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Benutzername: ech
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Bewertungen

Insgesamt 257 Bewertungen
Bewertung vom 07.09.2021
Made in Hamburg (eBook, ePUB)
Rath, Carl

Made in Hamburg (eBook, ePUB)


sehr gut

Spannender Hamburg-Krimi um eine Journalistin, die in ein Wespennest sticht

In diesem Kriminalroman mit reichlich Lokalkolorit aus Hamburg schickt der Autor Carl Rath die Journalistin Martha Bankur in einen brisanten und undurchsichtigen Fall. Das Buch ist im Jahr 2016 bereits als Taschenbuch beim Emons-Verlag erschienen und wird hier nun als E-Book neu aufgelegt.

Als die Journalistin Martha Bankur erfährt, dass ihr Ex-Mann Said vom Balkon seiner Hamburger Wohnung gestürzt ist und die Polizei seinen Tod allzu schnell als Selbstmord einstuft, ist sie zunächst geschockt. Für ihren gemeinsamen Sohn David nimmt sie selbst die Ermittlungen auf, um der Sache auf den Grund zu gehen. Hatte Said wirklich Kontakte zur iranischen Opposition in Deutschland ? Und war er wirklich einem Fall von Schmuggel rund um das iranische Atomprogramm auf der Spur ? Hilfe erhofft sich Martha von Bernd Wagner, dem führenden Ermittler des Bundesamtes für Exportkontrolle. Doch Wagner scheint seine ganz eigenen Ziele in diesem Fall zu verfolgen. Kann Martha ihm wirklich trauen ?

Mit einem packenden Schreibstil treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und sorgt mit ständigen Perspektivwechseln für ein hohes Erzähltempo und einen umfassenden Blick auf das Geschehen. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Auch wenn die Geschichte in Teilen etwas zu vorsehbar ist und die Liebesgeschichte zwischen den Hauptfiguren für mich etwas aufgesetzt wirkt, überwiegen am Ende dann aber doch die positiven Leseeindrücke. Und der krachende Showdown, bei dem besonders Martha zu großer Form aufläuft, setzt einen überzeugenden Schlusspunkt unter die Geschichte.

Wer auf spannende Krimis mit reichlich Lokalkolorit steht, wird mit diesem Buch insgesamt gut bedient und unterhalten.

Bewertung vom 03.09.2021
Mein Wille geschehe
Schwarze, Bernd

Mein Wille geschehe


sehr gut

Weniger ein klassischer Krimi, sondern eher ein warmherziger Roman voller Humor

Bei seinem Debüt legt der Autor Bernd Schwarze einen gelungenen Roman vor, der der Bezeichnung Kriminalroman zwar nicht so ganz gerecht wird, mich aber unter dem Strich doch gut und spannend unterhalten konnte.

Allerdings hat der Verlag sich und seinem Autoren keinen Gefallen getan, Sebastian Fitzek hier als Werbevehikel zu verwenden, auch wenn dieser gemäß Nachwort durch seine Freundschaft zum Autoren wohl tatsächlich einen kleinen Anteil an der Entstehung des Buches hatte. Der Name Fitzek weckt aber natürlich eine gewisse Erwartungshaltung, die das Buch nicht erfüllen kann und das auch gar nicht will.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der evangelische Pastor Benedikt Theves, der seit Jahren seinen Dienst in der fiktiven niedersächsischen Gemeinde Alsberg versieht. Als er eines guten Tages im Affekt einen gewalttätigen Ehemann erschlägt, der sich in der Sakristei mit seinen Taten brüstet, steht sein Leben urplötzlich komplett auf dem Kopf. Einerseits wird er nach seiner Tat von Selbstzweifeln und der Frage, ob er sich der Polizei stellen soll, geplagt, andererseits verschafft ihm dies aber auch eine fast schon unheimliche Energie und einen beachtlichen Aufwind, der seine Beliebtheitskurve in ungeahnte Höhen katapultiert. Gibt es für ihn einen Ausweg aus diesem Dilemma ?

