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Chris de Stoop hat mit seinem Buch >Das ist mein Hof. Geschichte einer Rückkehr

  • Geräte: eReader
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  • Größe: 1.01MB
Produktbeschreibung
Chris de Stoop hat mit seinem Buch >Das ist mein Hof. Geschichte einer Rückkehr<, ein Bestseller in den Niederlanden, eine brillante literarische Reportage über das Verschwinden der bäuerlichen Lebensform geschrieben. Chris de Stoop verbrachte seine Kindheit auf dem Bauernhof. Er liebte das Herumstromern mit seinem Bruder, den Geruch in den Ställen. Als sein Bruder den Hof übernahm, zog es ihn in die Ferne. Als Journalist war er in der ganzen Welt unterwegs. Doch als sein Bruder stirbt, kehrt er zurück auf den elterlichen Hof. Schmerzlich realisiert er, wie die Welt seiner Kindheit immer mehr verdrängt wurde und ein Leben als Bauer nicht mehr möglich ist. Einfühlsam stellt er diesen Verlust dar, indem er erzählerisch gekonnt zwischen seinen farbigen Erinnerungen und der harten Realität von Zwangsenteignung und Umsiedlung wechselt. Eine ebenso persönliche wie berührende Geschichte von der Sehnsucht nach einem Leben auf dem Land und dem europaweiten Verschwinden kultivierter Landschaften.

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  • Produktdetails
  • Verlag: FISCHER E-Books
  • Seitenzahl: 320
  • Erscheinungstermin: 22.09.2016
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783104902043
  • Artikelnr.: 44952974
Autorenporträt
Chris de Stoop, Jahrgang 1958, ist ein belgischer investigativer Journalist, der bekannt dafür ist, schwierige Themen mit großer Hingabe und Einfühlungsvermögen zu behandeln. >Das ist mein Hof< stand mehrere Wochen auf der Bestsellerliste in den Niederlanden.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 26.11.2016

Landwirtland ist abgebrannt

Niemandes Meister, niemandes Knecht - das war einmal: Chris de Stoop berichtet in "Das ist mein Hof" vom Bauernsterben als einem Kulturkampf, der alle angeht.

Von Hannes Hintermeier

Der Bauer ist der Eigentümer oder Pächter eines landwirtschaftlichen Betriebes, den er mit Arbeitskräften der Hofgemeinschaft zur Gewinnung von Nahrungs- und Futtermitteln besorgt." So steht es im Brockhaus des Jahrgangs 1973. Damals war der spätere Reporter Chris de Stoop fünfzehn Jahre alt und lebte als Bauernsohn auf dem Hof seiner Eltern westlich der belgischen Hafenstadt Antwerpen. Sein älterer Bruder, das zeichnete sich schon ab, würde den Hof eines Tages übernehmen, er selbst würde in die weite Welt hinausziehen. Mit sechzehn schreibt er seinen ersten Artikel für eine Zeitschrift, zieht später an eine weit entfernte Universität, wird Journalist. Als er gerade über die Folgen der Erdbebenkatastrophe auf Haiti recherchiert, klingelt sein Handy: Komm heim, es geht nicht mehr, dein Bruder ist tot.

Es wird eine Heimkehr, die ihn zwingt, nicht nur Zuschauer, sondern Handelnder in einem Stück zu werden, das vom schleichenden Ende des elterlichen Hofes und der gesamten bäuerlichen Kultur in dieser Gegend Belgiens handelt. Eine Verlustgeschichte namens Bauernsterben, die sich vor unser aller Augen in vielen Ländern zuträgt und deren Verlauf Stadtmenschen häufig genug mit einem Achselzucken quittieren. Bauernhöfe sind einfach zu weit weg, es riecht dort streng, und wer weiß schon noch, dass die Milch aus dem warmen Euter einer Kuh und nicht aus einer klimatisierten Fabrikhalle kommt und dass man "jemals tausend Kilo schwere Kühe als Haustiere" gehalten hat?

1136 wurde die Abtei Zaligem gegründet, auf deren ehemaligen Ländereien südlich des Meeresarms Westerschelde siedeln die de Stoops und ihre Nachbarn, alle Bauern seit vielen Generationen. Das Land der Polder ist seit bald neunhundert Jahren von Menschen kultiviert, doch zuletzt haben sich die Vorzeichen gedreht. Die bäuerliche Kulturlandschaft soll einer "neuen Wildnis" weichen, von Aposteln der Biodiversität erdacht, von der flämischen Naturschutzorganisation Natuurpunt befördert und bezahlt von der Hafengesellschaft, die Kompensationsflächen braucht, um den Flächenfraß zu kaschieren, den der fortgesetzte Ausbau der Schelde und des Containergeschäfts nötig macht. Wo Kühe grasten, sollen nun zunächst Vögel und Kreuzkröten das Sagen haben, ein Naturparadies, am Computer entworfen, eine Ausgleichslandschaft für geplagte Städter. Spazierengehen und Joggen am Deich, Reiten am Polder. Die "Verpferdung" geht einher mit der "Entkuhung" - die Weißblauen Belgier "mit ihren dicken Hinterteilen" sind bald Geschichte.

