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Insgesamt 294 Bewertungen
Bewertung vom 12.07.2023
Bekker, Alfred

Die Tote aus Larrelt. Ostfrieslandkrimi


ausgezeichnet

Nein, beliebt war sie nicht die Heike Haan. Ihr Lottogewinn war in aller Munde, jeder kannte sie in Larrelt, einem Stadtteil von Emden. Doch an der Bushaltestelle erschlagen zu werden war kein schöner Tod, den nicht einmal ihre vielen Feinde ihr gewünscht hätten.
Es ist der schon der 15. Fall für Kommissar Steen und sein Team. Ausgerechnet seine Kollegin Altje Remels entdeckt die Tote, als sie am Morgen noch vor Dienstbeginn Gülle ausfährt. Sie erkennt Heike sofort, beide sind gemeinsam zur Schule gegangen und mochten sich nicht besonders.
Bei den Ermittlungen finden sich schnell viele Leute, die ein Motiv haben könnten. Doch Kommissar Steen vertraut seinem Instinkt und lässt sich auch nicht durch wassersichte Alibis beeindrucken.
Altje zeigt bei diesem Fall große Einsatzbereitschaft und ermittelt zielstrebig in eine bestimmte Richtung, die sich bald als bedeutungsvoll herausstellt. So engagiert war sie selten.
Erzählt wird eine komplexe und phantasievolle Geschichte mit Liebe zum Detail. Überraschungen unterschiedlicher Art und unerwartete Wendungen bringen Spannung.
Gerade das Privatleben von Heike wird hier zur Fundgrube, doch irgendwie passen lange Zeit nicht alle Puzzlestücke zusammen. Haben die Ermittler etwas übersehen? Hilfe kommt von unerwarteter Seite – der Journalist Tammo Tjaden, der sich immer wieder um eine gute Beziehung zu Kommissar Steen bemüht, hilft mit einem Zeugenaufruf im Neuen Ostfriesenblatt weiter. Vielleicht werden die beiden doch noch Freunde?
Bei den Recherchen helfen Kommissar Steen seine Menschenkenntnis und Erfahrung. Er kann Falschaussagen erkennen und mag es auch nicht, wenn er in eine bestimmte Richtung gedrängt wird. Widersprüche in Zeugenaussagen fordern ihn heraus. Als es am Ende noch einen weiteren Toten gibt, kann er seine Vermutungen beweissicher bestätigen.
Die Kriminalgeschichte ist gut durchdacht und in sich schlüssig gelöst. Die Personen sind authentisch und ihre Handlungsweisen nachvollziehbar. Der flotte Schreibstil liest sich ausgezeichnet.
Fazit:
Ein kurzweiliger Krimi mit viel Lokalkolorit, der von Beginn an unterhält und mit einigen unerwarteten Wendungen punkten kann. „Die Tote aus Larrelt“ ist gelungen und Lesevergnügen pur. Spannend und unterhaltsam – deshalb vergebe ich gern 5 Sterne und empfehle das Buch allen Freunden von guten Ostfrieslandkrimis.

Bewertung vom 23.06.2023
Bannalec, Jean-Luc

Bretonischer Ruhm / Kommissar Dupin Bd.12 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Der Beginn des 12. Falls für Kommissar Dupin ist ungewöhnlich. Kommissar Dupin hat Urlaub und befindet sich mit Claire auf der gemeinsamen Hochzeitsreise, die die beiden in ihren Flitterwochen an die Loire, ins traumhaften Pays de Retz führt. Hier wollen sie ein Weingut nach dem anderen besuchen und es sich gut gehen lassen. Soweit der Plan der Frischvermählten.

In sechs Kapiteln, die den Tagen der gemeinsamen Hochzeitsreise, entsprechen erzählt Jean-Luc Bannalec spannend und humorvoll von den ungewöhnlichen Ereignissen dieser Tage. An Tag 2 passiert es – Claire erhält einen Anruf ihrer Freundin Cécile, einer Weingutsbesitzerin, die sie ebenfalls besuchen wollten – deren Ex-Mann Brian wurde erschossen. Er wurde unweit der Reben, auf seiner Domaine, tot aufgefunden.
Der Schreibstil von Jean-Luc Bannalec ist flüssig und sehr gut zu lesen. Die handelnden Personen sind ausgezeichnet beschrieben und charakterisiert. Menschenkenntnis und mehr als eine Prise Humor bereichern den Krimi. Seine Weinkenntnisse und die wunderbare Welt der Weinberge und zerklüfteten Meeresküste lassen mich als Leser wünschen einmal dort zu sein.

