Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: mistellor
Wohnort: Zwingenberg
Über mich:


Bewertungen

Insgesamt 32 Bewertungen
Bewertung vom 02.10.2018
Der Kratzer / Christine Lenève Bd.3 (eBook, ePUB)
Ménard, Oliver

Der Kratzer / Christine Lenève Bd.3 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Bevor ich mich dem Buch widme, möchte ich mich für 3 Dinge bei dem Autor bedanken.
Ersten: Für eine intelligente, humorvolle, hintersinnige und klischeevermeidende Schreibweise, die mich sehr beeindruckt hat.
Zweitens: Für eine starke, unsentimentale und sehr beeindruckende Frauengestalt.
Drittens: Für die Anwesenheit des Autors in seiner Leserunde, die ebenfalls sehr beeindruckend war, da es dem Autoren tatsächlich auf eine wunderbare Art gelungen ist, seinen Lesern nahe zu sein. Er hat jede Frage der Leser ernst genommen und seine Gedanken zum betreffenden Thema ernst und ausführlich beantwortet. Dadurch kam man den Figuren oder der Handlung als Leser näher und verstand erheblich mehr. Man bekam so zu sagen das Hintergrundwissen des Autors mit. Er hat zudem für einen herrlich schrägen Umgang miteinander in der Leserunde gesorgt, ist auf jeden schrägen Gedanken eingestiegen und hat ihn noch ausgebaut. Das hat unglaublichen Spaß gemacht. Selten wurde so intelligente Frotzeleien in einer Leserunde ausgetauscht.
Nun aber zum Buch.
Dieser Band war der dritte Teil einer Serie, von der ich vorher noch kein Buch gelesen hatte. Schnell war mir klar, dass es zum Verständnis besser wäre, die anderen Teile zu kennen. Wer sich nur auf den Plot konzentriert, kann das Buch ohne Probleme lesen, zum Verständnis der Protagonisten benötigt man jedoch das Vorwissen, sonst entgeht dem Leser viel. Daher habe ich Band 2 „Das Hospital“ , den ich in meinem SuB hatte, vorher gelesen.
Das hat viel zum Verständnis der Protagonisten beigetragen, vor allem für die Hauptfigur Christine, eine Frauengestalt, die so gar nicht in die üblichen Klischees traumatisierter Frauen passt. Hier ist es tatsächlich einem männlichen Autoren gelungen eine Frau zu dem interessantesten Charakter in seinem Roman zu machen, neben dem die meisten männlichen Protagonisten blass wirken. Christine wurden keine besonderen männlichen Attribute angedichtet, ist keine Wonderwoman, ist keine typische Frauchengestalt, ist nicht abhängig von gesellschaftlichen Traditionen und doch hat sie von all diesen beschriebenen Eigenschaften auch ganz viel in sich. Das macht sie so interessant und sie wird dadurch auch für den Leser selten vorhersagbar, lebt tatsächlich ein ziemlich unabhängiges Leben. Diese Figur hat mir sehr, sehr gut gefallen.
Es darf hier jedoch nicht der Eindruck entstehen, dass die männlichen Protagonisten nicht interessant wären. In diesem Roman sind es gerade die Männer, die in so unterschiedlichen Charakteren dargestellt werden, dass jeder Leser sie in seinem Familien- oder Bekanntenkreis wiederfinden kann. Vom hochsensiblen Freund bis zum karrieresüchtigen Vorgesetzten findet man alles. Männer, die vom Autoren lustvoll seziert werden. Und dies ist immer für den Leser treffend und nachvollziehbar.
Sich mit all diesen Figuren auseinander zu setzen, würde den Rahmen einer Rezension überschreiten, wäre aber ein wunderbares Thema einer Bachelorarbeit.
Nun zur Handlung. Ungewöhnlich, mit vielen Überraschungen, in sich logisch, den Leser zur Verzweiflung bringend, unglaublich gut durchdacht, extrem spannend, niemals anbiedernd und doch immer den Leser im Blick, ausgezeichnet unterhaltend, thematisch sehr gut recherchiert , hintersinniger Humor, manchmal sogar mit einer Prise Sarkasmus, lebensbejahend und intelligent.
Von manchen Sätzen war ich richtig beeindruckt, wie: “Doch die abendlichen Rituale ihrer eigenen Kindheit waren im Gestern besser aufgehoben.“ Oder :„Furchen zogen sich wie ausgetrampelte Pfade durch ihr Gesicht.“
Ich kann dieses Buch nur jedem Leser empfehlen der Interesse an intelligenter spannender Unterhaltung hat und gebe diesem Roman wohlverdiente 5 von 5 Sternen.
Und ich bitte Oliver Ménard diese Serie fortzusetzen und einen 4. Band mit Christine zu schreiben.
Und jetzt besorge ich mir schnell Band 1, den ich noch nicht kenne.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.09.2018
Geschichten aus Nian 01. Lindenreiter
Belt, Paul M.

