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Benutzername: Liebeslenchen
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Bewertungen

Insgesamt 153 Bewertungen
Bewertung vom 19.02.2018
Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen
Bardugo, Leigh

Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen


ausgezeichnet

Vorab muss ich gestehen, dass ich eigentlich kein Fan und Kenner des DC-Superheldenuniversums bin und bisher auch nie das Bedürfnis hatte, das zu ändern. Tja, bis zu dieser Story. Leigh Bardugo hat meinen Horizont erweitert, denn dieses Buch habe ich nur ihretwegen gelesen. Und was soll ich sagen: Ich bin absolut begeistert von der Amazone Diana, die ihre Macht für sich entdeckt und zu Wonder Woman wird.

Mit jeder Zeile spürt man, dass Leigh Bardugo ein großer Fan des fiktiven Charakters „Wonder Woman“ ist und große Freude hatte, ihre Begeisterung in dieser Story voll ausleben zu können. Ihre Faszination ist sofort ansteckend und die Geschichte, die aus zwei Perspektiven heraus erzählt wird, entwickelt unfassbar schnell eine fesselnde und tief gehende Dynamik, der man sich kaum entziehen kann.

Die mythologische und übersinnlich stark geprägte Story hat einige Parallelen mit der Handlung des gleichnamigen Kinofilms aus dem letzten Jahr, mit Gal Gadot in der Hauptrolle. Dennoch erzählt Leigh Bardugo eine komplett neuartige Geschichte und lenkt sie in eine komplett andere Richtung, die mit einigen bösen Wendungen zu überraschen weiß, und spricht mit ihren jugendlichen Charakteren besonders das jüngere Lesepublikum an.

Getragen wird diese Story ganz klar von den starken Charakteren, die Leigh Bardugo wie kaum eine andere Autorin zeichnen kann. In Kombination mit ihrem unvergleichlichen Schreibstil machen die Hauptfiguren bemerkenswerte Entwicklungen durch. Besonders mit der Amazone Diana fiebert der Leser mit. Gemeinsam mit ihr schätzt man ab, welche Fähigkeiten sie besitzt, erlebt mit ihr epische Momente und schmunzelt über die herrliche Situationskomik. Genauso einnehmend ist auch die zweite weibliche Hauptfigur, die sterbliche Alia, die Diana antreibt, die Ideale der Amazonen infrage zu stellen und sich selbstlos dem gewaltigen Wettlauf zu stellen, um den Frieden der Menschheit zu bewahren.

## Mein Fazit

„Wonder Woman. Kriegerin der Amazonen“ ist ein absolut spannungsgeladener und mythologischer Superheldenroman, der sogar Genreneulingen und bekennende Anti-DC-Fans gut unterhalten wird. Mit ihrer starken „Wonder Woman“ Interpretation hat Leigh Bardugo mir das Portal zu einem mir vollkommen neuen Genre eröffnet.

Auf den zweiten Band aus der „DC ICONS“-Serie „Batman“ von Marie Lu, der im August 2018 erscheinen wird, freue ich mich jetzt schon sehr.

Bewertung vom 02.02.2018
Bird and Sword / Bird & Sword Bd.1
Harmon, Amy

Bird and Sword / Bird & Sword Bd.1


sehr gut

Da ich zuvor keine großen Erwartungen an diese Geschichte gestellt habe, hat mich die Story positiv überraschen können. Amy Harmon erzählt in einer sehr einnehmenden Sprache ein rasantes Romantasyabenteuer, das mit einigen unerwarteten Wendungen aufwarten kann.

Hier steht ganz klar die wunderschöne und unaufdringliche Liebesgeschichte, die nicht mit den gängigen Klischees behaftet ist, im Vordergrund. Der Weltenentwurf hingegen kommt leider etwas zu kurz und man erfährt nur wenig über die Vorgeschichte des Königreichs und findet nur ausweichende Antworten auf die Frage, warum magisch begabte Menschen eigentlich verfolgt und ermordet werden.