Dupin hatte vor der Reise versprochen sein Handy nicht zu beachten und sich wirklich nur der Reise zu widmen. Auch dieser Mord soll nicht an seinen guten Vorsätzen rütteln. Doch Claire sieht das natürlich ganz anders, denn ihre beste Freundin ist die Leidtragende. So kehren sich in diesem Fall die Rollen ins Gegenteil. Dupin kann seine Hilfe nicht verweigern und Claire sowie Cécile assistieren und fordern ihn. Natürlich muss alles verdeckt geschehen, damit der zuständige Kommissar Lelouche aus Nantes nichts erfährt. Im Hintergrund arbeiten auch seine Kollegen auch Concarneau zu. Ob das funktioniert?

Als ein weiterer Mord geschieht, ein Brandanschlag erfolgt und Kommissar Dupin eine persönliche Drohung erhält, ermittelt er gekonnt und umsichtig, wie wir ihn als Leser kennen und lieben.

Wie es Kommissar Dupin und den beiden Damen gelingt Licht in das Dunkel zu bringen und die Fälle zu lösen möchte ich nicht verraten, denn es warten noch einige Überraschungen. Dabei läuft Claire in einem dramatischen Finale zur absoluten Höchstform auf und überrascht durch ganz neue Facetten. Natürlich gelingt es dem Dreamteam Claire und George auch den Kommissar Lelouche davon zu überzeugen, dass er die Fälle erfolgreich und souverän gelöst hat. Endlich kann die Hochzeitsreise, jäh unterbrochen wurde, fortgesetzt werden.

Fazit:
Der Krimi ist gut strukturiert aufgebaut, hat viele Handlungsansätze, die nicht geradlinig zur Lösung führen. Eine phantasievoll ausgedachte Geschichte mit viel Lokalkolorit aus der Weinwelt, die in sich schlüssig gelöst wurde. Mich hat „Bretonischer Ruhm“ gefesselt und mir eine wirklich spannende Lesezeit beschert. Deshalb vergebe ich eine 5 Sterne sowie eine klare und eindeutige Leseempfehlung.

Bewertung vom 03.05.2023
Windebruch, Martin

Auricher Tresor. Ostfrieslandkrimi (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Martin Windebruch erzählt in seinem 6. Krimi mit den Kriminalkommissaren Wiebke Jakobs und Dr. Evert Brookmer eine spannende und rätselhafte Geschichte, die den Leser sofort in ihren Bann zieht. Der kurze Prolog im Haus des Lehrers Jan Schepker schildert einen hinterhältigen Mord.

Als die beiden Kommissare am Tatort eintreffen finden sie nicht nur die Leiche, sondern auch einen geöffneten Tresor, der hinter einem Bild versteckt war. Da weiter nichts aus dem Haus entwendet wurde, ist es scheinbar kein einfacher Raubmord. Also beginnen die Polizisten ihre Ermittlungen im privaten Umfeld, weil der Täter offensichtlich gezielt etwas gesucht hat. Martin Windebruch erzählt flüssig und informativ eine spannende Geschichte und bringt dem Leser die handelnden Personen durch umfassende Beschreibungen näher.

Jan Schepker war nicht unbedingt beliebt, hatte aber auch keine Feinde. Er lebte allein und relativ zurück gezogen in seinem Auricher Haus, welches er nach dem Tod seiner Mutter geerbt hat. Finanzielle Probleme hatte er keine, nur die Beziehung zu seinem Sohn war kompliziert und schwierig. Dennoch unterstützte er ihn mit Geld regelmäßig.

In der Polizeiarbeit hat sich mittlerweile auch alles gut eingespielt und selbst der erfahrene Polizeimeister Klaas Behrends hat erkannt, dass der Doktor, wie er den Kommissar Brookmer nennt, seine Qualitäten hat. Auch der Labrador Fiete begleitet die beiden Kommissare und macht sich gelegentlich auch nützlich. Er hat in diesem Fall die Mordwaffe, einen Schürhaken, entdeckt. Dennoch gestaltet sich die Lösung des Falls schwierig und lange gibt es keine heiße Spur.

