Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Julia


Bewertungen

Insgesamt 17 Bewertungen
12
Bewertung vom 08.04.2020
Love Recipes - Verführung à la carte / Kitchen Love Bd.1
Meader, Kate

Love Recipes - Verführung à la carte / Kitchen Love Bd.1


gut

In „Love Recipes – Verführung à la Carte“ geht es um Lili DeLuca, die mit ihrer Familie ein Restaurant führt und für ihre Familie alles tun würde. Zu Beginn des Buches trifft sie auf den berühmten Fernsehkoch Jack, der seine nächste Kochshow in ihrem Restaurant filmen und dabei gegen ihren Vater antreten wird. Lili erhofft sich eine kurze und heiße Affäre mit Jack, doch dann kommt es anders als sie dachte. Der scheinbare Womanizer ist gar nicht so versessen auf eine schnelle Nacht… und dann gibt es da noch die Probleme mit der Kochshow.
Das Cover ist wirklich wunderschön geworden und ein echter Eyecatcher und auch die Innenklappen mit zwei Rezepten von Jack laden doch glatt zum Nachkochen ein und man merkt, dass hier jemand mit Herz bei der Sache war.
Das Buch hat mich dann leider trotzdem etwas enttäuscht. Zunächst der Schreibstil: Die Geschichte wurde in der dritten Person ml aus Lilis und mal aus Jacks Sicht geschildert – mit dem Problem, dass die aktuelle Sichtweise teilweise innerhalb eines Absatzes zu wechseln schien und man Abschnitte mehrfachst lesen musste um nachvollziehen zu können, um wessen Gedanken es sich handelt. Das war leider etwas nervig und nicht grade förderlich für den Lesefluss.
Außerdem hatte ich gerade in der erste Hälfte das Gefühl, dass sich neun von zehn Sätzen um das Thema Sex – in beliebigen Formen und in jedem Kontext – handelten. Sowohl Lili als auch Jack sahen den Großteil der Zeit nur das attraktive und sexuell anziehende äußere des anderen, jede Bemerkung wurde in diesen Kontext eingeordnet und nach kürzester Zeit wurde das ganze einfach nervig und albern – ich hatte das Gefühl, einen Haufen Fünftklässler vor mir zu haben. Dementsprechend fehlte mir auch die meiste Zeit die Tiefe. Emotional konnte mich das Buch maximal einmal ein klitzekleines bisschen berühren, alles andere war für mich absolut überflüssig. Der Kontext Kochen und Essen hätte auch etwas schöner ausgenutzt werden können. Ansonsten gab es noch das Thema Familie – das ist nicht ganz schlecht gelungen, aber für meinen Geschmack auch nicht wirklich realistisch – und das Thema des Selbstbewusstseins – das finde ich kam wirklich ganz gut rüber.
Figuren gab es super viele, gerade auf den ersten Seiten durfte man die ganze Großfamilie inklusive Cousins und Cousinen kennen lernen. Leider fand ich nur zu wenigen einen wirklichen Zugang und den meisten fehlte die Tiefe. Insgesamt waren mir die Figuren zu unspezifisch ausgearbeitet und in ihrem Handeln zu einseitig und unkritisch.
Insgesamt war „Love Recipes“ für mich ein nettes Buch für zwischendurch aber auf jeden Fall kein Mustread. Die Sichtwechsel erschwerten zu Beginn zwar den Fluss etwas aber insgesamt ist es wohl eine nette, kurzweilige Geschichte mit wenig Tiefe und Sex als klar im Vordergrund stehendem Thema.