Mit einen packenden Schreibstil, der auch immer mit einem gewissen Augenzwinkern daherkommt, treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran. Das die Geschichte in der vorösterlichen Zeit spielt, ist dabei kein Zufall, geschickt baut der Autor, der als pastoraler Leiter der Kultur- und Universitätskirche St. Petri zu Lübeck natürlich weiß, worüber er hier schreibt, die Besonderheiten dieser Zeit in das Geschehen ein. Dabei bin ich wahrscheinlich nicht mal bibelfest genug, um all die kleinen Details und Anspielungen zu entdecken, mein Vergnügen beim Lesen wurde dadurch aber nicht getrübt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die immer wieder für Überraschungen gut sind.

Wer hier einen spannenden Kriminalroman erwartet und sich vom Namen Sebastian Fitzek auf dem Cover locken lässt, wird am Ende vielleicht enttäuscht sein. Wer sich aber auf die ungewöhnliche Geschichte mit seinen durchaus liebenswerten Figuren einlässt, wird mit einem warmherzigen Buch voller Humor belohnt.

Bewertung vom 02.09.2021
Seelenstaub (eBook, ePUB)
Jäger, Dirk

Seelenstaub (eBook, ePUB)


sehr gut

Packende und bewegene Liebesgeschichte mit Mystery-Touch

In diesem Roman erzählt der Autor Dirk Jäger die Liebesgeschichte zweier Paare, versieht das Ganze mit einem Mystery-Touch und wartet mit einem schockierenden Ende auf. So ergibt sich eine bewegende Geschichte mit viel Tiefe, die nicht nur gut unterhält, sondern auch reichlich Stoff zum Nachdenken bietet.

Im ersten Teil der Geschichte lernen wir Kerstin und Bastian kennen, die sich zunächst etwas schwertun, bis sie endlich zusammenkommen. Doch dann erweisen sie sich als wahre Seelenverwandte und geben ein perfektes Traumpaar ab, und das sogar im wörtlichen Sinne. Im zweiten Teil reisen wir weit zurück in die Vergangenheit und erleben die deutlich tragischere Geschichte von Rossinhol und Abelard, deren Liebe aufgrund von äußeren Einflüssen von Beginn an keine Chance hat. Wie der Autor diese beiden Stränge anschließend zusammenführt und weitererzählt, ist schon mehr als ungewöhnlich, aber auch spannend und interessant.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran. Dabei wählt er unterschiedliche Erzählperspektiven, an die man sich zunächst so ein wenig gewöhnen muss. Während Kerstin und Bastian ihre Geschichte aus wechselnder Ich-Perspektive selbst erzählen, kommt bei Rossinhol und Abelard die Erzählperspektive zum Einsatz. Die Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen sind dabei gut gezeichnet und vielschichtig angelegt.

Komplett überzeugen konnte mich das Buch dabei nicht, meine kleineren Kritikpunkte beziehen sich allerdings auf inhaltliche Elemente und würden in diesem Rahmen zu stark spoilern. Unter dem Strich überwiegen aber eh die positiven Leseeindrücke und so kann ich hier nur den Rat geben, das Buch auf jeden Fall zu lesen und sich ein eigenes Bild zu machen.

Bewertung vom 01.09.2021
Herzschlag des Bösen
Soeder, Matthias

Herzschlag des Bösen


ausgezeichnet

Packender Thriller um eine Journalistin im Visier eines psychopathischen Killers

Mit diesem Buch legt der Autor Matthias Soeder den ersten Band seiner auf zwei Bände ausgelegte Thriller-Reihe vor und konnte mich damit auf ganzer Linie überzeugen. Die Messlatte für die Fortsetzung, die im Januar 2022 erscheinen soll, liegt gleich mächtig hoch.

Die Journalistin Hanna Engels gerät im Zuge einer Recherchereise in Nigeria in die Fänge einer Rebellengruppe und muss einige Grausamkeiten über sich ergehen lassen, bevor sie endlich befreit werden kann. Zurück in Deutschland versucht sie, die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten und wieder Fuß zu fassen. Als sie einen charismatischen Piloten kennenlernt, glaubt sie, in ihm die große Liebe gefunden zu haben. Sie ahnt aber nicht, dass sie sich längt im Visier des hochintelligenten Psychopathen Igor Poljakow befindet, der ein perfides Spinnennest um sie gelegt hat.

