Der Garten über dem Meer - Rodoreda, Mercè
11,00 €
versandkostenfrei*

inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
0 °P sammeln

    Broschiertes Buch

1 Kundenbewertung

Katalonien in den späten Zwanzigern. Sechs Sommer lang beobachtet der Gärtner eines Herrenhauses über dem Meer das Kommen und Gehen der jungen Besitzer Francesc und Rosamaria. Sie feiern ausgelassene Partys und leben einen beneidenswerten Sommernachtstraum. Doch dem Gärtner entgehen auch die feinen Risse in dem Idyll nicht. Spätestens, als auf dem Nachbargrundstück jemand eine noch größere Villa errichtet, werden die unübersehbar, denn der neue Nachbar ist niemand anderes als Rosamarias Jugendliebe Eugeni ...…mehr

Produktbeschreibung
Katalonien in den späten Zwanzigern. Sechs Sommer lang beobachtet der Gärtner eines Herrenhauses über dem Meer das Kommen und Gehen der jungen Besitzer Francesc und Rosamaria. Sie feiern ausgelassene Partys und leben einen beneidenswerten Sommernachtstraum. Doch dem Gärtner entgehen auch die feinen Risse in dem Idyll nicht. Spätestens, als auf dem Nachbargrundstück jemand eine noch größere Villa errichtet, werden die unübersehbar, denn der neue Nachbar ist niemand anderes als Rosamarias Jugendliebe Eugeni ...
  • Produktdetails
  • BVT Bd.1054
  • Verlag: Berlin Verlag Taschenbuch
  • Seitenzahl: 237
  • Erscheinungstermin: 1. Juni 2016
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 119mm x 26mm
  • Gewicht: 254g
  • ISBN-13: 9783833310546
  • ISBN-10: 3833310545
  • Artikelnr.: 44098901
Autorenporträt
Rodoreda, Mercè
Mercè Rodoreda (1908-1983) war eine der bedeutendsten katalanischen Schriftstellerinnen. Während des Bürgerkriegs ging sie ins Exil, zunächst nach Frankreich, später in die Schweiz. In den 70jahren kehrte sie nach Katalonien zurück. Eon Großteils des Werks von Mercè Rodoreda ist ins Deutsche übersetzt worden, so auch ihr vielleicht berühmtester Roman "Auf der Plaça del Diamant". Aber erst mit "Der Garten über dem Meer" entdeckte auch ein breiteres Publikum in Deutschland diese Grande Dame der katalanischen Literatur.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Was für ein Buch, ruft Rezensent Michael Krüger nach der Lektüre von Merce Rodoredas Roman "Der Garten über dem Meer". Da ist zunächst natürlich die Erzählung der katalanischen Schriftstellerin, die der Kritiker als eine der besten Europas würdigt: Verträumt blickt er hier mit einem alten, weisen Gärtner durch einen blühenden Sommergarten auf ein pittoreskes Blumenmeer, folgt den Erinnerungen des Mannes an eine tragische Liebesgeschichte, an deren Ende nur ein altes Herrschaftshaus und der Gärtner selbst übrigbleiben und bewundert die Kunst der Autorin, in vorsichtigen Andeutungen zu erzählen und alles virtuos miteinander zu verweben. Nicht zuletzt lobt der Rezensent aber auch die von Simone Horschack hingebungsvoll gestaltete Ausgabe, die brillante Übersetzung durch Kirsten Brandt und Roger Willemsens ebenso lehrreiches wie leidenschaftliches Nachwort.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 24.01.2015

Sehen Sie, wie die Blätter zittern und uns lauschen?
Was der Gärtner erzählt: Über einen berührenden Roman der katalanischen Jahrhundertautorin Mercè Rodoreda

Jeder passionierte Leser stellt im Laufe seines Bücherlebens eine kleine Spezialbibliothek zusammen, in der nur Werke stehen, die ihm sehr zu Herzen gegangen sind. Kein Pflichtbuch darf dort zu finden sein, keines, das aus repräsentativen ästhetischen, politischen, sozialen oder sonstwelchen Gründen aufbewahrt werden muss, sondern nur solche Wunderwerke, deren schiere Schönheit einem die Sprache verschlagen hat. (Ich sehe gerade die zu Berge stehenden Haare der ordentlichen Literaturkritiker vor mir und erbleiche!)

Diese aus guten Gründen der Öffentlichkeit nicht zugängliche Bibliothek, die natürlich alles über die sentimentalen Seiten ihres Besitzers enthüllt, ist klein, unordentlich, extrem individualistisch und darf um alles in der Welt nicht begründet werden. Bei manchen steht der "Grüne Heinrich" im Mittelpunkt, bei mir der "Anton Reiser" von Karl Philipp Moritz, dicht daneben der weiß Gott nicht beste Roman von Joseph Roth, "Flucht ohne Ende", aber auch einige Bücher von Zeitgenossen, die ich natürlich nicht verrate.

