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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: communicanis
Wohnort: Rieden am Forggensee
Über mich:


Bewertungen

Insgesamt 17 Bewertungen
12
Bewertung vom 01.11.2019
Das Tier als Spiegel der menschlichen Seele
Dahlke, Ruediger; Baumgartner, Irmgard

Das Tier als Spiegel der menschlichen Seele


gut

Meine Neugier wurde geweckt, als ich Rüdiger Dahlke als Mitautor gesehen habe. Das Buch teilt sich in zwei Ausführungen, im ersten Teil beschreibt Rüdiger Dahlke sehr viel Allgemeines, wenig Neues, viel Werbung für sein Buch Peace Food. Unabhängig davon, dass ich es gelesen habe und lesenswert finde, ist es doch ein bisschen zu viel des Guten, wenn so oft darauf hingewiesen wird.
Das was Rüdiger Dahlke schildert ist weder neu noch deckt es sich mit meinen Erfahrungen, die mir zahlreiche Tiere vermittelt haben.
In mindestens zwei Punkten muss ich dem Autor heftig widersprechen:
Ein Tier übernimmt keine Erkrankung für seinen Halter. Da macht es sich Mensch zu einfach.
Und: es gibt keine Entschuldigung für respektloses Verhalten, auch nicht die Diagnose Down Syndrom berechtigt nicht zum Anziehen eines Tieres und Spielen im Puppenwagen. Da hätte ich mir wirklich mehr Achtsamkeit gewünscht.
Teil 1 erscheint unstrukturiert und es ist nicht wirklich klar, was uns der Autor sagen will.
Teil 2 von Irmgard Baumgartner ist hingegen das, was viele Leser vom Titel erwarten werden: die Schilderung der Gemeinsamkeit, die Auswirkung der menschlichen Erkrankung auf das begleitende Haustier I. Baumgartner hat an einigen Fallbeispielen geschildert, wie eng wir miteinander verbunden sind, welche Möglichkeiten es gibt über das, was das Tier auf die körperliche Ebene bringt zu lernen und sein eigenes Thema zu bearbeiten. Zudem sind jedem Thema nachvollziehbare Erklärungen der jeweiligen Erkrankung zugefügt, die auch für medizinische Laien eingängig und verständlich sind.

Bewertung vom 03.10.2019
Wann wird diese Hölle enden?
Berg, Mary

Wann wird diese Hölle enden?


sehr gut

Mary Berg: Wann wird diese Hölle enden?
Das Tagebuch von Mary Berg beginnt am 10. Oktober 1939. Das 15-jährige Mädchen dokumentiert die Entwicklung des Warschauer Ghettos und die Deportation ihrer Familie. Es endet am 05.03.1944, nach Jahren des Nazi-Terrors. Mary Berg ist in Sicherheit, aber die Bilder werden sie lebenslang begleiten, ebenso wie die Gedanken an all die Menschen, denen eine Ausreise nicht möglich war, die in Warschau oder in Konzentrationslagern umgekommen sind.
Was Mary Berg auf über dreihundert Seiten ihrem Tagebuch anvertraut ist erschreckend und bedrückend und es wirft zumindest bei mir immer wieder die Frage auf: wie war das möglich ? Wie ist es möglich, dass Menschen sich so voller Hass und Gewalt gegen Mitmenschen richten ? Die Frage ‚Wann wird diese Hölle enden?‘ wirft die Frage auf: ‚Wie war es möglich der Naziherrschaft so viel Macht zu geben?‘.
In ihrem Tagebuch beschreibt Mary Berg die Verordnungen und Verbote die in Warschau mehr und mehr werden, bis sie schließlich zu Todesfalle werden. Sie versucht so lange wie möglich das alltägliche Leben aufrechtzuerhalten, engagiert sich innerhalb einer Künstlergruppe, immer begleitet von der Angst der nächsten Gräueltat der Nazis. Jedes Treffen birgt die Gefahr verhaftet oder völlig grundlos auf der Strasse zusammengeschlagen oder erschossen zu werden.
Mit jedem Jahr das vergeht wächst der Hunger, die Situation wird angespannter, die Menschen im Ghetto immer mehr. Die Menschen sterben an Entkräftung, Skorbut, Typhus und bei jedem Gang auf die Strasse wird Mary vor Augen geführt, dass die Situation von Tag zu Tag dramatischer wird. Kinder, die bis auf die Knochen abgemagert sind sterben auf der Strasse, Menschen werden brutal misshandelt, gedemütigt, erschossen. Der tägliche Überlebenskampf wird eindrücklich geschildert.
‚Morgen Abend ist Rosch ha-Schana, das jüdische Neujahrsfest. Wir haben Angst, dass die Nazis für diesen heiligen Tag etwas Furchtbares planen, denn an jedem jüdischen Feiertag machen sie etwas besonders Brutales.‘
Ihre Vermutung soll zur Realität werden.
Mary Berg und ihrer Familie wird nach langem Warten und Bangen die Ausreise ermöglicht, doch die Gedanken an die, die zurückbleiben trüben die Freude darüber. Nachdem die Mutter amerikanische Staatsangehörige ist, wird die Familie zunächst in ein Gefängnis verbracht, bevor ein endgültiges Entkommen aus der Warschauer Hölle möglich ist.
Der Tochter gelingt es die kleinen Notizbücher mit den Tagebucheinträgen aus dem Ghetto zu schmuggeln und viele Jahre nach der Veröffentlichung in Englisch liegen sie nun auch in Deutsch vor.
Ich habe sehr viel zum Thema gelesen und die Erlebnisse, die Mary Berg schildert sind schon oft beschrieben worden, dennoch sind die Tagebücher von großem Wert, beeindruckend und beklemmend, lesenswert und das erschütternde Dokument einer Zeitzeugin.

