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Benutzername: 
mamasein2009
Wohnort: 
Niederwürschnitz

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Insgesamt 50 Bewertungen
Bewertung vom 31.01.2022
Ein Leben für die Freiheit der Frauen / Die Hafenärztin Bd.1
Engel, Henrike

Ein Leben für die Freiheit der Frauen / Die Hafenärztin Bd.1


ausgezeichnet

Meine Meinung und Fazit:

Anne, eine der Protagonistin, hadert mit ihrem Leben und dem oftmals ohnmächtigen Kampf gegen das Elend. Sie musste England fluchtartig verlassen und setzt sich nun in Hamburg für Frauen ein und versucht ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. Sie engagiert sich sehr und beobachtet weiter die ersten Erfolge der Sufragetten in England. Doch sie ist nur mit ihrer Arbeit beschäftigt und vergisst sich dabei selbst.
Seite 100 "... Mit fünfzehn hinterfragt man die Eltern, sieht sie mit kritischen Augen, insbesondere den fast fremden Mann, der über das Leben der Tochter bestimmte, als kennte er sie besser als sie sich selbst."
Helenes Wandel wird deutlich dargestellt. Sie war sicher schon immer rebellisch, hat sich aber meist mit kleinen Siegen zufrieden gegeben und diese haben nur sie betroffen. Doch irgendwann hat sie erkannt, dass sie privilegiert ist und die anderen unverdient jämmerlich leben müssen.
Seite 71: "Helene krampfte ihre Hände um die Ruder, sie wusste nicht, wohin mit ihrer Wut, ihrer Energie, dem Hunger aufs Leben. Sie fühlte sich so bereit auszubrechen, aber gleichzeitig hilflos, weil sie keine Möglichkeit sah, wie sie entkommen konnte. Dabei war sie gestern noch so nah dran gewesen. ... "
Seite 276: "Helene betrachtete sich im Spiegel und fragte sich, ob ihr der Spagat zwischen zwei Welten gelingen würde - der, in die sie als großbürgerliche Tochter hineingeboren worden war, und der, zu der sie sich hingezogen fühlte. Einer Welt, in der Frauen engagiert für ihre Rechte und füreinander eintraten, was in der Gesellschaft, wie sie nun mal war, nicht auf Gegenliebe stieß. Sie würde kämpfen und auf Privilegien verzichten müssen, sie würde sich zurücknehmen und die Ziele der Gemeinschaft in den Vordergrund stellen müssen." An dieser Rolle hat mir sehr gut gefallen, wie der Wandel dargestellt wurde und wie erbitterlich sie gekämpft hat und auch Fehler eingestanden hat, in dem sie sich dafür entschuldigt hat.

Berthold, der Kommissar, vergeht fast am Verlust von Frau und Kind ans Watt. Er hat nur noch seine Arbeit und den Fußball im Kopf. Doch er ist unerbittlich und kämpft für die Gerechtigkeit und scheut sich nicht, auf ungerechtes hinzuweisen. Er setzt sich für seine Untergeben ein und freut sich für Erfolge mit.
Seite 83 "Dieses Verhalten, der Polizei nicht zu trauen, war Berthold nur allzu bekannt. Je niedriger der gesellschaftliche Status, desto größer das Misstrauen gegenüber dem Staat. -Die da oben- interessieren sich doch sowieso nicht für -uns da unten-, war gängige Meinung. Allerdings, korrigierte er sich im Geiste, galt das auch für die Spitze der Gesellschaft. Die Adligen und die reichsten Bürger der Stadt. Auch sie hatten die fatale Neigung, Dinge unter sich auszumachen oder unter den Teppich zu kehren, weil sie der Meinung waren, den Staat gehe ihr Leben nichts an."

Das Buch bietet einen guten Einblick in das Elend der damaligen Zeit und den Unterschied der verschiedenen Stände. Und ist dabei sehr spannend und liefert viel Wissen rund um den Kampf für Frauenrechte. Eine klare Leseempfehlung.

