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Benutzername: Liebeslenchen
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Bewertungen

Insgesamt 217 Bewertungen
Bewertung vom 24.06.2020
Was perfekt war
Hoover, Colleen

Was perfekt war


ausgezeichnet

Die Bücher von Colleen Hoover lese ich immer unglaublich gerne und sie hat mich wirklich noch NIE enttäuscht. Ihre Geschichten sind meist herzerwärmend, doch «WAS PERFEKT WAR« ist einfach nur herzzerreißend und unfassbar ehrlich.

Auf zwei Zeitebenen lernt man das Liebespaar Quinn und Graham kennen.
Auf der einen Seite durchlebt man gemeinsam mit ihnen die wunderbare Vergangenheit mit, in der sie sich kennen- und liebengelernt haben.
Auf der anderen Seite trifft man beide in der Gegenwart wieder und ihre wundervolle Beziehung liegt beinahe in Scherben. Warum es so weit gekommen ist und welches Schicksal sie an diesen Punkt gebracht hat, erfährt man langsam und die Tragweite ist erschütternd und mir hat es beim Lesen das Herz gebrochen.

Colleen Hoover bringt ihre Protagonisten an einen Punkt, an dem kein Liebespaar je kommen möchte. Sie erzählt gnadenlos von einer schweren Krise, an dem schon viele Ehen zerbrochen sind. Dabei geht sie alles andere als schonend mit ihnen um und das ist genau das, was ich an Colleen Hoovers Geschichten so sehr liebe. Sie sind authentisch und mitten aus dem Leben gegriffen. Sie lässt ihre Leser in Gefühlswelten eintauchen, die den Horizont erweitern und sensibilisieren.

Wenn ihr tiefgründige, herzzerreißende, erschütternde und irgendwie auch bereichernde Geschichten mögt, dann kann ich euch »WAS PERFEKT WAR« nur ans Herz legen!

Bewertung vom 13.06.2020
DUNKEL / HULDA Trilogie Bd.1
Jonasson, Ragnar

DUNKEL / HULDA Trilogie Bd.1


sehr gut

Die Thriller-Trilogie »HULDA« von Ragnar Jónasson hat mich aus zwei Gründen neugierig gemacht:

1. die Handlung spielt im eisigen Island
2. die Trilogie wird rückwärts erzählt, was bedeutet, dass die Leser in Band 2 und 3 mehr über die bewegende Vergangenheit der Protagonistin erfahren werden

Dass die Trilogie rückwärts erzählt wird, ist mal etwas vollkommen Neues und wenn man die Protagonistin auf den ersten Seiten kennenlernt, ist diese Idee auch nachvollziehbar. Denn die Kriminalkommissarin Hulda Hermannsdóttir ist 64 Jahre alt und steht kurz vor ihrer Pensionierung. In »DUNKEL« löst sie ihren letzten offiziellen Fall, ein sogenanntes Cold Case. Und dieser abgeschlossene aber unaufgeklärte Mordfall wird die Fast-Pensionärin noch in Lebensgefahr bringen.

Dank des leichtgängigen und flüssigen Schreibstils habe ich dieses Buch in kürzester Zeit verschlungen. Dass die Handlung nicht von der Spannung getragen wird, ist Nebensache. Wirklich prägend ist die interessante Protagonistin, die unglaublich facettenreich ist und keine der genregängigen Klischees erfüllt. Allein ihretwegen lohnt es sich, diesen Thriller zu lesen.

Atmosphärisch passt die Kulisse der rauen und eisigen Insel Islands perfekt zur düsteren Stimmung der Handlung. Die Auflösung des Falls erschien mir logisch und den wahren Täter habe ich nicht enttarnt.
Allerdings gefiel mir das tatsächliche Ende überhaupt nicht. Es hat mich ehrlich gesagt sehr schockiert!

FAZIT


»DUNKEL« von Ragnar Jónasson ist der Auftaktband einer Trilogie und gleichzeitig der Abschluss, da die Trilogie rückwärts auf den Markt gebracht wird.
Getragen wird die Handlung von einer extrem starken Protagonistin, die durch ihre bewegende Vergangenheit und ihre unerschrockene Art über die fehlende Spannung hinwegsehen lässt.
Auch wenn mich diese Geschichte gut unterhalten hat, habe ich doch etwas mehr Raffinesse von diesem preisgekrönten Buch erwartet.

