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rewa
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Insgesamt 410 Bewertungen
Bewertung vom 09.01.2026
Korten, Astrid

REBECCA - Schatten über Buchan Manor (eBook, ePUB)


sehr gut

Eigentlich wollten die Psychologin Fiona Ross, die ein traumatisches Erlebnis hatte und ihr Mann Callum, an Schottlands Küste im alten Schloss Buchan Manor ein neues Leben beginnen. Doch schon bald scheint es so, als ob etwas in dem alten Anwesen Fiona auserkoren hat tiefer in die Vergangenheit zu blicken und sie hört Dinge, die sonst keiner hört. Da sie auch immer wieder Visionen hat beginnt sie nachzuforschen und entdeckt, dass vor langer Zeit ein gewisser Baron Angus Campbell seine erste Frau Rebecca auf tragische Weise verloren hatte. Je tiefer Fiona in die Vergangenheit eintaucht umso mehr ist sie davon überzeugt, dass in den alten Gemäuern Geheimnisse stecken, die zulange schon verborgen waren und furchtbare Dinge ans Licht bringen werden.
Die Autorin Astrid Korten schafft es wieder einmal mit ihrem neuen Psychothriller ,, Rebecca- Schatten über Buchan Manor“ eine düstere Stimmung zu erzeugen, wo man ein beklemmendes Gefühl verspürt. Die Geschichte wechselt auf zwei Zeitebenen, wo man im Jahr 1917 das Dienstmädchen Maisie kennen lernt die im Laufe der Zeit erkennen muss, dass der scheinbar nette Baron ein zweites Gesicht hat und ihn düstere Geheimnisse umgeben. Die Szenen zwischen den beiden werden sehr intensiv beschrieben und man spürt die drohende Gefahr, die immer näher rückt. Maisie ist dabei ein Opfer, das aus Liebe zu ihrer schwer kranken Schwester vieles erdulden und erleiden muss. Im Jahr 2022 trifft man dabei auf Fiona und ihrem Mann Callum, einen Nachfahren des Barons. So wie Maisie glaubt sie immer wieder, dass die Mauern ihr etwas zuflüstern und sie hört Geräusche und glaubt Schatten zu sehen. Diese Szenen kommen öfters vor, wo sie für mich schon etwas zu oft vorgekommen sind, da sie sich immer wieder auf die eine oder andere Art wiederholt haben.
Es ist eine unheimliche Geschichte wo die Autorin gut die Abhängigkeit und Hilflosigkeit von Maisie eingefangen hat. Man bekommt brutale Morde präsentiert, man spürt wie ,,verrückt“ Angus in seinem Wahn ist Maisie zu besitzen und wie gefährlich das Schweigen sein kann. Vieles wäre anders gekommen, aber der Mut die Wahrheit zu sagen hat dabei gefehlt und die Angst, dass man selbst als Leiche eines Tages aufgefunden wird, war dann doch stärker.
Stück für Stück kommt dabei Fiona einer Wahrheit näher die erschüttert und die Opfer, die in den Mauern nach Hilfe gerufen haben, sollen ihre Gerechtigkeit bekommen.
Für eine Neuauflage sollte noch einmal eine Korrektur statt finden, da es doch ein paar Fehler und Ungereimtheiten gegeben hat.
Wer eintauchen möchte in einer Geschichte, wo man bis zum Schluss mit fiebert und das Ende dann doch sehr überraschend ist, wird mit dem Roman sicher seine Freude haben. Geheimnisvoll, düster und perfekt von der Autorin inszeniert, wo man die Geschichte wie einen Film vor sich sieht.

