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Benutzername: Liebeslenchen
Danksagungen: 118 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 156 Bewertungen
Bewertung vom 26.04.2018
Wie die Stille unter Wasser / Romance Elements Bd.3
Cherry, Brittainy C.

Wie die Stille unter Wasser / Romance Elements Bd.3


ausgezeichnet

Eine herzzerreißende Geschichte mit einigen leisen Passagen

Mit ihrem emotionalen und schmerzerfüllten Liebesroman „Wie die Luft zum Atmen“ hat mich die junge amerikanische Autorin Brittainy C. Cherry vor etwa einem Jahr emotional umgehauen. Mit ihrer aktuellen Veröffentlichung hat sie mir erneut bewiesen, dass sie Geschichten fernab von 0815 entwerfen kann, die nicht in die klassischen Genreschubladen passen.

„Wie die Stille unter Wasser“ wird als dritter Band der „Romance Elements“-Serie beworben, hat aber rein gar nichts mit den Charakteren aus den anderen Bänden zu tun. Alle Teile sind in sich abgeschlossen und unabhängig voneinander lesbar.

Dieses Mal erzählt die junge Autorin die Geschichte der einst fröhlichen Maggie May, die in jungen Jahren eine erschütternde Erfahrung machen muss. Das Trauma, das dadurch ausgelöst wird, raubt ihr mit nur 10 Jahren die Stimme. Während ihre Geschwister und ihre Freunde in den nächsten Jahren erwachsen werden, ihr Leben leben und beginnen, ihre Träume zu verwirklichen, fesseln fürchterliche Flashbacks und Angstzustände Maggie May ans Haus, das sie seit den Ereignissen damals nicht mehr verlassen konnte.

Auf den insgesamt rund 400 Seiten erlebt der Leser gemeinsam mit Maggie May alle Höhen und Tiefen, wobei Letztere in ihrem Leben natürlich dominieren. Ein wahrer Lichtblick ist Maggies bester Freund Brooks, der sie am besten kennt und sie auch ohne Worte versteht. Doch wie es der Lauf des Lebens will, muss auch Brooks sie eines Tages zurücklassen.

Beim Lesen hatte ich den berühmten Kloß im Hals und tatsächlich kullerte zwischendurch mal ein kleines Tränchen aus meinem Augenwinkel. Allerdings gab es auch einige langatmige Passagen, die mich emotional von der Story entfernt haben. Gleichzeitig passt die stagnierende Handlung perfekt zu Maggies eingefrorenem Lebenszustand. Die gesamte Tragweite ihres Schicksals und das stille Leiden ihrer Familie werden besonders zum Schluss hin deutlich und die Emotionen brachen bei mir beim Lesen der letzten Seiten erst richtig durch.

Die Stärke der Geschichte liegt definitiv in seiner ruhigen und eindringlichen Erzählart, die mich sogar über die aufkommenden kitschigen Entwicklungen am Ende locker hinwegsehen lassen.

Wer gerne tiefgründige Liebesromane fernab von den beliebten 0815-Bestsellern lesen möchte und auf große Emotionen steht, dem kann ich sowohl „Wie die Stille unter Wasser“ als auch „Wie die Luft zum Atmen“ ans Herz legen.

Bewertung vom 05.04.2018
Der Glanz der Dunkelheit / Die Chroniken der Verbliebenen Bd.4
Pearson, Mary E.

