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Benutzername: nasa2000
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Bewertungen

Insgesamt 56 Bewertungen
Bewertung vom 20.11.2017
TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen?
Miranda, Megan

TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen?


gut

Ich hatte mich total auf dieses Buch gefreut. Ich fand die Idee eine Geschichte rückwärts aufzubauen und zu lesen eigentlich ganz interessant und mal was neues. Allerdings muss ich sagen das mich das ganze nicht wirklich überzeugt hat. Es fiel mir manchmal schwer das es nicht chronologisch geschrieben war.
Das Buch ist in drei Teile geteilt im ersten und dritten liest man chronologisch und das erzählt im Prinzip auch alles was man wissen muss. Teil zwei nimmt die meisten Seiten des Buches ein und beschreibt die Geschehnisse rückwärts. So beginnen wir bei Tag 15 um am Ende bei Tag 1 anzukommen. Oft fand ich einige Tage verwirrend und ich musste aufpassen wo ich eigentlich bin. Es ist schon komisch erst das von morgen zu lesen und dann die Geschehnisse von heute. Dadurch fehlte es an manchen Stellen auch an der Spannung.
Nicolette Farrell kommt nach Hause in ihr Elternhaus um dieses zum Verkauf anzubieten. Doch alles erinnert sie an früher und an eine Nacht die ihr Leben veränderte. Vor 10 Jahren ist ihre beste Freundin verschwunden und wurde nie gefunden. Nach Nics Rückkehr verschwindet wieder eine junge Frau. Diese hatte vor 10 Jahren Nic und ihren Freunden ein Alibi gegeben. Was steckt hinter den zwei verschwunden Frauen und was hat Nic ihre Familie und ihre Freunde damit zu tun?
Eigentlich hätte es eine wirklich spannende Geschichte sein können, aber durch die fehlende Chronologie geht hier viel verloren. Auch lässt sich das Buch dadurch nicht ganz so flüssig lesen. Die einzelnen Kapitel waren zwar gut geschrieben aber sobald ein Wechsel zum vorigen Tag kam stockte der Lesefluss erstmal wieder etwas.
Was mich auch störte ist, dass die Autorin sich oft an Kleinigkeiten oder Nebensächlichkeiten aufhielt. Das hat den Lesefluss zusätzlich geschmälert. Auch mit den Charakteren bin ich nicht wirklich warm geworden. Sie wurden zwar alle gut dargestellt, aber für mich persönlich war keiner dabei der mir wirklich sympathisch war oder mit dem ich mitfühlte.
Was mir dagegen sehr gut an dem Buch gefallen hat war das Ende. Es war dann doch anders als ich erwartet hatte und hat ein anderes Licht auf die Geschichte geworfen.
Alles in allem ist es ein Thriller, der dem Leser viel Aufmerksamkeit abverlangt etwas verwirrend ist, aber trotzdem was hatte. Auch wenn die Chronologische Reihenfolge fehlte war es doch interessant so ein Buch mal zu lesen. Obwohl ich denke das es da Autoren gibt die es vielleicht besser umgesetzt hätten.

Bewertung vom 27.10.2017
Eine alte Schuld (eBook, ePUB)
Richards, Neil; Costello, Matthew

Eine alte Schuld (eBook, ePUB)


sehr gut

Eine alte Schuld ist der zweite Cherringham Krimi in Romanlänge. Zuvor gab es etliche Kurzgeschichten, doch letztes Jahr wagte sich das Autorenduo an eine Romanlänge und haben jetzt noch einen nachgesetzt. In ihrer gewohnten britischen leichten Art entführen die Autoren den Leser in die kleine idyllische Stadt Cherringham.

Obwohl die Geschichten sich immer um die Ermittler Jack und Sarah drehen kommt jeder gut in die Geschichte rein. Man muss die Vorgänger also nicht gelesen haben. Alle Geschichten sind in sich abgeschlossen und die Charaktere werden nochmal kurz umrissen. So lernt man alle wichtigen Personen nochmal kennen, aber so das es für Kenner der Reihe nicht langweilig wird.

