Benutzername: JED
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Bewertungen

Insgesamt 132 Bewertungen
Bewertung vom 08.08.2012
Im Stillen umarmt
Bregy, Carmen

Im Stillen umarmt


ausgezeichnet

Kurzinhalt:

Zwei Frauen, die sich einst liebten. Bis eine ging. Und ihren Fehler zu spät bemerkte. Nun möchte sie die einst (und nun wieder) geliebte Frau zurück. Die wiederum in ihrer "neuen Freiheit" abolut aufgeht.

Das Buch monologisiert die Gefühle derjenigen, die nun unter der Abwesenheit (und sei es "nur" gefühlsmäßigen) der anderen leidet.

Es ist dabei aufgeteilt in die verschiedenen Aufeinandertreffen der beiden (Kapitel: Treffen) und Zeiten, in denen sie beschließen, sich aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr zu sehen (Kapitel: Zeit ohne Dich).

Diese Zeiten wechseln immer wieder ab, genauso wie die Gefühle der beiden zwischen Liebe, sich entfernen, aufeinander wiederzugehen usw.

Meine Meinung:

Ach, was für ein Buch! Was für ein sprachliches Juwel im so häufigen Liebes-Einerlei! Welche Worte kann ich da finden, um in dieser Rezension wirklich zu beschreiben, was dieses Buch beinhaltet?

Noch nie habe ich in solch einer Vielfalt vom Vermissen eines geliebten Menschen gelesen. Von unerwiderter Liebe. Und den damit verbundenen Gefühlen. Bregy gelingt es, die Vielschichtigkeit dieser Gefühle so virtuos zum Klingen zu bringen, dass man mit jedem Wort mitleidet.

So wunderbare Bilder werden hier erzeugt.

In einigen findet jede(r) sich sicher wieder. Wenn Bregy etwa vom (Er)Frieren schreibt. Oder davon, dass man sich in der anderen auflösen möchte. In ihr Herz legen.

Wunderbare Vergleiche. Eine unglaubliche sprachliche Qualität.

Fazit:

Dieses Buch liest sich poetisch wie ein Gedicht. Für jeden (auch Nicht-Lesben) geeignet, der weiß, was es bedeutet, jemanden wirklich zu vermissen. Und dem auch Sprache geben möchte.

Bewertung vom 21.05.2012
Vielleicht fühlt sich Liebe so an
Becker, Antonia

Vielleicht fühlt sich Liebe so an


ausgezeichnet

Kurzinhalt:

Als Lynn am Bahnhofsschalter steht, fällt ihr ein junger Mann ins Auge, von dem sie sich sofort angezogen fühlt. Erst als ER sich umdreht, wird klar, dass es sich um eine Frau handelt, die Lynn in ihren Bann zieht.

Es ist nicht das erste Mal, dass ihr Frauen gefallen, obwohl sie sich ganz bewusst in einer Beziehung mit einem Mann befindet. Aus Angst vom „normalen“ Leben abzuweichen. Doch ist das dann überhaupt ein Leben?

Lynn lässt der Gedanke an diese Frau nicht mehr los, zumal sie ahnt, dass sie eine Entscheidung über ihr weiteres Leben treffen muss, welches ihr irgendwie falsch erscheint. Insofern nutzt sie die Chance, als sie die Unbekannte, Sascha, zufällig in einem Buchladen wiedersieht.


Meine Meinung:

Schon der Titel ist eine regelrechte Aufforderung an die Leserin, darüber nachzudenken, wie sich denn Liebe anfühlt, wenn sie sich „vielleicht so anfühlt“?

Und was beinhaltet überhaupt dieses „vielleicht so“?

Diese Unsicherheit über das wohl bewegendste Gefühl der Menschen beschäftigt auch die beiden Protagonistinnen. Jede für sich gefangen in einer Beziehung, die die titelgebende Frage offenbar noch nicht abschließend beantwortet hat.
Sondern eher von Neuem aufwirft, als sich Lynn und Sascha über den Weg laufen.

