern angenommen werden. Der verspielte Variationenreichtum, das Überraschende sowie der mündliche Erzählton werden gerade Acht- bis Neunjährigen gefallen und zu weiteren Umzugsträumen anregen. In der gelungenen Hörbuchfassung wählt der Schauspieler Samuel Weiss für die außergewöhnliche Geschichte einen fast beiläufigen Ton; die schwyzerdütsche Lesung, die hier mit beigegeben ist, taucht den Text zudem in eine lautmalerisch verfremdete Atmosphäre.

Jutta Bauers Illustrationen runden das Buch zum kleinen Gesamtkunstwerk ab. Die facettenreiche Kinderbuchkünstlerin hat mit dieser schwierigen Aufgabe eine ganz neue Handschrift gefunden. Wie bei einem Daumenkino läßt sie die Familie in leicht skizzierten schwarzweißen Strichzeichnungen unter dem Text entlang durch das ganze Buch ziehen. Zum anderen sind ganzseitige Bilder dem Text gegenübergestellt. Mit kräftigen Farben gearbeitet, zeigen sie ganz unterschiedliche Herangehensweisen an die einzelnen Motive. Das eine Bild erinnert an eine Kinderzeichnung, ein anderes an Paul Klee, dann wieder findet man ganz eigene Phantasiewelten, die Peter Stamms poetischen Reisestationen kontrastreich gegenüberstehen. Jutta Bauer überzeichnet das Absurde nicht, in das der Text an einigen Stellen gerät, sondern setzt die Absonderlichkeiten mit scheinbar naivem Blick in Szene.

Viermal betrachtet man darum jede Seite, dreimal schüttelt man dabei den Kopf, zwei Exemplare des Buches hat man gleich verschenkt, und einen Ort behält man ganz für sich.

CAROLINE ROEDER

Peter Stamm: "Warum wir vor der Stadt wohnen". Illustrationen von Jutta Bauer. Beltz & Gelberg Verlag, Weinheim 2005, 48 S., geb., 18,- [Euro]. Ab 6 J. Hörbuchfassung gelesen von Samuel Weiss und Anika Donath. HörCompany, Hamburg 2005. Etwa 50 Min., 14,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Rezensentin Katharina Mütter ist ganz entzückt von diesem die Fantasie anregenden Buch, das von der Odyssee einer Familie erzählt, die auf der Suche nach dem idealen Zuhause ist und dabei an allerhand seltsam anmutenden Orten landet. Das Buch enthält "18 Stationen voll wunderbar skurriler Geschichten und großartig gezeichneter Bilder." Dass die Familie am Ende dieser aufregenden Reise ihr Glück ausgerechnet in der "banalen, uninspirierten, pendlerpauschalen- und eigenheimzulagengerechten" Vorstadt findet, stört die Rezensentin nicht wirklich. Denn das ist ja "genau der richtige Ausgangspunkt, um viele weitere Traumorte zu entdecken" - auch für den Leser.

© Perlentaucher Medien GmbH

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 05.08.2005

Traumorte zu entdecken
Ein heiter-skurriles Bilderbuch über das Wohnen
Eigentlich war es ja ganz schön, im kleinen Haus mit der blauen Lampe vor dem U-Bahn-Schacht. Natürlich, es war ein wenig schattig und eng zwischen all den Hochhäusern der Stadt und all den Autos, aber man hörte die Musik von der Tanzschule im obersten Stock und manchmal roch es sogar nach Flieder im Frühling.
Der Vater las vier Zeitungen, die Mutter kaufte drei Stühle, und die Großmutter strickte zwei Paar geringelte Socken für jeden. Nur die Schwester war immer traurig. Traurigsein jedoch ist ein guter Grund, umzuziehen. Und so zog die Familie in den Trolleybus. Wo der Vater die Mutter nicht mehr liebte. Sodass alle in den Wald zogen. Doch im Wald verlor die Mutter ihr letztes Buch, und deshalb zogen alle auf das Dach der Kirche. Wo die Aussicht auf die Beerdigungen dem Großvater allerdings die Laune verhagelte und man sich entschied, in die Geige der Tante zu ziehen.
18 Stationen zählt am Ende die Odyssee der von Peter Stamm erdachten und von Jutta Bauer gezeichneten Familie auf der Suche nach ihrem Ort des Glücks. 18 Stationen voll wunderbar skurriler Geschichten und großartig gezeichneter Bilder. Und 18 Orte, von denen man bislang nur zu träumen wagte, oder nach der Lektüre dieses phantastisch phantasieanregenden Buches zu träumen beginnt: wie das Nirgendwo etwa, wo man seine Briefe selbst bei der Post abholen muss, solange bis man keine Briefe mehr bekommt, weil die Leute einen vergessen haben, und wo man beim Schaufensterbummel überlegt, was man nicht braucht. Wie der Regen, wo man sich nicht mehr waschen muss, aber wo die Haare und Fingernägel viel schneller wachsen als sonst. Wie der Hut des Onkels, das Meer, das Kino oder wie der Mond.
Unendlich lässt sich diese Reise mit sich selbst und mit Kindern weiter spielen, weiter dichten und weiter malen. Zur reinen Freude, vielleicht aber auch, um seinen eigenen Sehnsüchten, wie man wohnen und leben, an was man sich gewöhnen und was man erleben will, etwas näher zu kommen. Die Familie jedenfalls findet ihr Glück am Ende vor der Stadt. Dort wohnt sie in einem großen Haus, das aussieht wie die Häuser links und rechts davon, wo man die Fahrräder in den Keller stellt und die Glocken von drei Kirchen schlagen hört und manchmal den Wind und manchmal den Regen. Viel Wiese hat Jutta Bauer vor die Siedlung gezeichnet, in der die Kinder bis zur Nasenspitze versinken und die Katze auf Mäusejagd geht. Aber das ist doch banal,
uninspiriert, pendlerpauschalen- und eigenheimzulagengerecht? Richtig. Und also genau der richtige Ausgangspunkt, um viele weitere Traumorte zu entdecken.
KATHARINA MÜTTER
PETER STAMM / JUTTA BAUER: Warum wir vor der Stadt wohnen. Beltz & Gelberg 2005. 48 Seiten, 18 Euro.
Illustration aus Peter Stamm und Jutta Bauer: Warum wir vor der Stadt wohnen
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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