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Benutzername: Liebeslenchen
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Bewertungen

Insgesamt 228 Bewertungen
Bewertung vom 26.03.2020
Last Christmas
Emilia Clarke,Henry Golding,Emma Thompson

Last Christmas


sehr gut

Eine Empfehlung für alle Weihnachtsfilm-Fans

Kurz vor dem letzten Weihnachtsfest kam mit »LAST CHRISTMAS« ein winterliches Märchen in die Kinos, dass die Herzen aller Weihnachtsfilm-Fans höher schlagen lässt.

»LAST CHRISTMAS« erzählt die Geschichte der chaotischen Kate (Emilia Clarke), die von einer Katastrophe in die nächste rutscht und gleichzeitig mit den traumatischen Erfahrungen einer Herztransplantation zurechtkommen muss. Da die Geschichte als leicht klamaukig-romantische Komödie beginnt, erwartet man lange Zeit nicht, dass es später emotional in die Tiefe gehen und Kate durch den geheimnisvollen Tom (Henry Golding) ein etwas anderes Weihnachtswunder erleben wird.

Ich sehe beide Hauptcharaktere wirklich gerne und Emilia Clarke (»GAME OF THRONES«) verleiht ihrer widerspenstigen Filmfigur die nötigen Sympathien.
Mit ihrem Partner, dem großartigen Henry Golding (»CRAZY RICH ASIANS«), harmoniert sie perfekt und es sind am Ende beide Hauptdarsteller sowie die Musik von WHAM! und George Michael, die den Film wirklich sehenswert machen und einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Denn die Handlung selbst, die auf ihre ganz eigene Art unterhaltsam und amüsant ist, war mir an manchen Stellen zu oberflächlich und zu überzogen kitschig.

Nichtsdestotrotz ist »LAST CHRISTMAS« ein leichter Filmgenuss, mit einer überraschenden Wendung, tollen Hauptcharakteren und ausgezeichneter Filmmusik mit Ohrwurmgarantie.

Bewertung vom 14.03.2020
Unglaublich wie du
Brisenden, Rhys

Unglaublich wie du


ausgezeichnet

„Du bist super und fantastisch. Es gibt niemanden wie dich. Du bist absolut UNGLAUBLICH. Vergiss das nicht!“ —- mit dieser Prämisse endet dieses wundervolle Kinderbuch von Rhys Brisenden und Nathan Reed, das neben wundervollen Versen und Worten mit farbenfrohen und zuckersüßen Illustrationen überzeugt.

Dieses großformatige Buch ist schnell vorgelesen, doch auf den kunterbunten Wimmelbildern gibt es viele Details und wundervolle Botschaften zu entdecken. Auf den 32 Seiten begleitet man einen kleinen Jungen, der gerne jemand anders wäre. Denn die Vorstellung jemand anderes zu sein, ist in seinen Gedanken mehr als verlockend. Als Vogel würde er allen davonfliegen, als Hund würde er Eichhörnchen jagen und Löcher graben, als Katze sich den Rücken kraulen lassen. Doch am Ende wird ihm vor Augen geführt, was er selbst für wundervolle Dinge kann und was ihn so unglaublich einzigartig macht. Durch den kleinen Jungen erkennen die jungen Leser und Zuhörer, was für Fähigkeiten in einem selbst stecken und sie bekommen ein Gefühl dafür, was alles möglich sein kann, wenn man an sich selbst glaubt.
Gibt es eine Botschaft, die wichtiger für unsere Kinder wäre?

»UNGLAUBLICH WIE DU!« hat definitiv das Zeug zum Klassiker und gehört in jedes Kinderzimmer!!!

Bewertung vom 26.02.2020
Der Junge, der träumte / Strange the Dreamer Bd.1
Taylor, Laini

Der Junge, der träumte / Strange the Dreamer Bd.1


gut

Mit »DAUGHTER OF SMOKE AND BONE« hat Laini Taylor einen meiner liebsten Fantasyromane geschrieben und natürlich habe ich mich sehr auf ihr neues Werk »STRANGE THE DREAMER« gefreut.

Dass Laini Taylor es liebt, fantasievolle Geschichten und atmosphärische Welten zu entwerfen, spürt man auch bei »STRANGE THE DREAMER« auf allen Seiten. Sie erzählt die Geschichte des jungen Findelkindes Lazlo Strange, der fest an die Kraft seiner Träume glaubt, mit voller Hingabe, Gefühl und Fantasie.