Der Glanz der Dunkelheit / Die Chroniken der Verbliebenen Bd.4


sehr gut

Der krönende Abschluss eines packenden Märchenabenteuers

Die ersten drei Bände der Fantasyreihe „Die Chroniken der Verbliebenen“ gehören zu den absolut spannendsten Büchern, die ich im letzten Jahr gelesen habe. Von der ersten Seite an hat mich das märchenhafte Abenteuer der Prinzessin Lia in seinen Bann gezogen. Allein die Storyline des Reihenauftakts „Der Kuss der Lüge“ hat mich verzaubert: Es geht um eine Prinzessin die vor ihrer Zwangsheirat flieht, um in der gefährlichen Wildnis ihre Bestimmung zu finden. Zur gleichen Zeit machen sich der verschmähte Prinz und ein Attentäter auf, um die verschollene Prinzessin zu finden. Beide Männer verschleiern ihre Identität und Lia verliebt sich in beide.
Besonders die Art und Weise, wie die Autorin die Identitäten der männlichen Charaktere im ersten Band verschleiert und auch vor den Lesern geheim hält, ist unvergleichlich gut.

In den USA besteht die Originalreihe eigentlich aus drei Teilen. Für den deutschen Markt wurde der Finalband, am wohl spannendsten Höhepunkt, aufgeteilt und mit „Der Glanz der Dunkelheit“ kommen wir auch endlich in den Genuss, das Finale zu erleben.

Natürlich setzt die Story lückenlos an das Ende des dritten Bandes an. Mit ihrem gewohnt einnehmenden Erzählstil konnte mich Mary E. Pearson erneut fesseln und ich war so gespannt zu erfahren, ob Lia wirklich ihre Bestimmung findet und natürlich auch, für welchen Mann sich ihr Herz am Ende entscheidet – für den Prinz oder den Attentäter (damit ich hier niemanden versehentlich spoiler, nenne ich lieber keine Namen).

Mit dem Handlungsfaden und den finalen Entwicklungen war ich insgesamt sehr zufrieden. Allerdings fühlte sich die gesamte Story eindeutig zu kurz an. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, regelrecht durch den Showdown gejagt zu werden. Ich muss leider auch zugeben, dass ich den poetischen teils kryptischen Eingebungen von Lia nicht immer folgen konnte.

## Fazit

Obwohl ich die Trennung des originalen Finalbandes für den deutschen Markt ziemlich unglücklich und ich die Handlung für einen einzelnen Band zu dünn finde, hat mich Lias düstere und märchenhafte Geschichte als Ganzes unglaublich gut unterhalten. Die volle Punktzahl bekommt „Der Glanz der Dunkelheit“ leider nicht, trotzdem kann ich allen Fantasyliebhabern, die Romane wie „Der Kuss des Kjer“ mögen, diese Reihe ans Herz legen.

Bewertung vom 05.04.2018
Das Fundament der Ewigkeit / Kingsbridge Bd.3
Follett, Ken

Das Fundament der Ewigkeit / Kingsbridge Bd.3


sehr gut

Vor Jahren habe ich Folletts Meisterstück „Die Säulen der Erde“ und einige Zeit später „Die Tore der Welt“ verschlungen. Ich zähle sie zu den besten historischen Romanen, die ich, überhaupt jemals gelesen habe.

Richtig gut gefallen hat mir definitiv die erste Buchhälfte. Diese strotzt vor Spannung und hält für die Charaktere, zu denen man schnell eine Verbindung aufbauen kann, viele böse und heftige Überraschungen bereit.
Die Handlung nahm mich sofort gefangen und ich brannte darauf zu erfahren, welche Wendungen das Schicksal und die Schwierigkeiten des 16. Jahrhunderts für die Protagonisten noch bereithalten. Sowohl die Prota- als auch die Antagonisten hat Ken Follett stark und facettenreich entworfen. Obwohl er schnell unzählige Figuren ins Spiel bringt, macht er es den Lesern leicht, sie voneinander zu unterscheiden. Gekonnt stellt er sie den historischen Figuren an die Seite und erzählt durch sie die krisenreiche Geschichte Englands während des elisabethanischen Zeitalters.

