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Benutzername: Liebeslenchen
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Bewertungen

Insgesamt 168 Bewertungen
Bewertung vom 12.02.2019
Die ewigen Toten / David Hunter Bd.6
Beckett, Simon

Die ewigen Toten / David Hunter Bd.6


ausgezeichnet

Die Thriller-Serie um den forensischen Anthropologen Dr. David Hunter zählt zu meinen liebsten Buchreihen aus diesem Genre überhaupt. Natürlich war die Vorfreude auf den mittlerweile sechsten Band der Serie riesengroß und ich habe die Lesezeit in vollen Zügen genossen. «DIE EWIGEN TOTEN» ist von Beginn an spannend, schaurig und unterhaltsam und kann mit den starken Anfangsromanen mithalten.

Simon Beckett nimmt die Fäden genau da auf, an dem er sie am Ende des fünften Bandes hat liegen lassen und springt lediglich in der Zeit einige Wochen weiter. Dank kleiner Rückblenden gelingt der Einstieg schnell und die Erinnerungen kommen zurück. Obwohl die Fälle der Serie in sich abgeschlossen sind, ist das Leseerlebnis rundum perfekt, wenn man die Bücher alle in der richtigen Reihenfolge gelesen hat.

In «DIE EWIGEN TOTEN» nimmt Dr. David Hunter einen neuen Fall an, der ihm alles abverlangen wird und ich finde, dass es einer der grauenhaftesten Mordfälle überhaupt ist. Doch nicht nur die Tötungsarten sind dieses Mal extrem schaurig, auch die Kulisse, eine zum Abriss freigegebene Krankenhausruine, entführt die Leser an einen unbehaglichen Ort, der sofort die tiefsten Fluchtinstinkte weckt.

Die Spannungskurve geht schnell nach oben und flaut nur selten ab. Langatmige Episoden, wie ich sie im vierten und im fünften Buch gespürt habe, gibt es hier nicht. Sobald neue Charaktere in den Fokus rücken, ist man begierig darauf, mehr über sie zu erfahren und natürlich versucht man herauszufinden, wer für die grausamen Morde verantwortlich war. Bei der Ermittlung gibt es einige Überraschungen, die so nicht direkt vorhersehbar waren.

Neben dem Mordfall, spielen auch die Wendungen in David Hunters Privatleben und die Bedrohungen aus seinem alten Leben eine große Rolle. Diese ebenfalls unvorhersehbaren Entwicklungen zusammen mit den schaurigen Mordermittlungen sowie den detaillierten Beschreibungen der forensischen Arbeiten machen diese Geschichte zu einem großartigen Gänsehautthriller.

Thank you, Mr Beckett!

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.02.2019
Dear Life - Lass mich wieder lieben (eBook, ePUB)
Quinn, Meghan

Dear Life - Lass mich wieder lieben (eBook, ePUB)


weniger gut

Viele positive Rezensionen auf englischen Blogs haben mich sehr neugierig auf «Dear Life» gemacht, doch leider blieb dieses Buch deutlich hinter meinen Erwartungen zurück.

In «Dear Life» stehen vier Menschen im Mittelpunkt, die traumatische Erfahrungen gemacht haben und sich dem Dear Life-Selbsthilfeprogramm anschließen, um Trauer, Verlust, Enttäuschung und Ängste zu verarbeiten. Der ständige Perspektivenwechsel gewährt zwar einen umfassenden Einblick in die Gefühlswelten der einzelnen Charaktere, verwirrt zu Beginn allerdings ein wenig.

Im ersten Buchviertel sind die Emotionen deutlich spürbar und auch die ernsthafte Handlung entwickelt sich genau in die richtige Richtung. Wie Meghan Quinn die vier Geschichten miteinander verbindet, ist ohne Zweifel toll, doch leider werden die Liebesgeschichten schnell unglaubwürdig. Die Handlung fügt sich für mein Gefühl zu perfekt. Zu den dramatischen Schicksalsschlägen passt das “und sie leben glücklich, bis ans Ende ihrer Tage“-Szenario einfach nicht. Es ist viel zu weit von der Realität entfernt, um noch authentisch zu wirken. Erschwerend kommt die Entwicklung der Charaktere hinzu, die sich, je näher man sie kennenlernt, entweder als unsympathische oder als extrem naive Zeitgenossen herausstellen.