Jack und Sarah sind ein gut aufeinander abgestimmtes Ermittlungsteam, das sehr sympathisch ist. Zudem scheint es zwischen den beiden zu knistern, was der Story noch zusätzlich etwas gemütliches verpasst.

Der Schreibstil ist flüssig und leicht. Man findet durch die einfache Sprache, die kurzen Sätze und die eher kurzen Kapitel schnell in die Geschichte und in das Buch. Anfangs werden einem zwar viele Personen und verschiedene Handlungen vorgestellt, aber am Ende findet man zu allem einen Zusammenhang, wo man anfangs zweifelte das es da einen gibt. Spannung sucht man in diesem sehr gemütlichen Krimi eher vergeblich. Denn bis zum letzten drittel plätschert es eher so etwas hin. Gerade auch durch Schilderungen die für die Geschichte unerheblich sind. So ist es zum Beispiel mit einem Cricket Spiel das in allen Einzelheiten beschrieben wurde, was mich dann eher langweilte.

Die Ermittlungen von Jack und Sarah beinhalten zwei Fälle und das in der Woche des Volksfestes von Cherringham. Alle sind mit dem Fest beschäftigt als bei einer Ausgrabung eine Leiche ausgegraben wird. Der Tote muss schon seit 20 Jahren dort liegen. Dann verschwindet der Versicherungsagent der für das Volksfest verantwortlich ist spurlos. Jack und Sarah ermitteln und stellen fest das es unfassbar viele Geheimnisse gibt. Dazu kommen viele Verdächtige und immer wieder neue Puzzelteile die nicht recht zusammen passen wollen.

Es ist ein sehr gemütlicher, eher seichter Krimi der zu Schluss noch etwas an Fahrt aufnimmt. Irgendwie hatte diese englische Kleinstadt und wie Jack und Sarah ermitteln etwas von Miss Marple und ihren eher ungewöhnlichen Hobbydetektiv arbeiten. Aber genau das macht dieses Buch zu etwas besonderen. Es ist nicht überladen von Action und Blut sondern von Denkarbeit und gemütlicher Ermittlung.

Bewertung vom 24.07.2017
Mord im Cottage (eBook, ePUB)
Bednorz, Anna

Mord im Cottage (eBook, ePUB)


weniger gut

Mord im Cottage ist ein Roman des Midnight by Ullstein Verlags. Leier muss ich sagen das ich um diesen Verlag demnächst einen großen Bogen machen werde und ich keine weiteren Bücher aus diesem Haus lesen werde. Zum einen ist das vorliegende Buch absolut kein Krimi und zum anderen ist der Text so voller Fehler das es keinen Spaß macht das Buch zu lesen. Auf jeder Seite fehlen Wörter oder Buchstaben, gibt es Rechtschreibfehler und von der Satzstellung will ich gar nicht anfangen. Klar ich bin auch kein Genie auf dem Gebiet, aber wozu gibt es bitte ein Lektorat? Hier hat man das Gefühl, dass das Buch von niemanden Korrektur gelesen wurde.

Aoife braucht etwas Ruhe ihr langjähriger Freund hat sich von ihr getrennt und sie leidet unter einer Schreibblockade. Um an ihrem neuen Roman zu arbeiten geht sie aufs Land in das kleine Dorf Ard Carraig. Doch dort findet sie eines ihrer Bücher, was total zerstört wurde. Und es folgen noch weitere. Da sie aber unter einem Pseudonym arbeitet und niemand weiß wer hinter diesem steckt kann sie sich die Bücher „Morde“ nicht erklären. Also begibt sie sich auf Spuren suche und wird von Tom den netten Pub Besitzer darin unterstützt.