Wenn man sich den Klappentext durchliest, merkt man sofort, dass sich Laini Taylor von den gängigen Genreklischees fernhält, was mir ausgesprochen gut gefällt. Und dennoch konnte mich die gesamte Geschichte, trotz der großartigen Charaktere und das geschickte Verweben von zwei Handlungssträngen, nicht so fesseln, wie anfangs erhofft. Aus unerklärlichen Gründen ging nach einem guten Einstieg mein Interesse an der Handlung leider verloren. Warum das so war, kann ich mir selbst nicht erklären. Vielleicht habe ich das Buch einfach zur falschen Zeit zur Hand genommen…

Sprachlich ist dieses Werk zweifelsohne umwerfend, die Charaktere facettenreich, die Story erfrischend ungewöhnlich und atmosphärisch – und dennoch war mir die Handlung zu gemächlich, nicht packend genug, stellenweise zu leise, und, wenn ich ganz ehrlich bin, hat mich dieses bildgewaltige und detailverliebt Buch auch ziemlich gefordert.

Bevor die erhoffte Spannung aufkommen konnte, war die Geschichte auch schon wieder zu Ende. Die Entscheidung des Verlags, den Originalroman für den deutschen Markt in zwei Bände zu teilen, kann ich leider nicht ganz nachvollziehen und wenn ich ganz ehrlich bin, verspüre ich im Moment nicht den dringenden Wunsch, den zweiten Teil der Geschichte zu lesen.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 17.02.2020
Der Fund
Aichner, Bernhard

Der Fund


ausgezeichnet

»DER FUND« ist wirklich ein ganz außergewöhnlicher Thriller. Außergewöhnlich genial und erfrischend anders!

Dabei erzählt Bernhard Aichner zu Beginn schon alles, was sich der Leser in einem klassischen Thriller eigentlich lesend erarbeiten muss.
Die Protagonistin Rita Dalek, eine fleißige Supermarktverkäuferin, hat in einer Bananenkiste Drogen gefunden und mit nach Hause genommen. Jetzt ist Rita tot. Brutal ermordet von dem Albaner-Clan, der sich für diese Tat gerächt hat. Punkt. Aus.
Da fragt man sich schon nach den ersten Seiten, wo die nächsten so hinführen sollen. Und dann entwickelt die Handlung eine unglaubliche Sogwirkung, der man sich nicht entziehen kann. Vollkommen unerwartet tauchen plötzlich Fragen auf, die man beantwortet haben muss. Durch Rückblenden lernt man Rita Dalek besser kennen und das Wissen, dass sie brutal ermordet wurde, macht einen immer mehr zu schaffen.

Parallel zu den Rückblenden begleitet man einen namenlosen Polizisten, der auf der Suche nach der Wahrheit ist. Diese Passagen bestehen aus reinen Dialogen bzw. Vernehmungsprotokollen. Durch diesen stetigen Wechsel und intensiven Gespräche wird man immer tiefer in die Geschichte hineingezogen und schnell tauchen die ersten Zweifel an den vermeintlichen offensichtlichen Tatsachen auf. Auf den zweiten Blick sieht man plötzlich alles mit anderen Augen.

Für mich war es mein erster Aichner-Roman und es wird definitiv nicht mein letzter bleiben. Sein Sprachstil ist gradlinig und effektiv. Die Handlung ist von der ersten bis zur letzten Seite perfekt durchdacht und lockt die Leser auf falsche Fährten und lässt sie schließlich die richtigen Fragen stellen. Das letzte Kapitel rundet diesen absolut gelungenen Thriller perfekt ab und ich ziehe meinen Hut vor diesem grandiosen Autoren und seinem perfekten Werk.

Bewertung vom 05.02.2020
Das Schicksal weiß schon, was es tut
Kemmerer, Brigid

Das Schicksal weiß schon, was es tut


ausgezeichnet

»DAS SCHICKSAL WEISS SCHON, WAS ES TUT« ist ein einnehmendes Jugendbuch, das auch für erwachsene Leser eine Empfehlung ist.

Einfühlsam und auf Augenhöhe erzählt Brigid Kemmerer die Geschichte zweier Jugendlicher, die sich beide in einer schwierigen Lebenslage befinden.
Bis zu dem Tag, an dem bekannt wurde, dass sein Vater viele Menschen aus der Heimatstadt um ihre Ersparnisse gebracht hat, war der attraktive und einst wohlhabende Sportler Rob einer der beliebtesten Jungs der Highschool. Jetzt wird er mit Missachtung gestraft und kommt nicht damit klar, plötzlich auf der anderen Seite zu stehen.
Auf die unscheinbare und fleißige Vorzeigeschülerin Maegan zeigt man ebenfalls mit den Fingern. Sie hat dem Druck nicht mehr standgehalten und bei einer sehr wichtigen Prüfung gemogelt. Daraufhin wurden ihre Prüfungsergebnisse und die der Mitschüler für ungültig erklärt. Als sei das nicht schon schlimm genug, ereilt die Familie plötzlich eine weitere Hiobsbotschaft, die alles auf dem Kopf stellt und erst mal geheim bleiben muss.

