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Benutzername: claudi-1963
Wohnort: Schwaben
Über mich: Ich bin eine absolute Leseratte und lese sehr viele Bücher vorab, unter anderem bei lovelybooks und vorablesen. Meine Lieblingsbücher sind Krimis,Thriller, Biografien, Dramen, humorvolles, christliche Literatur, aber auch ab und an ein Liebesroman.
Danksagungen: 33 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 698 Bewertungen
Bewertung vom 11.12.2019
Mordshass
Dorra, Simone; Zellner, Ingrid

Mordshass


sehr gut

"Denn alles in der Welt hat seine Grenzen und von der Lieb´ zum Hass ist´s nur ein kleiner Schritt." (Johann Friedrich Bahrdt)
In der Rems-Murr Kreisstadt Waiblingen wird die 24-jährige indische Studentin Vidya Kapoor vergewaltigt und anschließend getötet. Schnell findet man heraus, dass der Täter Vergewaltiger Pierre Meyer aus Konstanz ist, den man vor Kurzem erst aus der Haft entlassen hat. Als man wenig später Meyer tot auffindet und man den Zeugen Surendra Sinha befragt, wirkt er für Kommissar Malte Jacobsen schon sehr verdächtig. Den Surendra Sinha ist zwar ebenfalls Kripobeamte in Friedrichshafen, allerdings kannte er Meyer und zudem war er mit Vidya Kapoor so gut wie verlobt. Darum konnte es gut sein, dass der Kollege sich an Meyer für den Tod von Vidya gerächt hat. Doch Maltes Kollegin Melanie Brendel ist da ganz anderer Ansicht, sie kann sich nicht vorstellen, das Surendra an dem Täter Vidyas gerächt hat. Sie hat viel mehr den Verdacht, dass Meyer ein neues Opfer belästigt, das sich gewehrt hatte oder das ein ehemaliges Opfer sich an ihm gerächte hat. Das Meyer herzkrank war und er durch einen Elektroschocker verstirbt, könnte da reiner Zufall gewesen sein. Doch der Zwiespalt der Ermittler Jacobsen/Brendel bringt Unruhe in das Team, so das es sogar so weit kommt, das Malte alleine ermitteln muss.


Meine Meinung:
Das etwas unscheinbare Cover zeigt eine wütende Faust, die für Rache stehen könnte. Für mich war es das erste Buch des Autorinnenduos, das mich deshalb interessiert hat, da ich aus der Nähe Waiblingens komme. Der Schreibstil war lebendig, teils unterhaltsam doch leider fehlte dieses Buch zum größten Teil die Spannung. Was sicher auch daran lag, dass wir nun einen Täter suchen sollten, der einen Vergewaltiger und Mörder getötet hat. Aber es lag auch daran, das die Ermittlungen mehr durch die Probleme zwischen Malte und Melanie, der Eifersucht Jacobsen und der indischen Kultur beherrscht wurden. Dadurch wurden die Ermittlungen sehr oft in den Hintergrund gedrängt, was ich sehr schade empfand. Auch die gefundene Katze Saleti vom Tatort nahm bei manchen Kapiteln etwas zu viel Raum ein. Ich finde es ja schön, wenn man als Leser in das Privatleben und Umfeld der Ermittler mitgenommen wird. Doch wenn diese ein Buch bzw. dazu noch einen Krimi mehr ausfüllt, als das eigentliche Geschehen, dann ist es auch mir zu viel. Darum war mir das leider zu wenig Tiefe um den eigentlichen Tathergang, ich vermisste da ab und zu ein wenig die professionelle Kriminalarbeit. Lediglich in der Mitte und am Ende wurde es ein bisschen spannend so, das ich sah, das durchaus Qualität in den beiden Autorinnen steckt. Das Lokalkolorit hat mir natürlich besonders gefallen, da mir die Kreisstadt Waiblingen sehr bekannt ist und ich deshalb viele Stellen wiedererkannte. Die Charaktere haben ebenfalls Potenzial, um ein gutes Kripo-Duo zu sein. Im Gegenteil ich könnte mir sogar gut vorstellen, das sie jetzt als Trio funktionieren würden. Der reserviert, wortkarge, in sich gekehrte Malte Jacobsen, die smarte, aufgeschlossene, tolerante und sympathische Melanie und der ausgeglichene, charmante, kultivierte Surendra der gerne mal in seinem Job aus der Reihe tanzt, wären sicherlich gute Ermittler zusammen. Selbst wenn mich ein paar Dinge an dem Buch gestört haben, würde ich den beiden Autorinnen erneut eine Chance geben. Schon alleine deshalb, weil ich gerne einen weiteren Krimi aus Waiblingen lesen würde. Von mir gibt es 3 1/2 von 5 Sterne für dieses Buch.