Doch leider werfen nicht nur die blutigen Glaubenskriege dunkle Schatten auf die Handlung, es gibt tatsächlich ein paar kleine Kritikpunkte an diesem fulminanten Histo-Schmöker.
In den folgenden Abschnitten orientiere ich mich einfach mal an einigen kritischen Aussagen anderer Leser und gehe kommentierend darauf ein:

--„Spannung flaut immer wieder ab“
Ja, besonders in der zweiten Buchhälfte gibt es einige Kapitel die weniger fesselnd sind, besonders für solche Leser, die sich mit den historischen Ereignissen schon recht gut auskennen. Das Schicksal der schottischen Königin Maria Stuart zum Beispiel habe ich schon einige Male durchlebt. Daher konnten mich besonders die Szenen mit ihr nicht sonderlich fesseln. Aber das kann ich Ken Follett nicht zur Last legen.
Wirklich schade finde ich hingegen, dass er das Potenzial einiger Handlungsstränge und Charaktere nicht vollends ausgeschöpft hat. Anstatt sich mit seinen starken fiktiven Figuren zu beschäftigen, lenkt er das Augenmerk der Leser beinahe schon krampfhaft auf die historischen Fakten und dem Lauf der belegten Ereignisse. Die zuvor packende Spannung flaut dadurch leider ab.

--„Kingsbridge ist nur Nebenschauplatz“
Ja, das finde auch ich sehr schade. Auf der anderen Seite verdeutlicht diese Entwicklung die Veränderungen des 16. Jahrhunderts. Die Engländer begannen, die Welt zu erforschen. Trotzdem hätte es mich sehr gefreut, wenn Kingsbridge auch in diesem Band der Fixpunkt der Handlung gewesen wäre. Immerhin war die Vorfreude, nach all den Jahren wieder dorthin zurückzukehren, unermesslich groß.

--„Zu detailverliebt“
Besonders in diesem Genre ist es schwierig, die perfekte Balance zwischen Oberflächlichkeit und Detailverliebtheit zu halten. Historische Romane brauchen immer eine gewisse Detailtreue, einfach um dem Leser ein authentisches Gefühl für die Vergangenheit zu übermitteln. Ken Follett umschreibt natürlich viele Kleinigkeiten umfassend, was mich im groß und ganzen kaum gestört hat. Erst zum Schluss (ab Buchabschnitt 5) fällt diese Tatsache für mein Gefühl negativ ins Gewicht.

--„Fühlt sich unendlich an“
Diese Aussage muss ich leider so unterschreiben, wobei es eigentlich nur die letzten Kapitel sind, die sich so unendlich zäh in die Länge gezogen haben und einen Schatten über die sonst so ereignisreiche Story werfen.
Zum einen macht Ken Follett zum Ende hin vollkommen unerwartet große Zeitsprünge, die ich schwierig zu verarbeiten fand. Zudem erzählt er die Geschichte über den Tod Königin Elisabeths hinaus, um die letzte große Verschwörung mit in die Handlung zu bringen. Mir wäre es lieber gewesen, wenn er die historischen Fakten mal außer Acht gelassen und seinen fiktiven Protagonisten das Ruder überlassen hätte, einen persönlichen Showdown in Kingsbridge zu liefern.

Trotz meiner teils harschen Kritik hat mir dieser Histo-Schmöker viele großartige Lesestunden beschert und mir fällt es schwer, mich von den liebgewonnenen Charakteren zu verabschieden.

Bewertung vom 19.02.2018
Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen
Bardugo, Leigh

Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen


ausgezeichnet

Vorab muss ich gestehen, dass ich eigentlich kein Fan und Kenner des DC-Superheldenuniversums bin und bisher auch nie das Bedürfnis hatte, das zu ändern. Tja, bis zu dieser Story. Leigh Bardugo hat meinen Horizont erweitert, denn dieses Buch habe ich nur ihretwegen gelesen. Und was soll ich sagen: Ich bin absolut begeistert von der Amazone Diana, die ihre Macht für sich entdeckt und zu Wonder Woman wird.