Mein Dank geht an das Team von vorablesen.de, den Ullstein-Verlag und an Henrike Engel für die tollen Lesestunden.

Bewertung vom 27.12.2021
Die Ullsteinfrauen und das Haus der Bücher
Rygiert, Beate

Die Ullsteinfrauen und das Haus der Bücher


ausgezeichnet

Meine Meinung und Fazit:

Wer kennt ihn nicht, den Verlag mit der Eule. Nicht nur mein Lieblingstier, sondern auch ein Verlag, der beeindruckte Autoren hatte und hat.

Es wird ein Teil der Geschichte der Ullstein - Familie erzählt, ein mächtiger und moderner Konzern in Zeiten in denen die braune Macht stärker wird. Erschreckende Zeiten, dunkle Zeiten.

Für mich ein wundervolles Buch, was mir Einblick ins Verlagwesen gegeben hat und ich vielen berühmten Persönlichkeiten begegnen konnte.

Was für ein phantastisches, umfassend recherchiertes Buch. Eine klare Leseempfehlung und ein Lesehöhepunkt für mich in 2021. Beate Rygiert ist eine Autorin, die man sich merken muss und sie ist mir ins Leseherz gesprungen.

Folgende Stellen im Buch haben mich beeindruckt und sind so weise und wichtig:

Kapitel 11: "Nehmen Sie sich Zeit. Nur warten Sie nicht zu lange. Als junger Mensch, der Sie sind, können Sie das noch nicht wissen. Lassen Sie es sich von einem alten Mann gesagt sein. Das Leben geht viel zu schnell vorüber."

Kapitel 11: "Man kann sich nicht gegen alles absichern. Schon allein deswegen nicht, weil das Leben selten so verläuft, wie man es erwartet. Und weißt du was? Das ist gut so. Ansonsten wäre es doch sterbenslangweilig, das Leben."

Rosalie in Kapitel 13: "Das Beste sollte für uns alle das Maß aller Dinge sein. Nur so kommt unsere Menschheit voran."

Kapitel 26: "Vicki zuckte mit den Schultern. Niemals ist ein großes Wort, sagte sie. Wir Menschen verwenden es gerne. Das Schicksal allerdings scheint es nicht zu kennen."
Mein Dank geht an das Team von netgalley, an den Ullstein - Verlag für das bereitgestellte Rezi-Exemplar und die Autorin Beate Rygiert. Chapeau, ich ziehe meinen Hut.

Bewertung vom 12.12.2021
Bis zum Mond und zurück
Atkins, Dani

Bis zum Mond und zurück


ausgezeichnet

Meine Meinung und Fazit:

Ein sehr berührendes und nachdenklich stimmendes Buch. Kurz zum Inhalt. Alex und Lisa sind ein glückliches Paar, eine glückliche Familie, bis ein Unglück dies zerstört. Lisa stirbt bei einem Unfall. Alex hat nicht gewusst, dass sie sich bereit erklärt hat, ihre Organe zu spenden. Und darum dreht sich die Geschichte. Er nimmt Kontakt zu den Transplantationsempfängern auf und es gibt eine seltsame Verbindung. Ich habe ohne Bezug zum Thema Organspende schon einiges gehört, dass es Verbindungen zum Spender gibt und dies wird sehr gut dargestellt.
Dani Atkins hat eine enorme Sprachvielfalt ind beherrscht die Sprache immens. Ich habe die ein oder andere Träne verdrückt.

Hier noch meine Lieblingsstellen im Buch:
Seite 45 "Mein Leben bedeutet mir nicht mehr viel, wenn du nicht mehr da bist."