Jetzt habe ich ein neues Buch aufgenommen, den Roman "Der Garten über dem Meer" von Mercè Rodoreda. Es ist von Simone Horschack so liebevoll mit einem bedruckten Leinen ausgestattet worden, Kirsten Brandt hat es wunderbar übersetzt, und Roger Willemsen hat ein enthusiastisches und dennoch informatives Nachwort beigesteuert, dass man dieses in einem Schuber steckende Schmuckstück gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Wer nach der Lektüre dieses Buches immer noch behauptet, ihm sei es egal, ob er ein Buch aus Papier oder ein elektronisches Gerät in der Hand halte, ist nicht mehr zu retten.

Jeder, der die Romane von Mercè Rodoreda kennt, zumal "Auf der Placa del Diamant", das Jahrhundertbuch über den vor achtzig Jahren das Land verheerenden Bürgerkrieg, weiß, dass diese nach einem langen Leben im Exil nach Spanien zurückgekehrte Autorin, die 1983 in Girona starb, nicht nur die beste katalanische Schriftstellerin war, sondern eine der besten Europas. Wie kann sie das besser demonstrieren als in der Beschreibung und Vergegenwärtigung eines blühenden Sommergartens! Wenn der alte Gärtner, der Ich-Erzähler des Romans, aus dem Meer von Lilien, Malven, Geißblatt, Ringelblumen, Veilchen, Hyazinthen, Schwertlilien, Gauklerblumen, Mimosen, Lupinen und Carolinenrosen auftaucht und seinen Blick über das richtige Meer schweifen lässt, dem im Spiel der Naturgewalten natürlich die dramatische Rolle zugeteilt ist, dann spürt man als Leser auf eine so plötzliche Art und Weise, wie nur bedeutende Literatur das kann, dass man mit den Augen dieses Mannes blickt, der von sich sagt: "Ich schicke mich in alles und bin mit allem zufrieden."

Diesem verschmitzten, weisen, alten Mann kann die Welt nichts mehr anhaben. Solange er seinen Garten hat, den er im Auftrag und zur Freude der Herrschaft bewirtschaftet, aber eigentlich nur in Erinnerung an seine verstorbene Frau Cecilia pflegt, kann nichts mehr passieren. "Solange ich hier in meinem Garten bin, ist sie noch nicht ganz tot. Glauben Sie mir: Es stimmt; sie ist dann nicht ganz tot ... Sehen Sie sich den Garten an. Dies ist die beste Tageszeit, um seine Kraft zu spüren und seinen Duft zu riechen. Sehen Sie sich die Linde an. Sehen Sie, wie die Blätter zittern und uns lauschen? Sie lachen ... Wenn Sie eines Nachts unter den Bäumen spazieren gehen, werden Sie schon hören, was Ihnen dieser Garten alles zu erzählen hat ... - Wir gingen dort auseinander, am Fuß der Aussichtsterrasse, und das war, wenn man so will, das Ende der Geschichte."

Am Anfang der Geschichte, die vor dem Bürgerkrieg spielt, der seine dunklen Schatten aber schon auf alle Verhältnisse wirft, steht eine romantische Liebestragödie mit tödlichem Ausgang. Die Frau, der das Haus mit Garten gehört, in dem sechs Sommer lang eine illustre Schar von Gästen sich vergnügt, hat ihren armen Jugendfreund Eugeni zugunsten ihres reichen ungeliebten Mannes Francesco verlassen. Dieser Eugeni taucht nach langer Abwesenheit in Südamerika nun aber als Schwiegersohn eines neureichen Nachbarn im Dorf auf und setzt die schreckliche Maschine der Tragödie in Gang, an deren Ende Eugeni tot im Meer treibt, das Haus verkauft wird und nur der Gärtner zurückbleibt.

Das ist alles. Aber wie die Frau erzählt! Wie aus den Andeutungen und Klatschereien der Dienstboten, Pferdehüter und Gärtnergehilfen, wie aus erlaubten und unerlaubten Blicken über die Hecke, aus aufgeschnappten und falsch weitergegebenen Sätzen ein Gespinst der Andeutungen und Vermutungen entsteht, wie der Gastwirt im Dorf als Vermittler von Gerüchten eingesetzt wird, wie plötzlich alle, die Dienstboten inklusive, am Untergang des Hauses beteiligt sind, das erfahren wir alles aus dem Mund des Gärtners, der getreulich zu erklären versucht, was nicht wirklich zu erklären ist - warum der Mensch weder mit sich noch mit seinesgleichen zufrieden ist und immer etwas stattdessen sucht. Ein herrliches Buch!