Bewertung vom 05.04.2020
Die Insel der Feuerberge (eBook, ePUB)
Nicholson, Anne Maria

Die Insel der Feuerberge (eBook, ePUB)


gut

„Die Insel der Feuerberge“ besteht zum einen zu Beginn jedes Kapitels aus einem Augenzeugenbericht des Zugunglücks bei Tangiwai (Neuseeland) 1953 von Figuren, die wir im weiteren Verlauf auch in der Geschichte kennenlernen, und zum anderen aus der Erzählung über die Protagoistin Frances, eine recht junge amerikanische Wissenschaftlerin, die sich mit dem, für das damalige Zugunglück verantwortlichen, Vulkan befasst um das Wiederholen eines solchen Unglücks zu verhindern.
Ein riesen Lob gibt es für die authentischen und emotional packenden Augenzeugenberichte. Diese waren klasse geschildert, man wurde geradezu mitgerissen, hat mit den Figuren mitgefiebert und konnte sich super schnell in das Geschehen hineinversetzen.
Der andere Teil, also die Haupthandlung im Jetzt, hat mich leider nur wenig überzeugen können. Mit Frances wurde ich zwar schnell warm und es ließ sich auch alles ganz gut und flüssig lesen, aber mir fehlten einfach die Sinnigkeiten… da gab es bspw. den Ex-Freund, der ihr immer noch Briefe schickt, aber selber kein einziges Mal auftaucht. Zudem hatte ich das Gefühle, dass ich verschiedene nicht wirklich zusammenhängende Geschichten zu lesen: einmal gab es die Frances, die versucht, mehr über das Zugunglück zu erfahren und sich mit Augenzeugen trifft, dann gab es die Frances, die sich verliebt und dann gab es die Frances, die auf Expeditionen geht. All das wird maximal auf den letzten 30 Seiten näher zusammengebracht und selbst da nicht so wirklich. Hinzu kommt, dass ich gerade zu Beginn die Schilderungen der Vulkanausbrüche und der Expeditionen zu wissenschaftlich und etwas schwierig zu lesen fand. Auch Emotionen kamen leider an einigen Stellen etwas zu kurz.
Insgesamt haben mich die Augenzeugenberichte absolut überzeugt, es war sehr emotional und berührend und zudem super interessant. Auch die Expeditionen und Frances wissenschaftliche Tätigkeit waren recht interessant. Aber insgesamt fehlen mir die Zusammenhänge und gerade im Jetzt-Teil die Emotionen und die Tiefe. Das Ende war für meinen Geschmack dann zu glatt und nochmal mit zu viel „Tragödie“. Von mir gibt es 3 Sterne – hauptsächlich für die tollen Berichte.

