The Day After Tomorrow
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Technische Angaben: Bildformat: Widescreen 16:9 2,35:1; Sprachen: Deutsch (5.1 DTS), Deutsch (5.1 Dolby Digital), Englisch (5.1Dolby Digital); Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, Deutsch für Hörgeschädigte; Ländercode: 2
Wenn es um Welt umspannende Katastrophen geht, gibt es einfach keinen Besseren als Roland Emmerich. Sieben Jahre, nachdem Deutschlands Antwort auf Steven Spielberg im Zuge der erfolgreichsten Alien-Invasion der Kinogeschichte Wahrzeichen Amerikas platt wie einen Parkplatz machte, als sei es die leichteste aller filmischen Übungen, kriegt "Independence Day" vom eigenen…mehr

Produktbeschreibung
Technische Angaben:
Bildformat: Widescreen 16:9 2,35:1; Sprachen: Deutsch (5.1 DTS), Deutsch (5.1 Dolby Digital), Englisch (5.1Dolby Digital); Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, Deutsch für Hörgeschädigte; Ländercode: 2
Wenn es um Welt umspannende Katastrophen geht, gibt es einfach keinen Besseren als Roland Emmerich. Sieben Jahre, nachdem Deutschlands Antwort auf Steven Spielberg im Zuge der erfolgreichsten Alien-Invasion der Kinogeschichte Wahrzeichen Amerikas platt wie einen Parkplatz machte, als sei es die leichteste aller filmischen Übungen, kriegt "Independence Day" vom eigenen Schöpfer Konkurrenz.

Mit dem feinen Unterschied, dass die Katastrophe in "The Day After Tomorrow" nicht extraterrestrischer, sondern hausgemachter Natur ist: Eben jene ist es nämlich, die verrückt spielt in diesem unfassbaren Spektakel, das "Twister" aussehen lässt wie einen Sturm im Wasserglas.

Mutter Natur sorgt dafür, dass gleich mehrere Hurricanes durch Los Angeles wüten, dass eine gewaltige Flutwelle New York City zum größten Aquarium der Welt macht und eine neue Eiszeit die nördliche Hälfte der USA in einen Kühlschrank verwandelt.

Aber Roland Emmerich wäre nicht Roland Emmerich, wenn er es beim bloßen Spektakel beließe. Man muss nicht erst mit dem Pickel Eisschichten abtragen, um auf die vielleicht herzerwärmenste Geschichte seiner Karriere zu stoßen.

Im Mittelpunkt der 125-Mio.-Dollar-Produktion steht nämlich nicht ungeheuer viel schlechtes Wetter: Vielmehr erzählt Emmerich von dem Klimatologen Jack Hall, gespielt von dem einmal mehr hervorragenden Dennis Quaid, der nicht nur eine Lösung finden muss, wie sich die Natur wieder versöhnlich stimmen lässt, sondern auch den beschwerlichen Treck von Washington in das Gefrierfach New York antritt, um seinen dort von der Außenwelt abgeschnittenen Sohn Sam (Jake Gyllenhaal aus dem Kulthit "Donnie Darko") zu retten.

Ein Heldenepos von ungeheuerlichen Ausmaßen erwartet den Zuschauer also, das einen ernsten Kern hat. Denn das Problem der globalen Erwärmung lässt sich nicht so leicht hinwegfegen wie das Hollywood-Zeichen, mit dessen Zerstörung Emmerich die Mutter aller Katastrophenfilme einleitet.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Bonusmaterial

