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ech
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Bochum

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Insgesamt 784 Bewertungen
Bewertung vom 19.10.2022
Hebesberger, Roland

Der Tempel von Edfu: Viper


ausgezeichnet

Packende und actionreiche Mischung aus Abenteuerroman und Mystery-Thriller

Mit diesem tempo- und actionreichen Buch legt der Autor Roland Hebesberger eine gelungene Mischung aus Abenteuerroman und Mystery-Thriller vor und konnte mich damit erneut auf ganzer Linie begeistern. Wie der Untertitel des Buches bereits andeutet, wird hier zudem die Vorgeschichte der Figur Viper erzählt, die in der Cornell-Rohde-Trilogie eine durchaus tragende Nebenrolle einnimmt.

In seinem letzten Buch hat der Autor endgültig enthüllt, dass all seine Bücher im gleichen Serienkosmos spielen und inhaltlich zusammenhängen. Dennoch kann man dieses Buch grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus den anderen Werken des Autors lesen und nachvollziehen, da es zeitlich weit vor den anderen Büchern angesiedelt ist und so quasi ein Prequel darstellt.

Als im Jahr 1900 der Vater von Claire und Francis Turner ein Jahr nach seinem Verschwinden in Ägypten für tot erklärt wird, brechen für die Geschwister schwere Zeiten an. Bislang standen sie noch unter der Obhut von Jack Jenkins, in dessen Auftrag ihr Vater als Archäologe unterwegs war, doch nun drängt dessen Familie darauf, dass die Geschwister das Anwesen verlassen müssen. In ihrer Verzweiflung fasst Claire einen waghalsigen Plan und sie überredet ihren Bruder zu einer gefährlichen Reise nach Ägypten, um dort die Spur ihres Vaters aufzunehmen. Doch sie ahnen nicht, mit welchen Kräften sie sich dabei anlegen …

Mit einem packenden Schreibstil, einigen überraschenden Wendungen und einem hohen Erzähltempo treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und lässt sie schließlich in einen fulminanten Showdown münden, der zudem eine schlüssige Auflösung liefert. Geschickt bindet er dabei die bekannten ägyptischen Mythen in seine Geschichte ein und bietet seine ganz eigenen Interpretationen, die er mit viel Einfallsreichtum in seinen Serienkosmos einfließen lässt. Erzählt wird das Ganze aus der Perspektive von Claire, der hier auch als Ich-Erzählerin fungiert und uns Leser hautnah an ihren Zweifeln und Nöten teilhaben lässt. Aber auch die übrigen Charaktere in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen sind überzeugend gezeichnet und vielschichtig angelegt. Lesern, die auch die anderen Bücher des Autors kennen, bietet dieser Band zudem am Ende noch einige kleine Überraschungen, die meine Vorfreude auf die kommenden Werke aus seiner Feder noch einmal deutlich steigern konnten.

Wer auf actionreiche und packende Abenteuerromane mit reichlich Mystery-Elementen steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.

Bewertung vom 19.10.2022
Clever, Florian

Der weiße Kristall


ausgezeichnet

Spannender und atmosphärisch dichter Fantasy-Zweiteiler mit reichlich Action

Mit diesem Buch legt der Autor Florian Clever einen Sammelband mit den beiden Bänden der Fantasy-Reihe „Der weiße Kristall“ vor, die mich auf ganzer Linie überzeugen konnte. Die beiden Bände sind zuvor auch jeweils einzeln erschienen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Söldner Molovin von Turda, der mit einem heiklen Auftrag in den Norden von Iatiara geschickt wird. Dort soll er den Magier Spero von Flawen, auch bekannt als die „Boraker Fackel“, in seine Gewalt nehmen und zu Alvar Einarm nach Sirak bringen. Doch schon bald kommen Molovin erhebliche Zweifel an den Zielen seines Auftraggebers und so steht er vor einer schweren Entscheidung. Soll er einfach nur seinen Befehlen folgen oder gegen alle Regeln seines Berufsstandes verstoßen ?