Wie ich oben schon sagte ist das Buch absolut kein Krimi, es ist eine nette Lektüre die man schnell lesen kann und genauso schnell vergisst man sie auch wieder. Spannung gibt es absolut keine, die Bücher sind die einzigen „Opfer“ wenn man von der subtilen Angst Aoifes absieht. Außerdem fehlen von Anfang an wirkliche Verdächtige so das es einem ziemlich schnell klar war wer hinter den „Buchmorden“ steckt.

Auch der Untertitel „Ein Krimi mit Katze“ ist sehr verwirrend, denn wenn überhaupt spielt die Katze absolut nur eine kleine Nebenrolle. Sie ist halt nur das Haustier der Hauptprotagonistin, sonst nichts. Sonst strotzt das Buch von Humor und Sarkasmus.

Die Charaktere sind alle sehr oberflächlich beschrieben. So bin ich mit Aoife nicht wirklich warm geworden, sie war mir zu naiv und hat zu sehr das gemacht was man ihr sagte. Tom war ganz sympathisch. Bei seiner Beschreibung musste ich automatisch an Luke aus der Serie Gilmore Girls denken. Es hatte den Anschein dass diese Figur einfach kopiert wurde, ein zwei kleine Änderungen vorgenommen wurden und man ihn dann nach Irland verfrachtet hat.

Bewertung vom 02.07.2017
Ich bin die Nacht / Francis Ackerman junior Bd.1
Cross, Ethan

Ich bin die Nacht / Francis Ackerman junior Bd.1


sehr gut

Ich bin die Nacht von Ethan Cross ist der Auftakt der Shepherd Reihe. Nachdem ich den 4ten Teil bereits gelesen hatte, wollte ich die ganze Reihe lesen. Ich muss sagen das man sich selbst dadurch zwar etwas spoilert, aber mich persönlich hat es nicht gestört. Da ich zwischen den beiden Büchern auch eine gewisse Zeit verstreichen lies hat es die Spannung nicht geschmälert.
Francis Ackerman jr. ist von seinem Vater missbraucht wurden um ein widerliches Experiment an ihm durchzuführen. Dadurch ist Ackerman zu einem Serienmörder geworden. Aber nicht nur irgendein Serienmörder. Nein er spielt mit seinen Opfern, er gibt ihnen die Möglichkeit zu überleben, wenn sie nach seinen Spielregeln mitmachen. Doch nicht jeder hat das Glück gegen Ackerman zu gewinnen.
Auf der anderen Seite haben wir Marcus Williams der ein Ex Polizist ist und seine Ruhe in der kleinen Stadt Asherton sucht, doch erst gerät er in eine Schlägerei und dann stößt er auf eine ermordete Frau die Opfer von Ackerman wurde. Doch irgendwas passt nicht zusammen und Marcus gerät in eine mehr als merkwürdige und lebensgefährliche Lage.
Mir hat der Thriller gut gefallen, er ist spannend hat ein sehr gutes Erzähltempo und ist zugleich aber auch sehr surreal. Es gab so einige Situationen wo ich mich fragte ob der Autor das jetzt ernst meint, aber im großen und ganzen hat es mich nicht weiter gestört. Der Schreibstil ist flüssig, leicht und spannend man ist von der ersten Seite an voll in der Geschichte drin. Teilweise waren die Morde sehr detailiert und brutal beschrieben, was mich persönlich nicht so sehr störte. Am ende wurde ich dann doch sehr überrascht, denn mit sowas hätte ich nie im Leben gerechnet. Ich konnte das Buch nur schwer weglegen. Auch wurde durch das unerwartete ende Lust auf das nächste Buch der Reihe gemacht.
Die Charaktere sind teilweise zu extrem dargestellt, typisch amerikanisch. So wird Ackerman als unbesiegbar dargestellt, der allen immer einen Schritt voraus ist. Wie ich Ackerman finden soll weiß ich nicht genau, auf der einen Seite war er mir total unsystematisch und zuwider, auf der anderen Seite war er mir sympathisch und tat mir auch etwas leid dadurch was er erlebt hat. Gegen Ende des Buches geriet er dann zunehmend in den Hintergrund was ich schade fand. Marcus gefiel mir gut, er war der Ex Cop der von Gewissensbissen geplagt wird seinen Job aufgibt und versucht ein normales Leben zu führen. Er hat ein Fotografisches Gedächtnis und den Tick immer seinen Nacken knacken zu lassen. Andere Charaktere waren mir zu blass geschildert, von denen hätte ich gerne mehr Präsenz gehabt z.B. Maggie.
Mir hat das Buch gut gefallen. Auch wenn es anders war als erwartet habe ich es doch gerne gelesen. Und man muss sich eines deutlich machen, dies ist ein Buch das polarisiert. Entweder man mag es und liest es gerne oder man mag es eben nicht. Es ist kein normaler Thriller der jedem gleich gut gefällt.