Auch wenn die Handlung selbst recht schmal angelegt ist, kann sie mit charakterstarken Figuren glänzen, die man gerne durch die lebensbedrohlichen Gefahren begleitet. Dabei stechen besonders die Szenen hervor, in denen die Protagonistin Lark, die als Kind nicht nur ihre Mutter, sondern auch ihre Stimme verloren hat, allmählich ihre Gabe entdeckt und lernt, mit der mächtigen Magie der Worte klarzukommen.

Doch es ist nicht nur Lark, die mit einer beeindruckenden Präsens überzeugt, auch der junge König Tiras, der Lark scheinbar mit bösen Absichten entführt hat, gewinnt mit der Erzählung an Bedeutung. Sein eigenes Schicksal ist es schließlich, das den Großteil der unvorhersehbaren Wendungen provoziert.

Rückblickend betrachtet kann ich behaupten, dass mir Larks gefährliches und rasant erzähltes Romantasyabenteuer an manchen Stellen schier den Atem geraubt hat. Abgesehen von ein paar kleinen Logikfehlern und einem kurz gehaltenen Showdown, kann ich diese märchenhafte Fantasygeschichte über die Macht der Worte allen Romantasy-Fans ans Herz legen.

Bewertung vom 19.01.2018
Berühre mich. Nicht. / Luca und Sage Bd.1
Kneidl, Laura

Berühre mich. Nicht. / Luca und Sage Bd.1


weniger gut

Schon seit Jahren lese ich mich quer durch das New-Adult-Genre und bevorzuge ganz klar die übersetzten Werke ausländischer Autorinnen. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich mit „Begin Again“ von Mona Kasten bisher nur einen einzigen New-Adult-Roman gelesen, der von einer deutschen Autorin verfasst wurde und leider hat mir die Story überhaupt nicht gefallen. Den Hype um diesen Roman kann ich immer noch nicht nachvollziehen.

Doch wie es mit Hypes immer so ist: sie machen neugierig! So hat mich die kollektive Begeisterung in den sozialen Netzwerken, die Laura Kneidls Story „Berühre mich. Nicht“ schon seit Wochen auslöst, so neugierig gemacht, dass ich ihr New-Adult-Debüt unbedingt lesen und im besten Fall auch lieben wollte.

Zu Beginn sah es auch ganz gut aus, denn Sages Geschichte nahm mich schnell gefangen und sowohl ihr Kummer als auch ihre lähmenden Ängste ließen auf eine tiefgründige und ergreifende Story hoffen.

Allerdings legte sich der gute erste Eindruck recht schnell, denn die anfangs so sympathischen Charaktere wirkten auf mich schnell weichgespült, die Lovestory wurde gefühlsduselig und die ewigen Rückblenden in die grauenvolle Vergangenheit der Hauptfigur waren mir persönlich zu viel. Hier hätten auch wenige Flashbacks ausgereicht, um die gewünschte Dramatik zu erzeugen.

Dass die Liebesgeschichte von Sage und Luca in diesem Buch nicht zu Ende erzählt wird, war natürlich vorhersehbar, da die Fortsetzung („Verliere mich. Nicht.“) bereits in den Startlöchern steht. Wenn die Handlung es hergibt, finde ich Dilogien großartig. Doch wenn die Handlung lediglich aus rein marketingtechnischen Gründen künstlich verlängert wird und ein völlig abrupter und unglaubwürdiger Cliffhanger herhalten muss, um den Lesern den zweiten Band schmackhaft zu machen, dann bin ich raus. Denn „Berühre mich. Nicht.“ hat für einen New-Adult-Roman, in dem sich für gewöhnlich die Ereignisse ständig überschlagen, einfach zu viele Längen, die der Spannung schaden.

