Benutzername: stevie
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Bewertungen

Insgesamt 23 Bewertungen
Bewertung vom 29.04.2014
Nicht schwindelfrei
Schubiger, Jürg

Nicht schwindelfrei


gut

„Nicht schwindelfrei“ von Jürg Schubiger ist ein Roman über das Vergessen und alles wieder neu kennen lernen – ohne Vorurteile, sondern mit viel Leichtigkeit. Aber nicht nur, denn nicht immer ist alles so einfach, wenn man vergessen hat – auch nicht für die Angehörigen, die den wissenden Menschen vermissen. So entwickelt sich in dem Roman auch eine besondere Art der Liebe auf beiden Seiten.

Zitat S. 36: „Pauls Kopf war nicht wählerisch in seinen Gedanken. Paul fragte sich, ob er das, was er dachte, tatsächlich auch denken wollte.
Er ging vor sich hin. Er hätte singen mögen, unterliess es aber. Wenn er so weitermachte, lernte er auch noch fliegen. Marion würde es nicht gerne sehen, wenn er das Haus durchs Fenster verliesse statt durch die Tür. Du übertreibst, Paul, würde sie sagen. Was sie sich wünschte, war eine ganz gewöhnliche Genesung. Alles andere schoss viel zu weit darüber hinau. Exxtravagangen konnten sie sich im Moment weiss Gott nicht leisten.“

Dieses kurze Zitat, zeigt um was es inhaltlich in dem Buch geht, die Schwierigkeiten mit jemanden zusammen zu leben, der alles vergessen hat und auch die Gedanken dieses Mannes, die er sich über sein Vergessen macht.
Der Autor hat eine wunderschöne, poetische Schreibweise, mit der er die Seiten des Buches füllt, in denen der Leser versinken kann und verstehen lernt.
Leider fand ich es sehr störend, dass man sich nicht an die Rechtschreibung gehalten hat, in Hinblick darauf, wann man ein „ß“ benutzt – sondern, dass immer „ss“ geschrieben wurde – das hat jedes Mal meinen Lesefluss gestört und ich habe teilweise sehr genervt Seiten gelesen, auf denen dieser Fehler oft vorkam.
Ansonsten ist dieses Buch etwas ganz Besonderes für mich gewesen, sehr schwer in Worte zu fassen, wie sehr mich das Thema „Vergessen“ berührt hat. Was genau mit dem Journalisten Paul passiert ist, weiß man nicht, jedoch wird er nie mehr in seinem Beruf arbeiten können, dennoch gibt es sich nicht auf sondern sucht einen neuen Job, in seinem neuen (?) Hobby Kunst. Pauls Frau Marion sucht sich einen Liebhaber, aber auch das scheint dem Protagonisten nicht zu nahe zu gehen, er ist auch in der Lage sich mit einer anderen Frau zu treffen…

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.03.2014
Zwischen zwei Wassern
Neeser, Andreas

Zwischen zwei Wassern


gut

„Zwischen zwei Wassern“ von Andreas Neeser ist kein einfaches Buch, aber Abschied von einer geliebten Person zu nehmen ist auch nicht einfach.
Viele Leser mussten sich bestimmt schon mit dem Tod auseinander setzten. „Wenn Die dieses Unglück mystifizieren, werden Sie nicht weiterleben können; akzeptieren Sie es, dann hatte Ihre Rettung einen Sinn.“ Wie geht man mit dem schmerzhaften Verlust einer geliebten Person um? Eines ist klar: jeder anders!
Auch der Protagonist aus „Zwischen zwei Wassern“ muss den Tod seiner geliebten Partnerin verkraften auf seine eigene spezielle Art. Dies wird in dem Buch erzählt: er fährt zu einen wunderschönen Ort, Feunteun Aod in der Bretagne, an dem er wunderschöne Tage mit seinem Freund Max, einem Aussteiger und Künstler und später seiner Freundin verbracht hat. Aber dieser Ort ist auch der Ort seines Schicksals, denn eine Brandungswelle riss die Liebenden mit sich, durch Glück überlebte er, seine Freundin ertrank im Meer. Mit diesem Wissen und der Trauer um Véro muss er nun versuchen weiter zu leben und sein Leben wieder in normale Bahnen zu lenken.
Die Geschichte spielt im jetzt, aber es werden immer wieder in der Erzählung Sequenzen über die Vergangenheit eingefügt, die das Buch erst zum Ende hin wirklich rund erscheinen lassen. Wenn man am Anfang des Buches sich als Leser noch verloren fühlt und sich nicht so richtig sicher ist, an welchem Punkt der Geschichte man ist, kommt man je weiter man liest immer besser in die Handlung und versteht wann welche Sequenzen spielen.
Der Protagonist wird um Abschied zu nehmen sein eigenen Prediger auf seiner eigenen Kanzel, kommt Tag für Tag an diesen Ort des Geschehens und zerreist Fotos von Véro… dabei erfährt der Leser über seine Erinnerungen und wie schwer es ist den Tod zu akzeptieren und zu verarbeiten.
Das besondere an diesem Buch sind einzelne Sätze, die so viel Wahrheit enthalten und so wunderschön sind wie z.B. „Deine einzige Zukunft ist die Realität.“
Die Atmosphäre ist einerseits sehr melancholisch, aber was anderes erwartet man nicht von einem trauernden Erzähler, dennoch besticht es durch die Schönheit und Einsamkeit des Ortes. Ich hatte teilweise meine Schwierigkeiten mit dem durchgehenden melancholischen Ton, weil es mir manchmal etwas zu langweilig und eintönig wurde – dennoch konnte ich wiederum einzelnen wunderschön formulierten Sätzen sehr viel abgewinnen, daher denke ich, dass es ein Buch ist, dass man auf jeden Fall empfehlen kann – vielleicht muss man sich einfach seine Zeit nehmen beim Lesen und es nicht einfach „herunter schlingen“.

