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Benutzername: Anne Lay
Danksagungen: 3 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 99 Bewertungen
Bewertung vom 13.10.2019
Stille Nacht, flauschige Nacht
Schier, Petra

Stille Nacht, flauschige Nacht


sehr gut

Angelique und Patrick sind sich beim Umzug ihrer Freundin Laura vor einem Jahr bereits begegnet. Daher ist er nicht besonders gut auf sie zu sprechen, als sie plötzlich in der Kleinstadt auftaucht, für eine Auszeit nach ihrem stressigen Job als persönliche Assistentin der Geschäftsleitung eines internationalen Konzerns.

Sie wirkt auf mich wie ein ICE, der in das Leben der kleinen Familie hineinrauscht. Gerade zu Beginn überfordert mich ihr Tempo, ihre Perfektion. Patrick stellt sie gegen seine anfängliche Überzeugung ein, weil ihm mitten im größten Stress zwei Mitarbeiter gekündigt haben.

Den Auftakt zu dieser Weihnachtsgeschichte bildet ein Brief, den Patricks Sohn an den Weihnachtsmann geschrieben hat. Er wünscht sich mehr Zeit mit seinem Vater. Die Zwillinge sind noch nicht lange bei ihm, aber er hat sein Leben komplett umgekrempelt, um für sie da zu sein. Der Kampf um die Kinder, der Nachweis, dass sie zu Patrick gehören, durchzieht den Roman und bringt immer wieder Spannung in die Geschichte. Auch die Annäherung von Angelique und Patrick gewinnt an Tempo und ist lesenswert. In vielen Details wird die gegenseitige Faszination beschrieben.

Für mich ist es das erste Buch der Reihe, und so musste ich mich erst an die Kommentare des Hundes gewöhnen und die wiederkehrenden Szenen mit Santa haben mich zum Teil irritiert. Da ich auch Angelique zunächst vor allem als anstrengend empfunden habe, ziehe ich einen Stern ab. Das Buch ist toll geschrieben und sicher lieben viele genau diese Details, die mir das Lesen anfänglich schwer gemacht haben.

Wer also keine Angst vor Powerfrauen hat und den fantastischen Santa-Erzählstrang mag, wird hier einen lebendig und gefühlvoll erzählten Roman finden, den ich gern weiterempfehle, obwohl ich kleine Schwierigkeiten damit hatte.

Bewertung vom 08.09.2019
Finde mich. Jetzt / Finde mich Bd.1
Engel, Kathinka

Finde mich. Jetzt / Finde mich Bd.1


sehr gut

Tamsin bekommt durch ein kleines Erbe die Chance, aus ihrem zu engen Elternhaus auszubrechen. Sie zieht von Maine nach Kalifornien, um dort zu studieren. In ihren Koffer kommen nur die Dinge und Kleidungsstücke, die sie selbst mag. Den Ballast, den ihre Eltern ihr aufgedrückt haben (Kind dieses Kleide ...) lässt sie zurück. Sie freut sich auf ihr Literaturstudium, waren Bücher seit sie denken kann, spätestens seit ihr Opa sie das Lesen gelehrt hatte, ihre größten Verbündeten.

Rhys wird bei seinem ersten "Auftritt" im Buch aus der Haftanstalt entlassen. Was ihn dorthin gebracht hat, was er dort hinter sich lässt, erfahre ich nach und nach in den Kapiteln, die aus seiner Perspektive erzählt werden.
Dieses Buch wird abwechselnd aus den Sichtweisen der beiden so ungleichen Menschen erzählt. Tamsin, der flippige Sonnenschein und Rhys, der Ex-Knacki, der glaubt, nie wieder lächeln zu können, weil es sich einfach falsch anfühlt.
Die Annäherung, die Missverständnisse und auch die unerwarteten Hilfen weiterer Figuren im Buch habe ich sehr gern gelesen.
Dann aber kam ein Punkt, an dem ich das Buch erst einmal beiseitegelegt habe. Nach diesem Bruch war der Sog, der mich anfänglich in seinen Bann gezogen hatte, durchbrochen und auch wenn ich bis zum Ende gelesen habe, flachte die Geschichte aus meiner Sicht leider ab.
Die beiden Charaktere sind zu beginn sehr glaubhaft und lebendig gezeichnet, ihre Annäherung geschieht langsam und faszinierend. Dann bekommt die Handlung für mich etwas klischeehaftes, gleitet bisweilen an den Rand einer Mädchenfantasie (so habe ich es empfunden) und die Dichte, die den Anfang auszeichnet, geht verloren. Schade.
Da mich der Anfang und der Grundplot überzeugt haben, ziehe ich nur einen Stern für den flacheren zweiten Teil ab.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 08.09.2019
Serra de Tramuntana. Blutrot
Jensen, Stina

Serra de Tramuntana. Blutrot


ausgezeichnet

Levke Sönkamp ist auf Mallorca, um ihre Vergangenheit zu verarbeiten. Obwohl inzwischen viel Zeit verstrichen ist, geht es ihr noch immer nicht gut und sie sucht Hilfe in einem Workshop in den Bergen. Ruhe, Abgeschiedenheit, Yoga und Gruppengespräche sollen ihr und den anderen Gruppenteilnehmern helfen.