Auf einen Einzelband komprimiert hätte diese Liebesgeschichte meiner Meinung nach viel besser funktioniert. Denn sowohl die Grundidee als auch der Schreibstil von Laura Kneidl sind großartig, nur das allgemeine Konzept und die Umsetzung selbst sind mehr als unglücklich und schaden unterm Strich der gesamten Geschichte.

Bewertung vom 21.12.2017
Der Weihnachtosaurus
Fletcher, Tom

Der Weihnachtosaurus


ausgezeichnet

Das wohl mitreißenste und stärkste Weihnachtskinderbuch aller Zeiten

Von klein auf begeistert sich mein Sohn (8) für Dinosaurier, und da wir jedes Jahr in der Adventszeit gemeinsam eine Weihnachtsgeschichte lesen, war der „Weihnachtosaurus“ auf den ersten Blick die perfekte Wahl für uns. Erwartet haben wir eine lustige und leichte Geschichte, die uns kurzweilig unterhält. Dass dieses Buch alles auf den Kopf stellen und unser Herz gleichzeitig erschüttern und erwärmen sollte, damit haben wir überhaupt nicht gerechnet.

Gleich zu Anfang reisen die Leser in die Vergangenheit und erleben das Aussterben der Dinosaurier mit. Das Schicksal will es so, dass ein Dinoei ins Meer fällt, gefriert und Jahrtausende später am Nordpol von den Weihnachtswichteln gefunden wird. So kommt es, dass kurz vor Weihnachten im Haus des Weihnachtsmannes ein kleines Wunder geschieht und das seltenste Geschöpf der Welt schlüpft.

Zur gleichen Zeit werden William Trudel und sein liebenswerter Vater vorgestellt, die Weihnachten über alles in der Welt lieben und die Bräuche das gesamte Jahr über zelebrieren. Erst einige Zeit später erfahren die Leser, dass der sympathische William im Rollstuhl sitzt und seine Mutter verloren hat. Obwohl er es nicht leicht hat, ist William glücklich. Doch das soll sich schnell ändern. Denn er gerät ins Visier der neuen und oberzickigen Mitschülerin Brenda, die ihm das Leben mit grenzwertigen und abgrundtief bösen Streichen zur Hölle macht.

Auf zwei Ebenen durchleben wir die Geschichten der beiden Hauptfiguren. Auf der einen Seite die des Weihnachtosaurus, der auf dem Nordpol sehr einsam ist, und auf der anderen Seite die des traurigen Williams. Dass sich ihre Wege irgendwann mal kreuzen werden, hofft man von Beginn an. Doch bis es soweit ist, passiert noch eine ganze Menge. Es wird noch richtig gefährlich, ja sogar lebensbedrohlich.

Obwohl mein Sohn schon sehr gut alleine lesen kann, habe ich ihm dieses Buch zum größten Teil vorgelesen und ich muss sagen, dass die Gedichte und Verse vorgelesen noch stärker wirken. Hinzu kommt, dass sich der Autor mithilfe seiner charakterstarken Figuren mit sensiblen Themen wie Mobbing, Ausgrenzung und Andersartigkeit beschäftigt, die bei Kindern Gefühle aufwühlen, die kurz besprochen werden sollten. Natürlich gibt es neben den großen, erdrückenden Emotionen auch viele amüsante, urkomische und anrührende Szenen, die witzig und einfach nur liebenswert sind.

Unserer Meinung nach ist „Der Weihnachtosaurus“ das wohl mitreißendste und stärkste Weihnachtskinderbuch aller Zeiten, das uns nicht nur großartig unterhalten, sondern auch nachdenklich gemacht hat. Sehr feinfühlig zeigt der britische Autor Tom Fletcher das Dinosaurier und Weihnachten einfach perfekt zusammenpassen.

