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Bewertungen

Insgesamt 16 Bewertungen
12
Bewertung vom 14.05.2019
All das zu verlieren
Slimani, Leïla

All das zu verlieren


ausgezeichnet

„All das zu verlieren“ ist ein 224 seitiger Roman von Leïla Slimani. Das Buch erschien am 13.05.2019 im Luchterhans Verlag.

Zusammenfassung:
Adèle ist eine junge Frau mit Mann und Sohn, lebt in einem gehobenerem Pariser Viertel und arbeitet bei einer Tageszeitung. Ihr Mann ist Chirurg und bietet ihr ein luxuriöses Leben. Nach Außen hin scheint alles in Ordnung zu sein, allerdings ist Adèle nicht glücklich mit ihrem Leben. Sie betrügt ihren Mann mit etlichen Männern und setzt damit ihr unbeschwertes Leben aufs Spiel.

Meine Meinung:
Auf dem Cover ist eine junge Frau zu sehen, die rauchend auf einem Balkon steht und in die Ferne sieht. Dieses Bild passt gut zu der Geschichte, aber insbesondere zu der meist gelangweilten und etwas überheblichen Hauptperson. Diese führt in gewisser Weise ein Doppelleben, was optisch durch die Farbgestaltung des Covers dargestellt ist.
Die Autorin, Leïla Slimani, hat bereits erfolgreich einige Bücher veröffentlicht. Ich wollte seit längerem etwas von ihr lesen und war sehr gespannt auf dieses Buch. Ihr Schreibstil ist unterhaltsam und leicht verständlich, aber auch prägnant, scharfsinnig und ungeschminkt. Sie zeigt schonungslos Adèles Gedanken, ihren Blick und ihr Auftreten in Bezug auf ihren Mann, Sohn, Bekannte und diverse Liebhaber, was Adèle nicht besonders sympathisch macht. Beispielsweise hat sie ihren Mann nur geheiratet, weil es die gesellschaftlichen Konventionen von ihr erwarten. Von ihrem Sohn ist sie überwiegend genervt und versucht ihn so oft wie möglich in andere Hände zu geben, damit sie ungestört ihren Bedürfnissen nachgehen kann. Im ersten Moment irritierte mich die Freimütigkeit in Leïla Slimanis Sprache, aber je mehr ich mich mit der Handlung auseinander setzte, stellte ich fest, dass es keinen anderen Weg als diesem gibt, um die Hauptperson adäquat zu beschreiben und auf deren Problem bzw. Krankheit aufmerksam zu machen.

Fazit:
Der offene und zum Teil erbarmungslose Erzählstil der Autorin war für mich anfangs ziemlich gewöhnungsbedürftig. In unserer Gesellschaft wird meist nicht darüber gesprochen, wenn man als Frau für den eigenen Mann und die Kinder keine besondere Zuneigung empfindet. In diesem Buch werden solche Themen angesprochen, was ich von der Autorin sehr mutig finde. Wem Bücher über menschliche Abgründe gefallen, wird dieses Buch mögen.

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Bewertung vom 30.04.2019
Die Geschichte der schweigenden Frauen
Shah, Bina

Die Geschichte der schweigenden Frauen


sehr gut

„Die Geschichte der schweigenden Frauen“ ist ein 336 seitiger Roman von Bina Shah. Das Buch erschien im April 2019 im Golkonda Verlag.

Zusammenfassung:
In einer nicht näher beschriebenen Zukunft ist die Menschheit durch Krieg und Krankheit stark dezimiert. Viele Frauen sterben an einem geheimnisvollen Virus. Aus diesem Grunde müssen Frauen in Green City sich mit mehreren Männern vermählen und möglichst viele Kinder bekommen. Allerdings können sich nicht alle Frauen damit abfinden. Einige tauchen unter und leben versteckt in einer Gemeinschaft.

Meine Meinung:
Das Cover hat einen orientalischen Touch und passt insgesamt gut zum Inhalt des Buches.
Der Schreibstil der Autorin ist unterhaltsam und leicht verständlich. Sie baut die Spannung geschickt in das Buch ein. Am Ende jedes Kapitels fragt man sich, wie es mit der jeweiligen Person weiter geht. Dadurch wird das Buch nicht langweilig. Die verschiedenen männlichen und weiblichen Charaktere sind gut beschrieben, sodass man sich schnell in diese fiktive Welt einfinden kann. Die Autorin beschreibt verständlich den Zwiespalt der jungen Mädchen in Green City. Diese möchten lieber ihr eigenes Leben leben und bspw. weiter zur Schule gehen, anstatt zu heiraten und Gebärmaschinen zu werden. Man erfährt, wer die geheime Unterkunft für die untergetauchten Frauen geschaffen hat und lernt diese Gemeinschaft kennen. Private Stunden zu zweit gehören in Green City der Vergangenheit an, da Ehen mit mindestens drei Männern primär geschlossen werden, um Nachwuchs zu zeugen. Um ihr Leben finanzieren zu können treffen sich die untergetauchten Frauen mit reichen, einflussreichen Männern zu privaten, aber enthaltsamen Treffen. Allerdings läuft nicht alles wie erwartet. Ein Kunde verliebt sich in eine der Frauen. Dies führt zu einer Kette von Ereignissen, die die Frau in große Gefahr bringt. Es wäre schön gewesen, wenn die Geschichte etwas länger gewesen wäre. Das Ende des Buches war für mich etwas unbefriedigend, da ich gerne erfahren hätte was am Ende mit den anderen Beteiligten passiert ist und wie die Regierung von Green City reagiert hat. Ob es außerhalb von Green City die gleichen Probleme oder vielleicht sogar ein Gegenmittel für den Virus gibt?

