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Koriander
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Penzberg

Bewertungen

Insgesamt 507 Bewertungen
Bewertung vom 04.06.2024
Horowitz, Anthony

Mord stand nicht im Drehbuch


ausgezeichnet

Ein absolut brillanter Krimi in allerbester britischer Manier

Das Cover erscheint romantisch, der Blick weist ins Licht, wäre da nicht das Blut! Ich kenne und liebe Band eins und drei der Hawthorne-Reihe, finde sie ausgesprochen genial, ungewöhnlich und tricky und bin der Meinung, mit Mord stand nicht im Drehbuch ist Anthony Horowitz wirklich ein Geniestreich gelungen.
Der Autor erzählt die Geschichte seiner Verdächtigung, Verhaftung und der daraufhin folgenden, akribischen Spurensuche durch seinen, tja, Co-Autor, Detektiv oder gar Freund? So genau weiß man es nicht, auf jeden Fall verbindet die beiden das überaus effektive und erfolgreiche Konzept der Zusammenarbeit eines Autors mit einem Detektiv, deren echte Erlebnisse zu spannenden und erfolgreichen Krimis verarbeitet werden.
Anthony Horowitz nimmt den Leser mit in seine Welt, teils real, teils fiktiv, unglaublich geschickt geschrieben, sehr menschlich, ungemein fesselnd, absolut spannend. Und begibt sich, als Sportsfreund, in die Hände von Ermittler Daniel Hawthorne, dessen Spürsinn und Einfallsreichtum wieder einmal alle Erwartungen übertreffen.
Der Autor versteht es wie kein anderer, eine Szenerie zu erschaffen, die fasziniert, aber für so reichlich Verwirrung und Wendungen sorgt, dass mir bis zum Schluss eine Auflösung beinahe unwahrscheinlich erschien. Für mich wieder ein ausgezeichneter, brillanter Krimi, das absolute Highlight in meinem bisherigen Jahr!

Bewertung vom 03.06.2024
Almstädt, Eva

Das schweigende Dorf / Akte Nordsee Bd.3


sehr gut

Unglückliche Kettenreaktion oder Doppelmord? Ein undurchsichtiger Fall!

Im Nachbarort gibt es gleich zwei geheimnisvolle Todesfälle, der Polizei offenbart sich ein seltsames Bild. Und Anwältin Fentje Jacobsen, die in der vorausgegangenen Nacht einen rätselhaften Anruf erhalten hatte, zieht Niklas John ins Vertrauen. Gemeinsam suchen die beiden nach möglichen Erklärungen und stoßen auf eine Mauer des Schweigens.

Fentje Jacobsen und Niklas John ermitteln bereits in ihrem dritten Fall. Ich liebe Eva Almstädts Krimis um Pia Korittki und bin auch von den Akte Nordsee-Krimis begeistert. Man darf den lebendigen und detailreichen, flüssigen Stil der Autorin genießen, der die Vorstellungskraft anheizt und für ordentlich Spannung und Abwechslung sorgt. Insbesondere mag ich ihre Protagonisten, liebenswert und manchmal reichlich dickköpfig, mit denen man sehr schnell warm wird und die für eine herzliche und persönliche Note sorgen.
Der Fall ist undurchsichtig. Es gibt lange keine vernünftige Lösung und die Suche nach Details gestaltet sich schwierig und macht manchmal ungeduldig. Ein bisschen hat mir dieses Mal auch die Einbindung von Fentjes Familie gefehlt, besonders, wenn man in den Vorgängerkrimis damit reichlich verwöhnt wurde.
Trotzdem ist der Plot dicht, undurchsichtig und spannend, das Ende erschreckend, wenn auch nicht hundertprozentig überzeugend. Ein gelungener und fesselnder Krimi!

Bewertung vom 01.06.2024
Ávila de Borba, Carlos

Commissario Conti und die Gier am See


ausgezeichnet

Skrupellosen Verbrechern auf der Spur! Commissario Conti löst seinen zweiten Fall mit Bravour!

Luca Conti ist Commissario am idyllischen, aber touristisch meist überlaufenen Gardasee. Die Anwohner demonstrieren gegen einen neuen, überdimensionalen Bebauungsplan. Als der Architekt ermordet wird und ein Richter scheinbar spurlos verschwindet, muss Luca Conti regelrecht in einen undurchsichtigen Dschungel korrupter und verbrecherischer Machenschaften eintauchen und gerät dabei selbst in Gefahr!