Seite 63: "In dieser Nacht, in der ich mein Leben zurückbekam, hatte jemand anders seins verloren. Das Ende seiner Geschichte war der Beginn von meiner, und die Last dieser Verantwortung kam mir plötzlich überwältigend vor."
Seite 236 "Nicht zum ersten Mal kam ihm der Gedanke, dass sein Leben doch weitaus einfacher gewesen war, bevor sich die vier Transplantatempfänger kennengelernt hatten. Mit seiner Einladung ins Planetarium hatte er etwas in Gang gesetzt, das ihm mittlerweile entglitten war und ein Eigenleben entwickelt hatte. Sie hatten sofort einen Draht zueinander gehabt, wie er es nie für möglich gehalten hätte, und in keinem der Artikel über das zelluläre Gedächtnis wurde so etwas erwähnt."

Ich spreche sehr gerne eine Leseempfehlung aus.

Mein Dank geht an das Team von mytest und an den Droemer Verlag für das bereitgestellte Rezi-Exemplar und an die Autorin für dieses berührende Buch.

Bewertung vom 31.10.2021
Die Geister der Pandora Pickwick
Wolff, Christina

Die Geister der Pandora Pickwick


ausgezeichnet

Meine Meinung und Fazit:

Viele Geheimnisse sind aufzuklären. Fanny geht davon aus, dass sie adoptiert ist, doch manchmal verspricht sich Tante Harriet oder man kann was hinein interpretieren oder etwa doch nicht, verwirrend. Man fühlt mit Fanny und möchte es gern aufgeklärt haben. Und auch wenn Fanny erst 12 Jahre alt ist, hätte sie die Wahrheit vertragen. So wäre sie nicht zu gefährlichem Handeln gezwungen gewesen.
Aber auch ein Buch über tiefe Freundschaft und dass man seine Angst überwinden kann, um sich gegenseitig zu helfen.

Ein tolles Jugendbuch, mit schönen gelungenen Illustrationen, welche die Handlung untermalen. Eine klare Leseempfehlung.

Folgende Stelle von Seite 10 beschreibt Fanny perfekt: "... Fannys Laune hingegen war wie das Wetter: wolkenlos und frühsommerlich warm."

Mein Dank geht an das vorablesen-Team, den Hummelburg Verlag für das bereitgestellte Rezi-Exemplar, an die Autorin Christina Wolff für die geisterhaften Lesestunden und Florentine Prechtel für die wunderschönen Illustrationen.

Bewertung vom 16.06.2021
Die Reise / Das Internat der bösen Tiere Bd.3
Mayer, Gina

Die Reise / Das Internat der bösen Tiere Bd.3


ausgezeichnet

Meine Meinung und Fazit:

Mit diesem 3.Teil begibt sich Noël auf die Suche oder Reise nach seine Wurzeln. Für mich völlig verständlich, will man doch wissen, wer seine richtigen Eltern sind. Seine Gewissensbisse gegenüber seinen Freunden und dem Internat versteht ich, denn er fühlt sich angekommen und so akzeptiert, wie er ist.

Ein Abenteuer beginnt und er merkt, dass an nicht allem trauen kann oder alte Erfahrungen über den Haufen werfen muss. Sehr gelungen umgesetzt und dieser Teil war noch spannender für mich.

Hier spreche ich gern eine weitere Leseempfehlung aus, da sehr viel wertvolles mitgeben/mitgeteilt wird.
Zum Schluss noch meine Lieblingsstellen aus dem Buch.

Seite 47 "Die Zeit zog sich wie das klebrige Harz der Elemibäume am Fluss. Noëls Ungeduld wurde immer größer.

Seite 64 "Wir lernen zuerst unsere eigenen Stärken kennen und dann teilen wir sie miteinander, das Prinzip der Schule." Mrs Moa

Seite 190 "Nicht aufgeben! Kämpfe!" und Seite 271 "Tja, sie sind wahre Freunde. ... Und die sind wichtiger als alles andere auf der Welt. Ich hoffe, du vergisst es nicht, Noël!

Mein Dank geht an das vorablesen-Team, den Ravensburger Verlag und die Autorin für diese geniale Reihe. Capeau!

