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Ein Klassiker der literarischen Moderne
"Berlin Alexanderplatz" gehört neben dem "Ulysses" von James Joyce und "Manhattan Transfer" von John Dos Passos zu den bedeutendsten Großstadtromanen der Weltliteratur. Erstmals 1929 im S. Fischer Verlag erschienen, erzählt der Roman die bewegende Geschichte des Franz Biberkopf, der nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis in einen Strudel aus Verrat und Verbrechen gerät. Darüber hinaus aber erzählt der Roman auch vom Berlin der zwanziger Jahre und findet zum ersten Mal in der deutschen Literatur eine eigene, ganz neue Sprache für das Tempo der Stadt.…mehr

Produktbeschreibung
Ein Klassiker der literarischen Moderne

"Berlin Alexanderplatz" gehört neben dem "Ulysses" von James Joyce und "Manhattan Transfer" von John Dos Passos zu den bedeutendsten Großstadtromanen der Weltliteratur. Erstmals 1929 im S. Fischer Verlag erschienen, erzählt der Roman die bewegende Geschichte des Franz Biberkopf, der nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis in einen Strudel aus Verrat und Verbrechen gerät. Darüber hinaus aber erzählt der Roman auch vom Berlin der zwanziger Jahre und findet zum ersten Mal in der deutschen Literatur eine eigene, ganz neue Sprache für das Tempo der Stadt.
  • Produktdetails
  • Fischer Taschenbücher Bd.52149
  • Verlag: Fischer Taschenbuch
  • Artikelnr. des Verlages: 1012773, 25780
  • 3. Aufl.
  • Seitenzahl: 735
  • Erscheinungstermin: 21. September 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 144mm x 95mm x 32mm
  • Gewicht: 317g
  • ISBN-13: 9783596521494
  • ISBN-10: 3596521491
  • Artikelnr.: 48105484
Autorenporträt
Döblin, Alfred
Alfred Döblin, 1878 in Stettin geboren, arbeitete zunächst als Assistenzarzt und eröffnete 1911 in Berlin eine eigene Praxis. Döblins erster großer Roman erschien im Jahr 1915/16 bei S. Fischer. Sein größter Erfolg war der 1929 ebenfalls bei S. Fischer publizierte Roman 'Berlin Alexanderplatz'. 1933 emigrierte Döblin nach Frankreich und schließlich in die USA. Nach 1945 lebte er zunächst wieder in Deutschland, zog dann aber 1953 mit seiner Familie nach Paris. Alfred Döblin starb am 26. Juni 1957.
Rezensionen
Der berühmteste deutsche Großstadtroman (Klaus Modick in der Nordwest-Zeitung 2013.07.19)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 06.06.1995

1929
Alfred Döblin "Berlin Alexander Platz"

Manche großen Bücher brauchen keinen Stil: Dies ist das stilloseste Buch, das wir haben. Döblin, der davor schon in fünf Romanen ebenso viele Versuche in großem Stil angefangen und meistens verloren hatte, mischt jetzt in dieser Großstadtballade bedenkenlos alles, was er schon kann und sonst noch kennt: Werbesprüche, Volkslieder, Bibelgut, Naturkitsch, Bänkelsang und Fallada und Berlinerisch und alles, was er Dos Passos und Joyce abgelernt hat. Oft ist das Gemisch hinreißend, ebenso oft die schlimmste Sentimentalität: und es ist nun die Größe dieses Buchs, daß es auch darüber keine Bedenken kennt. Das Lausige grenzt an das Erschütternde, der Schmutz ans Reine, das seinerseits wieder kaum von der Dummheit unterschieden ist - und man weiß niemals, was daran Kunst ist und was einfach ein Reflex, man will es auch nicht wissen, Hauptsache, da ist mehr gelungen, als Döblin wollen konnte, denkt man, denkt man mit Döblin. Biberkopf ist der törichte Held, und weil er töricht ist, wird aus der modernen Großstadt eine bloß schwerer überschaubare kleine Stadt, denn diesem Helden rückt alles auf den Leib, und er sieht nur, was er fühlt, ein antiquierter Mann, der jeden Mythos ruiniert. Wer viel harte postmoderne Großstadtfilme sieht, dem wird dieses Buch völlig gemütlich vorkommen, und das ist es auch, richtig gemütlich, ganz schlimm. Es ist einem fast heimelig zumute in diesem Berlin. Man sehnt sich fast nach richtiggehender Moderne, dann ist das Buch aus, und man muß sich sagen: das war sie. Noch jahrelang geht einem das nach, und wenn man dann wieder einen dieser Filme sieht, schaltet man ab. (Alfred Döblin: "Berlin Alexanderplatz". Roman. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1993. 432 Seiten, br., 14,90 DM.) R.V.