Bewertung vom 28.11.2017
New York Christmas Baking
Nieschlag, Lisa; Wentrup, Lars; Prus, Agnes

New York Christmas Baking


sehr gut

Nach dem erfolgreichen Kochbuch „New York Christmas“ präsentieren die Autoren Lisa Nieschlag und Lars Wentrup, zusammen mit der Fotografin Julia Cawley, in „New York Christmas Baking“ die süße Seite des weihnachtlichen New Yorks.

Die ansprechenden Fotos, sowohl die der Backwerke als auch die der Metropole New York, fangen etwas von der weihnachtlichen Stimmung in der pulsierenden Großstadt ein. Insgesamt ist das Design dieses Backbuches wirklich großartig. Es ist ein Buch, das man sich allein der Schönheit wegen gerne ins Regal stellen möchte.

Auf etwa 124 Seiten befinden sich, neben einer weihnachtlichen Geschichte und einem Gedicht (die mir persönlich beide gar nicht gefallen), 40 weihnachtliche Rezepte im amerikanischen Stil.

Aufgeteilt sind diese in drei Kategorien:

Sweet Christmas Cookies (18 Rezepte)
Holiday Cakes (11 Rezepte)
Christmas Breakfast (11 Rezepte)
Wie es mit Back- und Kochbüchern immer so ist, sprechen einen natürlich nicht alle Rezepte an. In diesem Buch habe ich etwa eine Handvoll Rezepte gefunden, die ich gerne nachbacken möchte. Da ich den typischen New-Yorker-Cheesecake liebe, habe ich als Erstes die Cheesecakes-Cookies (mit Oreo-Kekskrümeln) nachgebacken und diese fand ich tatsächlich sehr lecker.

Allerdings sind mir die Rezepte insgesamt nicht ausgefallen genug und viele Cookies sind bekannte Standardrezepte. Die Kuchen- und Breakfastrezepte dagegen sind etwas ausgefallener.

:: FAZIT

„New York Christmas Baking“ ist wahrlich ein Augenschmaus und ein optisches Highlight für jedes Bücherregal. Die Rezeptesammlung selbst ist weniger ausgefallen, kann aber mit einzelnen Highlights punkten.

Im Gegensatz zu der kuriosen Weihnachtsgeschichte und dem weihnachtlichen Gedicht gefallen mir die Fotos der fertigen Backwerke und von New York sehr gut, wobei ich mir noch mehr Fotografien der geschmückten Metropole gewünscht hätte.

Bewertung vom 21.11.2017
Nur noch ein einziges Mal
Hoover, Colleen

Nur noch ein einziges Mal


ausgezeichnet

::: Dieses Buch hat mir das Herz gebrochen!!! :::

Ich möchte gerne eine nackte Wahrheit los werden: Ich liebe Colleen Hoovers Werke und bewundere sie dafür, dass sie sich stets mit hässlichen Themen befasst und mit ihren authentischen Geschichten auf Probleme aufmerksam macht, vor denen die meisten Menschen am liebsten die Augen verschließen möchten.

„Nur noch ein einziges Mal“ ist in meinen Augen ihr bisher stärkstes, intensivstes und auch ihr persönlichstes Werk. Obwohl es mir das Herz gebrochen hat, ist es mein neues Herzensbuch. Ich kann immer noch nicht fassen, dass diese wundervolle und leidenschaftliche Liebesgeschichte so eine schreckliche Wendung genommen hat und die Tatsache, dass es sich hierbei nicht nur um reine Fiktion handelt, macht das Ganze umso schlimmer und noch gewaltiger.

Nach dem Lesen war ich dermaßen erschüttert, dass ich erst einmal nicht in der Lage war, eine Rezension zu schreiben, da mir schlichtweg die Worte fehlten. Selten war ich nach dem Lesen dermaßen sprachlos…

Auch jetzt habe ich das Gefühl, egal was ich schreibe, diesem intensiven Leseerlebnis nicht gerecht zu werden. Dennoch möchte ich Colleen Hoover mit meiner Bewertung Respekt zollen und ich muss euch dieses Buch unbedingt ans Herz legen.

