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Kuehn, S.

Bewertungen

Insgesamt 981 Bewertungen
Bewertung vom 11.01.2026
Behemoff, E. X.

Dogma der Wahrheit


ausgezeichnet

Anspruchsvoll und spannend
"Dogma der Wahrheit" von E.X. Behemoff ist der erste Teil der Dilogie "Das Honeypot-Protokoll". Das Buch ist spannend und es ist dystopisch und ich warte jetzt voller Vorfreude auf den Abschlussband.
Der Schreibstil ist gut lesbar, der Plot durchdacht, die Themen brandaktuell und die Erzählweise intelligent und doch mit einer Prise Humor.
Die Welt, in die man hier geworfen wird ist rau, sie ist kalt, sie ist anders. Ich habe schon etwas gebraucht, um mich hier komplett einzudenken. Hat man das aber geschafft, packt es einen und nimmt mit auf eine wirklich ganz einzigartige Reise.
Das menschliche, sogar Gedanken, sind nicht mehr frei und werden kontrolliert, Überwachung und Manipulation ist alles. Nicht mal mehr, was man sieht und wahrnimmt, ist echt, alles eingespielt und manipuliert.
Durch Hagen, den Protagonisten, bleibt man aber mit den Gedanken auf der Seite der Menschlichkeit. Er möchte seine Familie und Freunde retten, er ist bereit, alles dafür zu geben. Aber auch er muss erst lernen, wie tief und weit der Betrug hier wirklich reicht.
Das Buch ist sehr komplex und vielschichtig aufgebaut, sehr clever und geschickt konstruiert, auch bietet es Täuschung und absolut überraschende und geniale Wendungen.
Die Geschichte erlebt man durch die Augen einiger Auserwählter, auch in verschiedenen Zeitebenen, die sehr verschieden sind und so noch zusätzliche Dynamik mitbringen.
Auf dieses Buch muss man sich einlassen können, nichts fürs locker nebenher lesen. Wenn man das möchte und Thriller, Dystopien und Science Fiction gerne liest, wird hier hochgradig belohnt mit einer komplexen und anspruchsvollen Geschichte.

Bewertung vom 08.01.2026
Dabos, Christelle

Die Spur der Vertrauten


gut

Faszinierende Welt, aber schwer greifbare Handlung
„Die Spur der Vertrauten“ ist ein Buch, das nachwirkt, mich aber auch zwiegespalten zurücklässt. Besonders die Protagonistin Claire hat Eindruck hinterlassen: Eine Jugendliche, die ihre Andersartigkeit in einer streng reglementierten Welt verbergen muss. Christelle Dabos entwirft hier ein spannendes Szenario, in dem die Gesellschaft in Sektoren unterteilt ist und Menschen nach ihren „Instinkten“ leben, ein System, das fast zwanghaft wirkt.
Die Dynamik zwischen Claire und dem „Lebensretter“ Goliath sowie die Themen Gemeinschaft gegen Individualität fand ich thematisch stark. Auch das Worldbuilding ist gewohnt originell, allerdings blieben für meinen Geschmack zu viele Fragen offen. Obwohl man tiefen Einblick in Claires Gedankenwelt erhält, blieb sie mir oft fremd. Da der rote Faden der Geschichte für mich lange Zeit nicht greifbar war, stand ich kurz davor, das Buch abzubrechen. Eine interessante Dystopie, die jedoch viel Geduld erfordert.

Bewertung vom 08.01.2026
Dippel, Julia

Velvet Falls, but the Gods forgot to die / Velvet-Dilogie Bd.1


gut

Leider vorhersehbar
"Velvet Falls" von Julia Dippel ist der Auftakt einer Dilogie in einem Fantasy-Setting.
Velvet ist Dämonenreiterin, ein der stärksten, und sie wird plötzlich von Visionen befallen. In diesen sterben die unsterblichen Götter, was auch ihr eigenes Ende bedeuten würde. Sie werden alle von einem Virus befallen. Die Lösung würde im Blut der sieben Göttersöhne bestehen.
Mit einem von ihnen, Kashmere Sinclair, war sie einmal liiert und es fällt ihr sehr schwer ihn um Hilfe zu bitten. Er ist allerdings ihre einzige Option.
Die Welt, mit ihren Göttern, Hexen und Dämonen gefällt mir sehr gut. Ich wäre dort so gerne tiefer eingetaucht, aber eben das lässt diese Geschichte nur ganz vereinzelt zu.
Das Hauptaugenmerk liegt auf der Romanze zwischen den beiden Protagonisten, bei denen es auch mal etwas hitzig werden kann.
Die Kapitel werden abwechselnd von Velvet und Kash erzählt, das fand ich sehr gut gelöst, die Autorin hat auch einen lockeren und teilweise wirklich witzigen Erzählstil.
Wenn das Buch das Hauptaugenmerk auf die, wirklich gute, Fantasy-Geschichte legen würde, wäre es für mich ein echter Volltreffer, so werde ich auf die Fortsetzung verzichten, weil es mir zu vorhersehbar ist.