Geschichten aus Nian 01. Lindenreiter


ausgezeichnet

Dies ist der erste Band einer siebenbändige Reihe. Im Buch findet man 3 Geschichten, die sehr berühren. Der Autor beschreibt ein Phantasieland namens Nian und es leben sehr verschiedene kleine Menschen dort. Jede Siedlung ist sehr eigen, die Menschen beherrschen die an dieser Gegend notwendige Eigenschaften. Drei Jugendliche erkennen, dass die Regeln in den Siedlungen nicht immer stimmen, sondern dass die Bewohner viele ursprüngliche Regeln oder Möglichkeiten vergessen haben. Die Natur vertreten durch Bäume, Pflanzen, Wasser etc. gibt sich zu erkennen und die 3 Jugendlichen entdecken eine faszinierende Welt und sie erkennen, dass sich ihrer Welt eine Katastrophe nähert und ihre neuen Fähigkeiten dringend gebraucht werden.
Dieser Band hat eine wunderbare und sensible Sprache, warmherzig und voller herrlichen phantasievollen neuer Wortschöpfungen. Der Autor hat sogar eine eigene Sprache entwickelt, von der man in diesem Band noch nicht so viel finden konnte. Absolut genial ist die Sprache der Bäume und Pflanzen. Mit vielen s-, f- und rollenden r-Lauten und fast unaussprechbaren Vokalverdoppelungen unterhalten sie sich mit den Jugendlichen. Hier ein Beispiel: Waaruum heeiißeen Trääuumeer miich soo, wiiee siiee miich neenneen. Oder : Riieeseen heeiißeen miich EEbeereeschee …..
Das ganze Buch steckt voller Phantasie und Kreativität. Zugleich erkennt man eine Botschaft nach mehr Frieden, mehr Verbundenheit mit der Natur, mehr Glauben, mehr Anerkennung von nicht Angepassten und Respekt vor dem Überlieferten. Fast in jedem Buchstaben steckt die Sehnsucht des Autors nach einer anderen besseren Welt. Diese Botschaft ist unaufdringlich und spricht vermutlich auch die Sehnsucht vieler Leser an. Obwohl ich eigentlich keine Bücher mag, in der deutliche Botschaften verkündet werden, hat mich das in diesem Buch nicht gestört. Denn es war an keiner Stelle aufdringlich oder belehrend.
Ist dieses Buch ein modernes Märchen? Es hat zu mindestens sehr märchenhafte Züge. Es ist spannend und sehr unterhaltsam. Es hat eine Moral. All dies sind Kriterien von Märchen. Trotzdem kann ich mich noch nicht entscheiden, ob dieses Buch in den Fantasy-Bereich oder in den Märchen-Bereich gehört. Ich werde wohl noch die nachfolgenden Bände lesen müssen. Und darauf freue ich mich schon.
Und weil mir das Buch so gut gefallen hat, und weil das Buch das bzw. meine inneren und sehr lebendigen Kinder sehr erfreut hat und weil das Buch eine so warme phantasievolle Sprache hat gebe ich ihm wohlverdiente 5 Sterne

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.09.2018
Oberons blutige Fälle
Hearne, Kevin

Oberons blutige Fälle


sehr gut

Die Serie um den Druiden Atticus von Kevin Hearne habe ich mit Begeisterung gelesen. Mittlerweile sind schon 8 Bände erschienen. Begleitet wird der Druide von seinem irischen Wolfshund Oberon. Ich habe mir mal im Internet die Wolfshunde angeschaut. Die sind ja riesig. Die sind größer als Doggen. Ich habe eigentlich keine Angst vor Hunden, aber wenn so ein Hund vor mir stehen würde, würde ich erst mal sehr vorsichtig sein.