Mit «Dear Life» habe ich eine dramatische Lebens- und Liebesgeschichte erwartet, die tief berührt und ans Herz geht. Gelesen habe ich dann eine einfache Geschichte, die anfangs emotional aufwühlt und dann leider schnell vorhersehbar wird. Dass sich die Ereignisse schließlich so übertrieben perfekt fügen, raubt der guten Romanidee leider ihr Potenzial.

Bewertung vom 30.01.2019
Liebe und Verderben
Hannah, Kristin

Liebe und Verderben


ausgezeichnet

Mit dem ergreifenden Weltkriegsdrama “DIE NACHTIGALL” konnte mich Kristin Hannah nachhaltig beeindrucken. Einfühlsam, authentisch und ungefiltert erzählt sie ihre Geschichten, so auch ihre letzte Veröffentlichung “LIEBE UND VERDERBEN”.

Die Geschichte beginnt Mitte der 70er Jahre. Im Mittelpunkt steht die kleine Leni, die mit ihrer Mutter und ihrem Vater, einem Kriegsveteranen, nach Alaska zieht. Für ihren Vater ist diese Auswanderung eine Flucht vor den Schrecken des Krieges, die sein Innerstes immer noch quälen. Die einsame Wildnis scheint die Lösung für alle Probleme zu sein. Die Ruhe, die Abgeschiedenheit, das Leben im Einklang mit der Natur und die Einsamkeit lassen die Entscheidung zu Anfang gut erscheinen. Doch der dunkle Winter, die Extreme, die ständigen Gefahren, die Schwierigkeiten zu überleben und der Hang zum Alkohol bringen die dunkelsten Seiten in Lenis Vater zum Vorschein und sowohl Leni als auch ihre Mutter in große Gefahr.

Wie auch schon in “DIE NACHTIGALL” beschäftigt sich Kristin Hannah auch in “LIEBE UND VERDERBEN” mit einer extrem schwierigen Thematik, die sie glaubhaft, gefühl- und respektvoll ausarbeitet. Gemeinsam mit der Familie erlebt der Leser erhellende aber auch tieftraurige Momente. Die Depressionen, die den Vater übermannen und das Leid, das Mutter und Tochter ertragen müssen, gehen ans Herz, machen wütend und ängstlich. Hinzu kommen weitere tragische Ereignisse, die Leni an die Grenzen der Belastbarkeit treiben. Die Wildnis Alaskas, so schön sie auch sein mag, verlangt allen einiges ab.

Dass Kristin Hannah die Wild- und die Schönheit mitsamt den Gefahren so authentisch darstellen konnte, liegt mit Sicherheit daran, dass sie selbst als Kind mit ihrer Familie an die letzte Grenze Amerikas ausgewandert ist und auch noch heute dort lebt. Beim Lesen hat man die unzähmbare Wildnis bildhaft vor Augen.

Mit “LIEBE UND VERDERBEN” hat Kristin Hannah einen weiteren großartigen Roman verfasst, in dem Dramatik und Leichtigkeit die Geschichte im Gleichgewicht halten und nicht nur das bittersüße Ende geht tief ans Herz.

Bewertung vom 14.01.2019
Mein Jahr mit Dir
Whelan, Julia

Mein Jahr mit Dir


ausgezeichnet

Ich war auf der Suche nach einer leichten Liebesgeschichte, die sich locker lesen lässt. Mit «Mein Jahr mit Dir» habe ich ein Buch erwischt, das mich nach wenigen Seiten nicht mehr losgelassen und sich ganz tief in mein Herz gegraben hat. Diese bittersüße Liebesgeschichte ist authentisch, tiefsinnig, herzergreifend, sehr traurig und auch wunderschön.

