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Leseschneckchen
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Insgesamt 337 Bewertungen
Bewertung vom 28.10.2025

Paarplaner 2026 Floral


ausgezeichnet

Dieser blumige und hübsche Paarplaner 2026 von der Grafikwerkstatt kann vielseitig genutzt werden.


Praktisch, vielseitig und sehr hübsch anzusehen

Bevor ich näher darauf eingehe, wie praktisch dieser fröhliche Planer für die Wand ist, möchte ich auf die wunderschöne Gestaltung etwas näher eingehen. Wer die Natur und Blumen mag, der wird auch seine Freude an diesem Kalender haben, denn jeder Monat ist mit farbenfrohen Blumen, Pflanzen oder manchmal auch kleinen Tieren geschmückt. Im unteren Bereich des Kalenders sind zudem Monat für Monat schöne Zitate zu finden, die sich auf ein Zusammenleben und die Wertschätzung in einer Partnerschaft beziehen. Mir gefallen die Zitate alle sehr, ich habe mir allerdings auch schon ein paar Favoriten herausgepickt. Die Seiten sind aus stabilem Papier und drucken, so vermute ich, selbst bei einem sehr nassen Stift nicht durch. Da es sich hier um einen Paar-Planer handelt, hält dieser natürlich für jeden eine eigene Spalte zum Eintragen bereit. Es gibt sogar noch eine dritte Linie, auf der man gemeinsame Unternehmungen notieren kann. Prima lässt sich diese zusätzliche Reihe aber auch für das liebe Haustier, oder den Nachwuchs nutzen. Ich selbst gebrauche diese Spalten gern für die Essensplanung.
Mondphasen sind an den jeweiligen Tagen eingetragen, Feiertage befinden sich am unteren Rand des Kalenders. Sehr praktisch finde ich auch den Wochenplaner ganz am Ende. Auf einer Kalenderseite befindet sich das komplette Jahr 2027. Sollten also schon Termine für das Folgejahr gemacht werden, können diese super hier eingetragen und später in einen neuen Kalender übertragen werden. Feiertage und Schulferien sind am Ende zu finden.

Bewertung vom 27.10.2025
Holthaus, Lara

Hidden Lies / Marigold Manor Bd.1


ausgezeichnet

Wenn sich Gerechtigkeit einen Kampf gegen die Macht liefert und dabei auf Leidenschaft trifft. Ich liebe es! Absolutes Highlight.


Faszinierend, leidenschaftlich und mächtig

Marigold Manor, hier trainieren nur die besten des Reitsports. Aiven Audrey, Lolas größter Konkurrent, ist einer von ihnen. Endlich hat Lola es geschafft, sich einen Weg nach oben zu kämpfen und steht mit dem Golden Boy Aiven im Dressurreiten auf gleicher Höhe, auch wenn ihr Reitstil ein völlig anderer ist. Eine Einladung nach England zum edlen Gestüt kann Lola nicht ausschlagen. Vor allem weil sie endlich Gewissheit darüber haben will, was ihrer Schwester vor zwei Jahren das Leben gekostet hat, nachdem sie dort ihrer Reitkarriere näherkommen wollte. Genau das ist der Plan. Auch wenn es Lola zuwider ist, sich in solch elitären Kreisen zu bewegen, wagt sie sich in ein Abenteuer voller dunkler Machenschaften, Gefahr und purer Leidenschaft.
Hätte sie sich auch darauf eingelassen, wenn sie gewusst hätte, wie schwer es ist, ihrem verhassten Konkurrenten Aiven zu widerstehen? Denn zwischen Lola und ihm entsteht eine prickelnde Hassliebe, die kaum zu ertragen ist. Am liebsten würde Lola ihren Gefühlen freien Lauf lassen und sich auf seine starke Anziehungskraft einlassen, doch könnte nicht genau er derjenige sein, der ihre Schwester in den Tod getrieben hat? Was sie nicht weiß ist, dass auch Aiven mit dunklen Machenschaften zu kämpfen hat.

