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Sommer
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Insgesamt 463 Bewertungen
Bewertung vom 09.07.2016
Shepherd, Catherine

Krähenmutter / Laura Kern Bd.1


ausgezeichnet

Catherine Sheperd-Krähenmutter

Das Böse lauert immer hinter einer freundlichen Maske. Dieser Satz preist den Inhalt des Thrillers " Krähenmutter" an. Und dieser Satz beschreibt den Kern dieses Buches wirklich ausgesprochen gut.

Die Ermittlerin Laura Kern und ihr Kollege Max arbeiten beim LKA in Berlin. Als sie zum Entführungsfall des kleinen Henri Nussbaum, der in einem Supermarkt entführt wurde, hinzugezogen werden, ist ihnen schnell klar, dass dieser Fall anders ist als die meisten ähnlichen Fälle die sie bereits kennen. Meist folgt eine Lösegeldforderung, doch diese scheint hier auszubleiben.
Auf Laura und Max lastet ein enormer Druck, denn die Innenministerin Marion Schnitzer will Fortschritte sehen, doch dieser Fall ist so knifflig und die Aussicht auf ein Happy End schwindet von Tag zu Tag. So sagt die Statistik, dass die Kinder die nicht schnell gefunden werden, in der Regel gar nicht oder tot wieder auftauchen. Ein Szenario das Laura für sich nicht akzeptieren kann.

Die Geschichte ist äußerst spannend. Zum einen der Kriminalfilm, und zum anderen die Geschichte die parallel erzählt wird. Der Leser erfährt schon sehr früh von der Existenz eines Jungen, der nur Baby genannt wird. Baby lebt bei einer Mutter die sich um viele Kinder kümmert. Es ist alles von Anfang an dubios, doch neue Erkenntnisse darf man nur nach und nach genießen. Das stellt die Nerven auf eine Zerreißprobe, die diesen Thriller ausmacht. Die Verbindungen und Wendungen die sich während des Lesens auftun, sind sehr spannend, dieser Thriller langweilte mich an keiner Stelle.

Die Charaktere, allen voran Laura Kern, sind gut beschrieben, und bringen ein eigenes Leben mit ins Geschehen. Laura hat selbst ein schweres Trauma erlebt in ihrer Kindheit, und zehrt immer noch an diesen Eindrücken. Die zarten Bande, die sie mit ihrem Kollegen Max knüpfen wollte, scheiterten an ihrer Vergangenheit. Der neue Kollege Taylor Field bereichert die Story sowohl auf privater Ebene, als auch bei Lösung des Falls. Ein wirklich gelungenes Zusammenspiel!

Dieser Thriller bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung. Laura Kern konnte mich voll und ganz überzeugen. Catherine Shepherd ist in den Kreis der Autoren gerückt, die ich nun dauerhaft im Auge haben werde, um keine Neuerscheinung zu verpassen.

Bewertung vom 10.06.2016
Dazieri, Sandrone

In der Finsternis


ausgezeichnet

In der Finsternis-Sandrone Dazieri

Dieser Thriller wirbt mit diesem Satz um das Interesse der Leser: Dante Torre kann Menschen lesen, aber er hat teuer dafür bezahlt.

Der 6 jährige Dante wird entführt und in einem Silo gefangen gehalten. Ganze 11 Jahre lang verbringt der Junge dort, abhängig von der Gunst eines Mannes den er selbst den Vater nennt. Dante wird für die Kleinsten Verfehlungen bestraft, hat keinen Kontakt zur Außenwelt, ein schlimmes Schicksal. Doch nach 11 Jahren gelingt Dante die Flucht, doch das Grauen nimmt kein Ende. Er leidet an extremen psychischen Störungen, unter anderem an stark ausgeprägter Klaustrophobie. Nun als Erwachsener schafft er es nur mit Hilfe von Medikamenten sein Leben im Griff zu haben. Aber eines hat er in der Zeit im Silo gelernt, er kann Menschen sehr gut einschätzen, da es im Silo alles leichter machte die Launen des Vaters richtig zu deuten. Dante hilft nun als Berater bei einigen schwierigen Fällen, viele Anwälte legen großen Wert auf seine Meinung.