Bewertung vom 02.06.2020
Ein Wort, um dich zu retten
Musso, Guillaume

Ein Wort, um dich zu retten


ausgezeichnet

Guillaume Musso habe ich letztes Jahr für mich entdeckt und sein neuer Roman »EIN WORT, UM DICH ZU RETTEN« wird definitiv nicht mein letztes Buch von ihm bleiben. Denn seine verstrickte, rätselhafte und mystische Geschichte, die zeigt, dass Unwissenheit manchmal besser als Wissen ist, hat mir unglaublich gut gefallen.

Die Handlung spielt auf der französischen Mittelmeerinsel Beaumont, auf der sich vor zwanzig Jahren der berühmte Schriftsteller Nathan Fawles auf dem Höhepunkt seines Ruhmes von der Öffentlichkeit zurückgezogen hat.
Um die Frage, warum der erfolgreiche Autor wie ein Einsiedler auf der Insel lebt, entwickelt sich ein Mysterium und weckt die Neugierde von Fans, Insel-Bewohnern und Journalisten.
Eine neugierige Journalistin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Antworten zu finden und kurze Zeit später geschieht ein grausamer Mord auf der Insel…

»EIN WORT, UM DICH ZU RETTEN« ist definitiv ein Roman, auf den man sich nicht vorbereiten kann und bei dem es unglaublich viel zu entdecken gibt.

Im Laufe der Geschichte begegnet man unterschiedlichen Erzählern und die Neugierde des Lesers wächst im gleichen Tempo wie die der Romanfiguren. Die Spannung nimmt von Seite zu Seite zu und mit den überraschenden Wendungen verwandelt sich die traumhaft sonnige Mittelmeerkulisse in eine verregnet-düstere und tödliche Falle.

Zum Ende hin gibt es nicht nur überraschende Wendungen, es wird auch überraschend historisch und politisch. Auch wenn das Finale ziemlich verstrickt und etwas zu weit her geholt scheint, ist es an Spannung kaum zu überbieten. Hier muss ich unbedingt erwähnen, dass es wichtig ist, den Epilog zu lesen, denn der beleuchtet das Gelesene noch mal von einer anderen Seite. Doch selbst im Abspann überrascht Musso mit einer interessanten Wendung, die ich so nicht vorhergesehen habe!

»EIN WORT, UM DICH ZU RETTEN« ist eine spannende Mischung aus Familiendrama und Krimi und ist vom ersten bis zum letzten Wort ein unterhaltsames Leseerlebnis. Unaufgeregt und kultiviert erzählt Musso eine komplexe und einnehmende Geschichte, die brutal zeigt, dass Unwissenheit manchmal besser als Wissen ist.

Bewertung vom 28.05.2020
Verity
Hoover, Colleen

Verity


ausgezeichnet

Ich bin sprachlos und weiß gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll! Diese Geschichte hat mich stellenweise unglaublich erschreckt und verängstigt. So einen Roman hätte ich von Colleen Hoover wirklich nicht erwartet.
Das mag jetzt ziemlich negativ klingen, ich möchte aber genau das Gegenteil damit ausdrücken. Denn VERITY ist eines meiner emotionalen Lesehighlights in diesem Jahr.

Dass sich dieser Roman deutlich von den klassischen Hoover-Werken abhebt, wird ziemlich schnell klar. Mit jedem Wort und jeder Zeile schwingt etwas Unheilvolles und eine ungewisse Bedrohung mit.

Doch worum gehts:
Die Protagonistin, eine erfolglose Autorin, bekommt ein unwiderstehliches Angebot. Sie soll die bekannte Thrillerreihe einer berühmten Schriftstellerin beenden, die nach einem schweren Unfall nicht mehr in der Lage ist, das selbst zu tun. Nach der ersten Begegnung mit der Autorin, ihrer Familie und dem Manuskript entwickelt sich ihr eigenes Leben in einen nervenaufreibenden Thriller.