Mit jeder Zeile spürt man, dass Leigh Bardugo ein großer Fan des fiktiven Charakters „Wonder Woman“ ist und große Freude hatte, ihre Begeisterung in dieser Story voll ausleben zu können. Ihre Faszination ist sofort ansteckend und die Geschichte, die aus zwei Perspektiven heraus erzählt wird, entwickelt unfassbar schnell eine fesselnde und tief gehende Dynamik, der man sich kaum entziehen kann.

Die mythologische und übersinnlich stark geprägte Story hat einige Parallelen mit der Handlung des gleichnamigen Kinofilms aus dem letzten Jahr, mit Gal Gadot in der Hauptrolle. Dennoch erzählt Leigh Bardugo eine komplett neuartige Geschichte und lenkt sie in eine komplett andere Richtung, die mit einigen bösen Wendungen zu überraschen weiß, und spricht mit ihren jugendlichen Charakteren besonders das jüngere Lesepublikum an.

Getragen wird diese Story ganz klar von den starken Charakteren, die Leigh Bardugo wie kaum eine andere Autorin zeichnen kann. In Kombination mit ihrem unvergleichlichen Schreibstil machen die Hauptfiguren bemerkenswerte Entwicklungen durch. Besonders mit der Amazone Diana fiebert der Leser mit. Gemeinsam mit ihr schätzt man ab, welche Fähigkeiten sie besitzt, erlebt mit ihr epische Momente und schmunzelt über die herrliche Situationskomik. Genauso einnehmend ist auch die zweite weibliche Hauptfigur, die sterbliche Alia, die Diana antreibt, die Ideale der Amazonen infrage zu stellen und sich selbstlos dem gewaltigen Wettlauf zu stellen, um den Frieden der Menschheit zu bewahren.

## Mein Fazit

„Wonder Woman. Kriegerin der Amazonen“ ist ein absolut spannungsgeladener und mythologischer Superheldenroman, der sogar Genreneulingen und bekennende Anti-DC-Fans gut unterhalten wird. Mit ihrer starken „Wonder Woman“ Interpretation hat Leigh Bardugo mir das Portal zu einem mir vollkommen neuen Genre eröffnet.

Auf den zweiten Band aus der „DC ICONS“-Serie „Batman“ von Marie Lu, der im August 2018 erscheinen wird, freue ich mich jetzt schon sehr.

Bewertung vom 02.02.2018
Bird and Sword / Bird & Sword Bd.1
Harmon, Amy

Bird and Sword / Bird & Sword Bd.1


sehr gut

Da ich zuvor keine großen Erwartungen an diese Geschichte gestellt habe, hat mich die Story positiv überraschen können. Amy Harmon erzählt in einer sehr einnehmenden Sprache ein rasantes Romantasyabenteuer, das mit einigen unerwarteten Wendungen aufwarten kann.

Hier steht ganz klar die wunderschöne und unaufdringliche Liebesgeschichte, die nicht mit den gängigen Klischees behaftet ist, im Vordergrund. Der Weltenentwurf hingegen kommt leider etwas zu kurz und man erfährt nur wenig über die Vorgeschichte des Königreichs und findet nur ausweichende Antworten auf die Frage, warum magisch begabte Menschen eigentlich verfolgt und ermordet werden.

Auch wenn die Handlung selbst recht schmal angelegt ist, kann sie mit charakterstarken Figuren glänzen, die man gerne durch die lebensbedrohlichen Gefahren begleitet. Dabei stechen besonders die Szenen hervor, in denen die Protagonistin Lark, die als Kind nicht nur ihre Mutter, sondern auch ihre Stimme verloren hat, allmählich ihre Gabe entdeckt und lernt, mit der mächtigen Magie der Worte klarzukommen.

Doch es ist nicht nur Lark, die mit einer beeindruckenden Präsens überzeugt, auch der junge König Tiras, der Lark scheinbar mit bösen Absichten entführt hat, gewinnt mit der Erzählung an Bedeutung. Sein eigenes Schicksal ist es schließlich, das den Großteil der unvorhersehbaren Wendungen provoziert.