Glücklicherweise wusste ich zu Anfang nicht, mit welcher Problematik sich „Nur noch ein einziges Mal“ befasst und hatte lediglich die Aussage einer lieben Freundin im Kopf, die dieses Buch mit dem Satz „Ich habe es geliebt und gleichzeitig gehasst“ resümiert hat. Anfangs konnte ich mit ihrer heftigen Aussage nur wenig anfangen und jetzt kann ich diesen Satz nur unterschreiben. Ich liebe und hasse es gleichermaßen!

Auf den Inhalt selbst möchte ich nicht eingehen, da es ungemein wichtig ist, vollkommen unvoreingenommen loszulesen. Ich rate allen interessierten Lesern: Lest am besten auch nicht den Klappentext. Lest keine Rezensionen. Lasst die Handlung einfach auf euch zu kommen. Lasst euch von den Ereignissen, die sich überschlagen, überrollen. Verliebt euch Hals über Kopf in die Charaktere und erlebt die leidenschaftliche Liebesgeschichte mit all ihrer Kraft.
Seid aber gewarnt: Diese Geschichte wird euch am Ende das Herz brechen!

Bewertung vom 08.11.2017
Hinter den Kulissen von Outlander: Die TV-Serie
Bennett, Tara

Hinter den Kulissen von Outlander: Die TV-Serie


ausgezeichnet

The Making of Outlander – Das ultimative Fanbuch

In den vergangenen 10 Jahren wurde mir unzählige Male Diana Gabaldons „Feuer und Stein“ ans Herz gelegt und ich bereue es zutiefst, diesen Empfehlungen nicht nachgegangen zu sein. Denn ich LIEBE die Outlander-TV-Serie und kann gar nicht genug von dieser unglaublichen Highland-Saga bekommen.

Schon als Kind habe ich mir immer Bücher gewünscht, die mir einen Blick hinter die Kulissen meiner Lieblingsserien und -filme ermöglichten. Das Gefühl, ein Stück davon zu besitzen und mehr zu wissen als alle anderen, habe ich immer sehr geliebt, und da ich dieses Gefühl heute immer noch liebe, habe ich mich auf die Suche nach einem Begleitbuch zu meiner geliebten Outlander-Serie gemacht und bin fündig geworden.

Der Titel „Hinter den Kulissen von Outlander“ beschreibt genau das, was der Leser beim Lesen erleben darf. Auf etwa 230 Seiten wirft man tatsächlich einen Blick hinter die Kulissen der aufwendigen Serienproduktion und schaut den Produzenten und Drehbuchautoren über die Schultern. In umfangreichen Texten erfährt man spannende Hintergrundgeschichten zu den Dreharbeiten, die mit O-Tönen der Schauspieler bereichert werden und durchlebt noch einmal die komplette erste und die komplette zweite Staffel der TV-Serie.

Nach einem ausführlichen und sehr sympathischen Vorwort von Diana Gabaldon erzählt die Autorin Tara Bennett von den Anfängen der Serie und den Schwierigkeiten, das Buch für den Fernsehbildschirm zu adaptieren. Ihre Texte ergänzt sie mit Auszügen aus unzähligen Interviews, die sie mit dem Produzententeam geführt hat und im weiteren Verlauf des Buches kommen sie immer wieder zu Wort.

Im Anschluss an die ausführliche Vorgeschichte der Serie wird jede der 29 Folgen aus den ersten beiden Staffeln chronologisch aufgeführt und meist erzählt der zuständige Drehbuchautor etwas über die Entwicklungen der Story, den Schwierigkeiten beim Dreh und der Auswahl der Kulissen. Gleichzeitig durchlebt man beim Lesen noch einmal jede einzelne Folge und wird dabei auf viele Kleinigkeiten und Details aufmerksam, die man als Zuschauer nur flüchtig wahrgenommen hat. Großformatige Farbfotos und Zitate der Schauspieler runden diese Rückblicke wunderbar ab.