Erzählt wird VERITY aus zwei Perspektiven. Einmal durchlebt man die gegenwärtige Geschichte aus der Sicht der Protagonistin, und auf der anderen Seite wird das Manuskript der Autorin im Verlauf der Handlung immer mächtiger und es greift immer mehr in die gegenwärtige Geschichte ein. Beim Lesen entwickelt man für beide Handlungsstränge diverse Theorien, die man durch überraschende Wendungen immer wieder über Bord werfen muss.

Ich habe schon einige morbide und extrem blutige Thriller mit atemlosen Verfolgungsjagden in Büchern durchlebt, aber dieses subtile, perfide und hochemotionale Psychospiel, das Hoover mit ihren Charakteren und Lesern in VERITY treibt, ist wirklich heftig. Die Darstellung ist unfassbar real und erschreckend authentisch. Zu keiner Zeit rechnet man damit, was als nächstes passiert. Die Handlung selbst ist unglaublich spannend und die Plot-Twists strapazieren die Nerven noch mal so richtig.
Einmal angefangen, kann man dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen. Colleen Hoover ist mehr als nur großartig!!!

Bewertung vom 03.05.2020
Frankly in Love
Yoon, David

Frankly in Love


sehr gut

Der Einstieg in diesen Jugendroman ist mir nicht ganz so leicht gefallen. Durch den betont lockeren und gewollt jugendlichen Schreibstil entsteht schnell eine überdrehte Atmosphäre und an die Art von Humor musste ich mich erst einmal gewöhnen.

Doch nach einigen Kapiteln weicht die Überdrehtheit ein wenig zur Seite und die wirklich ernsthafte Thematik kommt an die Oberfläche. Eine Thematik, über die man nie müde werden darf, nachzudenken. Alltagsrassismus. In »FRANKLY IN LOVE« geht es nicht um die körperliche und gewalttätige Art von Rassismus, sondern vielmehr um die Denkweise unterschiedlicher Gruppen und die festgefahrene Erwartungshaltung von nicht integrierten Einwanderern an ihre vorbildlich integrierten Kinder.

Wie resigniert der jugendliche Protagonist Frank, ein koreanischstämmiger Amerikaner, mit der rassistischen Einstellung seiner Eltern umgeht, ist interessant zu beobachten und gleichzeitig erschreckend mit anzusehen.
Da der Autor David Yoon (übrigens der Ehemann der erfolgreichen Autorin Nicola Yoon) selbst koreanischstämmiger Amerikaner ist, konnte er sich gut in die Lage seiner Charaktere hineinversetzen und es fühlt sich so an, als habe er auch viel Persönliches mit in die Handlung einfließen lassen.

Trotz der beeindruckend authentischen Darstellung der anhaltenden rassistischen Probleme im Alltag von Frank und seinem afroamerikanischen Freund entstehen in der Handlung einige Längen und die betont jugendlich-freakige Sprache abseits der Dialoge ist wirklich anstrengend zu lesen. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass die deutsche Übersetzung ihren Teil zur anstrengenden Sprache beigetragen hat. Denn man stolpert häufig über die absurdesten Ausdrücke wie z. B. “Affenspiegel” für Smartphone. What?!

Insgesamt hat mich der Debütroman »FRANKLY IN LOVE« von David Yoon trotzdem gut unterhalten. Über die merkwürdigen deutschen Begriffe konnte ich nach einer Weile hinwegsehen und die freakigen Charaktere habe ich am Ende sogar liebgewonnen. Die Botschaft, dass man jeden lieben darf, den man lieben möchte, ist unglaublich wichtig und wie David Yoon sie übermittelt, ist absolut authentisch.
Mich hat diese herzerwärmende und leicht nerdige Geschichte zum Nachdenken angeregt.

Bewertung vom 21.04.2020
Hasen rasen mit dem Bus
Ardagh, Philip

Hasen rasen mit dem Bus


sehr gut

Das Vorlesebuch von Philip Ardagh »HASEN RASEN MIT DEM BUS« erzählt die verrückte Geschichte einer Hasentruppe, die mit dem Bus quer durch Mümmelburg rast. Da müssen die Bewohner besonders gut aufpassen, denn so ein schneller Bus voller Hasen, kann sehr gefährlich sein.