Lynn, die grundsätzlich in Frage stellt, ob ihre Beziehungen zu Männern das sind, was sie glücklich macht. Und Sascha, die schon von der Schulzeit an mit Katja zusammen ist – festgefahren und nicht mehr glücklich.

Ist es der Reiz des Neuen, dass beide in der anderen etwas zu sehen glauben, was diese nicht wirklich ist?

Denn während Lynn sich nach dem wahren (lesbischen) Leben sehnt, dass sie so lange unterdrückt hat, lebt Sascha weiter mit Katja zusammen und verschweigt der neuen, scheinbar so lebendigen Geliebten die Beziehung.

Da weiß die Leserin mehr. Aber auch nur aus dem ersten Kapitel.

Es ist ein interessanter Kniff der Autorin, dass nach diesem Anfang ein Zeitsprung erfolgt und nun fast das komplette Buch aus der Sicht von Lynn geschrieben ist. Die ältere Sascha bleibt dadurch fremd, ihre Motive setzen sich nur so nach und nach mit jedem Umblättern zusammen – die gleiche Fremdheit, die man wohl irgendwann bei jedem Menschen empfindet, da man niemandem so nahe kommen kann, dass man den anderen völlig versteht.

Obwohl Sascha auch niemanden zu nahe an sich heranlässt.

Insofern bleibt der titelgebende Zweifel bei der Leserin bestehen, obwohl frau atemlos weiterblättert in der Hoffnung auf eine abschließende Antwort.

Eingebettet sind die beiden authentischen Protagonistinnen, die auch noch rauchen und saufen dürfen, in ein wunderbar glaubwürdiges und menschelndes Umfeld, welches dieses Buch noch zusätzlich unterhaltsam macht.


Fazit:

In dem Buch stecken neben der titelgebenden Frage noch einige andere interessante Problemfelder, die vielen lesbischen Frauen aus der ComingOut-Phase nicht unbekannt sein dürften (Tausche ich die Liebe zu einer Frau gegen mein Leben in der „Normalität“? Ist der Schein wichtiger oder das Sein? Und was macht eine Frau überhaupt aus?) – es bleibt der Leserin überlassen, auf einige eine Antwort zu finden. Insofern wirkt das Buch durchaus noch eine Weile nach.

Gewohnt hoher Anspruch von Krug & Schadenberg. Absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 14.03.2012
Es begann mit einem Kuss
Kallmaker, Karin

Es begann mit einem Kuss


gut

Kurzinhalt:
Die erfolgreiche Immobilienmaklerin CJ umgibt ein dunkles Geheimnis. Dieses ist auch der Grund, warum sie sich auf keine wirklichen Bindungen einlässt und eigentlich stets auf dem Sprung ist, jederzeit ihr jetziges Leben zu verlassen und sich irgendwo ein neues aufzubauen. Nur, um von ihrer Vergangenheit nicht eingeholt zu werden.
Als sie mit Akohol am Steuer erwischt wird, muss sie Sozialsstunden in einem Frauenhaus ableisten, wo sie die nordische Schhönheit Karita kennenlernt. Und unvorsichtig zu werden beginnt.

Meine Meinung:
Dies ist das dritte Buch der Autorin, dass ich gelesen haben und mittlerweile muss ich verwundert feststellen, dass die Lesbenwelt bei Karin Kallamker immer erstaunlich groß ist, ja manchmal erhält man beim Lesen das Gefühl, dass in den von der Autorin geschaffenen Welten eher Heterosexuelle zu einer Minderheit gehören.

Das wirkt oft unrealistisch, genauso wie die Tatsache, dass die von ihr geschafffenen Frauen meist wunderschön, erfolgreich und von irgendeinem Geheimnis umgeben sind, das den Leser meist ein ganzes Buch beschäftigen soll.

