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rewa
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Insgesamt 408 Bewertungen
Bewertung vom 22.10.2025
Lechtenbörger, Axel

Maik Stahl und die gespaltene Seele


ausgezeichnet

Seit vor Jahren der ehemalige Hauptkommissar Maik Stahl seine Familie bei einem mysteriösen Autounfall verloren hat, besteht sein Leben nur mehr aus Alkohol und Schuldgefühlen. Er selbst kann sich kaum noch an etwas erinnern, da er damals schwer entstellt aus dem Koma erwacht ist und ihm seitdem große Erinnerungslücken quälen.
Als ihm sein früherer Kollege Ronny erzählt, dass der damalige Unfall eigentlich ein Anschlag auf ihn war, bricht für Maik eine Welt zusammen. Doch bevor Ronny noch mehr erzählen kann, wird dieser ermordet.
Ab da spürt Maik, dass er mit allen Mitteln versuchen muss sich zu erinnern. Dass man auch heute noch versucht ihn zu töten, muss er schon bald schmerzhaft erfahren, wo ihm die Ärztin Nicole Voss, die sich mit ihrer mobilen Ambulanz um Obdachlose kümmert, schon bald mehr als hilfreich zur Seite steht.
Als noch weitere Morde passieren und eine geheimnisvolle Frau auftaucht, die selbst eine bewegende Vergangenheit hat, spürt Maik, dass ihm wohl nicht mehr viel Zeit bleibt, wenn er den wahren Täter, der für den Tod seiner Familie verantwortlich ist, finden will.
Der Autor Axel Lechtenbörger hat mit seinem Roman ,, Maik Stahl und die gespaltene Seele“ einen packenden, brutalen, aber auch berührenden Krimi geschrieben.
Von Beginn weg wird man in das erschütternde Leben von Maik hineingezogen, der scheinbar alles verloren hat und ihm kaum noch noch etwas am Leben hält. Dabei zeichnet der Autor einen Mann, der innerlich seelisch leer ist und äußerlich entstellt ist und jeden Lebensmut verloren hat.
Schön ist dabei, dass er mit Nicole Voss eine sympathische und empathische Frau an die Seite gestellt bekommt, die spürt, dass er Hilfe braucht egal ob er wie ein Obdachloser lebt und betrunken und unfreundlich zu ihr ist.
Es ist eine interessante Geschichte wo man immer tiefer in ein Verbrechen aus der Vergangenheit hineingezogen wird, wo ein Kind eine besondere Rolle spielt.
Als Leser bekommt man dabei nicht nur Ereignisse zu lesen, die recht brutal und auch blutig sind, sondern auch erschütternd und grausam. Dass dabei die geheimnisvolle Frau eine bedeutende Rolle spielt ist gut vom Autor erzählt worden.
Nach und nach fügen sich alle Puzzleteile zu einem Ganzen zusammen wo man am Ende noch einmal richtig überrascht wird.
Ein gelungener und spannender Roman, der mich gut unterhalten hat.

Bewertung vom 21.10.2025
Morosinotto, Davide

Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten


sehr gut

Wer ist dieser geheimnisvolle Kaspar Hauser, der 1829 plötzlich in Nürnberg auftaucht und behauptet jahrelang gefangen gewesen zu sein? Zu einer richtigen Berühmtheit geworden ob seiner besonderen Geschichte lassen Attentate auf ihn die Bewohner erschüttern. So bittet man den bekannten Meisterdetektiv Dr. Grimaldi und seine Tochter Greta nach Nürnberg, damit diese den Täter überführen sollen. Bald schon merken sie, dass es viele Geheimnisse gibt und so manche falsche Fährten beide in die Irre führen.
,,Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten“ ist ein spannender Jugendroman, wo der Autor Davide Morosinotto eine fiktive Geschichte mit tatsächlichen Ereignissen und Protagonisten aus der damaligen Zeit miteinander vermischt.
Da man auch heute noch nicht genau weiß, wer dieser ominöse Kaspar Hause wirklich war kann man in die Geschichte gut eintauchen und die düstere Atmosphäre von damals gut in sich aufnehmen.
Die Methoden von Dr.Grimaldi zeigen, dass er kein Gefühlsmensch ist, sondern nur rational denkt. Insgesamt kann man ihn auch nicht wirklich als sympathisch bezeichnen, da er an allem und jeden etwas auszusetzen hat, ständig nur Befehle erteilt und es gewohnt ist, dass jeder das tut,was er verlangt. Auch zu Greta ist er kühl und behandelt sie oft wie eine Mitarbeiterin, als seine Tochter.
Greta ist ein kluges Mädchen, das genau beobachtet und zuhört und es gewohnt ist, wie ihr Vater mit anderen umgeht.
Der Roman ist geprägt von einer akribischen Ermittler Arbeit, wo man manchmal ein wenig zu viel davon bekommt und die Spannung etwas nachlässt.
Etwas schade ist auch, dass man nicht noch etwas mehr von Kaspar Hauser zu lesen bekommen hat .
Schön waren alte Bilder aus dem Stadtarchiv Nürnberg, die die Stimmung von damals noch intensiver wirken haben lassen.
Es ist eine traurige Geschichte, wo so viel an unnötigen Leid aus den falschen Motiven entstanden ist. Wer der wahre Täter ist und was seine Beweggründe waren hätte man als Leser nicht gedacht und so manche unvorhergesehene Wendungen machen den Roman dadurch noch spannender.