Bewertung vom 04.01.2026
Jan Cucco

TRIO INFERNALE


gut

Früher waren sie das Trio Infernale, bestehend aus dem Erfinder Caravage, seinem Partner William Fox und Estelle Samedy, die ihnen auf nicht immer legale Weise geholfen hat ihr Geld zu vermehren. Bis es zu einem folgenschweren Verrat von Fox an Caravage gekommen ist und sich ihre Wege getrennt haben.
Jahre später möchte Fox auf einer karibischen Insel bei einer Auktion zu noch mehr Geld kommen, damit er seinen Wunsch erfüllen kann Eigentümer des größten Getränkekonzerns der Welt zu werden. Was er aber noch nicht weiß ist, dass im Hintergrund Caravage bereits seine Fäden zieht um sich an Fox zu rächen und ihn zu vernichten und dabei soll ihm Estelle helfen. Zunächst scheint für Fox noch alles nach Wunsch zu verlaufen und er sieht sich schon am Ziel seiner Träume, doch nach und nach passieren Dinge, mit denen er nicht gerechnet hat und aus Gewinnen entwickeln sich immer mehr Verluste. Bald merkt er, dass es anscheinend einen unsichtbaren Gegner gibt, der ihn vernichten will, aber ein William Fox gibt nicht so schnell auf und stellt sich den Problemen mit ungeahnten Folgen.
,,Trio Infernale“ ist ein rasanter Wirtschaftskrimi, wo der Autor Jan Cucco seine Leser auf eine Reise durch viele Länder mit nimmt, wo man auf Korruption, Machtmissbrauch und illegalen Geschäften stößt.
Es gibt dabei viele verschiedene Handlungsstränge, wo es mir manchmal etwas zu viel war, weil es schnelle Wechsel dabei gegeben hat und man kaum angekommen, schon wieder an einem anderen Schauplatz gelandet ist.
Es gibt auch viele Protagonisten die für mich aber nicht wirklich greifbar waren, da sie eher distanziert auf mich gewirkt haben.
Der Schreibstil ist eher einfach gehalten, wo es an manchen Stellen, gerade bei Dialogen etwas holprig gewirkt hat.
Es gibt interessante Ansätze mit welchen Problemen verschiedene Länder zu kämpfen haben, wie z.b Alkoholprobleme bei den Aboriginis oder wie geschickt Caravage alles von langer Hand geplant hat Fox zu vernichten. Trotzdem ist es mir leider nicht immer gelungen einen richtigen Zugang zu der Geschichte zu finden, weil es einfach zu viel war, was alles erzählt worden ist und die ganzen Protagonisten doch etwas unnahbar geblieben sind.
Das Ende war dann etwas schnell abgehandelt. Im Großen und Ganzen war es eine interessante Geschichte wo man gesehen hat, wie schnell aus Freundschaft Feindschaft werden kann und dass das Streben nach immer mehr Macht und Reichtum nach hinten los gehen kann.

Bewertung vom 30.12.2025
Nathschläger, Peter

Du bist der Totem


ausgezeichnet

Aus Enttäuschung und Verzweiflung darüber, dass die Beziehung zwischen ihm und Stefan vorbei ist, beschließt Elias sein altes Leben hinter sich zu lassen und begibt sich mit dem Zug auf eine Reise ohne bestimmten Zieles. Dabei trifft er auf zwei alte Männer, die ihm ein Angebot machen, das er letztendlich nicht ausschlagen kann. Beide haben ihre Söhne durch Selbstmord verloren und der Grund ist kein anderer als Max Villeneuf, besser bekannt als Le Fantom. Die beiden Männer wissen, wo sich Max aufhalten könnte und so ist Elias bereit nach Afrika in die namibische Wüste zu fahren. Noch ist er nicht sicher, ob er seinen Peiniger wirklich töten könnte, wenn sie sich tatsächlich treffen sollten.
Inzwischen ist Max schon alt geworden und möchte sich auf seiner Farm zur Ruhe setzen wo er aber spürt, dass auch für eine lange Reise bald zu Ende gehen wird.
,, Du bist der Totem“ ist der 3. Teil der Elias Trilogie, wo man zwei Handlungsstränge präsentiert bekommt. Der Autor Peter Nathschläger zeigt dabei dem Leser, wie aus dem jungen Max, der auf der Suche nach einem geheimnisvollen Monument in der Wüste ist, ein gnadenloser und brutaler Le Fantom wird, der in Folge auf der ganzen Welt seine Finger im Spiel hat wenn es um Manipulation, Kriege, sowie Selbstmorde und Morde geht. Es sind mystisch angehauchte Szenen wo Max in Visionen sein weiteres Leben und Handeln sieht, wo er zuerst geschockt ist aber mit der Zeit bemerkt, dass ihm die Macht und Brutalität die er aus üben kann, gefällt.
Elias wird im letzten Teil sehr nachdenklich dargestellt und in vielen Briefen, die er an Stefan schreibt, dabei sein Leben reflektiert. Dabei erkennt er, dass früher eigentlich unwichtige Dinge, wie dem Streben nach Aufmerksamkeit und vielen Followern sein Dasein bestimmt haben. Auf seiner letzten Reise erfährt er, dass echte Freundschaft, Vertrauen, Hilfsbereitschaft und Liebe viel wichtiger sind.
Es ist eine eher ruhige und in sich gekehrte Geschichte, wo es aber auch trotzdem noch zu brutalen und blutigen Szenen kommt.
Langsam aber sicher kreuzen sich die Wege zwischen Max und Elias wo jeder weiß, dass es ein Ende geben wird, aber keiner weiß, welches.
So ist man dann als Leser überrascht wie die Geschichte endet. Man sollte die beiden vorherigen Bände kennen, damit man einen runden Abschluss bekommt, auch wenn es immer wieder kleine Hinweise gibt, was in den beiden anderen Teilen passiert ist.
Eine spannende und berührende Reise ist somit zu Ende.