Mit einem packenden Schreibstil und bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen, erschafft der Autor hier mit viel Liebe zum Detail eine phantastische Welt voller Überraschungen und bestückt sie mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Einige Karten zu Beginn und ein Glossar am Ende des Buches sind mehr als hilfreich, um sich in dieser doch recht komplexen Welt zurechtzufinden. Die gut aufgebaute Geschichte bietet reichlich Spannung und Action, durch die Gauklerin Skadi kommt aber auch eine ordentliche Portion Humor hinzu, die den eher düsteren Grundton immer wieder auflockert.

Wer auf satte und atmosphärisch dichte Fantasy-Geschichten steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.

Bewertung vom 29.09.2022
Kuhn, Greta R.

Saarland-Connection


sehr gut

Spannender Kriminalroman aus den Untiefen der saarländischen Bauwirtschaft

In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Greta R. Kuhn ihre Ermittlerin Veronika Hart vom LKA Saarbrücken in ihren dritten Fall und führt sie dabei in die Untiefen der saarländischen Bauwirtschaft. Meine erste Begegnung mit der Ermittlerin konnte mich zwar nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber doch gut und spannend unterhalten.

Man kann das Buch dabei auch problemlos ohne Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden der Reihe lesen und verstehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Als bei der Eröffnung einer Vernissage auf dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte die Leiche eines bekannten Bauunternehmers auftaucht, befindet sich auch Veronika Hart unter den anwesenden Gästen und kann sofort die Ermittlungen aufnehmen. An Verdächtigen mangelt es nicht, da sich das Opfer mit seinen skrupellosen Machenschaften nicht sehr beliebt gemacht hat. Als es eine weitere Leiche gefunden wird, geraten Veronika und ihr Team unter immer stärker werdenden Druck aus Politik und Öffentlichkeit. Zudem sorgt der neue Staatsanwalt bei Veronika für ziemliche Verwirrung.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran, garniert sie mit jeder Menge Lokalkolorit und bietet am Ende eine schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Charakteren in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die an der einen oder anderen Stelle aber doch etwas mehr Tiefe vertragen hätten. Gerade die Mitglieder von Veronikas Team bleiben doch ziemlich blass und austauschbar, da sich das Geschehen weitestgehend auf Veronika und den Staatsanwalt konzentriert. Die Passagen aus der Perspektive des Täters verraten zudem schon so viel über ihn, dass man zu schnell erkennt, dass es bei den Verdächtigen, die ins Visier der Ermittler geraten, nicht um den Täter handeln kann. Dennoch gelingt es der Autorin, ausreichend Spannung aufzubauen und diese auch bis zum Ende zu halten.

Wer auf spannende Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit steht, wird mit diesem Buch trotz der kleineren Kritikpunkte insgesamt doch gut bedient und unterhalten.

Bewertung vom 27.09.2022
Bendixen, Britta

List und Lüge


ausgezeichnet

Packender Kriminalroman aus dem hohen Norden mit sympathischen Ermittlern und einem verzwickten Fall

Mit diesem Kriminalroman aus dem hohen Norden schickt die Autorin Britta Bendixen ihre Flensburger Kriminalkommissare Carsten Andresen, Lutz Weichert und Mirja Sommer in ihren nächsten verzwickten Fall, der mich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Vorkenntnisse aus den früheren Bänden benötigt man hier nicht, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Als der arbeitslose Handwerker Tom Jacobs am Rande der A7 tot aufgefunden wird, ist die erste Vermutung, dass er Selbstmord begangen hat. Doch schnell zeigt sich, dass hier doch jemand nachgeholfen hat und so nehmen sich die Ermittler das direkte Umfeld des Toten vor und suchen nach einem Motiv für einen Mord. Findet sich der Täter unter den Mitgliedern der Männer-WG, in der der Tote gelebt hat, und in der die einzelnen Mitglieder doch das eine oder andere Geheimnis zu verbergen versuchen ? Und was ist mit dem Bruder des Opfers, einem erfolgreichen Künstler, der angibt, schon seit Jahren keinen Kontakt mehr zu seinem Bruder gehabt zu haben ?

