Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: anette1809 - katzemitbuch.de
Wohnort: Sulzheim
Über mich: Mein Blog: https://katzemitbuch.de/
Danksagungen: 541 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 906 Bewertungen
Bewertung vom 11.02.2020
Preis der Freiheit
Preis Der Freiheit

Preis der Freiheit


sehr gut

“Preis der Freiheit” erzählt die letzten Jahre der DDR bis hin zum Mauerfall und der Wiedervereinigung. Im Mittelpunkt der Miniserie steht die Familie der drei ungleichen Schwestern Margot, Lotte und Silvia, anhand deren Leben und persönlicher Ansichten sehr gut die verschiedenen Einstellungen der Bevölkerung gegenüber des vorherrschenden Systems dargestellt werden.
Margot ist Mitarbeiterin der Kommerziellen Koordinierung, Lotte alleinerziehende Mutter eines Teenagers und Silvia ist für die Familie gestorben, nachdem sie vor Jahren in den Westen geflüchtet ist und ihre Kinder bei ihrer ältesten Schwester zurückgelassen hat. Dabei ahnt keiner im Osten, dass sie im Westen aktiv an der Zerschlagung des DDR-Regimes arbeitet.

Zur Zeit des Umbruchs in der DDR, der im Mauerfall und einem Jahr später der Wiedervereingung von Ost und West gipfelte, war ich ein Teenager. Gerne hätte ich mir den Film mit meiner Tochter angesehen, aber zu viele Dinge werden nur angerissen und nicht ausreichend erläutert, als dass einer ohne weiterführende Erklärungen die kompletten Hintergründe versteht, wenn er diese Zeit nicht zumindest am Rande miterlebt hat.

Von der Umsetzung kann ich die Miniserie jedoch jedem ans Herz legen.
Angefangen von der Besetzung, die die grundverschiedenen Familienmitglieder sehr überzeugend verkörpert, ist es vor allem die Ausstattung und die Tricktechnik, die die DDR der späten 80er Jahre wieder zum Leben erwacht. Die Atmosphäre wird sehr gut eingefangen und einige Szenen sind emotional höchst fesselnd.

Auch wenn der Mehrteiler zu Beginn etwas langsam in Fahrt kommt, ist die Geschichte im späteren Lauf höchst einnehmend und stellt die historischen Begebenheiten im Fokus einer fiktiven Familiengeschichte interessant und spannend dar.

Ohne Hintergrundwissen ist manchen Erzählsträngen etwas schwierig zu folgen, was das an sich so wichtige Zeitdokument für jüngere Zuschauer leider etwas uninteressant und langatmig werden lässt, ansonsten ist “Preis der Freiheit” jedoch sehr empfehlenswert.

Bewertung vom 20.12.2019
Shortbread
Baumgärtner, Lucia; Baumgärtner, Theresa

Shortbread


ausgezeichnet

“Shortbread” ist ein Backbüchlein, welches in der Reihe Thorbeckes Kleine Schätze erschienen ist und sich ganz dem schottischen süßen Mürbeteiggebäck verschrieben hat, welches auf der Insel besonders gerne zur klassischen Tea Time gereicht wird.

Neben klassisch gehaltenen Keksen befinden sich in dem Buch auch Shortbreadrezepte für gefülltes Gebäck, eine Salzkaramellcreme, außergewöhnlich aromatisierte Rezepte, sowie herzhafte Knabbereien, selbst ein Nachtisch mit Shortbread ist enthalten.
Von der Ausführung her sind Gebäcke enthalten, die mit Keksformen ausgestochen sind, viele werden aber auch nur rautenförmig oder rechteckig zugeschnitten.
Die Ideen sind sehr abwechslungsreich, hier finden sich so viele unterschiedliche Geschmacksvarianten, dass man früher oder später alle Rezepte nachbacken möchte.
Alle Rezepte weisen ein Foto mit dem fertigen Produkt auf, sie umfassen eine Zutatenliste, sowie die Zubereitungsfolge. Insgesamt enthält das Buch 28 Rezepte.