Bewertung vom 09.09.2019
Menschen neben dem Leben
Boschwitz, Ulrich Alexander

Menschen neben dem Leben


sehr gut

Menschen neben dem Leben
von Ulrich Alexander Boschwitz
‚Wie konnte das passieren?‘ - eine Frage, die sich die Generationen nach 1945 gestellt haben. Im Buch von Ulrich Alexander Boschwitz finden sich Antworten. Es wird nachvollziehbar, wenn Menschen am Abgrund stehen, ohne Perspektive, ohne einen der Funken der Hoffnung, dass sich die Situation ändern könnte. Einzig der Gedanke zu überleben zählt und hier findet jeder seine ganz eigene Strategie.


In ‚Menschen neben dem Leben‘ wird die Leserin von der ersten bis zur letzten Seite mitgenommen in das Berlin der Zwanzigerjahre. Das emotionale Teilhaben an Leid und Selbstaufgabe, an Überlebensstrategien und dem kleinen, kurzen Glück im Gasthof ‚Der fröhliche Waidmann‘ berührt. Jeder der Protagonisten sucht seinen Weg, als Krimineller, Prostituierte, Bettler, Zuhälter, Gastwirt, es bilden sich Zwangsgemeinschaften und der Gedanke einer, wenn auch noch so kleinen Situationsverbesserung, hält die Menschen am Leben. Kontinuierlich bewegt sich die Geschichte auf die unvermeidliche Eskalation zu. In den Strudel der Ereignisse geraten zudem Prostituierte und eine Kriegswitwe, die sich weigert zu glauben, dass ihr Mann gefallen ist. Sie ist von einer Verschwörungstheorie überzeugt und gibt die Hoffnung an ein Wiedersehen mit ihrem Mann nicht auf.


Ich habe bereits ‚Der Reisende‘ vom Autor gelesen und war beeindruckt. Auch in Menschen neben dem Leben gelingt es ihm deutlich zu machen, was neben den grossen Schauplätzen geschah. Kleine Leute mit grossen Sorgen. Die politische Situation wird kaum angesprochen, dennoch wird nachvollziehbar, dass einem, der Abhilfe verspricht, Brot und Arbeit für alle, nur allzugern Glauben geschenkt wird. Armut, Arbeitslosigkeit, Hoffnungslosigkeit,


Mein Fazit: Es ist ein wichtiges Buch, gerade in einer Zeit, in der rechtes bis rechtsradikales Gedankengut wieder einen Platz in der Gesellschaft findet. Alle die zurückschauen und entsetzt sind, sich fragen ‚Wie war so etwas möglich?‘ sollten vielleicht in der Gegenwart schauen, wie wir es schaffen, dass so etwas nicht wieder möglich wird.

Bewertung vom 18.08.2019
Der Fünfzigjährige, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte / Der Fünfzigjährige-Trilogie Bd.1
Bergstrand, Mikael

Der Fünfzigjährige, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte / Der Fünfzigjährige-Trilogie Bd.1


sehr gut

Ob die Leserin dem Sinn des Lebens näherkommt ahne ich nicht, das Buch macht auf jeden Fall Spaß!

