Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Manuela2205
Danksagungen: 95 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 171 Bewertungen
Bewertung vom 24.03.2012
Starters / Callie Bd.1
Price, Lissa

Starters / Callie Bd.1


sehr gut

Lissa Price zeichnet eine Dystopie, in der nur die ganz jungen, die sogenannten Starters, sowie die ganz alten Menschen, die Enders, überlebt haben. Wer keine Verwandten hat ist rechtlos, wird zur Zwangsarbeit eingeteilt, oder lebt auf der Straße, immer in Furcht vor Entdeckung. In einer rechtlichen Grauzone bietet Prime Destinations die Möglichkeit, dass Starters ihren Körper für kurze Zeit an Enders vermieten, die sich so vorübergehend wieder jung fühlen können und Aktivitäten nachgehen, die für sie nicht mehr möglich waren. Auch Callie ergreift diese Möglichkeit, da sie dringend teure Medikamente für ihren kleinen Bruder benötigt und so die Möglichkeit sieht, sich eine feste Unterkunft zu verschaffen. Doch etwas läuft schief und sie erwacht in ihrem Körper, solange er noch vermietet ist. Sie kommt so unglaublichen Vorgängen auf die Spur…
Die Autorin hat einen eingängigen Schreibstil, die Story lässt sich leicht und flüssig lesen. Auch die Personen sind gut gezeichnet, Callie ist eine sympathische Heldin, von deren Abenteuern man sich gern gefangen nehmen lässt. Manche Wendungen in der Story sind für mich nicht ganz schlüssig, auch das Warum in dieser Welt ist mir manchmal nicht ganz eingängig, besonders die großen Altersunterschiede in der Gesellschaft, so gibt es Enders, die 200 Jahre alt sind, dennoch haben Unmengen Teenager keine Großeltern? Solche Kleinigkeiten verursachen mir persönlich leichte Magenschmerzen, da ich Starters aber als Jugendbuch ansehe, will ich darüber nicht zu sehr nörgeln. Das Buch wird rasant erzählt, so dass keine Langeweile aufkommt, auch kommen im Bezug auf den großen Bösewicht Wendungen, die mich wirklich überrascht haben. Im großen und ganzen kann ich dieses Buch durchaus empfehlen und werde mir wohl auch den zweiten Teil zulegen.

Bewertung vom 14.03.2012
Der Anschlag
King, Stephen

Der Anschlag


ausgezeichnet

Jake Epping erhält die Chance, in die Vergangenheit zu reisen. Im Restaurant seines kranken Freundes Al befindet sich eine Art Tor, das zum Sommer 1958 führt. Al beschwört ihn, sein Werk zu vollenden und das Attentat auf Kennedy zu verhindern. Und Jake geht das Wagnis ein.

Bisher kannte ich Stephen nur von Horrorgeschichten wie ES oder Der Friedhof der Kuscheltiere. Und so wurde ich überrascht, dass King auch ganz andere Töne anschlagen kann. In Das Attentat zeichnet er ein Bild der amerikanischen Gesellschaft in den Sechzigerjahren. Ein zwar nostalgisches, aber nicht unkritisches Bild, denn früher war eben nicht nur alles besser als heute. Stephen King setzt sogar eine Liebesgeschichte obenauf, die mich stark berührt hat. Seine Figuren sind absolut glaubwürdig, man fühlt und leidet mit Jake mit, so dass es kaum auffällt, wenn die Geschichte rund ums Attentat streckenweise ins Hintertreffen gerät.
Das Thema Zeitreisen hat der Autor sehr gut gelöst – jede Reise in die Vergangenheit löscht alle Vorkommnisse vergangener Reisen wieder aus, die Geschichte erfährt einen Reset. Fragen und Unstimmigkeiten, die beim Lesen entstehen, werden wenige Seiten später prompt geklärt, so dass ich nur meinen Hut ziehen kann, King ist hier wirklich ein kleines Meisterwerk gelungen. Ein paar Anspielungen auf seine Horrorromane sind zwar zu finden, auch bringt er manchmal unheimliche Tendenzen ins Spiel, auf die das Buch auch gut hätte verzichten können, dennoch bin ich mir sicher, dass ich von diesem „neuen“ King noch mehr lesen möchte.