Gott sei Dank ist Oberon, der irische Wolfshund des Druiden, ein sehr sympathischer Wolfshund, intelligent und sehr verspielt. Er beschreibt in diesem Buch 2 Fälle, die er mit Hilfe seine Freundin, ebenfalls eine irische Wolfshündin, und dem Druiden lösen muss. Natürlich gelingt ihm das. In den beiden Fällen geht es um Mord und darum, dass Tiere gequält werden.
Das Besondere an diesem Buch ist, dass Oberon und Atticus eine mentale Verbindung haben. Und besonders ist auch, dass Atticus als Druide die Möglichkeit hat Erdgeister als Unterstützung anzurufen, oder sich in ein anderes Tier, wie z.B. einen Vogel, zu verwandeln. Mit solchen Fähigkeiten ist es natürlich recht leicht, Mordfälle zu klären.
Der Autor Kevin Hearne hat einen sehr persönlichen Schreibstil, in dem er seinen überbordende Fantasie auslebt. Amüsante Wortschöpfungen findet man auch in diesem Band wie auf Seite 119 "ausgefinkeltsten Sicherheitssysteme".
Zudem kommt, dass es ihm auch in diesem Band gelingt, Spannung und ruhige Moment ausgewogen darzustellen. Sehr viel Freude haben mir die philosophischen Momente bereitet, die diesmal aus der Sicht eines Hundes gezeigt werden. Da gibt es schon sehr große Unterschiede zu der menschlichen Gedankenweise. Aber es war höllisch amüsant.
Allerdings muss ich dem Buch einen Stern weniger geben, da die anderen Bücher von Hearne besser geschrieben waren und mehr unterhalten haben.
Daher erhält dieses Buch von mir 4 von 5 möglichen Sternen.

Bewertung vom 27.03.2018
Crimson Lake
Fox, Candice

Crimson Lake


ausgezeichnet

Ted Conkaffey wird des Mordes an einem jungen Mädchen verdächtigt, aber mangels Beweise wieder aus dem Gefängnis entlassen.
Aber er verliert alles, seinen Ruf, seinen Beruf als Polizist, seine Heimat, seine Ehefrau und seine Tochter.
Er zieht nach Crimson Lake , eine kleine Stadt im Norden Australiens. Dort trifft er Amanda Pharrell, eine Privatdetektivin. Auch sie war im Gefängnis gewesen.
Ich hatte vorher schon viel von Candice Fox gehört, eine australische literarische Senkrechtstarterin. Ihre 3 Romane Fall, Eden und Hades waren hochgelobt.
Leider hat das Buch meine Erwartungen nicht getroffen.
Die ersten 3/4 des Buches befassen sich vor allem mit den Auswirkungen der Gefängnisaufenthalte der beiden Hauptprotagonisten, sicher interessant, nur leider zu langatmig.
Erst das letzte Viertel des Romans beschäftigt mit dem eigentlichen Kriminalfall und der wird, obwohl er eigentlich kompliziert ist, sehr schnell abgehandelt.
Zudem kommt, dass die weibliche Hauptfigur völlig überzeichnet ist.
Was ich wirklich schade finde, da ich starke Frauengestalten in Romanen (und natürlich auch in der Realität) sehr mag.
Nun aber noch etwas positives. Der Schreibstil von Candice Fox bereitet wirklich Vergnügen. Sie schreibt modern, frisch, sehr bildhaft und sehr ansprechend.
Wegen seiner spannenden Handlung und des ausgezeichneten Sprachstils bekommt dieser Roman von mir 4 von 5 Sternen.

Bewertung vom 27.03.2018
Jede Sekunde zählt / Ocean City Bd.1
Acron, R. T.

