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Benutzername: chris_ma
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Danksagungen: 2 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 35 Bewertungen
Bewertung vom 20.11.2016
Altherrenjagd
Schröfl, Andreas

Altherrenjagd


sehr gut

Moderne, lustige Schnitzeljagd und bayrischer Humor

Dieser Krimi ist gewöhnungsbedürftig in vielerlei Hinsicht und überzeugt letztlich mit seinem typisch bayerischen Humor. Die Hauptperson könnte nicht besser dargestellt werden. Bier spielt dabei genauso eine große Rolle wie eine Münchner Studentenverbindung und die moderne Schnitzeljagd “Geocaching” genannt.

Sie fragen sich und wo ist da der Krimi ? Ja Mord passiert auch noch. Alles ganz schön viel und das verpackt auf gut 300 Hundert Seiten, das geht nur in Bayern. Kurz zusammengefasst um was sich die Geschichte dreht. Sanktus entdeckt zusammen mit Freunden seiner Frau eine Leiche. Die Leiche ist der Geschäftspartner von Dr. Engeler. Dieser bangt um sein Leben und bittet Sanktus um Hilfe bei der Suche nach dem Mörder. Warum gerade Sanktus? Er hat Erfahrungen als Privatdetektiv und das weiß auch Dr. Engeler von Sanktus Dengler genannt.

Sanktus selbst arbeitet aktuell in einem Biergarten, war früher auch mal Brauer und daraus hat sich noch ein Stammtisch erhalten. Sanktus hat eigentlich keine Lust, wieder zu ermitteln, aber seine Freunde, der Stammtisch stehen ihm beratend zur Seite. Dengler und Sanktus sind schon zwei komplett verschiedene Persönlichkeiten und doch gehen sie gemeinsam auf Ermilltertour.
Der Tote kommt aus einer Studentenverbindung und hier beginnt zuerst die Suche. Hinzu kommt noch ein Vermisstenfall, auch dieser aus der Verbindung. Genau hier startet die Geocaching-Tour durch München um den Vermissten letztlich noch zu finden und zwar lebend. Ob das gelingt und wie diese Fälle zusammenhängen, dazu müsst ihr diesen Krimi lesen.

Ich muss gestehen zu Beginn dachte ich mir beim Lesen “das wurde gedruckt ?” Ja, an den Schreibstiel musste ich mich gewöhnen und muss sagen, hätte nicht gedacht, dass mir der Krimi letztlich so gut gefallen wird. Der Schreibstil passt perfekt zum Buch zur Person und was mich besonders begeistert hat, war wie viel verschiedene Dialekte so genial getroffen wurden, dass man meint diese Personen gerade sprechen zu hören. Dafür zolle ich großen Respekt an den Autor dies so in einem Buch wiederzugeben. Genial.

Geocaching kenne ich durch einen Arbeitskollegen der dies aktiv betreibt. Auch hier wurde dies durch den Autor sehr gut dargestellt und wiedergegeben. Bei dieser Suche habe ich wirklich oft geschmunzelt, vor allem wenn die Diskussionen beim Bier besprochen wurden.
Betrunken eine solche Tour zu starten hat auch was für sich. Grundsätzlich ist das Bier schon sehr präsent unabhängig vom Getränk an und für sich.

Dieser Krimi ist bei vielen Dingen sehr nah an der Realität. Genauer möchte ich das nicht beschreiben sonst würde ich da den Reiz rausnehmen, diesen Krimi noch zu lesen. Ich kann nur sagen auch Bildung kommt hier nicht zu kurz. Schöner Bierkrimi aus München mit Einbindung der Studentenverbindungen, dies in München doch sehr viele gibt.

I kon den nur weiterempfehlen und gfrei mi af an Nachfolger mit dem Sanktus und dem ganzen Bierstammdisch, Hät ned glabt das der so Spaß machn kon. I vergeb 4 von 5 Punkten und wünch Eich viel Spaß beim Lesen.