Der Fünfzigjährige, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte. Mikael Bergstrand
Der unbewegliche Schwede Göran wird durch äussere Umstände gezwungen mehr Dynamik in seinem Leben zuzulassen als er sich vorstellen kann und als ihm lieb ist.
Midlife-Crisis, Jobverlust, Trennung, Scheidung - das Leben ist schon schwierig genug und ausgerechnet in dieser Zeit auch noch eine Reise nach Indien ? Nein, sicher nicht....
und damit beginnt eine Reise der besonderen Art, mit besonderen Begegnungen und Erkenntnissen.
Schlägerei im Park, Wohnen neben den Slums, Wechselbäder aus arm und reich, Luxusparty und Kinderarbeit, Überfall durch Transvestiten, Schmetterlinge im Bauch und vieles mehr erwartet die Leserin in Mikael Bergstrands Roman. Die Begegnung und Begleitung von Görans indischem Freund Yogi und dessen ganz eigene Philosophie bereichert das Buch ungemein. Vergessen Sie Ihren Stress und gehen Sie mit Yogis Lebenseinstellung entspannter durchs Leben und vor allem: pflegen Sie Ihre zwei Bäuche !

Es ist leicht zu lesen, ein Buch zum Entspannen und ich mochte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Und dann war es doch zu Ende...und ich habe mir gleich Band 2 besorgt.
Fazit: Gut und flüssig zu lesen, schön sich mit Göran und Yogi mitten ins lebhafte Indien zu stürzen, zu lachen und zu stolpern.

Bewertung vom 05.08.2019
Die Unvollendete
Atkinson, Kate

Die Unvollendete


weniger gut

Im Thema steckt mehr Potential als das Buch umsetzen konnte.
'Was wäre, wenn man sein Leben wieder und wieder leben könnte, bis man schließlich alles perfekt gemacht hätte?'

Was für ein spannendes Thema !...dachte ich und habe mir das Buch sofort gekauft.
Die ersten Seiten waren seltsam, aber es ist ja auch ein seltsames Thema, also weiterlesen. Leider wurde der Text immer ermüdender. Mich hat es nicht fesseln können.
Der Grundgedanke ist nach wie vor spannend, aber die Umsetzung ließ für meinen Geschmack doch sehr zu wünschen übrig. Zwei Schritte vor, zwei zurück, der Aufbau war verwirrend und die Zeitschleifen nicht wirklich nachvollziehbar.
Der Klappentext versprach mehr als das Buch halten konnte

Bewertung vom 11.04.2019
Mein verwundetes Herz
Doerry, Martin

Mein verwundetes Herz


ausgezeichnet

Ein beeindruckender und berührender Roman über eine starke Frau, die Liebe zu ihren Kindern und der Willkür des NS-Regimes. Absolut lesenswert.

