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ech
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Bochum

Bewertungen

Insgesamt 402 Bewertungen
Bewertung vom 29.09.2022
Saarland-Connection
Kuhn, Greta R.

Saarland-Connection


sehr gut

Spannender Kriminalroman aus den Untiefen der saarländischen Bauwirtschaft

In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Greta R. Kuhn ihre Ermittlerin Veronika Hart vom LKA Saarbrücken in ihren dritten Fall und führt sie dabei in die Untiefen der saarländischen Bauwirtschaft. Meine erste Begegnung mit der Ermittlerin konnte mich zwar nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber doch gut und spannend unterhalten.

Man kann das Buch dabei auch problemlos ohne Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden der Reihe lesen und verstehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Als bei der Eröffnung einer Vernissage auf dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte die Leiche eines bekannten Bauunternehmers auftaucht, befindet sich auch Veronika Hart unter den anwesenden Gästen und kann sofort die Ermittlungen aufnehmen. An Verdächtigen mangelt es nicht, da sich das Opfer mit seinen skrupellosen Machenschaften nicht sehr beliebt gemacht hat. Als es eine weitere Leiche gefunden wird, geraten Veronika und ihr Team unter immer stärker werdenden Druck aus Politik und Öffentlichkeit. Zudem sorgt der neue Staatsanwalt bei Veronika für ziemliche Verwirrung.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran, garniert sie mit jeder Menge Lokalkolorit und bietet am Ende eine schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Charakteren in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die an der einen oder anderen Stelle aber doch etwas mehr Tiefe vertragen hätten. Gerade die Mitglieder von Veronikas Team bleiben doch ziemlich blass und austauschbar, da sich das Geschehen weitestgehend auf Veronika und den Staatsanwalt konzentriert. Die Passagen aus der Perspektive des Täters verraten zudem schon so viel über ihn, dass man zu schnell erkennt, dass es bei den Verdächtigen, die ins Visier der Ermittler geraten, nicht um den Täter handeln kann. Dennoch gelingt es der Autorin, ausreichend Spannung aufzubauen und diese auch bis zum Ende zu halten.

Wer auf spannende Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit steht, wird mit diesem Buch trotz der kleineren Kritikpunkte insgesamt doch gut bedient und unterhalten.

Bewertung vom 27.09.2022
List und Lüge
Bendixen, Britta

List und Lüge


ausgezeichnet

Packender Kriminalroman aus dem hohen Norden mit sympathischen Ermittlern und einem verzwickten Fall

Mit diesem Kriminalroman aus dem hohen Norden schickt die Autorin Britta Bendixen ihre Flensburger Kriminalkommissare Carsten Andresen, Lutz Weichert und Mirja Sommer in ihren nächsten verzwickten Fall, der mich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Vorkenntnisse aus den früheren Bänden benötigt man hier nicht, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Als der arbeitslose Handwerker Tom Jacobs am Rande der A7 tot aufgefunden wird, ist die erste Vermutung, dass er Selbstmord begangen hat. Doch schnell zeigt sich, dass hier doch jemand nachgeholfen hat und so nehmen sich die Ermittler das direkte Umfeld des Toten vor und suchen nach einem Motiv für einen Mord. Findet sich der Täter unter den Mitgliedern der Männer-WG, in der der Tote gelebt hat, und in der die einzelnen Mitglieder doch das eine oder andere Geheimnis zu verbergen versuchen ? Und was ist mit dem Bruder des Opfers, einem erfolgreichen Künstler, der angibt, schon seit Jahren keinen Kontakt mehr zu seinem Bruder gehabt zu haben ?

Die Autorin reichert ihre gut aufgebaute und wendungsreiche Geschichte mit reichlich Lokalkolorit an, so das neben der spannenden Unterhaltung beim Lesen auch noch Lust auf einen Besuch an der Ostseeküste geweckt wird. Der lockere Schreibstil lässt einen nur so über die Seiten fliegen, hier muss man aber höllisch aufpassen, dass einem dabei kein wichtiges Detail in dem komplexen Kriminalfall entgeht. Fein dosierte Ausflüge in das turbulente Privatleben der Ermittler bieten zwischendurch aber auch immer wieder kurze Erholungspausen, um sich ein wenig zu sammeln. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, mit denen man gerne mitfiebert bzw. sich über sie ärgert, wenn sie sich mal wieder von ihrer "besten Seite" zeigen.