Bewertung vom 20.11.2016
Zersetzt
Sander, Lena

Zersetzt


gut

Gutes Thema, doch verliert sich irgendwann

Wir sind alle mal krank. Manchmal ist es nur ein Schnupfen und dann gibt’s auch die, bei denen eine OP nötig ist oder eine Chemotherapie ran muss um die gefährlichen Zellen loszuwerden. Dieser Thriller hat mich aufgrund der angepriesenen wahren Begebenheiten um eine mysteriösen Krankheit sehr interessiert. Leider muss ich gestehen konnte das Buch nicht das halten was es verspricht.

Eigentlich ist das Thema und auch die Story gut gedacht. Die junge Journalistin Julia wird mit einer mysteriösen Krankheit konfrontiert an der ihr Vater leidet. Sie wird den Eindruck nicht los, dass man ihr nicht ganz die Wahrheit sagt. Das sich ihr Gefühl nicht tauscht bestätigt sich als auch die Krankenschwester an sie wendet. Auch ihre Mutter hat die gleichen Symptome. Sie weißt auf Ungereimtheiten mit dem Konzern der eingesetzten Implantate hin. Julia kann das nicht glauben und begibt sich auf Hintergrundregere um dies bei ihrem Arbeitgeber für alle öffentlich zu machen. Eine Liebensgeschichte wird auch noch eingebaut. Wird es eine große Story auf Seite eins geben ?

Bei diesem Thriller bin ich wirklich hin und hergerissen. Zu Beginn des Thrillers war ich echt gefesselt. Man kommt durch den guten Schreibstil sehr schnell in die Geschichte. Die ersten Seiten fliegen nur so dahin. Auch wenn es am Anfang schwer zu verstehen ist, warum Julia nicht ins Krankenhaus geht sondern zu ihrer Psychologin. Der Leidensdruck muss enorm hoch sein. Die Geschichte wird dann rückblickend erzählt.

Umgeschlagen hat meine Begeisterung als die journalistischen Tätigkeiten von Julia nur noch aus Action besteht und das eigentliche Thema so in den Hintergrund rückt, dass es gar nicht mehr existent ist. Die Sorge um den Vater und dessen Krankheit wird absolut zur Nebensache. Das fand ich sehr schade. Wenn man Julia allerdings so zeigen wollte, dass ihr die Arbeit und der Ruhm mehr wert ist, als die Sorge um den Vater, dann hat man das gut geschafft.

Ganz am Ende im Nachwort der Autorin bekommt man noch Hintergrundinfos zu den Implantaten, die Krankheiten verursacht, also um das eigentliche Thema im Buch. Für mich wurden diese leider nur zum Teil in die Geschichte eingebaut.

Fazit: Ein eigentlich guter Thriller mit gutem Thema, das für sich für mich irgendwann verliert. Am Anfang sehr fesselnd und nachdenklich. Wer Aktion liebt ist hier absolut richtig. Lesenswert ist er allemal und bekommt von mir 3 von 5 Punkten.

Bewertung vom 06.11.2016
Veilchens Blut / Valerie Mauser Bd.3
Fischler, Joe

Veilchens Blut / Valerie Mauser Bd.3


gut

Rasantes und ungewöhnliches Wiedersehen

Ich habe mich über das Wiedersehen mit Veilchen sehr gefreut. Valerie Mauser ist eine außergewöhnliche Polizistin. Im letzten Fall hat sie selbst ihr Leben zum Einsatz gebracht und wurde schwer verletzt. In diesem Fall beginnt alles in der Reha bei der sich Valerie, genannt Veilchen, erholen sollte.

Stattdessen erhört sie den Hilferuf ihrer Tochter und rast im wahrsten Sinne des Wortes zu ihr. Genauso rasant, gerät sie plötzlich in Verwicklungen und wird letztlich sogar polizeilich gesucht.

Dieser Krimi ist sehr rasant und komisch zugleich. Egal ob die ungewöhnliche Mofafahrt, die Flucht vor der Polizei in ein Geheimversteck oder auch die Entführung von Zootieren inklusive eines Rittes auf dem einen oder anderen Tier, alles das nimmt Veilchen mit ihren Mitstreitern Stolwerck, Sandro Weiler und Schmatz in Kauf. Doch warum eigentlich?