Bewertung vom 16.10.2025
Korten, Astrid

Zwei Leben: Das Versprechen


ausgezeichnet

Zu spät hat Juna gemerkt, dass sie mit ihrem Leben nicht mehr zufrieden ist und so muss sie nach einem Burn-out leiser treten. Damit ihre Tage wieder einen Sinn bekommen, meldet sie sich bei einer Freiwilligenorganisation an, wo sie schon bald als Buddy für den alten und schweigsamen Vincent Molin tätig ist. Aus den anfänglichen kurzen und eher unpersönlichen Besuchen entwickelt sich mit der Zeit eine besondere Vertrautheit und Juna taucht gemeinsam mit Vincent in eine Vergangenheit ein, die sie immer tiefer in eine Zeit blicken lässt, die für ihn scheinbar vergessen war und nun wieder mit erschreckender Klarheit ans Licht kommt.
Ich glaube, ich habe noch nie einen so stillen Roman gelesen, der aber unglaublich laut ist und danach schreit, dass man ihn lesen muss.
Die Autorin Astrid Korten hat in ,, Zwei Leben- Das Versprechen“ einen historischen Familienroman geschrieben.
Der Roman erzählt aus zwei Perspektiven, wo Juna und der alte Vincent sich im Jahr 2014 in Brügge begegnen. Juna wird sich im Laufe der Geschichte verändern, wo zuvor Einsamkeit und mangelndes Selbstwertgefühl geherrscht hat, werden diese weichen und dank der Erzählungen von Vincent spürt sie, wo ihr Platz im Leben ist und es an ihr liegt glücklich und zufrieden zu werden.
Wenn man Vincent begleitet spürt man so viel an Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit, wo er sich immer wieder fragt, ob er damals im Jahr 1942, als er die Jüdin Esther kennen und lieben gelernt hat, zu wenig getan hat, damit sie zusammen bleiben hätten können.
Immer wenn Juna und Vincent eine Reise zu einem Ort machen, an dem er damals gewesen ist, findet man sich in der Vergangenheit wieder und man erfährt wie es Esther als Jüdin in der NAZI Zeit ergangen ist . Das Geschick der Autorin liegt darin den Leser an Orte mit zu nehmen, die man eigentlich gar nicht besuchen möchte, man aber so von der Geschichte gefangen ist, dass man unweigerlich eintauchen muss in eine grauenvolle Zeit. Ganz intensiv erlebt man dabei Ereignisse, die so furchtbar sind, dass man die Protagonisten einfach in den Arm nehmen möchte um sie zu beschützen.
Besonders berührend sind dabei Szenen die zeigen, wie Juden als Menschen zweiter Klasse behandelt wurden und wenn man bedenkt, dass wir heute schon wieder in einer Zeit leben wo jüdische Menschen oftmals in Angst leben müssen, dann macht einem die Geschichte noch betroffener.
Man findet aber auch in dem Roman Menschen, die trotz schwerer Schicksalsschläge nie ihre Menschlichkeit verloren haben und selbstlos ihr Leben für andere aufs Spiel gesetzt haben.
In der Geschichte fehlen einem oft die Worte ob der Grausamkeit, wie Menschen andere behandelt haben.
Wenn man zum berührenden Ende gelangt ist wirkt das Cover mit den Babyschuhen noch intensiver und mit Tränen in den Augen findet man aber trotzdem einen versöhnlichen Abschluss der Geschichte.

Bewertung vom 13.10.2025
Asimov, Armands A.