Das Buch eignet sich nicht nur für die eigene Verwendung, sondern durch das kleine Format und die hübsche und hochwertige Aufmachung auch bestens als Geschenk. Das Papier ist von guter und schwerer Qualität, der Rücken aus Leinen und die Vorsatzseiten passend zum Inhalt mit einem Tartanmuster bedruckt.
Ich finde es beispielsweise eine sehr schöne und persönliche Geschenkidee, wenn man das Buch gemeinsam mit einer Sorte Shortbread verschenkt, die man nach einem darin enthaltenen Rezepten gebacken hat.

Das kleine Buch ist eine wahre Fundgrube für alle, die Shortbread lieben.

Bewertung vom 19.12.2019
Tea Time (eBook, ePUB)

Tea Time (eBook, ePUB)


sehr gut

“Tea Time” ist in der Reihe Thorbeckes Kleine Schätze erschienen und nur noch als ebook lieferbar.
In der nicht mehr lieberbaren Printausgabe sind die Rezepte in verschiedenen Farben abgedruckt, dies sieht zwar hübsch aus, ist aber nicht sehr gut zu lesen, zumal das Schriftbild auch recht klein ist.

Das Buch enthält 29 Rezepte, die sich klassischerweise zu einer Tasse Tee genießen lassen. Neben Scones mit Lemoncurd sind hier auch Klassiker der englischen Teestunde wie Shortbread, Earl-Grey-Kuchen, Battenberg-Kuchen und Victoria-Sponge-Cake vertreten. Außerdem findet man hier Rezepte für Guglhupf, Tartelettes, Macarons oder Cupcakes.
Es ist eine schöne und passende Rezeptauswahl, das Buch bietet aber kaum Neues oder Überraschendes, wenn man bereits Tea Time Backbücher im Regal stehen hat.
Die Rezepte beinhalten alle ein Foto, Zutatenliste und Zubereitungsfolge. Auch welche Menge an Tartelettes oder Törtchen entstehen, für welche Backform die Zutaten berechnet sind und eine allgemeine Einleitung zum Rezept fehlen nicht.

Wer nach ein paar klassischen Tea Time Rezepten sucht und sich dafür kein umfangreiches Backbuch zulegen möchte, findet in diesem kompakten Werk eine schöne Auswahl mit hübsch arrangierten Fotos, die Lust aufs Nachbacken machen.

Bewertung vom 17.12.2019
Das unsichtbare Rentier
Engel, Sabine

Das unsichtbare Rentier


ausgezeichnet

Paul und seine Schwester Anna sind von Deutschland nach Kanada gezogen auf Grund der Arbeit ihrer Mutter. Weihnachten und die Winterzeit entscheiden sich in Kanada und Deutschland nicht allein auf Grund der unterschiedlichen Traditionen, die Paul für das Schulprojekt seiner Lehrerin “Weihnachten in aller Welt” vorstellen soll. Als Paul von der Schule nach Hause kommt, überrascht ihn Anna mit der Neuigkeit, dass ein unsichtbares Rentier in ihrem Haus Einzug gehalten hat, und das sorgt für wesentlich mehr Überraschungen und Trubel als die Projektsuche für die Schule oder der Verehrer ihrer Mutter…