Unterschiedliche Handlungsstränge und Geschichten über Personen im Umfeld der Opfer lassen den Leser mit raten und den Fall aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Dadurch steigt die Spannung kontinuierlich. Martin Windebruch gelingt den Leser immer wieder zu überraschen und auf falsche Fährten zu führen.
Auch in diesem Fall erweist sich ein Gespräch mit Oma Tieske als sehr nützlich. Ihr Erinnerungsvermögen ist ein wahrer Schatz für Evert Brookmer, der nicht nur ihren Kaffee und die Süßigkeit schätzt, sondern auch ihre Menschenkenntnis. Die Recherchen führen zu einer neuen Spur, als ein weiterer Mord geschieht. Die Handlung nimmt an Tempo zu und in einem packenden Finale gelingt es den Polizisten den Mörder zu überführen.

Ein gelungener Krimi mit viel Lokalkolorit, der von Beginn an unterhält und mit vielen unerwarteten Wendungen punkten kann. Wer mehr über die Mordfälle erfahren möchte, muss selbst zu diesem Buch greifen. Aus meiner Sicht gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.

Bewertung vom 21.04.2023
Gesing, Daniela

Venezianische Finsternis (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Der neue 8. Fall fordert Commissario Luca Brassoni und seine Kollegen von Beginn an. Der Inhaber eines Antiquitätengeschäfts, welches sich neben dem Café Capello Rosso, das Cousin Caruso gemeinsam mit seinem Lebensgefährten Francesco betreibt, befindet, wurde brutal überfallen, gefoltert und ermordet. Was hat der Mörder gesucht? Noch eine weitere Straftat wurde begangen. Francesco, der in der Nacht nach dem Rechten sehen wollte, wurde im Antiquitätenladen brutal niedergeschlagen und liegt im Koma. Genau in dieser Zeit gab es in ganz Venedig einen flächendeckenden Stromausfall. Handelt es sich um einen Zufall oder besteht ein Zusammenhang? Viele Fragen warten auf eine Antwort.
Im Kommissariat ist die personelle Situation angespannt, weil sich Lucas Kollege Maurizio im Vaterschaftsurlaub befindet.
Der ermordete Bianchi verfügt über detaillierte Kenntnisse über die ägyptische Geschichte und im archäologischen Museum von Venedig laufen die letzten Vorbereitungen für eine hochkarätige Ausstellung zur altägyptischen Geschichte. Im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen im Umfeld des Opfers gestalten sich die Untersuchungen hier als vielversprechend, um zu erfahren, was der Mörder bei Bianchini gesucht hat.
Die Kuratorin der Ausstellung, Elena Frascati, ist eine alte Jugendfreundin von Maurizio. Natürlich nutzt er diesen Kontakt, um Luca mit eventuell neuen Erkenntnissen zu helfen. Niemand ahnt wie wichtig er noch für Elena sein wird.

Die Vizequestorin hat sich vor einiger Zeit mit dem Museumsdirektor Cardi befreundet und muss nun strikt Privates und Berufliches trennen, um nicht in einen Loyalitätskonflikt zu geraten.
Als persönlich Betroffener versucht auch Stefan Mayer, genannt Caruso, der Polizei zu helfen und aktiviert erfolgreich einen alten journalistischen Kontakt und bringt überraschende Erkenntnisse in die Ermittlungen ein.
Daniela Gesing gelingt es mit unerwarteten Wendungen und einem vielschichtigen Personenspektrum.

Spannung aufzubauen und den Leser zu fesseln. Ihr Schreibstil ist flüssig, routiniert und lässt sich sehr gut lesen. Die geschilderten Charaktere sind authentisch und gut ausgearbeitet. Der Schauplatz Venedig bietet eine wunderschöne Kulisse, denn die Lagunenstadt wird kenntnisreich, detailliert und liebevoll geschildert.
Der Fall wird noch komplizierter, als Elena Frascati in ihrer Wohnung überfallen und verletzt wird. Ihr Assistent James Henderson, der ihr etwas mitteilen wollte, wird in ihrer Wohnung erschlagen.

Perspektivwechsel und die, auch aus der Sicht des Mörders erzählte, sehr gut ausgedachte Geschichte lassen den Leser aktiv mitdenken und ermitteln.

