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Gerlisch
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Deutschland

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Insgesamt 486 Bewertungen
Bewertung vom 11.09.2022
Haller, Elias

Schmerz und kein Trost


ausgezeichnet

Kommissar Monster
Erik Donner möchte mit Hilfe einer Psychotherapeutin sein Leben ändern, doch bereits in seiner zweiten Sitzung wird er mit einem neuen Fall konfrontiert. Der Sohn seiner Therapeutin wurde entführt und der Täter zielt mit seinen Handlungen auf Donner. Kurz darauf verschwindet seine Schwester Marit. Donner bekommt es mit einem äußerst brutalen Täter zu tun und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Dieser knallharte Thriller ist definitiv nichts für schwache Nerven. Ein brillanter Handlungsaufbau mit brutalen und blutigen Szenen beschert dem Leser Gänsehaut pur.
Es handelt sich hier um den 8. Teil der Erik-Donner-Reihe, der durchaus auch ohne Vorkenntnisse sehr gut zu lesen ist. Dank der packenden Schreibweise und einiger geschickt eingebauten Passagen, findet sich der Leser schnell im Leben des Hauptprotagonisten zurecht. Die Rückblenden in Donners Vergangenheit machen große Lust auf die Vorgängerbände.
Kurze Kapitel und immer wieder Cliffhanger erzeugen hier eine Story mit hoher Dynamik, die mich voll in ihren Bann gezogen hat.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 05.09.2022
Turner, A. K.

Wer mit den Toten spricht / Raven & Flyte ermitteln Bd.2


sehr gut

Ein persönlicher Fall für Cassie Raven
Als die Assistentin der Rechtsmedizin, Cassie Raven von ihrer Oma erfährt, dass ihre Eltern damals nicht bei einem Autounfall tödlich verunglückt sind, sondern ihr Vater lebenslänglich für den Mord an ihrer Mutter inhaftiert wurde, bricht für sie eine Welt zusammen. Nun wird ihr Vater aus dem Gefängnis entlassen und behauptet unschuldig zu sein. Zusammen mit der überkorrekten Polizistin DS Phyllida Flyte stellte Cassie Recherchen an und deckt immer mehr Geheimnisse auf.
A.K. Turner hat mit ihren beiden Hauptfiguren sehr symphytische und authentische Charaktere geschaffen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sich aber in den Ermittlungen natürlich und realistisch ergänzen.
Ich mag die nach außen hin touche, aber trotzdem sehr sensible Cassie und finde ihre Art, wie sie respektvoll mit ihren "Gästen" in der Pathologie umgeht immer wieder herzerwärmend. Hier in ihrem zweiten Fall ist Cassie Raven sehr emotional durch ihre persönliche Vergangenheit involviert.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr gut zu lesen. Obwohl hier einiges forensisches Wissen vermittelt wird, wirkt das Ganze aber nicht überladen, sondern wir häppchenweise immer wieder gut in der Story verarbeitet.
Trotz des zu Anfang etwas zähen Handlungsverlaufs, steigert sich zum Ende die Spannung und die einzelnen Fäden werden logisch und ohne offene Fragen miteinander verknüpft.
Dies ist zwar kein atemberaubender, aufpeitschender Thriller, aber eine gelungene Story mit erfrischenden Protagonisten.

Bewertung vom 30.08.2022
Winkelmann, Andreas

Das Letzte, was du hörst


ausgezeichnet

Tödlicher Podcast
Die Geschichte beginnt mit unterschiedlichen Perspektiven. Da ist zum einen, die energische, aber auch schroffe Kommissarin Carola Barreis, die zwei Mordfälle aufzuklären hat. Dann noch die Altenpflegerin Sarah Henschel die nach dem Podcast "Hörgefühlt", bzw. nach der Stimme des Sprechers Marc Maria Hagen süchtig ist. Und noch die Kapitel mit einem Unbekannten und seinen grausamen Handlungen in der Vergangenheit. Wo ist hier der Zusammenhang?
Erst nach und nach erfahren wir die Hintergründe und die hohe Spannung und die beklemmende Atmosphäre hat mich sofort gefesselt.
Anfangs war mir die Ermittlerin durch ihre Art etwas unsympathisch. Doch durch das Talent des Autors, seine Charaktere bildlich und authentisch gut in Szene zu setzen, fügte sich ihre Art gut in die Handlung ein.
Winkelmann hat es geschafft, mich mit seinen geschickten Wendungen immer wieder in die Irre zu führen, auch eine Prise Humor durfte hier nicht fehlen. So mag ich Thriller, trotzdem hat mir hier irgendetwas gefehlt, deshalb mit 4,5 Sternen ein klitzekleiner Abzug.