Im Wechsel mit dem detaillierten Folgenguide werden die wichtigsten Charaktere der Serie in ausführlichen Porträts vorgestellt und über die aufwendigen Kostüme der beiden Staffeln wird natürlich auch einiges erzählt.

Dieses fantastische Begleitbuch hat meine Erwartungen tatsächlich übertroffen und ich habe es mit großer Begeisterung gelesen. Ich kann es jedem Outlander-Fan ans Herz legen. Mit einem Preis von 30 Euro ist es natürlich kein Schnäppchen, doch ich bin der Meinung, dass dieses Buch wirklich jeden Cent wert ist.

Bewertung vom 04.11.2017
Die Gabe der Auserwählten / Die Chroniken der Verbliebenen Bd.3
Pearson, Mary E.

Die Gabe der Auserwählten / Die Chroniken der Verbliebenen Bd.3


ausgezeichnet

Die große Spannung vor dem Finale (leider viel zu kurz ..)

Es ist unglaublich, von Buch zu Buch liebe ich diese Serie mehr. Erneut hat mich Mary E. Pearson mit dem rasanten Märchenabenteuer der Prinzessin Lia vollkommen mitgerissen. Die düstere und gefährlich magische Atmosphäre ist so gewaltig und die Story so einnehmend, dass die Handlung wie ein Film vor dem inneren Auge abläuft. Absolut fantastisch!

Dabei ist es nicht nur der großartige Roadtrip durch die gefährlichen Königreiche der überzeugt und unterhält, es sind auch die starken Hintergrundgeschichten des Landes und der geheimnisvollen Vorfahren, die mit den Seiten immer weiter enthüllt werden. Die Autorin hat eine gewaltige Welt mit einem dramatischen Background erschaffen, was mich beim Lesen erneut tief beeindruckt hat.

Die Protagonistin Lia hat schon in den ersten Szenen des ersten Buches bewiesen, dass sie eine starke und unabhängige junge Frau ist, die kein Spielball im System der Monarchie sein möchte und für ein selbstbestimmtes Leben kämpft. Im zweiten Band beweist sie noch mehr Stärke und gewinnt so viel Selbstvertrauen, dass sie jetzt – im dritten Band – mit einem stolzen und unerschütterlichen Selbstbewusstsein ihrer Bestimmung nachgeht. Lia lässt sich von niemanden etwas vorschreiben, sie steht für sich ein und kämpft mutig für eine bessere und gerechtere Welt.

Aber nicht nur die Protagonistin macht eine gewaltige Entwicklung durch, auch die zwei männlichen Hauptcharaktere verändern sich vor den Augen der Leser und ich bin mir nicht mehr sicher, für welche Seite sich Lia am besten entscheiden sollte. Da ich undurchschaubare Liebesdreiecksgeschichten sehr mag, finde ich diese Unwissenheit und die neue Dynamik großartig. Welcher Mann Lias Herz am Ende erobern wird, lässt sich tatsächlich nicht absehen.

Im Original ist die „Chroniken der Hinterbliebenen“-Buchreihe lediglich eine Trilogie, dessen Finalband für den deutschen Markt extra aufgeteilt wurde. Somit ist „Die Gabe der Auserwählten“ Band 3.1 und dieser knüpft unmittelbar an den Cliffhanger des zweiten Bandes an. Über die Handlung selbst möchte ich nicht allzu viel verraten, da hier jedes Wort zu viel sein könnte. Nur soviel sei gesagt: Ich fand es wahnsinnig gut, aber leider ist dieses Buch mit seinen knapp 350 Seiten eindeutig zu kurz. Mir wäre es ehrlich gesagt lieber gewesen, wenn der englische Finalband in seinem vollen Umfang in Deutschland erschienen und nicht gesplittet worden wäre. Das ist der einzige Kritikpunkt am ganzen Buch, sonst stimmt hier einfach alles und ich kann diese Buchreihe wirklich jedem Fantasy-/Märchenliebhaber ans Herz legen.

