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Leseigel
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Villingen

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Insgesamt 1082 Bewertungen
Bewertung vom 26.05.2022
Heymann, Dieter

Das Sterben auf Neuwerk


sehr gut

Mord in der Familie
Normalerweise sollte eine Beerdigung Anlass für Versöhnung und Zusammenhalt sein. Doch die Gräben zwischen den Mitglieder der Familie Godeffroy sind so tief, dass bei Beerdigung des Vaters von Anfang an eine Atmosphäre von Hass und Missgunst herrscht. Noch am Tag der Beerdigung wird ein Familienmitglied ermordet.

Schauplatz des Krimis ist die Insel Neuwerk. Diese Wahl fand ich sehr gelungen. Zum einem schildert der Autor die Insel sehr anschaulich und setzt die markanten Punkte der Landschaft gekonnt in Szene. Zum anderen wird der Kreis der Verdächtigen auf die Besucher der Insel beschränkt, da ein Sturm den Tatort von der übrigen Umwelt isoliert.

Zu Beginn scheint jeder verdächtig. Alte Familienstreitigkeiten, Kränkungen und unsaubere Geschäfte kommen ans Licht. Zu meinem Leidwesen wurde jeder meiner Verdächtigen ziemlich schnell ins Jenseits befördert. Der aufmerksame Leser findet aber einige Hinweise , die auf den Mörder deuten.

Mit Kommissar Bruns betritt ein ausgesprochen sympathischer Ermittler die Bühne. In meinen Augen hat er die Empathie und notwendige Distanz, um den Fall zu lösen. Unterstützung bekommt Bruns vom zufällig auf der Insel Urlaub machenden Arzt Dr. Nolden. Der punktet mit seiner zurückhaltenden Art und seiner medizinischen Kompetenz. Ich hoffe, dass er auch in den Folgebänden seinen Auftritt hat.

Die Entdeckung des Mörders war keine all zu große Überraschung. Trotzdem fand ich den Krimi sehr spannend. Dies resultiert daraus, dass der Weg zur Lösung sehr unterhaltsam und fesselnd war. Man gut mit raten konnte und nicht zuletzt hat der Charme des Schauplatzes überzeugt.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 22.05.2022
McCreight, Kimberly

Freunde. Für immer.


ausgezeichnet

Alte Freunde - Alte Schuld
Vorgeblich treffen sich die alten Collegefreunde, um Jonathans Junggesellenabschied zu feiern. Der eigentliche Grund ist jedoch, den drogenabhängigen Keith in eine Entzugsklinik zu bringen. Das Treffen ist nicht nur aus diesem Grund nicht ungetrübt. Zum einem gibt es viele ungeklärte Fragen zwischen den einzelnen Personen. Zum anderen hat Keith einen Bekannten, Finch, mitgebracht. Ein mehr als unangenehmer Zeitgenosse, den niemand wirklich leiden kann. Ständig kommt es zu Streitigkeiten.
Als Derrick und Keith plötzlich verschwunden sind und Derricks Auto mit einer nicht zu identifizierenden Leiche aufgefunden wird, schaltet sich die örtliche Polizei in Gestalt von Detective Julia Scutt ein. Die Darstellung der Ereignisse durch die Freunde erscheint stimmig, bis immer mehr Ungereimtheiten auftauchen.
Der Thriller beginnt fast zu bedächtig. Alte Freunde, die sich durch die Jahre etwas entfremdet haben, treffen sich, um dem drogenabhängigem Keith zu helfen. Die Stimmung ist angespannt. Keiner sagt, was er wirklich denkt oder fühlt oder wie genervt er ist. Als zwei der Freunde verschwinden, hatte ich die Vermutung, es handelt sich um späte Rache wegen der Ereignisse während der gemeinsamen Studienzeit, die wie eine dunkle Wolke über allen schweben.
Ich habe Julia Scutt aufrichtig bewundert für ihren Langmut bei den Vernehmungen. Schnell zeichnet sich ab, dass die Clique lügt wie gedruckt. Jeder gibt nur das preis, was durch andere bereits offenbart wurde. Stück für Stück ergibt sich ein völlig neues Bild, sowohl der Vergangenheit als auch der aktuellen Ereignisse.
Die Lösung des Rätsels war eine echte Überraschung und der Weg dorthin für mich fesselnd und mit vielen zum Teil erschreckenden Wendungen gepflastert.
Besonders erwähnenswert finde ich den Erzählstil. Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht der einzelnen Beteiligten in der Ich-Form erzählt. So ergeben sich informative Einblicke in die jeweilige Persönlichkeit und eine unterschiedliche Sichtweise auf die Beziehungen. Das erzeugt eine eindrucksvolle Spannung und macht für mich den besonderen Reiz des Buches aus .
In meinen Augen ist der Thriller absolut lesenswert und von einer packenden Dramatik.