Bewertung vom 24.08.2022
Sten, Camilla

Das Haus der stummen Toten


gut

Düstere Familiengeheimnisse
Eleanor will ihre Großmutter Vivianne besuchen, doch plötzlich steht sie vor deren Mörder. Durch ihre Gesichtsblindheit kann sie allerdings den Täter nicht beschreiben. Kurze Zeit später setzt sich ein Notar zu Klärung des Nachlasses mit Eleanor in Verbindung, er will sich auf dem Gutshof Solhöga mit ihr treffen, von dem sie zuvor nie etwas gehört hat. Zusammen mit ihrem Freund Sebastian, trifft sie dort auch überraschend auf ihre Tante Veronika. Sehr bald geschehen mysteriöse Dinge. Und wo steckt der Gutsverwalter?
Der Thriller ist in zwei unterschiedlichen Zeitebenen geschrieben. Die Handlungen in der Gegenwart werden von Eleanor in der Ich-Perspektive erzählt, immer wieder unterbrochen von Kapiteln die von Annuschka handeln, die 1965/1966 auf Solhöga gelebt hat. Nach und nach erfährt der Leser von den dunklen Familiengeheimnissen, die jetzt bei den durch einen heftigen Schneesturm Eingeschlossenen auf dem Gutshof zu Tage treten.
Der Schreibstil lässt sich ganz gut lesen und die Autorin hat hier eine düstere, kalte und zum Teil gruselige Atmosphäre geschaffen. Die Story fand ich allerdings stellenweise etwas undurchsichtig und mir fehlten die Spannung und der Nervenkitzel. Wenn mir zwischendurch andere Dinge wichtiger sind als das Lesen, ist es immer ein Zeichen dafür, dass mich das Buch nicht richtig fesseln kann. Schade, denn der erste Thriller von Camilla Sten hat mir besser gefallen. Für diesen leider nur 3 Sterne.

Bewertung vom 13.08.2022
Bott, Ingo

Falsche Zeugen / Strafverteidiger Pirlo Bd.2


ausgezeichnet

Spannender Justizkrimi
Der Anführer der Nazi-Rocker-Bande wurde erstochen und Faruk Maliki, Thronfolger des arabischen Clans aus Düsseldorf wird mit der Tatwaffe in der Hand bei der Leiche gestellt. Ein Anwalt muss her. Anton Pirlo und seine Partnerin Sophie Mahler beginnen mit den Recherchen. Können sie die Unschuld von Faruk beweisen?
Dies ist bereits der zweite Fall für die Strafverteidiger Pirlo und Mahler. Auch ohne Vorkenntnisse zum ersten Teil, bin ich gut in die Story hineingekommen. Die Protagonisten wurden sowohl bildlich als auch authentisch gut in Szene gesetzt.
Der teilweise humorvolle Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, deshalb konnte ich das Buch auch kaum aus der Hand legen. Der Umgang zwischen Pirlo und Sophie, die hintergründigen Eifersüchteleien zwischen den beiden und die mit Sarkasmus gespickten Dialoge brachten mich oft zum Schmunzeln.
Das Privatleben der beiden Anwälte steht immer mal wieder im Vordergrund, was ich ganz gerne mag, dadurch kann ich die Protagonisten besser kennen lernen.
Die Handlung wurde interessant aufgebaut und Fachliches wurde auf leichte Art in der Story untergebracht ohne zu langweilen. Auch die akribischen Recherchen waren authentisch und faszinierend. Für meinen Geschmack hätten es allerdings ein paar weniger Passagen mit Hinweis auf den Vorgängerband auch getan.
Von mir 4,5 Sterne für diesen lesenswerten Justizkrimi.