Bewertung vom 25.12.2025
Flemming, Heiko

Verkohlte Balken


gut

Auch wenn David aus diversen Gründen nie wieder nach Südamerika zurückreisen wollte, lässt ihn ein Hilferuf von Menschen, die ihm damals geholfen haben, nicht kalt und besseren Wissens reist er nach Bolivien. Kaum angekommen passiert genau das, was er befürchtet hat, er wird verhaftet und landet in einem berüchtigten Gefängnis, wo er schon bald um sein Leben fürchten muss. Dass ihm sein ehemaliges Team helfen muss wird ihm schnell klar und bis Hilfe kommt, wird er viel über sich selbst erfahren und seine Erinnerungen an Ereignisse aus der Vergangenheit bringen vieles ans Licht, das er bisher nicht gewusst hat.
Der Polit - Thriller ,, Verkohlte Balken“ ist der zweite Teil rund um David Thomsen, den man problemlos lesen kann, auch wenn man den ersten Teil nicht kennt, da man immer wieder mit Informationen versorgt wird, die sich auf den vorherigen Band beziehen.
Wie schon gewohnt, wechseln die Kapitel zwischen verschiedenen Zeit- und Handlungsebenen, wo man zu Beginn etwas braucht, bis man den richtigen Leserhythmus wieder gefunden hat.
In diesem Band findet man einen eher nachdenklichen David, der neue Menschen und ihre Sorgen und Probleme kennen lernt und wo er erkennen muss, wie schwer es für einfache Menschen sein kann sich nicht in einen Sog aus Korruption, Drogenhandel oder sonstige windige Geschäfte hinein ziehen zu lassen.
Auch über seine ehemalige Verlobte Ria, die im Jahr 1988 in der DDR Dinge erlebt hat, von denen er nichts wusste machen ihm klar, dass vieles im Verborgenen passiert ist und diese Ereignisse bis in die Gegenwart hinein reichen.
Es gibt einige Überraschungen und emotionale Momente, wo dieses Mal weniger kämpferische Szenen im Vordergrund stehen, sondern mehr Geschichten die auf der emotionalen Ebene spielen.
David muss zwar viele Rückschläge erleben wo er aber dankbar ist, dass er sich immer auf sein Team verlassen kann, wo echte Freundschaft, Zusammenhalt und Vertrauen für sie selbstverständlich sind. Sein Kampf für die Gerechtigkeit und gegen Korruption und Machtmissbrauch ist auch hier nicht beendet und somit wird er wohl auch im nächsten Band wieder einiges erleben müssen.