Bewertung vom 05.04.2020
Zweimal im Leben
Empson, Clare

Zweimal im Leben


gut

Die Geschichte wird in der Vergangenheit, einmal vor 15 Jahren und einmal vor 4 Monaten, von Catherine und Lucien geschildert und in der Gegenwart nur aus Sicht von der Catherine, die verstummt ist und in Gedanken ihre Zusammentreffen mit Lucien durchgeht und dabei diese stets an Lucien gerichtet (du) schildert. Dementsprechend gibt es relativ viele Zeitensprünge und Sichtwechsel, was ich aber nicht besonders störend fand, nach ein paar Seiten bin ich dort gut hineingekommen. Interessant war auf jeden Fall die persönliche Du-Ansprache von Catherine, meiner Meinung nach hat dies aber leider wenig förderlich auf entstehende Gefühle gewirkt, da man teilweise eher das Gefühl hatte, jemandem beim Erzählen einer – nicht für einen selber bestimmten – Geschichte zu zuhören.
Die Hauptfiguren in der Geschichte waren wohl Lucien und Catherine – aber grade mit ihrem Ich vor 4 Monaten konnte ich leider nicht wirklich warm werden. Einfach Mann und Kinder verlassen um sich nochmal in die Liebe zu stürzen finde ich einfach nicht so toll. Die Catherine vor 15 Jahren fand ich da deutlich sympathischer, von ihr erfahren wir aber den größten Teil nur einzelne und ziemliche kurze Sequenzen und Handlungen. Die jetzige Catherine ist traumatisiert – weshalb wissen wir nicht – und redet nicht. Das Trauma wird versucht, mit Hilfe des Therapeuten Greg aufgearbeitet zu werden, was zumindest am Anfang aus meiner Sicht nicht besonders erfolgreich ist. Gregs Rolle kommt für meinen Geschmack überhaupt viel zu kurz.
Lucien fand ich sowohl vor 4 Monaten als auch in der weiteren Vergangenheit recht sympathisch. Der Tod seines Vaters und die Auseinandersetzungen mit seiner Mutter haben seinen Charakter beeinflusst, was ich recht gut ausgearbeitet fand. An seiner Seite stehen seine Freunde Jack, Harry und die Mädels, die leider fast alle eine nicht ganz so gut ausgearbeitete und oft nur sehr kurz angesprochene Vergangenheit haben.
An Catherines Seite gibt es noch ihren Mann, Sam, der seinen Betrug offensichtlich sehr bereut und sich sehr um sie bemüht, ihre beiden Kinder und ihre beste Freundin Liv, die dafür sorgt, dass sie Lucien wieder begegnet.
Thematisch hätte ich mir gewünscht, dass deutlich stärker auf das Trauma eingegangen wird. Was genau und wie … wird eigentlich so gut wie nicht angesprochen und das Ganze hat in mir ein Fragezeichen hinterlassen. Auch die Seelenverwandtschaft zwischen Lucien und Catherine kam leider bei mir nicht an und die ganzen anderen kleinen Probleme – Sucht, die Erziehungsberechtigung, der Unterschied zwischen Arm und Reich, schwierige Kindheiten, der Umgang mit dem Tod uvm. – wurden alle kurz angesprochen aber nicht weiter vertieft. Insgesamt fehlte thematisch einfach die Tiefe um mich damit wirklich auseinandersetzen zu können.
Und dann das Genre – publiziert wurde es als „die größte Liebesgeschichte des Jahres“ – für mich war es leider keine Liebesgeschichte… dazu kam die Liebe und die Gefühle viel zu kurz. Eher war es ein Drama oder eine Tragödie, zu dem dann auch das Trauma besser gepasst hätte.
Insgesamt waren meine Erwartungen an das Buch völlig falsch – ich habe an eine romantische Geschichte gehofft, letztendlich war aber die Romantik das was fehlte. Auch weiterhin fehlte es mir doch sehr an Tiefe, sowohl was die Thematiken als auch die Figuren betrifft. Grade mal die beiden Hauptfiguren waren recht ordentlich gelungen, aber für alle anderen fehlte mir ziemlich das Verständnis. Was gegeben war, war Spannung, gerade im letzten Drittel und dort kamen dann auch ein paar Emotionen auf. Das Ende war dann auch ganz gut und recht überraschend gelungen, aber eben nicht wirklich genre-passend. Dennoch ließ sich die Geschichte recht gut lesen, auch wenn ich leider nicht besonders viel daraus mitnehmen konnte.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 01.04.2020
Frankly in Love
Yoon, David

Frankly in Love


gut

In „Frankly in Love“ geht es um Frank, einen Amerikaner mit koreanischen Eltern, die vor seiner Geburt nach Amerika ausgewandert sind um dort ihre Träume zu verwirklichen, der gerade dabei ist, die Highschool abzuschließen. Frank spricht fließend Englisch und kaum koreanisch im Gegensatz zu seinen Eltern, die im Englischen nicht ganz flüssig sprechen. Außerdem ist es ihnen wichtig, dass Frank nur ein koreanisches Mädchen als Freundin hat. Als Frank sich dann aber in das nicht-koreanische Mädchen Brit verliebt, trifft er mit seiner Kindheitsfreundin Joy, die vor einem ähnlichen Problem steht, einen Pakt: sie werden vor ihren Eltern so tun, als wären sie ein Paar, damit sie sich dann heimlich mit ihren richtigen Partnern treffen können…

Zunächst zum Cover: dieses ist absolut genial gelungen und selbst, wenn man das Buch in der Hand hat, wirkt der Schriftzug noch so, als würde er wirklich in das Buch hineingehen. Hinzu kommt der farbige Buchschnitt, der weiterhin das Buch zu einem absoluten Eyecatcher macht.

Thematisch fand ich „Frankly in Love“ sehr interessant und für die heutige Zeit ziemlich relevant. Interessante Themen wie zum Beispiel der Rassismus – nicht nur gegenüber „Schwarzen“ und Asiaten sondern auch von deren Seite aus – und das Abkapseln der eigenen Ethnischen Gruppe. Dies wurde alles ziemlich tief und gut und für meinem Gefühl nach recht realitätsgetreu wiedergegeben.