Brigid Kemmerer ermöglicht dem Leser einen tiefen Einblick in die sehr unterschiedlichen Familiensituationen und sofort fühlt man sich den beiden Protagonisten verbunden. Dank des leichtgängigen und einnehmenden Schreibstils kann man sich schnell in ihre Gefühlssituationen hineinversetzen. Egal wie man es dreht und wendet, sie haben es beide wirklich nicht leicht. Selbst von außen betrachtet, kann man nur schwer einen Ausweg aus diesen prekären Lebenslagen finden und gemeinsam mit den beiden fühlt man sich ausgegrenzt und verstoßen.

Wie es das Schicksal (oder besser gesagt, der gemeinsame Mathematiklehrer) so will, finden Rob und Maegan unfreiwillig zueinander und werden nach anfänglichen Schwierigkeiten gute Freunde. Schnell kommen sogar noch tiefere Gefühle hinzu, doch schon bald sorgt eine falsche Entscheidung dafür, dass sie sich wieder voneinander entfernen.

Die Autorin hat ihre Charaktere, egal ob Protagonist oder Nebencharakter, facettenreich und nahbar dargestellt. Zudem lässt sie einige persönliche Gedankengänge in die Handlung einfließen, die die Handlung tiefgründiger gestalten und nur bereichern.

FAZIT

Mir hat dieses Jugendbuch einige schöne und nachdenkliche Lesestunden bereitet und mich überraschend tief mitfühlen lassen. Die fiktive Story wirkt mit jeder Zeile authentisch und emotional nachvollziehbar. Für die sympathischen Protagonisten hofft man einfach nur das Beste und die Erkenntnisse, die sie am Ende gewinnen, vermitteln den jugendlichen Lesern eine wichtige Botschaft.

Bewertung vom 03.02.2020
Follow Me Back Bd.1
Geiger, A. V.

Follow Me Back Bd.1


sehr gut

Über »FOLLOW ME BACK« bin ich unzählige Male auf Instagram gestolpert und ich wurde vorgewarnt, dass ich mit dem Lesen des ersten Bandes besser so lange warten soll, bis der zweite Band erschienen ist. Denn den würde ich ganz sicher direkt lesen wollen.
Tja, was soll ich sagen, als ich die verhängnisvolle letzte Seite gelesen habe, bin ich direkt in die Stadt gestiefelt und habe mir den zweiten Band gekauft

Bewertung vom 28.01.2020
Dieser eine Augenblick
Carlino, Renee

Dieser eine Augenblick


sehr gut

Eine berührende Liebesgeschichte mit starken Startschwierigkeiten
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Der Liebesroman »DIESER EINE AUGENBLICK« zählt zu den Büchern, die erst im zweiten Anlauf überzeugen. Denn der Einstieg ist nicht leicht, da er für mein Gefühl zu klamaukig war. Die Ernsthaftigkeit, die ich erwartet habe, konnte ich lange Zeit nicht erkennen. Zudem brauchte ich eine ganze Weile, um Sympathien für die distanzierte Protagonistin Charlotte zu wecken und wenn ich ehrlich bin, konnte ich eine wichtige Entscheidung von ihr, die sich im Nachhinein als die einzig richtige erwiesen hat, kurzzeitig nicht ganz nachvollziehen.

Jetzt, wo ich dieses Buch beendet habe, kann ich beruhigt sagen, dass es sich lohnt, diese Buch weiterzulesen. Es ist tatsächlich tiefgründig, die Charaktere werden zugänglicher und trotz der Vorhersehbarkeit, hofft man auf ein zufriedenes Ende.
Denn so schwierig die erste Buchhälfte auch war, umso leichtgängiger und berührender war die zweite. Es fühlte sich so an, als wenn Renée Carlino bewusst diese unterschiedlichen Gefühle wecken wollte, um die Ernsthaftigkeit ihrer Handlung zu betonen. Denn mich hat die Botschaft, jeden Tag das Leben zu genießen, definitiv erreicht.

Wer gerne tiefgreifende Liebesgeschichten im Stil von »EIN GANZES HALBES JAHR« mag, sollte sich »DIESER EINE AUGENBLICK« unbedingt genauer anschauen. Diese kurzweilige, aber ergreifende Geschichte braucht zwar eine ganze Weile, um sich zu entfalten, doch hat man den Wendepunkt überschritten, kann man sich der gefühlvollen Handlung und der bedeutungsvollen Botschaft nicht mehr entziehen.