Ich war etwas unsicher, ob mich dieser neue Auftakt von Lara Holthaus genauso abholen kann wie die Vienna-Dilogie. Schließlich zählen die beiden Bücher zu meinen absoluten Highlights. Nach einem solchen Höhepunkt gehe ich immer mit gemischten Gefühlen an ein neues Werk heran, denn ich finde es schwer, das noch zu toppen oder zumindest gleichzustellen. Zudem bin ich nicht unbedingt ein Pferdemädchen, auch wenn ich die Tiere mag. Doch meine Sorge war absolut unbegründet. Man muss kein Pferdenarr sein, um die Story zu verstehen. Auch wenn ich vielleicht ein paar Seiten länger gebraucht habe um mich richtig in der Geschichte wohlzufühlen, hat sie mich wieder absolut fasziniert und gefangen genommen. Ich liebe und bewundere die Art, mit der die Autorin eine wichtige Botschaft vermittelt. Sie steht für Gerechtigkeit und gegen die Macht des Reichtums, die uns im wahren Leben leider nicht immer ein gutes Ende beschert. Sie zeigt uns die Schattenseiten hinter all dem Glanz und Glamour. Zudem packt sie unglaublich viel Leidenschaft und Energie in diese Story. Die Stimmung zwischen den Protagonisten ist aufgeladen und atemberaubend. Sie zieht die Leser mit in das Geschehen, sodass man Zeit und Ort vergisst. Das Setting ist glamourös und ebenso cozy. Die Nebencharaktere, die Bösen wie die Guten, wirken echt und abwechslungsreich. Es gibt herzensgute wie abscheulich kalte Menschen in der Geschichte. Ich habe schockierend authentische und ekelhafte Momente im Buch erlebt, dass mir schlecht wurde und ich mich zwingen musste, eine Pause einzulegen, obwohl ich eigentlich nicht aufhören konnte zu lesen, weil es einfach zu spannend war. Der Wechsel zwischen dunkler Hölle und knisternder Leidenschaft verlangte mir einiges ab, denn ich fand es besonders an einer Stelle schwer, direkt umzuschalten. Die gemütlichen Szenen zwischen den Seiten, ermöglichten mir ein kurzes Durchatmen und ließen mich von meinem Schock erholen. Sogar ein paar witzige Szenen konnte ich zwischen den Seiten finden. Die Mischung aus absoluter Spannung, oder aber purer Leidenschaft und der gemütlichen Atmosphäre inmitten der dunklen Abgründe, finde ich einfach großartig. Ich kann nicht anders, ich könnte die Autorin mit tausend Komplimenten überschütten, denn sie ist für mich ein absolutes Genie auf ihrem Gebiet.
Ich würde das Buch in das Gene Romantic Suspense mit einem Hauch Dark Romance einordnen, von dem es meiner Meinung nach noch viel mehr geben dürfte. Es wird nicht leicht, so lange auf die Fortsetzung zu warten, die leider erst im Februar 2026 erscheint. Trotzdem freue ich mich wahnsinnig darauf.

Bewertung vom 25.10.2025
Sims, Gill

Mami muss mal raus / Tagebuch einer gestressten Mutter Bd.2


ausgezeichnet

Humorvolles und ehrliches Tagebuch einer Ehefrau und Mutter, die versucht den Spagat zwischen perfekter Mami, guter Ehefrau und Karriere unter einen Hut zu bekommen.