Bewertung vom 29.01.2014
Monument 14 Bd.1
Laybourne, Emmy

Monument 14 Bd.1


ausgezeichnet

Eine tolle, spannende Dystopie

„Monument 14“ ist der erste Teil einer unheimlich, spannenden Dystopiereihe der Amerikanerin Laybourne.
Von der ersten Seite an hat mich die Idee des Buches begeistert und es mich regelrecht gefesselt, bis die Spannung zum Ende hin kaum noch auszuhalten war.
Zum Glück wird der nächste Teil schon im Mai 2014 erscheinen, denn ich muss einfach wissen wie es mit den Jugendlichen und Kindern weitergeht, die sich vor einer großen Naturkatastrophe am Leben erhalten versuchen.
Ein großer Vulkanausbruch auf den Kanaren löst den größten Tsunami seit Menschengedenken aus – jedoch ist das noch nicht alles, denn durch den Tsunami werden weitere Naturkatastrophen ausgelöst - Jugendlichen konnten sich in einen Supermarkt retten, jedoch durch die Zerstörung einer Giftgasfabrik, deren tödliches Gas die Menschen verändert – teilweise zu mordenden Monstern macht. Ihr rettender Unterschlupf wird zum Gefängnis der 14.
Die Jugendlichen wachsen über sich hinaus. Es ist nicht nur der Überlebenskampf im Greenway Supermarkt, der das Buch so spannend macht, sondern auch die Entwicklung der Charaktere und deren Konstellationen.
Ich kann das Buch nur in den höchsten Tönen loben, und nicht nur für Jugendliche ab 14 Jahren, sondern auch für Erwachsene ist es ein tolles Leseerlebnis.
Ein kleines Manko hatte das Buch jedoch doch, was aber nicht von meiner 5 Sterne Beurteilung abgeht, denn mir hat – vor allem am Anfang hat mir die Sprache ein paar mal nicht gefallen. Es wurde z.B. gesagt, „Die Kinder fraßen Süßigkeiten“ – hier wäre mir ein „aßen“ doch um einiges lieber gewesen. Auch Leute, die ungern Kraftausdrücke in Büchern lesen, sollten vielleicht gewarnt werden, ich jedoch fand diese Ausdrücke nicht zu viel und auch sehr passend zu den Situationen – weil sie einfach menschlich sind.
Und in dem Buch geht es auch um Menschlichkeit und die Schwierigkeit in einer Gruppe mit den verschiedensten Charakteren in einer Stresssituation zusammen zu halten. Die Problematik hat die Autorin wunderbar herausgearbeitet und daher: eine absolute Leseempfehlung von mir!

