Benutzername: Gisela Simak
Wohnort: Landshut
Über mich: Bücher sind die schönste Unterhaltung
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Bewertungen

Insgesamt 211 Bewertungen
Bewertung vom 12.10.2017
Der Jadedolch / Nalia, Tochter der Elemente Bd.1
Demetrios, Heather

Der Jadedolch / Nalia, Tochter der Elemente Bd.1


sehr gut

Zum Inhalt
Dieser Roman, in dem Dschinns die Hauptprotagonisten sind, ist ganz anders, als ich erwartet habe. Die Romantik steht nicht im Vordergrund. Humor findet man auch eher selten.
Nalias Familie wurde bei einem Angriff der Ifrits umgebracht. Sie kam als Einzige mit dem Leben davon. Sie wurde an den superreichen Malek Alzhabi verkauft. Ihr Leben als seine Sklavin stimmt sie unendlich traurig. Der Luxus Hollywoods gibt ihr nichts ab. Sie träumt davon, wieder in ihrer Heimat Ardjinna leben zu können. Sie will ihren Bruder retten, der von den Ifrits als Sklave gehalten wird.
Meine Meinung
Nalia gehört der Kaste Ghan Asouri an. Vor dem Angriff waren die Ghan Asouris die Herrscher aller Kasten. Auf Erden muss Nalia Malek dienen. Ihn bei Laune halten. Sie muss unbedingt in den Besitz der kleinen Flasche kommen, die Malek um den Hals trägt, da sie für sie Freiheit bedeutet. Sie dient auch als ihr Gefängnis, wenn sie Malek verärgert hat.
Ich weiß nicht, was ich von der Beziehung der beiden halten soll. Einerseits ist Malek fürsorglich und liebevoll zu Nalia, anderseits gemein und eiskalt. Maleks Launen wechseln in einem Tempo, dass einem beim Lesen ein Schleudertrauma beschert. Nalia hasst Malek. Anderseits bringen seine Zärtlichkeiten ihr Dschinnblut in Wallung. Diese Szenen wirkten auf mich gestellt. Die Gefühle kamen bei mir nicht an. Malek hat ein Geheimnis. Nalia wundert sich. Sie hätte es sehen müssen.
Raif ist ein Djan. Die Djans bilden die größte Kaste. Bildung ist ihnen verwehrt. Sie gehören zu den Handwerkern und sind die sozial schwächste Kaste.
Raif arrangiert sich mit Nalia. Sie trauen sich gegenseitig nicht über den Weg. Jedoch haben beide das gleiche Ziel. Sie wollen ihre Heimat zurück. Raif heckt mit der mächtigen Kämpferin Nalia einen Plan aus. Sie müssen schnell handeln. Nalia ist in großer Gefahr. Raifs Schwester ist eine Seherin. Sie bringt Nalia Vertauen entgegen.
Zwischen Raif und Nalia knistert es gewaltig.
Der Schreibstil ist flüssig und wird aus der Sicht von Nalia erzählt. Die Autorin hat es geschafft, dem Großstadtmief einen Touch Orient einzuhauchen. Das ist vor allem den Szenen in Indien und Kambodscha geschuldet. Auch die Beschreibungen von Ardjinna erwecken Tausendundeine Nacht zum Leben.
Die Action lässt lange auf sich warten. Trotzdem bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Mir fehlte ein bisschen der Bezug zu den Protagonisten. Eine intensivere Beschreibung der einzelnen Personen wäre wünschenswert gewesen.

Mein Fazit
Sklavenhandel im orientalischen Gewand verpasst dieser Geschichte eine besondere Note. Trotz Schwächen lassen sich die 496 Seiten lesen wie Butter.
Insgesamt hat mir die Story gefallen.Der Cliffhanger am Schluss hat mich neugierig auf die Fortsetzung gemacht. Vor allem auch ein bisschen traurig.
Alles in allem ein guter Auftakt zu einer neuen Fantasyreihe, mit reichlich Luft nach oben.
Danke Heather Demetrios

Bewertung vom 11.10.2017
Das Geheimnis des Seelenspiegels
Glasauer, Tom

Das Geheimnis des Seelenspiegels


ausgezeichnet

Zum Inhalt

Mansaar ist ein junger Mann, der mit seinem Leiden nicht alleine dasteht. Burn-out befällt immer mehr Menschen. Der große Leistungsdruck und die wirtschaftliche Lage vermitteln dem Menschen, jeden Tag zu 100% zu funktionieren. Die Seele bleibt da meist auf der Strecke.

Mansaar ist ein reicher Händler. Seine schöne Frau und die wohlgeratenen Kinder liebt er sehr. Er versteht die Welt nicht mehr. Warum nur fällt ihm der normale Alltag auf einmal so schwer? Woher kommt diese große Müdig- und Mutlosigkeit?
Seine Geschäftsfreunde nennen ihm drei Ärzte, die ihm helfen können. Alle drei Ärzte haben sehr hohe Honorare. Alle drei Ärzte können ihm nicht helfen. Im Grunde haben sie sich noch nicht mal für den Menschen Mansaar interessiert.

Da bekommt er von einem sehr stillen Geschäftsfreund einen Tipp. Saroush führt ihn zu einem alten Mann, der in einer sehr armen Gegend wohnt. Tanzil stellt Mansaar viele Fragen. Er interessiert sich für den Menschen, der mit seiner großen Mutlosigkeit vor ihm sitzt. Er besitzt keine edle Praxis und verlangt von Mansaar auch kein Geld. Kann denn ein alter Mann in einer verstaubten Hütte wirklich helfen? Er rät Mansaar den Seelenspiegel zu finden. Der Weg dorthin ist nicht einfach, aber er lohnt sich.