Speziell im Fall von CJ fand ich dieses "Geheimnis" aber irgendwann nur noch nervig, wenn sie eigentlich auf jeder zweiten Seite darüber nachdenkt, dass sie sich auf KEINEN FALL auf irgendeine Bindung einlassen darf und ihr Geheimnis sie JEDERZEIT einholen kann, obwohl schon nach ein paar Seiten klar ist, dass sie bis über beide Ohren in Karita verliebt ist und die beiden unweigerlich auf eine Bindung zusteuern.

Das sind solch künstlich geschaffene "Probleme", die eben wirklich nur künstlich wirken, so dass man der Protagonistin zurufen möchte: Komm, Du bist erwachsen, Leben bedeutet Entwicklung, also verharre hier nicht die ganze Zeit in solch einem starren Denken.
Aber die Figuren entwickeln sich bei Kallmaker eben nicht. Meist 300 Seiten lang. Sondern verharren solange, bis es auf den letzten Seiten endlich zu einem Showdown kommen darf.

Schade eigentlich, dabei sind die Ideen der Kallmaker oft nicht schlecht.

Fazit:
Künstlich wirkender Abstand zwischen 2 Frauen in einem sonst wirklich gut lesbaren Buch. Schade.

Bewertung vom 10.03.2012
Dein Herz sei mein
Kallmaker, Karin

Dein Herz sei mein


gut

Kurzinhalt:
Marissa betreibt zusammen mit ihrer Freundin Ocky die florierende Partnervermittlungsagentur: "Dein Herz sei mein". Als Computerexpertin ist sie für die Entwicklung und Auswertung genau ausgetüftelter Fragebögen zuständig, die "perfekte Paare" zusammenführen soll.
Nur ihr eigenes Liebesleben liegt brach.
Nach einer Urlaubsreise und einer heftigen Romanze mit der geheimnisvollen Linda ist ihr Herz gebrochen.

Meine Meinung:
Das Buch setzt zunächst in der Gegenwart ein, in der Marissa traurig an Linda zurückdenkt, um dann ein Jahr zurückzublenden und nicht nur die ganze Romanze der beiden zu erleben, sondern auch, was sie - getrennt voneinander - erlebt haben.

Dabei wird deutlich, warum Linda regelrecht abgetaucht ist und sich nicht mehr bei Marissa meldet. So interessant ihre Gründe sind, umso unglaubhafter sind sie doch für mich. Schreibt man einem geliebten Menschen nicht wenigstens mal eine kurze Nachricht, um ihm mitzuteilen: Pass auf, ich denk an Dich, aber....?

Daran krankt meiner Ansicht nach das ganze Buch.

Auch wenn es sich flüssig liest und z.T. witzige Passagen enthält (hervorzuheben sind hier die Briefe, die Marissa immer wieder in Gedanken an verschiedene Menschen formuliert, denen sie sich bestimmte Dinge nicht zu sagen traut und die oft enden mit: "Ich bin lesbisch." oder "PS: Immer noch lesbisch."), blieb dieser gekünstelte Abstand zwischen Linda und Marissa für mich einfach unglaubwürdig.

Hinzu kommt, dass Mariassa unter Gewichtsproblemen leidet - herrlich normal, aber muss die Leserin mit ihr z.T. seitenweise an Seminaren über das Abnehmen teilnehmen? Das war mir zu amerikanisch.

Fazit:
Momentan bin ich für jede Liebesgeschichte dankbar, in der es um 2 Frauen geht. Aber diese war mir doch etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen - so gut sie sich auch liest....

Bewertung vom 09.02.2012
Seelenjäger / Black Dagger Bd.9
Ward, J. R.

Seelenjäger / Black Dagger Bd.9


sehr gut

Kurzinhalt:
V am Abgrund. Seit Butch mit Marissa verheiratet ist, muss er sich eingestehen, dass die Gefühle für seinen Mitbewohner doch weit über reines Kumpelsein hinausgehen. Als wäre sein Leiden damit nicht schon genug, muss er auch noch herausbekommen, wer seine Mutter ist und welche Verabredung seine Eltern für seinen 303. Geburtstag getroffen haben. Der kurz vor der Tür steht.