Sie möchte letztlich nur ihre Tochter die sie einst zur Adoption gegeben hat, kennenlernen. Hacken an der Sache ist, dass Luna in extremen Schwierigkeiten steckt und außer ihrer leiblichen Mutter keinen Unterschlupf mehr weiß.

Ein Mord, eine Polizistin die eigentlich ins Bett und nicht auf Ermittlungstour gehört und dazu noch so ein paar verstrickte Schwierigkeiten machen das Buch ebenso lesenswert.
Veilchen gerät plötzlich so ins Visier, dass sie in der Öffentlichkeit von ihren ehemaligen Kollegin sogar als Entführerin gilt. Wird sie mit Stolwerck, Sandro und Schmatz ihre Tochter Luna da rausholen können ? Und werden Tochter und Mutter zueinander finden?

Veilchen ist mir seit dem letzten Fall wirklich sehr ans Herz gewachsen. Wer einen rasanten und auch spannenden Krimi mit wirklich sehr komischen Szenen lesen möchte ist hier absolut richtig. Mir hat auch gut gefallen, dass die Tochter-Mutter Zusammenführung nicht als “heile Welt” dargestellt wird. Nein die Luna ist für mich als pubertierender Teenager gut von Autor getroffen worden. Wäre für mich ansonsten eher unrealistisch gewesen. So ungewöhnlich das Veilchen ist, genauso besonders wurde Luna für mich ins das Buch geschrieben. Authentisch eben. Toll eingebaut sind auch die Liebesgeschichten. Auch diese fand ich gut gelungen.

Egal welche Flucht es war in manchen Szenen letztlich etwas zu übertrieben, das man sich wünschte die Geschichte würde endlich weitergehen. Aus diesem Grund fällt für mich leider dieser Veilchen-Krimi etwas hinter dem letzten zurück. Ich vergebe 3,5 Sterne von 5 möglichen und wünsche mir, dass das nächste Abenteuer mit Veilchen wieder zur alten gewohnten Stärke zurück gewinnt.

Bewertung vom 02.11.2016
Killer-Tschick
Loibelsberger, Gerhard

Killer-Tschick


sehr gut

Zigarettenmord

Die Fernsehserie um SOKO-WIEN sollte doch relativ bekannt sein. Im Film spielt Penny Lanz die Ermittlerin hinter den Kollegen Nowak und Ribarski. In diesem Krimi wird sie jedoch zur Hauptfigur. Diese Rolle steht ihr jedenfalls sehr gut und war eine gute Idee des Autors.

Das jedoch ist nicht die einzige Besonderheit an diesem Krimi. Es gibt sehr viele Dialoge die im Wiener Dialekt geschrieben sind. Damit man die besonderen Ausdrücke aus Wien auch verstehen kann, hat er diese als “Fußnote” in das Buch eingebaut. Auch ein Glossar aller im Buch verwendeten Begriffe sind am Schluss nochmals zusammengefasst. Super Idee und ich hab dass sonst noch nirgendwo gelesen. Ich muss gestehen auch ich als Bayerin, die den Dialekt eigentlich versteht, habe ein paar Begriffe nachgelesen.

Nun um was geht’s in diesem Krimi. Gleich zu Beginn bekommt man den ersten Toten serviert. Es sieht eigentlich alles nach Herzverzagen oder Altersschwäche aus. Doch es stellt sich heraus, das die Tote aufgrund von illegalen Zigaretten, die Spuren von Rattengift und Arsen enthalten, ihr Leben lassen musste. So beginnt eine aufregende Jagd in und um Wien, um sowohl den illegalen Machenschaften ein Ende zu setzten als auch die Morde aufzuklären, den es werden noch ein paar hinzukommen. Ein toter Chinese wie passt der nun in dieses Bild ? Hängen die Morde zusammen ?

