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Die Zuwanderungspolitik der letzten Jahrzehnte ist eine Politik des gebremsten Erfolges. Immer weniger Migranten stehen dem Arbeitsmarkt aktiv zur Verfügung. Falsche Arbeitsmarktanreize spielen dabei eine wichtige Rolle. Eine kritische Bilanz von Erfolgen und Misserfolgen der Arbeitsmarktintegration von Zuwanderern ist notwendig, um Kurskorrekturen vornehmen zu können. Praktisches Handeln erfordert Kenntnisse über Wirkungsbedingungen politischer Maßnahmen. Diese Kenntnisse vermittelt das vorliegende Buch in Form eines Vergleichs der ökonomischen Integration von Migranten in Dänemark und…mehr

Produktbeschreibung
Die Zuwanderungspolitik der letzten Jahrzehnte ist eine Politik des gebremsten Erfolges. Immer weniger Migranten stehen dem Arbeitsmarkt aktiv zur Verfügung. Falsche Arbeitsmarktanreize spielen dabei eine wichtige Rolle. Eine kritische Bilanz von Erfolgen und Misserfolgen der Arbeitsmarktintegration von Zuwanderern ist notwendig, um Kurskorrekturen vornehmen zu können. Praktisches Handeln erfordert Kenntnisse über Wirkungsbedingungen politischer Maßnahmen. Diese Kenntnisse vermittelt das vorliegende Buch in Form eines Vergleichs der ökonomischen Integration von Migranten in Dänemark und Deutschland. Auf Basis eigener Datenerhebungen werden das Bildungs- und Ausbildungsverhalten, wichtige Beschäftigungstrends und die Selbständigkeit von Zuwanderern sowie die Auswirkungen der sozialen Sicherungssysteme auf die Arbeitsmarktpartizipation untersucht. Darüber hinaus unterzieht der Band das neue deutsche Zuwanderungsgesetz einer kritischen Würdigung.
  • Produktdetails
  • Verlag: Springer, Berlin
  • Erscheinungstermin: 28. September 2004
  • Deutsch
  • Abmessung: 241mm x 161mm x 24mm
  • Gewicht: 630g
  • ISBN-13: 9783540231790
  • ISBN-10: 354023179X
  • Artikelnr.: 13115725
Autorenporträt
Prof. Dr. Klaus F. Zimmermann ist Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) und zugleich Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).
Inhaltsangabe
Zukunftsaufgabe Migrations- und Integrationspolitik: Lernen vom Ländervergleich.- Die Einwanderungssituation in Deutschland und Dänemark.- Bildung und Ausbildung - Erfolge von Zuwanderern beim Humankapitalerwerb?.- Beschäftigung und Einkommen - Gelingt die Integration der Zuwanderer in den Arbeitsmarkt?.- Selbständigkeit: Vorteile für Einwanderer in Deutschland?.- Sozio-ökonomische Bilanz der Zuwanderung.- Das deutsche Zuwanderungsgesetz - Aufbruch zu neuen Ufern?.- Lektionen für die Zukunft.
Rezensionen
Besprechung von 04.10.2004
Von Hartz IV bis zum Arbeitsmarkt der Zukunft
Zur Frankfurter Buchmesse - Ein Überblick über Bücher zum Dauerthema Arbeitsmarkt

Mit einer solchen Reaktion hat der VW-Vorstand Peter Hartz vermutlich nicht gerechnet, als er der Reformkommission für den Arbeitsmarkt der Bundesregierung seinen Namen gab. Selten fiel der Protest gegen eine Neuordnung in Deutschland so heftig aus, selten kursierten darüber so viele unzutreffende Informationen. Die mit seinem Namen verbundenen Arbeitsmarktreformen gehören zu den umstrittensten Themen des Jahres. Die Beunruhigung der Betroffenen ist groß, das Informationsbedürfnis insgesamt ungestillt. Darauf haben jetzt auch die Buchverlage reagiert. Während Werke zur Arbeitsmarktpolitik oder Arbeitslosigkeit in der Vergangenheit Mangelware gewesen sind, wird der Markt jetzt mit einschlägigen Titeln buchstäblich überschwemmt.

So viele Facetten das Thema Arbeitsmarkt aufweist, so vielschichtig präsentiert sich das Bücherangebot. Es reicht von praktischen Ratgebern für Arbeitsuchende über juristische Fachliteratur bis zu ökonomischen Werken zu den Folgen der Hartz-Reformen, zur Zuwanderungsdebatte und der Frage, wie Arbeitskräfte in Zukunft beschäftigt sein werden.