Völlig durch den Wind wird V angeschossen und landet prompt in einem Krankenhaus für Menschen.

Meine Meinung:
Wie schon bei Zsadist enthält auch dieses Buch zahlreiche Rückblenden in die Vergangenheit von Vishous, die einige Klarheit in sein Verhalten wie auch seine anatomischen Besonderheiten (man denke an seine stets behandschuhte Hand) bringen.
Mit der Vorstellung seiner Eltern ist J.R. Ward ein Knaller gelungen, nicht nur, weil die ganze Welt der Vampire und der Bruderschaft damit noch logischer wird.

Auch Phurry und Zsadist haben wieder stärkeren Anteil an der Handlung als in den letzten Bänden, wobei sich abzeichnet, dass der stille Kampf der Zwillinge um Bella, trotz der Heirat von Zsadist mit seiner Shellan, noch nicht ausgetragen zu sein scheint.

Zudem rücken auch die Prätrans John, Qhuinn und Blay stärker in den Mittelpunkt der Handlung (und haben z.T. herrlich erfrischend mit den selben Problemen zu kämpfen, wie andere Teenager auch), wobei anzunehmen ist, dass diese auch zukünftig in der Bruderschaft eine Rolle spielen werden. Die nächsten Bände sind gesichert. :o)

Schade fand ich persönlich nur, dass V's homosexuellen Neigungen (Butch) nun aufeinmal mit dem Auftauchen einer menschlichen Ärztin (Jane) regelrecht verschwinden.
Darf es keine schwulen Vampire geben?

Das Buch endet leider wieder, bevor diese Frage endgültig beantwortet werden kann. HEYNE hat einmal mehr aus einem amerikanischen Band zwei deutsche gemacht.

Fazit:
Ein absoluter Verdienst von J.. Ward ist es, dass ihre Bücher (immerhin liegt hier bereits der 9. Band vor) weder an Ideen noch an Spannung verlieren. Ja, man kann über über das Niveau dieser Bücher sreiten, aber ich bin wahnsinnig gut unterhalten und nur darauf kommt es an.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 08.02.2012
Scheinfrei
Brumshagen, Petra

Scheinfrei


ausgezeichnet

Kurzinhalt:
Vicky, Toni und Hannah sind Studentinnen und leben zusammen in einer WG.
Wie alle Studentinnen plagen sie sich nicht nur mit der Uni, sondern auch mit dem lieben Geld, von dem immer zu wenig da ist. Nun ist ihr Vermieter kurz davor, sie vor die Tür zu setzen. Da müssen Ideen her.
Während die naiv-blonde Hannah ihren fetten Kater Nepomuk als Katzenmodel anmeldet, die toughe Toni anfängt nachts Flaschen zu sammeln und die ziemlich chaotische Vicky als Riesenhandy durch die Straßen läuft, nimmt auch privat das Chaos seinen Lauf. Denn Vicky ist lesbisch und verknallt sich prompt in Toni, die sie doch eigentlich schon ihr Leben lang kennt...

Meine Meinung:
Endlich mal wieder eines dieser Bücher, das man anfängt zu lesen und es dann nicht mehr aus der Hand legen kann. Die WG, die hier von der Autorin beschrieben wird, ist so herrlich chaotisch und gleichzeitig liebenswert, dass man nicht nur das Gefühl hat, mittendrin zu sitzen, sondern überlegt, auch gleich noch mit einzuziehen.

Dabei fing das Buch scheinbar sehr oberflächlich an, denn die Protagonistinnen hatten zwar Namen, aber man bekam keine Beschreibung zu ihnen. Die wird jedoch kunstvoll in den weiteren Verlauf gewoben. Denn während die chaotische Gegenwart der drei beleuchtet wird, gibt es immer wieder kapitelweise Rückblenden in die Vergangenheit von vor allem Vicky und Toni, die sich bereits seit ihrer frühen Kindheit kennen und schon einige Schicksalsschläge zusammen überstanden haben.