5 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.12.2019
Die Kakerlake
McEwan, Ian

Die Kakerlake


gut

Das Bild stellt den Unterleib der Kakerlake dar, könnte aber genauso gut die Fellmütze von den Wachen des Towers darstellen. Den Autor Ian McEwan kannte ich bisher noch nicht, doch den Klappentext fand ich sehr interessant. Ian McEwan schreibt hier in Anlehnung an Franz Kafkas Buch "Die Verwandlung" aus dem Jahre 1915, diese Geschichte in die Moderne der heutigen britischen Lage und Politik. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, den mitunter ist er doch sehr mühsam verfasst. Besonders da die Geschichte einiges an politischen Sprachgebrauch enthält. Trotzdem ich durchaus politisch interessiert bin, hatte ich dann doch etwas anderes bei dem Titel und Klappentext erwartet. Zwar fing sie durchaus satirisch, humorvoll an mit der Umwandlung der Kakerlake zum Menschen. Dabei sah ich einige Parallelen von David Safiers Buch "Mieses Karma" oder eben das Kafka Buch "Die Verwandlung". Wo aber Kafka eher dem Leser die Verwandlung nahebrachte, möchte McEwan das Chaos der Politik und des Brexits aufgreifen, das zurzeit in seiner Heimat Großbritannien herrscht. Da blieb dann allerdings die Verwandlung etwas auf der Strecke, schade den genau das war dies, was die Story so belebte und humorvoll machte. Natürlich habe ich beim Lesen viele Parallelen zum Brexit, aber auch zu anderen politischen Machenschaften und Gebaren festgestellt. Trotzdem wirkte auf mich das Buch am Ende unvollkommen, fast ein wenig abrupt beendet und ebenso erschloss sich für mich die Motivation der Kakerlaken den Reversalismus durchzuboxen nicht ganz. Genauso war es mir etwas zu unrealistisch, wie der anfänglich verwandelte, tollpatschige Jim Sams innerhalb kürzester Zeit, menschlich daher kam ohne Mühen und Schwächen. Ich hätte da doch mit mehr Problemen gerechnet, die man hier durchaus noch hätte einbringen können. Im eigentlichen Sinne geht es in diesem Buch jedoch um Politik, Macht, Beeinflussung und Manipulation, was wir sicher genauso heute im realen Leben wiederfinden. Man spürt vor allem das McEwan ein Brexit Gegner ist und ihm die chaotische, politische Lage Großbritanniens nicht gerade zusagt. Von daher denke ich das dieses Buch eher von Lesern bevorzugt wird, die politisch motiviert, engagiert sind und sich mit dem Brexit auseinandersetzen möchten. Insbesondere den Preis finde ich persönlich im Anbetracht der nicht einmal 150 Seiten zu teuer für das Buch. Ich konnte leider dieser Geschichte nur bedingt was abgewinnen, besonders weil mir einfach der britische Humor zu kurz kam. Darum gebe ich 2 1/2 von 5 Sterne für dieses sogenannte Buch der Stunde.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 08.12.2019
Das Verschwinden der Jamie Mason
Goddard, Elizabeth