Jede Sekunde zählt / Ocean City Bd.1


ausgezeichnet

Das Buch "Ocean City - Jede Sekunde zählt" von den beiden Autoren Christian Tielmann und Frank Maria Reifenberg ( die Autoren wählten als Schriftstellernamen R.T. Acron) ist ein Einstieg in eine neue Dystopie Serie für Jugendliche. Aber es ist auch sehr gut geeignet für erwachsene Leser.
Mich hat das Buch total begeistert, so dass ich es an einem Tag in einem Zug durchgelesen habe. Ich konnte einfach nicht aufhören, so spannend war es.
Ich werde hier so wenig wie möglich vom Inhalt erzählen, denn den muss man wirklich selbst lesen.
Geschrieben ist das Buch sehr gut. Man merkt, dass es von Autoren mit viel Erfahrung geschrieben wurde. Es liest sich leicht und sehr flüssig, die Wortwahl ist ausgezeichnet und auch dem jugendlichen Alter der Zielgruppe angepasst, ohne dabei zu jugendlich, und damit albern zu sein.
Der Inhalt ist extrem spannend und hochinteressant. Hier wurde eine Vision unserer möglichen Zukunft sehr treffend und nachdenkenswert umgesetzt. Man denkt über das Buch noch lange nach, auch nachdem es schon beendet ist.
Und ein besseres Kompliment kann ein Buch kaum erhalten.
Die Protagonisten im Roman sind gut durchdacht, zeigen Tiefe und entbehren (bis auf die "böse" Protagonistin) wenige bis gar keine Klischees. Die Hauptpersonen sind dem Leser schnell sympathisch und man kann ihr Handeln emotional gut verfolgen.
Der Roman beginnt mit einem Schock und endet mit einem fiesen Cliffhanger. Ich möchte, dass Band 2 so schnell wie möglich erscheint, denn dieser Cliffhanger hat es in sich.
Das Buch bekommt von mir 5 Sterne, die es wirklich verdient hat.

Bewertung vom 11.09.2017
Kreuzschnitt / Bogart Bull Bd.1
Borge, Øistein

Kreuzschnitt / Bogart Bull Bd.1


ausgezeichnet

"Kreuzschnitt" von Oistein Borge ist ein wirklich sehr überraschender Roman. Man kann ihn eigentlich keinem Genre so richtig zuordnen. Er hat Teile vom Genre Krimi, Genre Thriller, Genre Roman, Genre historischer Roman und Biographie und Kunst. Alle Genre vereinigen sich zu einem hochinteressanten, spannenden und ergreifenden Buch.
Ich mag hier gar nichts über den Inhalt erzählen, das würde viel von den Überraschungen nehmen. Und davon hat das Buch einige zu bieten.
Das Buch spielt in 3 verschiedenen Zeiten. Es dauert ziemlich lange, bis man als Leser die Zusammenhänge der 3 Zeitabschnitte erkennt.
Der Autor bzw. sein Übersetzer hat eine moderne, bildhafte und gut lesbare Sprache gefunden. Die Darstellung der Hauptprotagonisten ist dem Autor immens gut gelungen. Seine Figuren haben Tiefe, ihre Handlungen und Gedanken sind nachvollziehbar. Der Plot selbst ist in einigen Abschnitten vom Leser nur schwer zu ertragen. Ansonsten ist er sehr spannend, aufregend und man möchte als Leser eigentlich nicht, dass das Buch endet.
Ich hätte es wirklich gerne, wenn der Autor noch ein weiteres Buch mit diesen Figuren schreiben würde. Vielleicht sogar in Serie geht ?
Für ein Buch, das mich sehr positiv überrascht hat, mir Freude an seinen sprachlichen Fertigkeiten bereitet hat und eine immens interessante Geschichte erzählt, gibt es natürlich nur
5 Sterne.

Bewertung vom 05.09.2017
Die Geschichte der getrennten Wege / Neapolitanische Saga Bd.3
Ferrante, Elena