Bewertung vom 30.12.2013
Die Erben von Atlantis
Emerson, Kevin

Die Erben von Atlantis


sehr gut

„Die Erben von Atlantis“ ist der erste Teil einer neuen Buchreihe, die in der Zukunft spielt, nachdem die Menschheit Schuld daran ist, dass sie Erde so gut wie unbewohnbar ist – der Protagonist Owen lebt mit seinem Vater im Hub, unter der Erde, denn das Ozonloch ist zerstört und würde die Haut eines jeden sofort verbrennen. Sein Vater schickt Owen für die nächsten 30 Tage in eine Art Feriencamp, Camp Eden – hier findet das Leben eingeschlossen unter einer Kuppel statt, zwar scheint es am Anfang um einiges angenehmer, doch schon bald merkt Owen, dass Veränderungen an seinem Körper ihn in Gefahr bringen. Owen wachsen Kiemen, mit denen er unter Wasser atmen kann, er ist aber nicht der Einzige, dem es so ergeht und er scheint zum ersten Mal in seinem Leben Freunde zu finden.

Besondern gut an dem Buch hat mit gefallen, dass es Mitten in der Geschichte ansetzt, und die Gegend und Geschichte, wie es soweit gekommen ist, Stück für Stück innerhalb der Geschichte erzählt wird.
Jedoch zwischendurch hätte ich vielleicht etwas mehr Handlung erwartet, manchmal wurde zu viel beschrieben, bis dann endlich die Spannung vollkommen aufgebaut wurde – dann aber war das Buch so spannend, dass ich es nicht mehr aus den Händen legen wollte – bis es dann zum Ende kam und ich schrecklich enttäuscht war, dass ich nun auf den nächsten Teil warten muss. Aber ich freue mich schon sehr, die Reise der Erben von Atlanta weiter verfolgen zu dürfen.

Das Buch ist in der ersten Person geschrieben, aus Owens Sicht - es kommen keine Perspektivwechsel vor, so dass es auch für jugendliche ungeübte Leser sehr gut zu lesen ist – das vom Verlag empfohlene Lesealter liegt bei 14 Jahren.

Auch wenn eine Dystopie über das Ende der Welt nichts Neues ist, ist die Reihe dennoch besonders, denn ich habe noch nie über Menschen gelesen, die sich körperlich verwandeln und somit neue Fähigkeiten erlangen, die sie aber nicht nur besser macht, sondern auch in Gefahr bringt. Daher finde ich die Idee des Buches genial und ich denke, dass Erwachsene, sowie jugendliche Jungen und Mädchen ihre Freude an dem Buch haben werden.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 17.06.2013
Schöne Ruinen
Walter, Jess

Schöne Ruinen


sehr gut

Ich habe extra mit dem Lesen gewartet um den Roman in meinem Urlaub zu lesen und ich hatte recht mit dieser Entscheidung, denn ein Teil des Romans spielt in einem winzigen italienischen Fischerdorf im Jahr 1962. Wenn man dann selber am Meer liegt, dieses Rauschen hört und das Salz auf den Lippen spürt ist es die perfekte Kulisse.

Pasquale kehrt nach seinem Studium in das verlassene Hotel seiner Eltern zurück um dort durch einen über die Klippen ragenden Tennisplatz Gäste anzulocken. Eines Tages kommt ein Boot und bringt tatsächlich einen Gast, die junge und aufstrebende Schauspielerin Dee Moray, welche hier ein paar Tage auf ihren Freund wartet. Kurz vorher hat sie die Diagnose Magenkrebs bekommen und denkt, dass sie wahrscheinlich zu Tode verurteilt ist.

Im Wechsel mit der damaligen Geschichte, wird der Leser ins heute Hollywood geführt, wo Claire, die Assistentin des großen Micheal Deans gerade eine Lebenskrise überwinden muss und an einem Scheidepunkt steht. Soll sie dem Filmgeschäft – ihrem Traumjob, der sich leider nicht als Traumjob erwiesen hat – den Rücken drehen und dazu noch ihrem nichtsnutzigen, drittklassigen Schauspielerfreund, oder soll sie weiter auf ihre Karriere hoffen, einen eigenen Film zu produzieren.

Shane ist auf dem Weg nach Hollywood um seinen Film über die Donner-Party zu pitchen, nach dem Prinzip „Handle!“ ohne groß weiter drüber nachzudenken. Ausgerechnet am letzten Freitag, an dem er seinen Film vorstellen soll bei Michael Deans Assistentin will sie ihre Entscheidung treffen – aber auch ein weiterer Mann will Michael Dean sehen…

Die Handlung springt zwischen damals und heute hin und her, es werden aber auch noch weitere Charaktere vorgestellt, wie Alvis, der ein Buch über seine Kriegserfahrungen schreiben will, aber irgendwie nie über das erste Kapitel hinaus kommt.
Das Buch fesselt einem mit den tragisch schönen Handlungssträngen, jedoch hatte ich manchmal das Gefühl, dass es vielleicht etwas langatmig war – z.B. bei Alvis ersten Kapitel habe ich mich zu Beginn sehr zwingen müssen weiter zu lesen, oder auch der Pitch der Donner Party, war vielleicht etwas zu viel.
Sehr gut gemacht ist hingegen, wie sich die einzelnen Handlungsstränge aus den verschiedenen Zeiten über das Buch hinweg zusammenfügen, das Ende ist absolut rund und man kann zufrieden das Buch schließen.