9 von 13 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 08.03.2012
Das Mädchen mit den gläsernen Füßen
Shaw, Ali

Das Mädchen mit den gläsernen Füßen


gut

Midas und Ida sind sympathische Hauptpersonen. Man wünscht sich, dass Ida die Lösung für ihr gläsernes Problem, und ebenso, dass sie Zugang zum verschlossenen Midas findet. Im Laufe der Geschichte kann man sich zusammenreimen, was ihn zu einem fotografierenden Einsiedlerkrebs hat werden lassen. Überhaupt scheint die als Schauplatz gewählte Insel hauptsächlich gescheiterte Persönlichkeiten hervorzubringen, wie sich langsam herauskristallisiert.

Was mir ein wenig gefehlt hat waren alterstypische Charakterzüge der Akteure. Wenn nicht ausdrücklich erwähnt wäre, dass Ida und Midas Mitte 20 sind und wenigstens eine Beziehung hinter sich haben, wären sie gleichsam alterslos, könnten ebenso gut erst 15 sein.

Das ganze Setting ist märchenhaft angehaucht, wozu nicht nur Idas gläserne Füße und das seltsame Wesen beitragen, das mit seinem Blick jedem Lebewesen die Farbe nimmt und es weiß werden lässt. Auch sprachlich wirkt das Buch wie ein Märchen, mit vielen bildhaften Vergleichen und ist wunderschön zu lesen. Man kann sich wunderbar in die Geschichte sinken lassen, bis zum Ende. Von diesem war ich eher enttäuscht, was mit einem groben Schnitzer in einer Kleinigkeit begonnen hat - eine Digitaluhr kann nicht bei 14.32 Uhr stehen bleiben, hier verblasst bei schwacher Batterie die Anzeige, bis auf dem Display nichts mehr zu erkennen ist, stehenbleiben kann nur eine Uhr mit Zeigern.

Auch der Ausgang der Geschichte war für mich unbefriedigend. Nach der Lektüre fragte ich mich, was mir das Buch denn nun sagen soll. Dass man jeden Augenblick genießen soll? Dass man Mut haben muss? Ich weiß es nicht - werde dem Autor aber wohl nochmal die Chance geben, mich mit einem anderen Buch völlig zu überzeugen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.11.2011
Pandoras Tochter
Johansen, Iris

Pandoras Tochter


gut

Als Kind hörte Megan Stimmen und hatte Angst verrückt zu sein. Nach dem Tod ihrer Mutter verstummten diese jedoch.
Mittlerweile ist Megan Ärztin. Als ein Anschlag auf sie verübt wird, muss sie sich damit abfinden, dass die Stimmen sie nicht verlassen haben und sie zu einer Gruppe übersinnlich begabter Menschen gehört. In Ruhe damit vertraut werden kann sie jedoch nicht, denn die Mörder ihrer Mutter sind nun hinter ihr her.

Mit den Hauptfiguren dieses Romans, Megan und Grady, konnte ich seltsamerweise überhaupt nicht warm werden. Megan wird als emotionaler und mitfühlender Mensch beschrieben, verhält sich aber immer wieder äußerst seltsam und teilweise regelrecht emotionslos. Besonders mit ihrem Umgang mit Grady konnte ich nichts anfangen – einmal heiße Sexszenen, dann wieder distanziertes Palaver. Interessanterweise sind Nebenfiguren wesentlich liebevoller und überzeugender ausgestaltet.
Der Grundgedanke des Romans ist durchaus interessant: Übersinnlich begabte Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, die verfolgt werden, sich zusammenschließen usw. das hätte für mich Potential gehabt. Aber bei einem Thriller setze ich doch eine gewisse Spannung voraus, die hier bei mir überhaupt nicht aufkam. Lange habe ich nur auf die Antwort darauf gewartet, was denn nun eine Pandora ist. Ansonsten ist der Roman durchaus flüssig zu lesen. Atemberaubende Spannung und Hauptfiguren mit denen man mitfiebert darf man aber nicht erwarten.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.10.2011
Ewig Böse
Ransom, Christopher

Ewig Böse


weniger gut

James Hastings ist ein Promidouble und dementsprechend viel unterwegs, was zu Problemen in seiner Ehe führte. Auch an dem Morgen, als seine Frau überfahren wurde, war diese allein. James hat Schuldgefühle und sucht das Vergessen im Alkohol.
Eines Tages zieht im Nachbarhaus Annette ein, zu der er sich hingezogen fühlt. Damit beginnen jedoch seltsame Dinge: Das Telefon klingelt täglich zu Staceys Todeszeitpunkt, er hört ihre Stimme, ihre Schuhe stehen dreckverschmiert in der Wohnung. Dann beginnt auch Annette, Dinge zu sagen und zu tun, die James extrem an Stacey erinnern und er zweifelt an seinem Verstand.