Dabei lassen das recht gewöhnliche Cover sowie der klischeehafte Klappentext, der von einem Mädchen erzählt, das sich in den Literaturprofessor verliebt, der ein düsteres Geheimnis hat, auf einen stereotypischen Liebesroman schließen. Doch Julia Whelan wirft mit ihrem intelligenten Schreibstil und ihren dreidimensionalen Charakteren schnell alle Vorurteile über Bord. Auch die Kulisse, die im Laufe der Handlung immer mehr an Bedeutung gewinnt (nicht nur in Bezug auf das Literaturstudium der Protagonistin), rundet die perfekt erzählte Story ab.

Viele Leser, die keinen Bezug zur Lyrik oder Poesie haben, werden den Schreibstil vielleicht als geschwollen und hochgestochen beschreiben, womit sie teils recht haben. Besonders die Dialoge im ersten Buchdrittel wirken ab und an gekünstelt. Lyrik- und Poesiefans hingegen werden wohlmöglich zwischen den Zeilen versinken und die reduzierten Gedichtsauszüge, die passend auf die Geschehnisse in der Handlung abgestimmt und ausgewählt sind, lieben.

---- "Auch wenn alles schiefgehen wird, lohnt es sich, wahrhaftig zu lieben." ----

Zur Liebesgeschichte selbst, könnte ich jetzt einen halben Roman schreiben, doch das wäre vollkommen falsch. Ich kann euch nur raten, im Vorfeld nicht zu viel über dieses Buch zu lesen. Es ist wichtig, dass ihr vollkommen unvoreingenommen an diese bittersüße Geschichte herangeht. Nur so können sich alle Emotionen schrittweise entfalten und euch den Boden unter den Füßen entreißen!!!! Hört jetzt besser auf zu überlegen und schnappt euch dieses herzergreifende und filmreife Buch, das mich zum Lachen und Weinen gebracht hat!!!

Bewertung vom 06.11.2018
Es beginnt mit einem Blick / Redwood Love Bd.1
Moran, Kelly

Es beginnt mit einem Blick / Redwood Love Bd.1


ausgezeichnet

Als ich die Cover der REDWOOD LOVE-Trilogie zum ersten Mal gesehen habe, stiegen erste Vorurteile in mir auf und die Reihe landete in meiner imaginären “Ist mir zu kitschig”-Schublade. Der Werbeslogan “Drei Tierärzte zum Verlieben” klang für mich zu sehr nach Rosamunde Pilcher… Zum Glück hat mich die schiere Begeisterung vieler Blogger meine Voreingenommenheit über Bord werfen lassen, denn sonst hätte ich tatsächlich ein Jahreshighlight verpasst.

Schon nach den ersten gelesenen Abschnitten nahm mich die authentische Geschichte gefangen. Die Protagonistin Avery hat Ecken und Kanten und ist für den Leser nahbar, was sie sehr sympathisch macht. Frisch von ihrem ignoranten und gefühlskalten Mann getrennt zieht sie mit ihrer autistischen Tochter in das fiktive Städtchen Redwood. Einem malerischen Ort, wo jeder wirklich jeden kennt. Durch einen schicksalhaften Fund lernt sie Cade O’Grady kennen und sofort befürchtet sie, sich in den charismatischen Tierarzt zu verlieben. Was sie nicht ahnt, Cade hat sich vom ersten Moment an in sie verliebt.

Durch ihren mitreißenden Schreibstil und einem ständigen Perspektivenwechsel bringt die Autorin Kelly Moran den Lesern die Gefühlswelten von Avery und Cade nahe, gleichzeitig lernt man auch die Figuren kennen und lieben, die in den nächsten zwei Romanen im Mittelpunkt stehen. Man kann einfach nicht anders, als alle Charaktere ins Herz zu schließen. Und in der idyllischen Kleinstadt Redwood kann man sich nur wohlfühlen.