Da die Geschichte in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 angesiedelt, hat die Autorin auch das Corona-Virus und die daraus resultierenden Maßnahmen in die Geschichte eingebunden. Besonders für Kommissar Andresen ergeben sich im Laufe der Geschichte dadurch auch dramatische Momente mit weitreichenden Folgen. Diese Passagen tragen aber auch einen gehörigen Anteil dazu bei, dass die Geschichte und die Protagonisten so wunderbar realitätsnah rüberkommen.

Wer auf spannende Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.

Bewertung vom 22.09.2022
Elbpakt
Wollschlaeger, Nicole

Elbpakt


ausgezeichnet

Gelungene und gut aufeinander abgestimmte Mischung aus Spannung, Dramatik und Humor

In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Nicole Wollschlaeger das Team von der Polizeidienstelle in Kophusen in ihren bereits siebten Fall und bietet dabei erneut eine sehr gut aufeinander abgestimmte Mischung aus Spannung, Dramatik und feinem Humor. Auch wenn es diesmal insgesamt ein wenig düsterer ausfällt wie sonst gewohnt, macht das wilde Treiben in dem fiktiven Ort wieder einmal jede Menge Spaß.

Man braucht hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus den ersten sechs Bänden, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

In Kophusen kommt es zu einigen rätselhaften Vorkommnissen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Ursula Neumann meldet einen Einbruch, gibt dann aber an, sich geirrt zu haben, als Philip Goldberg und Hauke Thomsen bei ihr eintreffen. Im Park eines Seniorenheimes wird ein Grabkreuz aufgestellt, unter dem eine Schachtel mit makabrem Inhalt vergraben ist. Als ein zweites Grabkreuz auftaucht und Ursula Neumann spurlos verschwindet, müssen Philip und sein Team tief in der Vergangenheit graben und ein altes Geheimnis aufdecken, um den Vorgängen in der Gegenwart auf den Grund zu gehen und Schlimmeres zu verhindern.

Mit einem packenden Schreibstil, der aber immer auch mit einem gewissen Augenzwinkern versehen ist, treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und bestückt sie mit einer ganzen Riege fein gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Zu den altbekannten Figuren gesellen sich auch diesmal wieder einige Neuzugänge, die sich hervorragend in das vorhandene Ensemble eingliedern und es dabei sogar bereichern. Die sehr gut aufeinander abgestimmte Mischung aus Spannung und Humor sorgt so für ein pralles Lesevergnügen von der ersten bis zur letzten Seite, bei der die einzelnen Fäden am Ende geschickt miteinander verknüpft werden und so eine überraschende, aber dennoch absolut schlüssige Auflösung präsentiert wird, die auch eine ordentliche Portion Tragik enthält.

Wer auf spannende Kriminalromane mit Humor steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Auch bei meinem dritten Besuch in Kophusen konnte mich die Autorin auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

Bewertung vom 20.09.2022
Ein dunkler Ort / Felix Bruch Bd.1
Goldammer, Frank

Ein dunkler Ort / Felix Bruch Bd.1


sehr gut

Düsterer Kriminalroman mit einem sperrigen Ermittlerduo, das reichlich Ecken und Kanten aufweist

In diesem Kriminalroman schickt der Autor Frank Goldammer mit Felix Bruch und seiner neuen Kollegin Nicole Schauer von der Dresdener Kriminalpolizei ein ziemlich ungewöhnliches und teilweise sogar bizarres Ermittlerduo mit Ecken und Kanten ins Rennen, dass mich bei seinem ersten Auftritt zwar nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber dennoch gut und spannend unterhalten konnte.

Nicole Schauer wollte sich eigentlich der Liebe wegen von Hamburg nach Dresden versetzen lassen, doch als ihr Gesuch genehmigt wird, ist die Beziehung bereits beendet. So sieht sie dem Neustart mit etwas gemischten Gefühlen entgegen. Daran ändert sich auch nichts, als sie ihren neuen Partner Felix Bruch kennenlernt, einen ziemlich eigensinnigen Ermittler, an dem sie schnell einige mehr als seltsame Verhaltensweisen bemerkt. Viel Zeit, sich aneinander zu gewöhnen haben die beiden aber nicht, denn als in einem Dresdener Vorort ein Mädchen verschwindet, werden sie mit dem Fall betraut. Doch soll sich Nicole wirklich auf Bruchs seltsame Ermittlungsmethoden einlassen ?