Zuallererst fällt den Lesern, egal ob jung oder alt, natürlich das zuckersüße Cover ins Auge. Dass sich diese wundervollen Illustrationen durchs gesamte Buch ziehen, ist das Schönste an diesem Werk. Hier kann man die Arbeit des Künstlers Ben Mantle einfach nur über alle Maße loben.

Die kurze Geschichte ist zum größten Teil in sich reimende Verse aufgebaut, was ich persönlich beim Vorlesen immer sehr mag. Allerdings wiederholen sich manche Sätze unregelmäßig, was für mein Gefühl kaum Sinn ergibt und ehr verwirrt.

Zudem finde ich schade, dass es eigentlich nur die Illustrationen sind, die die kleinen Leser an die Seiten fesseln. Von der ereignislosen Story selbst, bleibt nicht wirklich viel im Gedächtnis hängen.

Dass es neben den rasenden Hasen noch eine weitere kleine Bildergeschichte zu entdecken gibt, haben wir erst später bemerkt.
Wenn man sich die Illustrationen ganz genau anschaut, gibt es direkt zu Anfang Hinweise auf einen Gefängnisausbruch. Zwei Eichhörchnchen-Banditen befinden sich auf der Flucht und werden über alle Buchseiten von der ziemlich ratlosen Polizei gejagt. Das ist wirklich spaßig und das gemeinsame Suchen gefällt den Kindern beim Vorlesen sehr.

Alles in allem ist »HASEN RASEN MIT DEM BUS« ein großartig illustriertes und detailverliebtes Vorlesebuch, das seine jungen Leser zum Lächeln bringt. Dass die Geschichte handlungstechnisch kaum etwas hergibt, ist ziemlich schade. Dennoch macht es Spaß, sich gemeinsam mit den Kindern dieses Buch anzuschauen und die unterschiedlichen Szenen am Rande der Hauptgeschichte zu interpretieren.

Bewertung vom 21.04.2020
Nächstes Jahr am selben Tag
Hoover, Colleen

Nächstes Jahr am selben Tag


ausgezeichnet

Colleen Hoover hat sich schon vor einigen Jahren unweigerlich in mein Herz geschrieben und ich habe einige ihrer Romane mit großem Herzschmerz gelesen. Sie schreibt Geschichten, die unvergleichlich und stets vollkommen unvorhersehbar sind. So auch «NÄCHSTES JAHR AM SELBEN TAG», das im Original «NOVEMBER 9» heißt. Ein in meinen Augen viel passenderer Titel.

Die Handlung erstreckt sich über mehrere Jahre und spielt immer am 9. November. Die Protagonistin Fallon, die nach einem schrecklichen Feuerunfall mit einer vernarbten Gesichtshälfte leben und ihre Schauspielkarriere beenden muss, plant ihren Umzug von Kalifornien nach New York. Einen Tag vor ihrer Abreise lernt sie zufällig Ben kennen, der ihre Narben nicht zu bemerken scheint und sich Hals über Kopf in sie verliebt. Sie verbringen die Stunden bis zu ihrer Abreise miteinander und jeder merkt, dass er etwas Besonderes gefunden hat. Sie vereinbaren, sich die nächsten fünf Jahre jeden 9. November zu treffen, bis sie 23 Jahre alt sind. Dreiundzwanzig, denn das ist das Alter, in dem die meisten Menschen wissen, was sie im Leben wirklich wollen. So stimmen sie einem Pakt zu – sie tauschen keine Telefonnummern aus, blockieren sich auf den Social-Media-Kanälen und versuchen auch nicht anderweitige, Kontakt aufzunehmen. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als auf das nächste Jahr zu warten.

Das Ganze klingt zwar unglaublich romantisch, jedoch muss ich zugeben, dass mich die Geschichte nicht von Beginn an fesseln konnte. Bis ich herausfand, dass die Dinge nicht immer so sind, wie sie auf dem ersten Blick scheinen. Ben hütet ein Geheimnis und dieses Geheimnis ist so brisant, dass es Leben verändern und eine große Liebe zerstören kann. Von dieser Offenbarung an, konnte ich dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen. Zumal dann Dinge geschehen, die ich in dem Ausmaß nicht habe kommen sehen.