Bewertung vom 21.12.2025
Schulz, Susanne

Der unheilige Mond


ausgezeichnet

Im Jahr 1969 kurz vor der Mondlandung verschwindet in einer kleinen fränkischen Stadt die 15 jährige Ingrid. Während ihr Vater Dr. Braun scheinbar kein wirkliches Interesse daran hat die Ermittlungen des Kommissars zu unterstützen, ist seine Frau Emmi einfach nur verzweifelt, da sie von niemanden Unterstützung bekommt und ihr Mann sich immer seltsamer verhält. Der 9 jährige Ferdi ist immer auf der Suche nach Abenteuern und da er sehr wissbegierig ist findet er immer wieder jemanden den er ausfragen kann wenn er etwas interessantes entdeckt. Viele Erzählungen aus der Vergangenheit wecken seine Neugierde und seine Streifzüge durchs Land lassen ihn Dinge entdecken, die auf ihn geheimnisvoll wirken ohne dass er dabei ahnt, dass er auf vergangene Geheimnisse aus dem Nationalsozialismus gestoßen ist.
Der Roman ,,Der unheilige Mond“ von Susanne Schulz ist ein Leseereignis der besonderen Art. Die Geschichte wird ruhig und unaufgeregt erzählt und trotzdem schafft es die Autorin so viele Gefühle und Emotionen zu erzeugen, dass man einfach darin gefangen ist.
Man spürt wie die Menschen, die schreckliches in den Kriegsjahren erlebt haben versuchen wollen diese Zeit hinter sich zu lassen. Sehr intensiv beschreibt sie dabei welchen Gefahren und Strapazen die Flüchtenden ausgesetzt waren und wie stark dabei der Zusammenhalt war und wie froh sie waren, dass es Menschen gegeben hat, die ihnen auf ihrem schweren Weg geholfen haben.
Erschütternd dabei und sehr bildhaft waren dabei die beschriebenen Experimente, die man im Namen der Wissenschaft an den Gefangenen durchgeführt hat.
Spannend dabei war, wie sich die Ereignisse aus der Vergangenheit sich bis in die Gegenwart gezogen haben. Die Charaktere der Protagonisten sind ebenfalls gut dargestellt, wo besonders der kleine Ferdi so herzlich rüber kommt wo man spürt, dass er trotz seiner Jugend ein gutes Gespür für andere Menschen hat. Seine Fragen sind oft so entzückend, dass man einfach schmunzeln muss wenn er nicht versteht warum die Erwachsenen Dinge sagen, die sie aber ganz anderes meinen.
Die Geschichte spielt in einer Zeit, wo die Autorin perfekt die Stimmung eingefangen hat, wo man auf der einen Seite spürt, dass viele noch die Nachwirkungen der Nachkriegszeit spüren, wo man gegenüber Fremden, wie den ,,Zigeunern“ noch sehr misstrauisch ist, wo es aber schon Menschen gibt, die nach vorne schauen wollen und die auch schon die Jugend mit ins Boot holen wollen, damit sie von der Vergangenheit lernen können und sich die schrecklichen Ereignisse nicht mehr wieder holen.
Es ist ein sehr intensiver Roman, wo man in viele berührende Geschichten eintauchen kann, wo man erschüttert ist, wie grausam Menschen sein können, aber auch wie selbstlos manche handeln, um anderen zu helfen. Ein überraschendes Ende bietet einen wundervollen Ausklang ,wo so manchen Protagonisten auf eine besondere Art und Weise doch noch zu ihrem Glück verholfen wird.