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute und ziemlich düstere Geschichte voran und bestückt sie mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Dabei erzählt er die Geschichte hauptsächlich aus der Perspektive von Nicole, in deren Vergangenheit auch noch das eine oder andere Geheimnis lauert. So kommen beide Ermittler einigermaßen sperrig rüber und machen es einem bis zum Schluss auch nicht unbedingt leicht, sie zu mögen. Bei Felix Bruch trägt der Autor meiner Meinung nach zudem auch etwas zu dick auf, dass jemand mit solchen Verhaltensweisen tatsächlich im Polizeidienst verbleiben kann, ist schon einigermaßen unglaubwürdig. Am Ende des Buches wird zwar der aktuelle Fall gut und überzeugend aufgelöst, in Sachen Bruch bleiben aber doch noch viele Fragezeichen, die für die nachfolgenden Bände noch einige Überraschungen versprechen.

Wer auf spannende Kriminalromane mit unkonventionellen Ermittlern steht, wird hier insgesamt gut bedient und unterhalten. Allerdings bleibt für die weiteren Auftritte dieses außergewöhnlichen Teams auch durchaus noch Luft nach oben.

Bewertung vom 16.09.2022
Wir schweigen bis ins Grab (Jana-Brinkhorst-Krimi 1)
Esser, Frank

Wir schweigen bis ins Grab (Jana-Brinkhorst-Krimi 1)


sehr gut

Spannender Hamburg-Krimi mit sympathischen Ermittlern und einem verzwickten Fall

In diesem Kriminalroman schickt der Autor Frank Esser mit Jana Brinkhorst und ihren Kollegen Steffen Hempel und Henning Kruse von der Hamburger Kriminalpolizei ein neues Ermittlerteam ins Rennen, dass mich bei ihrem ersten Auftritt gleich gut und spannend unterhalten konnte. Dabei handelt es sich hier um die Neuausgabe eines Buches, dass bereits unter dem Titel „Sühnepakt“ erschienen ist.

Als der renommierte Anwalt Julius Wellenbrink bei einem spektakulären Verkehrsunfall um Leben kommt, zeigt sich schnell, dass hier jemand nachgeholfen hat. Und so übernehmen Jana Brinkhorst und ihr Team die Ermittlungen und beleuchten zunächst das direkte Umfeld des Opfers. Kurz darauf wird mit dem erfolgreichen Immobilienmakler Patrick Sanddorn ein alter Weggefährte von Wellenbrink ermordet. Jana und ihr Team müssen tief in die Vergangenheit der beiden Männer eintauchen, um den Schlüssel zu diesem verzwickten Fall zu finden.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und bestückt sie mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Dabei erzählt er die Geschichte fast ausschließlich aus der Perspektive der Ermittler, kurze Kapitel aus der Täter- bzw. Opfer-Perspektive werden eher dezent eingesetzt. So ist man als Leser die ganze Zeit auf Augenhöhe mit Jana und ihren Kollegen, ohne einen Wissensvorsprung zu besitzen, und kann aus den Ermittlungsergebnissen eigene Schlüsse ziehen und Theorien aufstellen, um am Ende doch von der verblüffenden Auflösung überrascht zu werden.

Wer auf spannende Kriminalromane mit gut aufeinander abgestimmten Ermittlern steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Auf die weiteren Auftritte dieses sympathischen Teams bin ich schon sehr gespannt.

Bewertung vom 12.09.2022
Raue Havel
Pieper, Tim

Raue Havel


ausgezeichnet

Packender Krimi um einen Spionagefall aus dem Jahr 1949 und seine dunklen Schatten in der Gegenwart

Mit diesem Buch legt der Autor Tim Pieper den inzwischen bereits sechsten Band seiner Reihe um Toni Sanftleben von der Kriminalpolizei Potsdam vor und konnte mich dabei auch diesmal wieder auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

Vorkenntnisse aus den ersten fünf Bänden sind hier nicht erforderlich, da alle erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte gut in die laufende Handlung eingebunden werden, ohne den Lesefluss zu stören. Lesen sollte man diese Bände aber dennoch, weil sie ebenfalls beste Krimiunterhaltung bieten.