Meine Meinung

Diese wunderbare Geschichte ist eigentlich ein Ratgeber. Die Idee, diesen in eine abenteuerliche Geschichte zu packen, finde ich sehr gelungen.
Mansaar lernt, nicht nur auf prunkvolle Äußerlichkeiten zu achten. Den Weg zum Seelenspiegel beginnt er mit Freunden und Bediensteten. Schon bald muss er alleine durch Irrgärten und Wüsten weiter wandern.
Nur er selbst kann zu seinem wahren Ich finden. Nur alleine kann er seinen Weg finden. Nur alleine kann er die Dinge entdecken, auf die es im Leben wirklich ankommt.
Auf märchenhafte Weise vermittelt der Autor, welche Dinge im Leben uns krank machen. Er zeigt uns den Weg, wie wir ein selbstbestimmtes Leben führen können.
Wann muss man alleine Entscheidungen treffen? Wann ist es besser Hilfe anzunehmen? Viele Fragen werden beantwortet. Die verschiedenen Lektionen sind hart. Eigentlich sind sie einfach, aber nicht für Menschen, die von jeher ein fremdbestimmtes Leben geführt haben.
Mansaar erinnert sich wieder an seine Träume und Wünsche. Er geht einen steinigen Weg. Viel steiniger ist jedoch der Weg, den er in seinem bisherigen Leben zurückgelegt hat.

Der Schreibstil ist verspielt und wird aus der Sicht von Mansaar erzählt.

Mein Fazit

Tausendundeine Nacht vermischt mit dem Thema Burn-out, zeigt einen Weg aus einem fremdbestimmten Leben.
Sind es nicht immer Märchen, die wertvolle Wahrheiten enthalten?
Tom Glasauer ist mit "Das Geheimnis des Seelenspiegels" ein neues Märchen gelungen, welches in keinem Bücherregal fehlen sollte.
Dieses Buch dürfte jeden begeistern, der Geschichten mit orientalischem Flair mag.
Sie ist spannend und hilfreich. Eigentlich wieder mal eine Thematik, die uns nicht fremd ist. Wir wissen was wir brauchen, um glücklich zu sein. Leider hören wir auf unsere innere Stimme oftmals nicht. Wollen keine gewohnten Wege verlassen. Diese gaukeln uns oftmals eine Sicherheit vor, die uns irgendwann krank machen könnte, wenn es nicht UNSERE Wege sind.

Eine teuer eingerichtete Arztpraxis ist bei weitem oftmals nicht so hilfreich, wie der Rat eines echten Freundes, wenn die Seele streikt.

Bewertung vom 09.10.2017
Fangirl
Rowell, Rainbow

Fangirl


ausgezeichnet

Meine Meinung

Es gibt so Geschichten, die genießt man wie heiße Schokolade mit Sahne darauf. Der süße Geschmack der Schokolade und der Genuss der schmelzenden Sahne, lassen einen zufrieden zurück.
So ging es mir bei Fangirl. Die süße Cath ist total enttäuscht von ihrer Zwillingsschwester Wren. Eigentlich war sie der Meinung, ein Zimmer auf dem College mit Wren zu teilen. Die möchte jedoch neue Menschen kennen lernen und eigene Wege gehen.

Cath war mir von Anfang sehr sympathisch. Man denkt zuerst, sie wäre unbeholfen. Diese Meinung habe ich jedoch schnell verworfen. Je weiter ich in die Geschichte eingetaucht bin, umso mehr kam Caths starke Persönlichkeit zum Vorschein.
Im Gegensatz zu ihrer Schwester kommt sie sehr gut mit sich selber klar. Cath ist mal wieder der beste Beweis dafür, sich nicht in Szene setzen zu müssen, um beachtet zu werden. Klar, Menschen die sofort auf andere zugehen haben auf Anhieb eine Menge Leute um sich. Bei jemanden wie Cath dauert dies jedoch etwas länger. Aber dann!

Cath hat Anfangs Probleme mit ihrer Mitbewohnerin. Sie stellt aber bald fest, dass sie an ihr eine neue Freundin gefunden hat, die ihre Privatsphäre akzeptiert.
Cath stellt jeden Tag neue Beiträge zu der Geschichte Simon Snow ins Netz. Ihre Fanfictionbeiträge erfreuen sich großer Beliebtheit. Das Umgestalten der Geschichte bereitet ihr große Freude. Die Beiträge tauchen auch immer wieder in der Geschichte auf. Sie erinnerten mich sehr stark an Harry Potter.

Ich muss nicht erwähnen, dass Cath einen total süßen Jungen kennen lernt. Das gehört einfach zur Geschichte. Nach einem Missverständnis finden Levi und Cath zueinander. An Levi hat Cath einen neuen Fan ihrer Geschichten gefunden.
Die zarte Liebe der beiden berührt einen besonders. Sie hat so gar nichts gemeinsam, mit einer plumpen Anmache. Sie erinnert eher an eine zarte Knospe, der man man beim Erblühen zusieht.

Der familiäre Hintergrund der Zwillingsschwestern ist kompliziert. Cath sorgt sich sehr um ihren Vater und kümmert sich auch weiterhin um ihn. Wren hat andere Methoden um mit ihren Sorgen und Ängsten umzugehen. Die Mutter blieb in dieser Geschichte blass und fragwürdig.
Anfangs war mir Wren suspekt. Ich konnte ihre Art überhaupt nicht leiden. Jedoch habe ich später bemerkt, dass Cath und Wren sehr wohl gleich ticken. Jede zeigt es auf ihre Art.

