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Jazz

Bewertungen

Insgesamt 664 Bewertungen
Bewertung vom 14.05.2019
Visser, Judith

Mein Leben als Sonntagskind


sehr gut

"Mein Leben als Sonntagskind" von Judith Visser ist ein autobiographisch angehauchter Roman.


Inhaltlich geht es insbesondere um die ersten 18 Jahre um Jasmijn Vink, in denen sie sich versucht in den normalen Lebensalltag in der Welt zu integrieren und meist gar nicht versteht, was sie denn falsch macht, da alles, was sie tut in ihren Augen nur logisch ist. Sie kann Lautstärke und zu viel Licht nicht leiden, nimmt alles ernst und wörtlich und und und. Probleme sind hier vorprogrammiert!

Kritik: Nach einer Weile zieht sich das Buch mühselig in die Länge. Schade, denn eigentlich ist es wirklich sehr aufschlussreich und interessant in die Gedankenwelt von einem Menschen mit Asperger-Syndrom zu begeben. Allerdings ist sie hiermit mit bisschen zu vielen Details ein wenig über das Ziel hinausgeschossen.

Bewertung vom 06.05.2019
Schlie, Tania

Die Kirschen der Madame Richard


gut

"Die Kirschen der Madame Richard" von Tania Schlie ist ein kurzweiliger Liebesroman über Miriam Richard, die im Urlaub in einem kleinen Dorf in Frankreich sich Hals über Kopf in ein leer stehendes Haus verliebt und beschließt nicht mehr zurück zu kehren.


Miriam, Ende 40, geschieden mit einer erwachsenen Tochter, sucht ihren Sinn im Leben. Genervt von Hamburg und dem immerzu kalten, tristen, regnerischen Wetter, findet sie ihren Neuanfang, ihre Bestimmung in der Kirschenernte, in der sie bisher keinen Fuß gefasst hatte. Allerdings sind all die Einwohner des winzigen Dorfs so hilfsbereit, dass sie sich schon nach kurzer Zeit heimisch fühlt und fast alles versteht als Nicht-Muttersprachlerin.

Pos: SIe wird als toughe Frau dargestellt, die alles selbst regeln kann. Allerdings wird sie manchmal von Zweifeln geplagt (was auf Dauer etwas nervt, da es sich immer um dasselbe Thema handelt).

Con: Da ihr so ziemlich alles gelingt, wird der Leser möglicherweise eifersüchtig und empfindet keine große Sympathie für Miriam. Oder das Buch erscheint mit der Zeit etwas unrealistisch (denn wem gelingt denn schon sofort alles perfekt?).

Fazit: Man geht mit wenig Erwartungen an das Buch und erhält einen nicht perfekt gelungenen Liebesroman mit wenig Tiefgang und leider auch wenig Witz. Eine Urlaubslektüre, die man alsbald wieder vergisst, wie es mit den meisten dieses Genres üblich ist.

Bewertung vom 19.04.2019
Chen, Uen

Der erste Kaiser


ausgezeichnet

"Der erste Kaiser" von Chen Uen ist ein Comic über den ersten Kaiser Chinas Ying Zheng.


Inhaltlich ist dieser Band in zwei Teile untergliedert, wobei diese in jeweils 3 Kapitel geteilt sind. Die ersten Seiten der beiden Teile sind farbig gestaltet, der Großteil somit in Schwarz/Weiß gehalten.

Ying Zheng ist ein Herrscher eines Teils Chinas mit nur 13 Jahren. Er freundet sich im ersten Teil mit dem Philosophen Han Feizi an, den er aus einem verfeindeten Teil Chinas bringen lässt.

Im zweiten Teil kämpft er mit Li Mu, einem aus einem weiteren verfeindeten Landesteil Chinas. Insgesamt ist China zu der Zeit des ersten Kaisers in sechs Gebiete geteilt, die Ying Zheng zu vereinen ersucht...auf blutigem Weg.

Fazit: Empfehlenswert für alle Chinabegeisterte und -interessierte, die einen malerischen Einstieg in die alte Geschichte Chinas ersuchen.

Bewertung vom 18.04.2019
Horvat, Jakob

Weltnah


gut

"Weltnah" von Jakob Horvat ist ein wahrheitsgetreuer Roman über die Weltreise, die selbiger von Ende 2016 bis Ende 2017, geführt hat.


Anfangs reist er mit einem guten Freund, der ihn überhaupt erst auf die Idee gebracht hatte. Sie beginnen in Wien und wollen auf das Fliegen verzichten. Nach nur wenigen Wochen verwirft er den Plan und erklärt in keinem einzigen Wort, warum er sich denn nun entschlossen hat doch zu fliegen.