«NÄCHSTES JAHR AM SELBEN TAG» ist eine unfassbar gute und turbulente Liebesgeschichte, die von Hoffnung und Verzweiflung geprägt ist. Colleen Hoovers Art emotionale Geschichten zu erzählen und sie realitätsnah darzustellen, ist unvergleichlich. Es ist schon beinahe unheimlich, dass mir bisher all ihre Bücher so sehr ans Herz gegangen sind.

Bewertung vom 21.04.2020
Das Licht von tausend Sternen
Lastella, Leonie

Das Licht von tausend Sternen


gut

In dem Jugendroman »DAS LICHT VON TAUSEND STERNEN« geht es um die Studentin Harper, die sich, gemeinsam mit ihrer überarbeiteten Mutter, um ihren kleinen, autistischen Bruder kümmert. Sie lernt am College den vermeintlichen Aufreißer Ashton kennen und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Doch auch er hat mit familiären Problemen zu kämpfen…

Die wunderschöne und erfrischend andersartige Buchgestaltung hat mich auf eine tiefgründige Liebesgeschichte hoffen lassen, doch leider erzählt dieses Buch eine vorhersehbare und leicht kitschige College-Romanze, bei der ich oft die Augen verdrehen musste.

Dabei konnte mich der leichtgängige Schreibstil sofort überzeugen und in die Geschichte ziehen, doch mit den Protagonisten konnte ich mich keinen Moment anfreunden. Die Distanz, die ich von Beginn an spürte, wurde mit den Seiten leider nur größer.

Den magischen Moment, als sich die Protagonisten ineinander verliebt haben sollen, habe ich überhaupt nicht wahrgenommen… Die Entwicklung der Liebesgeschichte war mir auch danach einfach zu nüchtern und trotz leidenschaftlicher Momente merkwürdig leidenschaftslos.

Dass sich Harper, nachdem ihr der wunderbare Ashton von seiner traumatischen Vergangenheit erzählt hat, allerdings nicht traut, ihm von ihrem autistischen Bruders zu erzählen, konnte ich nicht nachvollziehen. Dass sich die gesamte Geschichte primär um das Wahren dieses Geheimnisses dreht, hat mich leider ziemlich genervt. Ich mag es nicht, wenn künstlich erzeugte Dramen unnötig in die Länge gezogen werden.

Gefallen haben mir hingegen die familiären Hintergrundgeschichten der beiden Hauptfiguren. In die jeweilige Situation kann man sich gut hinein fühlen. Loben möchte ich aber ganz besonders die einfühlsame und realistische Darstellung der autistischen Verhaltensweisen des kleinen Bruders der Protagonistin. Diese Passagen haben mich berührt und beeindruckt.

Alles in allem konnte der Roman »DAS LICHT VON TAUSEND STERNEN« meine Erwartungen leider nicht erfüllen. Da ich eine vollkommen andere Liebesgeschichte erwartet habe, kam ich mit der überraschend naiven und teils kitschigen Handlung nicht gut zurecht.

Wer auf der Suche nach einer leichten College-Romanze ohne Tiefgang ist, ist mit »DAS LICHT VON TAUSEND STERNEN« gut beraten.
Mir persönlich fehlte hier einfach zu viel…

Bewertung vom 30.03.2020
Liebes Kind
Hausmann, Romy

Liebes Kind


sehr gut

Romy Hausmanns »LIEBES KIND« ist ein subtiler Thriller, der aus verschiedenen Blickwinkeln die Chronik einer Entführung erzählt. Das Motiv dieser Tat ist die kranke Idee eines Mannes, der das Idealbild einer Familie erschaffen möchte.

Der Thriller beginnt mit dem Gedankengang einer jungen Frau, die sich plötzlich in einer düsteren Hütte wiederfindet, in der zwei Kinder leben. Sie wird gezwungen, die Mutter für sie zu spielen und soll auf den Namen Lena hören.
Vor über 14 Jahren ist die Studentin Lena Beck entführt worden und ihre Eltern haben die Hoffnung nie aufgeben, ihre vermisste Tochter lebend zu finden. Ist es möglich, dass die entführte Frau den Platz der vermissten Studentin einnehmen soll? Doch was ist mit Lena passiert?