Die Geschichte der getrennten Wege / Neapolitanische Saga Bd.3


ausgezeichnet

Den Lebensweg zweier Frauen zu verfolgen, und das in vier Bänden, das ist schon eine gewaltige Aufgabe. Elena Ferrante ist das bis zu diesem Band, es ist der dritte Band der Tetralogie, wunderbar gelungen. In diesem Band liegt der Hauptschwerpunkt auf der unterschiedlichen Entwicklung der beiden Frauen, Lenù und Lila. Und dem Umgang mit den daraus entstehenden Gefühlen. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ist die politische Entwicklung Italiens in den 70er bis 90er Jahren, die Zeit der Umwälzungen, der Studentenunruhen und des Aufblühen des Kommunismus. Sorgsam beschreibt Ferrante die Hoffnungen, den Glauben und die festen Überzeugungen einer ganzen Generation. Den Glauben daran, etwas verändern zu können, die Hoffnung eine bessere, gerechtere Welt erschaffen zu können, den unbedingten Willen, alles dafür zu tun, zu opfern und wenn nötig Leib und Leben zu riskieren. Ich glaube, das war die letzte Generation, die wirklich überzeugt davon war, etwas in dieser Welt verändern zu können und zwar nicht nur in Italien sondern in der ganzen Welt. Wie zynisch, ungläubig und unflexibel sind doch die nachfolgenden Generationen geworden. Zurück zu den zwei beeindruckenden Frauengestalten. Aus einem schüchternen Mädchen wird einerseits durch die Heirat und andererseits durch ihren schriftstellerischen Erfolg eine selbstsichere junge Frau. Aus einer selbstbewussten, lebenslustigen Frau wird eine unzufriedene, unglückliche, schwer arbeitende Frau, die zur Liebe kaum noch fähig ist. Selbst ihr kleiner Sohn kann ihre Liebe nicht im nötigen Umfang bekommen. Beide Frauen haben immer noch unregelmäßig Kontakt miteinander, dabei werden die gesellschaftlichen Unterschiede immer deutlicher. Ein Beispiel findet man auf Seite 236 .Lila sagt zu Lenù: Du siehst aus, als wärst du einem dieser Gemälde entsprungen, du bist die feine Dame, und ich bin das Dienstmädchen. Elena Ferrante schreibt ihre Geschichten aus feministischer Sicht. Lenù, die Ich-Erzählerin, seziert die Situation der Frauen, unabhängig davon, welcher Generation sie angehören. Aber sie handelt nicht. Alle Entscheidungen, die sie trifft, und die die Außenwirkung einer feministischen Entscheidung zeigen, sind in Wirklichkeit persönliche spontane, meist unüberlegte Entscheidungen. Lila dagegen ist sich der persönlichen Entwicklung bewusst, geht weiter laut und unbeeindruckt ihren Weg, lebt ihre Enttäuschungen fast immer ungefiltert aus, aber sie bleibt sich treu. Und wieder ist es ein Mann, der die beiden Freundinnen vermutlich auseinander bringen wird. Wie in den beiden vorherigen Romanen habe ich die genaue Sprache der Autorin sehr genossen. War begeistert von ihren Wortbildern, habe die fast cineastische Umsetzung ihrer Wortbilder geliebt. Ich freue mich sehr auf den vierten Band.

Bewertung vom 20.08.2017
Projekt Orphan / Evan Smoak Bd.2
Hurwitz, Gregg

Projekt Orphan / Evan Smoak Bd.2


ausgezeichnet

"Projekt Orphan " von Gregg Hurwitz ist neue Reihe, mit der der Autor schon nach Band 1 großen Erfolg hatte.
Dieser Roman ist Band 2.


Er handelt von Evan Smoak, einem Auftragskiller, der früher im staatlichen Auftrag handelt.
Der Staat hatte vor vielen Jahren ein Programm entwickelt, in dem er Waisenkinder als Auftragskiller ausbilden ließ - die Orphans.
Orphan X ist einer letzten, die das brutale Ausbildungsprogramm durchlaufen haben. Nach vielen Jahren als Killer geschieht etwas, dass seine ganze Existenz in Frage stellt.


Ich war ja schon von Band 1 total begeistert. Und hatte etwas Befürchtungen, dass Band 2 nicht mehr die Qualität des Vorgängerbandes hat. Aber meine Befürchtungen haben sich nicht bewahrheiten. Dieser Band war ebenfalls unglaublich spannend.
Obwohl 2/3 des Buches an nur einem Ort spielen, kommt keine Sekunde Langweile auf. Im Gegenteil, manchmal blieb mir fast der Atem weg.
Ich mag den Schreibstil von Gregg Hurwitz. Er ist modern und sehr gut zu lesen. Das Buch ist in kurze bis auch etwas längere Kapitel aufgeteilt und auch deshalb schnell und fließend zu lesen.
Mit seinem Hauptprotagonisten ist dem Autor eine sehr interessante Figur mit viel Tiefe gelungen.
Und auch in diesem Band verzichtet Gregg Hurwitz weitesgehend auf Klischees von Gut und Böse oder vom Klischee des gebrochenen Helden, der nun Buße tut. Nein, hier wird die Geschichte eines Mannes erzählt, dessen Leben von Kindesbeinen an von anderen Menschen bestimmt wurde, ohne dass man auf ihn oder seine Bedürfnisse Rücksicht genommen hat. Und der bemüht ist, sein Leben zu verändern und sich einer neuen Aufgabe stellen möchte.


Ich hoffe Band 3 wird bald kommen.
Und von mir bekommt auch dieser Band 5 Sterne.