Die Charaktere verbindet eines, das Streben nach ihrem Lebenstraum, Rückschläge und Zweifel, die Suche nach der wahren Liebe – vielleicht sogar der Verlust, weil man zu eigensüchtig handelte oder nicht stark genug war. Auf jeden Fall liest man dieses Buch auch sehr selbstreflektierend – was man daraus macht, oder ob man vielleicht schon Liebe und Lebenstraum gefunden hat, muss jeder selbst entscheiden.

„Schöne Ruinen“ ist ein wunderschönes Buch, das perfekte Urlaubsbuch, und ein absolutes Leseerlebnis! Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen an Leute, die gerne Romane über das Leben und seine Hindernisse lesen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.11.2012
Das Haus in der Löwengasse
Schier, Petra

Das Haus in der Löwengasse


sehr gut

Das Haus an der Löwengasse

Der neueste Roman, von Petra Schier, das Haus an der Löwengasse, ist wieder ein Meisterwerk der Autorin, die vor allem für ihre historischen Romane ausgezeichnet ist.
Auch dieses Buch spielt in vergangener Zeit, in Köln ca.1823.
Wie immer besticht Petra Schier damit, dass sie, mit ihren Worten den Leser verzaubert und ihn regelrecht in eine andere Zeit transportiert. Beim Lesen ist es so als ob man richtig in der Geschichte steckt, man fühlt, leidet und freut sich mit der Protagonistin, die kein einfaches Leben hat. Aufgezogen wurde sie von ihrem reichen Onkel und hat eine gute Bildung bekommen, die ihr einziges Kapitel sein wird. Denn bevor sie verheiratet wurde verstirbt ihr Onkel und von nun an ist sie auf sich alleine gestellt, ohne Einkommen. Sie bekommt eine Stelle als Gouvernante, doch wird von ihr hier mehr verlangt, als sie eigentlich geben will und schon bald landet sie auf der Straße. Ihr Weg führt sie nach Köln um als einfache Magd ihren Lebensunterhalt mit sehr harter Arbeit zu verdienen. Doch dann scheint sich wieder das Glück zu ihr zu wenden und sie bekommt eine Anstellung beim Textilfabrikant Reuther, jedoch mit dieser neuen Aufgabe kommen auch neue, vielleicht noch größere Probleme auf die junge Frau zu… Wird sie es schaffen ihr Glück zu finden oder ist sie weiterhin vom Pech verfolgt?
Den Roman würde ich vor allem Frauen empfehlen, die gerne über Liebe und Leid lesen und sich auch gerne mit historischen Zeiten beschäftigen.
Der Sprechstil des Buches ist rund und flüssig, einzig negativ ist mir aufgefallen, dass ich manchmal dachte, jetzt muss doch mal was passierten, jetzt muss es doch mal weitergehen. Aber auch im echten Leben braucht jede Entwicklung seine Zeit…
Daher mein Fazit: Das Haus an der Löwengasse ist wieder mal ein wunderschönes Buch von Petra Schier, der vor allem die Frauenzielgruppe ansprechen wird, aber dennoch kann ich mir vorstellen, dass das Buch auch von Männern geliebt werden kann.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.11.2012
Der himmlische Weihnachtshund
Schier, Petra