Der Beginn des Buches ist durchaus noch viel versprechend und spannend. Man kann mit James mitfühlen, der den Tod seiner Frau nicht wirklich überwinden kann, auch wenn man häppchenweise mitbekommt, dass es durchaus leicht zwischen den Eheleuten gekriselt hat und auch er selbst nicht ganz unschuldig daran war. Auch die seltsamen Vorkommnisse sind anfangs gut inszeniert und man stellt sich die Frage, was die Ursache dafür sein könnte. Schizophrenie von James, oder ist er etwa doch ein Stalkingopfer? Später wird das ganze immer seltsamer und erinnert mehr an drittklassige Gruselschocker, so dass ich eher genervt weiter gelesen habe. Auch gegen Ende, wenn man den Hintergrund schon mehr als ahnt, gibt es wirre Zwischenspiele, die den Leser wohl noch krampfhaft auf eine falsche Fährte führen sollen, aber eigentlich nur ein Fragezeichen zurücklassen.
Sprachlich bringt der Autor gut das Rapmilieu rüber, in dem James sich durch seinen Beruf bewegt, und das Buch lässt sich flüssig lesen. Von einem Thriller erwarte ich mir jedoch mehr Spannung, wirklich überzeugen konnte mich das Ganze nicht.

Bewertung vom 21.10.2011
Das Labyrinth der Träumenden Bücher / Zamonien Bd.6
Moers, Walter

Das Labyrinth der Träumenden Bücher / Zamonien Bd.6


sehr gut

Das Labyrinth der träumenden Bücher ist eine teure Ouvertüre – denn sie ist erst der Beginn der Geschichte. Wer erwartet, dass Hildegunst von Mythenmetz neue Abenteuer im unterirdischen Labyrinth von Buchhaim erlebt, wird enttäuscht sein, denn dieser Band handelt nur davon, wie und warum er wieder nach Buchhaim reist und über seine erste Zeit dort. Wer aber wie ich bereits vorgewarnt ist, wird nicht enttäuscht. Wie gewohnt jongliert Walter Moers mit Wörtern und irrwitzigen Wortschöpfungen. Die Sprache ist auch hier wieder solebendig, dass man alles bildlich vor Augen hat und das Geschehen beinahe anfassen kann.
Ein kleiner Wermutstropfen war für mich Hildegunsts Absacker in den Puppetismus (was das genau ist, muss man bei der Lektüre selbst herausfinden). Hier war für mich die Ausschweifung teilweise dann doch zu groß und ich war beinahe versucht querzulesen, weshalb ich einen Stern abziehe. Dennoch freue ich mich schon auf die Fortsetzung, die dann wohl wirklich im Labyrinth der träumenden Bücher spielt.

9 von 13 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.10.2011
Das Orakel von Stambul
Lukas, Michael D.

Das Orakel von Stambul


gut

Dieses Buch hat den Klang eines orientalischen Märchens, sehr blumig und ausschmückend von der Sprache her. Hauptperson ist das Mädchen Eleonora, die man als Wunderkind bezeichnen kann. In kürzester Zeit lernt sie Lesen, Schreiben und Rechnen, beherrscht mit 8 Jahren sieben Sprachen und knackt die schwierigsten Codes. Sie ist zwar als Figur Sympathieträger, so richtig ins Herz schließen konnte ich sie jedoch nicht, kindliche Züge fehlen ihr leider völlig, sie erinnert mehr an eine gelehrte junge Frau. Große Spannung sollte man von diesem Buch nicht erwarten, als Leser erlebt man mit, wie es kommt, dass Eleonora als Beraterin den Hof des Sultans gerufen wird und erfährt einiges über die Wirrungen der Zeit Ende des 19. Jahrhunderts. Wie bei Märchen üblich hat auch dieses Buch eine tiefere Aussage, die am Ende nicht zu übersehen ist. Das Ende hat mich auch leicht unbefriedigt zurückgelassen, da die Handlungsweise von Eleonora eben nichts von einem Kind an sich hat und ich mir auch nicht vorstellen kann, dass dies so funktionieren hätte können, märchenhaft eben. Das Orakel von Stambul ist ein Buch, das man lesen kann, ein Muss ist es aber nicht.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.