Das Verschwinden der Jamie Mason


ausgezeichnet

Das düstere Cover und der explizite Klappentext rund um die Entführung eines Babys aus der Vergangenheit, haben mich neugierig auf dieses Buch gemacht. Bisher ist die Autorin für mich total unbekannt gewesen, sie zählt jedoch in den USA zu den Bestsellerautorinnen und hat bisher über 50 Bücher geschrieben. Der Schreibstil war äußerst lebendig, unterhaltsam, in mehrere kurze Kapitel unterteilt und angenehm zu lesen. Dabei fing der Plot mit der Entführung von Katelyn Mason Baby schon recht spannend an. Dass Katelyn nach dem überraschenden Tod ihres Mannes und ihrer Krebsdiagnose auch noch ihr Kind verliert, machte mich sehr betroffen. Man fragt sich, wer macht so etwas? Da die Frau wusste, dass Katelyn schwer krank ist, vermute ich das sie, Katelyn kannte oder jemand das getan hat, wo ihr nahesteht. Keiner konnte ja ahnen, dass Katelyn den Krebs überwindet und über 20 Jahre lang ohne Erfolg ihr Kind sucht. Doch nun ist der Krebs neu ausgebrochen und die Suche nach Jamie wird immer wichtiger. So ist die Ahnenforschungsagentur, Katelyns letzter Versuch ihre Tochter zu finden. Und genau hier fängt Willows mysteriöser Auftrag an. Nachdem nach J. T. Unfall kurz darauf auch noch sein Haus abbrennt, bei dem Willow fast ums Leben kommt, vermutet sie und Assistentin Dana das beides mit diesem Fall zusammenhängt. Die Autorin hat hier einen wahrlich spannendes Buch geschrieben, das zudem durch die problematische Liebesgeschichte und natürlich seiner christlichen Linie eine ganz besondere Note bekommt. Mir gefiel es zum Beispiel sehr gut, dass die Protagonisten besonders in Notlagen sich Hilfe bei Gott suchen in Form von Gebeten. Dadurch bekommt das ganze noch mal eine andere Intensität und macht diesen Thriller so wertvoll. Zudem die Charaktere, die hier sehr gut durchdacht sind. Die intelligente, selbstbewusste Willow eifert ganz ihrem Großvater nach und mir war sofort klar, dass sie diesen Fall aufklären möchte, komme was wolle. Austin fand ich ebenfalls sympathisch, allerdings ist er sehr verschlossen, was seine Vergangenheit anbelangt. Aufgewachsen in einem schwierigen Elternhaus hat er selbst zu seinen Brüdern keinen Kontakt mehr. An seiner Verschlossenheit ist schlussendlich auch die Beziehung zu Willow gescheitert. Dass er nun noch weitere Geheimnisse vor ihr zu verbergen versucht, macht die Suche und ihre Beziehung zueinander nicht besser. Doch im Inneren sieht es bei den beiden ganz anders aus. Dieses Buch gehört explizit in den Bereich christliche Bücher, ich jedoch kann es jedem empfehlen, der ein fesselndes, spannendes Buch sucht. Für mich der beste Tipp für alle die einen außergewöhnlichen Lesestoff suchen und von mir gibt es obendrein 5 von 5 Sterne.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 02.12.2019
Noch immer gierig & unersättlich   Erotische Geschichten
Walker, Amy

Noch immer gierig & unersättlich Erotische Geschichten


ausgezeichnet

Das sehr extravagante Cover zeigt sehr genau, um welche Art Buch es sich hier handelt, passt aber zu dem Titel geil und unersättlich sehr gut. Ich kenne die Autorin schon von dem Buch "Sommerlust", das mir recht gut gefallen hat. Dass Amy Walker um die eigentliche Erotik und Sexualität immer sich eine gute Geschichte einfallen lässt, gefiel mir da schon sehr gut. Genau deshalb springt auch das eigene Kopfkino an und man kann sich ganz dabei fallen lassen. Natürlich muss es jetzt kein Sex im Krankenhaus sein, aber haben wir nicht alle unsere Fantasien um erregt zu werden? In diesem Buch können wir die eine oder andere Tabugeschichte miterleben, wie der eine oder andere von uns sie vielleicht schon selbst im Kopf hatte. Dabei weiß die Autorin genau wie man die Rahmengeschichte gerade so gestaltet, dass sie schön in die erotische Handlung übergeht. Durch die langsame Steigerung der Geschichten werden diese auch zum eigentlichen Höhepunkt dem Akt geleitet. Der Schreibstil war locker, unterhaltsam verführerisch und wieder einmal äußerst prickelnd. Die Geschichten verleiten einem seine eigene Fantasie anzukurbeln und sich dadurch inspirieren zu lassen. Dadurch kann man sich auch fantastisch in die Protagonisten hineinversetzen. Hier spürt man einfach die große Erfahrung der Autorin in Sachen erotische Literatur. Gut gefällt mir, im Gegensatz zu anderen Autoren in diesem Genre, das sie keine vulgären Wörter benutzt. Den gerade solche Wortwahl finde ich oft ganz schrecklich bei erotischen Büchern. Dass es auch anders gehen kann, erlebe ich erneut in diesem Buch. Natürlich kann man hier keine tief greifende Geschichten erwarten, ebenso keine Charaktere, die man näher kennenlernt. Und trotz der besonderen Situationen die wir hier miterleben dürfen, könnte ich mir gut vorstellen, dass es Personen wie Du und ich sind. Gerade für Leseanfänger im Genre Erotik finde diese Bücher bestens geeignet, da sie wie oben schon erwähnt nicht zu ausfallend in der Wortwahl sind und es zu keinen, harten erotische Handlungen kommt. Und ich finde es gut das wir erleben dürfen, dass selbst Frauen eindeutige Fantasien haben und nicht nur Männer. Zudem macht es einfach Spaß die Bücher von Amy Walker zu genießen, deshalb von mir 5 von 5 Sterne.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.11.2019
Unter Wölfen
Beer, Alex