Das Cover ist bestechend schön und lädt an den malerischen Gardasee ein. Und Contis zweiter Fall ist undurchsichtig und wieder ausgesprochen spannend!
Sehr schnell liest man sich auch ohne Vorkenntnisse ein, denn Carlos Ávila de Borba versteht es meisterhaft, mit einem lebendigen und unterhaltsamen Stil und kleinen Rückblicken das große Kopfkino zu starten! Seine Protagonisten wirken wie aus dem Leben gegriffen, sind echt und sehr menschlich, und ihre Dialoge zaubern mir oft ein großes Schmunzeln ins Gesicht!
Auch im zweiten Band punktet der Autor mit einem ungemein realen Plot und lässt den Leser tief in die menschlichen Abgründe blicken. Commissario Conti besticht als einfallsreicher und mutiger Ermittler, dem auch Gefühle nicht fremd sind. Es macht Spaß, ihn, seine Kollegen und Freunde bei den Recherchen zu begleiten, an seinem Leben teilzuhaben und dabei selbst mitzurätseln.
Ein wundervoll liebenswerter und abwechslungsreicher Gardasee-Krimi mit ordentlich Spannung, einem gelungenen Schuss Romantik und charmantem Lokalkolorit, der mir ausgezeichnet gefallen hat! Mehr davon!

Bewertung vom 24.05.2024
Bonnet, Sophie

Provenzalische Flut / Pierre Durand Bd.10


ausgezeichnet

Ein erstklassiger Krimi zum Gruseln, Wohlfühlen und Genießen!

Nach einem rauschenden Hochzeitsfest freuen sich Pierre Durand und seine Frau Charlotte auf gemeinsame Flitterwochen an der Cote Varoise. Doch schon bei seinem ersten morgendlichen Strandlauf ist Pierres Hilfe gefragt. Er birgt einen verunglückten Taucher, dessen Leben nicht mehr gerettet werden kann und dessen letzte, mysteriöse Worte Pierre nicht mehr aus dem Kopf gehen. Und so beginnt er, trotz aller Umstände, zu ermitteln.

Mit einem weiteren, wunderschönen und malerischem Cover lädt die Autorin zu ihrem zehnten Fall für Pierre Durand ein. Ihr liebenswerter und unglaublich realer Ermittler ist im Hafen der Ehe eingelaufen und man darf ihn auf seinem Weg in den neuen Lebensabschnitt begleiten. Der sich aufgrund der Umstände ausgesprochen spannend gestaltet! Denn Pierres Spürnase ist natürlich geweckt, sein Wunsch, zu ermitteln, einfach übermächtig.
Sophie Bonnet versteht es, mit leichter Feder ein lebendiges Bild zu erschaffen. Szenen erstehen schnell vor dem inneren Auge, das sorgt für großes Kopfkino! Man könnte meinen, dabei zu sein und träumt sich in die wunderschöne Landschaft, die zauberhaften Lokale und die quirligen, sommerlichen Städtchen. Und darf über seltsame Begegnungen, mysteriöse Zufälle und Pierres aktive Einsätze sowie seine ungebremste Energie und Akribie beim Ermitteln staunen. Der Fall hat es in sich, zieht einen weiteren nach sich und bleibt undurchsichtig und vielschichtig bis zum überraschenden Ende.
Provenzalische Flut ist ein Krimi, der nicht nur mit einem erstklassig konstruiertem und überzeugendem Plot besticht, sondern auch mit ausgesprochen liebenswerten Protagonisten und unglaublich charmantem Flair! Zum Gruseln, Wohlfühlen und Genießen!

Bewertung vom 20.05.2024
Dolan, Naoise

Das glückliche Paar


sehr gut

Moderne Beziehungen auf dem Prüfstand

Celine ist Pianistin aus Leidenschaft, Luke arbeitet in der Werbebranche, beide sind Ende Zwanzig und finden sich zusammen. Nach drei gemeinsam verbrachten Jahren entschließen sie sich, zu heiraten. Doch Luke hat Geheimnisse, vor denen Celine die Augen verschließt.