In einem alten Bootshaus an der Havel werden drei Skelette gefunden, die dort schon seit Jahrzehnten liegen. Kurz darauf wird eine Journalistin getötet, die in einem alten Spionagefall aus dem Jahr 1949 recherchiert hat und dabei auch auffälliges Interesse an dem Grundstück, auf dem das Bootshaus steht, gezeigt hatte. Toni Sanftleben und sein Team müssen tief in die Vergangenheit graben, um den kniffligen Fall zu lösen. Das ausgerechnet jetzt Tonis Mutter, die eigentlich in Portugal lebt, nach Potsdam zurückkehrt und dringend mit ihm sprechen will, passt ihm da eigentlich gar nicht in den Kram, zumal sein Verhältnis zu ihr doch ziemlich schwierig ist. Oder ist ihre Rückkehr überhaupt kein Zufall ?

Auch dieser Band überzeugt durch einen packenden Schreibstil und bietet eine gut aufgebaute Geschichte mit sorgfältig charakterisierten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Der ausgeklügelte Fall wird am Ende überzeugend aufgelöst und ist auf dem Weg dahin auch für die eine oder andere Überraschung gut.

Neben den aktuellen Ermittlungen gibt es immer wieder Rückblenden in das Jahr 1949, in dem sich eine junge Frau auf eine gefährliche Spionageaktion einlässt und bald nicht mehr weiß, wem sie noch vertrauen kann. Dieser Teil der Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten, die hier aber leicht verfremdet und ausgeschmückt werden. Informationen zu Dichtung und Wahrheit finden sich im Nachwort am Ende des Buches.

Wer auf packende Kriminalromane mit starken Figuren und einem realen historischen Hintergrund steht, wird hier bestens bedient und spannend unterhalten.

Bewertung vom 08.09.2022
Sirona (eBook, ePUB)
Polifka, Anne

Sirona (eBook, ePUB)


sehr gut

Wenig besinnliche Weihnachten auf der ISS

In dieser Kurzgeschichte entführt uns die Autorin Anne Polifka auf die Weltraumstation ISS und lässt uns dort ein Weihnachtsfest der besonderen Art erleben.

Eigentlich sollten Alexander Liebers und seine Kollegen zu Weihnachten längst wieder bei ihren Familien sein, doch ein kurzfristig angekündigter Besuch einiger Weltraumtouristen macht diese Pläne zunichte. Was wirklich hinter diesem Besuch steckt, erfährt die Crew von der ISS aber erst, als bereits alles zu spät ist ...

Auf ca. 17 Seiten entwickelt die Autorin eine packende Kurzgeschichte, die schnell zur Sache kommt und einen ziemlich dramatischen Verlauf nimmt. Obwohl dabei für die Figurenzeichnung nicht viel Raum bleibt, gelingt es ihr doch, mit Alexander Liebers eine Hauptfigur zu kreieren, mit der man gerne mitfiebert und -leidet.

Ein spannendes und bewegendes Weltraumabenteuer, das Lust auf mehr macht. Auf die weiteren Werke der Autorin bin ich nun schon sehr gespannt.

Bewertung vom 08.09.2022
Der letzte Außenposten
Polifka, Anne

Der letzte Außenposten


sehr gut

Packende Mischung aus Science-Fiction und Dystopie

Mit diesem Buch legt die Autorin Anne Polifka den ersten Band der Impakt-Chroniken vor und entführt uns dabei auf die Weltraumstation ISS, wo bereits ihre Kurzgeschichte „Sirona“ angesiedelt war. Auf dieser Story basiert nun auch die Geschichte des Romanes bzw. der Reihe.

Die derzeit sieben Besatzungsmitglieder der internationalen Raumstation ISS staunen nicht schlecht, als ohne Vorankündigung sechs Wissenschaftler zu ihnen an Bord geschickt werden. Wenig später erfahren sie auf bittere Art und Weise, was hinter dieser Aktion steckt. Atemlos verfolgen sie, wie ein Asteroid auf der Ende einschlägt und einen Großteil der Menschheit auslöscht. Die Wissenschaftler sollen von der ISS aus Daten sammeln, um den wenigen Überlebenden in den Bunkern mitzuteilen, wann ein Leben an der Erdoberfläche wieder möglich ist. Doch das Zusammenleben auf dem letzten Außenposten der Menschheit gestaltet sich schwierig und führt schnell zu Konflikten, die durch einige unerwartete Ereignisse immer weiter zugespitzt werden.