Bewertung vom 22.04.2021
Die Bildhauerin / Außergewöhnliche Frauen zwischen Aufbruch und Liebe Bd.5
Rosenberger, Pia

Die Bildhauerin / Außergewöhnliche Frauen zwischen Aufbruch und Liebe Bd.5


ausgezeichnet

Meine Meinung und Fazit:
Ein Buch über eine junge Frau, Camille Claudel, die an ihren Traum "Bildhauerin zu werden" glaubt. Mit enormen Ehrgeiz und Kampfgeist arbeitet sie für ihren Taum, ihre Berufung, Bildhauerin zu werden und zu verwirklichen.
Erschreckend ist, mit welchen plumpen Aussagen sie sich konfrontiert sieht und wie ein Teil ihrer Familie ihr Steine in den Weg legt. Ein Widerspruch ist für mich, wie sie sich in Verlauf des Lebens privat so ausnutzen lassen kann. Und dies nicht wahrhaben will.
Zitat aus Kapitel 16 "Sie war Wachs in seinen Händen, oder nein, ein Klumpen Ton, in den er seine großen Bildhauerhände grub."
Sie versucht sich in einer Männerwelt zu behaupten und trotz den ablehnenden Haltungen der männlichen Professoren oder Mitmenschen. Zwischendurch erfolgt auch eine rückblickende Erzählung, praktisch ihre Begabung und ihren Weg zur Bildhauerei, sehr beeindruckend erzählt.
Interessant fand ich die Beschreibung der Tätigkeit einer Bildhauerin und die Entstehung von großen Werken und die Arbeit mit berühmten Künstlern. Der Werkstatt-Verantwortliche Pompon sagt einen weisen Satz in Kapitel 17 "Nur wenn Sie sich Grenzen eingestehen, können Sie sie neu ziehen.

Rodin ist mir definitiv ein Begriff und man erfährt überraschendes über ihn. Zitat vom Anfang des Kapitels 34 "Rodin war ein Menschenfresser, der seine Modelle im Namen der Kunst abnagte und ihre Knochen nach getaner Arbeit ausspuckte und hinter sich warf."

Ein gelungenes Buch über eine berühmte Persönlichkeit, ich spreche gern eine Leseempfehlung aus.

Bewertung vom 24.01.2021
Trümmermädchen - Annas Traum vom Glück
Bernstein, Lilly

Trümmermädchen - Annas Traum vom Glück


ausgezeichnet

Meine Meinung und Fazit:

Mit "Trümmermädchen - Annas Traum von Glück kegt Lilly Bernstein ein wundervollen Roman über die Kriegswirren und die Nachkriegszeit vor. Ein Buch was mich viel gelehrt hat, mich nachdenklich zurück lässt und deutlich macht, dass es sich zu kämpfen lohnt.

Das Leid war mit Kriegsende nicht beendet. Die Menschen litten extremen Hunger und dann kam noch der Hungerwinter 1946/1947 hinzu. Jeder musste sehen wie er überlebt. Egal mit welchen Mitteln und es gab da wieder die "Gewinner", die das Elend anderer ausnutzten. Was für schlimme Charakterzüge, die in der Not noch deutlicher wurden.
Was im Buch deutlich wird, ist wie sehr die Frauen auf sich allein gestellt waren und wie entsetzlich die Kinder aufwuchsen und von klein auf auch auf sich allein gestellt waren. Kaum einer kümmerte sich um Waisen, wie auch, wenn kaum was da war!?

Wie der Titel des Buches "Trümmermädchen" es schon sagt, ist die Hauptprotagonistin Anna, ein taffes, einfühlsames junges Mädchen, dass sich nicht unterkriegen lässt und viel Leid über sich ergehen lassen muss und die keinen zum reden hat. Was mit ihrer Freundin Ruth ist, weiß sie nicht.