Auch Jordi Barceló ist wieder dabei, um den vermeintlichen Selbstmord eines Architekten zu den Akten zu legen, aber dann verschwindet eine der Teilnehmerinnen in den Bergen.

Aus wechselnden Sichtweisen wird dieser Kriminalfall erzählt. Levke, die junge Deutsche, Jordi, der Kommissar und Inmaculada, Levkes Vermieterin erleben die Tage rund um das Verschwinden der Frau.
Auch das Umfeld, die persönlichen Verhältnisse, Gedanken und Gefühle der drei fließen in die jeweiligen Perspektiven ein und runden so die Geschichte ab.
Immer wieder folge ich beim Lesen den angedeuteten Pfaden, lasse mich irreführen und überraschen.
Für mich ist dieses Buch eine gelungene Mischung aus Krimi, der bis zum Schluss spannend bleibt, und dem persönlichen Umfeld der Beteiligten. War im ersten Band eine Sympathie zwischen Levke und Jordi zu spüren, so freuen sie sich über ihr erneutes Treffen. Wollte der Kommissar Levke im ersten Fall strikt aus seinen Ermittlungen heraushalten, so bezieht er sie dieses Mal mit ein ...

Auch der zweite Band hat mich überzeugt und ich hoffe, demnächst einen weiteren Kriminalfall auf Mallorca lesen zu können.

Bewertung vom 18.08.2019
Blutroter Sand
Litschel, Tanja

Blutroter Sand


ausgezeichnet

Lisa bekommt ein besonderes Geschenk zum Geburtstag. Schon lange verbindet sie eine große Leidenschaft mit dem Leuchtturm Roter Sand in der deutschen Bucht. Nun verbringt sie ein ganzes Wochenende mit ihrer Schwägerin, deren Mann und dem neunjährigen Sohn der beiden.

Schon das Anlegemanöver ist ein Abenteuer und erfordert das ganze Geschick des Bootsführers und der Deckmannschaft. Nachdem die Gäste und deren Gepäck zum Leuchtturm hochgeschafft sind, legt das Schiff wieder ab und die Vier sind auf sich alleingestellt.

Schon im Prolog wird deutlich, dass Lisa schon einmal auf dem Leuchtturm war und dort zufällig jemanden getroffen hat, dem sie über die Jahre nicht aus dem Sinn gegangen ist. Anton Hayen ist inzwischen Hauptkommissar bei der Wasserschutzpolizei und der Heimathafen seines Schiffes, der Rungholt, ist Cuxhaven.

Was als harmonischer Familienausflug beginnt, verwandelt sich nach und nach in einen Alptraum. Zum einen lässt sich die Vergangenheit nicht einfach so zurücklassen und holt die Beteiligten ein, dann geschehen unerklärliche Dinge. Dafür verantwortlich zu sein, werfen sich die Eingeschlossenen bald gegenseitig vor. Die Stimmung sinkt unter den Nullpunkt.



Das Buch hat während des Lesens einen starken Sog entwickelt. Was harmonisch-abenteuerlich beginnt, steuert schnell auf eine Katastrophe zu. Hinzu kommt ein weiterer Handlungsstrang, in dem Hauptkommissar Hayen ermittelt. Immer wieder stellt sich heraus, dass nichts so ist, wie es zu sein scheint, und nicht nur Lisa hat ihre Vergangenheit.



Während des Lesens hangle ich mich von Vermutung zu Vermutung, manch ein Verdacht stellt sich als falsch heraus, und auch der Showdown am Ende hält noch Überraschungen für mich bereit.



Daher gibt es von mir eine klare Leseempfehlung. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Bewertung vom 23.07.2019
Sterne über der Toskana / Toskana-Saga Bd.3
Seemayer, Karin

Sterne über der Toskana / Toskana-Saga Bd.3


ausgezeichnet

Gianna, die Nichte von Michele und Antonella aus den ersten beiden Bänden der Toskana-Reihe, verlässt in der ersten Szene der Romans die Schule für höhere Töchter in Florenz. Durch ihre Lehrerin werden ihre Fähigkeiten und auch ihre Mängel deutlich beschrieben, wodurch sie mir gleich sympathisch wird. Die Familie besucht noch die Oper in Florenz, bevor sie gemeinsam zum Weingut zurückkehren, wo bald auch ein Brief von Michele eintrifft.