Ein leuchtendes Cover, zwei vermeintlich verschlungene Schwäne, die doch in verschiedene Richtungen blicken und dazu der Klappentext, der schon alles offenbart, denn hier geht es um moderne Beziehungen!
Naoise Dolan nimmt den Leser mit auf eine Achterbahn der Möglichkeiten. LGBTQIA, längst kein Fremdwort mehr in einer Zeit, in der es keine Tabus mehr geben sollte, sorgt trotzdem für Unsicherheiten in Celines und Lukes Partnerschaft. Während Celine zufrieden ist, ungestört ihrer Passion zu frönen, betrügt Luke sie bei jeder Gelegenheit. Beide sehnen sich aber nach Beständigkeit und planen ihre Hochzeit.
Die Autorin schreibt sehr lebendig und erfrischend, das Buch liest sich leicht und fließend, aber die Thematik ist nicht unbedingt leicht verdaulich und macht auch nachdenklich. Man sollte meinen, dass in einer Zeit, in der sich die Menschen frei ausleben können, sie auch auf Konventionen und Maßstäbe verzichten wollen. Und doch spürt man die Sehnsucht nach Zweisamkeit und Sicherheit, nach der großen Liebe.
Das glückliche Paar ist ein Buch, das sehr gut unterhält und auch die Gegenwart in punkto Beziehungen realistisch widerspiegelt.

Bewertung vom 15.05.2024
Gasteiger, Heinrich;Wieser, Gerhard;Bachmann, Helmut

Passion Risotto


ausgezeichnet

Mit diesem exzellenten Kochbuch wird aus Risotto-Leidenschaft eine wahre Passion

Heinrich Gasteiger, Gerhard Wieser und Helmut Bachmann sind berühmte Köche mit umfassendem Knowhow, viel Erfahrung und einer großen Leidenschaft, die sich in diesem exzellenten Kochbuch widerspiegelt.
Das Cover zeigt schlichte Eleganz und Konzentration auf das Wesentliche. Öffnet man das Buch, kann man es so schnell nicht mehr aus der Hand legen. Es ist ausgezeichnet konzipiert, jedes Detail ist durchdacht und selbst kleinste Unsicherheiten bei der Zubereitung eines Risotto werden berücksichtigt und beseitigt.
Man erfährt kurz und knackig Interessantes über die Reissorten, staunt über die Vielfalt der Rezepte und ist schnell animiert, selbst den Kochlöffel zu schwingen, was bei einem Risotto unbedingt erforderlich ist!
Durch die perfekte Gestaltung der Rezepte und den wunderschönen Fotos, die auch durch die Schritt-für-Schritt-Anleitung führen, findet hier jeder sein Lieblingsgericht. Tipps und Tricks tragen zum Gelingen bei. Ich bin immer noch ganz überwältigt vom Einfallsreichtum der Köche und ihrer Liebe zu den Details, den besonderen Gewürzen und Aromen, und der unglaublich ansprechenden Präsentation. Ein fantastisches Kochbuch für alle Sinne!

Bewertung vom 14.05.2024
Fölck, Romy

Das Licht in den Birken


ausgezeichnet

Viel zu schön, um wahr zu sein! Können drei Fremde zu Freunden werden?

Der gemütliche, eigenbrötlerische und naturliebende Benno führt seinen uralten Moorhof als Lebenshof für ausgesetzte und ungeliebte Tiere. Um für deren Unterhalt weiter aufkommen zu können, vermietet er einen Teil des renovierten Kesselhauses an Thea, Mittfünfzigerin wie er selbst, aber freiheitsliebend, ungestüm und weitgereist, denn sie hat einen großen Teil ihres Lebens in Portugal verbracht. Als eine erste Annäherung gelingt, schneit auch noch eine junge Frau herein, verletzt, unfähig, ihre Reise fortzusetzen. Ob die drei zurechtkommen können?

Ein wunderschönes Cover und ein viel versprechender Titel laden zum Lesen ein. Der Einbandtext, wie auch die Leseprobe sind romantisch und machen neugierig. Romy Fölck versteht es wunderbar, Momente einzufangen, Szenen vor dem inneren Auge entstehen zu lassen und mit viel Lokalkolorit zu begeistern. Ihre Protagonisten sind vorstellbar und real, aber leider ist diese Geschichte zwar wunderschön, aber völlig vorhersehbar. Das Geschehen wird zwar durch einige wenige Aufreger unterhaltsam, geht aber trotzdem seinen gleichmäßigen Gang. Man liest, freut sich über die schöne Gegend und Menschen, die ihr Schicksal tragen und wird am Ende (wer hätte es anders erwartet) mit einem gefühlvollen Happyend verwöhnt. Ein schöner Roman für angenehme Lesestunden!

Bewertung vom 07.05.2024
Dubois, Julie

Traubenfest / Périgord-Krimi Bd.4


ausgezeichnet

Ein spannender Wohlfühlkrimi mit wunderbarem Lokalkolorit

Kommissarin Marie Mercier freut sich auf ein Wochenende mit ihrem Partner, doch zwei verschwundene Teenager machen ihren Plan zunichte. Während die Suche anläuft, geschieht ein grausamer Mord und für Marie stellt sich die Frage nach einem Zusammenhang.