Inhaltlich ist das Buch in kurze Kapitel gehalten, die jeweils einen Ortsteil näher gebracht haben. Leider reist er viel mehr als, dass er beschreibt. Warum er manche Länder/Orte komplett auslässt, bzw. nur in ein, zwei Sätzen anreißt? Keinerlei Begründung, denn genug Stoff sollten doch bspw. der Machu Picchu oder Indonesien bieten...

Positiv: In vielen Kapiteln sind NeoReader Codes, die einen auf seinen YouTube Kanal führen, in denen er seine Reisen visuell zeigt (Auf den Videos erschien er mir viel sympathischer - möglicherweise, da er im Buch auch Negatives schreibt, während er auf den Videos scheinbar nur vor Glück strotzt).

Zusammengefasst: Das Buch hat so seine Höhen und Tiefen. Zeitweise sehr langatmig, nichtssagend,...als ob er ein Buch für sich selbst geschrieben hätte...um sich seiner persönlichen Probleme bewusst zu werden und eine Lösung zu finden.

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Bewertung vom 02.04.2019
Foley, Lucy

Die leuchtenden Tage am Bosporus


ausgezeichnet

"Die leuchtenden Tage am Bosporus" von Lucy Foley ist ein Liebesroman, der sich in der Nachkriegszeit (1921) in Istanbul abspielt.


Inhaltlich geht es um Nur, eine Frau, die sich um ihre Mutter, Großmutter und einen Jungen kümmert. Ziemlich tragisch zerrissene Familiengeschichte, mehr will ich nicht verraten. Als der Junge krank wird, ihr Hausarzt umgezogen ist, das zuständige Krankenhaus überfüllt ist, geht Nur zum britischen Militärkrankenhaus, indem George, der Oberarzt den Jungen stationär aufnimmt und Nur ihn täglich von nun an besucht.

Stilistisch: In sehr kurzen Abschnitten (manchmal nur 1, 2 Seiten) wechseln sich die Perspektiven. Mal liest man aus der Sicht Georges, mal die des Jungen, mal von Nur und einem geheimnisvollen Reisenden, der um 1960 reist und einem Gefangenen, der sich noch mitten in den Geschehnissen des Kriegs befindet. Wem abrupte Szenenwechsel nicht stören, dem ist das Buch sicherlich wärmstens zu empfehlen.
Zudem schreibt Foley sehr malerisch. Man muss oftmals zwischen den Zeilen lesen, um zu verstehen, was gerade passiert/passieren wird/angekündigt wird.

Kritik: Die Liebe wirkt auf mich ein wenig einseitig und geht auch nicht wirklich in die Tiefe (meiner Meinung nach, manch anderem wird es sicherlich genügen).

Bewertung vom 30.03.2019
Guinut, Aloïs

Dress like a Parisian


sehr gut

"Dress like a Parisian" von Alois Guinut ist ein kompaktes Nachschlagewerk rund um das Thema Kleidung und einzigartigen Stil der Pariserinnen.


Inhaltlich ist es gut gegliedert in doppelseitigen Kapiteln, die kurz verschiedene Typen beschreiben und Tipps und Ratschläge geben. Beispielsweise: Muster, Farben, Make-Up, Schuhe, Accessoires,... Mit vielen Fotos und Vorschlägen, wie man kombinieren kann, wo man kaufen sollte, ...

Positiv: Ich habe in solch einem Werk nicht erwartet "Plus-Size" abgebildet zu sehen, sondern eher ausschließlich die Pariser Klischee-Magermodels. Dass Paris inzwischen wirklich so fortschrittlich ist: Lobenswert!

Durch viele Interviews mit Pariserinnen lernt man verschiedene Typen kennen. Hier findet man sicherlich eine, die man als Vorbild nehmen kann und sympathisch findet.

Kritik: Mir fehlt ein wenig der sportliche Aspekt. Anscheinend ziehen sich Pariserinnen absolut unsportlich an. Ich frage mich nämlich schon lange, wie man eine Jogginghose kombinieren kann ohne auf den Bauchfrei-Trend setzen zu müssen und gleichzeitig dennoch nicht gammlig wirkt...
Einige Male wirken die abgebildeten Fotos, die das Beschriebene als Beispiel zeigen sollen, etwas fehl interpretiert.
Es kommen wirklich sehr viele Begriffe vor, mit denen ich als Laie nichts anfangen konnte und diese erst recherchieren musste, um bspw. herauszufinden, was ein Batikmuster, Vichymuster etc. ist...hier wären ein paar kleine Ausschnitte, die versch. Musterarten direkt zeigen hilfreich.