Bewertung vom 13.08.2017
Heimkehren
Gyasi, Yaa

Heimkehren


ausgezeichnet

Der Debut - Roman " Heimkehren" von Yaa Gyasi ist ein wunderbares Buch. Die Autorin Yaa Gyasi hat einen Roman geschrieben, der das Leben zweier afrikanischer Schwestern und die vielen folgenden Generationen erzählt.
Dieser Roman ist keine der üblichen Familiengeschichten, sondern ein hoch politischer Roman. Er fängt im 18. Jahrhundert an und zeigt anhand historischer Begebenheiten das Leben afrikanischer und afroamerikanischer Nachkommen der beiden Schwestern bis heute. Dabei gelingt der Autorin durch einen schriftstellerischen Kniff, dass der Lebensweg der Schwestern und ihrer Nachkommen auf zwei verschiedenen Kontinenten parallel verlaufen.Das Buch ist sehr gut recherchiert, und so verwebt Yaa Gyasi ihre Geschichte mit der historisch verbürgten Wahrheit. Und diese Wahrheit ist so brutal und hart, dass dem Leser der Atem stockt. Und immer wenn er meint, schlimmer geht es nicht, bringt das nächste Kapitel neue Schrecken. Das soll nicht als Horrorbuch verstanden werden, niemals vergisst der Leser, dass hier historische Fakten wiedergegeben werden, dass Menschen dies erleben mussten.
Mir ist an diesem Buch erschreckend klar geworden, dass zwischen Schwarzen und Weißen wohl noch sehr lange Gräben bestehen werden, denn das kollektive Bewusstsein beider Rassen ist noch tief verankert in uns. Dieses Buch ist ein sehr "schwarzes" Buch. Man spürt in der Sprache der Autorin das Unverständnis, die Hilflosigkeit, den Zorn und die Mystik afrikanischer Völker.
Das war auch einer der spannenden Aspekte des Romans. Hier durfte der Leser viel über die Kultur, Geschichte und das Leben des heutigen Ghanas erfahren. Ohne Tourismus-Schönfärberei, ohne Glorifizierung der afrikanischen Kultur.

Die Sprache der Autorin ist voller Zartheit, bildhaft, in Teilen mystisch, intelligent und berührt Herz und Verstand. Das klingt wirklich sehr kitschig, aber es ist wirklich so. Selten habe ich so eine berührende Sprache gelesen, und selten hat sich mein Verstand über die sprachlichen Feinheiten, über die Fantasie der Wortschöpfungen, über den manchmal fremdartigen Klang ihrer Sprache erfreut.

Yaa Ghasi hat einen ungeheuer beeindruckenden und wichtigen Roman geschrieben, indem sie neben der Geschichte der Sklaverei auch aufzeigt, wie tief der Rassismus auch heute noch in den Menschen vorhanden ist.
Dieses Buch bietet keinen Ansatz für eine Lösung des Konfliktes zwischen Schwarzen und Weißen. Vielleicht ein bisschen Hoffnung in den letzten Kapiteln. Aber wahrscheinlich ist das eher mein eigener Wunsch. Denn nach der Lektüre dieses Buches möchte ich immer noch die Hoffnung nicht aufgeben, dass eines Tages die Hautfarbe eines Menschen wirklich und wahrhaftig keine Rolle mehr spielen wird.


Mich hat dieses Buch neben den außergewöhnlichen schriftstellerischen Fertigkeiten auch vom Inhalt tief berührt und erschüttert.
Und ich halte dieses Buch für ein kolossal wichtiges Buch, dass unbedingt sehr viele Menschen lesen sollten.

Dieses Buch erhält von mir 5 von 5 möglichen Sternen und wird in meinem Lieblingsbuchregal seine Heimat finden.

Bewertung vom 23.07.2017
Love Emergency - Zufällig verliebt (eBook, ePUB)
Beck, Samanthe

Love Emergency - Zufällig verliebt (eBook, ePUB)


weniger gut

Das Buch Love Emergency - Zufällig verliebt war nicht mein Fall. Es ist der Zweite Band der "Love Emergencies Reihe" von Samanthe Beck.

Eine junge Frau, hochschwanger bekommt bei einem Auffahrunfall Wehen und ein Rettungssanitäter hilft ihr das Baby zur Welt zu bringen.
Der sehr hilfsbereite Rettungssanitäter lässt die junge Mutter bei sich wohnen und dann....
Na,was geschieht wohl dann.

Ich habe Band 1 nicht gelesen, und werde ihn auch nicht lesen.

Dieses Buch ist sehr seicht, zum Teil logisch nicht nach vollziehbar. Und auch der Schreibstil ist eher fad. Daher war es leider keine Unterhaltung. Im Gegenteil, ich war ziemlich genervt, und froh, als es endlich zu Ende war.