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Benutzername: Liebeslenchen
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Bewertungen

Insgesamt 161 Bewertungen
Bewertung vom 23.07.2018
Meghan
Morton, Andrew

Meghan


ausgezeichnet

## Ein sympathisches Porträt

Das Interesse an Meghan Markle, dem aktuell jüngsten Mitglied der Royals (die Geburt von Queen-Urenkelin Lena Elizabeth Tindall mal außen vor gelassen), ist auch Wochen nach der traumhaften Hochzeit mit Prinz Harry ungebrochen. Im Eiltempo liefert die Duchess of Sussex einen Auftritt nach dem anderen ab und ist an Herzlich- und Freundlichkeit scheinbar nicht zu übertreffen.

Doch wer ist Meghan wirklich? Wo kommt sie her und was treibt sie an? Das hat der renommierte britische Autor Andrew Morton, der Anfang der 90er-Jahre mit seinem weltweiten Bestseller “Diana, Princess of Wales” einen großen Erfolg feierte, versucht herauszufinden.

Mit einer angenehmen Leichtigkeit erzählt er von Meghans Leben, beginnend mit der persönlichen Geschichte ihrer Vorfahren. Im Anschluss an ihre Kindheit und ihrer Schulzeit widmet sich Morton ihrer beachtlichen Karriere und schließlich erzählt er alle bekannten und teils geheimen Details der anfangs sehr geheimen Beziehung mit Prinz Harry, die im November 2017 in der Verlobung gipfelt. Gespickt sind die Erzählungen mit privaten Einblicken, passenden O-Tönen und glaubhaften Beobachtungen. Dabei räumt Morton gekonnt mit einigen Gerüchten auf und beleuchtet geschickt Meghans Entwicklung von unterschiedlichen Seiten. Er zeichnet das Bild einer selbstbewussten, wunderschönen und charmanten jungen Frau, die eine unglaubliche Ausstrahlung haben muss.

Morton schafft es sogar, eine Prise Romantik in diese Biografie zu bringen. Besonders die liebevollen Passagen, die sich dem Kennenlernen von Meghan und Harry widmen, sprühen zwischen den Zeilen schier vor Romantik. Am Ende hat man den Eindruck, als habe das Schicksal Harry seine Seelengefährtin geschickt. Von außen betrachtet, liest sich diese Liebesgeschichte wirklich wie ein Märchen.

## Mein Fazit

Diese Biografie ist eine Empfehlung für alle, die mehr über Meghan und ihre persönliche Geschichte, mit allen Höhen und Tiefen, erfahren möchten. Mortons Werk liefert einen intensiven Rückblick auf ihre beachtliche Karriere bis hin zur royalen Romanze mit Prinz Harry, die schließlich in der Verlobung endet. Auf 32 Seiten befinden sich, passend zu Meghans Lebensabschnitten, einige Farbfotografien, die das Leseerlebnis abrunden. Für meinen Geschmack hätten es gerne noch mehr Bilder sein können.

Bewertung vom 01.07.2018
Das wird dein Tag
Niehoff, Kerstin

Das wird dein Tag


ausgezeichnet

Das Frühstück war schon immer meine liebste Mahlzeit des Tages und schon von klein an liebe ich es, lecker in den Tag zu starten. Es soll ja Menschen geben, die ohne Frühstück ihren Tag beginnen. Ich gehöre definitiv nicht dazu. Vielmehr könnte ich auf das Mittagessen als auf das Frühstück verzichten

Bewertung vom 17.06.2018
The Crown
Lacey, Robert

The Crown


ausgezeichnet

n der bisher teuersten und aufwendigsten Netflix-Produktion „The Crown“ dreht sich alles um das Leben der britischen Monarchin Queen Elizabeth II.

Schon immer habe ich eine Schwäche für die Royals und ich liebe Begleitbücher, die mir mehr von meinen Lieblingsserien erzählen. Auf diese Weise kann ich mich noch viel länger mit der Thematik beschäftigen und viel mehr Infos erfassen, als der gewöhnliche Zuschauer.