Bewertung vom 28.01.2020
Diese ganze Scheiße mit der Zeit
Meyer-Burckhardt, Hubertus

Diese ganze Scheiße mit der Zeit


ausgezeichnet

Ein kluger autobiografischer Ratgeber, den es sich zu lesen lohnt
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Ich schaue mir gerne Dokumentationen über bekannte Persönlichkeiten im Fernsehen an und lese ab und an mal eine Biografie. Das ist nicht häufig der Fall, da ich mich für diese Person schon sehr interessieren muss, bevor ich zur entsprechenden Biografie greife. Bei »DIESE GANZE SCHEISSE MIT DER ZEIT« war es mal ganz anders. Hier war es der Buchtitel, der meine Aufmerksamkeit weckte, da mich die Thematik sehr interessiert und ich gerade lerne, meine freie Zeit mit mehr Qualität zu füllen und diese mehr zu genießen.

Hubertus Meyer-Burckhardt kannte ich zuvor nur indirekt. Dadurch habe ich beim Lesen ganz unbefangen einen Menschen kennengelernt, der voll und ganz auf meiner Wellenlänge zu sein scheint und viele Dinge genauso sieht, wie ich es tue.

Dieser leichtgängige und flüssig lesbare Fließtext ging einer Schrecksekunde, einer furchtbaren Krebsdiagnose voraus, die Meyer-Burckhardt über seine restliche Lebenszeit hat nachdenken lassen. Da er rückblickend betrachtet hemmungslos und ohne jede Reflexion mit seiner Zeit umgegangen ist, beginnt er nun, genau dies zu ändern, und hat diesen Lernprozess niedergeschrieben.

Seinen neuen Lebensabschnitt startet er mit einem Blick zurück auf seine Vergangenheit. Er
erzählt von seinem Leben, beginnend mit seiner Kindheit, seinen schulischen „Glanzleistungen“ und seinem beruflichen Werdegang. Beim Erzählen reflektiert er sein eigenes Leben und seinen Werdegang. Dabei erwähnt er Momente, Empfindungen und Entdeckungen, die ihn geprägt und maßgeblich zu dem Menschen haben werden lassen, der er jetzt ist. Dabei geht er auch selbstkritisch mit sich ins Gericht und erzählt ganz ehrlich, wie unzufrieden und unsicher er häufig war. Diese Unsicherheiten, mit denen er sich lange rumschlug, kann man als Außenstehender nur schwer nachvollziehen, da er auf mich ausgeglichen, offen, zielstrebig und so positiv wirkt. Da merkte ich wieder, dass man nie weiß, welche Kämpfe andere Menschen im Inneren zu kämpfen haben und selbst die erfolgreichsten unter uns, die größten Zweifler und Kritiker sind.

Besonders haben mir die Passagen gefallen, in denen Meyer-Burckhardt von den kleinen Momenten im Leben erzählt, die ihn glücklich machen. So wie zum Beispiel das Riechen von einem guten Parfum oder der Besuch eines besonderes geschichtsträchtigen Ortes.

Aus diesem freundlichen und möglicherweise sogar wegweisendem Buch werde ich mir einige Gedankengänge mitnehmen. Ich habe mir vorgenommen, mich mehr auf Dinge zu fokussieren, die mich glücklich machen und schöne Momente bewusster zu erleben. Denn seine kostbare Lebenszeit kann man nicht immer planen.

»DIESE GANZE SCHEISSE MIT DER ZEIT« ist ein kluger autobiografischer Ratgeber, der von Hubertus Meyer-Burckhardt humorvoll, lebensecht, sympathisch und auf Augenhöhe erzählt wird und mich nachhaltig inspiriert hat. Es lohnt sich, ihm zuzuhören.

Bewertung vom 16.01.2020
Stranger Things: Suspicious Minds - DIE OFFIZIELLE DEUTSCHE AUSGABE - ein NETFLIX-Original
Bond, Gwenda

Stranger Things: Suspicious Minds - DIE OFFIZIELLE DEUTSCHE AUSGABE - ein NETFLIX-Original


gut

Beim Science-Fiction-Roman »SUSPICIOUS MINDS« handelt es sich um eine Vorgeschichte der Kultserie »STRANGER THINGS«, die von einer zuversichtlichen College-Clique erzählt, die leichtsinnig als Testpersonen an der geheimen Studie MKULTURA teilnehmen. Zu dieser Gruppe gehört auch die junge Terry Ives. Terry wird später ein Kind bekommen, dass ebenfalls zum Geheimprojekt gehören und anstelle eines Namens nur die Ziffer 011 (Elfi) tragen wird…