Mein Fazit

Diese ruhige Geschichte konnte mich von Anfang an für sich einnehmen. Sie zeigt die Unsicherheiten, von denen junge Menschen oft geplagt werden. Man muss nicht alles mitmachen, um als cool zu gelten. Dafür ist Cath der beste Beweis.
Ein Buch im Buch und interessante Protagonisten machen Fangirl zu einer wunderschönen Geschichte.
Besonders gut haben mir die Parallelen zu Caths Leben und ihrer Fanfiction gefallen.
Der Schreibstil ist flüssig und aufgrund Caths Fanfictionbeiträgen abwechslungsreich.
Die Geschichte wir aus der Sicht von Cath in der dritten Person erzählt.

Eine Geschichte für jede Altersgruppe, die gerne an die eigene Jugend und den damit verbundenen Unsicherheiten erinnert.

Ein heiße Schokolade mit Sahne, die man genießt und sich auf einer weitere freut.

Danke Rainbow Rowell

Bewertung vom 08.10.2017
Wie der Wind und das Meer
Beck, Lilli

Wie der Wind und das Meer


ausgezeichnet

Meine Meinung
Diese Geschichte fängt mit einem Bombenangriff 1945 in München an. Der 11jährige Paul verliert seine Familie und sucht in den Trümmern nach einer Bleibe. Da läuft ihm eine kleines jüdisches Mädchen über den Weg, welches ihn sehr stark an seine Schwester Rosalie erinnert. Er beschützt die kleine Sarah. Sarah nimmt die Identität Rosalies an, damit sie nicht getrennt werden. Das sollte den beiden jedoch noch zum Verhängnis werden. Paul schwärmt Sarah von seiner Heimat an der Ostsee vor. Eines Tages wird ihr er mit ihr in der Ostsee schwimmen! Sie werden beide den Wind spüren ....
Ist es nicht schon schlimm genug, dass beide Kinder obdachlos und ohne Familie zwischen den Trümmern nach einer Bleibe suchten? War wirklich eine Lügennetz nötig, um nicht getrennt zu werden?
Wir bekommen einen guten Einblick, was mit familienlosen Kindern in der Nachkriegszeit passiert ist. Lernen Waisenhäuser kennen, in denen es nicht immer menschlich zuging. Hunger. Obdachlosigkeit und die Hoffnung, vermisste Angehörige wieder zu finden, zeigen wieder die großen Auswirkungen dieses sinnlosen Krieges.
Paul und Rosalie hatten jedoch Glück. Viele wunderbare Menschen kreuzten ihren Weg. Sie wurden von einem liebevollen Ehepaar adoptiert, welches einen großen Gemüsehandel erfolgreich führte. Beide Kinder stiegen in das Unternehmen ein.
Eigentlich hätten Paul und Sarah ein glückliches Leben führen können. Doch dann verliebten sie sich ineinander. Trauten sich nicht, ihren Adoptiveltern die Wahrheit zu sagen. Sarah hatte eine wundervolle Stimme. Sie kehrte der Familie den Rücken und landete in Berlin als Synchronsprecherin.
Mich hat diese Geschichte aufgewühlt. Ich konnte einfach nicht verstehen, dass die Wahrheit nicht mehr möglich war. Es war Krieg! Wenn zwei Kinder sich gegenseitig stützen und zusammen bleiben wollen, soll das wirklich ein Verbrechen sein? Ich fand die Adoptiveltern wirklich klasse. Man merkte jedoch, dass sie sehr viel Wert auf einen guten Ruf legten.
In Kriegszeiten waren die Menschen krank, weil es ihnen an den nötigen Lebensmitteln fehlte. Jedoch auch das Wirtschaftswunder machte die Menschen nicht unbedingt gesünder. Herz-Kreislaufkrankheiten und sämtliche andere Wohlstandskrankheiten, hielten Einzug, die auch heute noch die Geißel der Menschheit sind. Der Schreibstil ist flüssig. Es wird abwechselnd aus der Sicht von Paul und Sarah in der dritten Person erzählt. Die Protagonisten sind liebevoll ausgearbeitet. Man lernt ihre Stärken und Schwächen kennen. Besonders Paul und Sarah gehen einem an´s Herz.

Mein Fazit

Lilli Beck hat hier eine wunderbare Geschichte geschaffen, die den Leser auf eine Reise durch München und Berlin mitnimmt. Sie fängt 1945 an und endet 1990.
Dem Leser wird wieder einmal bewusst, dass nicht Wohlstand alleine dafür verantwortlich ist, glücklich zu werden.
Ich habe mit Paul und Sarah mitgelitten. Verstand oftmals ihr Handeln nicht richtig. Warum haben sie nicht öfter miteinander Klartext geredet? Warum haben sie Missverständnisse nicht aufgeklärt? Dieser berühmte Ausspruch hat hier seine Berechtigung: Bevor du über mich und mein Leben urteilst, ziehe meine Schuhe an. Laufe meine Wege und spüre meinen Schmerz.
Mich hat diese wundervolle, bittersüße Lovestory nicht kalt gelassen. Ich hatte mehr wie einmal ziemlich nah am Wasser gebaut.
Nach "Glück und Glas" konnte mich auch dieses Buch wieder von Anfang an mitnehmen.

Mein Lieblingszitat

Nichts macht einen Menschen so einsam, wie das Glück anderer zu sehen, während man selbst am Abgrund steht ....... (Seite 261)
Danke Lilli Beck.