Bewertung vom 21.05.2022
Engel, Cornelia

Im Schatten der Vanille


ausgezeichnet

Aufbruch in ein neues Leben
Aus für sie nicht mehr zu ertragenden Lebensumständen flieht Elisabeth von Lübeck nach Sansibar. Sie hofft dort auf die Unterstützung ihres Onkels, der ein Handelskontor betreibt. Zu ihrem Entsetzen ist der Onkel tot und sie steht vor der Herausforderung, sich in einer frauenfeindlichen und ihr unbekannten exotischen Welt ihren Platz zu finden und vielleicht auch ihr persönliches Glück.

Ich habe die junge Elisabeth von der ersten Seite an bewundert. Ich glaube nicht, dass ich den Mut hätte , mich in ein mir unbekanntes Land ohne ausreichende Mittel und Kenntnisse der Lebensumstände aufzumachen.

Zum Glück lernt Elisabeth bereits auf der Überfahrt den dortigen Arzt, einen Landsmann, kennen. Er bietet ihr an, in seiner Praxis mitzuhelfen, was Elisabeth dankbar annimmt. Das hilft ihr aber bei ihrem eigentlichen Vorhaben nicht weiter. Sie hat versprochen, ihrem Bruder eine Ladung Gewürznelken zu verschaffen. Doch die Türen der männlichen Pflanzerwelt bleiben ihr verschlossen. Lediglich der undurchsichtige Gramberg macht ihr Hoffnung auf einen möglichen Handel. Ich mochte ihn nicht, denn er wirkt unaufrichtig, manipulativ und ja auch grausam. Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich Elisabeth vor ihm gewarnt. Mein Herz gehörte von Anfang an dem Pflanzer Preston, den ein Geheimnis umgibt. Leider waren Elisabeth und er wie Hund und Katze miteinander.

Am Ende des ersten Bandes dieser Familiensaga scheint die Lösung einiger Probleme in greifbarer Nähe, obwohl es genug Unwägbarkeiten gibt.

Das Lesen des Romans hat großen Spaß gemacht. Zum einen muss man Elisabeth einfach ins Herz schließen. Sie hat schwere Zeiten durchgemacht und hatte den Mut, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Ich habe sie für ihr Durchhaltevermögen, ihren Mut und ihre Empathie geschätzt.

Mindestens genau so viel Freude haben mir die Beschreibungen der Insel und der damaligen Lebensverhältnisse bereitet. Elisabeth war mehrmals im Sultanspalast zu Gast und das ließ die Atmosphäre aus Tausendundeiner Nacht lebendig werden. Der erschreckende und Mitleid heischende Gegensatz dazu waren die Einblicke in das Leben der Sklaven auf den Plantagen. Und wie immer wenn ich Geschichten aus früheren Zeiten lese, bin ich wütend darüber wie herablassend und demütigend Frauen behandelt werden.

Es gibt viele Gründe, sich auf die Fortsetzung zu freuen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 15.05.2022
Kindler, Sonja

Hundstage


ausgezeichnet

Tödliche Provinz
Im beschaulichen Blumberg geht die Angst um. Eine junge Frau, alleinerziehende Mutter, wurde umgebracht - nein geradezu abgeschlachtet. Kurz darauf schlägt der Täter erneut zu.