Bewertung vom 11.08.2022
Faber, Henri

Kaltherz


ausgezeichnet

Nichts ist so wie es scheint
Nur für einen kurzen Moment lässt die Mutter ihre 5jährige Tochter allein im Auto. Als sie von der Toilette wiederkam, ist Marie nicht mehr da. Obwohl sofort die Ermittlungen starten, bleibt sie spurlos verschwunden.
Kommissarin Kim Lansky übernimmt den Fall von einem Kollegen. Nachdem sie aus der Abteilung Cybercrime rausgeflogen ist, ist dies ihre letzte Chance bei der Polizei. Wird sie Marie finden?
Gleich von der ersten Seite an, hat mich dieser Thriller in seinen Bann gezogen. Durch das rasante Tempo und dem fesselnden Schreibstil entfaltet die Story einen regelrechten Sog.
Die unterschiedlichen Charaktere wurden gut in Szene gesetzt. Die depressive und suizidgefährdete Clara leidet unter ihrem Ehemann Jakob, ein knallharter Karrieretyp. Die Ermittlerin Lansky zeigt sich burschikos und pfeift auf die Regeln, doch durch ihre angeblich harte Schale schützt sie sich nur vor ihrer dunklen Vergangenheit, die durch diesen Fall wieder ans Licht gezehrt wird.
Raffiniert konstruierte wechselnde Perspektiven sorgen für eine super spannende Story und die unerwarteten Wendungen offenbaren zum Schluss schockierende Hintergründe.

Bewertung vom 31.07.2022
Newman, T. J.

Flug 416


sehr gut

Wie wird Bill sich entscheiden?
Kurz nachdem Kapitän Bill Hoffman mit Flug 416 von Los Angeles nach New York gestartet ist, bekommt er eine grausame Mail von seiner Frau. Seine Familie wurde gekidnappt und der Entführer stellt Bill ein Ultimatum: Entweder er lässt das Flugzeug mit 149 Seelen an Bord abstürzen, oder seine Familie stirbt. Wie wird Bill sich entscheiden?
T.J. Newman ist eine ehemalige Flugbegleiterin und lässt in ihrem Debut-Roman ihre ganzen Kenntnisse einfließen. Die Handlung ist typisch amerikanisch, gleich von der ersten Seite an spannend und fesselnd geschrieben. Allerdings empfand ich das Ganze stellenweise auch etwas unglaubwürdig und zum Ende hin klischeehaft.
Die Perspektiven wechseln zwischen der Handlung im Cockpit, dem Passagierraum und Bills Familie, sodass die Story einen nervenaufreibenden Sog entwickelt, man möchte einfach immer weiterlesen.
Die Charaktere wurden gut in Szene gesetzt, besonders bei der Flugbegleiterin Jo hat mich fasziniert, wie sie in Stresssituationen reagiert und auf die Crew sowie die Passagiere eingewirkt hat.
Solche Worst-Case-Szenarien habe ich so ähnlich bereits in mehreren Filmen gesehen, aber dies in einem Thriller zu lesen, hatte doch eine ganz andere Wirkung auf mich.
Liebhaber von Action-Thrillern kann ich dieses Buch empfehlen.

Bewertung vom 30.07.2022
Jensen, Joost

Die Leiche am Deich / Die Friesenbrauerin ermittelt Bd.1


weniger gut

Schade, das war nichts
In einem Dorf an der Nordsee treffen sich die Dorfbewohner in der Kneipe "Kroop" zum selbstgebrauten Tüddelbräu-Bier. Eine weibliche Leiche wird am Strand gefunden und die Polizistin Wiebke Felber, Tochter der Bierbrauerin Gesine, beginnt mit den Ermittlungen. Bei der Toten handelt es sich um die Ehefrau des Bauern Burmeister, der sich durch den geplanten Ausbau seiner Milchwirtschaft keine Freunde gemacht hat.
Der Krimi wurde sehr mit viel Lokalkolorit erzählt. Die unterschiedlichen Charaktere in der Dorfgemeinschaft ließen mich beim Lesen das ein oder andere Mal schmunzeln. Jedoch war die ganze Story sehr Bier lastig und die Friesenbrauerin Gesine ging mir mit ihrer aufdringlichen Art sehr schnell auf den Nerv. Überall musste sie ihre Nase hineinstecken und wie sie sich ständig in die Arbeit ihrer Tochter Wiebke einmischte, fand ich sehr schnell unglaubwürdig.
Die Handlung war zwar clever aufgebaut, trotzdem hatte ich mir hier etwas anderes vorgestellt, echtes Krimifeeling hat mir gefehlt. Von mir 2,5 Sterne.