Bewertung vom 01.10.2017
Das Schicksal der Sterne
Höra, Daniel

Das Schicksal der Sterne


ausgezeichnet

Meine Meinung

Bücher über die momentane Situation der Flüchtlinge in Deutschland gibt es sehr viele. "Das Schicksal der Sterne" handelt aber von Flüchtlingen in zwei verschiedenen Zeitebenen. Adib, der mit seiner Mutter und seinen Geschwistern aus Afghanistan flüchtet.
Karl, ein alter Mann, der einst mit seiner Familie aus Schlesien vertrieben wurde.
Nachdem Adib ein Buch findet, welches Karl verloren hat, macht sich der Junge auf den Weg und bringt es Karl zurück. Karl trifft er jedoch nicht an. Die etwas ruppige Nachbarin fragt immerhin nach seinem Namen und Wohnort.
Karl hatte einen Schlaganfall und sucht den jungen Afghanen nach seinem Krankenhausaufenthalt auf, um sich zu bedanken.
Nach anfänglichen Misstrauen, entwickelt sich zwischen dem alten Mann und Adib eine große Freundschaft. Es verbindet sie die Leidenschaft zu den Sternen und das gemeinsame erlebte Schicksal!

Mir hat diese ´Geschichte wahnsinnig gut gefallen. Obwohl sehr nüchtern erzählt, setzt sie beim Lesen viele Emotionen frei. Man lernt die Gedanken der Flüchtlinge kennen. Merkt, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Lernt verstehen, warum manche Flüchtlinge gewalttätig werden. Denn, oftmals sind es nicht die Flüchtlinge, die einen Streit vom Zaun brechen.
Wir hegen ja, nicht immer unbegründet, viele Ängste vor Flüchtlingen. Fühlen uns bedroht im eigenen Land. In dieser Geschichte wird einem jedoch klar, dass Flüchtlinge oftmals immer bedroht werden. Egal in welchem Land. In ihrer Heimat müssen sie um ihr Leben bangen. In anderen Ländern sind sie nicht willkommen.

Besonders gut gefiel mir, wie einem vor Augen geführt wird, dass der deutsche Karl das gleiche Schicksal zu ertragen hatte, wie Adib jetzt. Nach seinem Besuch im Flüchtlingslager wird Karl klar, dass er dem Jungen helfen muss.
Karl versteht, was der Junge zu ertragen hat. Die Verluste von Familienmitgliedern, Flüchtlingslager und Vorurteile der Menschen, sind ihm nicht fremd.
Hunger, Angst, Verzweiflung und totale Erschöpfung ... ja, daran kann sich Karl noch erinnern, als wenn es gestern gewesen wäre.

Die Geschichte spielt mal in der Gegenwart-, mal in der Vergangenheit. Abwechselnd aus der Sicht von Adib und Karl. Karl fand ich besonders klasse. Der alte Mann haderte nicht mit vergangenen Schicksalsschlägen. Nein, er gründete in seinem hohen Alter so etwas wie eine neue Familie. Schenkte Adib zu Weihnachten ein Teleskop. Lud auch auch Adibs Mutter und Geschwister zum Weihnachtsfest ein. Er kam mit schwierigen Menschen zurecht, weil er hinter deren Fassade blickte.

Mein Fazit

Ein alter Schlesier und ein junger Afghane zeigen dem Leser, was wahre Freundschaft ist. Der 83jährige Karl wurde vertrieben. Der junge Adib musste flüchten.
Gewalttätigkeit, Hunger und grenzenlose Angst waren lange Zeit ihr ständiger Wegbegleiter. Lange Zeit waren beide keine Menschen mehr. Sie galten als billige Ware, die in ein anderes Land verfrachtet werden musste.
Zwei verschieden Generationen mit identischen Erlebnissen.

Diese Buch sollte Pflichtlektüre in Schulklassen sein.
Ich bin ehrlich gesagt unsagbar froh, dass ich in Deutschland geboren bin und seither dort lebe. Es passt nicht in mein Hirn, was andere Menschen in unserer Zeit ertragen müssen.
Weil wir gerade dabei sind: Es passt ebenso wenig in mein Hirn, was Menschen vor einigen Jahren in Deutschland ertragen mussten.
Mehr noch als unser Flüchtlingsproblem bereitet mir unsere momentane Politik Kopfschmerzen. Es ist nicht immer die Sprache, die mich manche andere Menschen nicht verstehen lässt. Nein, meistens ist es deren Einstellung zu den Dingen.

Danke Daniel Höra.

Bewertung vom 01.10.2017
Ein Kuss aus Sternenstaub
Khoury, Jessica

Ein Kuss aus Sternenstaub


ausgezeichnet

Ich habe mich auf Anhieb in dieses wunderschöne Cover verliebt. Der Klappentext dazu hat mir keine andere Wahl gelassen. Ich musste das Buch lesen. Schon als Kind hat mich die Filmserie "Bezaubernde Jeannie" total begeistert. Ein hübscher Flaschengeist, der per Rauchwolke seine Flasche verlässt und mich mit seinen Aktionen zum Lachen brachte. Auch die Dschinny Zarah und der Meisterdieb Aladin konnten mich für sich einnehmen. Die charmante Adaption dieses Märchens hat mich verzaubert zurückgelassen.

Zarah konnte ich sehr gut leiden. Zarah dürfte als Dschinny eigentlich gar keine Gefühle für Menschen haben. Doch der gutmütige Flaschengeist ist sehr wohl in der Lage, Menschen Liebe und Freundschaft entgegenzubringen. Vor 500 Jahren wurde ihr das zum Verhängnis. Sie hatte ihre beste Freundin verraten .....

