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HeikeBund
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Burgenland
Über mich: 
Ich lese gerne , überall und alles Mögliche von Fantasy bis zu historische Romanen, Krimis und Liebesromanen. Außerdem interessiere ich mich für Häkeln, Kochen und Backen, Basteln und Pflanzen

Bewertungen

Insgesamt 53 Bewertungen
Bewertung vom 27.09.2023
Haas, Wolf

Eigentum


ausgezeichnet

Die Mutter stirbt. Sie ist alt (95) und lebt schon seit einiger Zeit im Altersheim. Der Sohn verbringt die letzten 3 Tage bei ihr und versucht, mit ihr und mit sich ins Reine zu kommen. Wenn nicht jetzt, wann dann?
Glaubenssätze und Lebenspläne, Hoffnungen und Enttäuschungen, während eines langen Lebens tausende Male formuliert, werden zum stilistischen Erinnerungsmerkmal. Zwei Ich Erzähler, zwei Zeitebenen und dennoch immer zurückkommend auf die gleichen Worte und Gedanken. Man erfährt viel über diese Generation des Krieges, der Entbehrungen und des Durchhaltens, Was sich hier anstrengend anhört, ist es auch, nicht nur für die Protagonisten, sondern auch für die Leser und es braucht doch einiges an Durchhaltevermögen, um bis zum Ende des 160 Seiten Buches zu gelangen.
Ein Maurer baut Häuser, ein Schriftsteller schreibt. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass es ein Bedürfnis war, dieses Buch zu schreiben, aufgrund der vielen Wiederholungen fand ich es aber mühsam zu lesen.

Bewertung vom 26.09.2023
Reisinger, Eva

Männer töten


ausgezeichnet

Das bunte Cover und der zweideutige Titel sind nicht die einzigen Gründe, warum man und frau unbedingt zu diesem flott erzählten modernen Märchen greifen sollten. Viele Frauen kennen sicher die Ausgangssituation aus eigener Erfahrung. Eva Reisinger spielt dann aber mit dem Gedanken: Was wäre, wenn es einmal anders wäre? Dabei geht sie soweit, wie es die Wahrscheinlichkeiten gerade noch zulassen. Und dann? Ich wurde am Ende geradezu aus der Handlung herausgeschleudert und habe ein paar Minuten gebraucht, bis ich wieder im hier und jetzt gelandet war.
Dennoch ist das Buch sehr viel mehr als nur gute Unterhaltung und bietet eine gute Grundlage zur Diskussion über herrschende Verhältnisse und wie gefährlich es ist, als Frau in Österreich zu leben.

Bewertung vom 26.09.2023
Ægisdóttir, Eva Björg

Verlogen / Mörderisches Island Bd.2


ausgezeichnet

Das Schöne an isländischen Krimis ist zumeist ihre Raffinesse. "Verlogen" ist hier keine Ausnahme. Was fast ein wenig beschaulich beginnt, entwickelt mehr und mehr Sogwirkung bis zum verblüffenden Ende. Während der rote Faden zielstrebig weiterverfolgt wird, bleibt genügend Raum, alle Personen bildhaft zu beschreiben, Hintergründe zu beleuchten und psychologische Finten einzubauen. Durch die verschiedenen Stilebenen der Erzählung entsteht recht bald ein komplexes Bild der Gegebenheiten, doch welche Interpretation führt zur richtigen Auflösung? Und während sich die Leserschaft am Ort der Handlung immer besser zurechtzufinden glaubt, erweist sich Wichtiges als Nichtig und Nebensächlichkeiten führen zu AHA- Effekten.
Ich würde diesen Roman allen empfehlen, die es gerne spannend mögen und selbst gerne während der Lektüre auf Verbrecherjagd gehen.