Jetzt ist es mal Zeit an sich zu denken…

Ellen ist die Mami von Peter und Jane und die Ehefrau von Simon. In diesem zweiten Band der Reihe berichtet sie von ihrem turbulenten Alltag als berufstätige Ehefrau und Mutter. Nachdem sie mit ihrer eigens entworfenen App zwar guten Erfolg einheimsen konnte, ihre neuen Ideen sich aber nicht so effektvoll umsetzen lassen, entscheidet Ellen sich, die Arbeit von zu Hause aufzugeben und wieder voll ins Berufsleben einzusteigen. Sie bewirbt sich auf einen Vollzeitjob. Wie sich Arbeit, Haushalt, Kinder und die damit einhergehenden Verpflichtungen, wie Elternversammlungen und Überstunden unter einen Hut bringen lassen, erleben wir in diesem Buch auf wunderbar humorvolle und ehrliche Art und Weise.
Besonders an dieser Reihe gefällt mir, dass die Protagonistin Ellen alles raushaut, was sie denkt. Sie teilt ihre Gedanken und Gefühle mit uns wie kein anderer. Oft sind es Ausbrüche, die man sowohl perfekt verstehen als auch nachvollziehen kann, weil es einem schon ähnlich ergangen ist. Ich kann nicht sagen, wie oft ich hier lachen musste und dachte, sie trifft den Nagel mal wieder perfekt auf den Kopf. Ich finde, ein Buch dieser Romanreihe sollte jede Mutter, die das Elternsein nicht allzu streng nimmt, einmal gelesen haben. Wunderbar ist auch, dass man das Heranreifen der Kinder hautnah mitverfolgen kann. Zwar kommen mir Peter und Jane für ihr Alter von neun und elf Jahren schon sehr weit und äußerst vorpubertär vor, doch wie ich schon aus den Folgebänden ermitteln konnte, naht die aufregende Phase der Pubertät erst, was eine weitere Herausforderung für Ellen bedeutet und sicher noch einmal für eine äußerst interessante Stimmung sorgt. Auch wenn Ellen in Bezug auf ihre Kinder oftmals sehr genervt klingt, so spürt man doch in jeder Zeile, wie wichtig diese ihr sind. Eine gewisse Portion Sarkasmus muss man natürlich einstecken können, wenn man sich auf dieses Mami-Tagebuch, einlassen möchte, denn Ellen stellt ihre Alltagsituationen schon etwas überzogen, dafür aber extrem lustig dar.
Ehemann Simon, Ellens Freundeskreis, ihre Arbeitskollegen sowie die weitläufige Familie, werden wunderbar mit in die Geschichte einbezogen und sorgen für viele unterhaltsame Momente. Trotz dem vielen Humor, der in der Geschichte steckt, geht es aber auch in die Tiefe. Es tauchen ernst zu nehmende Probleme auf, wie zum Beispiel die untergeordnete Rolle der Mütter in der Arbeitswelt oder eine besorgniserregende Ehekrise. Mir sind die Menschen aus Ellens Leben, sowie Ellen selbst, schon ziemlich ans Herz gewachsen und ich freue mich auf die nächsten Romane, denn ich muss unbedingt wissen, wie Ellen mit den kommenden Krisen fertig wird, die, wie ich erfahren habe, nicht ohne sind.
Mich hat dieser zweite Band bestens amüsiert. Ich musste herzhaft lachen und hatte meistens ein amüsiertes Schmunzeln im Gesicht. Ein wunderbar leichter Roman, der sich perfekt zwischen Haushalt, Arbeit und Kindern lesen lässt und für etwas Leichtigkeit im Alltag sorgt.

Bewertung vom 05.10.2025
Kaden, Outi

KURTI - Das Schlossgespenst


ausgezeichnet

Ein Gespenst, das keine Lust aufs Spuken hat und es lieber etwas ruhiger mag. Zuckersüß bebilderte Gutenachtgeschichte für alle Kinder, die Gespenster mögen, sich aber noch nicht gruseln wollen.



Vom kleinen Schlossgespenst, das nicht spuken wollte

Kurti lebt mit seinen Gespensterfreunden auf einem Schloss, doch im Gegensatz zu seinen Freunden hat er keine Lust zu spuken und die Menschen zu erschrecken. Für ihn ist im Schloss viel zu viel los. Als er eines Tages im naheliegenden Wald landet, eröffnen sich für ihn neue Möglichkeiten. Ob er jemals zum Schloss zurückkehrt, oder ein neues Leben außerhalb des Schlosses beginnt, das müsst ihr selbst herausfinden.
Perfekt für den Herbst, gibt es nun ein wunderschönes Gespensterbilderbuch von arsEdition. Das Buch ist wunderschön und liebevoll illustriert und enthält eine wertvolle Geschichte. Es zeigt unseren Kindern, dass es in Ordnung ist, wenn man anders ist und anders fühlt als seine Freunde, dass es immer eine Möglichkeit zum Glücklichsein gibt und dass man viele schöne Dinge miteinander verbinden kann. Sehr gefällt mir auch die Leichtigkeit, mit der Kurti neue Freunde findet. Denn Kurti begeht völlig unbeabsichtigt ein Abenteuer und plötzlich eröffnen sich für ihn neue Perspektiven. Er muss nur den Mut haben sich darauf einzulassen.
Wie schon erwähnt, sind die Seiten zauberhaft bebildert. Die Illustratorin erweckt Kurtis Umgebung auf zuckersüße Weise zum Leben und es macht Spaß, die vielen liebevollen Details auf den Seiten zu entdecken. Eine absolut empfehlenswerte Gutenachtgeschichte, für die dunkle Jahreszeit und für alle, die noch keine Lust auf gruselige Gruselgeschichten haben, denn schließlich mag Kurti das auch nicht.

Bewertung vom 05.10.2025
Marin, Claire

Brüche


gut

Einige Sätze regten mich zum Nachdenken an, dennoch fand ich das Buch durch die zahlreichen Ableitungen zu unverständlich.


