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LindaMaria98

Bewertungen

Insgesamt 77 Bewertungen
Bewertung vom 13.03.2025
Morishita, Noriko

Die Magnolienkatzen


sehr gut

"Die Magnolienkatzen" ist ein sehr schönes Buch.
Nicht nur das Cover ist in japanischen Stil kunstvoll gestaltet, sondern auch der Beginn jedes Kapitels wird mit einem Bild eines Magnolienastes verziert.

Die Protagonistin bzw. Autorin Noriko ist Anfang 50 und befindet sich sowohl in einer beruflichen als auch grundlegenden Sinnkrise. Als sie im Shinto Schrein um Glück gebeten hat, treten bald schon eine Streuneratze sowie ihre frisch geborenen Katzenjungen in ihr Leben.

Anfangs wird sie trotz innerer Widerstände vor allem von äußeren Umständen dazu gedrängt, sich dieser Katzen anzunehmen. Und Noriko beschreibt in leichten und kurzweiligen Geschichten, wie sich die Katzen mehr und mehr einen Weg in ihr Herz bahnen. Auch wenn hierdurch nicht alle anfangs aufgeworfene, existentielle Fragen beantwortet werden können, beschreibt sie den Alltag und das Leben mit den Katzen auf sehr herzerwärmende Weise.

Bewertung vom 13.03.2025
Ayag, Jim

Das Herz kennt keine Demenz


ausgezeichnet

Das Cover des Buches ist schlicht, aber passend. Der Titel ist zudem hervorragend gewählt.

Jim Ayag beschreibt zunächst seine (anfangs unentschlossene) berufliche Laufbahn und wie er hier in die Pflegebranche geraten ist. Ansonsten besteht das Buch größtenteils aus Alltagsgeschichten, welche er im Umgang mit demenzerkrankten Menschen selbst miterlebt hat. Hierbei greift er auch oft auf die fiktive Frau Tippelkamp zurück, um die Leser auch in die Ich-Persepktive einer dementen Person eintauchen zu lassen.

Der Autor hat eine lockere, humorvolle und auf jeden Fall sehr sympathische Schreibweise. Das Buch lässt sich also gut lesen. Trotzdem besitzt der Inhalt gleichzeitig noch genug Tiefe und Relevanz. Zudem finde ich es schön, dass nicht nur die (klassischerweise) herausfordernden Seiten der Demenz beleuchtet werden, sondern auch die Menschlichkeit nicht zu kurz kommt und auch auf die schönen Momente im Umgang mit Dementen eingegangen wird.

Bewertung vom 16.02.2025
Höller, Miriam

Das Leben ist ungerecht


ausgezeichnet

Miriam Höller beschreibt in ihrem Buch "Das Leben ist ungerecht", welche Ungerechtigkeiten sie im Leben erfahren hat.
Das Cover ist klar und direkt, ebenso wie es auch der Schreibstil meistens ist. Die Autorin versteht es insbesondere, ihre Emotionen eindringlich zu vermitteln, sodass man beim Lesen durchaus mitfühlen bzw. "mit-leiden" kann. Jedoch verliert sich das Buch nicht in larmoyantem Selbstmitleid, sondern Miriam Höller zeigt, wie man trotz (teils heftiger) Rückschläge, weitermachen kann.
Sie gibt zwar vor "kein Ratgeber und genauso wenig eine Autobiografie" zu sein. Jedoch orientiert sich diese Lektüre stark an Ihrem Lebenslauf und auch, wenn sie es meistens vermeidet direkte Ratschläge zu geben, stecken sinnvolle Lektionen in diesem Buch, was ich persönlich jedoch für einen positiven Aspekt halte.

Bewertung vom 16.02.2025
Scharmacher-Schreiber, Kristina

Was ist arm und was ist reich?


ausgezeichnet

Das Buch soll Kindern helfen, ein Gefühl zu entwickeln, was arm und was reich bedeutet.
Es ist an sich zwar 60 Seiten lang, doch enthält viele Bilder bzw. Mini-Comics. Teilweise werden hier zwar rech dramatische Geschichten erzählt, jedoch auf eine kindgerechte Art. Das Buch hift vor allem dabei, die eigenen Umstände zu relativieren und in einen größeren Kontext zu setzen. Es zeigt, Vieles, was uns selbstverständlich oder normal scheint, ist an anderen Orten oder aber auch im Europa vor 100-200 Jahren ein unvorstellbarer Luxus.
Das Buch selbst ist hochwertig und besitzt einen kartonierten Einband, sowie Seiten aus etwas robusterem Papier.
Insgesamt ein gutes Kinderbuch, das an manchen Stellen auch erwachsenen Lesern den Spiegel vorhält: Über die Ungleichverteilung des Geldes und den unbezahlbaren Wert nicht-materieller Dinge.