Lebensgefährlich wird´s da nicht nur die oben beschriebene Jagd sondern auch für Penny. Unterstützung bekommt sie ausgerechnet von Bojko Schiwkow einem Bulgaren, der während der Ermittlungen ins Visier rückt. Doch was hat Bojo mit dem Fall wirklich zu tun ? Wer steckt hinter den illegalen Geschäften und den Morden ? Mafia oder lauter Einzeltäter ?

Die Frage, die sich Penny auch stellen muss, was ihre Freundschaft zu ihren Kollegen eigentlich wert ist? Wird sie von ihren Kollegen im Stich gelassen ?

Mich hat die Handlung sehr stark an die Serie erinnert, ja ich hatte sogar das Gefühl als ob ich nicht ein Buch lese sondern den Krimi am Fernsehen verfolge. Sehr spannungsgeladen, fesselnd, emotional und am Schluss mit einem Finale mit dem man nicht rechnen wird.

Penny lernt man von einer ganz andere Seite kennen, die Rolle der Hauptfigur steht ihr und davon kann es ruhig mehr geben. Ich hatte viel Spaß mit diesem Krimi und vergebe 4 von 5 Sternen.

Bewertung vom 18.09.2016
Wörthersee mortale
Zingerle, Roland

Wörthersee mortale


gut

Durchschnittlicher Krimi vom Wörthersee

Diesmal geht die Reise an den Wörthersee. Eine gelungene Kulisse für einen Kärtner Krimi. Durchaus lesenswert, tolle Figuren einzig die Geschichte hat mich nicht ganz überzeugt. Der Schreibstil des Autors ist schön lesbar und die Gegend wird einem nett dargelegt.

Ein Detektiv Heinz Sablatnig wird von einem Versicherungsunternehmen beauftragt eine Beute ausfindig zu machen, die vor 13 Jahren verschwunden ist. Bei einem brutalen Raubüberfall ist eine wertvolle Zigarrensammlung verschwunden, zwei Menschen ermordet, einer kam hinter Gitter und die vermeintliche Komplizen kurze Zeit später verstorben. Die Beute jedoch ist bis heute verschwunden.

Warum nach so langer Zeit nach den Zigarren gesucht wird, liegt am daran, dass der Sohn des damaligen Geschädigten, nach diesen Suchen läßt.

Bei der Suche nach der verschwunden Beute ist es natürlich sehr von Vorteil, dass die Schwester von Sablanig bei der Polizei ist. Auch sie ist auf die Beute angesetzt. Gemeinsam tauschen Sie Ergebnisse aus und unterstützten sich gegenseitig. Doch wie die Beute verschwunden ist, warum und wo sie zu finden ist, dazu müsst ihr den Krimis lesen.

Mein Fazit zu dem Krimi. Es geht teilweise sehr hoch her. Detektiv Sablatnig ist dabei die Hauptfigur. Er ist vom Autor sehr gut dargestellt, auch die Umgebung rund um den Wörthersee kommt gut zur Geltung. Was abfällt ist letztlich die Geschichte. Sie wurde trotz alledem gut beschrieben. Für mich jedoch nur im Gesamtbild nur durchschnittlich. 3 von 5 Sterne vergebe ich hierfür.

Bewertung vom 18.09.2016
Vergessen / Verena Irlenbusch Bd.1 (eBook, ePUB)
Pistor, Elke

Vergessen / Verena Irlenbusch Bd.1 (eBook, ePUB)


sehr gut

Gelungener Auftakt mit Luft nach oben.

Dieser Krimi über eine neue Reihe um die Kommissarin Verena Irlenbusch geht es viel darum die Hauptpersonen kennenzulernen. Der Auftakt ist durchaus gelungen und lesenswert hat aber für meine Begriffe noch Luft nach oben gelassen.

Man lernt die Hauptperson Kommissarin Irlenbusch mit Ihrer an Alzheimer erkrankten Oma kennen. Genauer gesagt das Krankheitsbild und die Auswirkungen der Krankheit sowohl auf das zusammenleben als auch den Spagat einer arbeitenden Enkelin, die ihre Oma nicht abschieben möchte und auch nicht einfach ihre Arbeit vernachlässigen kann. Ja und letztlich kommt auch noch das Privatleben, die Liebe, hinzu und wieder ist ein erneuter Konflikt vorhanden mit denen Verena klarkommen muss.