Vielleicht war es nicht das richtige Buch für mich, aber ich nehme dennoch etwas daraus mit

Der Klappentext zu diesem Buch hatte mich neugierig gemacht. Durch Brüche im Leben zu sich selbst zu finden und diese positiv zu nutzen, klang für mich sehr reizvoll. Wer möchte nicht aus den großen Veränderungen oder Schicksalsschlägen, die das Leben für uns bereithält, wachsen, statt zu verkümmern? In diesem Buch werden besonders die schwierigsten Situationen unseres Lebens behandelt, wie zum Beispiel der Verlust eines geliebten Menschen, sei es durch Trennung oder durch den Tod. Neuanfänge wie ein Arbeitswechsel, die Geburt eines Kindes oder ein weiterer Lebensabschnitt werden ebenfalls behandelt.

Bevor ich näher auf meinen Leseeindruck eingehe, möchte ich ein paar Zitate der Autorin verwenden, die mir gefallen haben und mich während des Lesens zum Nachdenken anregten.

„Man muss nicht so berühmt sein wie Sartre, um sich wie ein Gefangener der Erwartungen anderer zu fühlen, selbst wenn diese die Folge einer Entscheidung sind, die wir in der Vergangenheit aus freien Stücken getroffen haben.“

„Es geht darum zu erkennen, wer man ist, anderswo und allein. Als ob man bei dieser Abkehr von der Liebe auch etwas über sich selbst lernte.“

„Es ist immer beeindruckend zu sehen, wie das Gesicht manchmal schon ausdrückt, dass man etwas durchgestanden und überstanden hat.“

„Die psychische Erkrankung ist eine Art Flucht vor sich selbst, wenn die eigene Identität unerträglich erscheint und jede Art der Flucht unmöglich ist.“

Vielleicht bin ich mit völlig falschen Erwartungen an dieses Buch gegangen, aber ich musste sehr schnell feststellen, dass ich hier keine leichte Lektüre in den Händen halte. Die Autorin schreibt philosophisch und bedient sich an zahlreichen Zitaten und Quellen berühmter Schriftsteller, Philosophen und Künstler wie zum Beispiel Friedrich Nietzschke, Henri Michaux oder Charles Juliet. Am Ende des Buches befinden sich ganze 21 Seiten Zitatnachweise und Anmerkungen, die im Verlauf des Buches zu finden sind. So kann man sich in etwa vorstellen, wie viele Unterbrechungen es im Lesefluss geben kann, wenn man diese alle nachschlägt. Ich habe sie nicht nachgeschlagen, aber sie haben mich trotzdem irritiert und manchmal in die Irre geführt, so dass ich viele Sätze mehrmals lesen musste, damit ich sie vollständig aufnehmen konnte. Ich möchte hier keineswegs den Schreibstil der Autorin bemängeln, sondern eher den Aufbau des Buches. Mir hätte es gefallen, wenn die Autorin mehr von ihren eigenen Gedanken geteilt hätte. Die vielen Quellen, an denen sie sich bediente, haben für mich nur Unruhe in das Buch gebracht. Dennoch habe ich auch sehr interessante und bemerkenswerte Informationen aus dem Geschriebenen mitnehmen können. Claire Marin ermöglicht mit ihrem Buch unser Verhalten zu spiegeln, gibt Hinweise darauf, warum wir in gewissen Situationen genau so reagieren oder wie wir uns in schwierigen Lebensphasen fühlen. Dem einen mag es die Augen öffnen, dem anderen einen Anreiz geben, sein Verhalten zu überdenken.

Bewertung vom 01.10.2025
Jean, Emiko

The Return of Ellie Black


ausgezeichnet

Thriller mit Highschool Vibes, spannenden Ermittlungen und grausamen Berichten von Ellie während ihrer Entführung.