Bewertung vom 03.05.2017
Die zwei Leben der Florence Grace
Rees, Tracy

Die zwei Leben der Florence Grace


sehr gut

Nachdem ich „Die Reise der Amy Snow“ verschlungen habe, habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut. Allerdings muss ich sagen das mich die Autorin Tracy Rees mit „Die zwei Leben der Florence Grace“ nicht ganz überzeugen konnte. Stellenweise war das Buch langatmig und man hätte einiges auf weniger Seiten zusammenraffen bzw. einiges auch komplett weg lassen können. Langweilig wurde es allerdings nie wirklich auch wenn es an Spannung fehlte.
Die Waise Florrie Buckley wächst bei ihrer Großmutter in Cornwall auf. Sie sind zwar arm und haben ein arbeitsreiches Leben sind aber trotzdem glücklich. Kurz vor dem Tod der alten Frau offenbart sie Florrie ein Geheimnis. Florrie gehört der reichen Grace Familie in London an. Nachdem Tod von Forries Großmutter reist sie nach London um dort als Florence Grace zu leben. Allerdings wird sie nur widerwillig aufgenommen wird und ein ganz neues Leben auf sie wartet. Sie füllt sich weder in London noch in der Familie geborgen, bis ihr Charismatische Cousin Turlington auftaucht. Die beiden verbindet mehr als nur eine Freundschaft, aber Turlington hat ein dunkles Geheimnis.
Der Schreibstil ist flüssig und leicht, man findet sich schnell ins 19 Jahrhundert ein. Durch den Icherzähler von Florrie erfährt man ihre Geschichte quasi aus erster Hand. Auch schafft es die Autorin Kleider, Häuser und Gegenden authentisch wiederzugeben. So entstand ein schönes Bild im Kopf von den Handlungen. Schön zu sehen war wie sich Florrie entwickelt hat und ihren Weg gefunden hat. Sie musste tiefen und höhen durchstehen und daran ist sie gewachsen.
In dem Roman von Tracy Rees steht das 19 Jahrhundert im Mittelpunkt, so lernen wir durch die Geschichte die verschiedensten Gesellschaftsschichten kennen. Man erfährt dass das Leben das Florrie anfangs führte sehr anstrengend war und später durch die gehobene Stellung der Grace einfacher wurde. Man sieht die Arroganz der Reichen gegenüber der ehrlichen Lebensweise der einfachen Leute gegenüber gestellt.
Die 460 Seiten lassen sich schnell und flüssig lesen. Mir persönlich fehlte es etwas an Spannung und war am einigen Stellen zu langatmig.

Bewertung vom 01.05.2017
Die fremde Königin / Otto der Große Bd.2
Gablé, Rebecca

Die fremde Königin / Otto der Große Bd.2


ausgezeichnet

„Die Fremde Königin“ ist der zweite Teil einer Reihe rund um Otto den Großen. Aber wie alle Bücher der Autorin Rebecca Gablé ist auch dieses Buch in sich abgeschlossen und kann gut separat gelesen werden. Auch muss man den ersten Teil nicht gelesen haben um in die Geschichte rein zu kommen. Die Romane von Frau Gablè sind alle sehr gut recherchiert und verbinden Fakten mit Fiktion uf einem hohen und gekonnten Niveau.