In einem packenden und spannenden Finale wird der Täter entlarvt und die Fälle werden in sich schlüssig gelöst. Die Autorin erzählt mit Liebe zum Detail in Brassonis 8. Fall eine komplexe und äußerst spannende Kriminalgeschichte, die sofort fesselt, aber auch nachdenklich macht. Daniela Gesings angenehmer und flotter Erzählstil ist wunderbar zu lesen und ich empfehle es allen, die Venedig und Luca Brassoni mögen.

Bewertung vom 15.03.2023
Bowen, Rhys

Mord ohne Ende Ein unterhaltsamer Wales-Krimi mit skurrilen Figuren (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

2023 erschien bei dp DIGITAL PUBLISHERS eine überarbeitete Neuauflage des Krimis „Mord ohne Ende“. Es ist bereits der 10. und vorerst letzte Fall um den sympathischen Dorfpolizisten Evan Evans aus dem walisischen Llanfair am Fuße des Mount Snowdon.

Er ist inzwischen glücklich mit der Lehrerin Bronwen, seiner großen Liebe, verheiratet. Beide leben in einem kleinen Cottage auf einem Hügel oberhalb des Dorfes. Auch beruflich ist eine Veränderung eingetreten, weil Evans sich als einfacher Dorfpolizist durch seine rasche Auffassungs- und Kombinationsgabe bei der Aufklärung von Mordfällen bewährt hat.

Er wird einer Sondereinheit für Schwerverbrechen zugeteilt, doch dieser Aufstieg hat seinen Preis. Sein neuer Chef Detective Inspector Bragg befürchtet von Evans in den Schatten gestellt zu werden, deshalb versucht er seine Aufgaben auf Hilfstätigkeiten zu beschränken. Kurz nach der polizeiinternen Umstrukturierung geschieht ein erster Mord. Ein Universitätsprofessor wird beim Frühstück zu Hause erschossen. Die Suche nach einem Motiv gestaltet sich schwierig, weder an der Universität noch im privaten Umfeld gibt es Feinde.

Als wenig später im Küstenort Llandudno ein weiterer Mord geschieht, ein italienischer Pizzabäcker wird erschossen, stellt sich heraus, dass die gleiche Tatwaffe verwendet wurde. Fieberhaft suchen die Ermittler nach einer Verbindung zwischen den Toten. Doch statt einer Lösung wird ein drittes Opfer, ein arbeitsloser Maschinenschlosser, gefunden, das ebenfalls mit dieser Waffe ermordet wurde. Das Team steht vor einem Rätsel und ermittelt etwas konfus in alle Richtungen.

Auch Evans findet keinen Anhaltspunkt für einen Lösungsansatz. Stattdessen steht er vor einem weiteren Problem. In Llanfair ist eine pakistanische Familie eingezogen, die den leer stehenden Dorfladen wieder betreiben will. Bronwen hat sich mit der Tochter angefreundet und erfährt von ihrem Verschwinden. Nirgendwo ist eine Spur von dem Mädchen zu entdecken. Kann Evans hier etwas tun? Constable Evans ist ein sehr guter Beobachter und seine Kombinationsgabe ist legendär.
So ist man als Leser nicht verwundert, als er tatsächlich bei der Suche nach Jamila auf eine vielversprechende Spur für die anderen Mordermittlungen stößt.

Die Auflösung war schlüssig und für mich nachvollziehbar. Mir hat der Krimi sehr gut gefallen, denn die Geschichte war gut durchdacht und spannend bis zu Schluss. Die Einblicke in das Dorfgeschehen und Evans Privatleben haben den Krimi aufgelockert und gezeigt, dass Walliser auch Fremde in ihr Herz schließen können.

Gern vergebe ich 5 Sterne und empfehle den Krimi allen, die spannende Ermittlungen mit walisischem Lokalkolorit und einer Prise Humor lieben. Schade dass es der letzte Fall für Evans ist.

Bewertung vom 06.03.2023
Riekers, Hans-Rainer

Johannismord. Ostfrieslandkrimi


ausgezeichnet

Der Auftakt zum neuen Fall für das Team Grote & Lessing ist schon etwas ungewöhnlich. Da erhält Grote einen Brief von einem verstorbenen Mörder, den er einst verhaftet hat, und wird gebeten den wahren Mörder zu finden und seine Unschuld zu beweisen. Das Schreiben enthält auch einen Hinweis auf einen Unfall, der keiner ist. Grote ist von der ganzen Sache nicht allzu begeistert, doch die Neugier seiner Kollegin Stine ist geweckt.
Tatsächlich stellt sich bald heraus, dass der Tod von Fiete Deters, dem Freund des Verstorbenen, kein Unglücksfall war. Als auf dem Gehöft seiner Eltern ein Feuer ausbricht, wird klar, hier handelt es sich um Brandstiftung.