Unter Wölfen


gut

Das geheimnisvolle Cover, bei dem man schon erahnt, das es in der Vergangenheit spielt, und der Klappentext haben mich neugierig auf diesen Krimi gemacht. Der Schreibstil war locker, flüssig, unterhaltsam, in Zeitabschnitte eingeteilt und da mit recht kurzen Kapiteln versehen. Nachdem nun "Die Presse" schrieb: "Alex Beer kultiviert Krimispannung auf höchstem Niveau" war ich erst recht gespannt, was mich erwartet. Leider konnte ich diese Erwartungen nicht ganz teilen, größtenteils wurde mir das Naziregime zu unglaubwürdig dargestellt. Den zu sehr sind diese als naive Tollpatsche oder Vollidioten charakterisiert worden, die man mal ebenso um den Finger wickeln kann. Man hätte, meinen könnte das dieses damalige Naziregime so naiv und dumm war, das jeder Jude es locker hätte schaffen können seinem Schicksal zu entkommen. Man muss nur einfach sein inneres Potenzial abrufen oder entdecken, dann schafft man das auch. Leider war dem nicht so, den sonst wären wohl kaum so viel Millionen Juden ums Leben gekommen. Natürlich ist dies ein fiktiver Kriminalroman, trotzdem hatte ich erhofft einen weitaus besseren Hintergrund vorzufinden, wie ich es von Autoren wie Frank Goldammer oder Volker Kutscher kenne. Dass Isaak als Adolf Weissmann jedoch vieles einfach so zufliegt, das er als ehemaliger Antiquar auf einmal wie ein Kommissar ermittelt, mag ja noch einigermaßen angehen, wenn er als Belesener gerne zu Sherlock Holmes greift. Doch das man mal eben Dutzende Dokumente fälscht, in ein Lager eindringt und dort, mehrere befreit, ging mir dann doch zu weit. Gerade am Ende waren es für mich dann zu viele Dinge, die mir zu glatt liefen und wie schon oben erwähnt die Nazis alt aussehen ließ. Ich hätte da mit deutlich mehr widrigen Umständen gerechnet. Zum Glück machten dann die Ermittlungen und die Spannung das Ganze noch ein wenig wett. Isaak Rubinstein scheint für mich eher ein zurückhaltender und unscheinbarer Mensch zu sein. Während er als Adolf Weissmann genau das Gegenteil verkörpern muss. Den dieser ist hingegen ein Despot und ein überheblicher, dezidierter Mensch, der zu dieser Zeit der beste Ermittler im Deutschen Reich war. Dass man mal so eben diese krasse Umkehr von einem selbst verkörpern soll, ist schon recht schwierig. Dazu noch die ständigen inneren Ängste mit denen er kämpfen muss entlarvt zu werden oder gar einen Fehler zu begehen, das spürt man hier sehr gut. Dies alles konnte ein wenig die Fehler aufwiegen, weshalb ich deshalb 3 von 5 Sterne gebe. Selbst wenn einiges nicht gut war, würde ich dieser Autorin gerne eine weitere Chance geben.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 22.11.2019
POPPY (eBook, ePUB)
Korten, Astrid