Kriminalhauptkommissarin Ines Sandner und ihr Team suchen fieberhaft nach einem Motiv und nach dem entscheidenden Hinweis auf den Täter.

Ein Grund, warum ich das Buch lesen wollte, war, dass der Regionalkrimi in meiner Heimat angesiedelt ist. Ich finde der Autorin ist es sehr gut gelungen, die richtige Dosis Lokalkolorit in die Handlung einzubauen. Ich habe mich gefreut, weil die Polizei an mir bekannten Orten ermittelt und für Ortsfremde sind die Beschreibungen nicht ermüdend, sondern wecken vielleicht eher den Wunsch, dort einmal Urlaub zu machen.

Davon abgesehen war die Handlung packend und hat mich auf eine aufregende Mörderjagd geschickt. Schon die Suche nach dem Motiv gestaltete sich schwierig, weil das 1. Opfer war sehr beliebt und lebte sehr solide und mit niemandem im Streit.

Gut gefallen hat mir, dass es einzelnen Szenen außerhalb der Ermittlungen gab, die mir als Leser einen Wissensvorsprung verschafften und gleichzeitig die Spannung erhöhten, weil ich manche Entwicklung viel bedrohlicher empfunden habe und dennoch keine Vorstellung vom Täter hatte. Die Zeugenbefragungen waren lebendig geschildert und lösten manchmal bei mir Betroffenheit, aber auch Heiterkeit aus.

Am Ende wurde es dann richtig dramatisch, denn ein Teammitglied gerät in Todesgefahr.

Ein weitere Pluspunkt des Krimis war in meinen Augen, dass alle Kriminalbeamten normale Menschen waren - keine Alkoholprobleme, keine psychischen Auffälligkeiten, sondern nur alltägliche Macken.

Mein Fazit ist deshalb sehr positiv. Die Handlung war fesselnd und kurzweilig. Ich konnte über die Person des Täters spekulieren und war mit dem Ende völlig zufrieden.

2 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 05.05.2022
Engel, Nora

Gretas Erbe / Die Winzerin Bd.1


ausgezeichnet

Unterhaltsame Reise in die 70ziger Jahre
1954 kommt Greta als uneheliches Kind zur Welt. Ihre Mutter stirbt bei ihrer Geburt. Ihren Vater kennt sie nicht. Die Weinbauernfamilie Hellert, bei der Gretas Mutter als Magd gelebt hat, nimmt sie als Ziehkind auf.

Ziehvater Harald ist ganz den alten Traditionen verhaftet. Er hat das Sagen, Mädchen heiraten und tun, was man ihnen sagt. Greta ist sich immer bewusst, dass sie ein Fremdkörper in der Familie ist. Dabei sehnt sie sich danach, dazu zu gehören. Sie liebt Bücher, möchte studieren. Doch das bleibt ein Traum. Nur gut, dass es den Hellert- Sohn Robert gibt, der auch von einem Leben außerhalb der engen Grenzen der Familie träumt. Ist Robert der Schlüssel zu einem selbst bestimmten Leben ? Da greift das Schicksal auf dramatische Weise in Gretas Leben ein.

Gretas Geschichte hat mich schnell gefangen genommen und tief bewegt.

Obwohl der Roman in nicht all zu weit zurückliegender Vergangenheit spielt, erscheinen die geschilderten Verhältnisse wie aus einer anderen Welt.

Greta ist den Launen und Vorurteilen der Hellerts hilflos ausgeliefert. Zwar werden ihre Grundbedürfnisse befriedigt, aber dafür muss sie von klein auf auf dem Weingut mitarbeiten. Natürlich bestimmt der Hausherr, welche Ausbildung sie machen darf. Gretas Begabungen und Träume spielen keine Rolle. Im Gegenteil man erwartet Dankbarkeit.

Ich habe Greta bewundert, dass sie sich durch all die Demütigungen nicht brechen lässt und weiter daran glaubt, ihre Träume verwirklichen zu können.