Sehr schnell auf die erst vor kurzem verabschiedete Hartz-IV-Reform hat beispielsweise der Mole-Verlag in Hamburg reagiert mit seinem von Juristen verfaßten Ratgeber "Hartz IV Arbeitslosengeld II Sozialgeld - Ihre Rechte". Dort finden sich Antworten auf Fragen wie "wer ist betroffen", "was sind die ersten Schritte" zur Leistung bis hin zu Informationen zum Rechtsbehelf. Das Buch ist verständlich und praxisnah für Betroffene geschrieben und bietet neben Beispielrechnungen auch einige Warnhinweise vor möglichen Fallstricken (Funda Soysever et al.: Hartz IV Arbeitslosengeld II Sozialgeld - Ihre Rechte. Mole-Verlag, Hamburg 2004, 146 Seiten, 9,90 Euro). Auch der mittlerweile schon beinahe zum Klassiker gewordene Arbeitslosenratgeber "111 Tips für Arbeitslose" hat eine neue Auflage zum Arbeitslosengeld II mit ebenfalls praktischen Tricks erhalten (111 Tipps zu Arbeitslosengeld II und Sozialgeld. Bund-Verlag, Frankfurt 2004, 144 Seiten, 9,90 Euro). Ebenso titelt der Haufe-Verlag kurz und prägnant "Hartz IV und Arbeitslosengeld II" und offeriert einen Taschenratgeber für die Betroffenen (Hartz IV und Arbeitslosengeld II. Haufe Verlag, Freiburg 2004, 128 Seiten, 6,60 Euro).

Ein nahezu unüberschaubares Feld bietet sich für Autoren juristischer Fachbücher nach den Reformen in diesem Jahr. Eine Zusammenschau der neuen Regelungen liefert beispielsweise das vor allem für Juristen und Arbeitsmarktfachleute geeignete Buch zweier Rechtsanwälte: "Gesetz zu Reformen am Arbeitsmarkt und ,Hartz-Gesetze'". Es enthält eine Synopse der bisherigen und der neuen Rechtslage sowie Materialien aus dem Gesetzgebungsverfahren wie den Gesetzentwurf, den Änderungsantrag und die Protokolle der Anhörungen der Sachverständigen. Dies ist ein gutes Nachschlagewerk für alle, die es genau wissen wollen. Besonderes Augenmerk richten die Autoren auf das Kündigungsrecht und die jüngsten Lockerungen des Kündigungsschutzes, außerdem befassen sie sich mit den Neuerungen im Arbeitsförderungsrecht und im Befristungs- und Arbeitszeitrecht (Jobst-Hubertus Bauer/Steffen Krieger: Kündigungsrecht Reformen 2004. Verlag Dr. Otto Schmidt, Köln 2004, 336 Seiten, 39,80 Euro).

Der Frage, wie es um den deutschen Arbeitsmarkt aus ökonomischer Sicht bestellt ist und welche Wirkungen von den bisherigen Reformschritten zu erwarten sind, hat zahlreiche Wirtschaftswissenschaftler zu Büchern inspiriert. So hat beispielsweise die Bertelsmann-Stiftung einen Vergleich des Wirtschafts- und Sozialstandorts Deutschland mit anderen Ländern angestellt. Er bietet auch dem Laien einen guten Überblick über die gegenwärtige Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Zahlreiche Graphiken samt Datenmaterial machen daraus ein nützliches Nachschlagewerk. Für die Politik hält das Buch nicht ganz überraschend eine ernüchternde Botschaft bereit: Deutschland hinkt immer noch hinter vergleichbaren Ländern hinterher. Die großen Verlierer sind die älteren Arbeitnehmer und die geringqualifizierten Menschen. Die Hartz-Reformen können dabei freilich noch keine große Rolle gespielt haben (Werner Eichhorst/Eric Thode/Frank Winter: Benchmarking Deutschland 2004 - Arbeitsmarkt und Beschäftigung. Springer, Heidelberg 2004, 370 Seiten, 49,95 Euro).

Dagegen legt das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) ein Konzept vor, mit dessen Hilfe es möglich werden soll, die Hartz-Gesetze auf ihre mittel- und langfristigen Wirkungen hin zu untersuchen. Dabei geht es mehr um das "Wie" als um Ergebnisse. Das Buch wendet sich an Fachleute, die sich auch von komplizierten mathematischen Gleichungen nicht abschrecken lassen. Für den ökonomisch wenig bewanderten oder interessierten Leser ist das eine vergleichsweise schwere Kost (Michael Fertig/Jochen Kluve/Christoph Schmidt/Helmut Apel/Werner Friedrich/Helmut Hägele: Die Hartz-Gesetze zur Arbeitsmarktpolitik. Verlag Duncker & Humblot, Berlin 2004, 320 Seiten, 79,80 Euro).