Als die beurlaubte Polizistin Colomba Caselli von Ihrem Vorgesetzten Rovere gebeten wird verdeckt zu ermitteln, lässt diese sich nur zögerlich darauf ein. Es geht ihr nach einem schlimmen Vorfall, der auch zu ihrer Beurlaubung geführt hat, gar nicht gut. Da Rovere ihr aber immer geholfen hat, kann sie ihm diese Bitte nicht abschlagen. Auf dessen Rat, wendet Colomba sich an Dante Torre. Die beiden merken schnell, dass das Verbrechen das Colomba untersuchen soll, nicht vom Vater des vermissten Jungen begangen wurde. Nein, Dante und Colomba sind sich schnell sicher, dass der Vater wieder zugeschlagen hat.

Dieser Thriller hat mir sehr gut gefallen. Ich war zu Beginn eher skeptisch, da ich leider wenig Gutes gehört hatte, doch nach den ersten Kapiteln war mir klar, dass dieser Thriller sehr spannend und fesselnd ist.
Dante Torres ist ein außergewöhnlicher Charakter, wie ich ihn bisher noch nicht erlebt habe. Auf der einen Seite verspürte ich Mitleid mit ihm, da er doch soviel erleiden musste. Auf der anderen Seite stand die Bewunderung darüber, dass er zum Wohl anderer gegen seine Ängste kämpft.
Colomba ist eine engagierte und ehrgeizige Polizistin gewesen, bis zu diesem schlimmen Ereignis in Paris, wo sie fast gestorben wäre. Sie hatte vor, sich ganz von der Polizei abzuwenden, doch die Loyalität Rovere gegenüber ist groß. Colomba lässt sich von Dante soweit beeinflussen, dass sie um das Ziel zu erreichen, den Vater zu schnappen, sogar alle Hemmungen über Bord wirft und dem Gesetz die kalte Schulter zeigt.

Die Geschichte ist sehr spannend, der Leser ist direkt zum Anfang der Geschichte mitten im Geschehen. Dieser Thriller langweilte mich zu keinem Zeitpunkt. Die Handlung brachte zum Ende hin noch einige Wendungen mit denen ich so nicht gerechnet hatte. Alles in allem ein Leseerlebnis!

Bewertung vom 04.05.2016
Vieten, Michael E.

Das Eisrosenkind / Christine Bernard Bd.2


ausgezeichnet

Christine Bernard -Das Eisrosenkind von Michael E. Vieten ist ein Krimi der im acabus Verlag erschienen ist

Kommissarin Christine Bernard ermittelt in einem Fall von Kindesentführung. Die achtjährige Rosalia verschwindet einfach spurlos aus dem Kinderhort. Christine Bernard und ihr Kollege Torsten Kluge sind ratlos, es gibt keine Spur des kleinen Mädchens.
Die Kriminalpolizei Trier wird zu einem Leichenfundort gerufen, ein Mädchen erstarrt in Eis! Es sieht fast aus, als lebte sie noch, gefroren im Eis hat sie ihre Schönheit bewahrt. Handelt es sich um Rosalia? Dieser Fall verlangt der sensiblen Kommissarin alles ab, sie ist besessen davon den Täter zu finden.

Dies ist bereits der zweite Fall für Kommissarin Bernard. Den ersten Teil kenne ich nicht, aber das hinderte mich nicht am Verständnis für diesen Krimi. Im Gegenteil, der Autor verwebt in dieser Geschichte alle wichtigen Details die der Leser aus dem Vorgänger kennen sollte.
Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Allen voran natürlich Christine Bernard. Mir gefiel besonders ihre sensible Art, sie leidet wirklich mit den Opfern mit. Sie versucht nicht die toughe Polizistin zu mimen, die in der Männerwelt bestehen muss. Dennoch kann sie sich durchsetzten und leistet gute Arbeit.
Das Verhältnis zu ihrem Kollegen Torsten Kluge ist gut, die beiden sind gut aufeinander abgestimmt. Ebenso im Team ist Jörg Rottmann, er entspricht eher dem Klischee des hartgesottenen Ermittlers.
Margit Lemke, die Mutter von Rosalia, ist am Boden zerstört. Sie hatte es schon immer schwer im Leben, musste ihre Tochter allein durchbringen. Rolf Lemke, der Vater, wandte sich schon in der Schwangerschaft von ihr ab. Das alles wirkte sehr lebensnah, ich kam mir vor wie mitten in der Geschichte, da alles sehr authentisch wirkte.