Rückblickend betrachtet kann ich behaupten, dass mir Larks gefährliches und rasant erzähltes Romantasyabenteuer an manchen Stellen schier den Atem geraubt hat. Abgesehen von ein paar kleinen Logikfehlern und einem kurz gehaltenen Showdown, kann ich diese märchenhafte Fantasygeschichte über die Macht der Worte allen Romantasy-Fans ans Herz legen.

Bewertung vom 19.01.2018
Berühre mich. Nicht. / Luca und Sage Bd.1
Kneidl, Laura

Berühre mich. Nicht. / Luca und Sage Bd.1


weniger gut

Schon seit Jahren lese ich mich quer durch das New-Adult-Genre und bevorzuge ganz klar die übersetzten Werke ausländischer Autorinnen. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich mit „Begin Again“ von Mona Kasten bisher nur einen einzigen New-Adult-Roman gelesen, der von einer deutschen Autorin verfasst wurde und leider hat mir die Story überhaupt nicht gefallen. Den Hype um diesen Roman kann ich immer noch nicht nachvollziehen.

Doch wie es mit Hypes immer so ist: sie machen neugierig! So hat mich die kollektive Begeisterung in den sozialen Netzwerken, die Laura Kneidls Story „Berühre mich. Nicht“ schon seit Wochen auslöst, so neugierig gemacht, dass ich ihr New-Adult-Debüt unbedingt lesen und im besten Fall auch lieben wollte.

Zu Beginn sah es auch ganz gut aus, denn Sages Geschichte nahm mich schnell gefangen und sowohl ihr Kummer als auch ihre lähmenden Ängste ließen auf eine tiefgründige und ergreifende Story hoffen.

Allerdings legte sich der gute erste Eindruck recht schnell, denn die anfangs so sympathischen Charaktere wirkten auf mich schnell weichgespült, die Lovestory wurde gefühlsduselig und die ewigen Rückblenden in die grauenvolle Vergangenheit der Hauptfigur waren mir persönlich zu viel. Hier hätten auch wenige Flashbacks ausgereicht, um die gewünschte Dramatik zu erzeugen.

Dass die Liebesgeschichte von Sage und Luca in diesem Buch nicht zu Ende erzählt wird, war natürlich vorhersehbar, da die Fortsetzung („Verliere mich. Nicht.“) bereits in den Startlöchern steht. Wenn die Handlung es hergibt, finde ich Dilogien großartig. Doch wenn die Handlung lediglich aus rein marketingtechnischen Gründen künstlich verlängert wird und ein völlig abrupter und unglaubwürdiger Cliffhanger herhalten muss, um den Lesern den zweiten Band schmackhaft zu machen, dann bin ich raus. Denn „Berühre mich. Nicht.“ hat für einen New-Adult-Roman, in dem sich für gewöhnlich die Ereignisse ständig überschlagen, einfach zu viele Längen, die der Spannung schaden.

Auf einen Einzelband komprimiert hätte diese Liebesgeschichte meiner Meinung nach viel besser funktioniert. Denn sowohl die Grundidee als auch der Schreibstil von Laura Kneidl sind großartig, nur das allgemeine Konzept und die Umsetzung selbst sind mehr als unglücklich und schaden unterm Strich der gesamten Geschichte.

Bewertung vom 21.12.2017
Der Weihnachtosaurus
Fletcher, Tom

Der Weihnachtosaurus


ausgezeichnet

Das wohl mitreißenste und stärkste Weihnachtskinderbuch aller Zeiten

Von klein auf begeistert sich mein Sohn (8) für Dinosaurier, und da wir jedes Jahr in der Adventszeit gemeinsam eine Weihnachtsgeschichte lesen, war der „Weihnachtosaurus“ auf den ersten Blick die perfekte Wahl für uns. Erwartet haben wir eine lustige und leichte Geschichte, die uns kurzweilig unterhält. Dass dieses Buch alles auf den Kopf stellen und unser Herz gleichzeitig erschüttern und erwärmen sollte, damit haben wir überhaupt nicht gerechnet.