Von der ersten bis zur letzten Seite habe ich mit Avery und Cade mitgefiebert, gelitten, gehofft und mir ein Happy End für die beiden gewünscht. Für mich ist “REDWOOD LOVE. ES BEGINNT MIT EINEM BLICK” einfach der perfekte Liebesroman. Die Story ist intensiv, romantisch, tiefgründig, witzig und bezaubernd! Vor allem die authentischen und ungekünstelten Charaktere haben mein Herz im Sturm erobert und besonders gut finde ich, wie gefühlvoll und selbstverständlich sich Kelly Moran mit dem Thema Autismus beschäftigt.
Ich freue mich sehr, dass es noch zwei weitere Bände zu lesen gibt! REDWOOD LOVE ist definitiv eine große Leseempfehlung für alle Liebesroman-Fans!

Bewertung vom 16.10.2018
Hygge! Das neue Wohnglück
Hellweg, Marion

Hygge! Das neue Wohnglück


ausgezeichnet

Aktuell planen wir einige Renovierungen. Neben Pinterest und unterschiedlichen Interieur-Blogs als Hauptinspirationsquellen habe ich mir mit „Hygge! Das neue Wohnglück“ ein wundervolles Ideenbuch zugelegt und wer es skandinavisch gemütlich mag, wird dieses Buch genauso lieben und einige Inspirationen daraus umsetzen wollen.

:::: Was ist Hygge?

Hygge ist kein Stil und auch kein Möbelstück. Hygge ist ein Lebensgefühl das sich auf Lebensbereiche ausdehnen lässt und das die Seele dazu einlädt, das Leben zu genießen. Mittlerweile ist Hygge zum Synonym für einen gemütlichen, hellen Einrichtungsstil geworden. Mit hellen Möbel- und ausgewählten Deko- und Erinnerungsstücken kann man das Heim ganz schnell hyggelig einrichten. Das wichtigste Kriterium ist, dass man sich selbst wohlfühlt.

:::: Das Konzept des Buches

Die Autorin Marion Hellweg hat sowohl ihr Leben als auch ihr Heim hyggelig gestaltet. Auf etwa 158 prallgefüllten Seiten erzählt sie viel über das Hygge-Gefühl und stellt in einzelnen Homestorys Blogger und Interieurdesigner vor, die ihr persönliches Wohnglück gefunden haben. Neben den wundervoll bebilderten Homestorys kommen weitere Personen zu Wort, die sich mit dem wundervollen Wohntrend auskennen und es verstehen, Hygge zu leben.
Es gibt unzählige Beispiele und Anregungen, mit denen man die eigenen vier Wände hyggeliger machen kann.

:::: Meine Meinung

Für mich ist dieses Buch die perfekte Inspirationsquelle. Natürlich kann man den Wohnstil der Bloggerinnen nicht eins zu eins übernehmen, doch beim Durchblättern kommen schnell kleine Ideen, die man durchaus umsetzen kann oder die dazu animieren Möbel neu zu arrangieren. Wichtig ist, es muss einem selbst und nicht anderen gefallen. Schließlich soll man selbst das Wohlfühlglück, für das Hygge steht, spüren und erleben.

Besonders interessant finde ich die Homestorys und die Fotos der hyggelig eingerichteten Räume und Häuser. Mehr Gemütlichkeit geht nicht. Zwischendurch verrät die Autorin einzelne DIY-Dekoideen und schlägt auch günstige Dekostücke (z.B. von Ikea) vor. Am Ende hat sie in einem Verzeichnis ihre Lieblingsshops und die ihrer Meinung nach besten “Nordic-Living-Hersteller” aufgezählt. Wer es also ernst mit Hygge meint, findet spätestens in diesen Listen die passenden Elemente für die eigenen vier Wände.

Bewertung vom 04.10.2018
Die Hüter des Todes / Scythe Bd.1
Shusterman, Neal

Die Hüter des Todes / Scythe Bd.1


gut

Verstörend geniale Grundidee. Doch der Funke wollte nicht überspringen…

Als ich das erste Mal den Klappentext von Neal Shustermans “Scythe” las, hat mich die Story schon gepackt. Eine Idee, die gar nicht so weit weg von der Realität zu sein scheint.