Der Umzug in ein anderes Land und der Wechsel an eine neue Schule mit neuen Klassenkameraden ist nicht einfach. Bevor sich Paul jedoch allzu große Gedanken darüber machen kann, sorgt das unsichtbare Rentier Gunnar für eine turbulente Adventszeit, die Pauls andere Probleme in den Hintergrund rücken lässt.
Auch wenn Paul nicht alle Schüler seiner neuen Klasse wohlgesonnen sind und ihn das Schulprojekt seiner Lehrerin für schier unlösbare Probleme stellt, so siegt dank Rentier Gunnar letzten Endes immer der Humor. Pauls und Annas Abenteuer im kanadischen Winter haben es wirklich in sich, so haben auch erwachsene (Vor)Leser ihren Spaß, wenn beispielsweise Pauls Projektarbeit wiederholt in die Hose geht oder seine Schwester und er gemeinsam überlegen, wie sie verhindern können, dass ihr Nachbar mit ihrer Mutter anbandelt. Vom Humor her spricht die Geschichte eindeutig auch ältere Leser an, so bietet “Das unsichtbare Rentier” ein Lesevergnügen für die gesamte Familie.
Die Geschichte ist passend zur Adventszeit in 25. Kapitel unterteilt , da in Kanada die Bescherung erst am 25. Dezember stattfindet, so dass man das Buch als Adventskalender benutzen kann und jeden Tag ein Kapitel lesen oder vorlesen kann. Das Abenteuer von Paul und Anna mit ihrem neuen unsichtbaren Freund ist nie langweilig, in jedem Kapitel warten neue Überraschungen auf Leser und Zuhörer.

“Das unsichtbare Rentier” ist eine außergewöhnlich lustige Adventsgeschichte mit einem sehr speziellen Titelhelden ;)
Neben viel Spaß und Situationskomik lohnt sich die Geschichte auch, weil man die unterschiedlichen Advents- und Weihnachtsbräuche in Deutschland und Kanada kennenlernt. Gerade als Kind weiß man ja häufig nichts darüber, wie unterschiedlich Weihnachten in verschiedenen Ländern gefeiert wird.

Bewertung vom 15.12.2019
Herzklopfen & Weihnachtsduft
Garland, Taylor

Herzklopfen & Weihnachtsduft


ausgezeichnet

In der Schulklasse der dreizehnjährigen Riley steht ein ganz besonderes Projekt zur Weihnachtszeit an, die sogenannte Schneeflockenpost, die den meisten Lesern wahrscheinlich unter Weihnachtswichteln geläufig sein dürfte. Nur, dass die Schneeflockenpost über einen längeren Zeitraum läuft und man seinen geheimen Partner in dieser Zeitspanne mehrfach beschenken darf.
Ziel der Schneeflockenpost ist es, seinem geheimen Partner der bestmögliche Freund zu sein. Eine kleine Hilfestellung gibt da die Gestaltung der Schneeflocke, wobei Riley diesen Hinweis kaum nötig hat, denn glücklicherweise hat sie ihren Schwarm Marcus gezogen und voller Begeisterung und Eifer stürzt sie sich in Basteleien, um Marcus so hoffentlich die größtmögliche Freude zu bereiten.
Beinahe noch besser hat Riley es jedoch mit der Person getroffen, die ihre Schneeflocke mit Geschenken füllt. Tatsächlich hat sie das ganz große Los gezogen. Der geheime Schenker scheint Riley sehr gut zu kennen und trifft mit seinen Aufmerksamkeiten voll ins Schwarze. Ob dahinter möglicherweise Marcus steckt?
Neben der Schwärmerei für Marcus spielen auch Rileys Freundschaften zu ihrer langjährigen Freundin Sophia eine große Rolle, die das Pech hatte als Schneeflockenpartner die neue Mitschülerin zu ziehen, über die sie überhaupt nichts weiß, und Jacob, der gemeinsam mit Riley im Chor singt, und der immer sehr aufmerksam und liebenswert ist…

“Herzklopfen und Weihnachtsduft” ist eine zuckersüße weihnachtliche Geschichte, die im Kern die Aussage hat, dass Schenken einen viel höheren Wert hat als selbst beschenkt zu werden, und dass der wahre Wert eines Präsentes nicht in Geld zu messen ist.
Kinder – aber auch erwachsene (Vor)Leser – werden in der Geschichte viele verschiedene Typen an Schülern wiedererkennen, die sie selbst in der Klasse haben oder hatten. Man kann sich mit den Figuren wirklich sehr gut identifizieren.
Es ist zwar nicht schwer bereits zu Beginn zu erahnen, auf welches Ende die Geschichte hinauslaufen wird, aber darauf kommt es gar nicht an. Es macht einfach Spaß Riley zu begleiten und sich anstecken zu lassen von ihrer Lust und ihrer Freude auf Weihnachten. Auch die enge Freundschaft und die Hilfe zwischen den Freundinnen Riley und Sophia und später auch Jacob ist herzerwärmend und ansteckend. Selbst als Erwachsene hat man Spaß an dieser süßen Teenagergeschichte, die den Geist von Weihnachten lebendig werden lässt.
Vom Umfang her perfekt auf eher Leserinnen ab zehn Jahren abgestimmt, ist der Inhalt aber auch noch für etwas ältere Kinder und Jugendliche nett zu lesen.
Die kleinen weihnachtlichen Illustrationen im Buch tragen darüber hinaus dazu bei, dass man beim Lesen in die passende weihnachtliche Stimmung kommt.