Gleich zu Anfang reisen die Leser in die Vergangenheit und erleben das Aussterben der Dinosaurier mit. Das Schicksal will es so, dass ein Dinoei ins Meer fällt, gefriert und Jahrtausende später am Nordpol von den Weihnachtswichteln gefunden wird. So kommt es, dass kurz vor Weihnachten im Haus des Weihnachtsmannes ein kleines Wunder geschieht und das seltenste Geschöpf der Welt schlüpft.

Zur gleichen Zeit werden William Trudel und sein liebenswerter Vater vorgestellt, die Weihnachten über alles in der Welt lieben und die Bräuche das gesamte Jahr über zelebrieren. Erst einige Zeit später erfahren die Leser, dass der sympathische William im Rollstuhl sitzt und seine Mutter verloren hat. Obwohl er es nicht leicht hat, ist William glücklich. Doch das soll sich schnell ändern. Denn er gerät ins Visier der neuen und oberzickigen Mitschülerin Brenda, die ihm das Leben mit grenzwertigen und abgrundtief bösen Streichen zur Hölle macht.

Auf zwei Ebenen durchleben wir die Geschichten der beiden Hauptfiguren. Auf der einen Seite die des Weihnachtosaurus, der auf dem Nordpol sehr einsam ist, und auf der anderen Seite die des traurigen Williams. Dass sich ihre Wege irgendwann mal kreuzen werden, hofft man von Beginn an. Doch bis es soweit ist, passiert noch eine ganze Menge. Es wird noch richtig gefährlich, ja sogar lebensbedrohlich.

Obwohl mein Sohn schon sehr gut alleine lesen kann, habe ich ihm dieses Buch zum größten Teil vorgelesen und ich muss sagen, dass die Gedichte und Verse vorgelesen noch stärker wirken. Hinzu kommt, dass sich der Autor mithilfe seiner charakterstarken Figuren mit sensiblen Themen wie Mobbing, Ausgrenzung und Andersartigkeit beschäftigt, die bei Kindern Gefühle aufwühlen, die kurz besprochen werden sollten. Natürlich gibt es neben den großen, erdrückenden Emotionen auch viele amüsante, urkomische und anrührende Szenen, die witzig und einfach nur liebenswert sind.

Unserer Meinung nach ist „Der Weihnachtosaurus“ das wohl mitreißendste und stärkste Weihnachtskinderbuch aller Zeiten, das uns nicht nur großartig unterhalten, sondern auch nachdenklich gemacht hat. Sehr feinfühlig zeigt der britische Autor Tom Fletcher das Dinosaurier und Weihnachten einfach perfekt zusammenpassen.

Bewertung vom 28.11.2017
New York Christmas Baking
Nieschlag, Lisa; Wentrup, Lars; Prus, Agnes

New York Christmas Baking


sehr gut

Nach dem erfolgreichen Kochbuch „New York Christmas“ präsentieren die Autoren Lisa Nieschlag und Lars Wentrup, zusammen mit der Fotografin Julia Cawley, in „New York Christmas Baking“ die süße Seite des weihnachtlichen New Yorks.

Die ansprechenden Fotos, sowohl die der Backwerke als auch die der Metropole New York, fangen etwas von der weihnachtlichen Stimmung in der pulsierenden Großstadt ein. Insgesamt ist das Design dieses Backbuches wirklich großartig. Es ist ein Buch, das man sich allein der Schönheit wegen gerne ins Regal stellen möchte.