Mit einem packenden Schreibstil, einigen überraschenden Wendungen und einem hohen Erzähltempo, dass einem beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen lässt, treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und steuert sie dabei konsequent auf einen krachenden Showdown mit einer vorläufigen (?) Auflösung zu. Es bleiben aber auch noch ein paar offene Fragen, die dann im zweiten Teil behandelt werden (müssen). Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Der Plot enthält neben reichlich Spannung und Dramatik auch eine ordentliche Anzahl an expliziten Gewaltszenen (Der Titel des Buches ist hier wirklich Programm.), die wenig bis nichts auslassen und somit sicherlich nicht jedermanns Sache sind. Hier gehören sie aber absolut zur Geschichte dazu und kommen nur in wenigen Ausnahmefällen etwas zu überzogen rüber.

Wer ein Faible für spannende Thriller hat und sich von den Gewaltbeschreibungen nicht abschrecken lässt, wird hier bestens bedient und unterhalten.

Bewertung vom 01.09.2021
Amboreg - Die magische Rüstung
Hennemann, Iris

Amboreg - Die magische Rüstung


ausgezeichnet

Packender zweiter Band einer Fantasy-Saga, der inhaltlich und auch in Sachen Niveau nahtlos an Band 1 anschließt

Mit diesem Buch legt die Autorin Iris Hennemann den zweiten Band ihrer Fantasy-Reihe „Amboreg: Die magische Rüstung“ vor, der mich erneut auf ganzer Linie überzeugen konnte und die Messlatte für die nachfolgenden Bände noch mal ein Stückchen höher hängt.

Grundsätzlich kann man das Buch auch ohne Vorkenntnisse aus dem Auftaktband lesen und nachvollziehen. Die Autorin baut in das erste Kapitel einen kleinen Rückblick ein, der den (Wieder-) Einstieg in den Serienkosmos erleichtert. Da die Geschichte aber direkt an den Cliffhanger von Band 1 anknüpft, empfiehlt es sich schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, um die Entwicklung der Geschichte und der Protagonisten in Gänze genießen zu können.

Der Kampfmeister Godered weiß nun zwar, wer das magische Schwert Unaktal in seinem Besitz hat, befindet sich aber mit einem Teil seiner Mitstreiter in dessen Gefangenschaft. Und der Königsanwärter Erwech 36, der unter dem Einfluss der Gobarem steht, will die Macht des Schwertes nutzen, um sich zum Herrscher von Gotonien aufzuschwingen. Und das soll nur der erste Schritt auf dem Weg sein, ganz Abladur mit Feuer und Schwert zu unterwerfen. Immer noch sind Godered und seine Arutan die letzte Hoffnung, dies zu verhindern. Doch können sie diese Hoffnung wirklich noch erfüllen ?

Mit einem packenden Schreibstil und bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen, erschafft die Autorin hier mit viel Liebe zum Detail eine phantastische Welt voller Überraschungen und bestückt sie mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Einige Karten und ein Personenregister zu Beginn und Zusatzinformationen zum Setting und den Völkern, die dort leben, am Ende des Buches sind mehr als hilfreich, um sich in dieser doch recht komplexen Welt zurechtzufinden. So knüpft der zweite Band mit seiner gut aufgebauten Geschichte, die abwechselnd aus den Perspektiven von Godered und den Mitgliedern seiner Kampfgruppe erzählt wird, nahtlos an das hohe Niveau des Auftaktbandes an. Auch diesmal konnte mich das Buch schnell packen und hat mich dann auch bis zum Schluss nicht mehr losgelassen.

Wer auf satte und atmosphärisch dichte Fantasy-Geschichten steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Aber Vorsicht, hier besteht auch weiterhin erhöhte Suchtgefahr.