Weiteres Thema war die erste Liebe und die Selbstfindung und auch das finde ich wurde schön und tief thematisiert und verschiedenste Ansichten und Arten dazu wurden gezeigt. Gerade die Frage nach dem „Wo gehöre ich überhaupt hin?“ wird insbesondere auch durch Franks Abstammung sehr gut thematisiert und diskutiert. Es kommen Zweifel auf, an sich selbst, an den Freunden, den Eltern, an dem Warum, und Fragen über die Vergangenheit. All das also, was einem „normalen“ Jugendlichen auch öfters durch den Kopf geht.

Die Figuren fand ich auf jeden Fall allesamt interessant und es hat mir gut gefallen, wie sie alle genügend tiefe bekommen haben und sich auf der einen Seite sehr untereinander unterscheiden haben und andererseits doch alle ähnliche Ziele haben. Eigentlich fand ich auch die meisten sehr sympathisch, aber trotzdem hatte ich wirklich Probleme mich in sie hineinzuversetzen.

Ein weiteres Problemchen hatte ich mit dem Schreibstil. Dieser war auf jeden Fall außergewöhnlich. Die Sätze waren allesamt ziemlich kurz und knapp und teilweise wirkte es sehr abgehackt. Dadurch fehlte dann auch ein bisschen der Fluss beim Lesen obwohl es auch dafür sorgte, dass man alles recht schnell erfassen konnte. Dennoch ist es mir lieber, wenn auch mal ein bisschen mit der Sprache gespielt wird und gerne auch mal komplexere Satzgebilde vorkommen. Hinzu kommt, dass Frank – der die gesamte Geschichte aus seiner Sicht erzählt – teilweise eine merkwürdige Art hat, sich auszudrücken. Das beginnt mit dem Synonym fürs Smartphone – Affenspiegel – und geht bis hin zu den merkwürdigsten Wortkombinationen und Mischungen mit der koreanischen Sprache. In Grenzen ist das auf jeden Fall ziemlich cool, wenn das aber dauernd der Fall ist, dann wird es teilweise einfach nur nervig.

Mein Hauptproblem mit „Frankly in Love“ hatte ich darin, dass es mich nicht wirklich fassen oder berühren konnte. Ich konnte die Geschichte gut lesen und fand sie thematisch auch super interessant, aber es gab keine einzige Stelle, an der ich das Gefühl hatte, ich müsste mal laut lachen oder ein paar Tränen vergießen – und dass, obwohl es inhaltlich eigentlich schon solche Szenen gab. Gefühlsmäßig oder emotional konnte mich „Frankly in Love“ leider gar nicht treffen und somit konnte ich auch nicht außerordentlich gut mit den Figuren mitfiebern – eigentlich schade, da diese Geschichte über Freundschaften, Liebe, Ungerechtigkeit, Zweifel, Schicksal uvm. doch wirklich das Potential dazu gehabt hätte.

Bewertung vom 29.03.2020
Am Ende bin ich / Prosathek Bd.2
Wachter, Alexander

Am Ende bin ich / Prosathek Bd.2


ausgezeichnet

In Am Ende bin ich geht es um den Münchener Studenten Luca, der sich in seiner Liebe zu dem Mädchen Aurora verliert und danach auf verschiedenste Arten versucht, sein Glück zu finden. Auf dem Weg "begegnen" ihm die verschiedensten und sehr interessante Persönlichkeiten, einige "Probleme" der heutigen Zeit und verschiedenste Gefühle, doch am Ende findet Luca den Weg zu sich und seinem Glück.

Thematisch fand ich diesen Roman sehr interessant. Es wurden viele interessante Themen angesprochen und zu vielen Gedanken angestoßen, mit denen ich gar nicht gerechnet hätte. Über Luca und sein Handeln nachzudenken und in seine Gedanken einzutauschen hat auch mich selber zum reflektieren gebracht.