Zeitgleich mit dem Erscheinen der zweiten Staffel ist Ende letzten Jahres im Edel-Verlag das offizielle Begleitbuch zur ersten Staffel erschienen. Ein aufwendiges und opulentes Werk, das dem Namen des Verlags alle Ehre macht. Denn es ist außergewöhnlich informativ, mehr als umfangreich und sehr edel in der Aufmachung.

### The Crown. Die Serie.

Jede Staffel befasst sich mit einem Jahrzehnt aus dem Leben der Königin Elisabeth, beginnend mit ihrer Hochzeit im Jahr 1947. Von der ersten Sekunde an besticht diese Serie mit einem erstklassigen Schauspielcast, authentischen Kulissen sowie Kostümen, ansprechenden Dialogen und man erkennt sofort, dass „The Crown“ mehr als erstklassig produziert wurde.

Die historischen Begebenheiten bestimmen sowohl das Leben der Royals als auch den Handlungsablauf der einzelnen Folgen. Selbst wenn man als Zuschauer über die wichtigsten Ereignisse der englischen Geschichte Bescheid weiß, baut die Serie eine unterschwellige Spannung auf. Da man bei allen Schwierigkeiten und Entscheidungen stets an der Seite der Queen ist, nimmt man einen vollkommen neuen Blickwinkel ein und man kann nicht anders als zu denken, dass es in Wirklichkeit genau so gewesen sein muss.
Diese Sichtweise nahm mich vollkommen gefangen.

Auch wenn die Royals dieser Serienproduktion skeptisch gegenüberstehen, ist dieses Porträt genau das, was die Fans sehen möchten. Sie erzählt ein Stück englische Geschichte.

Ich liebe diese spannend erzählte Dokumentation und freue mich auf all die Staffeln, die noch folgen werden. So nah kam man der Queen noch nie.

### Wissen vertiefen. Das Buch zur Serie.

Auf etwa 380 gut gefüllten Seiten erzählt der renommierte Historiker und Biograf der Queen Robert Lacey vom Leben der jungen Prinzessin Elisabeth, die im Alter 25 Jahren als Prinzessin zu einem Staatsbesuch nach Kenia reist und als Königin von England zurückkehrt.

Das Buch beschäftigt sich der Reihe nach mit den einzelnen Folgen der Serie und ist prall gefüllt mit interessanten Porträts und spannenden historischen Hintergrundinformationen zum damaligen Weltgeschehen. Ergänzt werden diese mit Originalfotos und Set-Aufnahmen der TV-Serie.

Nachdem ich die Serie gesehen habe und schon tief beeindruckt war, hat die Lektüre dieses Buches meine Faszination nur noch vergrößert. Es ist einfach faszinierend mitzuerleben, wie aus der jungen unsicheren Frau, die es allen nur recht machen wollte, eine selbstbewusste Monarchin wird, die es geschafft hat, sich zu einer Zeit, in dem Männer die Welt dominierten, durchzusetzen. Mit den Jahren gewinnt sie immer mehr an Stärke und verdient sich Respekt. Zudem macht diese Serie mehr als bewusst, was es bedeutet, die Queen zu sein, kein Privatleben zu haben und sein Leben der Krone zu opfern. Ich ziehe meinen Hut vor ihr und kann sowohl die Serie als auch dieses großartige Begleitbuch jedem Windsor-Fan ans Herz legen!

### So nah kam man der Queen noch nie.

Mein Fazit: Das biografische Begleitbuch zur ersten Staffel der Netflix-Serie „The Crown“ ist eins der wohl aufwendigsten, fulminantesten und opulentesten Werke, das ich jemals gelesen habe. Es ist ein wahres Schmuckstück für jedes Buchregal und ein Must-have für alle Royal-Fans, die gerne einen intensiven Blick hinter die Kulissen werfen möchten.

Bewertung vom 06.06.2018
Wunder

Wunder


ausgezeichnet

Der wohl berührendste Film des Jahres ♥︎

Basierend auf Raquel J. Palacios einfühlsamen Debütroman erzählt der Kinder- und Jugendfilm WUNDER die ergreifende Geschichte des Außenseiters Auggie Pullman, der mit einer Fehlbildung auf die Welt kam und den Zuschauern spüren lässt, wie schrecklich es sich anfühlt, ausgegrenzt zu werden und wie schwierig es ist, mit der Engstirnigkeit vieler Menschen gelassen umzugehen.