Bewertung vom 03.12.2025
Dane, Michael

Kein Weichei für Walhall – Ein Walküren-Roman


gut

Die Verkäuferin Heike arbeitet in einer Boutique, wo sie es nicht immer leicht hat mit ihrer nervigen Chefin. Dafür ist sie glücklich mit ihrem Freund Uwe, wo sie aber ständig besorgt ist um ihn, da er als Feuerwehrmann arbeitet. Bis zu dem Tag, als ihr eine seltsame Frau begegnet, die anscheinend nur sie sehen kann und behauptet eine Walküre zu sein. Waltraud braucht jemanden, der ihre Biografie über viele Geschichten historischer Helden aufschreibt. Zunächst ist Heike noch misstrauisch, aber die Treffen mit ihr gestalten sich immer interessanter und bald schon merkt sie, dass Waltraud auf der Suche nach einem neuen Helden ist und diesen schon im Visier hat.
Der Walküren Roman ,,Kein Weichei für Walhall“ ist eine humorvolle und informative Geschichte über besondere Helden aus längst vergangener Zeit und Persönlichkeiten aus der jüngeren Vergangenheit.
Die Autorin Michaela Dane lässt dabei bekannte Gottheiten wie Odin, Thor oder Freya in die Geschichte der tapferen Kämpfer mehr oder weniger erfolgreich eingreifen.
Es ist ein Ausflug wo fiktive Geschichten mit tatsächlichen Ereignissen ineinander greifen und so oftmals humorige Szenen entstehen. So kann man Wikinger, Klaus Störtebecker oder Richard Wagner begegnen.
Da ich von einer etwas anderen Geschichte ausgegangen bin, nämlich, dass Heike ihre ,,Kämpfe“ mit Waltraud ausfechten muss, damit diese nicht ihren Freund Uwe mitnimmt, war es für mich mit der Zeit etwas ermüdend, immer wieder in einer anderen Zeit gelandet zu sein um dort die Helden auf ihrer letzten Reise zu begleiten. Man hat zwar viel über Religion, Glauben, geschichtliche Ereignisse gelesen, aber für mich war es dann nicht mehr so interessant.
Schwer gefallen ist mir das Lesen auch ob der relativ kleinen Schrift, wo noch dazu die meisten Seiten in einer verschnörkelten und kursiv gehaltenen Schrift gehalten waren wenn Waltraud erzählt hat.
Das Cover habe ich auch nicht sehr ansprechend empfunden, da es eher wie eine Kinderzeichnung aussieht, aber das ist ja bekanntlich eine Geschmackssache.
Wer in humorvolle und sklapstikartige Geschichten eintauchen möchte wo das Leben einer Walküre alles andere als leicht ist, vor allem, wenn die eigene Familie immer wieder dazwischen pfuscht, der wird mit dem Roman sicher seine Freude haben.

Bewertung vom 24.11.2025
Eder, Thomas-Roman

Was das alles soll


sehr gut

Seit 25 Jahren lebt ein Mann, ohne Kontakt zu anderen Menschen, isoliert in seiner Wohnung. Lebensmitteleinkäufe oder Behördenwege erfolgen alle übers Internet. Bis zu dem Tag, als die gewohnte Zeitung wegen eines Zustellproblems nicht bei ihm vor der Wohnungstüre liegen kann, sondern in einem Sackerl vor der Haustüre zur Abholung hängt. Auf dem Weg dorthin begegnet er seinem Nachbar Ketter, den er noch nie gesehen, geschweige denn mit ihm gesprochen hat. Von diesem Moment an verändert sich sein Leben auf nie geahnte Weise.
In dem Roman ,,Was das alles soll“, nimmt der Autor Thomas- Roman Eder mit seinem Debüt die Leser auf eine besondere Reise mit.
Es ist ein literarisches Werk, das man nicht so einfach beschreiben kann. Zuerst findet man einen namenlosen Erzähler der mit seiner zwanghaften Art sein Werk ,, Die Analyse der Menschheit und die Prognose ihres Untergangs“ nach 25 Jahren endlich zu Ende bringen möchte. Akribisch werden Zeitungsartikel und Bilder ausgeschnitten um zu dokumentieren, dass es nur schlechtes auf der Welt gibt und dass der Mensch bald soweit ist sich und den Planten endgültig zu vernichten.
Es ist frustrierend, wie negativ der Erzähler eingestellt ist. Aber seine tägliche Routine hilft ihm dabei sich weitgehend wohl zu fühlen, da ist es dann interessant zu sehen, wie sein Weltbild zu schwanken beginnt, als er Ketter begegnet, der wie ein Tornado in sein Leben tritt und er nicht weiß, wie er mit dieser neuen Situation umgehen soll.
Was den Roman auch besonders macht sind die vielen Schachtelsätze, die normalerweise nicht zu meinen Favoriten zählen, aber hier die Geschichte dadurch noch interessanter gemacht haben. Man hat dabei gespürt, wie die vielen unzähligen Gedanken des Erzählers in seinem Kopf herum schwirren und er selbst oft nicht wirklich mehr gewusst hat, was er eigentlich will. Auch wenn es vielleicht langweilig wirkt, mir haben sogar oftmalige Wortwiederholungen in einem Satz gefallen, weil sie gezeigt haben, wie wichtig ihm manche Dinge sind.
Ketter ist der perfekte Gesprächspartner, da er den Erzähler immer wieder aus der Reserve lockt, damit dieser seine festgefahrenen Meinungen über Gott und die Welt zu überdenken beginnt. Langsam merkt man dabei, dass er vieles aus einer anderen Perspektive zu sehen beginnt und vor allem der ständige Optimismus von Ketter bringt ihn gehörig durcheinander.
Manche Szenen haben dabei schon kafkaeske Züge, wo man als Leser selbst nicht mehr genau weiß, ob etwas real ist oder der Fantasie des Erzählers entspringt.
Das Ende überrascht und man kann nur für sich selbst entscheiden, ob oder was der namenlose Protagonist wirklich erlebt hat in der Geschichte.