Audiokommentar, Spiel, Entfallene Szenen, Trailer
  • Produktdetails
  • EAN: 4010232037589
  • Best.Nr.: 23280671
  • Artikeltyp: Film
  • Anzahl: 1
  • Datenträger: BLRAY
  • Erscheinungstermin: 3. Dezember 2007
  • Hersteller: Fox
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch
  • Untertitel: Deutsch, Französisch, Niederländisch, Englisch
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 1:2, 35/16:9
  • Tonformat: dts
  • Gesamtlaufzeit: 124 Min.
Rezensionen
Roland Emmerich ("Independence Day") klotzt in seiner testosteronschwangeren 100-Millionen-Dollar-Apokalypse mit spektakulären CGI-Aufnahmen und Special Effects, die dem Klima-Grauen eine beklemmende Unmittelbarkeit verleihen und in dieser Perfektion bislang einzigartig sind. Demgegenüber müssen sich seine Darsteller, darunter Dennis Quaid und Shooting-Star Jake Gyllenhaal ("Donnie Darko") mit hölzernen Dialogen und einem recht simplen Plot herumschlagen. Die Chartspitze dürfte dennoch kein Problem sein.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Besprechung von 23.05.2004
Es ist die Globalisierung, Dummkopf!
Der Film, den die amerikanische Regierung fürchtet: Roland Emmerichs Klimakatastrophenszenario "The Day After Tomorrow"

Der Mann, vor dessen Vision sich die amerikanische Regierung fürchtet, sitzt gelassen in einem tiefen Sessel mit diskretem Blumenmuster. Er trägt graue, verwaschene Jeans, die er unten umgekrempelt hat, braune Halbschuhe und ein gestreiftes Hemd mit einem kleinen roten Reiter auf der linken Brust. Er sieht nicht so aus, als habe er Außerirdische das Weiße Haus zerstören oder Godzilla New York verwüsten lassen. Er hat noch nicht einmal einen amerikanischen Paß.

"Vielleicht sollte ich gerade jetzt Amerikaner werden, wo man meine politische Botschaft diskutiert", sagt Roland Emmerich, der 48jährige Schwabe, der seit vierzehn Jahren in Los Angeles lebt. Emmerich läßt die Katastrophe von übermorgen über das Amerika von heute hereinbrechen. Die Polkappen schmelzen, der Golfstrom fließt nicht mehr, Schneeflocken tanzen über Neu-Delhi, Hagelkörner, so groß wie Grapefruits, fallen auf Tokio, Tornados zerstören Los Angeles, ein Tsunami treibt eine Flutwelle auf New York zu, dann kommt eine Blitzeiszeit über die Stadt - alles Folgen der Erderwärmung. "The Day After Tomorrow" sieht aus, wie ein Klimakatastrophenfilm aussehen muß, der 125 Millionen Dollar gekostet hat. Aber er ist zugleich das erste "summer popcorn movie" überhaupt, das zum Wahlkampfthema wird und das Weiße Haus nervös macht.

Die Regierung, die ja bekanntlich das Protokoll von Kyoto nicht unterzeichnen mochte, hat den von ihr unterstützten Forschungseinrichtungen untersagt, sich zu dem Film und überhaupt zum Thema "global warming" zu äußern. Industrielobbyisten fürchten, der Film könnte einer von den Demokraten geförderten Kongreßeingabe zum Erfolg verhelfen, welche die Industrie zwingen soll, den Kohlendioxydausstoß zu reduzieren. Umweltanwälte wurden zur Premiere aus- und wieder eingeladen. Al Gore hat sich den Film angesehen und erklärt: "Wir haben es mit zwei Arten von Fiktionen zu tun: Mit dem Film und mit den Äußerungen der Bush-Regierung zum Problem der Erderwärmung." Er empfahl dringend, ins Kino zu gehen, und kündigte eine Flugblattaktion zum Start an. Der schadet es bestimmt nicht, daß der nachdenkliche Präsident im Film von ferne Gore ähnelt und der bornierte Vizepräsident jeden Dick-Cheney-Ähnlichkeitswettbewerb gewinnen würde. "Bei Cheney, das war Absicht", sagt Roland Emmerich, "bei dem Präsidentendarsteller hat es sich einfach so ergeben."