Bewertung vom 01.01.2026
Ware, Ruth

The Woman in Suite 11


gut

Atmosphärisch stark, aber leider etwas vorhersehbar
"The Woman in Suite 11" war mein erstes Werk von Ruth Ware. Rückblickend würde ich jedoch empfehlen, zuerst den Vorgänger "The Woman in Cabin 10" zu lesen, da das Buch sehr viele Anspielungen darauf enthält, die ohne Vorkenntnisse fast schon überladen wirken.
Die Handlung führt uns zusammen mit der Journalistin Lo Blacklock in ein luxuriöses Hotel am Genfer See. Ruth Ware beschreibt das Setting und die traumhafte Lage so bildhaft, dass sofort ein Film im Kopf entsteht. Auch der Spannungsaufbau gelingt ihr anfangs hervorragend.
Leider hatte ich Schwierigkeiten mit der Protagonistin; Los Handlungen waren für mich oft nur schwer nachvollziehbar. Zudem konnten mich die Wendungen kaum überraschen, da vieles für mich zu vorhersehbar war. Insgesamt ein gut geschriebener, flüssiger Krimi, der mich zwar nicht gelangweilt, aber leider auch nicht vollends überzeugt hat.

Bewertung vom 01.01.2026
Häffner, Hannah

Die Riesinnen


ausgezeichnet

Wann ist Zuhause auch Heimat
"Die Riesinnen" von Hannah Häffner ist eine Erzählung, die die Frauen der Familie Riessberger über mehrere Generationen begleitet. Diese Frauen sind sehr unterschiedliche Mütter und Töchter und doch mit so vielen Gemeinsamkeiten.
Sie leben in einem kleinen Ort im Schwarzwald, wirklich mitten im Wald, der auch eine große Rolle für die Frauen und ihr Leben spielt.
Liese ist hier geboren und hat es nicht leicht mit ihrem Mann, einem Metzger. Sie bekommt eine Tochter, Cora, nicht den gewünschten Sohn, aber ihr ein und alles.
Nach dem Tod ihres Mannes wächst Liese über sich hinaus und erhält die Metzgerei, ja, sie baut für sich und die Tochter etwas ganz besonderes auf.
Cora möchte dann eigentlich bloß weg, ein anderes Leben führen und doch treibt es auch sie wieder zurück in den Schwarzwald, mit ihrer Tochter, Eva.
Ich habe dieses Buch so gerne gelesen, es sind so wundervolle, starke und liebenswerte Frauengestalten hier entstanden. Sie haben Ecken und Kanten, sie haben Persönlichkeit, sie haben jede ihren eigenen Lebenstraum, den sie aber den tatsächlichen Erfordernissen anpassen.
Bei jeder der Frauen spürt man auch die Entwicklung der Zeitgeschichte und doch scheint dort vieles beim Alten zu bleiben, in diesem kleinen Ort im Schwarzwald, wo jeder jeden zu kennen glaubt.
Der Schreibstil passt absolut zur Geschichte, wir bekommen Nähe und auch Distanz, wie gerade notwendig, ein wunderbares Buch, eine echte Empfehlung.

Bewertung vom 23.12.2025
Wong, Michelle

House of the Beast


gut

Wunderschöne Aufmachung, aber inhaltlich nicht ganz stimmig
"House of the Beast" von Michelle Wong ist optisch ein absolutes Highlight. Leider konnte mich der Inhalt nicht so recht überzeugen. Die Prämisse um Alma, die für ihre kranke Mutter ein großes Opfer bringt und sich in der Welt ihres Vaters (einem Vorstand des Hauses Avera) beweisen muss, klang vielversprechend.
Doch der Funke sprang nicht über. Die Geschichte wirkt auf mich etwas zerfahren: Der Mix aus Fantasy, Göttern und Romance fand keine klare Linie. Während die Ansätze zum Schattenreich und den Kämpfen spannend waren, lag der Fokus für meinen Geschmack zu sehr auf Nebensächlichkeiten und der Liebesgeschichte. Auch der Weltenbau und die Charaktertiefe blieben zu flach – Almas Handlungen und ihre Entwicklung konnte ich oft nicht nachvollziehen. Wer eine epische High-Fantasy-Geschichte mit Fokus auf Worldbuilding sucht, wird hier eventuell enttäuscht sein.