Bewertung vom 27.10.2017
The Promise - Der goldene Hof
Mead, Richelle

The Promise - Der goldene Hof


schlecht

## Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Ehrlich gesagt wollte ich dieses Buch nur lesen, da ich hinter dem grandiosen, einfach nur atemberaubenden Cover eine märchenhafte Jugendfantasygeschichte vermutet habe.
Gelesen habe ich dann eine Art historischen Roman, in dem mittellose, ungebildete und unverheiratete Mädchen von einem Unternehmen rekrutiert werden, um im hochgelobten Nachbarland Adoria an reiche Männern versteigert zu werden.

Klingt eigentlich nach einem guten Aufhänger für eine düstere Dystopie, doch die Handlung ist so belanglos und wird so zäh erzählt, dass zu keiner Zeit auch nur der Hauch von Spannung aufkommt. Davon abgesehen störte mich von Beginn an das schwache und verstörende Frauenbild, das von der Autorin gezeichnet wurde. Die rekrutierten Mädchen lernen in ihrer umfassenden Ausbildung nicht nur die Gepflogenheiten des Adels, sondern auch das Verhalten einer folgsamen und unterwürfigen Ehefrau kennen. Eine gute Ehefrau hat sich ihrem Mann natürlich in allen Belangen sittsam unterzuordnen und seine Bedürfnisse über ihre eigenen zu stellen. Ist doch klar …

Das Ganze wäre ja gar nicht so schockierend gewesen, wenn eine starke Protagonistin mutig gegen dieses Schicksal rebelliert hätte. Stattdessen lernt der Leser eine gelangweilte und verzogene junge Gräfin kennen, die vor einer arrangierten Hochzeit flieht, um in Adoria an einen reichen Mann versteigert zu werden. Unterwürfig fügt sie sich diesem Schicksal. Oookay … Erst viel zu spät beginnt sie, für sich einzustehen und gegen dieses System zu kämpfen.

Diese Entwicklungen haben mich so sehr gestört, dass die Handlung selbst, die in meinen Augen auch noch langweilig erzählt wird und mit keinen überraschenden Wendungen aufwarten kann, diese Enttäuschung nicht mehr gut machen konnte.

Zugegeben, ich habe von der Geschichte etwas vollkommen anderes erwartet und mich auf ein märchenhaftes Fantasyabenteuer gefreut. Anstelle von magischen Elementen und einer starken Hauptfigur habe ich nur eine affektierte und schwache Protagonistin kennengelernt, an der man sich auf keinen Fall ein Beispiel nehmen sollte.
Meiner Tochter würde ich dieses Jugendbuch, das kein vorbildliches Frauenbild zeichnet, nicht zu lesen geben.

Bewertung vom 17.10.2017
Die Illuminae-Akten_01 / Illuminae Bd.1
Kaufman, Amie; Kristoff, Jay

Die Illuminae-Akten_01 / Illuminae Bd.1


gut

Unterhaltsam - ja! Wird dem Hype trotzdem nicht gerecht...

Würde es ein Ranking für die „meistgehyptesten Bücher“ geben, würde „Illuminae“ mit Sicherheit eine Spitzenposition in den Top 10 erhalten. Denn der Hype um dieses Science-Fiction-Abenteuer war bzw. ist in den USA so unfassbar groß, dass er sogar viele deutsche Leser erfasste, die nun ebenfalls von der Aufmachung der englischen Originalfassung in den höchsten Tönen schwärmen.