Die amerikanischen Medien sprechen inzwischen von einem "political firestorm", den Emmerichs Eiszeit-Szenario schon vor dem weltweiten Kinostart am 27. und 28. Mai entfacht habe - Eiszeit und Feuersturm liegen im Reich der Spezialeffekte nun mal nah beieinander. Und Emmerichs Film erscheint fast gefährlicher als Michael Moores jüngste Schrotladung "Fahrenheit 9/11", die vergangene Woche in Cannes stehende Ovationen erhielt. Denn Emmerich ist ein etablierter Regisseur für große Budgets, und sein Film ist der Sommerblockbuster eines Studios, das zum Imperium des Bush-Freundes Rupert Murdoch gehört. "Murdoch hat den Film gesehen und mochte ihn", sagt Emmerich lachend.

Die Twentieth Century Fox ist dennoch nicht so glücklich über die doppelte Agenda des Regisseurs, der von Anfang an das Spektakel und das politische Statement wollte. Emmerich erwarb die Rechte an dem Sachbuch "The Coming Global Superstorm", er bezahlte einen Autor, um mit ihm das Drehbuch zu schreiben. "Ich wußte, daß alle einen neuen ,Independence Day' von mir wollten, also habe ich das Projekt so verkauft und eine subversive Botschaft eingeschmuggelt." Über seinen Agenten ließ er das fertige Drehbuch gleichzeitig in alle Studios liefern. "An einem Mittwoch um zwölf Uhr", sagt er, "damit sie es nicht übers Wochenende lesen können. Sie mußten auf das Mittagessen verzichten und Termine absagen, denn wer zuerst anruft, bekommt das erste Meeting." Am Abend war das Skript verkauft, und man merkt, daß Emmerich dieses Machtspiel amüsiert.

"Innerhalb eines Studios kann man ein solches Projekt nicht entwickeln", sagt er dann wieder ernsthaft. "Roland", habe man ihm immer wieder gesagt, "bitte Roland, benutz den Begriff ,global warming' nicht so oft." Die offizielle Website zum Film benutzt ihn lieber gar nicht. Als dann das Pentagon im Februar 2004 auf die Sicherheitsrisiken hinwies, die sich aus einem abrupten Klimawandel ergeben könnten, kam sich Emmerich auf einmal so vor, als würde er einen Dokumentarfilm drehen: "Das war der Hammer, ich dachte erst, das sei ein Scherz."

Emmerich konnte es sich leisten, die Änderungsvorschläge des Studios zu ignorieren. Am Ende von "The Day After Tomorrow" bleibt die Welt ungerettet. Ein Vater (Dennis Quaid) hat seinen Sohn (Jake Gyllenhaal) gerettet, und die Überlebenden werden per Hubschrauber aus dem vereisten New York evakuiert. Arm und Fackel der Freiheitsstatue ragen noch aus dem ewigen Eis, doch das Pathos ist eher tiefgekühlt. Und die amerikanische Bevölkerung hat Zuflucht in Mexiko gesucht. Die Flüchtlinge haben die Zäune an der Grenze niedergerissen, über die normalerweise in der Gegenrichtung die mexikanischen "Wetbacks" klettern. Das ist vielleicht das stärkste, das subversivste Bild des ganzen Films.