Bewertung vom 31.08.2021
Ohne Strom - Wo sind deine Grenzen? - Band 2 (eBook, ePUB)
Mattzick, Markus

Ohne Strom - Wo sind deine Grenzen? - Band 2 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Packender Abschluss einer zweiteiligen Dystopie mit einem beängstigenden Szenario, das erschreckend realitätsnah rüberkommt

In dieser zweiteiligen Dystopie entwirft der Autor Markus Mattzick das erschreckende Szenario einer Welt, die vom einen auf den anderen Moment ohne Strom auskommen muss. Von diesem landesweiten Ausfall sind auch Batterien und Akkus betroffen, so dass die Menschheit hier quasi 150 Jahre in die Vergangenheit zurückgeworfen wird und sich einer für sie völlig neuen Situation stellen muss. Nach dem bereits mehr als gelungenen Auftaktband, legt der Autor hier noch einmal eine ordentliche Schippe an Spannung und Dramatik oben drauf und konnte mich damit diesmal auf ganzer Linie überzeugen.

Da dieser Band direkt an die Geschehnisse des Auftaktbandes anknüpft, empfiehlt es sich auf jeden Fall, die beiden Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Eine kurze Zusammenfassung zu Beginn erleichtert zwar den Einstieg, um die Entwicklung der Figuren in Gänze nachvollziehen zu können, sollte man den Auftaktband aber gelesen haben, bevor man mit Band 2 beginnt.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Malte Kinzig, seine Kinder Laura und Lukas, seine Schwester Jutta und deren Mann Florian, die den Stromausfall direkt in oder im direkten Umfeld der fiktiven hessischen Gemeinde Umbach erleben. Dort müssen sie sich den immer stärker aufkommenden Gefahren von außen und auch von innen stellen. Maltes Frau Simone befand sich zum Zeitpunkt der Katastrophe auf einem Geschäftstermin in Hamburg und ist weiterhin zusammen mit ihrem Kollegen Arne auf dem gefährlichen Heimweg zu ihrer Familie.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte weiter voran und erzählt sie abwechselnd aus der Perspektive seiner sechs Hauptfiguren, die, wie auch die weiteren Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, gut gezeichnet und vielschichtig angelegt sind. So ergibt sich ein umfassender und schonungsloser Blick auf das komplexe Geschehen, das erschreckend realitätsnah rüberkommt und sich dann auch immer weiter zuspitzt. Die Figuren durchlaufen dabei im Laufe der Geschichte eine deutliche Entwicklung, die nicht immer nur positiv verläuft. Immer wieder stellt man sich beim Lesen die Frage, wie man sich selbst hier verhalten bzw. wie weit man selbst in einer solchen Situation gehen würde.

Am Ende ist die Geschichte der sechs Hauptfiguren zwar weitestgehend auserzählt, das Setting bietet aber noch ausreichend Potential für weitere Geschichten, die auch schon angekündigt sind. Die ersten beiden Bände bieten aber auf jeden Fall eine in sich geschlossenen Geschichte, die ich jedem Liebhaber von spannenden Dystopien nur ans Herz legen kann.

Bewertung vom 31.08.2021
Flammen des Sommers
Puljic, Madeleine

Flammen des Sommers


ausgezeichnet

Packender Abschluss einer zweiteiligen Fantasy-Reihe mit viel Spannung und einer ordentlichen Portion Humor

In dieser High-Fantasy-Reihe schickt die Autorin Madeleine Puljic zwei eher ungewöhnliche Helden ins Rennen, die mit ihrem gekonnten Zusammenspiel die ansonsten recht düstere Grundstimmung immer wieder auflockern. Nach dem absolut gelungenen Auftaktband konnte mich auch die Fortsetzung auf ganzer Linie überzeugen.

Die Kämpferin Daena und der ehemals mächtige Magier Berekh sind nach der siegreichen Schlacht gegen die Echsenwesen der Morochai tatsächlich sesshaft geworden und leben auf einem kleinen Hof. Für den größten Trubel in ihren Leben sorgt derzeit ein kleiner Drache, den sie aufgenommen haben. Doch die Schatten der Vergangenheit lassen die beiden immer noch nicht so ganz los, Besonders Berekh ist im Geheimen weiterhin auf der Suche nach den Nekromanten um Kraja, um sich für deren Verrat zu rächen. Doch als er eine Spur zu ihnen findet, stecken die beiden urplötzlich wieder tief in einer finsteren Verschwörung und müssen um ihr Leben kämpfen.