Als Serienfan war ich besonders auf den Blick hinter die hohen Mauern des geheimen Testlabors gespannt, und natürlich wollte ich auch gerne mehr über Terry erfahren, die in der Serie nur eine Randerscheinung ist.
Dem Serienkenner ist natürlich bekannt, in welcher Verfassung sich Elfies Mutter später mal befinden wird. Man hat aber nur eine leise Ahnung, wie es so weit kommen konnte. Dieser Roman liefert einen detaillierten Blick auf das Geschehene und gibt der unschuldigen Terry endlich eine Stimme. Unweigerlich lernt man beim Lesen auch den skrupellosen Leiter des Labors, Dr. Martin Brenner, genauer kennen, was dazu führt, dass man ihn nur noch mehr verachtet als zuvor.

So interessant die Charaktere auch gezeichnet sind und so leichtgängig der Schreibstil auch ist, so ist der Aufbau der Handlung leider nicht so gelungen. Viele langatmige Passagen rauben der Story die potenzielle Spannung. Die unheilverkündende Atmosphäre und meine Gier nach weiteren geheimen Hintergrundinformationen zur Serie haben mich trotzdem neugierig weiterlesen lassen und insgesamt hat mir der Ausflug in die 60er/70er-Jahre gefallen, auch wenn ich ehrlich gesagt deutlich mehr erwartet habe.

Natürlich können auch Nichtkenner diese Geschichte lesen, da sie von den Geschehnissen VOR der ersten Staffel »STRANGER THINGS« erzählt und Charaktere in den Mittelpunkt stellt, die später nur Nebenrollen spielen.
Trotzdem denke ich, dass sich bekennende Anti-Fans nicht für diesen Roman begeistern werden und es Serien-Neulinge nicht leicht fallen wird, in die Handlung einzusteigen.

Bewertung vom 10.01.2020
Tell Me No Lies / Follow Me Back Bd.2
Geiger, A. V.

Tell Me No Lies / Follow Me Back Bd.2


weniger gut

## Eine etwas haarsträubende und kuriose Fortsetzung ##

Der New-Adult-Roman »FOLLOW ME BACK« war für mich ein wahrer Glücksgriff, doch so unglaublich spannend die letzten Seiten des ersten Bandes auch waren, spürt man nach den ersten gelesenen Seiten dieser Fortsetzung, dass die Story nicht mehr viel Potenzial innehat.

Auf die Frage, was mit Eric Thorn passiert ist, findet man zu schnell eine Antwort und mit dieser beginnt eine kuriose Aneinanderreihung von Ereignissen, die sich an Unglaubwürdigkeit nur so überbieten.

Die von mir erhoffte Liebesgeschichte, ist für mein Empfinden so gut wie gar nicht vorhanden. Dabei hat mich der erste Band auf eine romantische Wendung hoffen lassen. Vielmehr geht es in diesem abschließenden Band um die kriminellen Ereignisse und die Aufklärung eines weiteren Verbrechens, das über Twitter und Snapshat begonnen hat. Schnell kommt man als Leser an einen Punkt, an dem man den verworrenen Gedankengänge der Charaktere nicht mehr folgen kann und das Interesse an der chaotischen Aufklärung, war bei mir schließlich auch nicht mehr vorhanden.

Zudem konnte ich mich in diesem Band nicht mehr für die Protagonistin Tessa erwärmen. So authentisch ihre Phobie am Anfang auch wirkte, kam ich mit ihren sich im Kreis drehenden Gedankengänge und ständigen psychologischen Analysen nicht gut zurecht. Glücklicherweise leide ich nicht an einer stark ausgeprägten Psychose und kann ihr Verhalten dahingehend nicht sachgemäß beurteilen. Trotzdem wage ich zu behaupten, dass sich ein Mensch mit diesem Krankheitsbild, nicht so widersprüchlich verhält, wie Tessa es in dieser Fortsetzung tut.

---- Fazit ----

Es ist erstaunlich, wie gegensätzlich diese Dilogie für mein Empfinden ist. Die Spannung, die im ersten Band auf nahezu jeder Seite zu spüren war, ist im zweiten Band einer Aneinanderreihung von kuriosen Szenarien gewichen. Von der emotionalen Liebesgeschichte war so gut wie gar nichts mehr vorhanden. Trotz der abstrusen Entwicklungen gefiel mir jedoch die kritische Sichtweise der Autorin, was das Thema “Social Media” betrifft.
Alles in allem bin ich leider von diesem Finalband ziemlich enttäuscht…