Die Geschichte selbst ist äußerst einfühlsam erzählt. Es gibt keine reißerischen und blutigen Momente. Das ist auch gut so, denn das Thema Kindesentführung und Mord ist heikel genug. Michael E. Vieten geht wirklich behutsam mit dieser Thematik um, dass hat mir sehr gefallen. Er behandelt alles mit dem nötigen Respekt. Keine Szenen werden blutig ausgeschlachtet, dieser Krimi ist der Beweis, dass anders genauso gut geht.

Die Spannung wurde stetig weitergeführt. Der Autor streut gekonnt neue Hinweise und Vermutungen, so dass der Leser bis zum Ende rätseln muss. Ich zweifelte an einigen Stellen des Buches manchmal an mir selbst. Hat der Vater nun etwas mit dem Verschwinden zu tun, oder nicht? Von Kapitel zu Kapitel sah ich mir dabei zu wie ich eine Theorie die ich soeben verworfen hatte wieder aufnahm. Das machte es wirklich spannend.

Das Cover des Buches gefällt mir sehr gut. Der Titel des Buches findet Bezug zum Inhalt, das hat mir sehr gut gefallen. Zu Beginn meiner Lektüre las ich den Text auf dem hinteren Teil des Buches. Da stach mir ein Satz ins Auge: Der Mensch glaubt, er hofft, er irrt.
Dieser Satz hat mich gerade im Nachhinein sehr nachdenklich gestimmt, denn er trifft den Kern dieses Krimis. Regt zum nachdenken an!

Dieser Krimi bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung. Christine Bernard hat sich in mein Herz geschlichen, ich hoffe sie ermittelt bald wieder.

Bewertung vom 16.04.2016
Freytag, Anne

Mein bester letzter Sommer


ausgezeichnet

Mein bester letzter Sommer ist von Anne Freytag und ist ein Jugendbuch, dass ich für das Alter 14 Jahre empfehlen würde.

Es geht um Tessa, die zu Beginn des Buches einen Jungen in der U-Bahn sieht, und sich magisch zu ihm hingezogen fühlt. Sie möchte ihn aber wegen eines wichtigen Arzttermines nicht ansprechen, der unmittelbar bevor steht. Denn Tessa ist todkrank, und will keine neuen Kontakte knüpfen. Sie will nur noch zu Hause in ihrer Jogginghose dahinvegetieren. Als dann jedoch der Studienfreund ihres Vaters nach Hause eingeladen wird, muss sie sich zurecht machen und am Essen teilnehmen. Die Überraschung ist groß, als der Studienfreund seinen Sohn Oskar mitbringt, und der sich als der hübsche Junge aus der U-Bahn entpuppt. Beim Essen bekommt Tessa schwere Kränpfe und erstickt beinah. Ihre Schwester Larissa ist genervt von Tessa, da sie denkt, dass Tessa sich durch ihre Krankheit nur in den Mittelpunkt rücken möchte. Es wird nicht einfacher dadurch, dass auch Larissa ein Auge auf Oskar geworfen hat. Doch dieser freundet sich mit Tessa an, obwohl er weiß, dass sie krank ist. Eine Reise voller Gefühl und Musik wartet auf Tessa.

Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Playlist der Titel die im Buch angesprochen werden, die im hinteren Teil des Buches aufgelistet ist. Man kann sich so die Titel anhören, und einen Eindruck davon bekommen, und sich in die jeweiligen Gefühle der Charaktere sehr gut hineinversetzten, da die Musik sehr passend ausgewählt wurde.
Das Design des Buches ist toll, es ist liebevoll gestaltet.
Die Charaktere Tessa und Oskar sind gut beschrieben. Lediglich bei Tessa störte mich, dass sie den Eindruck machte, dass sie gar keine Freunde will, obwohl es eigentlich das genaue Gegenteil war.
Die Geschichte war sehr herzzerreißend und nahm mich von der ersten Seite an mit.kann dieses Buch daher definitiv weiter empfehlend!

Bewertung vom 23.03.2016
Obermeier, Manuela

Verletzung / Toni Stieglitz Bd.1


sehr gut

Manuela Obermeier, selbst Polizeihauptkommissarin, legt mit Verletzung den ersten Kriminalroman um ihre Kriminalhauptkommissarin Antonia Stieglitz vor. Der Roman ist im Ullstein Verlag erschienen.