Die Autorin reichert ihre gut aufgebaute und wendungsreiche Geschichte mit reichlich Lokalkolorit an, so das neben der spannenden Unterhaltung beim Lesen auch noch Lust auf einen Besuch an der Ostseeküste geweckt wird. Der lockere Schreibstil lässt einen nur so über die Seiten fliegen, hier muss man aber höllisch aufpassen, dass einem dabei kein wichtiges Detail in dem komplexen Kriminalfall entgeht. Fein dosierte Ausflüge in das turbulente Privatleben der Ermittler bieten zwischendurch aber auch immer wieder kurze Erholungspausen, um sich ein wenig zu sammeln. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, mit denen man gerne mitfiebert bzw. sich über sie ärgert, wenn sie sich mal wieder von ihrer "besten Seite" zeigen.

Da die Geschichte in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 angesiedelt, hat die Autorin auch das Corona-Virus und die daraus resultierenden Maßnahmen in die Geschichte eingebunden. Besonders für Kommissar Andresen ergeben sich im Laufe der Geschichte dadurch auch dramatische Momente mit weitreichenden Folgen. Diese Passagen tragen aber auch einen gehörigen Anteil dazu bei, dass die Geschichte und die Protagonisten so wunderbar realitätsnah rüberkommen.

Wer auf spannende Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.

Bewertung vom 22.09.2022
Wollschlaeger, Nicole

Elbpakt


ausgezeichnet

Gelungene und gut aufeinander abgestimmte Mischung aus Spannung, Dramatik und Humor

In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Nicole Wollschlaeger das Team von der Polizeidienstelle in Kophusen in ihren bereits siebten Fall und bietet dabei erneut eine sehr gut aufeinander abgestimmte Mischung aus Spannung, Dramatik und feinem Humor. Auch wenn es diesmal insgesamt ein wenig düsterer ausfällt wie sonst gewohnt, macht das wilde Treiben in dem fiktiven Ort wieder einmal jede Menge Spaß.

Man braucht hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus den ersten sechs Bänden, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

In Kophusen kommt es zu einigen rätselhaften Vorkommnissen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Ursula Neumann meldet einen Einbruch, gibt dann aber an, sich geirrt zu haben, als Philip Goldberg und Hauke Thomsen bei ihr eintreffen. Im Park eines Seniorenheimes wird ein Grabkreuz aufgestellt, unter dem eine Schachtel mit makabrem Inhalt vergraben ist. Als ein zweites Grabkreuz auftaucht und Ursula Neumann spurlos verschwindet, müssen Philip und sein Team tief in der Vergangenheit graben und ein altes Geheimnis aufdecken, um den Vorgängen in der Gegenwart auf den Grund zu gehen und Schlimmeres zu verhindern.

Mit einem packenden Schreibstil, der aber immer auch mit einem gewissen Augenzwinkern versehen ist, treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und bestückt sie mit einer ganzen Riege fein gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Zu den altbekannten Figuren gesellen sich auch diesmal wieder einige Neuzugänge, die sich hervorragend in das vorhandene Ensemble eingliedern und es dabei sogar bereichern. Die sehr gut aufeinander abgestimmte Mischung aus Spannung und Humor sorgt so für ein pralles Lesevergnügen von der ersten bis zur letzten Seite, bei der die einzelnen Fäden am Ende geschickt miteinander verknüpft werden und so eine überraschende, aber dennoch absolut schlüssige Auflösung präsentiert wird, die auch eine ordentliche Portion Tragik enthält.

Wer auf spannende Kriminalromane mit Humor steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Auch bei meinem dritten Besuch in Kophusen konnte mich die Autorin auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

Bewertung vom 20.09.2022
Goldammer, Frank

Ein dunkler Ort / Felix Bruch Bd.1


sehr gut

Düsterer Kriminalroman mit einem sperrigen Ermittlerduo, das reichlich Ecken und Kanten aufweist

In diesem Kriminalroman schickt der Autor Frank Goldammer mit Felix Bruch und seiner neuen Kollegin Nicole Schauer von der Dresdener Kriminalpolizei ein ziemlich ungewöhnliches und teilweise sogar bizarres Ermittlerduo mit Ecken und Kanten ins Rennen, dass mich bei seinem ersten Auftritt zwar nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber dennoch gut und spannend unterhalten konnte.