Bewertung vom 26.09.2023
Walls, Jeannette

Vom Himmel die Sterne


ausgezeichnet

Mir hat bereits die Leseprobe sehr gut gefallen und das die Lebensgeschichte von Sally Kincaid hat mich bis zum Schluss gebannt. Eine junge Frau sucht und findet in einer von den Regeln weißer Männern beherrschten Welt ihren Weg. Besonders beeindruckt hat mich, wie es der Autorin gelingt, durch die Handlung diese regeln immer mehr zu entlarven und in Frage zu stellen. So verfolgen wir nicht nur die Entwicklung eines klugen Mädchens zur intelligenten, entscheidungsstarken Frau, sondern auch das Hinterfragen von gesellschaftlichen Regeln und Machtstrukturen, diesicht allzu oft getarnt hinter Notwendigkeiten, die ohne diese Strukturen gar nicht aufkämen, verstecken.
So wird auch das " Glück der Geburt" und der damit verbundene Status laufend hinterfragt und von verschiedensten Seiten beleuchtet.
Das alles verpackt in eine durchweg spannende Familiengeschichte, in der auch die Liebe und Gefühle reichlich Platz finden. Ein Buch, das man / frau durchaus zweimal lesen kann.

Bewertung vom 25.09.2023
Wahl, Caroline

22 Bahnen


ausgezeichnet

Rund 500 000 Kinder und Jugendliche kümmern sich in Deutschland laut einer Studie der Universität Witten/ Herdecke regelmäßig und in signifikantem Umfang um chronisch kranke Familienangehörige, die Dunkelziffer ist wahrscheinlich noch höher, da die Situation einerseits als "normal" empfunden wird, andererseits Scham und Angst vor Ausgrenzung und vor dem Jugendamt Betroffene eher schweigen lässt.
Genau in diesem Milieu ist der Roman von Caroline Wahl angesiedelt. Sie beschreibt in sehr einfühlsamen Worten, ohne übertriebene Dramatik, und dennoch sehr eindrucksvoll die reale sowie die Gedankenwelt von Tilda, die sich um ihre kleine Schwester Ida und die alkoholkranke Mutter kümmert. Unterstützung erfuhr sie dabei nur von Freundin Marlene und deren Familie. Auch dieser Umstand entspricht häufig der Realität.
Das Buch wechselt gekonnt zwischen erzählten Passagen und Dialogen. Die Erzählung im Jetzt wird inhaltlich durch Rückblicke ergänzt und durch Hoffnungen auf eine Zukunft getragen und auch die kleinen Momente des alltäglichen Glücks finden ihren Platz. Mich hat dieser Debütroman sehr beeindruckt und ich habe ihn sehr gerne gelesen und kann ihn uneingeschränkt weiterempfehlen.

Bewertung vom 23.08.2023
Marly, Michelle

Der Glanz der Zukunft. Loulou de la Falaise und Yves Saint Laurent


ausgezeichnet

Eine junge Frau auf dem Weg zu sich selbst.
Das bunte Cover und der glanzvolle Titel hatten mich bereits in ihren Bann gezogen, noch bevor ich wusste, um was es ging. Das Thema Mode ließen mich dann ein wenig zweifeln, aber die Leseprobe hat mich dann doch fasziniert.
Und ich habe dieses Buch verschlungen. Der vom Leben Loulous de la Falaise inspirierte Roman von Michelle Marly alias Micaela Jary vermittelt mit seiner bildhaften Sprache einen sehr guten Einblick in die Musik- und Modewelt der ausgehenden 60er und 70er Jahre und lässt diese Zeit mit all ihren schillernden Persönlichkeiten unterhaltsam auferstehen. Dabei nähert sich die Autorin allen Personen mit großem Feingefühl.
Aber vor allem zeigt der Roman den Weg einer jungen Frau auf, der es gelingt, sich von gesellschaftlichen Zwängen zu lösen und zu sich selbst zu finden. Dazu gehört auch , mutige Entscheidungen zu treffen, die eigenen Talente zu fördern und an sich zu glauben, auch wenn es nicht immer gradlinig in eine Richtung weitergeht.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch weil der wehende Zeitgeist eine Reise in meine Jugend war.

Bewertung vom 19.07.2023
Sebauer, Johanna

Nincshof


ausgezeichnet

Nincshof ist ein wahrhaft burgenländisches Buch geworden . Bereits das liebevoll gestaltete Cover fängt die Stimmung des Seewinkels, das Gebiet hinterm See, in seiner ganz ihm eigenen Stimmung ein. Und genau das gelingt Johanna Seebauer auch inhaltlich. Der unterhaltsame Roman beschreibt sehr treffend die Spannungsfelder zwischen "Zugeroasten" sprich Zugezogenen und Einheimischen sowie der Notwendigkeit mit und durch Tourismus sein Auskommen zu erwirtschaften und dem tief verwurzelten Wunsch, seine Ruhe zu haben. Und das es ein ganz schön langer weg ist, bis aus "Anders" ein Teil von Vielfalt wird.
Doch genau hier gelingt es im Buch wie im Leben, durch Gastfreundschaft , Geselligkeit und ein Glaserl Wein letztendlich einen gemeinsamen Weg zu finden.
Als Wahlburgenländerin habe ich diesen Roman mit großem Vergnügen gelesen und empfehle ihn allen, die Lust haben, diese Region Österreichs vergnüglich näher kennen lernen zu wollen.