Bewertung vom 13.12.2019
Cookies
Barcomi, Cynthia

Cookies


ausgezeichnet

Cynthia Barcomis “Cookies” ist ein unheimlich vielfältiges Backbuch für Kleingebäck, in dem man Rezepte für das ganze Jahr und nahezu jeden Geschmack findet. Mir hat es besonders gut gefallen, dass sie bei vielen Gebäcken Aromen ins Spiel bringt, die für viele Bäcker vielleicht nicht gang und gäbe sind, so dass man mehr Mut beim Würzen und Abschmecken der Teige und ein besseres Gefühl für Zutaten entwickelt.

Die Rezepte sind in folgende Rubriken unterteilt:
– Schnelle Cookies
– Cookies zum Kaffee oder Tee
– Kühlschrank-Cookies
– Glutenfreie Cookies
– Cookie-Schnitten
– Weihnachts-Cookies
– Herzhafte Cookies
– Cookies aus aller Welt

Im Anschluss an die Rezepte findet man ein alphabetisches Register über alle enthaltenen Rezepte.
Zu Beginn des Buches erzählt Cynthia, wie sie zum Backen kam, bevor sie hilfreiche Tipps und Anleitungen dazu gibt, wie man die besten Back-Erfolge erzielen kann oder wie man Cookies zum Verschenken am besten und schönsten verpackt.

Die Cookies in dem Buch sind wunderschön präsentiert, jedes Rezept beinhaltet ein Foto des fertigen Produktes. Trotz passenden Arrangements steht eindeutig der Keks im Vordergrund. Sie sehen zum Anbeißen lecker aus, aber nicht so überstylt, dass man Angst bekommt am Rezept zu scheitern. Gerade für Hobbybäcker mit wenig bis keiner Backerfahrung finde ich das häufig niederschmetternd.
Alle Rezepte beinhalten den englischen und den deutschen Namen des Gebäcks, ein kurzes Statement von Cynthia, eine Angabe über die Menge, die man aus den angegebenen Zutaten erhält und eine ausführliche und gut nachvollziehbare Beschreibung.

Die Rezepte sind teilweise sehr amerikanisch oder auch englisch angehaucht, häufig findet man Erdnussbutter unter den Zutaten, es sind einige Rezepte für Shortbread enthalten. Das Buch beinhaltet also eine sehr schöne und vielfältige Mischung für alle Bäcker, die neues abseits der eigenen traditionellen Familienrezepte ausprobieren möchte. Für mich war tatsächlich fast der komplette Inhalt des Buches neu und unbekannt. Gerade bei Kleingebäck trifft man ja oft auf das Phänomen, das ein oder andere Rezept bereits aus anderen Backbüchern zu kennen.

Die ersten Rezepte habe ich bereits erfolgreich nachgebacken und andere werden folgen.
Das Buch hat mich jedoch nicht nur durch seinen Inhalt begeistern können, sondern auch durch die hochwertige und hübsche Ausstattung mit Leinenrücken und Lesebändchen.