In dem vorliegenden Buch werden wir in das Jahr 951 versetzt. Königin Adelheid von Italien wird gefangen gehalten um sie zu einer Heirat zu zwingen. Doch ein Panzerreiter der Reiterlegion von König Otto bekommt einen gefährlichen Auftrag. Der Panzerreiter ist Gaidemar, ein Bastard vornehmer aber unbekannter Art, er soll Adelheid bei ihrer Flucht helfen und sie über die Alpen bringen. Bei diesem unterfangen verliebt Gaidemar sich in die Königin doch diese heiratet König Otto. Trotzdem schafft Gaidemar es zum Vertrauten der Königin aufzusteigen und hat auch so viele Freunde am Königshof aber auch genauso viele Feinde.

Durch den brillanten Schreibstil der Autorin findet man nicht nur schnell in die Geschichte sondern fühlt auch mit jedem Protagonisten mit. So lässt sich das Buch schnell und unkompliziert lesen. Man bekommt Einblicke in eine andere Welt, eine andere Zeit und auch in andere Denkweisen. Denn nicht alles was früher normal war ist heute noch akzeptabel. Es gibt Dinge die einen vielleicht heute schockieren mögen, früher aber gang und gäbe waren. Man lernt mit den Büchern von Rebecca Gablé noch etwas geschichtliches dazu.

Es ist ein Roman der vor dem inneren Auge zu Leben erwacht. Ich konnte mir die Schlachten, die Bauten, die Menschen gut vorstellen. Was mir auch gut gefallen hat ist das es viele Aspekte behandelt werden. Es hat alles was ein gutes Buch haben sollte. Vor allem ist es spannend nicht zuletzt durch Intrigen, Hass und Verrat, aber auch die Liebe kommt nicht zu kurz.

Obwohl das Buch über 750 Seiten hat wurde es nie langweilig, es gab immer wieder neue Wendungen die einen neuen Aspekt offen legten. Mit „Der Fremden Königin“ ist der Autorin wieder ein Meisterwerk gelungen.

Bewertung vom 11.03.2017
Der letzte Überlebende
Pivnik, Sam

Der letzte Überlebende


ausgezeichnet

Sam Pivnik erzählt in seiner Autobiographie eine wahre Geschichte die unter die Haut geht.

Sam ist gerade 13 als die Deutschen in Polen einfallen und so einen unbegreiflichen Krieg beginnen. Er lebte mit seiner Familie als Juden in einem kleinen oberschlesischen Ort. Er erlebt eine Zeit des Grauens als er heranwächst. Er wird in ein Ghetto deportiert, dann nach Auschwitz wo er seine gesamte Familie verliert. Er überlebt mehrere Selektionen bevor es ins Lager Fürstengrube und von dort zum Todesmarsch nach Holstein geht. Als er in Holstein ankommt wird er auf die Cap Arcona gebracht die von den Briten Bombardiert wird.

Sam Pivnik erzählt eine lebensechte und sehr emotionale Geschichte, von einem jüdischen Kind das erst normal heranwächst und dann von dem Wahnsinn eines Mannes und seiner untergebenen Terrorisiert wird. Er überlebt seine ganze Familie geht durch die Hölle. Es ist sehr bewegend Tatsachenberichte zu lesen die den Holocaust überlebt haben. Auch wenn ihre Erinnerungen vielleicht nicht immer detailiert sind, so sind sie doch nicht von der Hand zu weisen. Heute bekommt jeder der so eine Erfahrung wie Sam Pivnik gemacht hat psychologische Betreuung, damals mussten die Menschen alleine damit fertig werden. Traurig ist das immer wieder behauptet wird das solche Berichte übertrieben werden und die SS nur Befehle befolgten. Ich finde es traurig das Menschen es immer wieder schaffen ihre Vergangenheit zu leugnen, auch wenn ich zu einer Generation gehöre die nichts mehr mit dem 2 Weltkrieg zu tun hat, sollte man sich doch damit beschäfftigen um daraus zu lernen. Und deswegen finde ich solche Lebensberichte wie die von Sam Pivnik sehr bewegend und interessant.