Auggie habe ich schon vor einigen Jahren im Roman kennenlernen dürfen und selten habe ich einen solch mutigen Jungen durch eine Geschichte begleitet. (→ zur Rezension)

Dieser bittersüße Roman geht direkt ins Herz, er bedrückt und befreit zugleich. Meiner Meinung nach gehört dieses Buch in jedes Buchregal und unbedingt in JEDE Schulbibliothek.

Als ich mitbekam, dass WUNDER fürs Kino adaptiert werden soll, habe ich mir ehrlich Sorgen gemacht. Die Geschichte lebt durch die kraftvollen Worte der Autorin und die Emotionen, die man zwischen den Zeilen zu greifen bekommt. Ich konnte mir anfangs einfach nicht vorstellen, dass die Regisseure dieser schwierigen Aufgabe gerecht werden und diese brillante Story auch angemessen und würdevoll in einen Film verwandeln können.

Und was soll ich sagen, besser hätte man Auggies Geschichte nicht auf die Leinwand bringen können. Die Story ist unfassbar nah an der Romanvorlage. Die Schauspieler sind perfekt, sie übertreffen sogar noch meine eigenen Vorstellungen. Wie schon damals beim Buch fällt es mir auch jetzt unglaublich schwer, die richtigen Wort zu finden. WUNDER hat mich jetzt schon zum zweiten Mal aus der Bahn geworfen und dieser Film zählt von nun an zu meinen allerliebsten Filmen. Ich finde, dass man diesen weisen, mutigen, verletzlichen und heilsamen Film jedem Kind, jedem Jugendlichen und jedem Erwachsenen zeigen sollte. Auggies authentisch dargestelltes Schicksal sorgt dafür, dass man ein feinfühligeres Empfinden für sein Gegenüber bekommt. Durch seine Augen spürt man, wie sich Ausgrenzung und Mobbing anfühlt. Sein Mut gibt den Zuschauern unfassbar viel Kraft.

Ihr merkt, ich kann gar nicht aufhören, von diesem Film zu schwärmen. Meine Kinder und ich, wir lieben ihn einfach so sehr und wollen es am liebsten in die ganze Welt hinausschreien. SCHAUT EUCH BITTE DIESEN GRANDIOSEN FILM AN!!!!

5 von 10 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 03.06.2018
Vicious Love / Sinners of Saint Bd.1
Shen, L. J.

Vicious Love / Sinners of Saint Bd.1


schlecht

Auf dem ersten Blick bietet dieser Reihenauftakt genau die Vorzüge, die man von einem klassischen New-Adult-Roman auch erwartet. Die Story ist sexy, frech und leidenschaftlich. Sogar die Protagonisten entsprechen den klassischen Klischees. Emilia ist bitterarm, schüchtern und eine Einzelgängerin. Vicious ist reich, gut aussehend, arrogant, unnahbar und Emilia ist seine Schwachstelle. Eigentlich kann da nicht mehr viel schief gehen. Zumindest dachte ich genau das, bis ich die männliche Hauptfigur kennenlernen musste.

In diesem Genre ist es eigentlich ganz normal, dass sich beide Protagonisten gegen jede Regung von Gefühl und Art von Emotion sträuben. Allerdings sollte der Leser immer im Vorteil sein und zwischen den Zeilen herauslesen können, dass sie sich trotzdem von ganzen Herzen lieben.

Bei Vicious verhält es sich komplett anders. Von seiner Seite kommt reine Ablehnung. Er mobbt die Frau, die er anscheinend so sehr liebt. Er betrachtet sie als sein Eigentum, behandelt sie wie den letzten Dreck und lässt keine Gelegenheit aus, sie psychisch fertig zu machen und sie öffentlich bloß zu stellen. Ständig nutzt er ihre finanzielle Notlage und das Schicksal ihrer unheilbar kranken Schwester aus. Am allerschlimmsten sind aber seine Gedanken. Wortwörtlich denkt er, dass der Emilia HASST und verachtet.

Mein lieber Herr Gesangsverein!
Welche Leserin wünscht sich da noch, dass die beiden zueinanderfinden??? Solch krasse Gedanken füllen den Raum zwischen den Zeilen dermaßen aus, dass es dazwischen einfach nichts mehr zu interpretieren gibt.