Eine wunderbare Mädchenfreundschaft, aus der sich nun zart mehr zu entwickeln scheint. Zumindest auf Vickys Seite. Während Toni genervt gegen ihre Zimmertür tritt und mit Auszug droht, nachdem sie zum x-ten Mal von der Münchner Freiheit "1000x Du" hören musste.

Ich las die ganze Zeit mit einem breiten, verstehendem Grinsen auf dem Gesicht.

Dabei wird auch erfrischend ehrlich über Saufgelage, stinkende Zimmer und völlig schräge One-Night-Stands berichtet.

Lässt sich einfach so runterlesen. Tolles Erstlingswerk der Autorin!

Fazit:
Kunterbunter WG-Alltag mit ebenso kunterbunter Sexualität. Herrlich chaotisch und gleichzeitig liebenswert. Hole mir gleich die Fortsetzung (Schunkelfieber ).

Bewertung vom 06.11.2011
Verbrannt / House of Night Bd.7
Cast, P. C.; Cast, Kristin

Verbrannt / House of Night Bd.7


sehr gut

Kurzinhalt:
Nach dem Tod von Heath ist Zoeys Seele zersplittert und in der Anderswelt gefangen. Neferet schickt Kalona hinterher, um sicherzustellen, dass ihre gefährlichste Gegenspielerin.auch wirklich bleibt, wo sie ist, während Zoeys Freunde fieberhaft versuchen, eine Lösung für ihre Rückkehr zu finden.

Hierbei spielen sowohl die Gedichte von Kramisha als auch ein alter Mythos eine große Rolle, der zu einer großen Gefahr für die ganze bisher existierende Welt werden kann. Nicht nur Zoeys Krieger, Stark, muss bis an die Grenzen des Möglichen gehen.

Meine Meinung:
Zoey mal für einen ganzen Band in die Anderswelt zu schicken, wo sie größtenteils die Klappe hält, war wohl so ziemlich der beste Einfall, den das Autorenduo haben konnte. Nicht nur, weil die anderen Charaktere an Tiefe gewinnen, da sie nun zwangsläufig im Mittelpunkt der Handlung stehen (auch wenn sich alles darum dreht, Zoey wieder zurückzuholen), sondern auch, weil es echt mal angenehm war, nicht Zoey permanent dabei "zuhören" zu müssen, wie sie sich mal wieder nicht zwischen all ihren Männern entscheiden kann.

Insofern ist es bezeichnend, dass der Verlag diesmal Stevie Rae für das Cover gewählt hat.

Das Autorenduo schafft in diesem Band eine sehr viel komplexere und spannendere Welt als in den vorhergehenden Büchern. Und das nicht nur, weil der Leser auch die Geschehnisse in der Anderswelt verfolgen kann, sondern weil ein alter Mythos in den Mittelpunkt rückt, der den Jungvampyren mehr abverlangt, als hin und wieder eine Kerze anzuzünden, wie man es bisher kannte.

Man kann sich natürlich fragen, warum es 7 Bände gedauert hat, um nun festzustellen, dass es ja noch diesen und jenen Mythos gibt, der vielleicht helfen könnte. Dies wirkt manchmal etwas zu künstlich an den Haaren herbeigezogen (und mir insgesamt zu esoterisch), andererseits wird auch immer wieder betont, dass dieser so alt und schrecklich ist, dass viele ihn einfach nur vergessen wollten.

Insofern ist dieses Buch auch ein Buch über Freundschaft und die Frage, wie weit man bereit ist für den anderen zu gehen.

Das schließt auch mit ein, dass sich Zoey Freunde mit der nicht immer auf Gegenliebe stoßenden Aphrodite arrangieren müssen, die ihrerseits nichts unversucht lässt, um ihrem Ruf als Superzicke grecht zu bleiben. Dabei wirkt sie einfach nur liebenswert wie auch schon in den Bänden davor und ist für mich eine der stärksten Figuren der Serie.