Also jeder der sich mit der Geschichte rund um den 2 Weltkrieg und das Leben von KZ Häftlingen interessiert sollte dieses Buch lesen. Es ist sachlich und trotzdem sehr emotional geschrieben und zeigt wie die Menschen unter Hitler und seiner Besessenheit gelitten haben.

Bewertung vom 06.03.2017
Kaltes Verlangen
Tielcke, Natalie

Kaltes Verlangen


sehr gut

Kaltes Verlangen ist ein Psychothriller der etwas anderen Art. Es beginnt spannend bekommt dann eine ungeahnte Wendung und hat ein überwältigendes Ende.

Kim ist hochintelligent und hat ein ungewöhnliches Hobby. Sie Beobachtet andere Menschen. Aber dabei bleibt es nicht sie verfolgt sie beobachtet deren Lebensgewohnheiten und beginnt sich langsam in das Leben zu integrieren. So ist es auch als sie in der Bahn Anna begegnet. Kim folgt Anna und beobachtet sie, findet heraus wer Annas Freund ist und wo Max arbeitet. Um Max und Anna so nah wie möglich zu sein beobachtet sie beide fast pausenlos. Aber das reicht ihr nicht sie geht auch zu Max in die Praxis um sich von ihm behandeln zu lassen. Doch nach und nach stellt Kim fest das bei Anna und Max etwas nicht stimmt. Anna schließt Max nachts in einen abgedunkelten Raum. Warum tut sie das? Was geschieht mit Max nach Mitternacht? Dann sieht Kim einen völlig fremden das Haus verlassen. Wer ist der Mann und warum kommt er aus dem Haus von Anna und Max?

Der Schreibstil ist flüssig und leicht, man findet schnell in die Geschichte rein. Die Spannung bleibt erhalten du wird auch noch gesteigert. Zum einen durch Kims Beobachtungen und das sie dafür auch illegale Mittel einsetzt, aber auch die Tagebucheinschübe verhelfen zu einer ungeahnten Spannung die einem an das Buch fesselt. Eine Überraschung des Buches ist die Verschiebung der Hauptprotagonisten. Denkt man am Anfang noch das es um Kim und ihre Obsession des Beobachten geht, bekommt man im zweiten und dritten Teil des Buches immer mehr den Eindruck das es um Max/David geht. Die Charaktere sind alle sehr ausgefeilt und machen eine überraschende Wendung durch. Allerdings gibt es einen Punkt Abzug da mir das Ende, auch wenn es ungeahnt und überwältigend war, nicht sonderlich gut gefallen hat. Es passte nicht wirklich zu der ganzen Vorgeschichte von David. Auch gab es Erklärungen die mir doch sehr weit hergeholt erschienen und nicht sehr realistisch. Das hat der Geschichte einen kleinen Abbruch gegeben die mir bis dahin sehr gut gefallen hatte.

Bewertung vom 16.02.2017
Sturmherz
Bomann, Corina

Sturmherz


ausgezeichnet

Mit Sturmherz ist Corina Bomann wieder ein absolut toller Roman gelungen.

Alexa Petri hat ein eher gespanntes Verhältnis zu ihrer Mutter Cornelia. Doch dann bekommt ihre Mutter einen Schlaganfall und liegt im Koma und für Alexa stellt sich die Frage ob sie die Vormundschaft für Cornelia übernimmt. Noch während sie vor dieser schweren Entscheidung steht trifft ein alter Freund von Cornelia in Hamburg ein. Dieser erzählt Alexa eine unglaubliche Geschichte über eine vergangene Liebe und der Sturmflut die alles veränderte. Aber es kommen noch weitere Geheimnisse ans Licht die Alexa zeigen warum sich ihre Mutter von ihr abwandte, das Cornelia aber auch eine ganz andere Seite hatte und viele Geheimnisse mit sich führte.