Die Hellerts wurden mir mit jeder Seite unsympathischer. Selbst wenn ich zugute halte, dass es andere Zeiten waren, benehmen sie sich gegenüber Greta einfach nur herzlos und behandeln sie wie einen Menschen 2. Klasse. Das war manchmal kaum auszuhalten und ich habe vor Wut die Fäuste geballt. Auch der vermeintliche Hoffnungsträger Robert versteht Gretas Wunsch nach Unabhängigkeit nicht.

Gretas Lebensweg erhält durch einen Unglücksfall eine einschneidende Wendung. Ob zum besseren wird sich im Folgeband zeigen.

Was mein persönliches Leseglück bei diesem Buch vervollständigt hat , ich habe die 70ziger selbst erlebt. Es wurden ganz viele Erinnerungen wach gerufen, die bereits vergessen schienen. Ich finde die Autorinnen haben das damalige Lebensgefühl perfekt eingefangen . Somit ist das Buch nicht nur ein packender Unterhaltungsroman, sondern auch ein interessanter und informativer Ausflug in die nahe Vergangenheit.

Bewertung vom 03.05.2022
Ross, Jacob

Die Knochenleser


sehr gut

Schlangen im vermeintlichem Paradies
Gleich zu Beginn des Buches habe ich mir Sorgen um Michael "Digger" Digson , der die Ereignisse aus seiner Sicht schildert, gemacht . Er wird ziemlich rüde zur Polizeiwache gebracht und ich war mir sicher, dass es nicht gut für ihn ausgeht. Welche Überraschung, dass er das Angebot bekommt, bei der Polizei zu arbeiten und es tatsächlich, wenn auch widerwillig annimmt.
Ich begleite Digger über mehrere Jahre in seinem Berufsleben und lerne ihn näher kennen. Was ich sehe, gefällt mir ausgesprochen gut. Er setzt sich für die Opfer ein, ist empathisch und respektiert Frauen, was für die karibische Gesellschaft sehr ungewöhnlich ist.
Sein Vorgesetzter Malan ist Diggers genaues Gegenteil und konnte mich deshalb nicht für sich einnehmen.
Dann stößt völlig überraschend noch eine junge Frau, Miss Stanislaus, zur Polizeieinheit. Sie ist selbstbewusst , intelligent und von Anfang an in Opposition zu Malan, was in meinen Augen eindeutig für sie spricht.
Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Ein alter Fall eines verschwundenen Jungen führt zu einer Religionsgemeinschaft, die so gar nicht europäischen Vorstellungen entspricht. Alte Rechnungen wollen beglichen sein und machen den Fall für Digger zu einer persönlichen Angelegenheit.
Mich hat von der ersten Seite an die Erzählweise völlig überzeugt. Es war, als ob ein alter Freund mir aus seinem Leben erzählt. Hinzu kommen die Eindrücke der Insellandschaft, die Beschreibungen des täglichen Lebens und Einblicke in die gesellschaftlichen Verhältnisse, die gelegentlich ein gewisses Befremden bei mir hervorgerufen haben. Besonders ungewöhnlich fand ich die Regeln der Religionsgemeinschaft. Und für mich unerträglich und ein Gefühl von Wut erzeugend war die Darstellung, wie Frauen behandelt werden und wie ihr Leben aussieht.
All das zusammen ergibt einen ungewöhnlichen und dabei packenden Krimi, den ich kaum aus der Hand legen wollte.

Bewertung vom 02.05.2022
Meighörner, Jeannine

Die silberne Riesin


sehr gut

Madame Clara trifft die gekrönten Häupter ihrer Zeit
1740 lernt der holländische Kapitän Douwe Mout auf einer Reise nach Bengalen das Rhinozeros Clara kennen. Durch eine Laune des Schicksals wird er ihr neuer Besitzer und bringt sie nach Europa. Das verändert sein Leben von Grund auf. Er quittiert den Dienst und reist mit Clara durch Europa und stellt sie gegen einen Obolus zur Schau. Und er verdient gut, denn Clara ist eine Sensation.

