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Benutzername: Littletortoise


Bewertungen

Insgesamt 28 Bewertungen
Bewertung vom 20.04.2015
Zu den Anfängen / Zwölf Wasser Bd.1
Greiff, E. L.

Zu den Anfängen / Zwölf Wasser Bd.1


sehr gut

das Buch:
Babu, eigentlich Kafur Hirte, wird ungewollt zum Falkner und muss nach einem Verrat aus seiner Heimat fliehen

Die Welsen fristen ihr Dasein nach dem Feuerkrieg in Goradt, jeder Tag ist ein neuer Kampf ums Überleben.
Die dem Wasser verbundenen Undae, die noch nie zu den Menschen gesprochen haben, bitten plötzlich um eine Unterredung und von da an soll sich alles ändern.
Sie bitten die Welsen, sie zu den zwölf Quellen zu begleiten um ein drohendes Unheil abwenden zu können.
Mit unter den Welsen, die sie begleiten, befindet sich Felt, der seine Frau Estrit und seine beiden Kinder allein lassen muss.

meine Meinung:
Besonders gut hat mir gefallen, dass die fremde Zeitrechnung und die Währung in einem Anhang erklärt sind, sodass man jederzeit nachschauen kann, wenn man die Begrifflichkeiten nicht mehr im Kopf hat.
Der Autor begeistert mit einem flüssigen und leicht lesbaren Schreibstil, der sehr bunt und detailliert das Geschehen und die Figuren beschreibt. Man hat das Gefühl, ein Teil des Geschehens zu sein und kann sich die Charaktere sehr gut vorstellen und in ihre Gefühlswelt eintauchen.
Während der erste Teil noch etwas heitere wirkt, zumindest bis zum Teil von Babus Flucht, entsteht im zweiten Teil eine greifbare, düstere und bedrückende Stimmung und man empfindet während dem Lesen, wie hart das Leben der Welsen sein muss.
Was jedoch so ein bisschen fehlt, ist ein Spannungsbogen. Die Reise wirkt doch sehr langatmig.
Zwischendurch wird die Geschichte sehr blutig und brutal, was zwar kurzzeitig dazu führt, dass man den Atem anhält, dann flacht das Ganze aber wieder etwas ab und beruhigt sich wieder.

Fazit:
Durch die fehlende Spannung bin ich etwas zwiegespalten. Einerseits überzeugt der Schreibstil, sodass ich die nächsten Teile als lesenswert empfinde, allerdings nur, wenn diese mehr Spannung versprechen. Es bleibt also abzuwarten, ob der nächste Teil lesenswert wird und man somit von einer guten Trilogie sprechen kann

Bewertung vom 29.03.2015
Wilder Fluss
Tardif, Cheryl Kaye

Wilder Fluss


sehr gut

Inhalt
Del dachte, ihr Vater sei tot... bis ein alter, ebenfalls totgeglaubter, Freund ihres Vaters auftaucht und das Gegenteil behauptet.
Del macht sich auf die Suche nach ihrem Vater... was sie entdeckt, übersteigt ihre Vorstellungen.

warum dieses Buch?
Hier war es ganz klar der Klappentext, der mir einen schaurig-spannenden Thriller versprach

mein Eindruck
Das Cover passt gut zum Buch. Es erzeugt eine düstere Atmosphäre und harmoniert mit dem ersten Eindruck des Klappentextes.

Das Buch lies sich gut und flüssig lesen. Mit 350 Seiten nicht zu umfangreicht, aber die Autorin spart mit zu ausführlichen Ausschweifungen, was dem Buch und dem Lesefluss durchaus zugute kommt.
Dementsprechend würde ich den Handlungsverlauf als recht rasant beschreiben. Vielleicht hätten die Forschungen nach dem Serum noch etwas detallierter beschrieben werden können.
Die Spannung bleibt die ganze Zeit bestehen und auch ein kleiner Gruselfaktor ist vorhanden.Ich hätte mir auch etwas mehr Details zu den einzelnen Charakteren gewünscht. Man lernt sie zwar kennen, allerdings nur recht oberflächlich und da hätte man das Ganze noch etwas lebhafter gestalten können.
Das Ende war etwas überraschend. Zwar kein schlechtes Ende, aber eben auch kein typisches Happy End, was dem Ganzen aber auch irgendwie etwas mehr Realität verleiht, immerhin hat das wahre Leben auch nicht immer ein Happy End.
Die Frage nach Jake bleibt am Ende offen, man kann die Geschichte selbst weiterspinnen. Ob einem das gefällt, ist denke ich geschmackssache.