Antonia, kurz Toni genannt, ist Hauptkommissarin bei der Münchener Kripo. Sie wird zu einem Tatort gerufen. Eine Frau wurde tot an einer Mauer angelehnt gefunden. Es wirkt alles sehr inszeniert. Toni und das Team stehen vor einem Rätsel. So nach und nach ergeben sich Hinweise. Toni und ihr Partner Sören finden heraus, dass die inzwischen als Magdalena Sauer identifizierte Tote, vor ihrem Ableben im S2, einer bekannten Münchener Kneipe war.
Als dann bald das nächste Opfer auftaucht, wird dem Team klar, dass der Täter immer brutaler wird. Tötete er Magdalena noch mit 3 Messerstichen, so musste das zweite Opfer noch viel mehr erleiden. Und wieder gibt es Hinweise die aufs S2 hindeuten.
Für Toni ist der Fall besonders schwer. Denn sie hat sich gerade erst von Mike getrennt. Mike ist ebenfalls Polizist, aber Mike hat sich nicht im Griff. Er schlug Toni während der Beziehung, heftig und immer wieder. Als Nachbarn eines Abends die Polizei rufen, schafft sie es in eine Pension zu flüchten. Sie will mit Mike nichts mehr zu tun haben. Dennoch schämt und fürchtet sie sich. Als sie bemerkt, dass Mike sie auch jetzt noch nicht in Ruhe lässt, wird ihr Angst und Bange.

Verletzung ist ein toller Kriminalroman. Manuela Obermeier hat mit Toni Stieglitz eine tolle Ermittlerin geschaffen. Ich bin gespannt auf die Entwicklung dieser Figur. Es soll weitere Bände geben, in denen hoffentlich mehr über Tonis private Probleme berichtet wird. Sowohl in Bezug auf ihren Exfreund, als auch auf den neuen Pathologen, Thomas Mulder.
Die Story war spannend, aber nicht ganz so spektakulär. Am Ende war ich nicht sonderlich überrascht, wer der Täter war. Aber das hat mich nicht weiter gestört, da mich das gesamte drumherum durchaus gut unterhalten hat.
Ich kann diesen Roman jedem als Herz legen, der einen guten Krimi lesen möchte, der ohne blutrünstige Details auskommt.
Schön finde ich auch das Cover. Über dem Titel ist eine wulstige Erhebung, einer Narbe nachempfunden. Für mich war das symbolisch für die vernarbte Seele einer Frau, die verletzt wurde, an den Inhalt des Buches angepasst.

Buchtitel: Verletzung

Bewertung vom 19.03.2016
Buchholz, Simone

Blaue Nacht / Chas Riley Bd.6


ausgezeichnet

Blaue Nacht von Simone Buchholz ist ein Kriminalroman und im Suhrkamp Verlag erschienen

Chastity Riley ist Staatsanwältin in Hamburg. Durch einen verpatzten Auftrag wird sie degradiert, und kümmert sich nun notgedrungen im Bereich Opferschutz. Als sie im Krankenhaus auf den halb totgeprügelten Joe trifft,der es ihr nicht leicht macht, merkt Chastity schnell, dass sie einer größeren Sache auf der Spur ist. Riley bekommt es mit einem der schlimmsten Verbrecher der Hamburger Szene zu tun. Schafft sie das, was in all den Jahren niemand geschafft hat? Wird sie den Albaner an seinen kriminellen Machenschaften hindern können?

Ich muss sagen, ich habe zu Anfang etwas anderes erwartet als ich dieses Buch zu lesen began. Es war schon fremd, eine Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt, in diesem Beruf zu erleben. Doch nach kurzer Zeit wurde Chastity Riley mir durch ihre derben und sarkastischen Gedankengänge überaus sympathisch. Sie passt einfach perfekt in diesen Krimi, der Hamburg als Kulisse hat. Man erfährt so nebenher viel vom Nachtleben dieser reizvollen Stadt.

Die weiteren Charaktere um Chastity herum, sind sehr bildhaft beschrieben. Zum Beispiel Klatsche, der Betreiber der Kneipe : Blaue Nacht. Er und Chastity sind Freunde, die ab und an auch mal mehr voneinander wollen, aber alles irgendwie ohne Verpflichtung. Eine tolle Verbindung, die das Buch in meinen Augen sehr bereichert hat. Der Faller war früher bei der Polizei, arbeitet nun als Privatermittler. Er hat schon Erfahrungen mit dem Albaner gemacht, und diese waren mehr als schrecklich. Er und Chastity verstehen sich einfach, und ergänzen sich so perfekt. Dann ist da noch der Calabretta, Kollege von Chastity, er hat es nicht leicht, die Freunde versuchen aber ihn aufzufangen. Rokko und seine Frau Carla betreiben ein Lokal und sind oft Rileys Ausflugsziel um zu quatschen und sich auszutauschen. Das tolle miteinander unter den Charakteren gibt dem Krimi den richtigen Charme. Die Unterhaltungen sprühen vor Vitalität, habe selten so oft schmunzeln müssen bei einem Krimi wie hier.