Bewertung vom 26.07.2022
Vassena, Mascha

Mord in Montagnola / Moira Rusconi ermittelt Bd.1


ausgezeichnet

Wohlfühl-Krimi aus dem Tessin
Die Dolmetscherin Moira Rusconi reist nach Jahren zurück in das Tessiner Dorf Montagnola, nachdem ihr Vater dort einen Schlaganfall hatte. Eigentlich will sie sich nur um ihn kümmern, doch als deutsche Touristen in einem historischen Eiskeller einen Toten finden, bittet ihre Jugendliebe Luca Cavadini, inzwischen leitender Rechtsmediziner des Kantons, Moira um Hilfe als Übersetzerin. Sie ist bald mittendrin in den Ermittlungen und such auf eigene Faust nach Spuren, was sich als nicht ganz ungefährlich entpuppt.
Der Krimi beginnt mit einem schaurigen Prolog und lässt menschliche Abgründe erahnen. Die Geschichte wird dann aber mit wunderschönem Lokalkolorit und sehr schönem Tessiner Flair erzählt. Im Vordergrund steht nicht unbedingt der Kriminalfall, denn Morias Gefühlsleben fährt Achterbahn und nimmt hier teilweise einen großen Platz ein. Trotzdem ist die Geschichte zu keiner Zeit langweilig, denn die liebenswerten Charaktere und der fesselnde und manchmal auch humorvolle Schreibstil haben mich gleich in ihren Bann gezogen.
Ich habe Moira sehr gerne bei ihrer Spurensuche begleitet. Die Dorfgeheimnisse und damit verbundenen unerwarteten Wendungen haben zum Miträtseln eingeladen.
Mascha Vassena ist hier ein toller Serienauftakt gelungen und ich bin sehr gespannt, wie sich das Leben in Montagnola weiterentwickelt. Von mir für diesen schönen Wohlfühl-Krimi 4,5 Sterne.

Bewertung vom 25.07.2022
Fabiani, Annette

Die Champagnerfürstin


sehr gut

Zwei starke Frauen in der Welt des Champagners
Jeanne Pommery steht im Jahr 1858 vor der Entscheidung das Lebenswerk ihres verstorbenen Mannes, die Produktion und den Vertrieb von Champagner, weiterzuführen. Sie sucht dafür Rat bei der Witwe Barbe-Nicole Cliquot, der vor vielen Jahren das gleiche Schicksal wiederfuhr.
Die Autorin Annette Fabiani nimmt uns mit auf eine Reise ins 18./19. Jahrhundert. Sie hat uns hier die bewegende Geschichte zweier ehrgeiziger Frauen in einer durch mehrere Kriege sehr unruhigen Zeit durch sehr gelungene Recherchen nähergebracht.
Historische Hintergründe wurden hier interessant und lehrreich in der Story verpackt und Fiktion und Realität geschickt miteinander verknüpft. Spannend fand ich die detaillierten Beschreibungen zur Herstellung des weltberühmten Champagners, auch die malerische Kulisse wurde gut in Szene gesetzt.
Um die Handlungen gut verfolgen zu können, muss man teilweise sehr aufmerksam lesen, denn durch die Menge an unterschiedlichen Charakteren kann man leicht durcheinanderkommen. Ein Personenverzeichnis hätte hier helfen können.
Die häufigen Wechsel in den unterschiedlichen Handlungssträngen empfand ich teilweise verwirrend. Das Kriegsgeschehen um 1870 hat viel Raum eingenommen, hier hätte ich gern mehr über Jeanne erfahren, ihr Leben und Wirken wurde zum Schluss etwas zu schnell abgehandelt, deshalb blieb sie leider ein bisschen blass.
Eine gelungene Geschichte um zwei Frauen die ihrer Zeit lange voraus waren.