Aladin ist von seinem Flaschengeist Zarah verzaubert. Er hat drei Wünsche frei, mit denen er sorgfältig umgehen muss. Die Flasche hütet er wie seinen Augapfel. Aladin ist ein Rebell. Auch seine Eltern waren Aufständische, die vom König hingerichtet wurden. Aladin sinnt auf Rache. Die bezaubernde Dschinny hilft ihm dabei. Auch sie hat einen großen Wunsch. Sie möchte ihre Freiheit gewinnen. Das ist gar nicht so einfach. Ihr ist es verboten Gefühle für Menschen zu hegen. Aber dieser Aladin ist wirklich ein schmuckes Kerlchen, welcher sogar mehrmals sein Leben für sie in Gefahr bringt. Das hat nicht jeder Meister für sie gemacht. Mit Ausnahme ihrer besten Freundin, vor vielen vielen Jahren ...

Mir haben die Abenteuer der Beiden ausnehmend gut gefallen. Die Dialoge zwischen Zarah und Aladin fand ich einfach nur köstlich. Aladin amüsiert sich gerne über das "Rauchwölkchen!" Ich finde es nur nett, wenn du wütend auf mich bist. Dann quillt dir Rauch aus den Ohren. (Seite 95 auf dem Reader)
Zarah ist hin- und her gerissen. Einerseits will sie ihre Freiheit-, anderseits kann und will sie ihre Gefühle für Aladin nicht verleugnen. Sie dringen beide unter falschen Namen in das Königshaus ein. Dort hat mir besonders die Umgebung gefallen. So stelle ich mir den Orient vor. Wunderschöne Blumen und Tiere, die aus dem königlichen Garten ein Paradies machen. Köstliche Speisen, die den Gaumen erfreuen.
Jedoch ist nicht alles so schön, wie es den Anschein hat. Zarah und Aladins Lügennetz bekommt gewaltige Risse.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Es wird abwechselnd aus der Sicht von Zarah und Aladin erzählt. Die Spannung kommt wahrlich nicht zu kurz. Die Nebencharaktere kommen authentisch rüber. Die Sprache ist verspielt und vermittelt einem den Zauber von Tausendundeine Nacht.

Rauchwölkchen und Dieb, haben sich furchtbar lieb.
Erleben Abenteuer pur, das entspricht ihrer Natur.
Eine Dschinny die Menschen liebt, obwohl es so was normal nicht gibt.
Kämpfen gegen die Bösen und wollen sich nicht mehr voneinander lösen.
Eine Dschinny und ein Dieb, beide außergewöhnlich lieb.
Mal Vogel,-mal Katze oder Wolke aus der Flasche. Die hat der Dieb stets in der Tasche. Reibt er daran, kommt seine Dschinny zu ihm zurück. Oh welch Glück!
Ein Königsreich mit vielen Tücken, füllt sämtliche Lücken.
Zarah und Aladin erkunden Geheimnisse pur, denn beide sind selten stur.
Lassen nicht ab von ihren Plänen. Das muss man schon auch mal erwähnen.
Haben mir manch schöne Lesestunden beschert und mich einiges über den Orient gelehrt.
Heißer Wüstensand und Bösewichte, gibt es zuhauf in der Geschichte.
Herz und Verstand, gehen Hand in Hand.
Lassen den Leser wünschen und hoffen.
Das Ende lasse ich jetzt offen.

Und die Moral von der Geschicht: Verpasst dieses orientalische Märchen nicht.

Bewertung vom 29.09.2017
Du + Ich = Liebe (eBook, ePUB)
Wanner, Heike

Du + Ich = Liebe (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

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Die 17jährige Nika hat es nicht leicht. Seit dem Tod ihres Vaters vor zwei Jahren ist ihre Mutter nur noch ein Schatten ihrer selbst. Verbarrikadiert sich im Keller und arbeitet einfach zuviel. Um ihre Kinder kümmert sich überwiegend die Oma. Auch Nika übernimmt einen großen Anteil.

Ben ist seit zwei Jahren querschnittsgelähmt. Ein alkoholisierter Autofahrer ist für den Tod eines 80jährigen Mannes und seiner Querschnittslähmung verantwortlich. Seine Eltern sind mit ihm nach Frankfurt gezogen. Darüber ist Ben froh. Dort kennt den intelligenten Jungen keiner vor seinem Unfall.

Nika verbrachte eine Zeit lang in Chicago. An ihrem 1. Schultag in Frankfurt begegnet sie ihrem Exfreund Leon. Sie hatten vor ihrer Abreise nach Chicago die Beziehung beendet. Nika will keinen Neuanfang mit Leon. Leon will das anscheinend nicht akzeptieren. In ihrer Not setzt sie sich in der Mensa zu dem wortkargen Ben. Labert ihn voll. Versucht so Leon klar zu machen, dass nichts mehr läuft. Bemerkt nicht, dass Ben im Rollstuhl sitzt. Lässt kein Fettnäpfchen aus.

Was soll ich sagen? Es ist der Beginn einer großen Liebe. Die hartnäckige Nika erobert Bens Herz. Bringt Sonne in sein Leben.
Beide haben Mütter, bei denen es mir schwer fällt, sie als solche zu bezeichnen. Nikas Mutter konnte ich überhaupt nicht verstehen. Sie verbirgt Wahrheiten, die längst ausgesprochen werden müssten. Lässt das Familienleben schleifen und flippt aus, als Nika ihr Ben vorstellt. Mit ihrem Egoismus kam ich nicht klar. War sie denn die Einzige, die mit einem Verlust fertig werden musste? Mir war schnell klar, dass sie nicht ganz unschuldig an dem Unfall war.