POPPY (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

An ihrem sechsten Geburtstag werden Poppy und ihre Mutter von einem großen Auto abgeholt. Bisher lebte Poppy mit ihrer Mutter in sehr einfachen Verhältnissen. Doch soll alles anders werden, sie sollen nun bei Pick-up leben, wie ihn ihre Mutter nennt, in seinem braunen Schloss. Pick-up hat ein Gesicht wie eine Bowlingkugel, sagt ihre Oma und eigentlich ist er viel zu alt für Mama. Doch nun muss Mama nicht mehr putzen, den Pick-up hat viel Geld und Mama geht deshalb ständig shoppen. Außerdem soll ich nicht mehr Onkelmann zu ihm sagen, sondern Papa. Auch Haare waschen darf Mama nicht mehr, das macht jetzt Papa bei mir. Und er sagt, dass er mich ganz toll lieb hat und das er nun auch mit mir verheiratet ist. Doch bei Mama habe ich das Gefühl, das sie nicht so richtig glücklich ist. Das Leben von Poppy und ihrer Mutter wäre so schön, wenn da nicht diese eine Sache wäre.

Meine Meinung:
Dieses zauberhafte Cover mit dem roten Klatschmohn verbirgt eine ganz unfassbar traurige Lebensgeschichte von Poppy. Der Schreibstil war flüssig, locker und chronologisch nach Jahren angelegt. Poppy ist ein sehr aufgewecktes, aufgeschlossenes Mädchen, auch wenn sie aus sehr einfachem Elternhaus stammt. Bei ihrer Mutter wächst sie mehr schlecht als recht auf. Die beiden haben nicht sehr viel zum Leben und was sie haben, geben sie auch schnell aus. Auch arbeiten gehen scheint ihre Mutter nicht gerne zu tun, da ist es kein Wunder, das sie sich nach einem reichen Mann Ausschau hält. Der 62-jährige Pick-up scheint zu Beginn ein recht netter Mann zu sein, auch wenn er eigentlich Poppys Großvater sein könnte. Was mich jedoch sofort stutzig macht, ist das er sich gerne mit Poppy umgibt, oft ihre Haare wäscht, badet und jeden Sonntag sie nackt ablichtet. Währenddessen vergnügt sich ihre Mutter lieber vor den Fernseher. Dass diese Baderituale zusehends merkwürdiger werden, kann Poppy zu der Zeit noch nicht begreifen, dazu ist sie einfach noch zu jung. Zudem traut sie sich niemandem etwas zu sagen, weil sie nicht möchte, das jemand sie deshalb auslacht. Deshalb behält sie alles, was ihr Papa mit ihr macht für sich, den schließlich, sagt er, das dies alles richtig ist.
Dieses Buch hatte ich in Nu ausgelesen, weil mich Poppys Geschichte so unfassbar entsetzt, traurig und sogar wütend gemacht hat. Auch Poppys Familie hat mich erschüttert, eine Großmutter, Onkel und Tante denen Geld und Luxus wichtiger ist und wo ich mich frage, was nehmen sich diese Menschen heraus? Besonders dann, wenn Poppy und ihre Mutter eigentlich Hilfe bräuchten und dann niemand da ist, der ihnen zur Seite steht. Selbst Pick-ups Tochter, bei der ich das Gefühl hatte, das sie ihren Vater sehr genau kennt, schaut einfach nur zu. Niemand scheint Poppys körperliche, aber auch seelische Veränderungen wahrzunehmen. Dieses Buch rüttelt einen auf, selbst wenn man die Not, Poppys Schicksal oder ähnliches schon kennt, macht es einen fassungslos. Das dann die 14-jährige Poppy gegen Ende sogar mehr auf ihre psychisch labile Mutter aufpassen muss und nicht anders herum, macht mich wütend. Keiner scheint Poppys innere Rufe zu hören, geschweige den zu verstehen. Besonders wütend hat mich das Ende gemacht, als die Spirale im Grunde von vorne beginnt. Ich war total geschockt und konnte nicht begreifen, wieso ihre Mutter und Großmutter so eine Entscheidung trafen. Oft wäre ich am liebsten in das Buch gesprungen, hätte Poppy da rausgeholt und sie in meinen Armen gehalten, so hat mich dieses Buch berührt. Ich jedenfalls kann es nur empfehlen und gebe 5 von 5 Sterne.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 20.11.2019
Im Schwarzwald geht der Tod um
Kindler, Sonja