Mit einem packenden Schreibstil und bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen, treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran. Kurze Kapitel mit immer wieder wechselnden Erzählperspektiven sorgen für ein hohes Tempo und einen umfassenden Blick auf das Geschehen. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Der übliche Spagat eines Auftaktbandes, zum einen eine interessante Geschichte zu erzählen, die Lust auf weitere Bände macht, und zum anderen das Setting und die Protagonisten, die diese Geschichten tragen sollen, sorgfältig einzuführen, gelingt insgesamt sehr gut, lässt aber durchaus auch noch ein wenig Steigerungspotential für die nachfolgenden Bände. Insgesamt liegt sie Messlatte dafür aber bereits ziemlich hoch.

Eine spannende und bewegende Mischung aus Science-Fiction und Dystopie, die Lust auf mehr macht. Auf die weiteren Bände der Reihe bin ich daher schon sehr gespannt.

Bewertung vom 07.09.2022
Machste nix dran
Stickelbroeck, Klaus

Machste nix dran


ausgezeichnet

Neues vom Meister der humorvollen Kurzkrimis mit böser Schlusspointe

Der Autor Klaus Stickelbroeck, im wahren Leben Polizeibeamter in Düsseldorf, beweist schon in seinen Kriminalromanen, die er entweder solo oder im Verbund mit den anderen Krimi-Cops verfasst, das er die Mischung zwischen Spannung und Humor perfekt beherrscht.

In den 22 Kurzkrimis, die in diesem Buch zusammengestellt sind, kommt diese Kunst nun sogar noch besser zum Tragen und der Autor erweist sich als wahrer Meister in Sachen überraschender und böser Schlusspointe.

Und so begegnen wir hier einer ganzer Riege an skurrilen Gestalten und einer großen Menge an (fast) perfekten Verbrechen und herrlich absurden Momenten.

Natürlich sind auch der Privatdetektiv Christian Hartmann aus den Solo-Romanen des Autoren und Düsseldorfs schrägster Morermittler Pit "Struller" Struhlmann aus den Romanen der Krimi-Cops hier wieder vertreten.

Perfekt geeignet für den kurzen Krimispaß mit Ablachgarantie.

Bewertung vom 06.09.2022
Flammen über der Marsch
Denzau, Heike

Flammen über der Marsch


ausgezeichnet

Überzeugender Kriminalroman voller Spannung und Dramatik

Mit diesem Kriminalroman legt die Autorin Heike Denzau den inzwischen bereits achten Band ihrer Reihe um die Hauptkommissarin Lyn Harms von der Kripo Itzehoe vor. Man braucht hier allerdings keine Vorkenntnisse aus den vorherigen Bänden, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Nach vier Jahren bringt eine aktuelle Zeugenaussage neuen Schwung in den Fall der spurlos verschwundenen Studentin Mara Keller. Eine daraus resultierende Öffentlichkeitsfahndung setzt allerdings eine unheilvolle Entwicklung in Gang, die in einer tödlichen Brandstiftung am Nord-Ostsee-Kanal mündet. Die Ermittlungen von Lyn Harms und ihren Kollegen konzentrieren sich schnell auf eine Unternehmerfamilie und ihr direktes Umfeld, in der offenbar jeder das eine oder andere schmutzige Geheimnis zu hüten scheint.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und steuert sie schnurstracks auf einen krachenden Showdown mit einer verblüffenden Auflösung und einem schockierenden Ende zu. Ständig wechselnde Erzählperspektiven sorgen zudem für ein hohes Erzähltempo, dass einem beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen lässt. Fein dosierte Ausflüge in Lyns turbulentes Privatleben bieten zwischendurch aber auch immer wieder kurze Erholungspausen. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die immer wieder für Überraschungen gut sind.

Ein grandioser Kriminalroman, der mich nicht nur auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte, sondern für den ich auch guten Gewissens eine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen kann.