Nicole Schauer wollte sich eigentlich der Liebe wegen von Hamburg nach Dresden versetzen lassen, doch als ihr Gesuch genehmigt wird, ist die Beziehung bereits beendet. So sieht sie dem Neustart mit etwas gemischten Gefühlen entgegen. Daran ändert sich auch nichts, als sie ihren neuen Partner Felix Bruch kennenlernt, einen ziemlich eigensinnigen Ermittler, an dem sie schnell einige mehr als seltsame Verhaltensweisen bemerkt. Viel Zeit, sich aneinander zu gewöhnen haben die beiden aber nicht, denn als in einem Dresdener Vorort ein Mädchen verschwindet, werden sie mit dem Fall betraut. Doch soll sich Nicole wirklich auf Bruchs seltsame Ermittlungsmethoden einlassen ?

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute und ziemlich düstere Geschichte voran und bestückt sie mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Dabei erzählt er die Geschichte hauptsächlich aus der Perspektive von Nicole, in deren Vergangenheit auch noch das eine oder andere Geheimnis lauert. So kommen beide Ermittler einigermaßen sperrig rüber und machen es einem bis zum Schluss auch nicht unbedingt leicht, sie zu mögen. Bei Felix Bruch trägt der Autor meiner Meinung nach zudem auch etwas zu dick auf, dass jemand mit solchen Verhaltensweisen tatsächlich im Polizeidienst verbleiben kann, ist schon einigermaßen unglaubwürdig. Am Ende des Buches wird zwar der aktuelle Fall gut und überzeugend aufgelöst, in Sachen Bruch bleiben aber doch noch viele Fragezeichen, die für die nachfolgenden Bände noch einige Überraschungen versprechen.

Wer auf spannende Kriminalromane mit unkonventionellen Ermittlern steht, wird hier insgesamt gut bedient und unterhalten. Allerdings bleibt für die weiteren Auftritte dieses außergewöhnlichen Teams auch durchaus noch Luft nach oben.

Bewertung vom 16.09.2022
Esser, Frank

Wir schweigen bis ins Grab


sehr gut

Spannender Hamburg-Krimi mit sympathischen Ermittlern und einem verzwickten Fall

In diesem Kriminalroman schickt der Autor Frank Esser mit Jana Brinkhorst und ihren Kollegen Steffen Hempel und Henning Kruse von der Hamburger Kriminalpolizei ein neues Ermittlerteam ins Rennen, dass mich bei ihrem ersten Auftritt gleich gut und spannend unterhalten konnte. Dabei handelt es sich hier um die Neuausgabe eines Buches, dass bereits unter dem Titel „Sühnepakt“ erschienen ist.

Als der renommierte Anwalt Julius Wellenbrink bei einem spektakulären Verkehrsunfall um Leben kommt, zeigt sich schnell, dass hier jemand nachgeholfen hat. Und so übernehmen Jana Brinkhorst und ihr Team die Ermittlungen und beleuchten zunächst das direkte Umfeld des Opfers. Kurz darauf wird mit dem erfolgreichen Immobilienmakler Patrick Sanddorn ein alter Weggefährte von Wellenbrink ermordet. Jana und ihr Team müssen tief in die Vergangenheit der beiden Männer eintauchen, um den Schlüssel zu diesem verzwickten Fall zu finden.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und bestückt sie mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Dabei erzählt er die Geschichte fast ausschließlich aus der Perspektive der Ermittler, kurze Kapitel aus der Täter- bzw. Opfer-Perspektive werden eher dezent eingesetzt. So ist man als Leser die ganze Zeit auf Augenhöhe mit Jana und ihren Kollegen, ohne einen Wissensvorsprung zu besitzen, und kann aus den Ermittlungsergebnissen eigene Schlüsse ziehen und Theorien aufstellen, um am Ende doch von der verblüffenden Auflösung überrascht zu werden.