Moribundus


sehr gut

Kater Garv hätte sich sein Leben auch anders vorgestellt. Statt Liebe und Zuneigung wird er brutal gequält und sollte sogar wegen eines Hundes entsorgt werden. Doch in der Nacht zu Halloween bietet ihm ein unheimlicher Streuner die Chance sich zu rächen und aus dem sanftmütigen Garv, wird eine gnadenlose Bestie, die sich für alles rächt, was man ihr angetan hat.
In der Novelle ,, Moribundus - Animals Lane: Passus I “ dringt man in eine geheimnisvolle und brutale Welt ein wo Tieres sich für all ihre Qualen rächen, die ihnen die Menschen körperlich und seelisch zugefügt haben.
Der Autor Armands A. Asimov hat dabei eine Geschichte erzählt, die niemanden kalt lassen wird. So findet man im Vorwort bereits Ereignisse die leider oftmals wahr sind wenn Menschen Tiere grausam quälen. Für so manchen Leser wird diese Erzählung nicht leicht zu verkraften sein, da man hilflos mitansehen muss, wie die größte Bestie im Grunde der Mensch ist.
Es ist eine fantasievolle Geschichte wo man es mit Monsterkatzen und unheimlichen Erscheinungen zu tun bekommt, was gut zu der Zeit zu Halloween dazu passt, wo die Stimmung dabei noch unheimlicher wirkt. Der Spannungsbogen fällt für mich dabei ein wenig ab, da es doch etwas dauert, bis sich Garv verwandelt und sich zu rächen beginnt.
Die Kapiteln haben eine angenehme Länge und lassen sich gut lesen.
Es ist erschütternd wie viel Hass in Menschen stecken kann und wie sie aus Spaß am Quälen Tiere dabei behandeln. Manchmal steigen einem die Tränen bei der Geschichte auf weil man die Verzweiflung, die Schmerzen und die Hilflosigkeit von Garv richtig spürt.
Traurig ist dabei aber auch, wie die kleine Alessa, die den kleinen Kater zu Beginn vergöttert hat ihn sehr schnell vergisst, als sie erfährt, dass sie einen Hund bekommen soll. Das zeigt sehr gut, wie Kinder oft nur Augenblickswesen sind, die die Tragweite gar nicht erfassen können was es heißt sich voll und ganz auf ein Tier einlassen zu können und welche Arbeit dabei auf einem zukommen kann.
Eine erschütternde Geschichte, die speziell für Tierfreunde schwer auszuhalten ist. Schade, dass die Geschichte leider sehr oft der Wahrheit entspricht und sich gewisse Menschen in Grund und Boden schämen sollten.

Bewertung vom 12.10.2025
Kruse, Tatjana

Mumien morden mittwochs nie


ausgezeichnet

Eigentlich wollte Polly besondere Artefakte aus dem Alten Ägypten bei einer aufsehenerregenden Ausstellung im Museum präsentieren, als es zu einem tödlichen Unfall kommt. Gut, dass die verwöhnte und ziemlich schlaue Daphne, die die Tochter der millionenschwere Museumseignerin ist, sofort weiß, dass dafür eine Mumie verantwortlich ist und als es noch mehr Todesfälle gibt ist allen klar, dass der Mörder unter ihnen ist.
Als durch einen Hacker Angriff das Museum sich im Lockdown Modus befindet und niemand rein oder raus kann ist es Polly, die gemeinsam mit Daphne auf Mördersuche geht. Bald weiß keiner mehr, ob sie es mit einem menschlichen Täter zu tun haben oder ob Daphne nicht doch recht hat und sich etwas Unheimliches im Museum herum treibt und auf Rache sinnt.
Wer seine Lachmuskeln völlig stressfrei aktivieren möchte, dem lege ich den Roman ,,Mumien morden mittwochs nie- Eine ziemlich verfluchte Krimödie“ von Tatjana Kruse ans Herz.
Wie der Titel schon verrät bekommt man sowohl einen spannenden und unheimlichen Krimi, sowie eine slapstick artige Komödie präsentiert.
Die Autorin versteht es dabei ihre Leser bis zum Schluss im Dunkeln tappen zu lassen und man
kann einfach nur Polly und Daphne bei ihrer abenteuerlichen Mördersuche begleiten, wobei man aber aufpassen muss, dass man nicht vor lauter lachen vom Sessel fällt und man dann nichts mehr mitbekommt.
Alle Protagonisten sind herrlich dargestellt. Man spürt bei Polly,wie sie sich ständig irgendwo verkriechen möchte, wenn Daphne mit ihren kruden Theorien um sich schlägt.
Polly wird dabei von der Autorin nicht verschont und man leidet ständig mit ihr mit, aber sie ist eine taffe und willensstarke Frau und weiß sich mit unkonventionellen Hilfsmittel zu verteidigen. Besonders ans Herz gewachsen ist mir Daphne, die herrlich naiv ist und allen Klischees einer reichen und verwöhnten Blondine entspricht. Bis ihre unbekannte Seite aus ihr herausbricht und man als Leser auf einiges gefasst sein muss.
Es ist ein Roman wo man Wortschöpfungen findet, die man so sicher noch nie gehört hat und
diese humorvoll und originell sind.
Es hat Spaß gemacht alle Protagonisten zu begleiten, wo viele herrlich überzogen agieren
und reagieren und man dabei das Gefühl hat, im Theater bei einer Komödie zu sitzen.
Ein gelungenes Stück,wo die Autorin mit Herz, Hirn und Humor ihr Feuerwerk an Ideen mit ihren Lesern teilt.