Schnell wurde mir klar, dass dieser Geschichte etwas Essenzielles fehlt. Es fehlt ihr an Charme, Charakter und Gefühl. Die Protagonisten fühlen sich so distanziert an und besonders der männliche Hauptcharakter Vicious ist dermaßen unzugänglich, dass man beim Lesen regelrecht die Krise bekommt. Selten ist mir in meinen Lektüren ein dermaßen ätzender Protagonist begegnet. Im negativen Sinne überstrahlt er alles und lässt von der erwarteten romantischen Liebesgeschichte, die mit einem recht interessanten Setting und einer spannenden Thematik aufgebaut ist, nichts übrig.

Bewertung vom 26.04.2018
Wie die Stille unter Wasser / Romance Elements Bd.3
Cherry, Brittainy C.

Wie die Stille unter Wasser / Romance Elements Bd.3


ausgezeichnet

Eine herzzerreißende Geschichte mit einigen leisen Passagen

Mit ihrem emotionalen und schmerzerfüllten Liebesroman „Wie die Luft zum Atmen“ hat mich die junge amerikanische Autorin Brittainy C. Cherry vor etwa einem Jahr emotional umgehauen. Mit ihrer aktuellen Veröffentlichung hat sie mir erneut bewiesen, dass sie Geschichten fernab von 0815 entwerfen kann, die nicht in die klassischen Genreschubladen passen.

„Wie die Stille unter Wasser“ wird als dritter Band der „Romance Elements“-Serie beworben, hat aber rein gar nichts mit den Charakteren aus den anderen Bänden zu tun. Alle Teile sind in sich abgeschlossen und unabhängig voneinander lesbar.

Dieses Mal erzählt die junge Autorin die Geschichte der einst fröhlichen Maggie May, die in jungen Jahren eine erschütternde Erfahrung machen muss. Das Trauma, das dadurch ausgelöst wird, raubt ihr mit nur 10 Jahren die Stimme. Während ihre Geschwister und ihre Freunde in den nächsten Jahren erwachsen werden, ihr Leben leben und beginnen, ihre Träume zu verwirklichen, fesseln fürchterliche Flashbacks und Angstzustände Maggie May ans Haus, das sie seit den Ereignissen damals nicht mehr verlassen konnte.

Auf den insgesamt rund 400 Seiten erlebt der Leser gemeinsam mit Maggie May alle Höhen und Tiefen, wobei Letztere in ihrem Leben natürlich dominieren. Ein wahrer Lichtblick ist Maggies bester Freund Brooks, der sie am besten kennt und sie auch ohne Worte versteht. Doch wie es der Lauf des Lebens will, muss auch Brooks sie eines Tages zurücklassen.

Beim Lesen hatte ich den berühmten Kloß im Hals und tatsächlich kullerte zwischendurch mal ein kleines Tränchen aus meinem Augenwinkel. Allerdings gab es auch einige langatmige Passagen, die mich emotional von der Story entfernt haben. Gleichzeitig passt die stagnierende Handlung perfekt zu Maggies eingefrorenem Lebenszustand. Die gesamte Tragweite ihres Schicksals und das stille Leiden ihrer Familie werden besonders zum Schluss hin deutlich und die Emotionen brachen bei mir beim Lesen der letzten Seiten erst richtig durch.

Die Stärke der Geschichte liegt definitiv in seiner ruhigen und eindringlichen Erzählart, die mich sogar über die aufkommenden kitschigen Entwicklungen am Ende locker hinwegsehen lassen.

Wer gerne tiefgründige Liebesromane fernab von den beliebten 0815-Bestsellern lesen möchte und auf große Emotionen steht, dem kann ich sowohl „Wie die Stille unter Wasser“ als auch „Wie die Luft zum Atmen“ ans Herz legen.

Bewertung vom 05.04.2018
Der Glanz der Dunkelheit / Die Chroniken der Verbliebenen Bd.4
Pearson, Mary E.