Bewertung vom 18.11.2025
Kresser, Bastian

Verformung


sehr gut

Wegen eines Burnouts nimmt sich der Manager Marc Steiner eine 7 monatige Auszeit, wo ihm seine Freunde einen Messerschmiedekurs schenken. Kaum trifft er auf den verschlossenen, aber charismatischen Niels Bergmann, der sein Grundstück mit einem meterhohen Zaun gesichert hat, wo es einen Bunker gibt, sowie geheimnisvolle Besucher immer wieder auftauchen, beginnt für Marc ein neues Leben. Die Schmiedearbeit nimmt ihn immer mehr gefangen und auch die beginnende Freundschaft zu Niels ist für ihn etwas besonderes.
Als Marc die Journalistin Nina kennen lernt, scheint für ihn das Glück perfekt zu sein, doch nach einem ersten Kennenlernen mit Niels gerät ein Stein ins Rollen, den scheinbar niemand mehr aufhalten kann. Nina spürt, dass mit Niels etwas nicht stimmt und ihr Spürsinn ist erwacht. Marc gerät nun zwischen die Fronten, wo ihn Nina mit ihren Recherchen über Niels immer wieder erschüttert und er letztendlich nicht mehr weiß, wem oder was er glauben kann.
Der Roman ,,Verformung“ von Bastian Kresser wird den Leser nicht ganz unbeeindruckt zurück lassen. Es werden darin viele Themen angesprochen, wo jeder entweder schon persönliche Erfahrungen damit gemacht hat oder sich über gewisse Dinge Gedanken gemacht hat.
Zu Beginn bin ich etwas schwer in den Roman hinein gestartet, da mir Marc zu verunsichert und ängstlich war ob seiner psychischen Situation, die der Autor sicherlich gut dargestellt hat. Da ist es mir dann etwas zu schnell gegangen, dass er bereits nach ein paar Tagen in der Schmiede selbstbewusst und gestärkt ob seines Burnouts hervor gegangen ist. Auch hat mir dabei seine ,,Unterwürfigkeit“ gegenüber Niels gestört, den er immer wieder als seinen „Meister“ und seinen ,,Schmied“ bezeichnet hat.
Im Laufe der Geschichte wird man aber dann immer mehr hineingezogen in eine Welt wo Marc und Nina, die zu Beginn unsterblich ineinander verliebt waren, plötzlich aus den Fugen gerät. Der Autor schafft es dabei, dass man selbst immer wieder zweifelt ob eine richtige Gefahr von Niels ausgeht, der abgeschieden lebt, der seltsame Besucher bekommt und der offensichtlich alles von Nina weiß und ihre technischen Geräte plötzlich gehackt worden sind.
Man hat das Gefühl, dass so gut wie jeder etwas zu verbergen hat und so mancher versucht, den anderen auf subtile Art und Weise zu manipulieren.
Man merkt in der Geschichte aber auch, wie schwer es sein kann, wenn man ,,anders“ denkt und lebt, dass einem sehr schnell ein Stempel aufgedrückt wird und man sich bereits im Vorhinein eine Meinung bildet, die sich aber letztendlich als falsch heraus stellt.
Es ist ein stiller Roman, wo leider sehr viel geraucht wird in gefühlt jeder Szene, wo man aber gut eintauchen kann in die Gedanken der Protagonisten. Man ertappt sich dabei, dass man selbst immer wieder seine eigene Haltung gegenüber Andersdenkender, Medienberichte... überdenkt, wo es oft gar nicht so leicht ist heraus zu finden, ob wir nicht immer wieder durch andere manipuliert werden, ohne dass es uns wirklich bewusst ist.
Es ist eine Geschichte wo besonders Marc gestärkt hervor gehen wird, der viel über sich selbst gelernt hat, der gemerkt hat, wie wichtig Niels für ihn ist und dass jeder sein Leben selbst in die Hand nehmen muss, wenn er glücklich und zufrieden sein will.