Außerdem um den eigenwillige zu scheinenden neuen Kollegen Christoph Todt. Mit ihm muss Irlenbusch zusammen arbeiten, nachdem ihre eigentliche engste Mitarbeiterin kurzfristig ausfällt. Dieser Kollege scheint sehr auf sich bezogen zu sein und die weibliche Kollegin nicht wirklich ernst zu nehmen und meint er sei der bessere. Schlichtweg kompliziert. Genau das macht das gemeinsame Ermitteln gar nicht so leicht. Auch den Menschen Todt lernt man kennen und nicht nur der Leser sondern auch Verena lernt ihn schätzen. Ob sich da nicht noch was privates entwickeln könnte. Wünschen würde man es ihnen.

Natürlich kommen auch die Morde nicht zu kurz. Auch diese gehen letztlich wie der Titel des Buches schon verheißt in die Vergangenheit die einige schlichtweg vergessen lassen wollten. Nun werden sie vom Mörder genau daran erinnert. Doch was war so schlimm, dass gleich zwei Morde passieren, jemand schweigt und Angst zu haben scheint, ein Kind verschwindet und die Polizei im Dunkeln tappen läßt ?

Fazit: Ein guter Auftakt mit Luft nach oben. Wobei die Geschichte um die Figuren in dem Krimi sehr gut gelungen sind. Ebenso toll ist die Alzheimer-Krankheit angesprochen worden. Der Krimi und die Geschichte um die Morde sind solide aber im Gegensatz zum Rest des Buches etwas schwach gelungen. Vor allem das Motiv dahinter hinkt für mich etwas. Ich vergebe jedoch 4 von 5 Sternen und hoffe auf eine bessere Geschichte für Verena und Christopher, den die beiden haben eine Fortsetzung redlich verdient.

Bewertung vom 18.09.2016
Einer lebt, einer stirbt / D.I. Helen Grace Bd.1
Arlidge, Matthew J.

Einer lebt, einer stirbt / D.I. Helen Grace Bd.1


ausgezeichnet

Wann ist man gebrochen ?

In diesem Thriller ist der Titel “Einer lebt, einer stirbt” echt Programm. Ich habe zuerst den zweiten Fall gelesen und kannte dadurch letztlich schon, wer überleben wird. Allerdings hat das beim Lesen der Spannung keinen Abbruch getan. Ich habe den ersten Fall von Helen Grace genauso gern gelesen wie den zweiten Fall. Diesen hier fand ich fast noch grausamer und herzloser.

Die eigenwillige Ermittlerin Helen Grace hab ich aus den zweiten Fall schon sehr gerne gemocht. Jetzt kann ich gar nicht mehr genug von ihr bekommen.

Eigentlich schaut alles nach einem normalen Fall aus und doch ist hier gar nichts normal. Eine junge verstörte Frau, abgemagert ist gerade der Hölle entkommen. Ihr Freund hat sich letztlich vor Ihren Augen das Leben genommen, damit sie weiterleben kann. Helen versucht zu verstehen was wirklich vorgefallen ist und ob sie dem jungen Mädchen wirklich glauben schenken kann.

Als ein zweiter ähnlich gelagerter Fall geschieht, sieht das so aus, als ob ihr eine Serienmörderin unterwegs ist. Auch wenn sie selber gar nicht die Morde begeht. Sie entführt zwei Personen, sperrt Sie ein und überlässt Ihnen die Entscheidung. Eine Waffe, eine Kugel und der der überlebt wird in die Freiheit entlassen. Zwischen den beiden Fällen scheint es keine Verbindung zu geben. Wie sucht sie dann Ihre Opfer aus ? Warum macht sie das ? Was hat sie davon ?