Im Schwarzwald geht der Tod um


ausgezeichnet

Das Cover mit dem brennenden Haus und der zugehörige Klappentext haben mich schon sehr neugierig auf diesen Krimi gemacht. Der Schreibstil ist flüssig, unterhaltsam und überaus spannend von Anfang bis zum Ende formuliert, sodass ich es kaum mehr weglegen konnte. Die kursiv dargestellten Beiträge lassen mich in einen hasserfüllten Täter blicken, der einen wahrlich beängstigt, was da auf Ines und ihre Familie zukommt. Am Ende hatte sogar den Eindruck einer gespaltenen Persönlichkeit gegenüber zustehen. Schon gleich zu Beginn werde ich von seinem Hass eingenommen. Ich frage mich, was ist passiert, dass ein Mensch solche Verletzungen mit sich herumträgt und dann so einen Hass entwickelt? Natürlich könnte es jemand sein, den Ines mal ins Gefängnis gebracht hat. Doch Ines und ihr Lebensgefährte Jan erscheinen mir sofort sehr sympathisch zu sein. In dem halben Jahr, welches sie nun im Schwarzwald sind, haben sie sich gut eingelebt. Sogar auf den Nachbarsjungen Max, dessen Vater zurzeit in der Klinik ist, passen sie auf. Dass Max ebenfalls in den Fall involviert und es für ihn sehr gefährlich wird, hat mich echt schockiert. Im Lauf des Buches habe ich mich dann oft gefragt, wie weit der Täter noch geht, wenn er selbst vor Kindern nicht Halt macht. Mit der Zeit hatte ich dann mehrere Verdächtige im Fokus, bis sich einer dann immer mehr herauskristallisiert, von dem ich es nicht gedacht hatte. Trotz allem hat es dem weiteren Verlauf des Buches nicht geschadet, den es blieb durch die vielen Wendungen durchweg spannend. Und ein Showdown als Abschluss, bei dem ich gefiebert habe, wie er ausgeht, war noch zudem ein schöner Höhepunkt. Die Protagonisten selbst sind sehr gut durchdacht, insbesondere Ines die sympathische, toughe und engagierte Kommissarin konnte mich durchweg überzeugen. Lediglich das sie manchmal zu unüberlegt sich alleine auf gefährliche Abenteuer einlässt, hat sie in meinen Augen etwas arglos erscheinen lassen. Auch Danny ihre Tochter, erschien mir ab und an etwas zu Erwachsen in ihren Aussagen. Ebenso Monika, Ines Mutter ich besonders in einer Situation als sehr leichtgläubig und leichtsinnig empfand. Sonst jedoch waren alle außerordentlich gut ausgearbeitet und realistisch dargestellt. Besonders die gefährlichen Situationen und die Ermittlungen haben mich die ganze Zeit Miträtseln lassen. Zudem konnte mich als Schwabe der Schwarzwald als Lokalkolorit sowieso begeistern. Chapeau dies war ein überzeugender Auftakt für die Kripo aus dem Schwarzwald, ich hoffe auf weitere Folgen. Deshalb von mir eine Leseempfehlung und 4 1/2 von 5 Sterne.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 15.11.2019
Feuersee
Scheurer, Thilo