Eine Entführung, die noch einige Überraschungen bereithält

Ellie Black, die seit zwei Jahren als vermisst gilt, taucht plötzlich im Wald auf und wird von Wanderern geborgen. Sie ist verletzt und verstört und die Ermittlungen in ihrem Fall laufen von neuem auf Hochtouren. Wo war dieses Mädchen über zwei Jahre lang? Chelsey, die junge Detective ist zuständig für diesen Fall. Sie selbst hat in der Vergangenheit ihre Schwester durch ein Unglück verloren und möchte mit allem, was in ihrer Macht steht, für Gerechtigkeit sorgen.
Nachdem die mittlerweile neunzehnjährige Ellie zwei Jahre in Gefangenschaft lebte, ist sie nicht direkt vernehmungsfähig, sie schweigt. Doch die Zeit drängt. Der Täter muss gefunden werden, bevor er eine weitere Tat begeht. Um dem Fall trotzdem auf die Spur zu kommen, wird diese Geschichte aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt. Zum einen befindet man sich in der Gegenwart, in der das Mädchen wieder auftaucht und behandelt wie befragt wird. Zum anderen berichtet Ellie selbst, wie in einer Art Tagebucheintrag, von ihrem Erlebten, von ihren Gedanken und Gefühlen während ihrer Entführung in den Wäldern von Washington State. Sie beschreibt die Orte, an die sie verschleppt wurde, erzählt von ihren Erlebnissen, von Verletzungen und ihrem Überlebenskampf.
Die Abschnitte von Ellie empfand ich als besonders grausam. Ich konnte mich speziell am Anfang ihrer Entführung sehr gut in sie hineinversetzen und nur hoffen, dass sie bald aus dieser Notsituation erlöst wird.
Die Ermittlungen in der Gegenwart sorgten für die nötige Spannung. Da Chelsey selbst von einem Verlust betroffen ist, spürte ich, wie gut sie ihren Job macht und wie besessen sie ist, den Fall zu lösen und den Täter zu schnappen. Während der Ermittlungen in diesem Fall macht auch Chelsey eine Entwicklung durch und gelangt zu neuen Erkenntnissen in ihrem eigenen privaten Leben.
Da ich selbst Kinder im Alter von Ellie habe, hat mich diese realistisch dargestellte Story sehr gepackt und berührt. Wie schnell Jugendliche in die Fänge von Entführern geraten können, wird hier sehr deutlich. Die Gefühle der Eltern konnte ich absolut nachempfinden. Besonders das Teenageralter und all das Trotzverhalten, das damit einhergeht, empfand ich als sehr ergreifend und authentisch dargestellt.
Das Buch lässt sich schwer aus der Hand legen, denn die Spannung hält sich dauerhaft. Mir hat diese Mischung aus Ermittlungen von Chelseys Seite und tatsächlichem Geschehen aus Ellis Sicht, sehr gefallen. Die Geschichte hält einige Überraschungen bereit und sorgt dafür, dass man dauerhaft einer Auflösung entgegenfiebert.
Von mir gibt es für diesen Thriller mit Highschool Vibes, einer Entführung und spannenden Ermittlungen eine absolute Leseempfehlung.

Bewertung vom 22.09.2025
Georg, Miriam

Die Verlorene


ausgezeichnet

Eine fesselnde und geheimnisvolle Familiengeschichte, die sich trotz der Tragik aus den Kriegsjahren sehr entspannt und angenehm lesen lässt, ohne eine Schwere zu hinterlassen.


Es war unglaublich aufregend, diese schlesische Familiengeschichte aufzudecken

Kurz vor dem Tod ihrer Großmutter Änne, entdeckt Laura ein paar fragwürdige Dinge in deren Haus. Als die Großmutter kurz darauf verstirbt, kommen weitere Unklarheiten hinzu. Lauras Großmutter scheint damals in Schlesien eine Schwester gehabt zu haben, von der sie nie erzählt hat. Zwar hat sie häufiger von ihrer Heimat geredet, doch eine Schwester wurde nie erwähnt. Auch Lauras Mutter Ellen wusste von all dem nichts und ist schockiert über die Geheimnisse ihrer Mutter. Im Gegensatz zu ihrer Tochter unternimmt sie aber erst einmal nichts. Laura hingegen verspürt einen starken Drang, ins ehemalige Schlesien zu reisen und das Geburtshaus ihrer Großmutter aufzusuchen, um mehr Informationen zu sammeln. Kurzentschlossen macht sie sich auf die Reise in die Vergangenheit ihrer verstorbenen Großmutter.
Dieses Buch steckt voller Geheimnisse und Irreführungen und es braucht praktisch die komplette Buchlänge, um ihnen vollständig auf die Spur zu kommen. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Gegenwart 2019 und der Vergangenheit 1941 bis 1947 erzählt. Die Abschnitte aus der Vergangenheit schildern die Erlebnisse von Änne, ihrer Schwester Luise und deren Familie, sowie von Karl, dem Kriegsgefangenen. In welcher Verbindung sie alle zueinanderstehen, erfährt man erst im Verlauf der Geschichte, in der Laura auf ihrer Reise in die Vergangenheit ihrer Großmutter immer näherkommt. Sowohl für Laura als auch für ihre Mutter, hat die Aufdeckung dieser Geheimnisse lebensverändernde Folgen.
Es ist eine ruhige, aber sehr fesselnde Geschichte, die wie schon erwähnt, voller Geheimnisse und Unklarheiten steckt. Ich vermute, in den Kriegsjahren hatte fast jede Familie etwas zu verheimlichen. Doch diese Verhüllungen schienen mir besonders spannend und gefährlich und ich war neugierig, welche Entwicklung sie nahmen. Die Autorin schafft es noch dazu, gewisse Situationen mysteriös und spannend zu schildern, so dass man gar nicht mit dem Lesen aufhören möchte. Ich fand es unglaublich aufregend, dieser Familie und ihrem Verborgenen, Stück für Stück näherzukommen. Trotz der Dramatik der Kriegsjahre und den schrecklichen Vorfällen zu dieser Zeit, lässt sich das Buch sehr entspannt lesen und hinterlässt kein allzu schweres, sondern eher ein nachdenkliches Gefühl. Die Autorin hat hier eine fesselnde Geschichte geschaffen, die unglaublich viele Fragen aufwirft, in etliche Richtungen denken lässt und am Ende doch völlig anders kommt, als ich es erwartet hätte. Ich habe schon einige historische Romane gelesen, selten aber wurde ich so häufig überrascht, wie von diesem hier. Dieses Buch steckt also voller Überraschungen und beinhaltet eine außergewöhnliche und originelle Familiengeschichte. Da ich von der Autorin bisher nur die Liebesromane unter anderem Pseudonym kannte, war dieses Buch für mich eine erfrischende und sehr positive Erfahrung. Ich bin aufs Neue von der Autorin beeindruckt und weiß jetzt, dass es sich unbedingt lohnt, auch ihre historischen Geschichten kennenzulernen. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.