Von der Hartz-Debatte weg führt der österreichische Wissenschaftler Friedrich Schneider, der sich in einem neuen Buch eingehend mit der Schattenwirtschaft befaßt. Ist die Schwarzarbeit für die hohe Arbeitslosigkeit, die Defizite der Sozialversicherungen oder gar das Staatsdefizit verantwortlich? Trotzen Schwarzarbeiter der Bevormundung des Staates? Verdanken wir der Schattenwirtschaft einen Teil unseres Wohlstandes? Schneider führt aus, daß die Politik trotz ihrer ständigen Bekundungen wenig Interesse an einer wirksamen Bekämpfung der Schwarzarbeit hat. Schärfere Kontrollen sind aus seiner Sicht wirkungslos, vielmehr müßten die Steuern gesenkt werden, der Arbeitsmarkt müsse flexibilisiert werden, Nebenbeschäftigungen sollten attraktiver werden. Schneider, der an der Universität Linz lehrt und als einer der wenigen Fachleute für dieses Gebiet gilt, hat die Entwicklung der Schwarzarbeit in 110 Ländern untersucht (Friedrich Schneider: Arbeit im Schatten - Wo Deutschlands Wirtschaft wirklich wächst. Verlag Gabler, Wiesbaden 2004, 136 Seiten, 29,90 Euro).

Mit der Kehrseite der Arbeitslosigkeit - dem Mangel an Arbeitskräften und der damit verbundenen Notwendigkeit an Zuwanderung - befaßt sich der Chef des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), Klaus Zimmermann, in einem neuen Buch, das erst in Kürze auf den Markt kommt. Darin vergleicht er die Integration der Einwanderer in Deutschland mit der in Dänemark - dem Vorzeigeland in vielen Aspekten der Arbeitsmarktpolitik, das mit Blick auf das Zuwanderungsrecht große Ähnlichkeiten zu Deutschland aufweist. Es werden der Ausbildungsstand, die berufliche Situation, die Einkommen und das Unternehmertum unter den Einwanderern untersucht. Außerdem ziehen Zimmermann und sein Mitautor Holger Hinte eine Bilanz der Steuerzahlungen, der Sozialabgaben und der Transferbezüge der Zuwanderer. Das Buch basiert auf einem Forschungsprojekt der Rockwool Foundation Research Unit in Kopenhagen und des IZA. Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, daß die bereits im Land lebenden Migranten unzureichend in den Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft integriert sind. Dies führen sie unter anderem auf die komplizierten rechtlichen Regelungen, auf das Fehlen eines Niedriglohnsektors und auf die Hürden für selbständige Tätigkeiten zurück. Dem Vergleich sollen künftig auch Gegenüberstellungen Deutschlands mit anderen Ländern folgen (Klaus Zimmermann/Holger Hinte: Zuwanderung und Arbeitsmarkt - Deutschland und Dänemark im Vergleich. Verlag Springer, Berlin 2005, 322 Seiten, 39,95 Euro).

Einen Ausflug in die Zukunft unternimmt der amerikanische Organisationstheoretiker Thomas Malone, der an der MIT Sloan School of Management lehrt. Er entwirft ein Bild der Arbeit der Zukunft und des Unternehmens der Zukunft. Dieses ist durch große Freiheit und Unabhängigkeit der Arbeitnehmer gekennzeichnet. Der technische Fortschritt und die abnehmenden Kosten der Kommunikation machen es möglich: An die Stelle eines Unternehmens nach bisherigem Verständnis tritt ein Netz von freischaffenden und weitgehend selbstbestimmten Arbeitskräften, die über die gesamte Welt verstreut und auf elektronischem Wege miteinander verbunden zusammenarbeiten. Malone befaßt sich mit der Frage, wie in dieser Organisation Entscheidungsprozesse ablaufen, wie Mitarbeiter die notwendigen Fähigkeiten erlernen, wie Arbeitsabläufe koordiniert werden. Verschiedene Organisationsformen von starren Hierarchien zu lockeren Beziehungsnetzen werden durchdekliniert ebenso wie die unterschiedlichen Entscheidungsprozesse von strikten Anweisungen zu demokratischer Mitbestimmung. Am Ende steht ein großes Ziel. Malone hält es für möglich, auf diesem Wege "das Beste zweier Welten zu vereinen": die Synergievorteile großer Organisationen und die Freiheit, Flexibilität und hohe Motivation der Mitarbeiter in kleinen Unternehmen (Thomas Malone: The Future of Work. Harvard Business School Press, Boston 2004, 29,95 Dollar).

CLAUDIA BRÖLL

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Wie viel Zuwanderung braucht Deutschland? Klaus Zimmermann, Chef des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) und Co-Autor Holger Hinte vergleichen in "Zuwanderung und Arbeitsmarkt" die Arbeitsmarktsituation der Bundesrepublik und Dänemarks im Hinblick auf die Migrationsproblematik. Genau werden, so Claudia Bröll, Ausbildungsstand, berufliche Situation, Einkommen und Unternehmertum der Einwanderer beleuchtet. Hervor ging die Studie aus einem Projekt des IZA und der Kopenhagener Rockwool Foundation Research Unit. Das Fazit der Forscher: Weder in die Gesellschaft noch in den Arbeitsmarkt sind hierzulande die Zuwanderer integriert. Die Gründe dafür sehen die Autoren in den diffizilen rechtlichen Regelungen, im Fehlen eines Niedriglohnsektors und in Hürden für selbständige Tätigkeiten.

© Perlentaucher Medien GmbH