Der Glanz der Dunkelheit / Die Chroniken der Verbliebenen Bd.4


sehr gut

Der krönende Abschluss eines packenden Märchenabenteuers

Die ersten drei Bände der Fantasyreihe „Die Chroniken der Verbliebenen“ gehören zu den absolut spannendsten Büchern, die ich im letzten Jahr gelesen habe. Von der ersten Seite an hat mich das märchenhafte Abenteuer der Prinzessin Lia in seinen Bann gezogen. Allein die Storyline des Reihenauftakts „Der Kuss der Lüge“ hat mich verzaubert: Es geht um eine Prinzessin die vor ihrer Zwangsheirat flieht, um in der gefährlichen Wildnis ihre Bestimmung zu finden. Zur gleichen Zeit machen sich der verschmähte Prinz und ein Attentäter auf, um die verschollene Prinzessin zu finden. Beide Männer verschleiern ihre Identität und Lia verliebt sich in beide.
Besonders die Art und Weise, wie die Autorin die Identitäten der männlichen Charaktere im ersten Band verschleiert und auch vor den Lesern geheim hält, ist unvergleichlich gut.

In den USA besteht die Originalreihe eigentlich aus drei Teilen. Für den deutschen Markt wurde der Finalband, am wohl spannendsten Höhepunkt, aufgeteilt und mit „Der Glanz der Dunkelheit“ kommen wir auch endlich in den Genuss, das Finale zu erleben.

Natürlich setzt die Story lückenlos an das Ende des dritten Bandes an. Mit ihrem gewohnt einnehmenden Erzählstil konnte mich Mary E. Pearson erneut fesseln und ich war so gespannt zu erfahren, ob Lia wirklich ihre Bestimmung findet und natürlich auch, für welchen Mann sich ihr Herz am Ende entscheidet – für den Prinz oder den Attentäter (damit ich hier niemanden versehentlich spoiler, nenne ich lieber keine Namen).

Mit dem Handlungsfaden und den finalen Entwicklungen war ich insgesamt sehr zufrieden. Allerdings fühlte sich die gesamte Story eindeutig zu kurz an. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, regelrecht durch den Showdown gejagt zu werden. Ich muss leider auch zugeben, dass ich den poetischen teils kryptischen Eingebungen von Lia nicht immer folgen konnte.

## Fazit

Obwohl ich die Trennung des originalen Finalbandes für den deutschen Markt ziemlich unglücklich und ich die Handlung für einen einzelnen Band zu dünn finde, hat mich Lias düstere und märchenhafte Geschichte als Ganzes unglaublich gut unterhalten. Die volle Punktzahl bekommt „Der Glanz der Dunkelheit“ leider nicht, trotzdem kann ich allen Fantasyliebhabern, die Romane wie „Der Kuss des Kjer“ mögen, diese Reihe ans Herz legen.

Bewertung vom 05.04.2018
Das Fundament der Ewigkeit / Kingsbridge Bd.3
Follett, Ken

Das Fundament der Ewigkeit / Kingsbridge Bd.3


sehr gut

Vor Jahren habe ich Folletts Meisterstück „Die Säulen der Erde“ und einige Zeit später „Die Tore der Welt“ verschlungen. Ich zähle sie zu den besten historischen Romanen, die ich, überhaupt jemals gelesen habe.

Richtig gut gefallen hat mir definitiv die erste Buchhälfte. Diese strotzt vor Spannung und hält für die Charaktere, zu denen man schnell eine Verbindung aufbauen kann, viele böse und heftige Überraschungen bereit.
Die Handlung nahm mich sofort gefangen und ich brannte darauf zu erfahren, welche Wendungen das Schicksal und die Schwierigkeiten des 16. Jahrhunderts für die Protagonisten noch bereithalten. Sowohl die Prota- als auch die Antagonisten hat Ken Follett stark und facettenreich entworfen. Obwohl er schnell unzählige Figuren ins Spiel bringt, macht er es den Lesern leicht, sie voneinander zu unterscheiden. Gekonnt stellt er sie den historischen Figuren an die Seite und erzählt durch sie die krisenreiche Geschichte Englands während des elisabethanischen Zeitalters.