Mit einem packenden Schreibstil und bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen, erschafft die Autorin hier mit viel Liebe zum Detail eine phantastische Welt voller Überraschungen und bestückt sie mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Obwohl das Buch mit seinen knapp 240 Seiten für einen Fantasyroman einen eher geringen Umfang aufweist, entwickelt sich hier dennoch ein atmosphärisch dichtes Geschehen, in dem die Figuren ausreichend Raum und Zeit zur Entfaltung bekommen. Die gut aufgebaute Geschichte bietet zudem reichlich Spannung und Action, durch den Schlagabtausch zwischen Daena und Berekh kommt aber auch eine ordentliche Portion Humor hinzu, die den eher düsteren Grundton immer wieder auflockert. Und wie hier das Thema Fremdenfeindlichkeit in die Geschichte eingebunden wird, verleiht dem Ganzen noch einmal einen ganz besonderen Anstrich.

Wer auf satte und atmosphärisch dichte Fantasy-Geschichten mit ungewöhnlichen Figuren steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.

Bewertung vom 30.08.2021
Red Eagle : Ava Canary
Hebesberger, Roland

Red Eagle : Ava Canary


ausgezeichnet

Packende und mehr als gelungene Fortsetzung der Thriller-Reihe mit reichlich Action und einer ordentlichen Portion Mystery

Nachdem mich "Red Bird", der erste Band dieser Reihe des Autoren Roland Hebesberger, bereits auf ganzer Linie überzeugen konnte, war ich schon sehr gespannt, ob sich das hohe Niveau auch bei der Fortsetzung würde halten können. Diese Frage kann ich nun voller Überzeugung mit ja beantworten.

Man kann das Buch dabei grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Band lesen und nachvollziehen, alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Protagonisten in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, zumal auch der erste Band bereits überzeugende Thriller-Unterhaltung bietet.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ava Canary, eine ehemalige CIA-Agentin, die nach den dramatischen Verwicklungen im Zuge ihres ersten Außeneinsatzes, nun an der Seite ihres Onkels Jonathan Mitglied der geheimen Organisation „Eagles“ ist. Aufgabe der Gruppe ist der Schutz und die Geheimhaltung der fortschrittlichen Technologie aus den Händen der außerirdischen Abbas. Doch deren Gegenspieler, die Insurgents, haben mit ihren menschlichen Verbündeten längst zum großen Gegenschlag ausgeholt. Und so steht Ava erneut im Zentrum einer mörderischen Bedrohung und trifft auf neue und alte Feinde, die ihr auch diesmal wieder alles abverlangen.

Mit einem packenden Schreibstil, vielen überraschenden Wendungen und einem hohen Erzähltempo treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte, die er komplett aus der Perspektive von Ava erzählt, voran. So müssen wir uns an ihrer Seite durch ein dichtes Gestrüpp aus Lügen und Verrat kämpfen und dabei versuchen, der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Auch diesmal lässt der Autor neben reichlich Spannung und Action auch noch eine ordentliche Portion Mystery in das Geschehen einfließen und bietet so einen gut aufeinander abgestimmten Genremix, der zudem eine ganze Riege von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen aufbietet.

Ein rundherum gelungener Thriller nach dem Motto "Mission Impossible" meets "Akte X", der mich von der ersten bis zur letzten Seite hervorragend unterhalten konnte.

Bewertung vom 20.08.2021
Fantom
Ehlers, Jürgen

Fantom


ausgezeichnet

Gelungene Mischung aus Krimi und historischem Roman, der den Zeitgeist der Jahre 1966 und 1967 gut transportiert

In diesem historischen Kriminalroman entführt uns der Autor Jürgen Ehlers in das Hamburg der Jahre 1966 und 1967 und verknüpft den Kriminalfall dabei eng mit den tatsächlichen Ereignissen der damaligen Zeit.