Die Thematik ist verstörend und faszinierend zugleich. Natürlich hat jeder schon einmal darüber nachgedacht, wie schön es wäre, ewig zu leben. Mit den Problemen, die dadurch auftauchen würden, konfrontiert Neil Shusterman seine Leser gnadenlos. Was die Natur zuvor bestimmt hat, übernehmen nun andere Menschen und es ist heftig mitzuerleben, wenn die Scythe ihren ausgewählten Opfern gegenübertreten. Es erscheint einfach so ungerecht. Dass das System von skrupellosen und mordlustigen Scythe ausgenutzt wird, ist nur schwer zu ertragen.

Obwohl die Handlung einnehmend, und sowohl der Plot als auch die Charaktere stark sind, macht es der nüchterne und langatmige Schreibstil von Shusterman schwer, am Lesen zu bleiben. Besonders im Anfang war es für mich eine Herausforderung dranzubleiben. Ganz ehrlich, ich habe sogar an Abbruch gedacht. Doch die allgemeine Begeisterung anderer Blogger hat mich durchhalten lassen. Schließlich wollte ich selbst gerne wissen, was an dieser Geschichte so großartig ist (abgesehen vom Klappentext, der mich direkt begeistern konnte). Trotz der einnehmenden Storyline und dem ständigen Perspektivenwechsel hatte ich beim Lesen das Gefühl, die Charaktere nur oberflächlich kennenzulernen. Auch wenn ich insgesamt viel mehr erwartet habe, geht diese düstere Fantasygeschichte unter die Haut. Den zweiten Band möchte ich allerdings nicht lesen.

Bewertung vom 17.09.2018
attracted / The Brightest Stars Bd.1
Todd, Anna

attracted / The Brightest Stars Bd.1


schlecht

Trotz vieler Vorbehalte im Vorfeld hat mich die polarisierende "AFTER"-Serie von Anna Todd damals gut unterhalten und streckenweise sogar extrem fesseln können. Daher warte ich seit der großen Verlagsankündigung gespannt auf den ersten Roman ihrer neuen Buchreihe "THE BRIGHTEST STARS".

Doch dieses Mal wuchs mit den Seiten nicht die Begeisterung, sondern die Langeweile. Das verborgene Potenzial der Story und das der Charaktere wurden von Anna Todd scheinbar nicht erkannt, denn das gesamte Leseerlebnis ist unfassbar flach und nichtssagend.

Man spürt ganz deutlich, dass sich Anna Todd besonders mit der Darstellung ihrer Protagonistin Karina Mühe gegeben hat. Für mein Empfinden hat sie sich zu sehr darauf versteift und der Schuss ging nach hinten los. Karinas ewiges Gedankenkarusell dreht sich stets um dieselben und banalsten Dinge. Dafür, dass sie unzählige Male betont, selbstständig, unabhängig und erwachsen zu sein, verhält sie sich wie eine vorpubertäre Jugendliche.

Aber nicht nur Karina, sondern auch Kael ist eine extrem blasse Hauptfigur. Bei Hardin aus der "AFTER"-Reihe spürte man beim Lesen sofort, wenn er den Raum betrat. Durch seine dominante Präsenz war es unmöglich, ihn zu übersehen. Kael hingegen ist das krasse Gegenteil. Man übersieht ihn. Und das Schlimmste, man vergisst ihn sogar. Dass diese Randerscheinung urplötzlich Karinas große Liebe wird, wirkte auf mich einfach nur konstruiert und unglaubwürdig. Von Leidenschaft und Romantik konnte ich überhaupt nichts spüren.

Vollkommen unverständlich war für mich Anna Todds Fokus. Sie zeigt dem Leser jede Schwachstelle von Karinas baufälligem Eigenheim auf und beschreibt den Geruch ihrer Duftkerzen bis ins kleinste Detail. Dabei vergisst sie komplett zu erwähnen, dass Kael, der kein Pfefferminzöl mag, eine dunkle Hautfarbe hat. Als plötzlich rassistische Bemerkungen von Nebencharakteren in Richtung Kael aufkamen, war ich perplex.
Hätte sie diese Problematik mehr in den Mittelpunkt gestellt und ihre Leser früher aufgeklärt, hätte sie vielleicht die fehlende Tiefe erzeugen können.