Feuersee


ausgezeichnet

Das Cover mit dem alten knorrigen Ast, passt irgendwie zu diesem alten Cold-Case Fall den die Ermittler aus Stuttgart und Rottweil bearbeiten müssen. Der Schreibstil ist flüssig, unterhaltsam, in mehrere Kapitel unterteilt und mit viel Ermittlungstechnischen Know-how versehen. Ein 10 Jahre alter Fall liegt bei der T.O.M. (Tote ohne Mörder), dem Dezernat für ungeklärte Mordfälle beim LKA Stuttgart. Komisch ist nur, dass eigentlich dieser Fall abgeschlossen ist und man einen Täter/in längst in Verdacht hat Heinrich Gerber getötet zu haben. Erst durch einen POLAS Abfrage wird das Dezernat auf diesen Fall aufmerksam. Was für ein Glück, das es Knieprothesen gibt, die mit einer Nummer versehen sind, bei der man den Patienten feststellen kann. Nur so kommt dieser Fall wieder ins Rollen. Viele Personen von damals werden neu überprüft und befragt unter anderem ein Reichsbürger, der als gefährlich eingestuft wird. Doch alles verläuft nicht gerade so, wie es sich Sebastian Franck wünscht. Erst der Hinweis von Praktikantin Franzi bringt ihn weiter.
Wieder einmal hat mir dieser Krimi sehr gut gefallen, weil er einfach näher an die realistische Polizeiarbeit kommt wie mancher andere. Hier geht es nicht in der Hauptsache um Blutvergießen, schießwütige Aktionen, sondern um wirkliche Schreibtischarbeit, Recherche und Rekonstruktion des Falls. Zudem ermittelt Marga Kronthaler weiterhin hinter Sebastians Rücken, im Banküberfall, bei dem sein Bruder Daniel ums Leben kam. Zwei interessante Fälle, die für mich viel Witz, Harmonie und jeder Menge Fragezeichen am Anfang hatten. Das Ermittlerduo besteht diesmal aus der jungen, humorvollen, cleveren Praktikantin Franzi, die ab und zu auch ihre naive Seite zeigt. Man spürt einfach, dass sie noch recht unerfahren ist, trotzdem hat sie mitunter sehr gute Ermittlungsansätze. Sebastian dagegen ist weiter der ehrgeizige, zugeknöpfte, zuverlässige Ermittler, den man nur mit Anzug und Krawatte antrifft. Bestens kennt er sich außerdem in sämtlichen Paragrafen des StGB aus, das einem fast schwindelig wird. Marga Kronthaler ist die Frau in Aktion in diesem Team, sie packt einfach an, ohne große Worte zu machen. Manchmal muss allerdings dabei Sebastian beide Augen zudrücken, damit sie nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Zudem gefielen mir noch die beiden Ermittler aus Rottweil, die unterschiedlicher nicht sein könnten und noch ein wenig Humor in den Fall brachten. Wer es eher unblutig, dafür mit viel guter Ermittlungsarbeit haben möchte, der ist bei diesem Krimi genau richtig, von mir gibt es dafür 4 1/2 von 5 Sterne.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 15.11.2019
Frau Chambers
Ule, Michelle

Frau Chambers


ausgezeichnet

"Liebe ist nicht berechnend, Liebe ist spontan. Und manchmal kommt sie auch ganz unerwartet." (Oswald Chambers)
London 1908 Die junge Gertrude „Biddy“ Hobbs verliert recht früh und unerwartet ihren Vater. Die als Kind etwas kränkliche Biddy scheint dagegen ein wahrer Kämpfer zu sein. Nun muss sich nach dem Tod des Mannes ihre Mutter alleine mit den drei Kindern versorgen. Doch da sie fest im Glauben waren, wussten sie, Gott würde sie versorgen. Mit 20 Jahren lernt Biddy dann den englischen Baptistenprediger Oswalds Chambers bei einer Missionswoche in ihrer Gemeinde kennen. Trotzdem Oswald nie auf der Suche nach einer Frau war, lernt er Biddy Mal zu Mal bei seinen Besuchen der Familie Hobbs kennen. Schon von Beginn an war Biddy klar das für Oswald immer der Glaube und Gott an erster Stelle sein wird. Nichtsdestotrotz heiraten sie am 25. Mai 1910 in London. Biddy als gelernte Stenotypistin schreibt währenddessen Oswalds Predigten und Vorträge mit. 1913 wird ihre Tochter Kathleen geboren und 1915 reist die Familie nach Kairo damit Oswald dort, als Militärpfarrer vom CVJM dienen konnte. Trotz all den Risiken des Krieges, Kultur und Klima vertraut Biddy Gott, das er sie wohlbehütet in dieser Zeit. 1917 verstirbt dann Oswald völlig unerwartet an einer Lungenembolie nach einem Blinddarmdurchbruch. Wieder zurück in London widmet sich Biddy den Notizen von Oswalds Predigten und sorgt dafür, das diese Andachten veröffentlicht werden. Biddy war Hausfrau, Mutter, Seelsorgerin und Bibellehrerin, doch in allem ging es ihr nur darum eine Jüngerin für Jesus zu sein und andere Menschen zum Glauben zu bringen.