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"Dieser Mann muss den Teufel al fresco immer von neuem an die Wand malen; es ist kein Wunder, wenn der immer von neuem kommt und ihn holen will." Walter Benjamin

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 04.08.2015

NEUE TASCHENBÜCHER
Worauf wartest du, Opel?
Döblins Texte für Radio, Bühne und Kino
Alfred Döblin und Thea von Harbou, fand der Filmkritiker Herbert Jhering in den Zwanzigern, das geht gar nicht. Ein Kinostück nach dem Zukunftsmonumentalroman „Berge Meere und Giganten“? 1940 hat Döblin dann selbst, auch nicht gerade überzeugt, ein kurzes Exposé dafür geliefert, in Hollywood, „Die Enteisung Grönlands“. Im Band 20 der Gesammelten Werke ist es abgedruckt, unter all seinen Texten für Radio, Bühne und Kino.
  Döblin war regelmäßiger und hoch motivierter Kinogänger, die neue Omnipräsenz auf der Leinwand öffnete für ihn den Raum des Erzählens, baute die Allmacht des Erzählers ab. Im Jahr nach dem Erscheinen des Romans „Berlin Alexanderplatz“, September 1930, gab es schon eine Radiofassung, „Die Geschichte vom Franz Biberkopf“, einen „Hörfilm“, wie der Intendant Hans Flesch das damals nannte. Die Polyfonie des Romans wird hier ins Phantomhafte getrieben, im Universum der neuen Medien kursieren Stimmen allen möglichen Ursprungs, die der Hörer inklusive: „Ach, ach, ich muss klagen, dass es so gekommen ist mit ihr. Ich bin eine einfache Frau, die diese Geschichte hört, ich kann nicht glauben, dass es aus ist mit Mieze . . . Was fürn Ende, ein furchtbares Ende, ich mags nicht glauben; ist das das Leben?“ Auch die Autos kommen zu Wort, flüsternd, Fiat und Opel: „Weeste, worauf du wartest, Opel? – Kann mir schon denken. Kaiser Wilhelmstraße, wollen nen Ding drehen.“
  Döblin hat diese Geisterhaftigkeit, diese sophistication auch in kleinen Dramen erprobt – „Comteß Mizzi“, in einem Edelbordell spielend! – und dann in ein paar Drehbuchaufträgen für Hollywood bei der MGM – der Produzent George Froeschel zum Beispiel holte sich „ärztlichen“ Rat für den Film „Random Harvest“, über einen Mann mit Gedächtnisverlust im Ersten Weltkrieg. Döblin schreibt ganz suggestiv, fast poetisch, um die visuelle Fantasie zu stimulieren – auch elegant, so wie man es von Billy Wilder kennt, zwischen Ufa und Hollywood. Alfred Döblin und Ernst Lubitsch, das geht doch sehr gut. FRITZ GÖTTLER
Alfred Döblin: Die Geschichte von Franz Biberkopf/Dramen/Filme. Nachwort von Stefan Keppler-Tasaki. S. Fischer Verlag, Frankfurt/ M. 2015. 656 S., 16,99 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Ergreifend und von atemberaubender Komplexität findet Rezensent Nils Minkmar diese Einlesung des Romans "Berlin Alexanderplatz". Zwar fehle die Hörbuchfassung viel von dem, was Döblin ausmacht. Ben Beckers Vortrag macht diese Mängel jedoch offensichtlich wett. Begebenheiten und Umstände des Romans erzähle er mit höchster Konzentration und dem Verzicht auf schauspielerische Mätzchen. Wenn er zum Biberkopf-O-Ton wechselt, hört der Rezensent, wie Becker ein "eindrucksvolles Pochen" in die Stimme legt, "die zweifelnde, kleinlaute Version des starken Mannes". Wenn es darum geht, die Handlungsabläufe zu schildern, wechselt er, so der Rezensent, in kalten Ansageton. Am verblüffendsten ist für Minkmar jedoch, wie Becker die Frauenrollen gestaltet: wie er es schafft, Junge von Alten, Verheiratete von Prostituierten, kichernde Mädchen von ängstlichen Omas zu unterscheiden. Beckers "nur um eine Winzigkeit höher gelegte Stimme" vermittelt dem Rezensenten dabei immer auch die existentielle Gefahr, in der sich Döblins Frauenfiguren befinden.

© Perlentaucher Medien GmbH