Folgendes Zitat von Seite 259 beschreibt m. M. nach Weg nach dem Krieg eindeutig: "Ein Aufbruch. Ein Weg ins Unbekannte. Und die feste Entschlossenheit, sich von nichts und niemandem aufhalten zu lassen. Denn ein zurück gab es nicht."

Mein Dank geht an das vorablesen-Team und Ullstein Verlag für das bereitgestellte Rezi-Exemplar und an die Autorin für diese wundervollen und nachdenklichen Lesestunden.

Bewertung vom 03.01.2021
Krone der Welt
Weiß, Sabine

Krone der Welt


sehr gut

Meine Meinung und Fazit:

Das Buch "Die Krone der Welt" ist ein umfassender historische Roman, der die niederländische Geschichte darstellt, verbunden mit der spanischen Vormachtstellung als Seemacht, die versucht umliegendene Länder unter die eigene Krone zu bekommen. Auch die anderen Großmächte wie England und Frankreich kommen mit ihren Regenten "zu Wort". Das Buch bietet jedoch auch viel Zwischenmenschliches. Liebe, Vertrauen und Zweifel zwischen Geschwistern, Feindschaften und die Frage nach dem rechten Glauben. Und dieser Kampf ist blutig. Ein Protagonist ist mir von Anfang an unsympathisch gewesen und das Zitat aus Kapitel 22 "Über Leichen zu gehen, um sein Ziel zu erreichen, war ihm noch nie schwergefallen." bringt es auf den Punkt.

Vincent ist für mich eine wunderbare Person, man begleitet und leidet mit ihm, er hatte keinen leichten Start, aber er geht seinen Weg. Gelungen dargestellt. Mit der Buchbeschreibung habe ich mir mehr Handlung zwischen den Geschwistern vorgestellt, Ruben komt mir zu kurz, ist aber mein einziger Kritukpunkt.

Folgendes Zitat von van Vleet ist für mich sehr bedeutend: Kapitel 26 Seite "Auch wir haben ein Recht auf gewissensfreiheit. Willst du uns vielleicht genauso verfolgen, wie die spanischen Truppen es mit Euch gemacht haben?"
Eine große Wahrheit, doch habe ich auch Vincent verstanden, der es verraten hat, schließlich hat er beide Eltern durch die Unterdrückung und Verfolgung verloren. Aber auch van Vleet hat Recht.
Das Buch beschreibt nicht nur den Kampf um (Glaubens-) Freiheit, nein auch die Weiterentwicklung und den Umbau der Stadt Amsterdam. Die Widrigkeiten durch Wasser und Seuchen und fehlendem Platz. Stück um Stück wächst die Stadt und als Leser ist man ein Teil davon. Und die Liebe der Einwohner zur Stadt.
Ein Satz aus Kapitel 69 spricht für die Stadt Amsterdam "Diese Stadt ist wie eine ganze Welt."

Ein sehr gut recherchiertes Buch mit Personenregister, ausführlichem Glossar und Tipps für weiterführende Literatur. Gern gebe ich eine Leseempfehlung.

Mein Dank geht an das Team von lesejury.de für das bereitgestellte Rezi-Exemplar und an die Autorin Sabine Weiß für die angenehmenen Lesestunden.

Bewertung vom 16.12.2020
Marigolds Töchter
Woolf, Julia

Marigolds Töchter


ausgezeichnet

Meine Meinung und Fazit:

Marigold ist die gute Seele in ihrere Familie und in ihrem Dorf, sie kümmert sich gern und ist in zahlreichen Komitees beschäftigt. Sie hat immer gute Laune, egal wie die Laune der Anderen im Umfeld ist. Doch dann merkt sie Änderung an sich und hofft sehr, dass es niemand merkt.
Ihre Töchter sind sehr unterschiedlich, aber sich nicht fremd. Daisy, die eine Tochter, ist gerade aus Italien zurückgekehrt, enttäuschte Liebe, obwohl Liebe noch da ist, der Traummann sich jedoch als egoistisch herausstellt. Suze, die jüngere Tochter erkennt erst, als sie gefordert wird, zu was die fähig ist.