Auf etwa 124 Seiten befinden sich, neben einer weihnachtlichen Geschichte und einem Gedicht (die mir persönlich beide gar nicht gefallen), 40 weihnachtliche Rezepte im amerikanischen Stil.

Aufgeteilt sind diese in drei Kategorien:

Sweet Christmas Cookies (18 Rezepte)
Holiday Cakes (11 Rezepte)
Christmas Breakfast (11 Rezepte)
Wie es mit Back- und Kochbüchern immer so ist, sprechen einen natürlich nicht alle Rezepte an. In diesem Buch habe ich etwa eine Handvoll Rezepte gefunden, die ich gerne nachbacken möchte. Da ich den typischen New-Yorker-Cheesecake liebe, habe ich als Erstes die Cheesecakes-Cookies (mit Oreo-Kekskrümeln) nachgebacken und diese fand ich tatsächlich sehr lecker.

Allerdings sind mir die Rezepte insgesamt nicht ausgefallen genug und viele Cookies sind bekannte Standardrezepte. Die Kuchen- und Breakfastrezepte dagegen sind etwas ausgefallener.

:: FAZIT

„New York Christmas Baking“ ist wahrlich ein Augenschmaus und ein optisches Highlight für jedes Bücherregal. Die Rezeptesammlung selbst ist weniger ausgefallen, kann aber mit einzelnen Highlights punkten.

Im Gegensatz zu der kuriosen Weihnachtsgeschichte und dem weihnachtlichen Gedicht gefallen mir die Fotos der fertigen Backwerke und von New York sehr gut, wobei ich mir noch mehr Fotografien der geschmückten Metropole gewünscht hätte.

Bewertung vom 21.11.2017
Nur noch ein einziges Mal
Hoover, Colleen

Nur noch ein einziges Mal


ausgezeichnet

::: Dieses Buch hat mir das Herz gebrochen!!! :::

Ich möchte gerne eine nackte Wahrheit los werden: Ich liebe Colleen Hoovers Werke und bewundere sie dafür, dass sie sich stets mit hässlichen Themen befasst und mit ihren authentischen Geschichten auf Probleme aufmerksam macht, vor denen die meisten Menschen am liebsten die Augen verschließen möchten.

„Nur noch ein einziges Mal“ ist in meinen Augen ihr bisher stärkstes, intensivstes und auch ihr persönlichstes Werk. Obwohl es mir das Herz gebrochen hat, ist es mein neues Herzensbuch. Ich kann immer noch nicht fassen, dass diese wundervolle und leidenschaftliche Liebesgeschichte so eine schreckliche Wendung genommen hat und die Tatsache, dass es sich hierbei nicht nur um reine Fiktion handelt, macht das Ganze umso schlimmer und noch gewaltiger.

Nach dem Lesen war ich dermaßen erschüttert, dass ich erst einmal nicht in der Lage war, eine Rezension zu schreiben, da mir schlichtweg die Worte fehlten. Selten war ich nach dem Lesen dermaßen sprachlos…

Auch jetzt habe ich das Gefühl, egal was ich schreibe, diesem intensiven Leseerlebnis nicht gerecht zu werden. Dennoch möchte ich Colleen Hoover mit meiner Bewertung Respekt zollen und ich muss euch dieses Buch unbedingt ans Herz legen.

Glücklicherweise wusste ich zu Anfang nicht, mit welcher Problematik sich „Nur noch ein einziges Mal“ befasst und hatte lediglich die Aussage einer lieben Freundin im Kopf, die dieses Buch mit dem Satz „Ich habe es geliebt und gleichzeitig gehasst“ resümiert hat. Anfangs konnte ich mit ihrer heftigen Aussage nur wenig anfangen und jetzt kann ich diesen Satz nur unterschreiben. Ich liebe und hasse es gleichermaßen!