Fazit: Jemand, der den Stil einer Parisian kopieren möchte, dem ist das Buch wärmstens zu empfehlen.

Bewertung vom 25.03.2019
Klatt, Myriam

Und plötzlich Liebe


ausgezeichnet

"Und plötzlich Liebe" von Myriam Klatt ist ein zuckersüßer Liebesroman.


Inhaltlich: Maja hat Flugangst und geht keine Risiken ein und mag Langeweile. Ihr Freund Stephan dagegen würde gerade Abenteuerurlaub machen... Es kommt, wie so oft: Ungerechterweise muss nun Maja ihre Angst überwinden und nach Bolivien reisen, um das Reisebüro zu retten, in dem sie arbeitet. Dort angekommen ist ihr Geschäftspartner ein neues, wildes Abenteuer für sie. Maja kommt in Versuchung. Alte, bewährte Liebe oder doch lieber das neu entdeckte spannende wilde Abenteuer?

Stilistisch: Gespickt mit unglaublich viel Situationskomik, wofür zu 97 % die geschiedenen Eltern von Maja "Schuld" sind. Außerdem in der Ich-Person aus der Sicht von Maja geschrieben.

Fazit: Wundervoll, herrliche, lustige, leichte Sommerlektüre für Frauen!

Bewertung vom 25.03.2019
Cebeni, Valentina

Die Wildrosentöchter


sehr gut

"Die Wildrosentöchter" von Valentina Cebeni ist ein Liebesroman, der sich in der heutigen Zeit abspielt, wobei die Protagonistin Cassandra in ihrem Garten eine Kiste findet, in der sich ein Brief und andere wichtige Dokumente befinden. Der Brief ist unterschrieben von Anita. Wer ist Anita und hat sie ihre große Liebe Hendrik wieder gefunden nach dem Ende des Kriegs? Und was ist mit ihrem gemeinsamen, beim Verfassen des Briefs noch ungeborenen Baby passiert?


Gleichzeitig kämpft Cassandra zudem selbst mit ihrem Leben, da sie ihren Ehemann vor einem Jahr aufgrund von Krebs verloren hat und nun für ihre gemeinsame Tochter weiterleben muss. Mit ihrer Schwiegermutter begibt sich Cassandra nun auf die Suche nach Anita, wobei ihr der Weinlesemitarbeiter Enea eine große Stütze bietet.

Stilistisch: Der Roman ist ausschließlich aus der Ich-Perspektive aus Cassandras Sicht geschrieben. Hin und wieder wirkten auf mich einige Szenen wie geschrieben, aber unrealistisch, unharmonisch, abgehakt.

Fazit: Cebeni hat einen Frauenroman mit ein wenig Tiefgang geschrieben, denn ich bin nicht auf die Lösung des Anita-Rätsels gekommen, wirklich brillant durchdacht.

Bewertung vom 22.03.2019
Lemaître, Pierre

Die Farben des Feuers / Die Kinder der Katastrophe Bd.2


ausgezeichnet

"Die Farben des Feuers" von Pierre Lemaitre ist ein ausgezeichneter Roman, der sich in der Zeit zwischen beiden Weltkriegen abspielt.


Inhaltlich geht es um Madeleine, die ihr gesamtes Erbe aufgrund von falschen Freunden und Verwandten falsch investiert und alles verliert. Doch das will sie sich nicht gefallen lassen und beginnt bald darauf einen perfiden Akt der Rache, der ausgefeilt ist, der es in sich hat, auf den man niemals, auch nicht in den kühnsten Träumen, kommen würde.

Stilistisch: Die ersten 100 Seiten sind eine Etappe, die man wirklich zurücklegen muss. Der Stil ist gewöhnungsbedürftig, wenn nicht sogar anstrengend, aber wenn man dies eben geschafft hat, absolut lohnenswert und humorvoll!

Kritik: Es kommen ein paar Sätze auf polnisch, die nicht übersetzt werden.

Fazit: Man wird sich nach dem Lesen des Romans fragen: Wem kann ich trauen? Was für Fehler habe ich bisher begangen?

Empfehlenswert für Fans von "Gone Girl" und Jonas Jonassons Humor. Ein Buch, das im Kopf bleibt und sicherlich nach einiger Zeit erneut gelesen wird.