Der flotte und informative Schreibstil von Hans-Rainer Riekers fesselt sofort. Er erzählt eine komplexe Geschichte sehr anschaulich aus verschiedenen Perspektiven. So taucht man als Leser schnell in den Fall ein, der immer wieder durch neue Wendungen überrascht.

Die Suche nach Zusammenhängen gestaltet sich schwierig und die Kommissare müssen bei ihren Ermittlungen auch zu ungewöhnlichen Methoden greifen. Dabei können sie sich auf ihre Kollegen, die beiden jungen Streifenpolizisten aus Leer verlassen. Bald stoßen sie auf ein Tourismus-Projekt, in das viel Geld investiert wurde, aber nicht abgeschlossen werden kann. Erste Spuren und Hinweise führen zum Grundstück des Ehepaars Deters.
Bald laufen die Ermittlungen auf Hochtouren und der Krimi nimmt immer mehr an Tempo auf und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Doch was sich bei den Ermittlungen tatsächlich ergibt, verschlägt einem die Sprache. Bei den Recherchen stoßen Grote und Lessing auf einige Geheimnisse.

So gelingt in einem hochdramatischen Finale, vor grausiger Kulisse im Dauerregen, die Lösung dieser Fälle. Habgier, Skrupellosigkeit und Mord offenbaren menschliche Abgründe.
Die gesamte Handlung war super aufgebaut, logisch und spannend. Auch die Beschreibungen der Gegend und der Orte war interessant. Der Fall wurde in sich schlüssig gelöst. Das so gegensätzliche Team Grote & Lesssing hat hier sein ganzes Können bewiesen und wurde tatkräftig von ihrem Freund und Kollegen „Skipper“ unterstützt.

Ein gelungener Krimi mit viel Lokalkolorit, der von Beginn an unterhält und mit vielen unerwarteten Wendungen punkten kann. „Johannismord“ ist Lesevergnügen pur. Spannend und unterhaltsam – deshalb vergebe ich gern 5 Sterne und empfehle das Buch allen Freunden von guten Ostfrieslandkrimis.

Bewertung vom 25.02.2023
Uliczka, Rolf

Anglermord in Altfunnixsiel. Ostfrieslandkrimi (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Der 16. Fall für die Kommissare Nina Jürgens und Bert Linnig von der Kripo Wittmund hat es in sich. Auf dem Campingplatz Altfunnixsiel wird am Ufer der Harle ein Angler kaltblütig ermordet. Es ist der attraktive Dachdecker Bent Eekhof, der in seiner alten Heimat Ostfriesland, für ein paar Tage Urlaub macht.

Die Recherchen in seinem privaten Umfeld zeigen, wie viel Pech und Unglück er in seinem Leben bereits hatte. Zwei Frauen hat er bereits verloren. Doch ist hier ein Mordmotiv verborgen? Ins Blickfeld der Polizei geraten zwei Einbrecher, die den Urlaub wohlhabender Ostfriesen ausnutzten, um auf Beutezüge zu gehen. Auch sie sind, wie Bent Eekhoff, auf dem Campingplatz in einem Ferienhaus untergekommen.

Lange ist nicht klar ob hier ein Zusammenhang besteht, doch dann nimmt der Krimi an Tempo auf, als Spuren der Einbrecher nach in die Umgebung von Hannover führen. Hier lebte auch Bent Eekhoff.
Rolf Uliczka erzählt eine spannende und hochdramatische Geschichte mit unterschiedlichen Handlungssträngen. So wird der Leser schnell gefesselt und in die Ereignisse geschickt einbezogen, da er das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet.

Der Schreibstil von Rolf Uliczka flüssig und sehr gut lesbar. Die facettenreichen Ermittlungen und Spuren werden gekonnt zu einem unerwarteten Finale geführt. Es passt alles. Die Zusammenhänge der in sich schlüssig gelösten Fälle sind gegeben. Darüber hinaus regt der Autor den Leser an bestimmte Vorgänge und Verfahrensweisen in Polizei- und Justizwesen kritisch zu hinterfragen.