Bewertung vom 19.09.2025
Milbrandt, Tobias;Höper, Florian

Lesen ist deine Superkraft


ausgezeichnet

Ein tolles Buch, welches den Wert des Lesens wieder ein wenig in den Vordergrund rückt und den Menschen zeigt, welch schöne Erfahrung es sein kann, ein Buch in die Hand zu nehmen.


Empfehlenswerter Ratgeber, der dir zeigt, wie du dein Leben bereicherst

Du hast keine Lust zu lesen oder befindest dich gerade in einer Leseflaute? Dann bist du hier genau richtig! Denn dieser Ratgeber spornt dich an, dir ein Buch zu schnappen und deinen Horizont zu erweitern.
Durch die vielen Möglichkeiten des Internets haben die Bücher in den vergangenen Jahren ein wenig an Aufmerksamkeit eingebüßt. Umso schöner finde ich, dass mit diesem Exemplar eine Anleitung erschienen ist, wie das Lesen zu einem wertvollen Gewinn in unserem Leben werden kann und welche positiven Auswirkungen es auf unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit und auf unser Gehirn haben kann.
Das Buch zielt nicht nur darauf ab, dass du, wenn du viel liest, deinen Wissensschatz erweiterst, sondern auch, wie du dein Stresslevel herunterfährst und etwas Gutes zu deinem Wohlbefinden beitragen kannst, indem du ein Buch zu Hand nimmst. Denn Lesen bedeutet nicht nur sich Wissen anzueignen, sondern auch einen Gang herunterzuschalten und sich wegzuträumen. Im dritten Teil des Buches wird intensiver auf dieses Thema eingegangen, wie positiv sich das Lesen auf deine Gesundheit auswirkt.
Einen Ratschlag, den ich nicht zu hundert Prozent nachvollziehen kann, ist die Empfehlung, sich beim Kauf von Büchern nur an seriöse Verlage zu halten. Das mag bei Sachbüchern durchaus zutreffen, doch bei Romanen, die rein der Unterhaltung dienen, kann ich das nicht bestätigen. Denn ich kenne zahlreiche Selfpublisher, die mindestens genauso gute Werke vollbracht haben wie jene, die beim Verlag veröffentlichen. Ich finde auch diese sollten eine Chance bekommen, wenn das Buch meinen Interessen entspricht. Unterhaltungsliteratur muss meiner Meinung nach nicht unbedingt von Verlagen geprüft werden, damit der Inhalt uns etwas Gutes vermitteln kann.
Gestaffelt ist das Buch in zehn Teile, die jeweils bestimmte Themen behandeln. Wie zum Beispiel das Lesen in Zeiten von Social Media; wie man sich zum Lesen überwinden kann und wie man besser und schneller liest oder die richtigen Bücher findet. Besonders für Menschen, die sich neu an diese wunderbare Beschäftigung wagen, gibt es zahlreiche gute Tipps. Aber auch Leseerfahrene werden hier den ein oder anderen Rat abstauben. Habt ihr schon einmal von binauralen Beats gehört, die dabei helfen, sich auf das geschriebene Wort zu konzentrieren? Ich nicht, aber ich werde auf jeden Fall einen Versuch damit starten.
Unter allen zehn Hauptteilen finden sich zahlreiche Unterkategorien, die sehr übersichtlich gestaltet sind. Einzig die Schrift ist etwas klein geraten, woran ich mich aber schnell gewöhnen konnte. Ich muss sagen, ich bin kein Mensch, der viel in Büchern markiert, in diesem aber konnte ich meine Markierstreifen kaum aus der Hand legen, denn ich fand so viele tolle Sätze, die mein wunderschönes Hobby wertschätzen.
Ich kann dieses Buch ausnahmslos jedem empfehlen. Für alle Nichtleser, die ihr Leben aufwerten möchten. Für all jene, die ihre Lust am Lesen zurückgewinnen möchten und für alle Leser ist es eine Art Hymne auf ihr wunderbares Hobby.