Bewertung vom 12.12.2019
Swinging Christmas
Lacombe, Benjamin

Swinging Christmas


sehr gut

“Swinging Christmas” erzählt die Geschichte des kleinen Robin, der im Winter den Einsiedler Bernard kennenlernt und sich im Laufe der Zeit mit diesem anfreundet durch den Austausch über Musik und Bücher. Bernard erzählt ihm von seiner früheren Liebe, der Jazzsängerin Sol, die jedoch nicht für ein Leben in dem kleinen, langweiligen Dorf geboren war, in dem Robin und Bernard leben. Auch Robin und Bernard verlieren sich Jahre später aus den Augen, aber durch die gemeinsame Liebe zu Büchern und Musik bleiben sie dennoch für immer in Freundschaft verbunden.

Eigentlich ist die Liebe zu Büchern und Musik ein Thema, welches bestens dazu geeignet ist, aus einem Buch eine ganz große Geschichte zu machen, leider finde ich jedoch, dass “Swinging Christmas” vom erzählenden Text eines der schwächeren Werke ist, die Benjamin Lacombe illustriert hat. Einige Passagen haben mir gut gefallen, an anderen Stellen hat es mir jedoch an Substanz gefehlt. Zudem bleiben die Figuren einfach zu blass, um eine Bindung zu ihnen aufzubauen.

Dennoch mag ich das Buch auf Grund der wie immer wundervollen Illustrationen Lacombes, die durch das großformatige, quadratische Format besonders gut zur Geltung kommen. Wer bereits andere Bücher von Lacombe kennt, wird seine Hunde Virgile und Lisbeth entdecken, die er schon häufiger in seinen Geschichten verewigt hat.

Sols Lieder auf CD sind bei der deutschen Ausgabe des Buches leider nicht enthalten, aber im Anhang findet man die Titel inklusive der Texte. Es sind keine speziell für die Geschichte geschriebenen Lieder, sondern bekannte Songs, die auch von tatsächlich existierenden Jazzlegenden interpretiert wurden, so dass man sie sich beispielsweise im Internet heraussuchen und anhören kann, was in meinen Augen die Geschichte auf jeden Fall aufwertet, da sich dadurch der besondere Zauber dieses Buch- und Musikmärchens erst richtig entfaltet.

Bewertung vom 11.12.2019
Magie hoch zwei - Diebe in Berlin
Luig, Sibylle

Magie hoch zwei - Diebe in Berlin


ausgezeichnet

Elli und Idi sind Zwillinge, die aus einer Hexenfamilie stammen, in dieser Familie können alle Zwillingspaare hexen, jedoch nur in Gegenwart ihrer Schwester, die einzige Ausnahme bildet Elli.
Details über Elli und Idi und ihre Hexenfamilie werden in “Diebe in Berlin” immer wieder eingestreut, so dass man diesem Abenteuer problemlos folgen kann, auch wenn man die beiden Vorgängerbände (noch) nicht gelesen hat. Mit Ellis und Idis dritten Abenteuer hatte ich jedoch so viel Spaß, dass ich die Lektüre der beiden vorangegangenen Geschichten nachholen möchte.
Erwachsene werden durch Elli und Idi an das Vergnügen erinnert, das sie mit “Tina und Tini”, “Hanni und Nanni”, “Das doppelte Lottchen” oder möglicherweise “Bibi Blocksberg” hatten, jüngere Generationen finden hier eine frische, moderne Zwillingsgeschichte mit einer magischen Komponente, die viel Spaß und Spannung bereithält.

Bei einem Ausflug im verschneiten Grunewald entdecken Elli, Idi und ihre Freunde einen Welpen. Dieser ist viel zu jung, als dass er einer Familie beim Spazierengehen ausgebüchst sein könnte. Wem kann er nur gehören und wie ist er in den Grunewald geraten?
Auf der Suche nach dem Besitzer des Hundes kommen Elli und Idi einer Bande von Hundedieben auf die Spur. Doch bis sie hinter die Beweggründe der Diebe blicken und den eigentlichen Drahtzieher dahinter ausmachen können, passieren noch einige Abenteuer und Elli und Idi müssen auf ihre Hexenkräfte zurückgreifen, damit sie der Bande die Stirn bieten können.