‚Mein verwundetes Herz‘ von Martin Doerry ist ein berührendes und bewegendes Buch. Erzählt wird, anhand von Briefen, die Geschichte von Lilly Jahn. Die Jüdin wächst wohlbehütet auf und ahnt lange Zeit nicht, dass ihr Glauben alles zerstören wird, was ihr wichtig ist. Sie lernt den angehenden Arzt Ernst kennen und als Leserin möchte man ihr zurufen ‚tu es nicht‘, denn Ernst ist ganz offensichtlich ein charakterschwacher und labiler Mensch, der ihr kein Glück bringen kann. Sie selbst ist Jahrgang 1900 und emanzipiert genug, um ihren eigenen Weg zu gehen, zu studieren und als Ärztin ganz in ihrem Beruf aufzugehen, allerdings nur kurze Zeit, denn die Nationalsozialisten verstehen es schon bald Lilli unter entsprechendem Druck an der Ausübung ihres Berufes zu hindern.
Ihr Mann Ernst ist ihr keine grosse Unterstützung, er scheint einfach alles geschehen zu lassen und mehr mit sich und später mit seiner Geliebten beschäftigt zu sein. Bis 1943 ist Lilli Jahn noch durch die Ehe geschützt, aber nachdem Ernst mit seiner Geliebten ein gemeinsames Kind hat, lässt er sich scheiden, wendet sich von Lilli ab und liefert sie damit dem NS-Regime schutzlos aus.
Lilli bekommt mit Ernst 5 Kinder, die ihre ganze Liebe und Aufmerksamkeit erhalten. Sie hadert nicht mit ihrem Schicksal, sondern bleibt hoffnungsvoll, dass diese schweren Zeiten, in denen sie denunziert und geächtet wird, vorübergehen. Leider bleibt es eine nicht zu erfüllende Hoffnung. Sie wird verhaftet und kommt zunächst in ein Arbeitserziehungslager. Immer noch voller Hoffnung schreibt sie in ihren Briefen ihre Gedanken, ohne zu klagen, nimmt regen Anteil am Leben ihrer Familie. Als Leserin weiß man spätestens nach dem Klappentext, was mit Lilli geschehen wird, dennoch ist man geneigt die Hoffnung zu teilen und von einer unerwarteten Wendung zu lesen.
Ihre fünf Kinder berichten beinah täglich in liebevollen Worten wie sehr sie fehlt, welche Entwicklung es gibt und wie sehr sie die Rückkehr der Mutter erhoffen. Monat für Monat vergeht, schließlich wird Lilli in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort umgebracht.
Das Buch ist ein beeindruckendes Zeugnis des Holocausts und der tiefen Liebe zwischen einer Mutter und ihren Kindern.
Der Autor und Enkel von Lilli Jahn, Martin Doerry, hat unglaubliche Recherchearbeit geleistet und es war sicher kein leichtes Unterfangen die Dokumente zusammen zu tragen und Zeitzeugen zum Sprechen zu überreden. Entstanden ist ein beeindruckender und berührender Roman, dem Lilli Jahn sicher Respekt und Achtung entgegengebracht hätte und, sie wäre stolz auf ihren Enkel gewesen.

Bewertung vom 26.08.2018
Zwischen uns ein ganzes Leben
Levensohn, Melanie

Zwischen uns ein ganzes Leben


sehr gut

"Zwischen uns ein ganzes Leben" von Melanie Levensohn

Du musst Judith finden... damit beginnt die Geschichte, die die Leserin auf zwei Zeitreisen mitnimmt. Gegenwart und Zukunft wurden verknüpft, Familiengeschichte, Wirren des zweiten Weltkrieges, Leben und Leiden. Zwischen Luxus und Hunger, Liebe und Todesangst begleiten wir Judith und Christian und hoffen auf ein Happy End.

Die ersten Seiten waren etwas zäh und ich habe die Geschichte um Beatrice als sehr schleppend empfunden. Es wurde mir einfach zu viele Klischees erfüllt. Ein Macho als Chef, eine unterwürfige, weibliche Mitarbeiterin, die ins Archiv verbannt wird ohne überhaupt eine Chance zur Erklärung des vermeintlichen Fehlers zu erhalten. Ich hoffe doch, dass Frauen in unserer Zeit sich mehr zur Wehr setzen können und für ihre Rechte streiten und nicht kampflos Akten im dunklen Kämmerlein abheften.

Die Abschnitte mit dem Blick in die Vergangenheit waren sehr interessant und haben mich berührt und motiviert weiter zu lesen und nach 200 Seiten war es dann eine Geschichte, die mich in den Bann zog. Ich habe das Buch nicht mehr aus der Hand legen können und gelesen und gelesen, bis das Buch (und die Nacht) zu Ende waren.
Eine bewegende Geschichte, aus einer dunklen Zeit.

Das Ende des Buches war dann so voller Zufälle, dass es einfach unglaubwürdig wurde. Ohne zu viel zu verraten waren die Fäden die zusammen liefen doch etwas unwahrscheinlich.

Gewünscht hätte ich mir noch einen Abschnitt zu Jacobina, die irgendwie im Strudel der Ereignisse zum Schluss auf der Strecke bleibt, obgleich sie zuvor viel Raum einnahm und dem Leben von Beatrice ja eine wichtige Wendung gibt.

Mein Fazit: ein angenehmer Schreibstil, der sich flüssig lesen und rasch in die Geschichte eintauchen lässt; lesenswert und berührend, vor allem die Perspektive von Judith, das Bangen und Hoffen, die Verzweiflung und Angst.
Ein wichtiges Thema, gut recherchierte Inhalte, ein Einzelschicksal, dass wieder einmal deutlich macht: niemals dürfen wir schweigen, niemals darf vergessen werden welch weitreichende Folgen menschliches Schweigen haben kann.
Danke an die Autorin. Ich freue mich auf weitere Werke !