Das Buch ließ sich sehr locker lesen, der Schreibstil war eher simpel aber dennoch an multiplen Stellen ziemlich tiefgehend. Es wurde nichts großartig verschönert oder romantisiert sondern viel eher wurde das meiste ganz klipp und klar gesagt und dargestellt. Der Schreibstil hat sich von meinen "normalen" Lektüren unterschieden aber ich fand es sehr erfrischend.

Insgesamt gibt es von mir eine Leseempfehlung für dieses Buch. Themen wie Identitätsfindung und die Suche nach dem eigenen Glück wurden auf eine - für mich - neue Art und Weise ausgelegt und ziemlich unverblümt beschrieben, was ich aber sehr gelungen und angenehm fand. Dadurch, dass es nicht besonders lang ist hat man es recht schnell gelesen aber meiner Meinung nach lohnt es sich.

Bewertung vom 25.03.2020
Das Licht von tausend Sternen
Lastella, Leonie

Das Licht von tausend Sternen


ausgezeichnet

In "Das Licht von tausend Sternen" geht es um Harper, die zu Beginn ihres Studiums auf den vermeintlichen Frauenhelden Ashton trifft, der ihr nicht mehr aus dem Kopf geht. Dabei hat sie gar keine Zeit für die Liebe, weil sie sich neben dem Studium um ihren authistischen Bruder kümmern muss und Familie schon immer das Wichtigste war...

Zunächst zum Cover und zum Titel: ich habe selten ein passenderes Cover und einen treffenderen Titel gesehen, als bei diesem Buch. Hinzu kommt, dass das Cover wirklich wunderschön ist. Allein das Buch in der Hand zu halten oder im Schrank stehen zu haben lohnt sich!

Die Figuren fand ich schon in der Leseprobe toll. Da gibt es zunächst Harper, die immer alles für ihre Mutter und ihren autistischen Bruder tut und auch den "Freuden" des Studenten-Daseins abschwört, bis sie auf Ashton trifft. Harper merkt, wie gerne sie einfach mal sie selbst wäre und probiert im Lauf der Geschichte dann das ein oder andere aus als "die andere Harper", wie sie sich selbst dann nennt. Harper lässt sich sehr leicht ins Herz schließen, sie ist einfach sehr süß und man kann ihre Gefühle meistens recht gut nachvollziehen.
Dann gibt es Ashton. Auch er war mir von Beginn an sympatisch, zunächst als der typische "BadBoy", im Lauf der Geschichte stellt sich dann aber heraus, dass doch einiges mehr hinter ihm steck als zunächst gedacht. Sehr gut gefallen mir Ashtons Veränderungen, Gefühle und Emotionen.
Tolle Nebenfiguren gibt es auch: da ist zum einen Becca, Ashs beste Freundin und Mitbewohnerin, die einen recht eigenen aber dennoch sehr liebenswürdigen Charakter hat. Dazu kommen noch weitere Freunde und Kommilitonen von Ash und Harper, die im Großen und Ganzen recht gut gelungen sind, die ich aber nicht alle erwähnen möchte.

Die Geschichte ist thematisch recht interessant, es wird recht viel über den Autismus von Harpers Bruder Ben gesprochen, dazu kommen aber auch noch ein paar Ausschnitte über Filme, Kunst, ... Der Roman sticht auf jeden Fall aus seinesgleichen hervor!

Den Schreibstil fand ich recht gut zu lesen, man war schnell im Geschehen drin und konnte sich recht gut in die Figuren hineinversetzen. Gut gelungen ist der Wechsel zwischen Harpers und Ashs Sichtweisen. Verschiedenste Gefühle und Emotionen auf allen möglichen Ebenen, zwischen Eltern und Kindern, Freunden, Verliebten, waren alle vorhanden und wurden soweit auch gut rüber gebracht.

Dennoch habe ich drei klitzekleine Kritiken. Das ist zum einen die Rolle von Jenna. Irgendwie ist sie für Harper wohl so etwas wie eine beste Freundin, aber wann die beiden sich mal wirklich nah stehen, ist mir leider nicht klar geworden. Dann das Thema erste Liebe - ich dachte einen Großteil des Buchs, dass Harper noch nie einen Freund hatte, stellt sich dann irgendwann heraus, dass dies wohl doch der Fall war. Und letztendlich hätte ich mir an machen Stellen einfach noch mehr Tiefe und gerne auch noch ein paar mehr Gedanken der Figuren gewünscht, das ein oder andere geschah dann doch eher überraschend.