Die Überlebenden sind aber anschließend so traumatisiert, das sie ihr Leben nur schwer in den Griff kriegen und sich große Vorwürfe machen, warum sie nicht an der Stelle des Toten sind. Ja sie wünschen sich fast den Tod. Sie bleiben in der Hölle gefangen und das ein Leben lang, obwohl man der Hölle entkommen ist. Eigentlich unglaublich aber hier leider war. Auch die Presse bekommt Wind davon und möchte sich die Schlagzeilen nicht entgehen lassen. Der Chef, die Presse, ein mit privaten Problemen Ermittler aus dem Team alle setzten Helen letztlich unter Druck. Sie hat so ihre eigenen Mittel mit diesem Druck umzugehen.

Doch nicht nur in beruflichen Leben ist nichts wie es scheint auch im privaten Bereich scheint sich etwas zu verändern. Hinzu kommt, dass sie durch die Morde sehr gefordert ist und letztlich unschöne Dinge aufdecken muss. Die die berufliche wie die private Seite von Helen sehr strapazieren wird.

Ich möchte hier keinesfalls die Spannung rausnehmen um mehr erfahren zu wollen, müsst ihr diesen mörderischen Thriller einfach lesen. Eines kann ich jetzt schon verraten, langweilig wird einem garantiert nicht und für Helen wird’s noch richtig persönlich.

Was mir an diesem Thriller abgesehen von der Geschichte so fasziniert und gefesselt hat, war der Schreibstil und die Aufbauweise in dem Thriller. Die Entführungsfälle sind so hautnah beschrieben, dass man die Gefühle jeder einzelnen Person schon fast mitfühlen kann. Ja in der Entscheidung eingebunden ist und sich letztlich selber die Frage stellt. Was würde ich wohl in so einem Fall tun ?
Wann ist man selber so gebrochen und welche Entscheidung ist letztlich die bessere, sterben oder mit dem erlebten weiterleben zu dürfen oder sogar müssen. Wird man in solchen Situationen schlichtweg zum Mörder und kann das letztlich jeder werden ?

Einen Thriller so aufzubauen, dass er den Leser nicht mehr loslässt, man sich selber in die jeweils dargestellten Personen hineindenken, mitfühlen und bedauern kann und die Aufklärung auch noch so manches ans Tageslicht bringt, verdient schlichtweg 5 von 5 Sterne. Hier ist der Lesespaß garantiert.

Bewertung vom 11.09.2016
Reitinger kehrt zurück
Kinskofer, Lotte

Reitinger kehrt zurück


sehr gut

Neugieriger Journalist in Elternzeit ermittelt


Das Titelbild verrät schon sehr deutlich, dass es hier um einen Krimi aus Regensburg handelt. Man sieht abgebildet die Donau und dahinter die wunderschöne Stadt mit ihren verwickelt kleinen Gassen.

In einem Stadtteil von Regensburg wohnt auch der Journalist Reitinger mit seiner Familie. An einem schönen Tag ist er mit seiner Tochter in der Stadt unterwegs als er am Donauufer einen alten Kollegen entdeckt. Es scheint so, als ob sich eine Frau in die Donau stürzen möchte und Reitinger schreitet ein um das zu verhindern. In einem Gespräch mit der Frau erfährt er, dass vor kurzem ihr Mann in der Donau gefunden wurde. Sie glaubt jedoch nicht an Selbstmord sondern geht von Mord aus und niemand scheint ihr zu glauben.

Reitinger wittert dahinter seine Chance mit einer größeren Story wieder ins Berufsleben einsteigen zu können. Er befindet sich aktuell in Elternzeit und möchte doch wieder etwas mehr gefordert werden. Auf drängen dieser verzweifelten Frau läßt er sich schließlich, getrieben von der Neugierde darauf ein und hilft der Witwe herauszufinden, wer der Mörder ihres Mannes ist.

Seine Tochter ist natürlich dabei, wenn er sich auf Reschere zum Tatverdächtigen der Witwe begibt. Der Tote aus der Donau hat sich die letzte Zeit viel mit Archäologie beschäftigt. Kammhuber hieß der Schatzsucher mit dem der Tote in und um Regensburg herum auf Schatzsuche unterwegs war. Kammhubers Frau wirkte irgendwie nervös. Letztlich passiert Hr. Kammhuber auch noch ein Unfall. Alles sehr mysteriös, denn der Stiefsohn soll angeblich was mit dem Unfall zu tun haben. Was steckt da für eine Familiengeschichte dahinter ?