Doch leider werfen nicht nur die blutigen Glaubenskriege dunkle Schatten auf die Handlung, es gibt tatsächlich ein paar kleine Kritikpunkte an diesem fulminanten Histo-Schmöker.
In den folgenden Abschnitten orientiere ich mich einfach mal an einigen kritischen Aussagen anderer Leser und gehe kommentierend darauf ein:

--„Spannung flaut immer wieder ab“
Ja, besonders in der zweiten Buchhälfte gibt es einige Kapitel die weniger fesselnd sind, besonders für solche Leser, die sich mit den historischen Ereignissen schon recht gut auskennen. Das Schicksal der schottischen Königin Maria Stuart zum Beispiel habe ich schon einige Male durchlebt. Daher konnten mich besonders die Szenen mit ihr nicht sonderlich fesseln. Aber das kann ich Ken Follett nicht zur Last legen.
Wirklich schade finde ich hingegen, dass er das Potenzial einiger Handlungsstränge und Charaktere nicht vollends ausgeschöpft hat. Anstatt sich mit seinen starken fiktiven Figuren zu beschäftigen, lenkt er das Augenmerk der Leser beinahe schon krampfhaft auf die historischen Fakten und dem Lauf der belegten Ereignisse. Die zuvor packende Spannung flaut dadurch leider ab.

--„Kingsbridge ist nur Nebenschauplatz“
Ja, das finde auch ich sehr schade. Auf der anderen Seite verdeutlicht diese Entwicklung die Veränderungen des 16. Jahrhunderts. Die Engländer begannen, die Welt zu erforschen. Trotzdem hätte es mich sehr gefreut, wenn Kingsbridge auch in diesem Band der Fixpunkt der Handlung gewesen wäre. Immerhin war die Vorfreude, nach all den Jahren wieder dorthin zurückzukehren, unermesslich groß.

--„Zu detailverliebt“
Besonders in diesem Genre ist es schwierig, die perfekte Balance zwischen Oberflächlichkeit und Detailverliebtheit zu halten. Historische Romane brauchen immer eine gewisse Detailtreue, einfach um dem Leser ein authentisches Gefühl für die Vergangenheit zu übermitteln. Ken Follett umschreibt natürlich viele Kleinigkeiten umfassend, was mich im groß und ganzen kaum gestört hat. Erst zum Schluss (ab Buchabschnitt 5) fällt diese Tatsache für mein Gefühl negativ ins Gewicht.

--„Fühlt sich unendlich an“
Diese Aussage muss ich leider so unterschreiben, wobei es eigentlich nur die letzten Kapitel sind, die sich so unendlich zäh in die Länge gezogen haben und einen Schatten über die sonst so ereignisreiche Story werfen.
Zum einen macht Ken Follett zum Ende hin vollkommen unerwartet große Zeitsprünge, die ich schwierig zu verarbeiten fand. Zudem erzählt er die Geschichte über den Tod Königin Elisabeths hinaus, um die letzte große Verschwörung mit in die Handlung zu bringen. Mir wäre es lieber gewesen, wenn er die historischen Fakten mal außer Acht gelassen und seinen fiktiven Protagonisten das Ruder überlassen hätte, einen persönlichen Showdown in Kingsbridge zu liefern.

Trotz meiner teils harschen Kritik hat mir dieser Histo-Schmöker viele großartige Lesestunden beschert und mir fällt es schwer, mich von den liebgewonnenen Charakteren zu verabschieden.

Bewertung vom 19.02.2018
Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen
Bardugo, Leigh

Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen


ausgezeichnet

Vorab muss ich gestehen, dass ich eigentlich kein Fan und Kenner des DC-Superheldenuniversums bin und bisher auch nie das Bedürfnis hatte, das zu ändern. Tja, bis zu dieser Story. Leigh Bardugo hat meinen Horizont erweitert, denn dieses Buch habe ich nur ihretwegen gelesen. Und was soll ich sagen: Ich bin absolut begeistert von der Amazone Diana, die ihre Macht für sich entdeckt und zu Wonder Woman wird.

Mit jeder Zeile spürt man, dass Leigh Bardugo ein großer Fan des fiktiven Charakters „Wonder Woman“ ist und große Freude hatte, ihre Begeisterung in dieser Story voll ausleben zu können. Ihre Faszination ist sofort ansteckend und die Geschichte, die aus zwei Perspektiven heraus erzählt wird, entwickelt unfassbar schnell eine fesselnde und tief gehende Dynamik, der man sich kaum entziehen kann.