Die Geschichte von Elli und Idi ist eine unheimlich schöne und fantasievolle Familien- und Freundschaftsgeschichte. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, nach und nach hinter die familiären und freundschaftlichen Beziehungen zu steigen, die Leser der ersten Stunde bereits durch “Operation Waldmeister” und “Die fiesen Omas” bekannt sind. Ellis und Idis Fähigkeit hexen zu können und die Verwicklungen und Missverständnisse, die in manchen Situationen entstehen, weil nicht alle Freunde in ihr Geheimnis eingeweiht sind, sorgen für noch mehr Witz und Situationskomik. Darüber hinaus ist die Geschichte wirklich unheimlich spannend geschrieben, so dass man selbst als Erwachsener gebannt an den Seiten hängt, weil man unbedingt wissen möchte, welches Geheimnis sich hinter den gestohlenen Hunden verbirgt.
Gegen Ende wartet die Autorin mit einem rasanten Showdown auf, in dem Elli und Idi noch einmal alles abverlangt wird, bevor in einem lustigen Abschlusskapitel noch einmal die humorige Seite der Zwillingsgeschichte voll ausgeschöpft wird.
Eine klitzekleine Kritik möchte ich dennoch anbringen. Für mein Empfinden ist der Welpe in der Geschichte viel zu jung, als dass er die ganzen Abenteuer unbeschadet überstehen konnte, aber in Anbetracht der großartigen Unterhaltung, die mir das Buch geboten hat, habe ich über diesen Aspekt beim Lesen recht schnell hinwegsehen können ;)

Ich hoffe sehr, die Autorin hat weitere Abenteuer der magischen Zwillingsschwestern geplant, neben den spannenden Abenteuern möchte ich auch gerne die beiden sowie ihre Familie noch näher kennenlernen.

Reihen-Info:
Operation Waldmeister
Die fiesen Omas
Diebe in Berlin

Bewertung vom 10.12.2019
Die Waschanlage der Schutzengel
Steckelmann, Petra

Die Waschanlage der Schutzengel


sehr gut

Nachdem Justins Vater eine Tankstelle mit Autowaschanlage und Werkstatt an der Südküste Englands geerbt und gerade seinen Job verloren hat, beschließt die Familie ihr altes Leben hinter sich zu lassen und an die Steilküste inmitten eines Naturschutzgebietes zu ziehen.
Das Küstenstädtchen wirkt etwas verwunschen und altmodisch, ansonsten liest sich die Geschichte zunächst wie ein ganz normales Kinderbuch. Justin adoptiert kurz nach dem Umzug eine kleine Katze, seine Schwester darf sich auf der benachbarten Schaffarm ein Pflegeschaf aussuchen. Die Familie fühlt sich schnell in dem kleinen Küstendorf heimisch.
Doch was steckt hinter den Eimern mit Münzen, die in der Waschanlage stehen und jeden Morgen randvoll gefüllt sind, oder dem Flügelschlagen, welches Justin nachts hört? Dass Justin und seine Schwester ein Buch über Engel von ihrer Großtante geerbt haben, scheint mit diesen Geheimnissen verknüpft zu sein, doch wer wird Justin Glauben schenken, als er tatsächlich Engel in der Waschanlage entdeckt?

Zu Beginn empfand ich die Geschichte zwar als etwas langatmig, da sie einige Kapitel braucht, um richtig in Schwung zu kommen, nach dem Umzug in das Naturschutzgebiet und die Übernahme der alten Tankstelle mit Waschanlage zieht das Tempo jedoch an und Witz und Spannung führen dazu, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen mag.
Mir hat es sehr gut gefallen, wie Petra Steckelmann das Motiv der Schutzengel ganz neu und in meinen Augen auch völlig außer Acht von irgendwelchen religiösen Einflüssen oder Kitsch interpretiert hat. Es ist eine sehr moderne Umsetzung, in der Schutzengel heutzutage kaum noch ausreichend Zeit für ihre Flügelpflege finden, die doch so nötig wäre, um all den Schmutz und die Abgase, die sich Nacht für Nacht darin festsetzen, daraus zu entfernen. Wie gut, dass es die Waschanlage in den verträumten englischen Küstenstädtchen gibt, in der Justin das Erbe seiner verstorbenen Großtante antritt. Den Engel ergeht es im Endeffekt nicht anders als den Menschen, die sie beschützen müssen, die Welt wird immer schnelllebiger und stressiger.
In Justins Familie gibt es die üblichen Streitereien zwischen Geschwistern und natürlich Eltern, die die unglaublichen Geschichten, die ihr Sohn erlebt, nicht glauben wollen. Alltagsprobleme wie Jobverlust oder Leseschwäche sind in der Geschichte verarbeitet, ohne zu sehr in den Vordergrund zu treten.

