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Warum sie sich in Joonas verliebt hat, weiß Clara selbst nicht genau. Er sah gut aus, interessierte sich für sie, und mit seinem Weltbild konnte sie ihre heuchlerischen Eltern schocken. Dass er es so ernst meinte mit seiner Armee, war ihr gar nicht klar gewesen. Jetzt sitzt sie in Finnland und soll der Polizei erklären, was das für eine Gruppe ist, die mit Jagdgewehren Geschäfte überfällt und Häuser anzündet. Einen Bericht soll sie schreiben, Joonas verraten. Doch Clara muss nur Zeit gewinnen, bis Joonas sie rausholt.…mehr

Produktbeschreibung
Warum sie sich in Joonas verliebt hat, weiß Clara selbst nicht genau. Er sah gut aus, interessierte sich für sie, und mit seinem Weltbild konnte sie ihre heuchlerischen Eltern schocken. Dass er es so ernst meinte mit seiner Armee, war ihr gar nicht klar gewesen. Jetzt sitzt sie in Finnland und soll der Polizei erklären, was das für eine Gruppe ist, die mit Jagdgewehren Geschäfte überfällt und Häuser anzündet. Einen Bericht soll sie schreiben, Joonas verraten. Doch Clara muss nur Zeit gewinnen, bis Joonas sie rausholt.
  • Produktdetails
  • Verlag: Hanser
  • Best.Nr. des Verlages: 545/24937
  • Seitenzahl: 202
  • Altersempfehlung: ab 14 Jahren
  • 2015
  • Ausstattung/Bilder: 2015. 208 S. 221 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 146mm x 22mm
  • Gewicht: 396g
  • ISBN-13: 9783446249370
  • ISBN-10: 3446249370
  • Best.Nr.: 42715990
Autorenporträt
Elisabeth Zöller, geboren 1945 in Brilon, studierte Deutsch, Französisch, Kunstgeschichte und Pädagogik in Münster, München und Lausanne. Siebzehn Jahre lang war sie als Gymnasiallehrerin tätig, bevor sie sich 1987 ganz fürs Schreiben entschied. Neben Beiträgen für Zeitschriften und Anthologien hat sie einige Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht. Für ihr jahrelanges Engagement gegen Gewalt wurde sie 2007 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Elisabeth Zöller lebt mit ihrer Familie in Münster.
Rezensionen
Besprechung von 04.09.2015
Marionette an
unsichtbaren Fäden
Politkrimi: Ein deutsches Mädchen verliebt sich in
einen Finnen – der sich als Nazi entpuppt
VON ROSWITHA BUDEUS-BUDDE
Clara wird Joonas nicht verraten, auch nicht, nachdem sie festgenommen wird unter dem Verdacht, einen Brandanschlag auf das Ferienhaus der Nachbarin verübt zu haben. Artur Kekkonen, der Kommissar, der sie in Tampere verhört, durchbricht ihre Blockadehaltung mit dem Vorschlag, sie solle ihre Geschichte für ihn aufzuschreiben. So wird sie gezwungen, sich ihren Erinnerungen zu stellen, an den Anfang ihrer Liebesgeschichte mit diesem finnischen Jungen, der plötzlich in ihrer deutschen Kleinstadt auftaucht. Er fällt auf, gut gekleidet, Sohn einer finnischen Ministerin, ernsthaft und mit festen Vorstellungen über sein Leben, wo ihres gerade an den Eheschwierigkeiten der Eltern zu zerbrechen droht.
  Eine wunderbare Liebe, oft erzählt? Allmählich entwickelt sich der Jugendroman F.E.A.R. von Elisabeth Zöller zu einem Politkrimi. Clara wird süchtig nach Joonas’ Nähe, seinen Zärtlichkeiten, akzeptiert dafür, wenn auch zuerst irritiert und verwirrt, seine politischen Vorstellungen, ist fasziniert von seiner Stärke und der Sicherheit seines Weltbildes. Sein Ziel ist es, die europäische Kultur mithilfe der modernen Klontechnik zu retten und eine zweite Finnische Armee zu gründen. Er zeigt Clara alte Fotos von Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg, Mitglieder der ersten Finnischen Armee, die im Lockstedter Lager in der Nähe von Itzehoe 1915 für den Freiheitskampf gegen Russland ausgebildet wurden. „Diese Männer sind unsere Zukunft. Sie werden uns helfen, Europa zu schützen, nach außen und nach innen. Sie hatten eine wertvolle DNA, sie waren weiße Europäer in Reinkultur, noch nicht vermischt mit dem Erbgut außereuropäischer Völker.“
  Zum bekannten Arsenal dieser menschenverachtenden Nazi-Ideologie zählt Gewalt, die in den Augen des Jungen durch die Ziele gerechtfertigt ist. Andersdenkende, Flüchtlinge, Farbige sind zu vertreiben und zu vernichten. Und während Clara ihre Erinnerungen weiterschreibt, von der heimlichen Ausreise nach Finnland, dem Aufbau einer Begegnungsstätte für Sympathisanten, die auch bald – gekleidet wie erfolgreiche Banker – erscheinen, arbeitet Joonas, der untergetaucht ist, weiter an seinem Vernichtungsplan gegen Flüchtlingsheime. Und der Kommissar, der an Vorbilder in nordischen Krimis erinnert, versucht die Gefahr, die er ahnt, zu verhindern.