Auf mich wirken solch kollektive Begeisterungsstürme höchst ansteckend. Allerdings sind meine Erwartungen dann immer auch extrem hoch und jetzt, nachdem ich die Story gelesen habe, muss ich leider, leider gestehen, dass ich den weltweiten Hype nicht so ganz nachvollziehen kann. Rückblickend betrachtet würde ich die Story selbst, die vorwiegen durch ihre grandiose Präsentation besticht, einfach nur als „gut“ bezeichnen, mehr nicht.

Die Geschichte selbst präsentiert sich nicht in einer normalen Romanform, sondern in der Form eines Dossiers – einer umfangreichen Aktenmappe, die Chatverläufe, Vernehmungsprotokolle, Mitteilungsbögen, Pläne, Arrestberichte, Tagebucheinträge, Systemprotokollen usw. enthält. Ich war überrascht, wie gut mir diese Art des Geschichtenerzählens gefällt, allerdings habe ich etwa 150 Seiten gebraucht, um einen Überblick über die gesamte Lage zu bekommen. Denn zu Beginn ist es nicht so einfach, die Namen und Nicknamens richtig zuzuordnen. Hinzu kommen viele Zeitangaben und interne Abkürzungen, die man für sich gedanklich erst einmal notieren und sortieren muss.

So genial die Aufmachung dieser Story auch ist, so hat sie in meinen Augen leider auch einen entscheidenden Nachteil: es fehlt das Gefühl, es fehlen die Emotionen, es fehlt die spürbare Verzweiflung. Eben weil die Story auf die Chatprotokolle der Protagonisten und den Berichten Dritter basiert, fehlt das Zwischenmenschliche.

Sprachlich befindet sich das Autorenduo Kaufman&Kristoff stets auf Augenhöhe mit ihrer jugendlichen Zielgruppe und treffen durchaus den richtigen Ton. Allerdings übertreiben sie es zu Anfang doch sehr mit dem jugendlichen Slang, der die ersten Chats leider nur negativ beeinflusst. Die beiden Protagonisten wirken dadurch wie hormongesteuerte und liebestolle Teenager, die, nach den tragischen Ereignissen und großen Verlusten, scheinbar nichts anderes im Sinn haben, als zweideutige Nachrichten hin- und herschicken. Dass gerade ungeheuerliche Dinge passieren und sich DIE große Katastrophe anbahnt, scheint sie dato nicht zu interessieren. Obwohl die Protagonistin Kady sich im Verlauf der Handlung zu einer cleveren und schlauen Strategin wandelt, fiel es mir schwer, die Lovestory von ihr und ihrem Exfreund Ezra ernst zu nehmen.

Die Handlung nimmt erst in der zweiten Hälfte richtig an Fahrt auf. Dafür aber ganz ordentlich. Durch die besondere Gestaltung entfaltet sich eine fesselnde Dramatik mit Überraschungsmomenten, die in einem actiongeladenen Showdown enden. Es ist erstaunlich, dass sogar leere Buchseiten zwischen den Berichten eine beeindruckend starke Aussagekraft haben.

## Mein Fazit

„Illuminae“ ist kein Jugendbuch für jedermann. Wer SPACE FANTASY und das damit verbundene Weltraumsetting mag und kein Problem mit computertechnischen Begriffen hat, der wird hier eine insgesamt unterhaltsame Lesezeit durchleben, die dank der innovativen Aufmachung spannend und interessant ist.

Mich hat „Illuminae“ letztendlich gut unterhalten, mehr aber auch nicht. Die Art und Weise wie sich die Charaktere teilweise miteinander unterhalten, hat mir nicht wirklich gefallen und zu Beginn empfand ich es schon mühsam alle Namen, Daten und Geschehnisse richtig zu sortieren. Dennoch hat es mir Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen und besonders die Spannung am Schluss mitsamt den kleinen Überraschungen, haben mir gefallen. Dennoch habe ich aufgrund des weltweiten Hypes eine weitaus tiefgründigere und vor allem emotionalere Lovestory erwartet.