Bewertung vom 14.09.2025
Dell, Barbara

Ein einziger Sommer mit dir


ausgezeichnet

Ein spontaner Roadtrip quer durch Kanada, mit wunderschönen Eindrücken und einer positiven Entwicklung der Protagonisten.


Wunderschöner Roadtrip mit einer Lovestory und vielen cozy Momenten

Durch etwas unglückliche Umstände sitzen Emma und Sam, die sich nicht kennen, zusammen in einem Wohnmobil auf dem Weg nach Vancouver. Sams Plan ist es, die Landschaft zu genießen und durch den Roadtrip wieder zu sich selbst zu finden. Emma möchte so schnell wie möglich diesen Weg bestreiten. Eigentlich sträubt sich alles in ihr gegen die ständigen Umwege oder Aufenthalte, die Sam sich während ihrer Tour einfallen lässt. Doch was bleibt ihr anderes übrig? Denn Sam und das Wohnmobil sind die einzige Möglichkeit, überhaupt ihr Ziel zu erreichen. Und irgendwie scheint sie doch ihren Spaß daran zu haben, denn sie fängt an, die Zeit mit Sam zu genießen.
Die karriereorientierte Emma und der Rockstar, der sich nach einem soliden Leben sehnt, geben schon eine interessante Mischung ab. Emma und Sam können nicht unterschiedlicher sein. Ihre Lebensphilosophie widerspricht sich völlig und trotzdem landen sie in einem Wohnmobil mit dem gleichen Ziel vor Augen, welches sie auf eine Art verbindet. Während Er möglichst viel von der Landschaft aufsaugen, die Natur und Sehenswürdigkeiten bewundern und langsam wieder zu sich selbst finden möchte, hat Sie nur ihre Arbeit im Kopf und plant den Grund ihrer Reise, so schnell wie möglich abzuhaken. Doch während der Reise muss Emma lernen, von der Arbeit und ihren Verpflichtungen loszulassen und Sam bekommt die Möglichkeit zu erkennen, was für ihn wirklich wichtig ist.
Ich muss schon sagen, dieser Roadtrip durch Kanada klingt nach einem wahnsinnig schönen und abwechslungsreichen Abenteuer und ich hätte nicht wenig Lust, ihn direkt nachzumachen. Ich habe die Bilder der Landschaft absolut genossen und konnte selbst ein klein wenig dabei runterfahren und entspannen. Gemütlichkeit in eine Geschichte zu zaubern, gelingt der Autorin Barbara Dell geradezu perfekt.
Wenn ich ehrlich bin, habe ich Emma anfangs als sehr kratzbürstig und anstrengend empfunden und mich gefragt, wie Sam es nur mit ihr aushalten und dabei noch entspannen kann. Doch anscheinend haben Emmas warmen, braunen Augen, ihn über einiges hinwegsehen lassen. Zum Glück entwickelt Emma sich während der Reise zum positiven und wird von Ort zu Ort etwas entspannter, freundlicher und sogar mutig. Was sie auch Sam zu verdanken hat, der diese Leichtigkeit ausstrahlt und sie damit ansteckt. Ihn hingegen mochte ich von Anfang an und daran hat sich auch im Verlauf der Geschichte nichts geändert. Er ist geduldig, freundlich, humorvoll und einfach ein Typ, den man nur mögen kann. Die Zwei nehmen beide einiges an seelischen Ballast mit auf diesen Roadtrip und arbeiten ihn, erst einmal jeder für sich und schließlich gemeinsam ab. Es war sehr angenehm zu beobachten, wie sich alles verändert und zu etwas Gutem entwickelt.
Landschaftlich war diese Reise einfach ein Traum. Für mich waren die Bilder von Kanada, die sich in meinem Kopf abspielten, das Highlight des Romans. Ich kann das Buch jedem empfehlen, den es reizt einmal durch Kanada zu reisen. Wer noch dazu Liebesgeschichten mag, die sich langsam entwickeln und gemütliche Momente zu schätzen weiß, liegt mit diesem Roman goldrichtig.