Geht man noch etwas tiefer, stellt sich die Frage, wieweit die Forschung gehen sollte und darf. Um Erfolge zu erzielen mit Leben zu spielen.... ethisch durchaus einer tiefergehenden Disskusion würdig.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.03.2015
Krieg der Alten Seelen / Exkarnation Bd.1
Heitz, Markus

Krieg der Alten Seelen / Exkarnation Bd.1


ausgezeichnet

Inhalt
Durch unglückliche Umstände wird Claire gleichzeitig mit ihrem Mann ermordet. Ihre Seele will jedoch das Unrecht löschen und landet im Körper der Selbstmördering Lene, die eigentlich für die Seelenwanderin Anastasia vorgesehen war. Und es gibt einige Leute, die ihr diesen Körper wiederbeschaffen wollen. Nach und nach eröffnet sich Claire, in was sie da geraten ist. Ein uralter Krieg, in dem sie eigentlich nichts zu suchen hat

warum musste ich dieses Buch lesen?
Bei diesem Buch war es ganz klar das Cover, was mich als Erstes ansprang. Düstere Atmosphäre zieht bei mir immer. Der Klappentext und einen Leseprobe taten dann ihr übriges.

mein Eindruck
brutal und schonungslos, spannend und detailreich geschrieben. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Claire findet sich recht gut mit ihrem Schicksal ab und macht sozusagen das Beste daraus.
Dennoch wird aus ihr keine Überheldin, da auch sie unter Invernos Einfluss schwach wird und ihm unfreiwillig einige Dinge verrät. Auch über sein Angebot, Finn zurückzuholen denkt sie nach. So geht die Menschlichkeit nicht verloren, was sie sympathisch macht. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und ihre Denkweise verstehen.

Wien mit seinem alten Flair und Leipzig als Standort des Wave Gothic Treffens erzeugen eine wunderbare und thematisch gut passende Atmosphäre.
Anfangs waren die Handlungen nicht so gut nachvollziehbar, das Puzzle setzt sich aber Stück für Stück zusammen.
Einige Fragen sind für mich jedoch offen:
Wer genau sind die Wandelwesen? Gehören Sie zu den Seelenwanderern?
Allerdings bin ich froh, dass dieses Thema nicht allzu sehr vertieft wurde, als es plötzlich um Werwölfe und Vampire ging. Mein erster Gedanke war: nicht schon wieder! Das Buch braucht keine Vampire und Werwölfe um gut zu sein.
Wer sind Judaskinder? Ich habe vorangegangene Bücher von Markus Heitz nicht gelesen, weshalb ich nicht weiß, ob dieses Buch auf anderen Reihen von ihm aufbaut und es besser wäre, sie zu kennen....
Die Seelenwanderungen waren für mich ein neues Thema und auch gelungen in Szene gesetzt. Allerdings muss ich gestehen, dass ich irgendwie nicht darauf geachtet hatte, dass es sich hier nur um einen ersten Teil handelt...dementsprechend war die kleine Schildkörte etwas gefrustet, als das Buch zu Ende war und dann doch irgendwie nicht zu Ende. Nun denn.... ich warte auf den 2. Teil

Bewertung vom 31.01.2015
Die Hexe und der Leichendieb
Glaesener, Helga

Die Hexe und der Leichendieb


weniger gut

Sophie ist mit einem jähzornigen Mann verheiratet, der sich eine Hexe ins Bett holt. Edith.... und diese möchte Sophie loswerden, doch Sophie erwartet ein Kind, welches sie auf der Flucht vor Edith und ihrem Mann zur Welt bringt...