Bewertung vom 16.02.2025
Wiesböck, Laura

Digitale Diagnosen


sehr gut

Die Autorin fokussiert sich in ihrem Buch auf den Umgang mit psychischen Problemen im Kontext von Social Media.
Hierbei wird der positive, demokratisierende Effekt erwähnt, den die Zugänglichkeit der Informationen über Social Media mit sich bringt. Vor allem werden aber die negativen Aspekte beleuchtet, wenn Influencer als Laien-Psychologen auf profitorientierten Social-Media Plattformen ihren Followern arbiträre Diagnosen und generalisierte Tipps für ein potentiell besseres Leben geben.
Da die Autorin selbst eine promovierte Soziologin ist, hätte ich eigentlich mehr inhaltliche Tiefe von diesem Buch erwartet. Es ist zwar relativ eloquent geschrieben und beinhaltet einige Zitate und Statistiken, jedoch erinnert mich der Aufbau ihrer Argumente oft an kurzweilige Social-Media Inhalte, die zwar Aufmerksamkeit generieren, aber oberflächlich und plakativ sind. Das macht das Buch nicht zwingend schlecht, jedoch habe ich den Eindruck, dass hier der Fokus auf der Quantität der Probleme und Argumente lag. Grundsätzlich finde ich ihre Ausführungen nachvollziehbar.

Bewertung vom 16.02.2025
Kramer, Christoph

Das Leben fing im Sommer an


sehr gut

Das Buch ist aus der Sicht des 15-jährigen Chris geschrieben.
Das Cover des Buches ist schön, wenngleich es anfangs irritiert, dass ein Junge auf einem Zehn-Meter-Turm bei Sonnenaufgang zu sehen ist, obwohl Chris' eigentliches Hobby Fußball ist. Dennoch ist das Cover passend.
Dafür, dass das Buch von einem Fußballprofi selbst geschrieben wurde, nimmt der Sport vergleichsweise wenig Platz ein. Stattdessen liegt der Fokus recht auf den typischen Fragen und Problemen der Jugend.
Als erwachsener Leser muss man sich anfangs vielleicht erst an den "hippen Sprachstil" gewöhnen, aber man versteht an sich stets, was gemeint ist.
Es ist ein kurzweiliges Buch und an sich ein netter Zeitvertreib. Ich persönlich finde es an manchen Stellen wenig authentisch bzw. empatisch, was es schwer macht, sich von der Handlung mitreißen zu machen. Schlecht ist es deshalb aber nicht.

Bewertung vom 19.01.2025
Köhler, Tanja

Ein Ohrensessel, zwölf Fragen und eine Reise zu dir selbst


sehr gut

"Ein Ohrensessel, zwölf Fragen und eine Reise zu dir selbst" ist ein recht spirituelles Buch der Diplom-Psychologin Tanja Köhler.
Das Buch dreht sich größtenteils um die Protagonistin, ihren Ohrensessel und ihren Hund. Es beschreibt keine/kaum "große, persönliche Ereignisse", sondern dreht sich primär darum, wie die Protagonistin Glück und Zufriedenheit langfristig in ihrem Alltag sucht. Das Buch spielt größtenteils in der Gegenwart, teils aber auch in der Vergangenheit.
Eigentlich enthält das Buch auch keine großen, neuen Lehren. Aber es ruft liebevoll einige mehr oder wenige wichtige Lektionen des Lebens ins Gedächtnis.
Was mir persönlich am ehesten missfällt, ist die Darstellungsweise der Protagonistin. Ich vermute, sie wird bewusst recht vage skizziert, damit sich eine breitere Leserschaft mit ihr identifizieren kann und ihre Gedanken nachvollziehen kann. Doch führt diese eher schemenhafte Darstellung bei mir zu einem Gefühl der Entfremdung und anstatt sich mit den Lebensfragen des Buches auseinander zu setzen, stellen sich mir eher Fragen zum Charakter der Protagonistin und dessen Konsistenz.

Bewertung vom 05.01.2025
Means, Casey

Good Energy


sehr gut

"Good Energy" beschreibt umfassend die Ursachen, des sich allgemein-gesellschaftlich verschlechternden Gesundheitszustands.
Das Buch widmet sich vor allem den chronischen Krankheiten, die in den Industriestaaten rasant zunehmen. Präziser ausgedruckt, vor allem Stoffwechselstörungen, z. B. Diabetes Typ 2.
Da die Autorin selbst Ärztin im ökonomisch-orientierten Gesundheitssystem war, kann sie aus eigener Erfahrung berichten, warum Ärzte so handeln, wie sie handeln. Sie selbst hat Ihre Karriere damals unter anderem aus Frust darüber aufgegeben, dass nur die Symptome, nicht aber die Ursachen der Krankheiten der Patienten behandelt werden.
Das Buch erklärt uns, wie wichtig Gesundheitsfaktoren (wie z. B. Ernährung, Bewegung und Schlaf) sind und erläutert detailliert deren zahlreiche Einflüsse auf metabolisch chemikalischer Ebene.
Kleinere persönliche und möglicherweise subjektive Kritik:
Der Schreibstil empfinde ich teilweise als ziemlich eindringlich, was insbesondere bei der regelmäßigen Verwendung von Fachtermini, anstrengend werden kann. Mit einer anderen Struktur könnte das Buch außerdem vermutlich verkürzt werden, da sich viele Stellen (z. B. zur Wirkungsweise des Blutzuckers) mehrfach auf ähnliche Weise wiederholen.
Auch wenn einige Studien zur Lage in Deutschland / in der EU ihren Weg ins Buch gefunden haben, so sind viele der Geschichten, welche die Autorin schildert, auf die USA bezogen und lassen sich nicht eins zu eins (jedoch immer noch zu einem genügenden Anteil) auf unser Gesundheitssystem übertragen.