Bens Mutter hat Schwierigkeiten das Wort "QUERSCHNITTSGELÄHMT" in den Mund zu nehmen. Lässt ihren Sohn keine eigenen Entscheidungen mehr treffen. Begleitet ihn zu jedem Arztbesuch. Ich konnte sie ein Stück weit verstehen. Die Angst um ihren Sohn hat sie für seine Bedürfnisse blind werden lassen. Nur den körperlichen Defiziten galt ihr Augenmerk. Jedoch sollte sie sich mit der Zeit auch weiter entwickeln. Ben ein Leben ermöglichen, in dem er normal leben kann. Seine Freundin ist ihr ein Dorn im Auge. Bens Vater ist ein Workaholic, den man stets mit dem Handy am Ohr antrifft. Das fand ich sehr schade. Eigentlich ist Bens Vater ganz in Ordnung.

Nika und Ben schöpfen Kraft aus ihrer großen Liebe. Ben erklärt Nika genau, was die Lähmung alles mit seinem Körper anstellt. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich manchmal schon Ekel empfand. Ich denke jedoch, wenn man einen Menschen liebt, geht man mit diesen Dingen anders um. Man akzeptiert sie. Lässt sich davon nicht abschrecken. Entdeckt Möglichkeiten damit umzugehen. Stärkt seinem Partner den Rücken. Liebt ihn ganz einfach.

Nika und Ben sind unsagbar glücklich. Als Nika eine Entdeckung macht, beendet sie umgehend die Beziehung zu Ben.
Ganz ehrlich, das hat mich fertig gemacht. Es war so schön Ben und Nikas Glück miterleben zu dürfen. Ich dachte mir: Nika, mach doch doch nicht den gleichen Fehler wie deine Mutter. Rede mit Ben. Erzähl ihm von deinem Problem. Du bist nicht für deine drei Brüder verantwortlich. Schon gar nicht für deine Mutter. Auch deine Oma sollte mal mächtig auf den Tisch hauen. Mir ist klar, dass diese Situation für alle sehr schwierig ist. Trotzdem kann man nicht alles entschuldigen. Fehler sind zum Machen da. Dafür einstehen auch.

Mein Fazit

Ich habe diese Geschichte in einer Nacht durchgelesen. Ich wollte wissen was nun passiert. Ich wollte Nika und Ben weiter glücklich erleben.
Zwei Jugendliche schlagen dem Leben ein Schnippchen und wagen es glücklich zu sein. Erwachsene Menschen legen ihnen Steine in den Weg, anstatt sie dabei zu unterstützen.

Bewertung vom 29.09.2017
Hund aufs Herz (eBook, ePUB)
Müntefering, Mirjam

Hund aufs Herz (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Das ist die erste Rezension, die ich mit einer Frage beginne: Gibt es eine Tagesstätte für Hunde wirklich? Ja, es gibt sie. Vor diesem Buch wusste ich das nicht. Bei einer gut geführten Tagesstätte finde ich die Idee super. Solange der Betreiber nicht ausschliesslich Euroscheine in den Augen hat.

Lara Munter steht nach vielen Ehejahren vor dem Aus ihrer Ehe. Leider arbeitet sie im gleichen Unternehmen wie ihr Mann Marcel. Die Reinigungsfirma "PUTZmunter" kommt für sie nun nicht mehr in Frage. Sie flüchtet zu ihrer besten Freundin Wiebke auf die Insel Usedom.

Wenn man gemütlich in seiner Leseecke von einer Frau liest, deren ganzes Leben zusammenbricht, kann man das Ganze bei einer guten Tasse Tee genießen. Man findet viele Situationen komisch, die einem im wahren Leben das Genick brechen würden. Sofern es einem selber passiert. Lara merkt bald, dass sie auf ihre alten Freunde nicht mehr zählen kann. Keiner kann sie auch nur für eine Nacht aufnehmen. Jeder bedauert-keiner hilft!
Die liebenswürdige Lara hält sich jedoch nicht lange damit auf, ihre Wunden zu lecken. Trotz großer Zukunftsängste packt sie eine einmalige Gelegenheit beim Schopf. Sie übernimmt die Vertretung einer Hundestagesstätte in Usedom. Nach ein paar Bierchen in einer Strandbar besiegelt sie ihr Schicksal per Handschlag, mit ihrer Zufallsbekanntschaft Britt. Die möchte nämlich zehn Wochen lang an einem Segelturn teilnehmen.
Lara kann den Job gut gebrauchen. Es wäre immerhin ein Anfang. Leider kennt sie sich mit Hunden überhaupt nicht aus. Eine Absage kann sie nicht mehr aussprechen .....

Die Hundestagesstätte hat mir ausnehmend gut gefallen. Sie hat mir das Gefühl vermittelt, dass die Hunde wirklich geliebt und verstanden werden. Die Bedürfnisse der Vierbeiner haben oberste Priorität. Lara hat sich, nach anfänglichen Schwierigkeiten, sehr gut eingearbeitet. Besonders ihr Anfängerfehler zieht zuckersüße Konsequenzen nach sich. Ich habe das Gefühl, jeden Hund zu kennen. Ich weiß nun, wie die einzelnen Besitzer so ticken.
Britts Bruder Niklas soll ihr am Anfang unter die Arme greifen.
Lara weiß nicht, was sie von dem sonderbaren, gut aussehenden Niklas halten soll. Nimmt er sie für voll? Nach ein paar seltsamen Begegnungen, in denen Lara kein Fettnäpfchen auslässt, ist sich Lara da nicht mehr so sicher.