Schon im Vorfeld haben mich unzählige begeisterte Leserstimmen sehr neugierig gemacht, und ja, die Handlung ist erschreckend, aufwühlend und absolut unvorhersehbar. Mir hat dieses Thriller-Debüt gefallen, trotzdem trüben kleine Kritikpunkte den sonst so positiven Gesamteindruck.

»LIEBES KIND» wird abwechselnd aus drei Perspektiven heraus erzählt. So durchlebt man die Ängste der entführten Frau, die Verzweiflung von Lena Becks Vater und die manipulierte Denkweise des Mädchens aus der Hütte mit, die durch eine autistische Verhaltensweise brutal rational und systematisch denkt. Die unterschiedlichen Lagen sind emotional aufwühlend und lassen einen noch tiefer in die Handlung und die Seelen der Charaktere blicken.

Zwischen atmosphärisch sehr dichten Passagen gibt es aber leider auch das ein oder andere langatmige Kapitel. Besondere die Episoden der psychisch manipulierten Tochter sind nicht immer leicht zu lesen. Zwanghaft wiederholt sie immerzu die gleichen Gedanken. Das macht die autistischen Zügen auf der einen Seite zwar realistisch, auf der anderen ist es auch sehr anstrengend.

Die Handlung beginnt an einem extrem spannenden Punkt und flaut im Mittelteil spürbar ab. Doch zum Schluss schnellt die Spannungskurve durch mysteriöse Hinweise, unerwartete Wendungen und erschreckenden Erkenntnissen wieder in die Höhe. Die Ereignisse überschlagen sich im Finale und endet in einem packenden Showdown, der einem kurz den Atem verschlägt.

»LIEBES KIND« ist ein komplex durchdachtes und psychologisch leicht verstörendes Werk, das definitiv einen Nerv bei Thriller-Fans trifft. Mich hat dieses Debüt gut unterhalten. Über kleine Schwächen im Mittelteil kann man rückblickend gut hinwegsehen, da die sich überschlagendenden Ereignisse zum Ende hin einfach zu einnehmend sind.

Wer interessante Thriller fernab von gängigen Klischees sucht und Romane im Stil von »RAUM« (Emma Donoghue) mag, der sollte Hausmanns »LIEBES KIND« unbedingt lesen.

Bewertung vom 26.03.2020
Last Christmas
Emilia Clarke,Henry Golding,Emma Thompson

Last Christmas


sehr gut

Eine Empfehlung für alle Weihnachtsfilm-Fans

Kurz vor dem letzten Weihnachtsfest kam mit »LAST CHRISTMAS« ein winterliches Märchen in die Kinos, dass die Herzen aller Weihnachtsfilm-Fans höher schlagen lässt.

»LAST CHRISTMAS« erzählt die Geschichte der chaotischen Kate (Emilia Clarke), die von einer Katastrophe in die nächste rutscht und gleichzeitig mit den traumatischen Erfahrungen einer Herztransplantation zurechtkommen muss. Da die Geschichte als leicht klamaukig-romantische Komödie beginnt, erwartet man lange Zeit nicht, dass es später emotional in die Tiefe gehen und Kate durch den geheimnisvollen Tom (Henry Golding) ein etwas anderes Weihnachtswunder erleben wird.

Ich sehe beide Hauptcharaktere wirklich gerne und Emilia Clarke (»GAME OF THRONES«) verleiht ihrer widerspenstigen Filmfigur die nötigen Sympathien.
Mit ihrem Partner, dem großartigen Henry Golding (»CRAZY RICH ASIANS«), harmoniert sie perfekt und es sind am Ende beide Hauptdarsteller sowie die Musik von WHAM! und George Michael, die den Film wirklich sehenswert machen und einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Denn die Handlung selbst, die auf ihre ganz eigene Art unterhaltsam und amüsant ist, war mir an manchen Stellen zu oberflächlich und zu überzogen kitschig.

Nichtsdestotrotz ist »LAST CHRISTMAS« ein leichter Filmgenuss, mit einer überraschenden Wendung, tollen Hauptcharakteren und ausgezeichneter Filmmusik mit Ohrwurmgarantie.