Bewertung vom 03.10.2025
Kejtan

WO IST ATHAN?


ausgezeichnet

Sieben junge Blutelfen, streifen als Menschen getarnt durch die Stadt, immer auf der Flucht vor Eclipse, den Kopfgeldjägern oder Ocure, einer Geheimorganisation, die Elfen unterdrückt und nach deren strengen Kodex diese leben sollten. Cap, ein alter Elfe versucht seine Schützlinge vor allen Gefahren zu beschützen was bedeutet, dass sie sich ständig einen neuen und wenn möglich sicheren Unterschlupf suchen müssen. Eine alte Fabrikhalle scheint dafür wie geschaffen. Bald schon merkt Cap, dass seine Zeit als Anführer zu Ende geht, denn seit Athan verschwunden ist, den er gerne als seinen Nachfolger gesehen hätte, gibt es immer wieder kritische Stimmen ob seiner Entscheidungen. Allen voran macht es ihm Diody schwer, dass ihm die anderen vertrauen, da sie ihn immer wieder für unfähig hält und mit ihrer aggressiven Stimmung auch die anderen verunsichert. Bald schon werden die Elfen Gefahren ausgesetzt, wo es sich zeigen wird, ob oder wie es der Gruppe gelingt diese abzuwenden.
,, Wo ist Athan“ ist ein spannender und besonderer Urban Fantasy Roman, wo der Autor Kejtan einige Überraschungen für den Leser parat hat.
Zuerst einmal die Art, wie der Roman geschrieben ist. Er wirkt wie ein Drehbuch, wo Szenen und Handlungen zwischen den Dialogen beschrieben werden und man dabei als Außenstehender alles ,,beobachten“ kann. Dann wird jeder Dialog mit dem Namen des Protagonisten angekündigt wie in einem Chat, wo man zu Beginn ein wenig braucht, damit man alle Namen unterscheiden kann und man sich auf diese ungewöhnliche Art der Gespräche einlassen kann.
Schön fand ich auch, dass vor jedem Kapitel eine Art Erklärung oder Zusammenfassung über frühere Ereignisse zu lesen war, wo man über das Leben der Elfen erfahren hat oder wie magische Wesen entstanden sind. Am Ende jedes Kapitels gibt es als kleines Goodie einen interaktiven QR- Code wo man Bilder, Musik oder Videos findet, die einem die Welt der Elfen näher bringt.
Die Geschichte bietet viele Themen die nicht nur spannend sind, sondern auch immer wieder emotional. So beginnt Cap, der schon vielen Elfen geholfen hat an sich und seinen Fähigkeiten zu zweifeln. Er macht sich selbst Vorwürfe wenn er das Gefühl hat, dass er falsch gehandelt hat. Er ist aber auch enttäuscht, wenn seine Schützlinge den Glauben an ihn verloren haben. Oder Diody, die stets hin und hergerissen ist zwischen Selbst- und Fremdhass. Die ohne ihren Freund Athan entwurzelt scheint und im Inneren nur nach einer helfenden Hand sucht.
Dabei gibt es spannende Dialoge, wo man immer wieder die Verzweiflung in ihr spürt und sie oft Dinge tut, die ihr nachher auch wieder leid tun.
Mein Herz haben das kleine Kyken und ihr Stofftierdrache Fluti gewonnen, der mit seiner kindlichen naiven und frechen Art stets von den anderen ermahnt werden musste.
Bis zum Schluss gibt es immer wieder überraschende Wendungen, wo man in fremde Welten eintauchen kann, wo man auf magische Wesen trifft und wo auch scheinbar Athan sich unter die Elfen mischt. Ein fieser Cliffhanger am Ende lässt nichts Gutes erahnen und man hofft, dass bald der zweite Teil erscheint, damit man erfährt, wie die spannende Geschichte weiter geht.