Lara kennt sich noch nicht aus, mit der Mentalität der Insulaner. Man darf nicht zuviel fragen. Das versteht Lara nun überhaupt nicht. Menschliches Interesse mit Taktlosigkeit gleichstellen? Nö, geht gar nicht. Die charmante Frau bleibt sich selbst treu. Ihrer Authentizität verdankt sie, dass ihr nach kurzer Zeit die Herzen von Hund und Mensch zufliegen.
Ich habe mich gewundert, dass Lara sich so in die Probleme anderer hineingekniet hat. Sie selber hat doch jede Menge davon. Das hat mir wieder mal gezeigt, man erntet das, was man sät.

Mein Fazit

Das Setting konnte für mich nicht schöner sein. Usedom liegt in der Pommerschen Bucht, südlich der Ostsee. Da ich ein großer Fan der Ostsee bin, möchte ich diese Insel nun auch kennen lernen. Ich habe dieses Buch auf der Insel Rügen genossen. Ich konnte den Sand zwischen den Zehen spüren und das Meer rauschen hören. Ich sah die Sonnenuntergänge, die ich in einer gemütlichen Strandbar genoss. Bei jedem Hund der vorbei lief, dachte ich mir: Na, Wow Wow! Schon mal was von der Hundestagesstätte auf Usedom gehört? An diesem Ort wurde, für Hunde mit berufstätigen Frauchen/Herrchen eine gute Lösung gefunden für Euch. An diesem Ort wird auch des öfteren der Peil Amor geschossen. Es gibt Zwei- und Vierbeiner, die dadurch das große Glück gefunden haben.
An alle Zweibeiner da draußen: Packt die Koffer. Ab nach Usedom! Was? Geht nicht? Dann lest ganz einfach das Buch.

Bewertung vom 29.09.2017
Spätsommersprossen - St. Elwine 5
Orlowski, Britta

Spätsommersprossen - St. Elwine 5


ausgezeichnet

Meine Meinung

Das ist nun der 5. Band, welchen ich aus der St. Elwine-Reihe gelesen habe. Gefallen haben mir bisher alle sehr gut. Mit Spätsommersprossen hat die Autorin jedoch einen Roman hingelegt, der einen bis ins Knochenmark berührt. Alleine schon die Tatsache, dass in dieser Geschichte ein vierjähriges Kind spurlos verschwindet, stimmt einen traurig und lässt den Leser auf ein gutes Ende hoffen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Baylee und Joel DeLuca in der dritten Person erzählt.
Baylee und Joel hatten in den 70igern große Erfolge in der Gruppe Ted Brunner Singers zu verbuchen. Bei diesem Namen brachte ich eine bestimmte Gruppe nicht mehr aus dem Kopf. Ich vermute ja sehr stark, dass die Autorin diese mit Absicht in die Köpfe der Leser gepflanzt hat. Das Verschwinden eines kleinen Mädchens war das AUS für die Gruppe.

Eine besondere Sympathie habe ich für Baylee. Die kesse Blondine ist auch nicht mehr die Jüngste; jedoch kleidet sie sich wie ein junger Hüpfer. Sie trägt ihr Herz auf der Zunge und bringt Reverend Joel damit auf die Palme.
Ach, ich habe ja noch gar nicht erwähnt, dass aus dem sexy Sänger Joel eine Geistlicher wurde. Tja, jeder hat so seine Methoden mit schlimmen Altlasten umzugehen. Joel steht nun stets in Zwiesprache mit Gott. Besonders als nach vielen Jahren seine alte Liebe Baylee in St. Elwine auftaucht. Sie soll ihn überreden bei dem Revival-Konzert der Gruppe mitzumachen. Aber Hallo!!! Ist doch ganz normal, dass Pfarrer in einer Gruppe mit einem Hauch Hippie-Romantik mitsingen!
Der brave Reverend muss sich nun mit seiner Vergangenheit als Hippie auseinandersetzten. Eine Zeit, die so gar nicht mehr zu seiner jetzigen Berufung passen will. Die ihm oftmals die Schamesröte ins Gesicht treibt. Besonders in Gegenwart der forschen Baylee. Oh mein Gott! Diese Baylee ist aber auch ein sexy Frauchen, welches so rein gar nichts von ihrer Anziehungskraft eingebüßt hat. Ihr konnten die Jahre nichts anhaben. Joel muss jedoch schon bald erkennen, dass sich hinter der oberflächlichen Fassade Baylees eine intelligente und herzensgute Frau steckt.

Auch diese Geschichte besticht wieder durch häufige Situationskomik. Orlowski wäre nicht Orlowski, wenn nicht mindestens ein Krankenhausaufenthalt für einen Mann nötig wäre.
Ein Krimi, Drama und viel Humor sorgen für Abwechslung. Man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Ich hatte für Baylee und Joel sehr viel Mitgefühl. Besonders für Baylee. Man gab ihr für etwas Schuld, die sie in meinen Augen nicht hatte. Ich erinnere mich an ein klares Nein!
Viele Missverständnisse und das Verschwinden eines kleinen Mädchens, lassen Beiden viele Jahre nicht richtig zur Ruhe kommen.
Eine große Überraschung lässt Joel in die Knie gehen. (Krankenhausaufenthalt! Oh oh Orlowski!)