Insgesamt finde ich Das Licht von tausend Sternen aber überdurchschnittlich gut gelungen. Thema ist interessant, die Figuren machen Veränderungen durch, es gibt Liebe und Probleme wie so oft, aber dennoch anders.
Von mir gibt es eine klare Lese- und/oder Kaufempfehlung. Wie schon bemerkt lohnt es sich allein des Covers wegen!

Bewertung vom 25.03.2020
Rendezvous in zehn Jahren
Pinnow, Judith

Rendezvous in zehn Jahren


ausgezeichnet

In „Rendezvous in zehn Jahren“ von Judith Pinnow trifft die Münchenerin Valerie in einem Café auf den Holländer Ted und die beiden beginnen direkt ein Gespräch über ihre Sehnsüchte und Träume. Schon nach wenigen Worten ist beiden klar, dass mehr zwischen ihnen ist und sie beschließen, sich in zehn Jahren am selben Ort wiederzutreffen um zu sehen, ob sich ihre Träume erfüllt haben. Doch kaum ist Valerie aus dem Café verschwunden, bemerkt Ted, dass er sich in sie verliebt hat und, dass zehn Jahre viel zu lange sind. Er beschließt dem Schicksal einen Strich durch die Rechnung zu machen und macht sich auf die Suche nach ihr. Eine Geschichte um Träume, Sehnsüchte, Hoffnung, Schicksal, das Leben, das Lieben und das (Nicht-)Loslassen-Können beginnt.
Ich habe schon beim Lesen des Klappentextes gewusst, dass ich mich in dieses Buch verlieben werde und als ich es dann in der Hand hatte, konnte ich nur noch daran denken, wie niedlich es ist – ein wunderschönes, handliches Taschenbuch.
Die Protagonisten Valerie und Ted fand ich von der ersten Seite an super sympathisch und nett. Sie waren genau auf meiner Wellenlänge. Valerie ist grade frisch von ihrem Exmann getrennt und betreibt einen Waschsalon in München. Ted hat einen Sohn, aber auch er ist lebt getrennt in Amsterdam. Beide haben von der ersten Seite an sehr viel Tiefe gehabt und ich fand es toll, mich in sie hineinversetzen zu dürfen.
Aber auch die Nebenfiguren hatten tolle Charaktere. Da gibt es auf der einen Seite die Schwester von Valerie, ihre beiden besten Freundinnen und ihre etwas spezielle Mutter. Auf der anderen Seite gibt es Teds besonderen Freund Roman, seinen Sohn und dessen Mutter. Alle haben genügend Tiefe und ihre eigenen Geschichten, die gelungen mit der „Hauptstory“ verknüpft sind und wunderschön miterzählt werden.
Die Idee hat mich schon im Klappentext sehr angesprochen und wurde dann auch alle Erwartungen erfüllend und übertreffend umgesetzt. Emotional ging es an sehr vielen Stellen auf eine ganz tiefe Ebene und Tränen gab es nicht zu wenige. Die Hoffnung auf ein „Happy End“ wurde immer wieder neu entfacht um dann doch wieder verworfen zu werden.
Der Schreibstil war etwas speziell, es gibt sehr viele Sichtwechsel, aber meiner Meinung nach war es für diese Geschichte eine geniale Methode. Sehr gelungen wurden auch ab und an Sichten von Nebenfiguren erzählt. Insgesamt hat dies alles aber sehr dazu beigetragen, sich noch tiefe in die Figuren hineinversetzen zu können und die Geschichte zu etwas besonderem Gemacht.
Insgesamt fand ich „Rendezvous in zehn Jahren“ wunderschön und berührend. Von der ersten Seite an hat es mich in seinen Bann gezogen und ich fand es wunderschön, mit den Figuren mit zu hoffen und zu fiebern. Ich finde es rundum gelungen und besonders gut hat es mir gefallen, wie die Sehnsucht, das Schicksal und die Hoffnung thematisiert wurden.

12