Bewertung vom 24.09.2025
Revers, Andrea

Alles hat ein Ende (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Die pensionierte Kommissarin Frederike ist nicht gerade begeistert, dass ihre Nichte Angela ganz unvermutet bei ihr einziehen möchte, da es mit ihrem Freund Frank Probleme gibt. Da kommt es für sie gerade recht, dass im Nachbardorf eine Frau während des Essens plötzlich stirbt und sich heraus stellt, dass ihre Blutwurst mit Ecstasy versehen war. Schon ist ihr Spürsinn erwacht und sie zum Leidwesen von so manchem zu ,,ermitteln“ beginnt, dass sie dabei nicht nur sich selbst, sondern auch andere in Gefahr bringt, wird ihr oft erst zu spät bewusst.
,, Alles hat ein Ende“ ist bereits der 6. Band aus der Eifelkrimi Reihe rund um die ehemalige Mordermittlerin Frederike Suttner, wo die Autorin Andrea Revers einen spannenden und auch etwas blutigen Krimi geschrieben hat.
Auch wenn man die vorherigen Bände nicht kennt, kann man leicht in die Geschichte einsteigen, wo es aber immer wieder kleine Hinweise zu vorigen Ermittlungen gibt.
Es ist auch eine humorvolle Geschichte, wo man Frederike sofort ins Herz schließen kann. Sie ist zwar schon 75 Jahre alt, aber von ihrer Energie und ihrem Spürsinn hat sie nichts verloren. Dass sie auch noch körperlich sehr agil und nicht zu unterschätzen ist, muss sogar so mancher schmerzhaft erfahren.
Es ist eine schöne Mischung zwischen Spannung und witzigen Szenen. Dank ihrer vielen junggeblieben Freunden aus dem Seniorenheim, wo man sich die rüstigen Herrschaften wunderbar vorstellen kann, bekommen die ,,Ermittlungen“ einen besonderen Pfiff.
Die privaten Probleme zwischen Angela und Frank fügen sich gut in die Handlung ein, wo besonders Frank, der bei der Mordkommission arbeitet, eine tragende und wichtige Rolle bei der Aufklärung des Falles spielt.
Dabei bekommt man auch einen spannenden Einblick wie Drogen geschmuggelt werden können, welche Einfälle dabei das Drogen Kartell hat, damit ihre Ware möglichst unscheinbar an die Verbraucher kommt und wie die Ermittler dabei zu unkonventionellen Mitteln greifen, damit sie erfolgreich dagegen ankämpfen können.
Dass es nicht nur bei einem Todesfall bleibt, lässt den Nervenkitzel noch mehr in die Höhe steigen und man bekommt am Ende präsentiert, wo man niemals damit gerechnet hätte.
Da ist der Autorin ein perfekter Schachzug gelungen. Man wird als Leser selbst immer wieder an der Nase herumgeführt und ist am Ende genauso überrascht, wie die Protagonisten.
Ein fieser Cliffhänger lässt schon erahnen, dass es im nächsten Band sicherlich wieder sehr spannend wird.

Bewertung vom 06.09.2025
Weiler, Paul

Nachricht von Frau Tod (eBook, ePUB)