Insgesamt jedoch ein empfehlenswertes Buch, vor allem für Leute, die sich über die Wirkungsweise ihres Körpers und die Einflüsse von Essen, Stress etc. informieren möchten.

Bewertung vom 30.11.2024
Schöbel, Simon

Money Mindset. Finanzieller Erfolg beginnt im Kopf


gut

Ich persönlich würde sagen, das Buch "Money Mindset" ist so gut wie Gold - oder treffender formuliert: "So gut wie der Autor Gold als Anlageklasse einschätzt".
Grundsätzlich ist es ein seriöses Buch, welches versucht, zwei Themenbereiche zu vereinen: Psychologie und Finanzen. Der Titel "Money Mindset" ist hierfür äußerst treffend gewählt und es behandelt einige grundlegende Aspekte aus beiden Bereichen (z. B. Tipps zur Organisation der eigenen Finanzen oder Gründe, die uns psychisch davon abhalten, mit dem Investieren zu beginnen).
Punkte, die mir negativ aufgefallen sind:
Generell ist das Buch anfängerfreundlich (dementsprechend gut auf die Zielgruppe gerichtet), wartet aber ab und an aber auch mit komplexen Fachbegriffen auf, die meist (aber nicht immer) erklärt werden.
Inhaltlich vermisse ich teilweise etwas Tiefe bzw. eine umfassendere Darstellung. So fokussiert man sich z. B. bei psychologischen Gründen, vor allem auf die Wirkungsweise von Heuristiken als Ursache von fehlenden Entscheidungen bzw. Fehlentscheidungen oder erwähnt bei den Formen möglicher Geldanlagen keine Bausparverträge oder P2P-Kredite (widmet aber ein ganzes Unterkapitel z. B. Private Equity, was meines Erachtens weniger verbreitet ist).
Teilweise ist das Buch auch inhaltlich etwas inkonsistent, z. B. wenn beim Beschreiben einer Studie plötzlich zwischen den Währungen "Euro" und "Dollar" gewechselt wird (S. 164) oder wenn auf S. 209 ausgemalt wird, welch Glück man hat, in diesem Zeitalter in einer der wohlhabendsten Nationen der Welt zu leben, auf S. 235 der Faktor "Glück" als verhältnismäßig unbedeutend dargestellt wird (wobei 1874 in Afrika (um auf S. 209 zu verweisen) auch "eine gute Strategie, ein klarer Plan und die konsequente Ausführung dieser Verhaltensweisen" (Zitat S. 235) wahrscheinlich nicht zu Reichtum geführt hätten).
Um jedoch Positiv zu schließen: Insbesondere der Bereich der Immobilieninvestments wird (vergleichsweise) ausführlich erläutert und hat mir einige neue Erkenntnisse diesbezüglich vermittelt.
Insgesamt also kein schlechtes Buch, es gibt (meines Erachtens) aber auch bessere Alternativen, die einen Überblick über Finanzinstrumente und den Beginn des Investierens geben.

Bewertung vom 23.11.2024
Bregman, Rutger

Moralische Ambition


sehr gut

Rutger Bregman nimmt in seinem Buch "Moralische Ambition" kein Blatt vor den Mund. Es stellt einige unbequeme Fragen, regt zum Nachdenken an und fordert die Leserschaft zum Handeln auf. Jeder einzelne sollte idealistische Vorstellungen und ambitioniertes Handeln vereinen und so versuchen, die Gesellschaft und letztendlich die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
Hierbei berichtet der Autor von bekannten (z. B. Rosa Parks) aber auch einigen weniger bekannten historischen Persönlichkeiten, die durch ihr Handlung (und ihre dahinter stehende Überzeugung) die Welt verändert haben.
Das Buch liefert eine Menge Inhalt und setzt voraus, sich als Leser selbst hinterfragen zu können. Gleichermaßen wirft es Fragen über die derzeitigen gesellschaftlichen Strukturen, Normen und Erwartungen auf und appelliert dazu, sich dem Strom der Passivität zu widersetzen.