Nicht nur auf den Spuren der Schatzsuche sondern auch in das Drogenmilieu führen in Details die er herausfinden wird. Natürlich wird er auch mit der Polizei zusammenarbeiten, hier kennt er rein zufällig die an diesem Fall zuständige Ermittlerin, die ihm mit ein paar Details versorgt. Auch in der Redaktion kann er sich auf eine Mithelferin besonders verlassen. Findet Reitinger den wirklichen Mörder ? Und vor allem welche Spur ist die heißere Drogen oder Archäologie ? Wie geht’s beruflich für Reitinger weiter ?

Reitinger ist aber nicht nur wegen der Story unterwegs. Nein auch privat möchte seine Frau umziehen. Wohnungssuche in Regensburg und noch so einiges mehr passiert im privaten Bereich. Langweilig wird einem da bestimmt nicht.

Kurzweilig ist auch dieser Regionalkrimi in dem ein Journalist und nicht wie sonst ein Kommissar die Hauptrolle inne hat. Mir hat dieser Krimi sehr gut gefallen. Hervorheben möchte ich hier die vielen Gesprächsdialoge die dazu beitragen, die verschiedenen Ermittlungsansätze zu verstehen und einem vor allem den Journalisten Reitinger näher bringt. Da ich den Ort Regensburg ein wenig kenne, muss ich auch hier sagen gut beschrieben. Was mir ein wenig fehlt ist das typisch bayerische, auch wenn man dazusagen muss, dass Reitinger in Regensburg zugezogen ist. Ich hatte viel Spaß mit dem Krimi und vergebe 4 von 5 Sternen. Viel Spaß beim Lesen wünsch ich allen.

Bewertung vom 21.08.2016
Toter Himmel
Macmillan, Gilly

Toter Himmel


ausgezeichnet

Genialer gefühlsstarker Entführungsthriller

Spannungsreicher Thriller um ein verschwundenes, entführtes Kind und das Gefühlschaos der Mutter und des Ermittelten Polizisten. Um es vorwegzunehmen, diesen Thriller hier kann ich nur weiterempfehlen.

Um was geht’s in diesem Thriller. Es ist ein schöner Tag Rachel ist mit ihrem achtjährigen Sohn spazieren. Ihr Ziel ein Waldspielplatz auf dem sie schon öfters waren. Ihr Sohn Ben kann es nicht mehr erwarten und läuft das letzte Stück nach Rücksprache mit Rachel voraus. Als Rachel dort ankommt ist ihr Sohn unauffindbar. Zuerst glaubt sie noch, das sich ihr Sohn einfach versteckt, leider ist dem nicht so. Was dann beginnt ist ein Albtraum dem wohl keine Mutter miterleben möchte.

Während die zugeschaltete und ermittelnde Polizist Jim in alle Richtungen ermittelt, ist in der Öffentlichkeit die zur Suche ebenfalls hinzugeschaltet wird, Rachel die schuldige. Womöglich sogar die Mörderin. Am Anfang stehen viele in der Familie als auch Freunde hinter Rachel am Ende ist sie völlig alleine. Auch die Beziehung zu Ihrer Schwester wird auf eine harte Probe gestellt. Die Ermittlungen erfordern auch, dass die gesamte Familiengeschichte aufgearbeitet werden muss.

Was ist passiert ? Warum findet die Polizei den Jungen nicht? Warum glaubt niemand Rachel? Und warum wird sie als Schuldige und Mörderin hingestellt ?

