Auf ein Wort, Herr Böhmer (Mängelexemplar) - Böhmer, Wolfgang; Zimmermann, Monika
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Wolfgang Böhmer wollte partout kein Buch über sein Leben schreiben. Der Arzt und ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt ist auch nicht gerade bekannt dafür, dass er viel von sich persönlich preisgibt. Trotzdem ist es der Journalistin Monika Zimmermann in langen Gesprächen gelungen, ihn zum Reden zu bringen: über seine Kindheit auf dem Bauernhof der Eltern, die Arbeit als Arzt und den ungeplanten Einstieg in die Politik nach der Wende. Dabei ist der Achtzigjährige gewohnt mutig im Urteil und gewährt überraschend offen Einblicke in den Politikbetrieb, in seine Gefühlswelt und die Mühsal…mehr

Produktbeschreibung
Wolfgang Böhmer wollte partout kein Buch über sein Leben schreiben. Der Arzt und ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt ist auch nicht gerade bekannt dafür, dass er viel von sich persönlich preisgibt. Trotzdem ist es der Journalistin Monika Zimmermann in langen Gesprächen gelungen, ihn zum Reden zu bringen: über seine Kindheit auf dem Bauernhof der Eltern, die Arbeit als Arzt und den ungeplanten Einstieg in die Politik nach der Wende. Dabei ist der Achtzigjährige gewohnt mutig im Urteil und gewährt überraschend offen Einblicke in den Politikbetrieb, in seine Gefühlswelt und die Mühsal des Älterwerdens.
Herausgekommen ist ein Buch über ein außergewöhnliches Leben in drei Deutschlands: im Nationalsozialismus, im Sozialismus der DDR, im wiedervereinten Deutschland, der heutigen Bundesrepublik - und nicht zuletzt eine kleine Geschichtslektion über das neu geschaffene Bundesland Sachsen-Anhalt.
  • Produktdetails
  • Verlag: Mitteldeutscher Verlag
  • Seitenzahl: 184
  • Erscheinungstermin: 15. Januar 2016
  • Deutsch
  • Abmessung: 202mm x 130mm x 9mm
  • Gewicht: 277g
  • ISBN-13: 9783954626403
  • ISBN-10: 3954626403
  • Artikelnr.: 49849528
Autorenporträt
Die Interviewpartner Prof. Dr. Wolfgang Böhmer wurde am 27. Januar 1936 in Dürrhennersdorf in der Oberlausitz geboren. Er ist evangelisch, verwitwet, hat einen Sohn und ist seit 2005 wieder verheiratet. Dem Medizinstudium in Leipzig folgte von 1960 bis 1973 die Arbeit als Frauenarzt im staatlichen Krankenhaus in Görlitz. 1974 wechselte er als Chefarzt an das PaulGerhardtStift in Wittenberg und wurde 1983 an der Universität Halle habilitiert. Nach der friedlichen Revolution wechselte er in die Politik, wurde 1990 in den Landtag von SachsenAnhalt gewählt, trat in die CDU ein, war Finanzminister, Sozialminister, Fraktions und Parteivorsitzender, bis er 2002 zum Ministerpräsidenten des Landes SachsenAnhalt gewählt wurde. 2006 folgte eine zweite Amtszeit, die 2011 endete. Seitdem ist er Ruheständler und lebt in Wittenberg. Dr. Monika Zimmermann wurde 1949 in Diepholz in Niedersachsen geboren. Die Schulzeit verbrachte sie in Bremen. Dem Studium der Geschichte und Kunstgeschichte in Göttingen folgte 1976 die Promotion in Hamburg. 1987 ging sie als DDRKorrespondentin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nach OstBerlin. Nach der Wende wurde sie Chefredakteurin verschiedener Zeitungen in Ost wie in West, zuletzt bei der »Mitteldeutschen Zeitung« in Halle. Im April 2006 wurde sie Regierungssprecherin des Landes SachsenAnhalt. 2011 wechselte sie in die Staatskanzlei des Freistaates Sachsen nach Dresden. Seit 2015 lebt die Journalistin wieder in Berlin.
Rezensionen
Cornelius Pollmer findet, es lohnt sich, Monika Zimmermanns Gespräche mit ihrem Ex-Chef, dem ehemaligen Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Wolfgang Böhmer, anzuhören. Interessant an dem Interview-Band scheint Pollmer etwa, dass der Befragte hier sowohl Privates als auch Dienstliches Revue passieren lässt und in seiner Härte gegen sich selbst, wie ein Helmut Schmidt des Ostens rüberkommt. Dass sich in Böhmers Geschichte Landesgeschichte spiegelt, erkennt der Rezensent ebenfalls, wenn Böhmer über die Wiedervereinigung spricht. Das leicht Nostalgische im Ton, überhört Pollmer einfach. Immerhin tönt Böhmer nicht selbstmitleidig, versichert er.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 23.05.2016