Dennoch kommt die eigentliche Ermittlung nicht zu kurz. Der Fall ist spannend aufgebaut, und dem Leser wird nach und nach ein komplexes Netz an Informationen geboten.

Dies ist das erste Buch der Autorin für mich gewesen, und ich muss sagen, ich bedauere die ersten fünf Teile nicht zu kennen. Es wird zwar hier und da auch aus der Vergangenheit der Personen berichtet, aber ich hätte gern all meine Fragen beantwortet die sich für mich beim lesen ergaben. Von daher werden die ersten Bände wohl demnächst bei mir Einzug halten.

Möchte diesen Kriminalroman jedem ans Herz legen, der gerne Krimis liest. Und zwar Krimis mit einer gehörigen Portion Witz und Esprit. Er hebt sich durch seine Andersartigkeit aus der breiten Masse hervor. Toll! Volle Punktzahl von mir dafür.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 04.03.2016
Pflüger, Andreas

Endgültig / Jenny Aaron Bd.1


ausgezeichnet

Endgültig ist ein Thriller von Andreas Pflüger und erschien bei Suhrkamp
Jenny Aaron ist eine kampferprobte Polizistin, die in einer Spezialeinheit tätig ist. Sie gehört zu den Besten, auch die Männer bewundern und akzeptieren sie, verlassen sich bedingungslos auf sie. Doch als sie mit ihrem Kollegen Niko in Barcelona bei einem Einsatz schwer verwundet wird, erblindet sie. Doch Aaron, wie sie immer kurz genannt wird, beißt sich durch. Sie trainiert sogar weiterhin Kampfkunst, und lernt sich so gut wie möglich zurechtzufinden, so gut, dass sie weiterhin beim BKA arbeiten kann. Als dann ein Gefangener in Berlin eine Psychologin tötet und ausdrücklich verlangt mit Aaron zu sprechen, ist sie schnell in eine Sache verwickelt die ihren Ursprung vor 5 Jahren in Barcelona hat......
Dieser Thriller von Andreas Pflüger hat mir sehr gut gefallen. Er hat mit Jennifer Aaron einer Polizistin geschaffen, wie ich sie noch nicht kennenlernen durfte. Die Kenntnisse über die Möglichkeiten eines Erblindeten lassen auf sehr detaillierte Recherche schließen, Pflüger hat seine Hausaufgaben gemacht. Das Gerüst aus Spannung, dass er während des Lesens erzeugt, hat mich das gesamte Buch hinweg gefesselt. Sehr schön empfand ich auch die Beschreibung des Teams, der Zusammenhalt unter den Ermittlern. Aaron ist sehr eng mit Pavlik befreundet, diese Beziehung bereicherte die Geschichte ungemein. Auch die Beschreibung der restlichen Mitglieder der Einheit und der neuen Chefin zauberten ein Bild in meinen Kopf, ich hatte greifbare Personen vor Augen. Das Cover des Buches ist ein echter Hingucker. Die Brailleschrift und die gelbe Umrandung der Seiten passen perfekt und haben Bezug zum Buch.
Fazit: Ein Thriller der mich begeistert hat, von dessen Hauptperson ich sehr gerne weitere Bücher lesen möchte. Absolute Leseempfehlung

Bewertung vom 11.02.2016
Winner, Jonas

Die Zelle


ausgezeichnet

Die Zelle von Jonas Winner ist im Knauer Verlag erschienen

Sam Grossman, Samy genannt, ist elf Jahre alt, als er mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder Linus nach Berlin zieht. Die Jugendstilvilla, in der sich die Familie niedergelassen hat, verfügt über ein großes Grundstück. Der perfekte Zeitvertreib für einen Jungen.
Als Sammy eines Tages seinen Vater beobachtet, wie er in einer abgelegenen Hütte des Grundstücks verschwindet, verfolgt dieser ihn. Sammy macht dabei eine grausige Entdeckung. Die Hütte ist ein alter Zugang zu den Luftschutzbunkern, ein weitläufiges Geflecht von Tunneln zieht sich unter der Erde entlang. Sammy entdeckt dort in einer Zelle ein eingesperrtes asiatisch aussehendes Mädchen. Es ist total verängstigt. Für Sammy gibt es nur eine logische Erklärung, sein Vater muss sie dort eingesperrt haben.
Aber welcher treusorgende Familienvater würde so etwas tun? Als Sammy nach einigen Tagen zurückkehrt zu der Zelle, ist das von ihm auf Joki getaufte Mädchen, verschwunden.....