Gefühlvolle Zitate, da es so viele tolle gibt, habe ich diese hier aufgeschrieben. Doch mehr möchte ich zum Verlauf nicht schreiben.

Zitat Seite 14 "Dennis und Marigold sahen einander bis heute auf diese sanfte, zärtliche Art an, wie es Menschen tun, deren Liebe im Laufe der Jahre nur stärker geworden war."

Marigold zu Daisy Seite 104 "Es ist wichtig, im Leben das zu tun, was man liebt.

Seite 270 "Aber ich werde es nicht vergessen, weil Liebe nicht in meinem Gehirn ist. Sie ist in meinem Herzen, und mit dem ist alles in Ordnung."

Ein sehr berührendes, tiefgehendes Buch. Ich habe im Verlauf des Buches öfters schlucken müssen, doch am Ende habe ich die Tränen nicht zurückhalten können. Gefühlvoll, aber auch schwere Kost, ich gebe gern eine Leseempfehlung, aber das ***Achtung Spoiler*** Thema Demenz ist zu beachten.

Bewertung vom 27.11.2020
Mr. Crane
Kollender, Andreas

Mr. Crane


ausgezeichnet

Meine Meinung und Fazit:

Es ist ein Buch, was man nicht so einfach hintereinander weg lesen kann. Teils sind die Gedankensprünge von Mr. Crane schwierig, aber da erkennt man meiner Meinung nach, wie sehr Genie und Wahnsinn ineinander wohnen. Sicher ein sehr begnadeter Schriftsteller, aber seine Gedanken oftmals schwer fassbar, durcheinander. Getriebener seiner Gedanken? Ein Buch über eine intensive Liebe. Wie zwei Ertrinkende halten sich Elisabeth und Mr. Crane fest, sie leben im Jetzt und das Ringsherum bleibt ziemlich außen vor. Folgende Passage auf Seite 26 beschreibt dies eindeutig: "Mr. Crane fand in ihr eine Zuhörerin, sie einen Zuhörer in ihm." Was für ein Vertrauen. Und sie nehmen sich so, wie sie sind, mit Fehlern und Makeln. Für mich das beste Zitat des Buches auf Seite 47 "Das wächst sich aus. Das wird wieder. Du bist so hübsch. Und ansonsten: Zwei Gesichter zu haben ist doch gut. Hat doch eh fast jeder. Die Meisten stehen nur nicht dazu."
Wenn sich das mehr Menschen zu Herzen nehmen würden, dass nicht das Äußere, sondern die inneren Werte zählen und man sich gegenzeitig so nimmt, wie man ist?

Elisabeth, eine junge engagierte Frau, schlau und kämpferisch. Durch einen Unfall im Gesicht gezeichnet, trotzt sie der Gesellschaft und geht ihren Weg und sie findet ihr Glück in und mit Mr. Crane.

Ein sehr gut recherchiertes Buch über einen genialen Schriftsteller, der kaum bekannt ist, aber so wie schon andere Werke von Andreas Kollender, so aber die verdiente Aufmerksamkeit bekommen.
Mr. Crane ist die zentrale Figur, so wie man es auch dem Cover entnehmen kann, doch der zweite Blick aufs Cover zeigt, von links tritt Elisabeth ins Geschehen ein.
Das Buch wird in einer Art Rückblick erzählt, also 2 Zeitebenen 1900 und 1914. Verbunden durch einen neuen Patienten im Sanatorium, genau im Zimmer von Mr. Crane.
Das Buch ist anders, wie oben gesagt, nicht so einfach wegzulesen. Aber beim intensiven Lesen oder 2. Blick aufs Cover entdeckt man viel mehr. Eine eindeutige Leseempfehlung.

Mein Dank geht an den Pendragon Verlag fur das bereitgestellte Rezi-Exemplar und die Begleitung und Antwort von und durch Andreas Kollender.