Dieses Buch kann ich allen Krimi-Fans unbedingt empfehlen. Hier stimmt die Mischung – ein außergewöhnliche und spannende Kriminalfälle im schönen idyllischen Ostfriesland und ein Hauch organisierter Kriminalität.
Gern vergebe ich 5 Stern und eine klare Leseempfehlung für den 16. Fall dieser Reihe.

Bewertung vom 28.12.2022
Albertsen, Stefan

Mord mit dem Friesenschwert. Ostfrieslandkrimi


ausgezeichnet

Die Stadt Norden hat sich, dank wohlhabender privater Sponsoren und beteiligter Wirtschafts- und Politikgrößen, ein prächtiges Kulturzentrum geleistet. Hier finden jetzt hochkarätige Kunstausstellungen statt.
Ausgerechnet inmitten der neuen Ausstellung wird ein Toter gefunden. Es ist der renommierte, aber nicht beliebte Kunstverständige Dr. Becker. Ein goldschimmerndes Bleischwert ragt aus seiner Brust. „Sowas bekommt man nicht jeden Tag geboten.“ sagt Hilka Martens, die zufällig im Urlaub in Norden weilt. Das ist auch die Meinung von Kriminalkommissar Groot.

Dieser neue 6. Fall für die Kripo Norden bringt die beiden beruflich wieder zusammen, denn Hilka hat sich versetzen lassen. Doch in diesem Fall ist sie nicht nur Ermittlerin, sondern auch Opfer. Sie wurde von einem Unbekannten am Kulturzentrum attackiert und verletzt. Warum sie sich mitten in der Nacht an einem potentiellen Tatort befand ist schon etwas bizarr, auch für Groot.

Dennoch ist er für personelle Unterstützung bei der dünnen Personaldecke dankbar und beide ermitteln wie in alten Zeiten. Sie ergänzen sich gut und auch der Kommissaranwärter Rainer Dyssen ist mit seinen hervorragenden Computerkenntnissen eine nicht zu unterschätzende Hilfe bei der Lösung des komplizierten Falls.

Der Schreibstil von Stefan Albertsen ist flüssig und sehr gut lesbar. Die Geschichte ist spannend und komplex. Sie fesselt den Leser von Beginn an. Spuren führen in verschiedene Richtungen. Kommissar Groot wird bei einer Zeugenbefragung mit seiner Vergangenheit konfrontiert.
Ähnlich ergeht es auch Kommissarin Martens, die in der von Interpol gesandten Unterstützung Sandrine Duvalier, eine alte Liebe wieder trifft.

Bald ergeben sich ganz neue Dimensionen, die weit über Ostfriesland hinaus reichen. Doch ist hier wirklich die Lösung zu finden? Der Krimi überrascht durch immer neue Wendungen und bleibt bis zum Schluss rätselhaft. Besonders gelungen ist dem Autor sein illustres Personenspektrum, welches er treffend charakterisiert.
Stefan Albertsen gelingt es die Spannung bis zu einem Finale mit Paukenschlag konstant zu halten und den Leser mit einer schlüssigen Lösung zu überzeugen.

Fazit:
Der Krimi ist gut strukturiert aufgebaut, hat viele Handlungsansätze, die nicht geradlinig zur Lösung führen. Ein phantasievoll ausgedachte Geschichte, die in sich schlüssig gelöst wurde. Mich hat „Mord mit dem Friesenschwert“ gefesselt und mir eine wirklich spannende Lesezeit beschert. Deshalb vergebe ich eine 5 Sterne sowie eine klare und eindeutige Leseempfehlung.

Bewertung vom 08.12.2022
Bekker, Alfred

Der Tote im Tretboot. Ostfrieslandkrimi (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

„Das Abendessen in seinem Emder Stammlokal bleibt Kommissar Steen im Halse stecken, denn plötzlich zerspringen die Scheiben der Gaststätte und es peitschen Schüsse. Nur wenige Momente später sind Teile von Riekes Lokal zerstört.“ (aus der Inhaltsangabe des Verlages) Dieser dramatische Auftakt des neuen Krimis von Alfred Bekker, es ist schon der 14. Band dieser Reihe, wird für Kommissar Steen eine harte Nuss. Zunächst ist nicht klar, wem der Anschlag gilt: Rieke oder dem Kommissar.