Ebenso negativ überrascht hat mich die Kulisse. Die gesamte Geschichte spielt in, an und auf einer amerikanischen Militärbasis. Das schwierige Leben als Soldat, sowie das der Angehörigen, spielen eine wichtige Rolle. Eigentlich eine interessante Thematik, doch auch hier haperte es an der Umsetzung. Anstatt einen neuen Blickwinkel zu erschaffen, fühlte ich mich auf den wenigen Schauplätzen eingeengt und gefangen.

Für mich war dieses Buch der absolute Reinfall. Anna Todd kann den hohen Erwartungen nicht standhalten und hat mit diesem Auftaktband eine nichtssagende Story veröffentlicht, die weder Gefühl noch Handlung hat. Allerdings hat die Protagonistin einen sehr guten Geschmack, was die Wahl ihrer Duftkerzen angeht (#Augenverdreh) ...

Bewertung vom 23.07.2018
Meghan
Morton, Andrew

Meghan


ausgezeichnet

## Ein sympathisches Porträt

Das Interesse an Meghan Markle, dem aktuell jüngsten Mitglied der Royals (die Geburt von Queen-Urenkelin Lena Elizabeth Tindall mal außen vor gelassen), ist auch Wochen nach der traumhaften Hochzeit mit Prinz Harry ungebrochen. Im Eiltempo liefert die Duchess of Sussex einen Auftritt nach dem anderen ab und ist an Herzlich- und Freundlichkeit scheinbar nicht zu übertreffen.

Doch wer ist Meghan wirklich? Wo kommt sie her und was treibt sie an? Das hat der renommierte britische Autor Andrew Morton, der Anfang der 90er-Jahre mit seinem weltweiten Bestseller “Diana, Princess of Wales” einen großen Erfolg feierte, versucht herauszufinden.

Mit einer angenehmen Leichtigkeit erzählt er von Meghans Leben, beginnend mit der persönlichen Geschichte ihrer Vorfahren. Im Anschluss an ihre Kindheit und ihrer Schulzeit widmet sich Morton ihrer beachtlichen Karriere und schließlich erzählt er alle bekannten und teils geheimen Details der anfangs sehr geheimen Beziehung mit Prinz Harry, die im November 2017 in der Verlobung gipfelt. Gespickt sind die Erzählungen mit privaten Einblicken, passenden O-Tönen und glaubhaften Beobachtungen. Dabei räumt Morton gekonnt mit einigen Gerüchten auf und beleuchtet geschickt Meghans Entwicklung von unterschiedlichen Seiten. Er zeichnet das Bild einer selbstbewussten, wunderschönen und charmanten jungen Frau, die eine unglaubliche Ausstrahlung haben muss.

Morton schafft es sogar, eine Prise Romantik in diese Biografie zu bringen. Besonders die liebevollen Passagen, die sich dem Kennenlernen von Meghan und Harry widmen, sprühen zwischen den Zeilen schier vor Romantik. Am Ende hat man den Eindruck, als habe das Schicksal Harry seine Seelengefährtin geschickt. Von außen betrachtet, liest sich diese Liebesgeschichte wirklich wie ein Märchen.

## Mein Fazit

Diese Biografie ist eine Empfehlung für alle, die mehr über Meghan und ihre persönliche Geschichte, mit allen Höhen und Tiefen, erfahren möchten. Mortons Werk liefert einen intensiven Rückblick auf ihre beachtliche Karriere bis hin zur royalen Romanze mit Prinz Harry, die schließlich in der Verlobung endet. Auf 32 Seiten befinden sich, passend zu Meghans Lebensabschnitten, einige Farbfotografien, die das Leseerlebnis abrunden. Für meinen Geschmack hätten es gerne noch mehr Bilder sein können.

Bewertung vom 17.06.2018
The Crown
Lacey, Robert

The Crown


ausgezeichnet

n der bisher teuersten und aufwendigsten Netflix-Produktion „The Crown“ dreht sich alles um das Leben der britischen Monarchin Queen Elizabeth II.