Der himmlische Weihnachtshund


sehr gut

Der himmlische Weihnachtshund ist eine tolle Geschichte, die sich gut in der Adventszeit lesen lässt. Ich stelle mir das so vor: Die Familie (es müssen schon etwas ältere Kinder sein) sitzt zusammen und jeden Tag wird eines der 24 Kapitel vorgelesen. Denn das Buch ist etwas für die ganze Familie 
Michael ist erfolgreich in seinem Familienunternehmen, bald soll er auch die Leitung dazu übernehmen. Seinen Eltern wäre am liebsten, wenn er auch bald seine jetzige Freundin heiraten würde, die auch in der Firma für Tierfutter arbeitet – auch wenn es eine Vernunftehe wäre.
Dem Weihnachtsmann fällt erschreckend auf, dass ein Brief des 9-jährigen Michaels hinter den Schrank gerutscht ist und versucht nun den vergessenen Wunsch nachzuholen in dem er Michael einen kleinen Hundewelpen zukommen lässt.
Leider ist das alles nicht so einfach, wie der Plan sich zuerst anhört und ob denn nun alles ein gutes Ende haben wird?
Mir hat die schöne, einfache Sprache in dem Buch sehr gut gefallen, sie unterstützt die süße Geschichte um den Hundewelpen Keks – und auch das ist ein Grund, warum sich das Buch besonders zum vorlesen eignet.
Auch die Gedanken vom Welpen sind niedergeschrieben, ich dachte zuerst, dass es zu viel ist, da ich es nicht mag, wenn Tiere so vermenschlicht werden, aber ich muss gestehen, dass ich es echt süß fand, nur zum Ende hin war es mir dann doch etwas zu viel und die Gedanken zu ausgereift. Aber das war nur ein kleiner Minuspunkt.
Ich denke, dass ich nächstes Jahr das Buch wieder hervorholen werde und diese Geschichte nochmals als Adventsgeschichte lesen werde – eben weil sie so wunderschön ist!

Bewertung vom 20.03.2012
Chucks
Travnicek, Cornelia

Chucks


weniger gut

Nach den ersten paar Seiten und folgendem Zitat „Auf einmal hatte ich einen Punk und war unheimlich stolz darauf, selbst Pipi Langstrumpf hat es zu nur zu einem Affen gebracht“ war ich total begeistert von Chucks – leider musste ich bald feststellen, dass meine Begeisterung doch nicht lange anhalten wird und mir das Buch leider nicht gefällt.
Chronologisch ist das Buch ein Durcheinander, dies könnte man vielleicht mit den Gedanken der Protagonistin vergleichen, welches dann den Erzählstil authentisch macht – leider aber blieben zu lange Fragen offen. Zum Beispiel wurde irgendwann ein neuer Charakter in die Erzählung eingebracht, Jakob, nur wer er ist und welche Bedeutung er in Maes Leben hat wurde erst sehr spät aufgelöst, jedoch blieben auch noch genügend Fragen offen und das hat mich ziemlich genervt.
Es ist nicht so, dass man dem Leser immer alles vorkauen muss, aber wenn man einen so schwierigen Charakter wie die junge Mae und ihr Handeln verstehen oder vielleicht auch akzeptieren will, dann muss die Autorin mehr Informationen geben. Diese Informationen gab es dann auch für mich, da ich an einer Leserunde mit Autorenbegleitung teilgenommen habe, aber das ist ja nicht der Normalfall.
In Maes Leben ist schon ziemlich früh der Tod eingetreten, ihr Bruder starb als sie gerade 10 war, dies führte wohl auch zum Bruch der Familie und dass sie abgehauen ist um mit ihrer Freundin Tamara auf der Straße zu leben. Irgendwann treten dann nacheinander Jakob und der HIV-infizierte Paul in ihr Leben – wobei Paul die Schlüsselfigur ist und Maes Leben noch mal auf den Kopf stellt.
Vielleicht waren die verschiedenen Zeitphasen, in denen das Buch erzählt ist (Tod des Bruders, Probleme mit der Mutter, Jakob, Paul) der jungen Autorin Cornelia Travenicek dann doch zu komplex, dass sie nicht alle offenen Fragen aufklären konnte. Hier geht es jetzt nicht darum wie es weitergeht (was man oft unter offenen Fragen verstehen kann) sondern warum was passiert ist, wieso hat Mae so gehandelt, was war der Auslöser für ihr Handeln?
Vielleicht fehlt auch an manchen Stellen, die Gedanken der anderen Charaktere – aber das kann man schwierig Miteinbeziehen weil eben das Buch von Mae, der Ich-Erzählerin erzählt wird.
Auch hat mir gefehlt, dass Mae ihre Gefühle und Gedanken beschreibt: was denkt man, wenn man sich auf eine Partnerschaft mit einem HIV-Infizierten einlässt, hat man Angst vorm Sex oder vor dem Tod des Partners? Hier wurden mal Überlegungen angekratzt, aber für so ein heikles und emotionales Thema viel zu oberflächlich, leider. Auch schien die Protagonistin mit oft sehr unsympathisch, dadurch hatte ich dann Schwierigkeiten mich in die Mae hineinzufühlen.
Ich denke, das Thema hätte sehr viel potential geht, leider hat mir zu viel gefehlt – da das Buch mit 186 Seiten sehr kurz ist, denke ich mit ein bisschen mehr Text und viel mehr Tiefe wäre das Buch bestimmt besser geworden.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.