Am Ende erwartet die Leser ein märchenhafter Schluss, der einen schönen Bogen zum Beginn der Geschichte schlägt.
Die Illustrationen und das farbige Lesebändchen machen diese außergewöhnliche Engelsgeschichte darüber hinaus zu einem richtigen Schmuckstück.

Bewertung vom 07.12.2019
Die Nachtschwärmer
Steckelmann, Petra

Die Nachtschwärmer


ausgezeichnet

Eltern erzählen ihren Kindern, dass der Sandmann abends Sand in die Augen streut und damit den Schlaf und die Träume bringt, tatsächlich sind es jedoch die Nachtschwärmer, die in ihren Koffern Fahrkarten ins Land der Träume haben, die sie nachts den Schlafenden in die Hände drücken. Eine Karte für die Hinfahrt ins Land der Träume und eine Karte für die Rückfahrt nach Hause in die Menschenwelt.
Doch eines Tages hören die Nachtschwärmer zunächst Stimmen und sehen dann Schatten. Plötzlich scheint die Zeit immer schneller zu vergehen, keiner findet mehr die Ruhe zum Schlafen, geschweige denn zum Träumen. Die Menschen werden immer unzufriedener, gereizt und sogar bösartig. Immer weniger fahren nachts ins Land der Träume über den Zaubersee.
Ob die Nachtschwärmer eine Lösung finden, die Schatten zu verbannen und die Menschen wieder ins Traumreich zu schicken?

“Die Nachtschwärmer” ist ein wunderbar poetisches Märchen, welches mich sowohl durch seine Geschichte als auch seine Illustrationen mitten ins Herz getroffen hat.
Die Typographie fand ich zunächst sehr ungewöhnlich und eher schwierig in einem Buch zu lesen, aber letzten Endes passt die verspielte Schrift perfekt zum Inhalt der Geschichte. Davon abgesehen nimmt die Schrift durch ihre verspielte, schwieriger zu lesende Typographie Tempo aus dem Text heraus, was die Aussage unterstreicht, wie wichtig Schlaf und Träume sind, damit Menschen ausgeruht, ausgeglichen und kreativ sind statt gereizt, übermüdet und ohne Fantasie.
Die Illustrationen sind sehr gedeckt und leuchten nicht nur den Gebrauch von kräftigen Farben, sie leuchten von Innen heraus, was auf einigen Seiten einen Hauch von Magie verströmt. Die illuminierten Bilder passen sowohl zu den nächtlichen Szenen der Menschenwelt als auch zu den fantastischen Kulissen des Traumreichs. Es ist einfach zauberhaft und dadurch, dass man gezwungen sind ganz genau hinzusehen, da so vieles im Schatten liegt, entdeckt man immer neue Details, je öfter man die Geschichte betrachtet und liest.
Die fantastischen Kulissen wie der Zaubersee und solche Figuren wie Nachtschwärmer und Schatten hätten Potential für eine längere Geschichte gehabt, so gerne hätte ich noch mehr von all dem gelesen.

Es kann kein schöneres Fazit zu dieser Geschichte geben als die Widmung der Autorin Petra Steckelmann in ihrem Buch:

Für all jene, die ihren Fahrschein ins Land der Träume verloren haben.
Für all jene, die glauben, nie einen solchen besessen zu haben.
Aber auch für Träumer, die den Weg längst kennen.
Gute Reise!