Wer auf spannende Kriminalromane mit gut aufeinander abgestimmten Ermittlern steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Auf die weiteren Auftritte dieses sympathischen Teams bin ich schon sehr gespannt.

Bewertung vom 12.09.2022
Pieper, Tim

Raue Havel


ausgezeichnet

Packender Krimi um einen Spionagefall aus dem Jahr 1949 und seine dunklen Schatten in der Gegenwart

Mit diesem Buch legt der Autor Tim Pieper den inzwischen bereits sechsten Band seiner Reihe um Toni Sanftleben von der Kriminalpolizei Potsdam vor und konnte mich dabei auch diesmal wieder auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

Vorkenntnisse aus den ersten fünf Bänden sind hier nicht erforderlich, da alle erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte gut in die laufende Handlung eingebunden werden, ohne den Lesefluss zu stören. Lesen sollte man diese Bände aber dennoch, weil sie ebenfalls beste Krimiunterhaltung bieten.

In einem alten Bootshaus an der Havel werden drei Skelette gefunden, die dort schon seit Jahrzehnten liegen. Kurz darauf wird eine Journalistin getötet, die in einem alten Spionagefall aus dem Jahr 1949 recherchiert hat und dabei auch auffälliges Interesse an dem Grundstück, auf dem das Bootshaus steht, gezeigt hatte. Toni Sanftleben und sein Team müssen tief in die Vergangenheit graben, um den kniffligen Fall zu lösen. Das ausgerechnet jetzt Tonis Mutter, die eigentlich in Portugal lebt, nach Potsdam zurückkehrt und dringend mit ihm sprechen will, passt ihm da eigentlich gar nicht in den Kram, zumal sein Verhältnis zu ihr doch ziemlich schwierig ist. Oder ist ihre Rückkehr überhaupt kein Zufall ?

Auch dieser Band überzeugt durch einen packenden Schreibstil und bietet eine gut aufgebaute Geschichte mit sorgfältig charakterisierten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Der ausgeklügelte Fall wird am Ende überzeugend aufgelöst und ist auf dem Weg dahin auch für die eine oder andere Überraschung gut.

Neben den aktuellen Ermittlungen gibt es immer wieder Rückblenden in das Jahr 1949, in dem sich eine junge Frau auf eine gefährliche Spionageaktion einlässt und bald nicht mehr weiß, wem sie noch vertrauen kann. Dieser Teil der Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten, die hier aber leicht verfremdet und ausgeschmückt werden. Informationen zu Dichtung und Wahrheit finden sich im Nachwort am Ende des Buches.

Wer auf packende Kriminalromane mit starken Figuren und einem realen historischen Hintergrund steht, wird hier bestens bedient und spannend unterhalten.

Bewertung vom 08.09.2022
Polifka, Anne

Sirona (eBook, ePUB)


sehr gut

Wenig besinnliche Weihnachten auf der ISS

In dieser Kurzgeschichte entführt uns die Autorin Anne Polifka auf die Weltraumstation ISS und lässt uns dort ein Weihnachtsfest der besonderen Art erleben.

Eigentlich sollten Alexander Liebers und seine Kollegen zu Weihnachten längst wieder bei ihren Familien sein, doch ein kurzfristig angekündigter Besuch einiger Weltraumtouristen macht diese Pläne zunichte. Was wirklich hinter diesem Besuch steckt, erfährt die Crew von der ISS aber erst, als bereits alles zu spät ist ...

Auf ca. 17 Seiten entwickelt die Autorin eine packende Kurzgeschichte, die schnell zur Sache kommt und einen ziemlich dramatischen Verlauf nimmt. Obwohl dabei für die Figurenzeichnung nicht viel Raum bleibt, gelingt es ihr doch, mit Alexander Liebers eine Hauptfigur zu kreieren, mit der man gerne mitfiebert und -leidet.

Ein spannendes und bewegendes Weltraumabenteuer, das Lust auf mehr macht. Auf die weiteren Werke der Autorin bin ich nun schon sehr gespannt.