Bewertung vom 14.06.2023
Wolf, Klaus-Peter

Das Versprechen / Ein mörderisches Paar Bd.1


ausgezeichnet

Die Romane von Klaus-Peter Wolf stehen für gute Unterhaltung mit vile nordischem Flair. Neben Spannung und Verbrechen bekommt man auch immer ganz viel Urlaubsfeeling - und es gibt sicher keine bessere Urlaubsvor- und nachbereitung als seine Romane.
Und so hat es mich ganz besonders gefreut, dass Dr. Bernhard Sommerfeld, der die Welt ein klein wenig besser macht, wenn auch mit sehr unlauteren Methoden, wieder auferstanden ist. Und da es auf der Welt wohl nur wenige Menschen gibt, die über all die herausragenden Eigenschaften eines Dr. Sommerfeld verfügen, bleiben seine Taten der Literatur überlassen.
Dem Autor ist es gelungen, seinem Helden mit Frauke eine durchaus ebenbürtige Partnerin zur Seite zu stellen, die mit ihrem weiblich-emotionalen Blick auf die Dinge das Lesevergnügen um einige Facetten erweitert.
Ein Buch für alle Jahreszeiten und eine absolute Weiterempfehlung.

Bewertung vom 20.05.2023
Brauer, Antonia

Das Mädchen im Zitronenhain


ausgezeichnet

"Denn das macht eine große Geschichte aus: dass wir alle in ihr zu Hause sind - zumindest für die Dauer der Lektüre."
Und " Das Mädchen im Zitronenhain" erzählt uns in wunderschönen Worten eine große Geschichte. Auf einem gut recherchierten Grundgerüst wird ein fiktiver Roman aufgebaut, der allen Frauen ermutigt, Träumen und Ideen zu folgen und sich von auftretenden Widerständen nicht abhalten zu lassen, dem eigenen Gefühl zu folgen. . Die Handlung, die in verschiedenen Zeitebenen spielt, verliert nie den roten Faden und trotz vieler Romantik wird es niemals seicht. Die Charaktere sind lebendig und vielschichtig und eigentlich möchte man nicht, dass das Buch endet, so wachsen einem die Menschen ans Herz.
Und wer den Gardasee kennt, möchte die Lektüre sofort dort am Ufer fortsetzen; wer die Region nicht kennt, möchte sie kennenlernen.
Ein Roman, perfekt für den kleinen Urlaub im Kopf, für Strand, Garten, See und Meer.

Bewertung vom 20.05.2023
Selvig, Kim

Mutterliebe


gut

Ich finde es wirklich schwierig, diesem Buch in einer Rezension gerecht zu werden.
Die Protagonisten sind durchwegs sympathisch und die Idee ist interessant und gesellschaftskritisch
Obwohl sich "Mutterliebe" nicht schlecht liest, ist es dennoch kein ungetrübtes Vergnügen. Das Buch kann sich nicht entscheiden, ob es ein softer Liebesroman oder Krimi sein will. Und für beide Genre finden sich sehr gute Ansätze, aber durch die intensive Mischung zieht sich die Handlung in beiden Bereichen ziemlich in die Länge. Der Roman ist aber sicher kein Justizthriller, eine Journalistin recherchiert die Hintergründe eines Kindsmordes durch die Mutter, wenn sie gerade mal Zeit hat. Die Vermutung liegt nahe, dass sich das Autorenduo, dass sich hinter dem Synonym "Kim Selvig" verbirgt, hier nicht auf eine Richtung einigen konnte. Leider haben sich auch eine Menge Widersprüche und Ungereimtheiten eingeschlichen, so zum Beispiel Seite 428.
Anscheinend fehlte es hier an Lektorat und Korrekturlesern.