Australien 1872 - Hein, Christoph
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Wie ein Deutscher sein Glück fand und Fotogeschichte schrieb
Bernhard Otto Holtermann wanderte 1858 als mittelloser junger Mann von Hamburg nach Australien aus. 14 Jahre später fand er dort den größten Goldklumpen der Welt. An seinem neuen Reichtum wollte der Deutsche auch seine Wahlheimat teilhaben lassen: Er beauftragte die besten Fotografen jener Jahre damit, die Kolonie so genau wie möglich zu dokumentieren. Mit diesen Bildern zog Holtermann dann um die Welt, um für seine neue Heimat zu werben. Über 150 dieser beeindruckenden Fotos sind in diesem zweisprachigen Band erstmals veröffentlicht und für die Ewigkeit festgehalten…mehr

Produktbeschreibung
Wie ein Deutscher sein Glück fand und Fotogeschichte schrieb

Bernhard Otto Holtermann wanderte 1858 als mittelloser junger Mann von Hamburg nach Australien aus. 14 Jahre später fand er dort den größten Goldklumpen der Welt. An seinem neuen Reichtum wollte der Deutsche auch seine Wahlheimat teilhaben lassen: Er beauftragte die besten Fotografen jener Jahre damit, die Kolonie so genau wie möglich zu dokumentieren. Mit diesen Bildern zog Holtermann dann um die Welt, um für seine neue Heimat zu werben. Über 150 dieser beeindruckenden Fotos sind in diesem zweisprachigen Band erstmals veröffentlicht und für die Ewigkeit festgehalten
  • Produktdetails
  • Verlag: Emons Verlag
  • Seitenzahl: 240
  • Erscheinungstermin: 25. Juni 2020
  • Deutsch
  • Abmessung: 297mm x 270mm x 30mm
  • Gewicht: 1833g
  • ISBN-13: 9783740806330
  • ISBN-10: 3740806338
  • Artikelnr.: 57983785
Autorenporträt
Hein, ChristophChristoph Hein wurde am 8. April 1944 in Heinzendorf/Schlesien geboren. Nach Kriegsende zog die Familie nach Bad Düben bei Leipzig, wo Hein aufwuchs.Ab 1967 studierte er an der Universität Leipzig Philosophie und Logik und schloss sein Studium 1971 an der Humboldt Universität Berlin ab. Von 1974 bis 1979 arbeitete Hein als Hausautor an der Volksbühne Berlin. Der Durchbruch gelang ihm 1982/83 mit seiner Novelle "Der fremde Freund / Drachenblut".Hein wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Uwe-Johnson-Preis und Stefan-Heym-Preis.Quasthoff, ThomasFast vier Jahrzehnte lang hat Thomas Quasthoff als Sänger auf internationalen Bühnen Maßstäbe gesetzt und unzählige Menschen mit seiner Kunst erreicht und bewegt. Im Januar 2012 beendete er seine beispiellose Karriere als Sänger. Dem Gesang und der Kunst bleibt er weiter eng verbunden: unter anderem als Lehrender an der Musikhochschule "Hanns Eisler" in Berlin oder bei Meisterkursen. Darüber hinaus entdeckte er manch neue Talente an sich und steht als Rezitator, Kabarettist, Moderator und sogar als Schauspieler auf der Bühne.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 10.06.2020

Gold!

Bernhard Otto Holtermann floh vor dem Armeedienst nach Australien, fand dort sein Glück und schrieb obendrein Fotografiegeschichte.

Von Christoph Hein

Für die Reise gab es einen einfachen Grund: Bernhard Otto Holtermann, Sohn eines Hamburger "Häringshändlers", wollte der preußischen Armee entgehen. An seinem zwanzigsten Geburtstag, dem 29. April 1858, schiffte er sich nach Australien ein. Dort schlug er sich über Jahre mit Gelegenheitsjobs durch, bevor er mit Freunden in die Wildnis aufbrach, um Gold zu suchen. Was er 1872 fand, war der größte Brocken, der je gehoben wurde. Nun konnte er tun, wovon er immer geträumt hatte - neben dem Reichtum kam ihm dabei die Gabe der Selbstvermarktung und das Knüpfen von Netzwerken zupass. Eine montierte Aufnahme von sich und dem Goldnugget machte er zu seinem Markenzeichen. Darunter verkaufte er seine "lebensrettenden Tropfen", handelte mit Porzellan, mit Nähmaschinen aus Amerika und mit Wandfarbe, von der es hieß, sie kühle im australischen Sommer überhitzte Räume.

Sein Herz aber hing an der Fotografie. Mit seinem Geld engagierte er die besten Fotografen des Landes - Henry Beaufoy Merlin und Charles Bayliss -, die für ihn den Kontinent buchstäblich in ein neues Licht rücken sollten. Holtermann wollte für seine Wahlheimat werben; Australien sollte nicht länger als Sträflingskolonie wahrgenommen werden, sondern als Land der Zukunft. Die Aufnahmen zeigen Sydney, wie man es nie zuvor sah, aber auch das karge Leben der Siedler und Goldsucher in den Blue Mountains. Die Sorgen der Verlierer - und deren unbändigen Willen durchzuhalten. Daneben den Wohlstand jener, die fündig wurden.

Sein Gold wandelte Holtermann somit um in das Silber der Fotografie. Mit den Aufnahmen zog er um den Globus - er präsentierte sie auf den Weltausstellungen in Philadelphia und Paris und kassierte dafür Medaillen. Die vielleicht wichtigste Anerkennung aber bekam er aus Berlin vom Doyen der frühen Fotografie, Professor Hermann Wilhelm Vogel - und auch dort hinterließ der Auswanderer tiefe Spuren. So wie in Hamburg, wo nun ein verschollenes Album wiederauftauchte, das im neunzehnten Jahrhundert mit Holtermann um die Welt gereist war.

Bernhard Otto Holtermann wurde über Nacht reich. Seine Ideale aber verriet er nie. Er ließ sich ins Parlament seiner neuen Heimat wählen und kämpfte dort für eine noch heute modern wirkende Einwanderungspolitik. Auch finanzierte er die Brücke über den Hafen von Sydney mit. Vor allem aber war er ein Brückenbauer zwischen der alten und der neuen Welt, zwischen Europa und Australien. Holtermann war ein Einwanderer, der seiner Wahlheimat zurückgab, statt sie auszubeuten.

"Australien 1872 - Wie ein Deutscher Glück fand und Fotogeschichte schrieb". Christoph Hein, Südostasien-Korrespondent dieser Zeitung, erzählt in dem Buch die Lebensgeschichte Holtermanns und widmet sich ausführlich dessen Bedeutung für die Fotografie des Kontinents. Erschienen im Emons Verlag, Köln 2020. 240 Seiten, etwa 150 Fotografien. Gebunden, 39,95 Euro.

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