Ich fand die Idee ungewöhnlich, ein Nashorn auf seiner Reise durch Europa zu begleiten. Am Ende des Buches war ich begeistert. Ich habe Clara von der ersten Zeile an ins Herz geschlossen. Sie ist sanft und so voller Vertrauen gegenüber ihren menschlichen Begleitern. Und ich habe mit ihr gelitten, weil sie jahrelang durch die Lande gekarrt wurde, eingepfercht in einen Kasten und zur Belustigung der Massen zur Schau gestellt.

Gleichzeitig hat mich die Reise durch die bedeutendsten Städte der damaligen Zeit gefesselt, da ich viele berühmte Persönlichkeiten jener Epoche kennenlernen durfte.

Ich habe viel über sie erfahren, allein dadurch, wie sie Clara begegnet sind. Kaiserin Maria Theresia, die Mout adelt, um dadurch Friedrich , den Großen, auszustechen, der in meinen Augen Clara als Lebewesen und nicht nur als Wunderding wertschätzt. Ludwig XV, der Clara für seine Menagerie will, um seinen Ruhm zu vergrößern. Madame Pompadour, die auf Clara eifersüchtig ist und sie los werden will. Nur die Kirchenoberen waren sich einig, indem sie Clara als Ausgeburt der Hölle verdammen.

Der Roman war kurzweilig zu lesen mit traurigen und humorvollen Szenen und hat mir Geschichte einmal aus einem völlig anderen , aber sehr erhellenden Blickwinkel näher gebracht.

Bewertung vom 01.05.2022
Bayard, Louis

Der denkwürdige Fall des Mr Poe


ausgezeichnet

Mit Poe auf Mörderfang

Ein Kadett der West Point Akademie wird ermordet. Ein abscheuliches Verbrechen, das nach Aufklärung verlangt, zumal auch die weitere Existenz der Einrichtung davon abhängt. Da trifft es sich, dass Landor, eine ehemaliger Polizeispion, willens und in der Lage scheint, den Täter ausfindig zu machen. Da Landor nicht dem Militär angehört, soll ihn Kadett Poe bei den Ermittlungen unterstützen.

Indizien weisen auf einen Zusammenhang zu einem Teufelskult hin. Doch auch Poe scheint ein möglicher Verdächtiger.

Da ich Poes Prosa sehr liebe, war mein Interesse für das Buch schnell geweckt.

Der Beginn ist ungewöhnlich. Landor gibt die Ereignisse in einem Bericht wieder und kündigt gleichzeitig seinen nahen Tod an. Das heißt, ich verfolge die vergangenen Ereignisse durch Landors Augen.

Die Ermittlungen gestalten sich für Landor schwierig, da er kein Mitglied der Akademie ist und dort strenge Regeln gelten. Durch Zufall lernt er den Kadetten Poe kennen, der ihm durch seine rasche Auffassungs- und Beobachtungsgabe als geeigneter Helfer erscheint.

Poe ist eher der Einzelgänger, intelligent, zum Widerspruch neigend und sehr einsam. Ich mochte ihn sehr und habe mich gefreut, als er sich in Lea, die Tochter des Regimentsarztes , verliebt. Schnell steigt sie aber zu einer der Hauptverdächtigen im Mordfall auf und lässt mich an der Echtheit ihrer Gefühle zweifeln.

Landor war mir nicht wirklich sympathisch. Er wirkte auf mich kalt und den Menschen wenig zugewandt aber brillant in seiner Ermittlungsarbeit.

Das Ende des Buches war für mich ein echtes Highlight und war so nicht zu erwarten.

Ein weiterer Grund zur Freude war für mich die Sprache, die mich stark an Poes Erzählstil erinnert hat. Die Erzählweise ist bedächtig und manchmal ausschweifend und hat mich dennoch gefesselt. Andere mögen sie als langatmig und zeitweise langweilig empfinden.

Mir hat der Roman ausgesprochen gut gefallen, da meine Erwartungen erfüllt wurden. Das Buch ist in meinen Augen eine Hommage an Poe. Die Handlung empfand ich als packend und das Ende war einfach nur der Hammer.