Natürlich haben Wissenschaftler Einspruch gegen Emmerichs Szenario erhoben: es sei übertrieben und weit hergeholt. Doch seine Prämisse, daß die Erderwärmung eine massive Bedrohung sei, hat keiner in Zweifel gezogen. Ähnlich wie Frank Schätzing in seinem Roman "Der Schwarm" hat Emmerich theoretische Möglichkeiten beim Wort genommen und hypothetische Langzeittrends beschleunigt. Er habe sich von seriösen wissenschaftlichen Theorien inspirieren lassen, sagt er, "man weiß ja inzwischen, wie Eiszeiten entstehen". Abrupter Klimawandel heißt in seiner Version, daß zwischen dem Abbrechen eines Rieseneisbergs vom antarktischen Schelfeis und den Tornados über L. A. nur ein paar Wochen liegen. Das Hollywood-Schild wird vom Sturm verweht, Wölfe fliehen aus dem New Yorker Zoo, und auf einmal ist da ein Bild wie aus einem Fellini-Film, wenn ein russischer Tanker lautlos durch die überflutete Fifth Avenue gleitet. Der eigentliche Plot ist daggen eher karg: Ein Vater, der zugleich Klimaforscher in Diensten der Regierung ist, bricht von Washington auf, um seinen Sohn aus der New Yorker Public Library zu retten. Dennoch ist "The Day After Tomorrow" Emmerichs bislang bester Film - so nah waren sich Science und Fiction bei ihm noch nie.

Ob der Film nun eine Schubwirkung im amerikanischen Wahlkampf haben wird, ist ungewiß. Experten befürchten, Emmerich könne das Gegenteil seiner Absichten erreichen: Indem er übertreibe, werfe er die Bemühungen der Umweltschützer um Jahre zurück, weil die Katastrophe nur als Entertainment wahrgenommen werde. Umweltschützer dagegen hoffen, und Politiker bangen. Wer immer hier den Film über- oder unterschätzt - "The Day After Tomorrow" versammelt Wissenschaft, Politik und Showbusiness zu einem so seltenen wie unwahrscheinlichen Gruppenfoto. Und plötzlich ist die Gefahr des Treibhauseffekts für zwei Stunden so transparent wie das schwarze Kleid von Kerrys Tochter Alexandra im Blitzlichtgewitter von Cannes.

So wird ein Film voller digitaler Spezialeffekte selbst zum politischen Spezialeffekt, der womöglich zum kleinen Highlight im Drehbuch von John Kerrys Kampagne taugt. Damit läßt sich sicher mehr erreichen als im alten Europa, weil die Orchestrierung einer Kampagne für einen Film oder einen Präsidentschaftskandidaten mit denselben Methoden und teilweise von denselben Leuten besorgt wird. Kaum zufällig kam der langjährige Cheflobbyist der amerikanischen Filmindustrie, Jack Valenti, aus dem Oval Office von Lyndon B. Johnson. Doch die potentielle Durchschlagskraft des Films ist zugleich seine Grenze: Auf die abrupte politische Erhitzung könnten wieder lauwarme Temperaturen, folgen, wenn der Film sein Geld eingespielt hat.

Roland Emmerich aber läßt nicht locker. "Anthem", sein nächstes Projekt als Produzent, ist ein Thriller, in dem der amerikanische Präsident seines Amtes enthoben wird, sich aber weigert, das Weiße Haus zu räumen. Ein FBI-Agent wird eingeschleust und entdeckt eine große Verschwörung. Das klingt wie ein gutes Szenario für die Zeit nach der Wahl - doch diesmal wird Emmerich zu spät kommen. Aber Hollywood macht mobil, auf seine Weise, weltweit.

In der jüngsten Ausgabe des Magazins "The Atlantic Monthly" hat daher der Autor David Kipen besorgt gefragt: "Wenn Frankreich Filme für Franzosen produziert und Amerika Filme für die Welt, wer macht dann Filme für Amerika?" Die Antwort ist einfach: Michael Moore womöglich, der jenes provinzielle, mittelwestliche Amerika erreicht hat, aus dem er selber stammt. Oder sogar Regisseure wie der Deutsche Roland Emmerich. Man könnte aber auch antworten: Es ist die Globalisierung, Dummkopf! Denn wenn auch am 2. November amerikanische Bürger ihren Präsidenten wählen - der Wahlkampf ist längst zum globalen Event geworden.

PETER KÖRTE

"The Day After Tomorrow" kommt am Donnerstag ins Kino.

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