Deshalb erfolgt die Aufklärungsarbeit in zwei unterschiedliche Ermittlungslinien, die aber keine schnellen Ergebnisse bringen. Das Team vom Kommissar gibt sein Bestes, auch wenn Altje wieder einmal viel auf dem Hof ihrer Eltern zu tun hat und ölverschmiert am Tatort erscheint, weil der Unimog kaputt ging. Ulfert kann seine Erfahrungen vom BKA Berlin einbringen, um Näheres zum Schützen und zum Tathergang herauszufinden. Doch die polizeilichen Recherchen kommen kaum voran.

Der Schreibstil von Alfred Bekker ist flüssig und lässt sich ausgezeichnet lesen. Die Geschichte ist spannend und komplex. Sie fesselt von Beginn an.
Bald gibt es ein menschliches Todesopfer, welches in einem Tretboot auf dem Großen Meer treibt... und bei der Sichtung der Leiche macht Altje eine ungewöhnliche Entdeckung, die den Ermittlungen eine neue Richtung und eine vielversprechende Spur zeigt.

Alfred Bekker erzählt in unterschiedlichen Handlungssträngen eine fesselnde und spannende Geschichte und verknüpft die Fäden geschickt. Erst zum Schluss wird sichtbar, wie der Fall schlüssig gelöst werden kann.
Auch der Reporter Tammo Tjaden, der immer wieder bei Steens Ermittlungen auftaucht, kann in diesem Fall seine Hilfsbereitschaft beweisen und hier menschlich dem Kommissar näher kommen. Vielleicht entwickelt sich doch noch eine echte Freundschaft zwischen den beiden?

Fazit:
Der Krimi ist gut strukturiert aufgebaut, hat viele Handlungsansätze, die nicht geradlinig zur Lösung führen und die Spannung bis zum Schluss aufrecht erhalten.
Mich hat „Der Tote im Tretboot“ gefesselt und mir eine wirklich spannende Lesezeit beschert. Deshalb vergebe ich eine 5 Sterne sowie eine klare und eindeutige Leseempfehlung.

Bewertung vom 22.10.2022
Uliczka, Rolf

Skippertod in Neßmersiel. Ostfrieslandkrimi (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Der Beginn des neuen Krimis der Reihe „Kommissarin Femke Peters ermittelt“ ist spektakulär. Im Hafen von Neßmersiel explodiert am frühen Morgen ein Sportboot. An Bord sind der IT-Experte Gonzalo Hofmann und seine Geliebte Julia. Zu gleichen Zeit verschwindet Julias Lebensgefährte, der den beiden auf die Schliche gekommen ist. Hat er den Sprengsatz gelegt und ist danach untergetaucht?

Kommissarin Peters und ihr Team erwartet ein vielschichtiger Fall, bei dem Einiges nicht so ist, wie es zunächst den Anschein hat. Als eine weitere Leiche gefunden wird, geraten die Ermittlungen richtig in Fahrt!
Der Schreibstil von Rolf Uliczka ist flüssig und sehr gut lesbar. Die Geschichte ist spannend und komplex. Sie fesselt den Leser von Beginn an. Spuren führen in verschiedene Richtungen. Bald ergeben sich ganz neue Dimensionen, die weit über Ostfriesland hinaus reichen.

Erst nach mehreren Irrungen und Wirrungen kommt das Team zum Ziel und kann die Verbrechen schlüssig aufklären. Doch der Zufall spielt in diesem Krimi eine recht große Rolle. Die relativ ausführlich beschriebenen Nebenschauplätze sind interessant, doch zur Auflösung tragen sie relativ wenig bei. Dennoch erzählt der Autor auch in diesen Handlungssträngen eine fesselnde und spannende Geschichte. Erst zum Schluss wird sichtbar, wie diese Fäden miteinander und dem Hauptstrang verknüpft sind.

Fazit:
Der Krimi ist gut strukturiert aufgebaut, hat viele Handlungsansätze, die nicht geradlinig zur Lösung führen und die Spannung bis zum Schluss aufrecht erhalten.
Mich hat „Skippertod in Neßmersiel“ gefesselt und mir eine wirklich spannende Lesezeit beschert. Deshalb vergebe ich eine 5 Sterne sowie eine klare und eindeutige Leseempfehlung.