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Stephan Hermlin (1915-1997) war einer der bedeutendsten Schriftsteller der DDR. Als Jugendlicher hätte er wohl auch Klosterschüler werden können, wurde aber Jungkommunist. Er hätte als Dichter früh zu Ernst Jünger finden können, den er zeitlebens für einen Großen hielt, aber er fand zu Thälmanns Partei. Der Gedanke der Selbstverbesserung wich dem besseren Gedanken: die Welt zu ändern. Hans-Dieter Schütt wendet sich seinem biografischen Essay einem Charakter zu, dessen Leben auf bewegende Weise den Aufschwung wie das Scheitern einer politischen Idee widerspiegelt. Hermlin - Lyriker, Erzähler…mehr

Produktbeschreibung
Stephan Hermlin (1915-1997) war einer der bedeutendsten Schriftsteller der DDR. Als Jugendlicher hätte er wohl auch Klosterschüler werden können, wurde aber Jungkommunist. Er hätte als Dichter früh zu Ernst Jünger finden können, den er zeitlebens für einen Großen hielt, aber er fand zu Thälmanns Partei. Der Gedanke der Selbstverbesserung wich dem besseren Gedanken: die Welt zu ändern. Hans-Dieter Schütt wendet sich seinem biografischen Essay einem Charakter zu, dessen Leben auf bewegende Weise den Aufschwung wie das Scheitern einer politischen Idee widerspiegelt. Hermlin - Lyriker, Erzähler und Übersetzer - lebte einen Widerspruch: zwischen geistigem Adel und der Bereitschaft zu soldatischer Fügung. Ein linker Aristokrat, der sich mit Selbststilisierung schützte - und angreifbar machte. Der Schriftsteller, der 1976 die folgenreiche Petition gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns initiierte, bewahrte Form, wo die politischen Vergröberungen zunahmen. Als er 1978 auf dem Schriftstellerkongress betonte, ein "spätbürgerlicher Schriftsteller" zu sein, war dies der rhetorische Höhepunkt einer stetig gewachsenen inneren Entfernung von der eigenen Truppe. Hermlin: ein großer Dichter, von seiner Zeit so erhoben wie versehrt, im einfühlsamen, fragenden Porträt.
Autorenporträt
Hans-Dieter Schütt, 1948 geboren, ist Journalist. Nach dem Studium der Theaterwissenschaften in Leipzig war er von 1973 bis 1989 Redakteur bzw. Chefredakteur der Tageszeitung Junge Welt und von 1992 bis 2012 Feuilletonredakteur der Tageszeitung neues deutschland. Als Autor, Interviewer und Herausgeber verfasste er zahlreiche Biografien und Gesprächsbücher (u. a. Regine Hildebrandt, Friedrich Schorlemmer, Andreas Dresen, Frank Castorf, Reinhold Messner, Dieter Mann, Inge Keller, Claus Peymann und Gerhard Gundermann). Bei Quintus sind seine Gesprächsbände (mit Paul Werner Wagner) lieferbar: Lebens Traum und Lebens Lauf. Zeitgenossen aus Ost und West im Gespräch (2020) und Lebens Licht und Lebens Schatten. Filmkunst der DDR im Gespräch (2021).
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Rezensent Wilhelm von Sternburg liest bei Hans-Dieter Schütt über ein Künstlerleben voller Widersprüche. Schütts biografischer Essay über Stephan Hermlin, den Sternburg in eine Reihe mit Hilbig, Müller, Plenzdorf, Christa Wolf u.a. stellt, scheint dem Rezensenten brillant geschrieben und geprägt von Schütts eigenen "bitteren" Erfahrungen als Systemtreuer. Entstanden ist laut Rezensent das Psychogramm eines engagierten Bürgers und großen Lyrikers.

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