Schon immer habe ich eine Schwäche für die Royals und ich liebe Begleitbücher, die mir mehr von meinen Lieblingsserien erzählen. Auf diese Weise kann ich mich noch viel länger mit der Thematik beschäftigen und viel mehr Infos erfassen, als der gewöhnliche Zuschauer.

Zeitgleich mit dem Erscheinen der zweiten Staffel ist Ende letzten Jahres im Edel-Verlag das offizielle Begleitbuch zur ersten Staffel erschienen. Ein aufwendiges und opulentes Werk, das dem Namen des Verlags alle Ehre macht. Denn es ist außergewöhnlich informativ, mehr als umfangreich und sehr edel in der Aufmachung.

### The Crown. Die Serie.

Jede Staffel befasst sich mit einem Jahrzehnt aus dem Leben der Königin Elisabeth, beginnend mit ihrer Hochzeit im Jahr 1947. Von der ersten Sekunde an besticht diese Serie mit einem erstklassigen Schauspielcast, authentischen Kulissen sowie Kostümen, ansprechenden Dialogen und man erkennt sofort, dass „The Crown“ mehr als erstklassig produziert wurde.

Die historischen Begebenheiten bestimmen sowohl das Leben der Royals als auch den Handlungsablauf der einzelnen Folgen. Selbst wenn man als Zuschauer über die wichtigsten Ereignisse der englischen Geschichte Bescheid weiß, baut die Serie eine unterschwellige Spannung auf. Da man bei allen Schwierigkeiten und Entscheidungen stets an der Seite der Queen ist, nimmt man einen vollkommen neuen Blickwinkel ein und man kann nicht anders als zu denken, dass es in Wirklichkeit genau so gewesen sein muss.
Diese Sichtweise nahm mich vollkommen gefangen.

Auch wenn die Royals dieser Serienproduktion skeptisch gegenüberstehen, ist dieses Porträt genau das, was die Fans sehen möchten. Sie erzählt ein Stück englische Geschichte.

Ich liebe diese spannend erzählte Dokumentation und freue mich auf all die Staffeln, die noch folgen werden. So nah kam man der Queen noch nie.

### Wissen vertiefen. Das Buch zur Serie.

Auf etwa 380 gut gefüllten Seiten erzählt der renommierte Historiker und Biograf der Queen Robert Lacey vom Leben der jungen Prinzessin Elisabeth, die im Alter 25 Jahren als Prinzessin zu einem Staatsbesuch nach Kenia reist und als Königin von England zurückkehrt.

Das Buch beschäftigt sich der Reihe nach mit den einzelnen Folgen der Serie und ist prall gefüllt mit interessanten Porträts und spannenden historischen Hintergrundinformationen zum damaligen Weltgeschehen. Ergänzt werden diese mit Originalfotos und Set-Aufnahmen der TV-Serie.

Nachdem ich die Serie gesehen habe und schon tief beeindruckt war, hat die Lektüre dieses Buches meine Faszination nur noch vergrößert. Es ist einfach faszinierend mitzuerleben, wie aus der jungen unsicheren Frau, die es allen nur recht machen wollte, eine selbstbewusste Monarchin wird, die es geschafft hat, sich zu einer Zeit, in dem Männer die Welt dominierten, durchzusetzen. Mit den Jahren gewinnt sie immer mehr an Stärke und verdient sich Respekt. Zudem macht diese Serie mehr als bewusst, was es bedeutet, die Queen zu sein, kein Privatleben zu haben und sein Leben der Krone zu opfern. Ich ziehe meinen Hut vor ihr und kann sowohl die Serie als auch dieses großartige Begleitbuch jedem Windsor-Fan ans Herz legen!

### So nah kam man der Queen noch nie.

Mein Fazit: Das biografische Begleitbuch zur ersten Staffel der Netflix-Serie „The Crown“ ist eins der wohl aufwendigsten, fulminantesten und opulentesten Werke, das ich jemals gelesen habe. Es ist ein wahres Schmuckstück für jedes Buchregal und ein Must-have für alle Royal-Fans, die gerne einen intensiven Blick hinter die Kulissen werfen möchten.