Bewertung vom 23.12.2025
Teng Luo Wei Zhi

Verdorbenes Herz / Till the End of the Moon Bd.1


ausgezeichnet

Packender Auftakt mit Tiefgang und chinesischer Mythologie
„Till the End of the Moon – Verdorbenes Herz“ von Teng Luo Wei Zhi ist ein fesselnder Start in eine vierteilige Fantasy-Saga. Obwohl das Buch oft im Romantasy-Genre verortet wird, steht die Liebesgeschichte erfreulicherweise nicht im Fokus. Vielmehr überzeugt die Geschichte durch eine starke Handlung: Die Protagonistin Li Susu reist 500 Jahre in die Vergangenheit, um den späteren Dämongott Tantai Jin bereits im Keim zu ersticken.
Besonders beeindruckt hat mich das Worldbuilding. Der Leser taucht tief in chinesische Bräuche sowie komplexe familiäre und politische Strukturen ein. Dank des hilfreichen Glossars und des Namensverzeichnisses findet man sich trotz der anfänglichen Namensvielfalt schnell zurecht. Der Schreibstil ist bildhaft und angenehm zu lesen, wobei Gewalt nur dort eingesetzt wird, wo sie der Handlung dient. Ein absolut überzeugender Mix aus Intrigen und Magie – ich freue mich sehr auf die Fortsetzungen!

Bewertung vom 20.12.2025
Kling, Marc-Uwe;Henn, Astrid

Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat / Trubel bei Tiffany Bd.5


ausgezeichnet

Alltagschaos mit Humor und Herz
In diesem eigenständigen Band der Reihe nimmt uns Marc-Uwe Kling mit auf eine ereignisreiche Autofahrt nach Wuppertal. Was nach einem simplen Familienausflug klingt, entpuppt sich als humorvolles Abenteuer voller kleiner Komplikationen, die jeder kennt, der schon mal mit Nachwuchs unterwegs war. Die Familie, einschließlich Oma und Opa, möchte nach Wuppertal, zur einmaligen vierten Hochzeit von Tate Ilse und das auch noch mit dem Auto. Eigentlich kein dramatisches Vorhaben. Allerdings ist diese Fahrt nicht ganz ohne Komplikationen, nichts ausgefallenes, aber wirklich mit viel Humor geschildert. Besonders hervorzuheben ist das Zusammenspiel zwischen dem pointierten Text und den treffenden Illustrationen von Astrid Henn. Empfohlen ab 6 Jahren, bietet das Buch jedoch auch Erwachsenen einen hohen Unterhaltungswert. Ein kurzweiliger Lesegenuss, der Lust auf mehr macht.

Bewertung vom 20.12.2025
Bähr, Julia

Hustle


sehr gut

Zwischen Humor und Abgrund
In „Hustle“ entwirft Julia Bähr ein spannendes Szenario: Was passiert, wenn Rache zum Beruf wird? Die Protagonistin Leonie wird nach einer Notlösung zur Drahtzieherin krimineller Aktionen, was die Autorin mit viel Sprachwitz und einer ordentlichen Portion Sarkasmus schildert. Besonders gelungen ist die Darstellung von Leonies persönlicher Entwicklung und ihrem ungewöhnlichen Umfeld. Leonie ist eine Protagonistin, die ich sehr gerne begleitet habe und ihre Entwicklung mit Staunen verfolgt.
Kritisch anzumerken ist jedoch, dass das Potenzial der Geschichte nicht voll ausgeschöpft wird. Viele gesellschaftspolitische Ansätze werden zwar gestreift, verbleiben aber in einer gewissen Oberflächlichkeit. Auch die Charakterzeichnung der Freundinnen bleibt hinter der von Leonie zurück. Insgesamt ist es jedoch ein sehr kurzweiliger Roman, der wichtige Fragen nach Moral und dem Preis unseres Lebensstils aufwirft.

Bewertung vom 18.12.2025
Mayer, Gina

Der Wald / Wilderland Bd.1


sehr gut

Spannendes Abenteuer für Jung und Alt
„Wilderland – Der Wald“ bietet alles, was ein gutes Fantasy-Buch braucht: sympathische Protagonisten, eine mysteriöse Bedrohung und eine originelle Grundidee. Gina Mayer schildert die Probleme der Jugendlichen in ihrer Wohngruppe ebenso feinfühlig wie die rasanten Abenteuerszenen. Calum, Jasleen, Skye und Miro leben in einer Wohngruppe zusammen, weil sie alle keine Eltern mehr haben.
Besonders die Entdeckung ihrer besonderen Fähigkeiten und das Zusammenwachsen der Gruppe machen das Lesen zu einem Vergnügen. Die fantastische Verbindung von Mensch und Tier ist innovativ und trägt die spannende Handlung hervorragend. Ein absolut gelungener Reihenauftakt, den ich nicht nur Kindern und Jugendlichen, sondern auch Erwachsenen ans Herz legen kann. Ich freue mich auf die Fortsetzung, was die vier gemeinsam erleben und auch erlernen werden.