gut

Olivia hat eine besondere Gabe, die ihr vorerst noch etwas Angst macht und sie verunsichert. Schon von Kindheit an, sieht sie immer wieder eine Frau mit weißen Haaren, die wie eine Vision erscheint und wieder verschwindet. Es muss erst eine Nachricht von ihrer Oma aus Afrika kommen, die sie viele Jahre nicht mehr gesehen hat und sie nun dringend bittet zu ihr zu kommen, um zu erfahren, was es mit dieser seltsamen Erscheinung auf sich hat.
Zur gleichen Zeit erhält Dr. Marty Farrell die Diagnose, dass er an einem unheilbaren Gehirntumor erkrankt ist. Da der Tod für ihn nicht akzeptabel ist, will er mit einem gewagten Experiment dagegen ankämpfen. Olivias Teamleiterin Nancy plagen andere Sorgen, denn ihr Sohn ist an Leukämie erkrankt, wo sie und ihr Mann unterschiedlicher Meinung sind, wie die Behandlung für ihren Sohn aussehen soll.
Bis Olivia mit sich und ihren Visionen im Reinen ist, wird sie viele Dinge in einem anderen Licht sehen und diese akzeptieren lernen.
In dem Roman ,,Nachricht von Frau Tod“ beschäftigt sich der Autor Paul Weiler mit einem besonderen Thema, nämlich, wie der Tod von verschiedenen Menschen aufgenommen, abgelehnt oder auch angenommen wird.
Es ist ein eher ruhiger Roman, wo der Leser oft mit Gedanken konfrontiert wird, die einem sicherlich auch schon selber gekommen sind.
Für den einen bedeutet sterben eine Erlösung, wenn eine Krankheit mit Schmerzen verbunden ist, jemand anderer sucht in seinem Glauben Trost, dass der Tod eines geliebten Menschen für ihn leichter zu ertragen ist und der Verzweifelte versucht mit aller Macht dagegen anzukämpfen und will den Tod besiegen.
In dem Roman wird aber auch immer wieder angesprochen, wie andere Völker in ihrer Kultur an Ahnengeister glauben und ihre mystischen Geschichten sich bewusst mit dem Thema Tod auseinander setzen.
Die Szenen mit Olivia und ihrer Oma sind mir ein wenig zu kurz gekommen, da hätte ich mir noch einen längeren Austausch gewünscht auch hätte mir gefallen, wenn man Olivia und Frau Tod noch öfters zusammen erleben hätte können.
Insgesamt hat man in dem Roman oft Gelegenheit darüber nachzudenken und zu überlegen, wie man selber handeln oder fühlen würde in gewissen Situationen, wenn es um Krankheit und sterben geht.

Bewertung vom 31.08.2025
Yawa, Medra

Kriegsheim


ausgezeichnet

Maggie und TJ stehen kurz davor ihre neue Zukunft so zu gestalten, dass es endlich Frieden geben kann nach vielen Jahren des Krieges und des Hasses. Doch selbst so kurz vor dem erhofften Ziel, gibt es immer noch Menschen, die das zu verhindern suchen. Maggie und TJ bleiben nicht mehr viel Zeit und so müssen Verräter entlarvt werden und auch das Misstrauen in den eigenen Reihen ausgeräumt werden, wenn ihr Vorhaben gelingen soll.
Mit ,, Kriegsheim: Die neue Zukunft“ schließt sich der Kreis rund um Maggie und TJ, die einen langen und gefährlichen Weg gehen mussten, damit sie endlich an ihr Ziel kommen. Die Autorin Medra Yawa, hat mit ihrer Kriegsheim Reihe, die aus 4 Bänden, sowie einem Spin Off Band besteht, ein tolles Werk geschaffen, wo ihre Fantasie und Originalität immer wieder zu bewundern ist.
Es ist eine sehr komplexe Geschichte, wo man als Leser nicht nur einmal einen Knoten im Gehirn hat, der sich aber zum Glück immer wieder löst und man Stück für Stück besser in die Geschichte hinein kommt.
Bei dieser Geschichte fügen sich alle Puzzlestücke wunderbar zusammen, da man nun die Ereignisse aus den früheren Bänden besser verstehen kann und es faszinierend ist, dass es die Autorin so wunderbar geschafft hat über mehrere Roman hinweg eine Spur zu legen, die am Ende zum Ziel führt.
Es war schön, die vielen liebgewonnen Protagonisten zu begleiten wo viele Themen noch einmal aufgegriffen worden sind.
Ohne Vertrauen und den Mut zu haben, aus alten Mustern auszubrechen und neue Wege zu gehen, wäre ein Frieden nicht möglich gewesen. Gut herausgekommen ist aber auch, dass Misstrauen und Hass auf Menschen, die anders sind, keine guten Wegbegleiter sind.
Akzeptanz anderen gegenüber und zu versuchen die Lebensweisen anderer zu verstehen und auch darüber mehr zu lernen, waren dabei wichtige Faktoren.
Medra Yawa hat einer spannenden und vielschichtigen Geschichte einen schönen Abschluss beschert, wo ich die Autorin nur bewundern kann ob ihrer Fähigkeit mit Herz, Hirn und Humor eine Geschichte aus Liebe, Magie und Spannung zu schreiben und so ihre Leser wunderbar zu unterhalten.