Im Dienste
Ihrer Seniorität
Monika Zimmermann und
das Leben Wolfgang Böhmers
Wolfgang Böhmer wurde 1936 im randsächsischen Dürrhennersdorf geboren, er kommt aus einem Land vor unserer Zeit und einer Zeit vor unserer Zeit. Wolfgang Böhmer war neun Jahre lang der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, daran erinnert sich Sachsen-Anhalt und daran erinnern sich ein paar politisch Interessierte, aber sonst? Wolfgang Böhmer war eine politöffentliche Person, als auch Käuze und Knochen es in der Politik nach oben schaffen konnten, als feel good und Oberfläche noch nicht dominierten. Von diesem Wolfgang Böhmer gibt es seit einer Weile einen Interviewband. Erstellt worden ist er von der Journalistin und Pressesprecherin Monika Zimmermann, die im tapferen Mitteldeutschen Verlag nun auch die Erinnerungen an ihr Berufsleben vorgelegt hat.
  Ein Ex-Ministerpräsident spricht mit seiner Ex-Sprecherin über verschiedene Ehemalige und Ehemaligkeiten. Das darf einem gerne komplett egal sein – die Menschen und ihr Interesse sind da ja gnadenlos: „ehemalig“, das klingt nach abgelaufenem MHD auf dem Joghurtbecher. Wenn es einem aber nicht egal ist, dann erlebt man gerade in dem Interviewband Interessantes. Das beginnt bei der fragenden Zimmermann, die in ewiger Diensttreue noch immer einen, ihren Chef befragt, respektvoll und nur leicht versteckt erinnerungsselig, zuweilen bewundernd gar. Böhmer selbst erlebt man als Emeritus, der es sich nicht mehr streng verbietet, private Gedanken und privates Leben zu erzählen. Der einerseits so nüchtern und hart auch gegen sich selbst wirkt wie eine Kleinausgabe Helmut Schmidts für den Osten Deutschlands. Der andererseits aber auch Schwächen und Härten des Alters erkennen lässt und nicht zu verbergen versucht.
  Lebenszeugnisse von Politikern sind immer ein Spiegel der von ihnen durchlebten Geschichte. Böhmer spricht über die Legitimation von Schwangerschaftsabbrüchen in der DDR, er spricht über die kleinen Erfolge des Ostens nach der Wiedervereinigung und über sein eigenes Zurechtfinden im neuen Deutschland. Manchmal rutscht er dabei in den Opa-erzählt-vom-Krieg-Modus. Häufiger erweist es sich als bereichernd, wenn die lange verschlossene öffentliche Person sich private Urteile erlaubt. Andeutungsweise geschieht dies in der Beschreibung des Nicht-Verhältnisses zu Nachfolger Reiner Haseloff. Deutlicher wird es, wenn Böhmer über die Ostdeutschen en gros spricht. Er deutet den im Osten stärkeren Wohlstandsneid, in der DDR habe es schließlich keine sozialen Unterschiede geben dürfen. Das Bedauern der Ostdeutschen, nicht hinreichend gewürdigt zu werden, kann Böhmer hingegen nicht nachvollziehen: „Das halte ich für eine Art von Selbstmitleid, das nicht gerechtfertigt ist.“ Auch weil sich Böhmer dieses Selbstmitleid verwehrt, lohnt es, ihm zuzuhören.
CORNELIUS POLLMER
  
Monika Zimmermann:
„Auf ein Wort, Herr Böhmer“. Mitteldeutscher Verlag Halle (Saale) 2016. 160 Seiten, 9,95 Euro.
Und: Unter lauter Leuten. Mitteldeutscher Verlag Halle (Saale) 2016. 240 Seiten, 14,95 Euro.
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Cornelius Pollmer findet, es lohnt sich, Monika Zimmermanns Gespräche mit ihrem Ex-Chef, dem ehemaligen Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Wolfgang Böhmer, anzuhören. Interessant an dem Interview-Band scheint Pollmer etwa, dass der Befragte hier sowohl Privates als auch Dienstliches Revue passieren lässt und in seiner Härte gegen sich selbst, wie ein Helmut Schmidt des Ostens rüberkommt. Dass sich in Böhmers Geschichte Landesgeschichte spiegelt, erkennt der Rezensent ebenfalls, wenn Böhmer über die Wiedervereinigung spricht. Das leicht Nostalgische im Ton, überhört Pollmer einfach. Immerhin tönt Böhmer nicht selbstmitleidig, versichert er.

© Perlentaucher Medien GmbH