Bewertung vom 08.09.2025
Abel, Susanne

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104


ausgezeichnet

Eine wichtige, berührende und ebenso bedrückende Geschichte über ein Familienleben, das von grausamen Kindheitserfahrungen geprägt ist und sich über Generationen hinwegzieht.


Eine der bewegendsten Geschichten, die ich je gelesen habe

Emily ist gerade einmal fünf Jahre alt, als ihre Mutter sie allein zu Hause lässt und sie schließlich beim Jugendamt landet. Ihrer Mutter wird das Sorgerecht entzogen und ihre Urgroßeltern, Margret und Hardy, kämpfen mit aller Macht darum, das Kind bei sich aufzuziehen. Schließlich gelingt es ihnen, dass sie Emily bei sich aufnehmen dürfen. Welche Problematik die Erziehung der Urenkelin mit sich zieht, wurde erst im Verlauf des Buches sichtbar. Denn wir reisen mit Margret und Hardy immer wieder zurück in die Vergangenheit und in deren Kindheit. Die Beiden kennen sich aus dem Kinderheim, indem ihnen damals schreckliches widerfahren ist. Von diesen teilweise sehr grausamen Ereignissen erfuhr ich im Verlauf des Buches immer mehr. Die Geschichte reicht über vier Generationen und hat mich berührt, wie selten ein Buch.
Susanne Abel hat eine gewaltige Erzählkraft. Sie bringt Geschichten so fühlbar rüber, als sei man selbst von den Ereignissen betroffen. Sie beschreibt Lebenssituationen, heute wie damals, so klar und offensichtlich, dass man direkt erkennt, was gerade falsch läuft. Die Familie schlitterte praktisch über Generationen hinweg von einem Unglück ins nächste und ich als Leser musste untätig mitansehen, was vor sich ging. Schon die ersten Seiten machten mich sehr betroffen. Manchmal hat mich das Gelesene sogar so sehr bedrückt, dass ich erst einmal eine Pause brauchte. Ich wurde hier regelrecht mit den Abgründen der Menschheit konfrontiert. Für mich ist es kein Buch, welches man in einem Rutsch lesen kann. Man muss es sacken lassen und das Gelesene erst einmal verdauen. Denn über vieles, was man auf diesen Seiten liest, wird in der Regel geschwiegen.
Obwohl das Zusammenleben zwischen Urgroßeltern und Urenkelin in meinen Augen super funktionierte, bemerkte ich doch, besonders mit wachsendem Alter von Emily, den Generationenkonflikt. Es hat sich so unglaublich viel verändert in diesen gut sechzig Jahren Zeitspanne von der Nachkriegszeit bis ins Jahr 2006 und weiter. Zudem ist es tragisch mitanzusehen, wie die Urgroßeltern, mit dem was ihnen widerfahren ist, im Heute leben müssen. Die traumatischen Erfahrungen von Damals haben ihr gesamtes nachfolgendes Leben beeinflusst. Es war nicht leicht, mitanzusehen, wie schwerwiegend sie gewisse Situationen empfunden haben, die jüngeren Menschen, ohne diese Vorgeschichte, nur halb so viel ausmachen würden. Für das in die Jahre gekommene Ehepaar bedeutet die Erziehung von Emily eine große Herausforderung. Und dennoch haben sie ein viel tieferes Band zwischen ihnen und dem Kind hergestellt, als es in der Familie je zuvor gegeben hat.
Schon allein aus psychologischer Sicht ein absolut prägendes und bedeutendes Werk. Wir finden in diesem Buch Misshandlungen der verschiedensten Formen vor. Es ist erschütternd, wie intensiv sich die Erfahrungen unserer Vorfahren auf uns auswirken können. Das Buch zeigt mir, dass wir für die Genrationen vor uns viel mehr Mitgefühl entwickeln müssen. Ich habe mich diesem Paar, welches ich in dieser Geschichte von der Kindheit auf, durch das Schlimmste hindurch, begleiten durfte, sehr nahe gefühlt. Ihre Geschichte macht mir deutlich, warum ältere Menschen in gewissen Situationen völlig anders reagieren als wir. Weil sie durch ihre Erfahrungen geprägt sind und gar nicht anders können. Es öffnet mir die Augen über das, worüber oft geschwiegen wird.
Zwar ist es ein sehr trauriges, aber für mich unglaublich bewegendes und wichtiges Buch. Eine Geschichte, die sitzt und die man so schnell nicht vergessen wird. Absolute Leseempfehlung.