Auch die Geschichte um Stevie Rae und Rephaim wird vertieft, die ich an sich schon eine wirklich interessante Idee finde, da sie nicht mehr so klar wie in den vorhergehenden Bänden zwischen "die Guten" und "die Bösen" trennt..

Fazit:
Der spannendste "House of night-Band" seit langem - endlich passiert mal wieder was! Und dieses Geschehen läst einen bis zur letzen Seite atemlos weiterblättern. Zwischendurch vielleicht etwas zu esoterisch für meinen Geschmack - aber wer's mag!

16 von 24 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.10.2011
Eine Frau im Westen
Grisebach, Agnes-Marie

Eine Frau im Westen


sehr gut

Kurzinhalt:
Bei diesem Buch handelt es sich um den Nachfolgeband von "Eine Frau Jahrgang 13: Roman einer unfreiwilligen Emanzipation. (Die Frau in der Gesellschaft) " - den man aber durchaus seperat lesen kann. Es setzt im Jahr 1952 ein und beschreibt die Flucht von Erika und ihren 4 Töchtern aus Mecklenburg nach West-Berlin. Noch sind die Grenzen offen, dennoch erregen soviele Koffer am Bahnhof Aufsehen. Vorsicht ist angebracht.

Die Flucht gelingt, doch das "Abenteuer" geht auf der anderen Seite weiter. Die ehemalige Schauspielerin muss irgendeine Arbeit finden, um sich und ihre 4 Töchter durchzubringen, geht schließlich nach Heidelberg, wird dort als "Lumpengesindel" schief angesehen und für dumm gehalten, da sie den schwäbischen Dialekt zunächst nur schwer versteht. Da sie niemanden auf der Tasche liegen will (und das letztlich auch niemand aus ihrer Verwandtschaft zulässt, denen der "Ostzuwachs" eher unangenehm ist) verdient sie ihr Geld fortan als Hilfsarbeiterin in einer Fabrik.

Bis ins Jahr 1965 kann der Leser ihre Gedanken, Veränderungen und Probleme verfolgen.


Meine Meinung:
Das Buch ist in Briefform verfasst. Es handelt sich dabei um Briefe, die Erika an ihre Freundin Ulla nach West-Berlin schickt, die ebenfalls kurz vor ihr aus der Ostzone geflohen ist. Antworten bekommt der Leser nicht zu sehen, allerdings lässt sich aus dem, was Erika schreibt erahnen, wie der Briefwechsel der beiden Frauen ausah.

Die Briefe beinhalten zunächst vor allem die großen Probleme, die sich vor Erika nach ihrer Flucht auftun und die damit regelrecht vor dem Nichts steht. Die unglaubliche Leistung, die dahinter steckt, sich allein mit 4 Töchtern eine neue Existenz aufzubauen, lässt sich oft nur erahnen und tiefe Bewunderung für die Autorin zurück, die trotz allem Heimweh immer sieht, das sie die richtige Entscheidung getroffen hat.

Dabei gehen die Briefe immer stärker weg von Erinnerungen an die DDR, von Vergleichen zwischen dem Hier und Dort - hin zu dem, was ihren Alltag zunehmend bestimmt, die Arbeit in der Fabrik, Menschen die sie kennenlernt. Speziell dieser Part ist oft so langatmig und für den Leser schwer nachzuvollziehen, dass ich mich gefragt habe, ob es sich hierbei um den Abdruck "echter" Briefe handelt (da ein fiktiver Roman auf solche Details möglicherweise eher verzichtet hätte).

Tatsächlich hat die Autorin im ersten Band ihre eigene Geschichte aufgeschrieben auch dieser zweite trägt autobiografische Züge - jedoch hat die Protagonsitin einen anderen Namen und das Buch ist als "Roman" deklariert. Eine wirkliche Erklärung dafür habe ich nicht gefunden.