Der Schreibstil ist gut lesbar. Die Geschichte ist in meinen Augen recht oberflächlich und teilweise hatte ich das Gefühl, irgendetwas verpasst oder nicht richtig gelesen zu haben, wenn eine Romanfigur neue Erkenntnisse gewinnt. Es ging mir alles etwas schnell und wirkte unausgereift.
Spannung war im Ansatz da, aber das Buch hat es nicht geschafft, mich zu fesseln
Dieser Roman konnte mich leider nicht überzeugen.

Bewertung vom 27.01.2015
Die dunklen Gassen des Himmels / Bobby Dollar Bd.1
Williams, Tad

Die dunklen Gassen des Himmels / Bobby Dollar Bd.1


ausgezeichnet

Bobby Dollar ist ein Engel, ein Anwaltsengel um genau zu sein, und muss dafür sorgen, dass die Seelen der Verstorbenen in den Himmel kommen, sofern sie es verdient haben. Doch plötzlich passiert das Unfassbare: eine Seele ist einfach verschwunden und Bobby findet sich in einem Strudel von Ereignissen wieder, die ihm so gar nicht gefallen.

Ich hatte bisher noch nie ein Buch von Tad Williams gelesen, aber das Thema und dann auch die LP haben mich neugierig gemacht.
Die Charaktere des Buches gefallen mir sehr gut, sie sind wunderbar gezeichnet, sodass man in die Geschichte eintauchen kann
Bobby ist herrlich sarkastisch und lässt sich dann auch noch auf einen Dämon der Gegenseite ein. Und irgendwie verschwindet bei dieser Geschichte mein Bild des Engels als weißes, geflügeltes, unverwundbares Wesen.
Ich wüsste auch noch gern mehr über Bobbys Vorgeschichte.... vielleicht findet er ja irgendwann etwas über seine Vergangenheit heraus, an die er sich nicht erinnern kann.

Das Buch hat mich sehr gut unterhalten, meinen Horizont über mein festgefahrenes Engelbild erweitert und Lust auf mehr gemacht

Bewertung vom 26.01.2015
Tessa
Karlsson, Nicola

Tessa


ausgezeichnet

Tessas
Beziehung geht aufgrund ihrer Eifersucht und ihres Selbsthasses
zugrunde, sie ist abhängig von Drogen, Alkohol und Tabletten und nähert
sich immer mehr dem Abgrund. Schafft sie es noch, diesem Sog zu
entfliehen?

Dieses Buch ist definitiv nichts für schwache Nerven und auch nichts
zum Entspannen. Es rüttelt wach, lässt einen aufmerksam werden.
Vielleicht sensibilisiert es auch, Anzeichen von Problemen zu erkennen?

Zuerst ging mir Tessa mit ihrem "Geheule" doch auf die Nerven und ich
dachte mir "Mädel, hör auf dich selbst zu bemitleiden und mach es deinem
Freund nicht so schwer.... und hör verdammt nochmal auf, soviel zu
trinken"

So nach und nach tat sie mir aber doch etwas leid, weil man schnell
merkte, dass sie vielleicht ohne Hilfe diesem Sog aus Drogen, Alkohol
und Selbstmitleid allein nicht mehr entfliehen könnte.

Dieses Buch lässt einen auf jeden Fall mit einem nachdenklichen Gefühl
zurück und lässt mich auch mit Erschrecken feststellen, dass ich
vielleicht gar nicht merke, wenn jemand dem ich begegne schon so nah am
Abgrund steht.

Der Schreibstil passt sehr gut zu Tessa. Durch die teilweise kurzen,
etwas abgehakten Sätze entsteht ein "ätzendes" Gefühl, was Tessa und
ihre Welt sehr gelungen widerspiegelt und die Stimmung sehr gut einfängt
Dafür von mir volle Punktzahl

Wer nicht vor der Realität zurückschreckt und nicht nur Bücher liest,
um dem Alltagsstress zu entfliehen, sondern auch einmal ernsthaft
nachdenken möchte, sollte dieses Buch lesen.