Es ist schon der vierte Fall für Marie Mercier, und wieder fängt ein zauberhaftes und eher fröhlich anmutendes Cover den Blick, lädt die Leser*innen ein in die wunderbare Landschaft des Périgord.
Julie Dubois versteht es ausgezeichnet, mit ihrem lebendigen und detailreichen Stil die Umgebung wie auch die Szenen sehr real zu beschreiben. Man taucht schnell ein in den vielschichtigen, rätselhaften und undurchsichtigen Fall, aber auch in die private Welt ihrer liebenswerten, gefühlvollen Protagonisten, denen man gerne über die Schulter schaut, insbesondere, wenn es um die Kulinarik geht. Die Autorin fängt unterschiedlichste Stimmungen perfekt ein und sorgt für reichlich Spannung, Abwechslung und warmherzigen Humor.
„Traubenfest“ ist ein rundherum stimmiger und exzellent konstruierter Regionalkrimi zum Wohlfühlen, der sowohl fesselt, als auch bestens unterhält!

Bewertung vom 06.05.2024
Pelt, Louise

Die Halbwertszeit von Glück


ausgezeichnet

Ein mächtiges, beeindruckendes Buch über das Schicksal und die Kraft der Liebe

Ein wuchtiges, farbenfrohes Cover zeigt abstrakte Bäume in leuchtenden Herbstfarben, der starke Kontrast in ein dunkles Blau lässt Tiefe erahnen.
Und es passt zu den Geschichten von Johanna, Holly und Mylène. Mit lebendiger, ausdrucksstarker und berührender Sprache erzählt Louise Pelt von den völlig unterschiedlichen Lebensgeschichten dreier Frauen, jede auf ihre Weise vom Schicksal geprägt, jede auf der Suche nach dem ganz eigenen, kleinen Glück. Man erfährt von ihrem Alltag und darf daran teilhaben, versteht ihre Wünsche und Hoffnungen und ihre Sehnsucht nach der großen Liebe, dem innigen Vertrauen und der Stabilität im Leben.
Ich war anfangs der Meinung, dieses bewegende Buch hätte auch für drei einzelne Bücher gereicht, aber tatsächlich ist das Ende so unglaublich und rührend, die Leben der Frauen so zart verknüpft, dass man ergriffen zurückbleibt. Ein bisschen fühle ich mich an das zauberhafte Buch von Laetitia Colombani „Der Zopf“ erinnert, welches ebenfalls mehrere Schicksale vereint. Zu vergleichen ist es allerdings nicht, denn ich denke, „Die Halbwertszeit von Glück“ ist ein wirklich ausdrucksstarkes, unbedingt lesenswertes Buch.

Bewertung vom 28.04.2024
Koppelstätter, Lenz

Was der See birgt / Ermittlungen am Gardasee Bd.1


ausgezeichnet

Mysteriös, spannend und rasant – ein perfekter Krimi plus Gardasee-Flair

Polizeireporterin Gianna traut ihren Augen nicht, als sie erkennen muss, wer der Tote ist, der im Hafen von Riva aus dem See gezogen wird. Unauffällig beginnt sie zu ermitteln und erhält unerwartet Hilfe von ihrem eigenwilligen Onkel und ihrer Chefin.

Das Cover passt zu den bekannten Büchern von Lenz Koppelstätter, hat einen hohen Wiedererkennungswert und bietet einen Blick auf den wolkenverhangenen Gardasee. Unheimlich, geradezu mysteriös liegt er eingebettet in den Bergen und genauso beginnt ein Fall, in dem eine junge Journalistin ermittelt. Undurchsichtige, seltsame und rätselhafte Details kommen zu Tage, Menschen geraten ins Visier, doch der Lösung kommt sie erst näher, als sich ihr Onkel, ein ebenso eigenwilliger wie liebenswerter Charakter, nach und nach outet. Weit in die Vergangenheit reichen die Gründe für das Verbrechen und dessen Aufklärung gestaltet sich rasant und ungemein spektakulär.
Der Autor versteht es wieder einmal blendend, ein undurchsichtiges Szenario zu erzeugen, das nicht selten ein mulmiges Gefühl erzeugt. Man fiebert mit, die Seiten fliegen geradezu und von Giannas Onkel konnte ich einfach nicht genug kriegen, so real und lebendig kam er mir vor.
Für mich ein ganz fantastischer Krimi mit jeder Menge Gardasee-Feeling und liebenswerten Protagonisten, perfekt konstruiert, kurzweilig und abwechslungsreich und mit anhaltender Spannung bis zum überraschenden Ende. Mehr davon!