Der Schreibstil des Buches ist einmalig, Frau Bomann holt den Leser am Anfang der Geschichte ab und nimmt ihn gleich mit auf eine Reise. Von der ersten Seite an ist man in der Geschichte drin und fühlt mit jedem Protagonisten mit. Es steckt sehr viel Gefühl darin und berührt einen tief. Da es auch noch einen historischen Hintergrund hat (die Sturmflut 1962 in Hamburg), wird die Geschichte realistischer und authentisch. Die Autorin führt uns an die verschiedensten Orte und bei jedem hat man das Gefühl wirklich da zu sein. Man kann die Flut spüren, man sieht die Rosen aus dem Park Planten Blomen, der Buchladen von Cornelia alles ist sehr plastisch beschrieben so das sich ein wunderbares Kopfkino einsetzt.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, es hat mir wirklich schöne Lesestunden ermöglicht und ich werde gewiss weitere Bücher der Autorin lesen und kann es nur weiterempfehlen.

Bewertung vom 01.02.2017
Der Jahrhunderttraum / Jahrhundertsturm Trilogie Bd.2
Dübell, Richard

Der Jahrhunderttraum / Jahrhundertsturm Trilogie Bd.2


ausgezeichnet

Der Jahrhundertraum ist der zweite Teil des Autoren Richard Dübell. Meines Erachtens muss man den ersten Teil nicht gelesen haben um dieses Buch zu verstehen. Es sind zwei von einander unabhängige Geschichten die sich beide lohnen gelesen zu werden.

Deutschland 1891, die Geschwister Otto, Levin und Amalie von Briest werden erwachsen und werden mit dem Tod ihrer Großeltern konfrontiert. Ein Freund und Privatdetektiv der Familie vermutet hinter dem Zugunglück mehr als nur ein Unglück. Moritz von Briest beauftragt Edgar mal etwas nachzuforschen. Otto von Briest findet den Beruf des Ermittlers spannend und hilft bei den Ermittlungen mit, denn das Ingenieur Studium macht ihm keine rechte Freude. Levin von Briest lebt für das Fliegen und der neuen Bewegung der Luftfahrtschiffe. Er gibt alles dafür mit Otto Lilienthal und Graf Zeppelin zusammen zuarbeiten und den Traum der Menschen zu fliegen voranzutreiben. Amalie weiß nicht so recht was sie aus ihrem Leben machen soll, bis sie Emma von Schley kennen lernt und die Freundschaft zu Emma neue ungeahnte Wege offenbart. Alle drei von Briest Kindern verbindet etwas und das bringt die Wende zum neuen Jahrhundert mit sich.

Der Schreibstil ist flüssig und leicht man kommt schnell in die Geschichte rein und mag gar nicht mehr aufhören zu lesen. In der Geschichte vereinen sich Fakten und Fiktion zu einem ganzen und macht Spaß diese zu lesen. Es ist eine anspruchsvolle Lektüre bei der es viele Einzelheiten zu den ersten Luftschiffen gibt, sowie Einzelheiten zu verschieden namenhaften Firmen, der damaligen Politik sowie der Arbeit eines Detektiven oder die Frauenbewegung die zur Emanzipation der heutigen Frau verhalf. Es mag den Anschein haben das hier zu viele Themen angesprochen werden, aber der Autor schafft es den Leser am Ball zu halten und alles logisch und spannend zu schildern. Bei solchen Büchern wie die von Richard Dübell lernt man immer noch was dazu, was ich sehr positiv finde. Auch merkt man an dem Roman das ihm persönlich das Thema der Luftfahrt sehr interessiert und ihn bewegt.

Es ist, wie der erste Teil, ein sehr gelungener Roman. Es lohnt sich wirklich diesen zu lesen. Und ich freue mich schon auf weitere Bücher von Richard Dübell.