Meine Meinung:
Das Cover mit dem Bildnis von Biddy zeigt mir eine starke Frau und Persönlichkeit. Der Schreibstil war sehr interessant, unterhaltsam und chronologisch verfasst. Mit den Bildern im Mittelteil konnte ich mir eine Vorstellung von der Familie Chambers, ihrer Familie, Freunden und Bekannten machen. Die Autorin hat hier eine beeindruckende Biografie über eine starke Frau geschrieben. Oswald Chambers kannte ich bisher nur von einigen Andachten, habe mich aber bisher nicht mit seinem Leben befasst. Dafür fand ich das Leben das seine Ehefrau Biddy, so bescheiden und demütig an Oswalds Seite führte umso bemerkenswerter. Die beiden waren wahre Diener Gottes im Dienste den Glauben weiterzugeben. Trotzdem Biddy wusste, das für Oswald Gott immer an erster Stelle stehen würde, hat sie ihn geschätzt und lieben gelernt. Schade nur das ihre Ehe so kurz währte, doch dafür sorgte Biddy dafür das Oswald Chambers niemals vergessen werden wird. Mich beeindruckt es jedes Mal, wenn ich solche Frauen sehe, die sich hinten anstellen, damit ihr Mann groß wird, um Gott zu verherrlichen. Ihr hat man es schlussendlich zu verdanken, dass neben mehr als 30 Werken, im Jahre 1923 sein Andachtsbuch "Mein Äußerstes für sein Höchstes" zum ersten Mal erschienen ist. Eine Frau, die man bewundern muss und dank Michelle Ule niemals vergessen wird. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen und gebe 5 von 5 Sterne.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 15.11.2019
The Ivy Years - Bis wir uns finden
Bowen, Sarina

The Ivy Years - Bis wir uns finden


sehr gut

Nachdem ich bisher fast alle Bücher dieser Reihe gelesen habe, habe ich mich schon sehr auf diese Folge gefreut. Der Schreibstil war wie schon in den anderen Folgen flüssig, unterhaltsam und mit ein paar prickelnden Sexszenen. Wie schon bei den anderen Folgen gibt es auch hier ein Geheimnis rund um einen der Protagonisten, wie hier Daniel auch DJ genannt. DJ ist der Discjockey, der bei den Eishockeyspielen der Männer und Frauen die Musik auflegt. Zudem ist DJ der Bruder von Leo Trevi einem der Eishockeyspieler, der ebenfalls in Harkness studiert. DJ ist zwar nicht gerade groß gewachsen, jedoch ein sympathischer, gut aussehender Kerl, den die Mädchen zwar nicht anhimmeln, der jedoch bei vielen sehr beliebt ist. Kein Wunder, das Lianne sich deshalb auf den ersten Blick in ihn verliebt hat, wahrscheinlich weil er ihr genauso einsam erschien wie sie. Jedoch das hat einen ganz anderen Grund, den DJ hat eine Dummheit begangen, die ihn eventuell sogar sein Studium in Harkness kosten könnte. Er darf sich nicht mehr in den College-Wohnhäusern aufhalten, bzw. auch nicht mehr dort wohnen. Weshalb er bei seinem Bruder Leo in der WG untergekommen ist. Ebenso darf er nicht mehr die Speisesäle aufsuchen. Dies alles macht es natürlich schwer eine Freundschaft zu Lianne aufzubauen, besonders wenn man dann vor Scham ihr nicht erzählen möchte was geschehen ist. Lianne dagegen ist ein herzensguter Mensch, die zum einen durch ihre herzlose Mutter und den unmöglichen Manager manipuliert wird. Früh hat sie ihren Vater verloren und den Kontakt zur Familie, dadurch spürt man förmlich, wie einsam sie im Grunde ist. Lediglich die eigenwillige Filmcrew sind ihre Freunde, ansonsten wird sie von der Presse gestalkt, von Fans angehimmelt und umschwärmt. Was dadurch das Leben nicht gerade leicht macht. Besonders der Manager der Dinge von Lianne verlangt und ihr arroganter Filmpartner Kevin fand ich total unsympathisch. Selbst in Harkness wo man denkt das sie älter und vernünftiger sind, wird sie von einigen gemobbt. Sarina Bowens letzter Teil der Ivy Years Reihe konnte mich nicht ganz überzeugen. Zwar war es wieder eine schöne Liebesgeschichte mit Hindernissen, doch diesmal waren es mir eindeutig zu wenig Emotionen. Vielleicht lag es an der fehlenden Tiefe der Geschichte rund um Lianne und DJ oder dem zu schnellen Ende, das mich nicht ganz befriedigen konnte. Selbst DJ Geheimnis wurde einfach mal so eben abgehandelt, obwohl es fast die ganze Zeit im Raum stand. Da hätte ich dann doch etwas mehr erwartet, wenn man es so mit anderen Bände vergleicht. Trotzdem habe ich mich gut unterhalten gefühlt und vergebe darum 4 von 5 Sterne für diesen Reihenabschluss.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.