MICHAEL KRÜGER

Mercè Rodoreda: "Der Garten über dem Meer".

Aus dem Katalanischen von Kirsten Brandt. Herausgegeben von Roger Willemsen. Mare Verlag, Hamburg 2014. 240 S., geb., 26,- .

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr
"Die Raffinesse liegt im Blickwinkel, aus dem Mercè Rodoreda diese zeitenthobene, windstille Idylle erzählt - doppelt gebrochen durch soziale und zeitliche Distanz. ... Ein großer kleiner Roman, der die melancholische Schönheit einer versunkenen Zeit behutsam bewahrt." Sigrid Löffler, Deutschlandradio Kultur "Jeder passionierte Leser stellt im Laufe seines Bücherlebens eine kleine Spezialbibliothek zusammen, in der nur Werke stehen, die ihm sehr zu Herzen gegangen sind. Jetzt habe ich ein neues Buch aufgenommen, Der Garten über dem Meer." Michael Krüger in der F.A.Z. "Mercè Rodoreda (...) liefert keine stringente, auf die Zuspitzung hin konstruierte Erzählung, sondern hält ein luftiges Gebilde aus Andeutungen, Vermutungen und Zwischentönen so lange wie möglich in der Schwebe. Das erreicht sie durch den Kunstgriff, den Leser gänzlich der Beobachterperspektive des Gärtners, seinen fragmentierten Eindrücken und unzuverlässigen Erinnerungen anzuvertrauen." Süddeutsche Zeitung "Der Garten über dem Meer ähnelt einem langen, lichtdurchfluteten Sommertag, und erzählt nebenbei vom Vergehen des Lebens. Und von seiner Verschwendung, die in der Natur des Menschen zu liegen scheint." Maike Albath, Deutschlandfunk "Der alte Gärtner, den Mercé Rodoreda zum Erzähler ihres Romans Der Garten über dem Meer macht, ist eine hinreißende Figur. ... Der Garten über dem Meer aus dem Jahr 1967 könnte man als Nebenwerk betrachten, aber das würde diesem vielschichtigen Buch kaum gerecht. Die Erinnerung, und wie das, was man erinnert, zu deuten ist, wie man mit seinen Erinnerungen haushalten und leben kann - das umspielt Mercè Rodoreda ebenso subtil wie das Verhängnis der Liebe und das Vergehen der Zeit." Ulrich Rüdenauer, taz und SWR2 "Roger Willemsen und die Übersetzerin Kirsten Brandt haben einen kleinen Schatz gehoben." Korinna Hennig, NDR Info "Ein wunderbares Buch, eine gute Übersetzung und eine wahnsinnig schöne haptische Ausstattung." Elisabeth Raabe, WDR 5 "In Der Garten über dem Meer entwirft Mercè Rodoreda ein stimmungsvolles Bild der späten 1920er-Jahre in Spanien." NDR Kultur "Der mareverlag hat in seiner wunderbaren Klassikerreihe diesen Band herausgegeben - ein wunderschönes Buch." Buchhändler Klaus Bittner, Deutschlandradio Kultur "Der Garten über dem Meer ist ein feinsinniges Panorama der spanischen Gesellschaft aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg, erzählt in der kunstvoll schlichten Sprache eines Gärtners und mit der raffinierten Perspektive 'von unten', also aus der Sicht der Dienstboten auf ihre Herrschaft." Lesart "Das ist Atmosphäre pur. Ein Inhalator. Man wird dieses Buch, ist es auch längst fertig gelesen, weiterhin aufschlagen wollen, um es einzuatmen." Peter Pisa, Kurier "Der Hamburger mareverlag hat einen Schatz gehoben, der lange Zeit unbeachtet in Katalonien schlummerte und nun endlich von Kirsten Brand ins Deutsche übertragen wurde. Der Garten über dem Meer ist ein wunderbar leichtfüßig geschriebener Roman. .... Einmal angefangen, mag man das 240 Seiten starke Buch in feinster Leinenaufmachung gar nicht mehr aus der Hand legen." Gießener Allgemeine "Perfekt komponierte Geschichte." WDR 5 Bücher "240 Seiten Sinnlichkeit." Meins "Es gibt Bücher, deren Nachhall einen nicht so rasch in den Alltag entlässt. Dieser Roman hat unter der stillen Oberfläche etwas Verstörendes, Beunruhigendes, und das macht ihn zu etwas Besonderem." Anton Thuswaldner, Die Furche "Liebevoll gestaltet vom mareverlag und mit der vertrauten Leidenschaft herausgegeben von Roger Willemsen." Martin Oehlen, Kölner Stadt-Anzeiger "Ein wunderbares Buch, eine gute Übersetzung und eine wahnsinnig schöne haptische Ausstattung." WDR 5…mehr