Wenn ihr das herausfinden wollt, dann taucht ein in einen Thriller der ganz anderen Art. Ich fand es ganz besonders beklemmend das aus zwei Ich-Strängen erzählt wird. Einmal von Rachel und dann von den Psychologischen Protokollen des Polizisten JIM. Man taucht dadurch so sehr in die jeweiligen Personen ein, das man meint direkt mit ihnen verbunden zu sein. Das sich der Polizist nach diesem Fall psychologische Hilfe suchen muss ist auch ein Thema das ansonsten eher verschwiegen wird. Auch die “Helfer” haben oft Schwierigkeiten damit klarzukommen. Fand ich sehr gut, das dies so eingebaut wurde.

Diese beiden Stränge verdeutlichen und beleuchten noch intensiver was jeder an der Suche nach dem Kind miterlebt, durchmacht und erfahren muss. Außerdem sind Zeitungsberichte und Facebook- Kommentare im Buch miteingebaut, man hat den Eindruck als ist man plötzlich in einer Entführung und der jetzigen Welt mitdabei.

Die Autorin hat hier einen Thriller geschaffen der sehr glaubhaft darstellen kann wie es in Wirklichkeit bei einem ähnlichen Fall ablaufen könnte. Sehr leicht zu lesen und gleichzeitig so spannungsreich aufgebaut, dass man diesen Thriller nur schwer aus der Hand legen kann.

Dieser Thriller hat mich erschüttert und bewegt zugleich. Die Wahrheit ist noch viel schlimmer, die dann zum Vorschein kommt. Ich vergebe 5 von 5 Punkte für diesen spannungsgeladenen Emotionen Thriller der dringend zum lesen empfehlt werden kann.

Bewertung vom 21.08.2016
Teufelstritt / Julia Sommer Bd.1
Hahnenberg, Ursula

Teufelstritt / Julia Sommer Bd.1


gut

Nur teilweise überzeugender Försterkrimi


Mal was ganz anderes, dachte ich mir bei diesem Krimi und war sehr neugierig drauf. Da ja bei Krimis meist viel über Gegend beschrieben wird, in der der Krimi spielt, hatte ich mich besonders darauf gefreut. Doch leider wurde ich hier echt enttäuscht. In dem ganzen Krimi fehlt mir der Ortsbezug und die Beschreibung der Gegend teilweise voll und genau deshalb tue ich mich schwer mich hier wohlzufühlen.

Eigentlich hat die Geschichte viel Potential. Julia eine junge Försterin findet ihren Chef den Waldbesitzer Ludwig Voss erschossen im Wald. Sie wird in die Ermittlungen selbst verwickelt, da ihr Verhalten schon ungewöhnlich ist. Auch das Dorf kann Julia nicht leiden und stempelt sie gleich als Mörderin ab. Um ihre Unschuld zu beweißen begibt sich Julia auf der Suche nach dem wahren Mörder. Julia findet heraus, dass ihr Chef kein Heiliger wahr, ganz im Gegenteil. Doch wem gegenüber war er so grausam, das dieser zu einem Mord fähig war ? Der Pfarrer war der beste Freund des Opfers und irgendwie scheint er ein Spiel zu spielen nur welches oder ist er letztlich der Mörder ? Letztlich kommen noch ein paar Figuren aus Ludwig Voss Leben hinzu.

Klingt ja alles ganz spannend, aber leider war das Buch für mich ein auf und ab. Gefallen haben mir die Dialoge von Julia und der Oma. Die Rolle der Oma ist der Autorin gut gelungen. Gefesselt und gleichzeitig ein Highlight in dem Krimi war für mich der zweite Handlungsstrang der in dem Buch eingebaut war. Auch der drittletzte Teil war ganz in Ordnung. Ich möchte hier nicht zu viel verraten aber letztlich spielt die Grausamkeit darin eine große Rolle die auch letztlich zum Mörder führt. Auch der Titel des Buches wird hier erklärt. Teufelstritt.

Das was immer wieder zu den abs in dem Buch geführt hat war die Kommissarin ebenso das immer wieder komische und somit oft unlogische Verhalten Julias gegenüber der Kommissarin. Ein durchschnittlicher Krimi ist es letztlich für mich gewesen, der einige Höhepunkte aber auch genauso viele Tiefen hatte. Ich vergebe deshalb 3 von 5 Sterne.