Die mythologische und übersinnlich stark geprägte Story hat einige Parallelen mit der Handlung des gleichnamigen Kinofilms aus dem letzten Jahr, mit Gal Gadot in der Hauptrolle. Dennoch erzählt Leigh Bardugo eine komplett neuartige Geschichte und lenkt sie in eine komplett andere Richtung, die mit einigen bösen Wendungen zu überraschen weiß, und spricht mit ihren jugendlichen Charakteren besonders das jüngere Lesepublikum an.

Getragen wird diese Story ganz klar von den starken Charakteren, die Leigh Bardugo wie kaum eine andere Autorin zeichnen kann. In Kombination mit ihrem unvergleichlichen Schreibstil machen die Hauptfiguren bemerkenswerte Entwicklungen durch. Besonders mit der Amazone Diana fiebert der Leser mit. Gemeinsam mit ihr schätzt man ab, welche Fähigkeiten sie besitzt, erlebt mit ihr epische Momente und schmunzelt über die herrliche Situationskomik. Genauso einnehmend ist auch die zweite weibliche Hauptfigur, die sterbliche Alia, die Diana antreibt, die Ideale der Amazonen infrage zu stellen und sich selbstlos dem gewaltigen Wettlauf zu stellen, um den Frieden der Menschheit zu bewahren.

## Mein Fazit

„Wonder Woman. Kriegerin der Amazonen“ ist ein absolut spannungsgeladener und mythologischer Superheldenroman, der sogar Genreneulingen und bekennende Anti-DC-Fans gut unterhalten wird. Mit ihrer starken „Wonder Woman“ Interpretation hat Leigh Bardugo mir das Portal zu einem mir vollkommen neuen Genre eröffnet.

Auf den zweiten Band aus der „DC ICONS“-Serie „Batman“ von Marie Lu, der im August 2018 erscheinen wird, freue ich mich jetzt schon sehr.

Bewertung vom 02.02.2018
Bird and Sword / Bird & Sword Bd.1
Harmon, Amy

Bird and Sword / Bird & Sword Bd.1


sehr gut

Da ich zuvor keine großen Erwartungen an diese Geschichte gestellt habe, hat mich die Story positiv überraschen können. Amy Harmon erzählt in einer sehr einnehmenden Sprache ein rasantes Romantasyabenteuer, das mit einigen unerwarteten Wendungen aufwarten kann.

Hier steht ganz klar die wunderschöne und unaufdringliche Liebesgeschichte, die nicht mit den gängigen Klischees behaftet ist, im Vordergrund. Der Weltenentwurf hingegen kommt leider etwas zu kurz und man erfährt nur wenig über die Vorgeschichte des Königreichs und findet nur ausweichende Antworten auf die Frage, warum magisch begabte Menschen eigentlich verfolgt und ermordet werden.

Auch wenn die Handlung selbst recht schmal angelegt ist, kann sie mit charakterstarken Figuren glänzen, die man gerne durch die lebensbedrohlichen Gefahren begleitet. Dabei stechen besonders die Szenen hervor, in denen die Protagonistin Lark, die als Kind nicht nur ihre Mutter, sondern auch ihre Stimme verloren hat, allmählich ihre Gabe entdeckt und lernt, mit der mächtigen Magie der Worte klarzukommen.

Doch es ist nicht nur Lark, die mit einer beeindruckenden Präsens überzeugt, auch der junge König Tiras, der Lark scheinbar mit bösen Absichten entführt hat, gewinnt mit der Erzählung an Bedeutung. Sein eigenes Schicksal ist es schließlich, das den Großteil der unvorhersehbaren Wendungen provoziert.

Rückblickend betrachtet kann ich behaupten, dass mir Larks gefährliches und rasant erzähltes Romantasyabenteuer an manchen Stellen schier den Atem geraubt hat. Abgesehen von ein paar kleinen Logikfehlern und einem kurz gehaltenen Showdown, kann ich diese märchenhafte Fantasygeschichte über die Macht der Worte allen Romantasy-Fans ans Herz legen.