Die Zelle ist ein ganz besonderer Thriller. Er kommt mit wenig blutigen Szenen aus. Das Grauen liegt hier eher woanders. Sammy ist schockiert über die vermeintliche Tat seines Vaters. Dennoch merkt man, dass er in seiner kindlichen Naivität denkt, dass sein Vater doch zu so etwas nicht fähig ist. Zermürbt von Selbstvorwürfen, dass er seinem Vater so etwas schreckliches überhaupt zutraut.
Sammy steigert sich so sehr in die Geschichte herein, dass dem Leser die Wahl bleibt zwischen Wahn und Realität zu entscheiden. Das Ende ist überraschend, aber alles fügt sich zu einem stimmigen, wenn auch erschreckendem Ende. Wir alle wissen wozu die menschliche Psyche fähig ist, was aus kranken Menschen werden kann. Aber Jonas Winner schafft es, dies alles so gekonnt in Szene zu setzten, dass der Alptraum im eigenem Wohnzimmer statt findet.

Die Charaktere, allen voran Sam, haben mich voll überzeugt. Die Geschichte, die vom nun 20 Jahre älteren Sam Grossman, erzählt wird, lebt durch dessen Eindrücke, die er sehr gut wiedergibt.
Der Vater und die Mutter, sowie Bruder und Au-Pair Mädchen Hannah, nehmen durch Sams Augen für den Leser Gestalt an. Man kann sich also nie sicher sein, was ist Realität oder kindliche Eingebung. Und gerade dieser Zweifel, ließ mich die Geschichte oft hinterfragen, wieder aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Der Thriller bescherte mir einige nervenaufreibende Stunden die ich nicht missen möchte. Das einzige, was ich Jonas Winner hier an dieser Stelle ankreiden muss, ist folgendes: ich werde nie wieder unbedarft an einen Fleischwolf denken können.

Bewertung vom 07.02.2016
Rodkey, Geoff

Ziemlich beste Feinde / Tapper Twins Bd.1


sehr gut

Das Buch: Die Tapper-Twins, Ziemlich beste Feinde wurde von Geoff Rodkey geschrieben, und erschien im cbj Verlag.

Inhalt:
Die Zwillinge Leni und Ben können nicht unterschiedlicher sein. Ben, der sogenannte Fußballidiot, hängt andauernd an seinem Computerspiel MetaWorld. Leni ist Klassensprecherin und gut in der Schule.
Eine große Kluft liegt zwischen den beiden Geschwistern. Denn Ben beschuldigt Leni in der Schule gepupst zu haben, und nennt sie Prinzessin Stinkepups. Was diese natürlich nicht auf sich sitzen lässt, und eine fischige Rache startet, in dem sie ihrem Bruder einen Toten Fisch in seinen Lieblingsrucksack schmuggelt. Darauf eskaliert es endgültig zwischen den zweien, und ein wahrer Krieg bricht aus.
Dies alles wird von Leni in einer Chronik geschildert.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist perfekt geeignet für jene die Geschwister haben, und für jene, die sich wünschen zu verstehen, wie es ist Geschwister zu haben. Mit viel Pepp wird diese lustige Geschichte erzählt. Und selbst Erwachsene finden ihren Spaß, Parallelen zu ihren Kindern zu ziehen. Dieses Buch ist in meinen Augen sowohl von Jungen als auch von Mädchen gut lesbar. Noch dazu gefällt mir das Design, und die liebevoll hinzugefügten Fotos und Kritzeleien, welche die Geschichte näher beschreiben.
Es wird ein zweiter Teil angekündigt am Ende des Buches, und lässt auf ein weiteres lustiges Abenteuer der Tapper Zwillinge hoffen.
Was mir persönlich besonders gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass Leni den Zwist mit ihrem Bruder mit echten geschichtlichen Ereignissen vergleicht.
Absolute Leseempfehlung!