Auf den Inhalt selbst möchte ich nicht eingehen, da es ungemein wichtig ist, vollkommen unvoreingenommen loszulesen. Ich rate allen interessierten Lesern: Lest am besten auch nicht den Klappentext. Lest keine Rezensionen. Lasst die Handlung einfach auf euch zu kommen. Lasst euch von den Ereignissen, die sich überschlagen, überrollen. Verliebt euch Hals über Kopf in die Charaktere und erlebt die leidenschaftliche Liebesgeschichte mit all ihrer Kraft.
Seid aber gewarnt: Diese Geschichte wird euch am Ende das Herz brechen!

Bewertung vom 08.11.2017
Hinter den Kulissen von Outlander: Die TV-Serie
Bennett, Tara

Hinter den Kulissen von Outlander: Die TV-Serie


ausgezeichnet

The Making of Outlander – Das ultimative Fanbuch

In den vergangenen 10 Jahren wurde mir unzählige Male Diana Gabaldons „Feuer und Stein“ ans Herz gelegt und ich bereue es zutiefst, diesen Empfehlungen nicht nachgegangen zu sein. Denn ich LIEBE die Outlander-TV-Serie und kann gar nicht genug von dieser unglaublichen Highland-Saga bekommen.

Schon als Kind habe ich mir immer Bücher gewünscht, die mir einen Blick hinter die Kulissen meiner Lieblingsserien und -filme ermöglichten. Das Gefühl, ein Stück davon zu besitzen und mehr zu wissen als alle anderen, habe ich immer sehr geliebt, und da ich dieses Gefühl heute immer noch liebe, habe ich mich auf die Suche nach einem Begleitbuch zu meiner geliebten Outlander-Serie gemacht und bin fündig geworden.

Der Titel „Hinter den Kulissen von Outlander“ beschreibt genau das, was der Leser beim Lesen erleben darf. Auf etwa 230 Seiten wirft man tatsächlich einen Blick hinter die Kulissen der aufwendigen Serienproduktion und schaut den Produzenten und Drehbuchautoren über die Schultern. In umfangreichen Texten erfährt man spannende Hintergrundgeschichten zu den Dreharbeiten, die mit O-Tönen der Schauspieler bereichert werden und durchlebt noch einmal die komplette erste und die komplette zweite Staffel der TV-Serie.

Nach einem ausführlichen und sehr sympathischen Vorwort von Diana Gabaldon erzählt die Autorin Tara Bennett von den Anfängen der Serie und den Schwierigkeiten, das Buch für den Fernsehbildschirm zu adaptieren. Ihre Texte ergänzt sie mit Auszügen aus unzähligen Interviews, die sie mit dem Produzententeam geführt hat und im weiteren Verlauf des Buches kommen sie immer wieder zu Wort.

Im Anschluss an die ausführliche Vorgeschichte der Serie wird jede der 29 Folgen aus den ersten beiden Staffeln chronologisch aufgeführt und meist erzählt der zuständige Drehbuchautor etwas über die Entwicklungen der Story, den Schwierigkeiten beim Dreh und der Auswahl der Kulissen. Gleichzeitig durchlebt man beim Lesen noch einmal jede einzelne Folge und wird dabei auf viele Kleinigkeiten und Details aufmerksam, die man als Zuschauer nur flüchtig wahrgenommen hat. Großformatige Farbfotos und Zitate der Schauspieler runden diese Rückblicke wunderbar ab.

Im Wechsel mit dem detaillierten Folgenguide werden die wichtigsten Charaktere der Serie in ausführlichen Porträts vorgestellt und über die aufwendigen Kostüme der beiden Staffeln wird natürlich auch einiges erzählt.

Dieses fantastische Begleitbuch hat meine Erwartungen tatsächlich übertroffen und ich habe es mit großer Begeisterung gelesen. Ich kann es jedem Outlander-Fan ans Herz legen. Mit einem Preis von 30 Euro ist es natürlich kein Schnäppchen, doch ich bin der Meinung, dass dieses Buch wirklich jeden Cent wert ist.