Man kennt die Bilder auch hierzulande: Bauernhöfe, die sich im Windschatten von Tagebau, Raffinerien oder Kühltürmen von Atomkraftwerken ducken, gerahmt von Hochspannungsleitungen und Autobahnkreuzen, garniert mit Windrädern und Gewerbegebieten. Und wer nicht freiwillig geht, wird mit Überregulierung - die stets von Brüssel angeordnet wird - zur Aufgabe gezwungen, rechtliche Schikanen und Bußgelder inklusive. "Man will uns hier nicht mehr haben", so schwant es nicht nur Ma, der zusammengerackerten Mutter des Autors. Das wissen im Grunde alle Bauern der Gegend.

Die Zeichen sind auch kaum zu übersehen. Alte Höfe werden mit Bulldozern plattgemacht, die Geschichte wird ausgelöscht, indem man Denkmäler über Nacht verschwinden lässt. Der Poldervorstand, seit dem Mittelalter für den Gewässerschutz zuständig, kämpft einen vergeblichen Abwehrkampf; ein Obstbauer wird bereits zum zweiten Mal enteignet - "erst für das Atomkraftwerk, jetzt für die Natur". Wer Bauer bleiben will, sucht sein Heil im Ausland und siedelt um, nach Frankreich etwa. Es gilt schließlich, die alte bäuerliche Freiheit zu verteidigen: "Niemandes Meister, niemandes Knecht."

Es ist der Siegeszug einer Ideologie, die sich auf Natur als Wildnis beruft, über eine tradierte Kultur, von der allerdings niemand behaupten wollte, sie habe mit naturschützerischen Maßnahmen viel am Hut - in der Landwirtschaft geht es zuerst um Ertrag. Und doch ist noch der konventionellste Landwirt näher am Boden und an der Kreatur als ein Reservatplaner, der sich am Computer an Erhaltungsrichtlinien für Vogelarten abarbeitet. Während die Funktionäre der neuen Zeit den Bauern Überdüngung und Monokultur vorhalten, spricht de Stoop lieber von der "Verwobenheit von Natur und Landwirtschaft". Diese Haltung hat er mit der Muttermilch aufgesogen, und mit dieser Haltung vergewissert er sich als Autor, dass ihm kein Detail dieser sehr aktuellen Geschichte entgeht.

Sein Vater ist lange tot, sein Bruder blieb ohne Nachkommen, die Mutter ist pflegebedürftig, Osteoporose und beginnende Demenz. Der Autor ist mit einem Mal nicht der Sohn, der wegging wie viele andere auch, er ist jetzt der Bauer, eine Rolle, die er nie wollte und nun annimmt. Die Nachbarn sprechen ihn bei seinem Taufnamen an, Christian nicht Chris.

Der Ich-Erzähler stellt sich seinen Kindheitserinnerungen, beschreibt, was es bedeutet, auf einem Bauernhof groß zu werden. Und erlebt gleichzeitig die Erosion von Selbstverständlichkeiten, das gesprochene Wort, der vereinbarte Preis sind nicht mehr so ehern wie einst. Schließlich reiht er sich ein in die Proteste gegen die fortschreitende Enteignung. Das Buch berichtet - auch auf sentimentalem Gelände um Nüchternheit bemüht - von dieser neuen Rolle, von Gesprächen mit anderen Bauern und Bewohnern des nahen Dorfes. Dazwischen beschreibt de Stoop die Besuche bei seiner Mutter im Heim, ihre gemeinsamen Ausflüge, seinen Alltag auf dem Hof, den er auf Sparflamme weiterführt.

Das birgt die Gefahr der Einseitigkeit, und tatsächlich lässt sich der Bericht viel Zeit, bis er die Gegenseite zu Wort kommen lässt. Zum Beispiel jenen Professor Patrick Meire, der für die Hafengesellschaft errechnet hat, dass ein Hektar der Kompensationsfläche durch die Verbesserung der Ökobilanz Millionen Euro wert, ein Hektar Ackerland dagegen wertlos sei. Ernstzunehmender ist da schon ein Ökologe, der wegen der jahrzehntelangen Überdüngung, die derzeit allerdings rückläufig ist, dringend für eine Renaturierung der Böden plädiert. Seine Bibel ist das 2001 erschienene Buch "Wildernis in Nederland" des holländischen Naturschützers Frans Vera, dessen Glaubensbekenntnis lautet: "Die neue Wildnis wird uns das Paradies, das wir verloren und beinahe vergessen haben, wieder zurückbringen." Andere sind skeptischer, betreiben Naturschutz nicht als Missionsarbeit, rühren an Tabus der politischen Korrektheit. Ein Vogelkundler, mit dem de Stoop auf Exkursion geht, bezweifelt nicht als Einziger die Wirksamkeit der Kompensationsmaßnahmen. Ein "Umweltphilosoph" namens Glenn Deliège zieht gar eine Parallele zur Bücherverbrennung: Er sei nicht gegen die neue Natur, "aber sie muss die symbolischen und materiellen Bedeutungen einer Landschaft berücksichtigen".

Am Ende wird Chris de Stoop der Letzte seiner Art sein. Warum der rasante Niedergang des Bauernstandes ein Prozess ist, den die Gesellschaft "nicht als eine soziale Tragödie" begreift, diese Frage stellt er in seinem eindringlichen Buch mit Nachdruck.

Chris de Stoop: "Das ist mein Hof". Geschichte einer Rückkehr.

Aus dem Niederländischen von Birgit Erdmann. S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2016. 320 S., geb., 23,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Warum der rasante Niedergang des Bauernstandes ein Prozess ist, den die Gesellschaft »nicht als [...] soziale Tragödie« begreift, diese Frage stellt [de Stoop] in seinem eindringlichen Buch Hannes Hintermeier Frankfurter Allgemeine Zeitung 20161126