Schon nach wenigen Seiten bin ich wieder mitten im Geschehen, erinnere mich an die Figuren der bisherigen Romane und lerne die nachfolgende Generation kennen.

Was mir ausnehmend gut gefällt, ist die enge Verflechtung von historischem Background und den fiktiven Protagonisten.
Gianna entwickelt sich vom romantischen jungen Mädchen zur jungen Frau, steckt Rückschläge ein und gewinnt Menschen für sich, erlebt Abenteuer und Katastrophen. Gern folge ich ihr durch die unruhigen Zeiten.
Die Mischung aus Informationen und Persönlichem, gewürzt mit etwas Romantik entspricht genau dem Typus von historischen Romanen, die ich bevorzuge.
Von mir gibt es daher eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 13.07.2019
Gräfin Anna und die Rache der Verdammten
Dietrich, Anke

Gräfin Anna und die Rache der Verdammten


ausgezeichnet

Unter merkwürdigen Umständen erhält Gräfin Anna einen alten Papyrusfetzen zugespielt. Eigentlich weilt sie mit ihrem Gatten zum Wohle von dessen Gesundheit in Luxor, aber abenteuerlustig macht sie sich mit ihm und dem befreundeten und ebenfalls ägyptenbegeisterten Lord Rutherford nach Mittelägypten auf.

Dort graben bereits deutsche Archäologen und die Ankunft der Gruppe bleibt nicht unentdeckt. Als die Forscher die Abenteurer zur Rede stellen und zur Umkehr bewegen wollen, beginnen merkwürdige Dinge.
Ein Sandsturm verhindert, dass die Gruppe ein ausgetrocknetes Flusstal wieder verlassen kann und so nutzt die Zwangsgemeinschaft die Zeit, um den Hinweisen auf dem Papyrus nachzugehen.
Kaum haben sie einen ersten Hinweis gefunden, gibt es die ersten Toten ...

Was mich an diesem Roman fasziniert, ist die doppelte historische Einbettung.
Einerseits erfahre ich neben den abenteuerlichen Begebenheiten viel über den damaligen Forschungsstand (die Handlung spielt im Jahr 1912) und die Gesellschaft zur Kaiserzeit, insbesondere auch im Hinblick auf den Umgang mit fremden Kunstschätzen und den Menschen in Ägypten.
Andererseits stecken in den Funden und Gesprächen der Archäologen viel Wissen über das antike Ägypten, den Totenkult und die Religion.
Dass dabei auch eine Portion Fantasy im Spiel ist, stört mich persönlich nicht, weil sie so in die Handlung eingebettet ist, dass sie meines Erachtens die Handlung brillant unterstützt.
Insofern ist es der Autorin gelungen, Fakt, Fiktion und Fantasy zu einem spannenden Roman zu verweben, den ich mit Begeisterung gelesen habe.
Es werden viele spannende Aspekte angesprochen, sowohl was das beginnende 20. Jahrhundert angeht, als auch das antike Ägypten.

Bewertung vom 22.04.2019
Ein gewagtes Angebot (eBook, ePUB)
Cabot, Patricia

Ein gewagtes Angebot (eBook, ePUB)


sehr gut

Payton Dixon wächst in einem Männerhaushalt auf. Nur mit dem Vater und ihren Brüdern, deren Leben durch das Handelsunternehmen und die Überseeschiffe geprägt sind, hat sie sich zu einer eigenwilligen jungen Frau entwickelt. Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als Kapitän auf dem neusten Schnellsegler der Handelsflotte zu werden. Ausgerechnet dieses Schiff verspricht ihr Vater aber dem langjährigen Freund der Familie zu dessen Hochzeit. Kann sie die Hochzeit noch verhindern? Connor Drake ist der Mann, zu dem sie sich schon als Mädchen hingezogen fühlte, erst recht als junge Frau.


Diese Geschichte weicht von anderen Romanen dieses Genre ab, weil Payton eine starke Frau ist, die nicht immer gerettet werden muss. Sie stellt sich gegen die Familie, ja selbst gegen den Mann, den sie vergöttert, und setzt ihren Kopf durch.

So habe ich mich am Beginn der Geschichte gewundert, dass eine fast 19-jährige mit ihren Brüdern rangelt. Am Rande eines Dinners, zu dem die Familie eingeladen ist, lerne ich Payton und ihre Brüder kennen, lese mit Schmunzeln von den gesellschaftlichen Fehltritten der jungen Frau. Auch die Abenteuer, die folgen, habe ich mit Spannung verfolgt.
Gegen Ende jedoch fiel es mir schwer, ihre Entscheidungen und Handlungen nachzuvollziehen. So wurde der Lesegenuss nicht vollkommen rund.
Wer historische Liebesromane mit Abenteuern und einer untypischen Heldin mag, wird hier auf seine Kosten kommen.