Es bleibt jedoch festzustellen, dass dieses Buch einen sehr persönlichen Einblick in die Zeit der 50er/60er Jahre zulässt, einer Zeit, die für uns Nachgeborene gar nicht mehr so präsent ist, sein kann. Umso mehr ist es als Verdienst der Autorin anzusehen, die diese Zeit durch ihre Briefe wieder so lebendig werden lässt. Da schlagen sich die Frauen noch als Trümmerfrauen durch und leiden unter den im Krief gebliebenen Männern - oder denen, die völlig verstört zurückkamen.

Interessant auch ihr Blick auf das Weltgeschehen (Mauerbau, Ermordung Kennedys, Raumfahrt), das Bestaunen technischer Errungenschaften (wie etwas einen Fernseher), welche uns heute längst selbstverständlich scheinen.



Fazit:
Sehr persönlicher Einblick in die 50er/60er Jahre. Manchmal vielleicht etwas zu langatmig, aber deswegen nicht weniger lesenwert und beeindruckend.

Bewertung vom 05.10.2011
Gesandte des Zwielichts / Midnight Breed Bd.6
Adrian, Lara

Gesandte des Zwielichts / Midnight Breed Bd.6


gut

Kurzinhalt:
Bei diesem Buch handelt es sich um den 6. Band aus der Serie von Lara Adrian und ihre Vampirkrieger in Boston.

Im Mittelpunkt steht diesmal der Deutsche Andreas Reichen, dessen dunkler Hafen im vorhergehenden Band komplett zerstört worden war. Seine geliebte (Menschenfrau) Helen stand als Lakaiin vor ihm und er musste sie töten.

Geblieben ist seine unglaubliche Wut auf den, der das getan hat, eine Wut, die seine ungewöhnliche Gabe außer Kontrolle geraten lässt: Er brennt. Aus ihm heraus kann solch eine Feuerbrunst entstehen, dass alles im Umkreis zu Asche zerfällt.

Dies muss auch bald Claire erfahren, die Gefährtin von Wilhelm Roth, auf den sich der Hass und die Rache von Andreas Reichen richtet. Dass Claire früher die Geliebte von Andreas Reichen war, macht die Sache nicht leichter....


Meine Meinung:
Eine ganze Weile habe ich die Serie nicht mehr weitergelesen und nach dem 5. Band angefangen, die Black Dagger-Reihe von J.R.Ward zu lesen. Zurück zu Lara Adrian bin ich nicht mehr richtig in die Geschichte reingekommen. Es zeigte sich, dass Lara Adrian es weniger als J.R.Ward beherrscht, Kopfkino in meinen Kopf zu produzieren. Oft kann ich mir nicht recht vorstellen, was sie beschreibt.

Doch das war nicht der einzige Grund, warum ich mich diesmal so schwer getan habe.

Zu den Figuren konnte ich überhaupt keine Nähe aufbauen. Reichen gehört nicht zum Orden, welcher in diesem Band nur am Rande eine Rolle spielt.
Claire und er haben bereits eine Vergangenheit, über die in diesem Band zwar geschrieben wird, in die man sich aber nicht recht reinfühlen kann, wenn man aus den vorhergehenden Bänden weiß, wie sehr die Vampire ihre Frauen lieben.

Insofern ist es sehr verwirrend, wenn Claire wieder Gefühle für Reichen entwickelt, während ihr eigentlicher Gefährte Roth sie schlecht behandelt.
Da ist meine romantische Vampirwelt, die Lara Adrian bisher gemalt hat, irgendwie zusammengebrochen.

Am Rande wird die Geschichte um Dragos den Ältesten weitergesponnen, was ein wenig Spannung in den Band bringt. Aber das reichte nicht, um das Buch zu retten.



Fazit:
Insgesamt hat mir dieses Buch aber nicht so recht gefallen. Dann lieber wieder nichtsahnende Menschenfrauen, die den großen Unbekannten treffen....

3 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.