  Diese fiktionale Erzählung zeichnet sich aus durch eine bedrohliche Aktualität im realen politischen Leben. Elisabeth Zöller bietet keine Lösungen an, verstört gerade durch die Normalität, mit der sie die Charaktere beschreibt. So sieht sie Clara im Bann einer verwirrenden Liebe, lässt die Frage offen, warum sie ihre humanen Ideale dafür aufgibt. Und fordert zum Diskurs auf, der gerade Jugendliche sensibel machen soll für die Sprüche rechter Ideologien und vermeintlich einfacher Lösungen politischer Probleme. Zwar erkennt Clara Joonas’ wahres Gesicht, als er ihr öffentlich die Schuld an dem Brand zuschiebt, doch es wird nicht aufgeklärt, wer die „ehrbaren“ Bürger, die Hintermänner sind.
  Noch heute treffen sich im „Lockstedter Lager“ patriotische Finnen. Während Neonazis ihr Netz inzwischen über ganz Europa ausgebreitet haben. „Selbst ein Einzeltäter handelt nicht allein. Es scheint nur so, weil er wie eine Marionette an unsichtbaren Fäden geführt wird. Im Augenblick der Tat werden diese Fäden gekappt. Die Strippenzieher verschwinden in einem verschleiernden Nebel und von den Fäden findet man bestenfalls nur noch lose Enden. “ (ab 13 Jahre und Erwachsene)
Elisabeth Zöller: F.E.A.R. Hanser 2015. 203 Seiten, 16,90 Euro.
Illustration aus Till Penzek, Julia Neuhaus: Die Affenagentur. Hinstorff 2015. 20 Seiten, 14,99 Euro.
Wer möchte nicht ab und zu jemand anderes sein? Sogar die Tiere im Zoo sehnen sich nach einer neuen Identität. Und so eröffnet der
kleine Affe eine Agentur, in der jeder nach seinen Wünschen in ein fremdes Tierleben schlüpfen kann. So wird aus dem Elefanten ein Flamingo, die Chamäleons hüpfen wie Kängurus. Kann das auf Dauer gut gehen? Davon erzählen die heiter bunten Collagen in „Die Affenagentur“, sie mixen Verrücktes mit ein bisschen Weisheit. 

BUD
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"Der Jugendroman entwickelt sich zu einem Politkrimi. ... Diese Erzählung zeichnet sich aus durch eine bedrohliche Aktualität im realen politischen Leben. " Roswitha Budeus-Budde, Süddeutsche Zeitung, 03.09.15 "Dass und warum der bürgerlich getarnte Rechtsradikalismus eine Gefahr für die Demokratien ist, zeigt Elisabeth Zöller in ihrem spannenden Psychothriller F.E.A.R. ... Zöllers Roman ist nicht nur gelungen, weil die politischen Zusammenhänge gut recherchiert sind. Er funktioniert auch als sprachlich überzeugend gestalteter Roman. ... Lesenswert nicht nur für Politikinteressierte!" Thomas Unglaube, Eselsohr, September 2015 "Zöllers Bücher handeln von jungen Menschen, die voller Wut und Hass sind, von jungen Männern, die zu viel trinken, von Mädchen während des Ersten Weltkriegs oder von den Edelweißpiraten, die sich gegen die Nationalsozialisten aufbäumten. Die Figuren und die Lebensumstände unterscheiden sich, doch meist geht es darum, wie Jugendliche nach einer Gruppe oder Ideologie suchen, nach Klarheit. ... Stringent und in einer Sprache, die fern ist von jeglichem aufgesetzten Jugendjargon. Zöllers aktueller Roman ist spannend, anrührend - doch einfache Antworten oder gar Lösungen gibt es nicht." Martina Sulner, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 14.12.15