Mein Fazit

Mich hat diese Geschichte sehr berührt. Ich musste lachen und war oftmals sehr traurig gestimmt.
St. Elwine hat mir von der ersten Silbe an das Gefühl gegeben, wieder an einem wundervollen Urlaubsort zu sein, den man nicht gerne wieder verlässt. Viel alte Bekannte habe ich wieder getroffen.
Die Dialoge zwischen Reverend Joel und Baylee sind einfach nur köstlich. Nicht nur die ..... !!!


Die nächste Reise nach St. Elwine ist schon gebucht. Ich warte lediglich noch auf eine Bestätigung! Vielleicht besuche ich ja wieder das wunderschöne Pfarrhaus und den Garten mit Sonnenblumen.

Meine Lieblingszitate:

Du wohnst mit diesem Hausdrachen zusammen? Die perfekte Mischung aus einem englischen Butler und Fräulein Rottenmeier ..... (Pos. 924 Kapitel 2 auf dem Reader)

Ich sollte dir den Hintern versohlen. Au ja. (Pos 4895-Kapitel 8 auf dem Reader)

Hoffentlich hielt der Hund seinen baumelnden Penis nicht für ein Leckerli.(Pos.3597-Kapitel 5 auf dem Reader)

Ich habe nicht gewusst, wie glücklich wir waren, bis wir es nicht mehr waren. (Pos. 6093-Kapitel 10 auf dem Reader.)

Bewertung vom 14.09.2017
Als die Träume in den Himmel stiegen
McVeigh, Laura

Als die Träume in den Himmel stiegen


ausgezeichnet

Die Geschichte wird aus der Sicht von Samar erzählt. Mal in der Gegenwart- mal in der Vergangenheit. So bekommt man ein klares Bild von Personen, Umgebungen und Geschehen.
Die Reise, welche Samar mit ihrer Familie unternimmt, könnte emotionaler nicht sein. Müssen sie doch ihr ganzes, eigentlich glückliches Leben, hinter sich lassen. Sind gezwungen ihr schönes Haus, und den damit verbundenen Luxus, zu verlassen. In einem Dorf im Hindukusch findet die Familie Zuflucht bei den Großeltern. Anfangs ist Samar total schockiert, ob der primitiven Verhältnisse. Bald schon lernt sie jedoch diese außergewöhnliche Idylle zu lieben. Findet eine gute Freundin. Was mit der Freundin später passiert, hat mir Tränen in die Augen getrieben.
Die Menschen leben dort in Häusern, die in Felsen hineingebaut wurden. Ich habe mir Bilder im Netz angesehen. Wahnsinn! Aber auch irgendwie faszinierend.
In Kabul herrschten Kriege. Im Hindukusch sind sie erst mal sicher. Der Friede währt jedoch nicht lange. Ein Bruder von Samar schließt sich der Taliban an.

In der Gegenwart flüchtet die Familie mit dem Zug nach Russland. Die transsibirische Eisenbahn ist lange Zeit so eine Art Wohnung für sämtliche Menschen.
Die Passagen im Zug fand ich auch spannend, obwohl erst mal gar nicht viel passiert.
Samar liest viel und liebt die Spiele, die sie mit der Familie zusammen macht.
Die Szenen im Hindukusch berühren sehr. Stimmen einen traurig und fassungslos.

Die Flucht vom Hindukusch ist sehr spannend. Traurig hat mich die Tatsache gestimmt, dass es solche Flüchtlinge im realen Leben zu Tausenden gibt.
Die Autorin erzählt dieses Drama, ohne dabei rührselig zu werden. Sie überlässt es dem Leser, welche Emotionen er für dieses Buch investieren möchte. Sie weiß bestimmt im Vorfeld schon, dass diese Geschichte keinen Menschen kalt lässt. Zumindest keinen Menschen mit Gewissen und Herz.
Ich finde es total schade, dass es in Afghanistan so viele Kriege gibt. Wie gerne würde ich solche Länder mal bereisen. Die Mentalität kennen lernen. Besonders die in Fels gehauenen Häuser besuchen. Es gibt dort so viele tolle Menschen. Die Taliban und sämtliche andere kriegerische Organisationen, vermitteln uns oftmals ein falsches Bild dieser Menschen. Wir lernen jedoch auch Menschen kennen, die ihr eigenes Leben in Gefahr bringen, um zu helfen. Fanatismus ist, wie so oft, der Auslöser dieses blutigen Dramas.

Mein Fazit

Die Autorin holt den Leser von Anfang an ab. Begibt sich mit ihm auf eine Reise, die Potenzial hätte ein unvergessliches Abenteuer zu werden. Ist es ja eigentlich auch; aber nicht diese Art von Abenteuer, die wir uns wünschen. Vielmehr lernen wir Brutalität und unheimliches Leid kennen, welches uns fassungslos zurück lässt.
Man beginnt mit diesem Buch und ist gefangen. Gefangen von einem Mädchen, welches uns von ihrem großen Schicksal erzählt. Die Umstände, unter denen ihre Mutter ein weiteres Kind zur Welt gebracht hat, sind in unserem Land unvorstellbar.
Und doch kommt auch in dieser traurigen Welt, immer wieder mal ein kleines Stückchen Glück zum Vorschein.

Ob mir das Buch gefallen hat? Es ist unheimlich gut geschrieben. Die Charaktere fabelhaft ausgearbeitet. Ich habe es sehr gerne gelesen. Aber, der Inhalt darf einem doch gar nicht gefallen! Oder?

Eine absolute Empfehlung von mir. Meine Besprechung beinhaltet nur einen kleinen Bruchteil dessen, was auf 350 Seiten passiert ist.


Danke Laura Imc Veigh

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