Zugleich ist dieses Buch der bereits achte Band aus der Reihe um Kommissar Wilhelm Berger und seinen Sohn Horst, der hier zum zweiten Mal als Ermittler in die Fußstapfen seines inzwischen pensionierten Vaters tritt. Da die einzelnen Bände der Reihe in sich abgeschlossen und auch nicht in einer chronologischen Reihenfolge erschienen sind, kann man dieses Buch aber auch problemlos lesen, wenn man die ersten Bände noch nicht kennt. Alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Die Explosion eines Schließfaches im Hamburger Hauptbahnhof bringt die Polizei auf die Spur eines Erpressers, der sich selbst nach dem Titelhelden aus einem Fortsetzungsroman den Namen „Roy Clark“ gegeben hat, und schon seit längerem versucht, die Bundesbahndirektion zu erpressen. Nach einigen kleineren Aktionen greift er nun zu wesentlich härteren Methoden und erhöht auch seine Forderungen immer mehr. Können Horst Berger und sein Team den Erpresser stoppen, bevor die Anschläge endgültig Menschenleben kosten ?

Der Autor erzählt in diesem eher ruhigen, aber dennoch jederzeit packenden und atmosphärisch dichten Kriminalroman nicht nur die Geschichte einer spannenden Ermittlung, die sich über ein knappes Jahr erstreckt und auf einem wahren Fall beruht, sondern bietet darüber hinaus auch noch tiefe und stimmungsvolle Einblicke in das Hamburg der späten 60er-Jahre und das Aufkommen der Studentenproteste, die ein Jahr später endgültig eskalieren werden. Hier merkt man jederzeit, wie intensiv der Autor recherchiert hat, um ein genaues Bild dieser Zeit abbilden zu können. Die gut aufgebaute Geschichte besticht zudem durch seine überzeugend gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten, die die Geschichte über die gesamte Länge tragen und immer wieder für überraschende Wendungen gut sind.

Wer auf historische Kriminalromane vor realem Hintergrund steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Mein zweites Buch aus dieser Reihe hat mein Interesse, auch die übrigen Bände zu lesen, noch einmal deutlich verstärkt.

Bewertung vom 18.08.2021
Gungo Large - Spiel mir das Lied vom Troll
Niggenaber, Thomas

Gungo Large - Spiel mir das Lied vom Troll


ausgezeichnet

Abgedrehter Genre-Mix aus Western und Fantasy, angereichert mit einer Prise Horror und ganz viel Humor

In diesem Buch bietet der Autor Thomas Niggenaber einen ziemlich wilden und abgedrehten Genre-Mix aus Fantasy und Western, den er noch mit einer Prise Horror und ganz viel Humor anreichert. Dabei schafft er es, die unterschiedlichen Genres gleichermaßen gut und auch mit der nötigen Sorgfalt zu bedienen, so das hier jeder Western- oder Fantasy-Liebhaber voll auf seine Kosten kommt.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der abgehalfterte Revolver-Zwerg Gungo Large, dessen Tagelablauf zunächst aus reichlich Alkohol und Saloonschlägereien besteht, bis ihn ein neuer Auftrag aus seiner Lethargie reißt. Doch als er die Tochter eines Ranchers aus der Hand ihres angeblichen Entführers entreißen soll, stößt er dabei auf eine finstere Verschwörung und bekommt es mit kiffenden Elfen, arroganten Yankee-Magiern, Sombrero tragenden Orks und vielen anderen wunderlichen Gestalten zu tun.

Mit einem packenden Schreibstil und vielen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und lässt dabei Gungo als ziemlich lakonischen Ich-Erzähler auftreten. Zudem ist das Ganze noch mit zahlreichen Anspielungen auf diverse Genre-Klassiker und weitere Bereiche der Popkultur gespickt, die man beim ersten Lesen wahrscheinlich gar nicht alle entdeckt. Der Spaßfaktor ist von der ersten Seite an ziemlich hoch und hält dieses Niveau dann auch mühelos bis zum Ende. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die immer wieder für Überraschungen gut sind.

Ein mehr als gelungener Genre-Mix, der mich nicht nur gut und spannend unterhalten konnte, sondern auch noch jede Menge Spaß macht.