Bewertung vom 21.08.2018
Der Wortschatz
Vorpahl, Elias

Der Wortschatz


gut

Der Wortschatz von Elias Vorpahl

Ein wunderbares Buch, dass uns alle motiviert Worte bewusst einzusetzen und ihnen ihren Sinn nicht zu nehmen, ein wahrer Wort-Schatz !

Wer seinen Sinn verliert, hat wirklich ein Problem und wenn ein Wort seinen Sinn verliert, dann haben wir alle ein Problem.
Schon immer haben mich besondere Worte fasziniert, es waren die, die vom Aussterben bedroht sind, die in die Jahre gekommen, kaum noch benutzt werden. Sie verlieren zwar nicht ihren Sinn, werden aber ausgemustert und sterben, weil sie nicht mehr zum Wortschatz gehören.
Als ich dieses Buch entdeckt habe, war ich sehr gespannt und hocherfreut zu lesen, dass Hoffnung in Sicht ist ! Ja, wir alle können Worten helfen zu überleben, keines muss sterben, wenn wir uns bewusst machen, welche wunderbaren Worte am Rand stehen und nur wieder wahrgenommen werden müssen, um zu Überleben.
In diesem Buch begegnet die Leserin einem Wort und begleitet es auf der Suche nach dem Sinn. Wir erleben Höhen und Tiefen, begleiten das kleine Wort bei den Wortspielen, durch den Wortfluss und seine fantastischen Reise durch die Welt der Sprache.
Mein Fazit: ein wunderbares Buch, dass uns alle motiviert Worte bewusst einzusetzen und ihnen ihren Sinn nicht zu nehmen, ein wahrer Wort-Schatz !

Bewertung vom 06.08.2018
Die schönen Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst
Sunim, Haemin

Die schönen Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst


sehr gut

Haemin Sunims Buch "Die schönen Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst" gibt Impulse und stimmt nachdenklich.
Es ist kein ‚Lesebuch‘ sondern ein ‚ich-schaue-immer-wieder-mal-rein-Buch‘ und das ist wohl vom Autor auch so beabsichtigt.
Haemin Sunim ist Südkoreaner, Buddhist und Zen-Meister und sein Thema heisst Achtsamkeit und Entschleunigung. Allein das Buchcover zeigt schon um was es geht: der Mensch ist winzig klein im Vergleich mit der Natur die uns umgibt. Nur wahrnehmen und achtsam sein müssen wir noch lernen. Dieses Buch hilft dabei sich zu zentrieren, die Welt aus einer anderen Perspektive zu und die eigenen kleinen Probleme in Relation zu sehen. Schlichte Aussagen und kleine Geschichten laden zum Verweilen ein und die Illustrationen sind einen zweiten und dritten Blick wert.

Langsam gehen und betrachten - der Buchtitel ist schon der erste Impuls.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 05.08.2018
Der Zopf
Colombani, Laetitia

Der Zopf


sehr gut

Der Zopf von Laetitia Colombani ist ein empfehlenswerter Roman in der es der Autorin gelingt eine Geschichte wie einen Zopf zu flechten in dem sie drei Frauen miteinander verbindet.
Anfangs sind es drei sehr, sehr unterschiedliche Geschichten. Die Frauen sind vom Leben benachteiligt oder begünstigt, was es für einen Unterschied macht, zeigt sich an zwei Extremen.
Die Eine lebt ein Luxusleben, kann sich alles leisten und die andere ist auf Almosen angewiesen und muss eine Arbeit verrichten, die unmenschlicher kaum sein könnte.
Wie kann daraus ein Zopf entstehen ? Drei Haarsträhnen werden Seite für Seite miteinander verknüpft, 3 Frauen, 3 Länder, 3 Geschichten.
Smita aus Indien, Giulia aus Italien und Sarah aus Kanada haben alle Hände voll damit zu tun ihr Leben zu organisieren und keine nimmt sich zunächst die Zeit um über den Tellerrand hinauszusehen.
Zwischen der Müllsammlerin, der erfolgreichen Anwältin und der Erbin einer Perückenfabrik liegen Welten.
Auf dem Buchrücken steht ‚Unmöglich, nicht berührt zu sein.‘ und das bringt es auf den Punkt.
Drei Frauen, die ihre Energien aufbringen um zu überleben, auf sehr unterschiedliche Weise.
Absolut empfehlenswert.

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