Bewertung vom 11.11.2025
Blackwood, Algernon

Zwielicht 22


sehr gut

Zwielicht 22, das Magazin für Horror und unheimliche Phantastik bietet dieses Mal 22 Geschichten, wo man sich in gewohnter Manier gruseln und auch schmunzeln kann.
Es gibt auch wieder einige Geschichten, die sehr berührend sind und betroffen machen und es ist interessant dabei, wie man daraus eine spannende oder unheimliche Geschichte schaffen kann.
Mir gefallen dabei immer wieder die unterschiedlichen Ideen, egal ob ein Saugroboter nicht immer das tut, was er soll oder ob eine alte Frau ihre Urenkelin immer wieder vor einem Unheil warnt, es ist immer etwas dabei, das für gute Unterhaltung sorgt.
Schön ist auch, wenn man Geschichten präsentiert bekommt von Autoren, die schon lange verstorben sind, so wie Algernon Blackwood oder Rober F. Young die es schaffen mit ihren Themen auch noch heute, den Zahn der Zeit treffen. Egal ob über andere getratscht und gespottet wird oder ob Menschen durch Werbung manipuliert werden, beide Inhalte werden atmosphärisch dicht beschrieben und sind nicht nur berührend, sondern auch gut erzählt.
Ein interessanter und ein extrem berührender Artikel von Karin Reddemann am Ende runden die Ausgabe wieder perfekt ab.
Die Innenillustrationen sind von Adrian van Schwamen, der auch eine unheimliche Geschichte von einer Gliederpuppe beigesteuert hat.
Wer also gruselige, humorvolle, blutige und geisterhafte Kurzgeschichten mag, wird mit Zwielicht 22 seine Freude haben.

Bewertung vom 04.11.2025
Asimov, Armands A.

Regnum


ausgezeichnet

Animals Lane: Passus II, ist eine dystopische Tierfabel aus einer mehrteiligen Reihe, die dieses Mal den Titel „ Regnum“ führt.
Der Autor Armands A. Asimov bietet dem Leser eine oft sehr bildhafte und vor allem grausame Geschichte über Tierleid und Tierquälerei in Mastbetrieben. Die Handlung basiert darauf, dass die Schweine, ohne es zu ahnen mit einem Virus infiziert wurden und sich in grauenhafte Kreaturen verwandeln, die deshalb von den Menschen gnadenlos und brutal getötet werden.
Es ist eine traurige Geschichte, wo es im Schweinestall einen sogenannten Buchtmeister gibt, der den Schweinen ein verheißungsvolles und wunderschönes Leben in Regnum verspricht, wo die Arche kommen wird und sie wie im Schweineparadies leben werden.
Doch das ,,Verschwörungsschwein“ weiß von seinen Informanten, dass sie nach dem Abtransport der sichere Tod erwartet.
Die verschiedenen Charaktere weisen oft eine erschreckende Ähnlichkeit mit den Menschen auf, wo es Blender gibt, die die Massen mit ihren Reden für sich gewinnen können, wo Dinge versprochen werden, die sich nicht erfüllen lassen und wo es willige Mitstreiter gibt die nicht zimperlich sind gegen andere, die nicht ihrer Meinung sind.
Die Geschichte ist nichts für schwache Nerven und so manche grausamen beschriebenen Szenen, sind schwer zu verkraften. Während des Lesens wird einem erst oft bewusst, wie Tiere leiden müssen. Speziell die Schweine, die zusammen gepfercht mehr dahin vegetieren als leben, welchen Strapazen sowohl physischer als auch psychischer Natur sie ausgesetzt sind auf ihrem Weg in den Schlachthof und wie selbstverständlich es oft für uns Menschen ist, dass unser Schnitzel recht billig im Supermarkt angeboten wird, ohne zu hinterfragen, wie die Tierhaltung war.
Das Ende wird den Leser dann überraschen und die Geschichte wird sicher nicht spurlos an dem Leser vorüber gehen.