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Berlin in den 50er Jahren: der ideale Tummelplatz für Geheimdienste und Spione jeglicher Couleur. Leonard Marnham, ein englischer Fernmeldetechniker, kommt 1955 mit 26 Jahren nach Berlin, wo er sowjetische Telefonleitungen anzapfen soll. Außerdem verliebt er sich - naiv und schüchtern, wie er ist - in eine vier Jahre ältere Deutsche. Leonard vergräbt sich immer tiefer und auswegloser in fremde, gefährliche Welten und wird von der hübschen Maria in die verborgenen Winkel menschlicher Beziehungen geführt. Marnham fühlt, wie ihm sein Leben entgleitet - und findet es herrlich ...…mehr

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Produktbeschreibung
Berlin in den 50er Jahren: der ideale Tummelplatz für Geheimdienste und Spione jeglicher Couleur. Leonard Marnham, ein englischer Fernmeldetechniker, kommt 1955 mit 26 Jahren nach Berlin, wo er sowjetische Telefonleitungen anzapfen soll. Außerdem verliebt er sich - naiv und schüchtern, wie er ist - in eine vier Jahre ältere Deutsche. Leonard vergräbt sich immer tiefer und auswegloser in fremde, gefährliche Welten und wird von der hübschen Maria in die verborgenen Winkel menschlicher Beziehungen geführt. Marnham fühlt, wie ihm sein Leben entgleitet - und findet es herrlich ...
  • Produktdetails
  • detebe Diogenes Taschenbücher Nr.22579
  • Verlag: Diogenes
  • Originaltitel: The Innocent
  • 10. Aufl.
  • Seitenzahl: 384
  • Erscheinungstermin: 25. September 2013
  • Deutsch
  • Abmessung: 180mm x 112mm x 23mm
  • Gewicht: 284g
  • ISBN-13: 9783257225792
  • ISBN-10: 3257225792
  • Artikelnr.: 04806424
Autorenporträt

Briony Tallis ist die wohl bekannteste literarische Figur, die der britische Schriftsteller Ian McEwan erschaffen hat. Das 13-jährige Mädchen aus gutem Hause steht im Zentrum des Romans "Abbitte" (2001), der 2007 verfilmt wurde. Mit ihrem pubertierenden Übereifer, ihrer dunklen jungen Sexualität und ihrem starken Ehrgeiz, Schriftstellerin werden zu wollen, stürzt sie ihre ältere Schwester Cecilia und deren Geliebten Robin Turner ins Unglück. McEwan wirft in dem Roman, der ihn endgültig zu einem Autor von Weltrang machte, meisterhaft die Frage nach der Macht der Literatur und nach der Moral ihrer Autoren auf, indem er die Tiefenpsychologie der Protagonisten und ihrer Beziehungen zueinander mit einem scharfen Skalpell seziert. Hat der Leser das Buch beendet, hat er unweigerlich das Gefühl, einem Organismus zu entsteigen, dessen zitternde Nervenbahnen noch lange an ihm haften und arbeiten.



Dieses Gefühl nach der Lektüre ist typisch für McEwans Bücher. Der 1948 im englischen Aldershot geborene Autor, der von der Times als einer der besten 50 britischen Schriftsteller nach 1945 eingestuft wurde, ist ein Meister der abgründigen Seelenstudien, die den Menschen als Spielball des Schicksals und dessen emotionaler Sogkraft zeigen. Immer wieder konfrontiert McEwan seine nabokovhaften Figuren mit überraschenden Situationen, die ihnen offenbaren, dass das Leben nicht planbar ist. Das zeigen bereits McEwans verstörende, ja schauderhafte Geschichten und Romane aus seiner frühen Schaffenszeit. Für seinen Roman "Amsterdam", der 1998 mit dem Man-Booker-Preis ausgezeichnet wurde, ergründet er sprachlich virtuos das Beziehungsgeflecht zwischen zwei Freunden, die dieselbe Geliebte hatten und die sich schwören, im Falle einer schweren Krankheit dem jeweils anderen beim Selbstmord zu helfen.



Seine Kindheit verbrachte McEwan, der sich auch häufig zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Ereignissen äußert, zu großen Teilen in Libyen oder Singapur, wo der Vater in der Armee diente - in Gegenden mit gewaltigen politischen und gesellschaftlichen Konflikten. Wohl deswegen spielen McEwans Romane auch immer wieder vor dem Hintergrund weltpolitischer Geschehnisse wie dem 11. September in "Saturday" (2005), dem Klimawandel in "Solar" (2010) oder wie der Gefahr der totalen Überwachung in seinem aktuellen Roman "Honig". "Es ist sehr schwer", hat McEwan einmal gesagt, "den Überblick und die Standhaftigkeit zu behalten, wenn einen das Unvorhersehbare erwischt." Es ist ein Satz, wie ihn auch Briony Tallis sagen könnte.

Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 06.11.2013

NEUE TASCHENBÜCHER
Leitungen anzapfen,
Leichen entsorgen
Der Brite Ian McEwan gehört zu den wenigen Autoren, die von Publikum und Literaturkritik gleichermaßen geschätzt werden. „Honig“, sein jüngster Bestseller, handelt von den Praktiken des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5. In seinem Kielwasser schwimmt die Taschenbuch-Neuauflage eines Romans, der auf Deutsch unter dem Titel „Unschuldige“ erstmals vor 23 Jahren erschien. Er spielt im halb zerstörten Berlin der Fünfzigerjahre, wo Englands Spionage-Auslandsabteilung MI6 und die CIA gemeinsam (und einander misstrauend) die „Operation Gold“ betreiben, indem sie von einem Tunnelschacht aus sowjetische Telefonleitungen anzapfen. Dafür wird der 26-jährige Fernmeldetechniker Leonard Marnham nach Berlin beordert. Naiv, schüchtern und erotisch unerfahren, erlebt er nicht nur die Nachkriegs-Nervosität der geteilten Stadt auf spezielle Weise, sondern verliebt sich auch in die vier Jahre ältere Maria Eckdorf, die in einem Tanzpalast als Sängerin auftritt. Plötzlich sieht sich der junge Mann genötigt, eine Leiche zu entsorgen. . . Ian McEwan erzählt die wüste Geschichte mit kühler Präzision und sehr feiner Ironie.  KRISTINA MAIDT-ZINKE
  
Ian McEwan:
Unschuldige. Aus
dem Englischen von Hans-Christian Oeser. Diogenes, Zürich 2013. 384 S., 10,90 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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