Fazit:
Die Autorin hat eine glaubhafte totalitäre Welt geschaffen, in der die Hauptaufgabe der Frau darin liegt Kinder zu gebären. Zudem deutet sie in ihrem Buch auch auf die Zwangsehen und die Hilflosigkeit der Mädchen in unserer Welt hin. Wer sich mit solchen Themen beschäftigt, dem sollte das Buch gefallen.

Bewertung vom 25.03.2019
Die Spur der Toten / Witchmark Bd.1
Polk, C. L.

Die Spur der Toten / Witchmark Bd.1


ausgezeichnet

„Witchmark“ ist ein 384 seitiger Fantasy Roman von C. L. Plok. Das Buch erschien am 23.03.2019 bei Hobbit Presse im Klett-Cotta Verlag.

Zusammenfassung:
Der Arzt Miles Singer kümmert sich in einem Krankenhaus um heimkehrende Soldaten. Diese Soldaten weisen eine veränderte Persönlichkeit auf. Miles versucht den Soldaten so gut wie möglich helfen, was nicht immer ganz einfach ist. Eines Tages wird er zu einem Notfall gerufen. Der Sterbende, Nick Elliot, wurde nach eigener Aussage vergiftet und Miles stellt fest das dieser eine Hexe ist. Aber was noch schlimmer ist, auch Nick hat Miles als magisches Wesen identifiziert. Miles ist es allerdings wichtig unerkannt zu bleiben, da er sich vor seiner Familie versteckt. Dies gelingt ihm aber nicht, da er zufällig seiner Schwester in die Arme läuft. Diese ist eine Sturmsängerin und braucht dringend seine Hilfe. Zusammen mit Tristan Hunter versucht er den Mord an Nick Elliot aufzuklären und hinter das Geheimnis der veränderten Soldaten zu kommen.

Meine Meinung:
Das Cover gefällt mir sehr gut. Ich war überrascht, dass die Beschriftung im dunkeln leuchtet. Eine sehr schöne und ungewöhnliche Idee. Der Schreibstil der Autorin ist verständlich, abwechslungsreich und lebendig.
Die Charaktere sind gut gewählt und ausgearbeitet, sodass ich mich gut in die Personen hineinversetzen konnte. Den homosexuellen Aspekt fand ich anfangs ungewohnt, mittlerweile finde ich ihn richtig gut. Es sollte mehr Bücher geben in denen nicht nur die heterosexuelle Orientierung Thema ist.
Die Geschichte ist sehr spannend und erfreulicherweise unvorhersehbar. Die viktorianische Kulisse gibt der Geschichte eine geheimnisvolle Note. Insgesamt ist die Atmosphäre eher rätselhaft und ein wenig düster.

Fazit:
Es war eine Freude dieses Buch zu lesen. Ich konnte es nicht aus den Händen legen. Eine klare Kaufempfehlung für Menschen die gute Fantasybücher zu schätzen wissen. Freue mich schon auf den nächsten Teil.

Bewertung vom 20.03.2019
Die Reinsten
Hansen, Thore D.

Die Reinsten


gut

„Die Reinsten“ ist ein 424 seitiger Science Ficton Roman von Thorge D. Hansen. Das Buch erschien am 01.03.2019 im Golkonda Verlag.

Zusammenfassung:
Die Geschichte ist im Jahr 2191 angesiedelt. Die Menschheit ist durch Krieg und Klimakatastrophe stark dezimiert und der Planet kaum noch bewohnbar. Die künstliche Intelligenz "Askit" regelt das Leben der Menschen in sehr modernen Städten. Dort gibt es "Angepasste" und "Reinste". Letztere werden mit Hilfe eines Gehirnimplantates optimiert. Zudem überwacht Askit das Klima und kontrolliert die Regenerationsmaßnahmen auf dem Planeten, um weitere Klimakatastrophen zu verhindern. Außerhalb dieser Städte leben "Kolonisten" und "Degradierte" in Kolonien. Diese Menschen leben unabhängig von den Metropolen und sind vollkommen auf sich gestellt. Der Hauptcharakter ist die junge Frau Eve Legrand, die sich am Anfang der Geschichte in der Vorbereitung zu der Abschlussprüfung zur Reinsten befindet. Auf ihr liegen viele Erwartungen und es steht schon so gut wie fest, dass sie als Reinste anerkannt werden wird. Allerdings wird sie, zusammen mit anderen Reinsten, in die Kolonien verstoßen. Dies wirft sie aus der Bahn, wodurch sich ihre Sicht auf die Gesamtlage ändert.

Meine Meinung:
Das Cover gefällt mir recht gut, da es passend zum Thema gewählt ist.
Die Leseprobe hatte mir ausgesprochen gut gefallen. Ich lese sehr gerne Science Fiction und konnte es kaum erwarten das Buch zu lesen. Das Thema des Buches finde ich sehr interessant, allerdings hat mir die Umsetzung nicht so gut gefallen. Der Schreibstil des Autors ist eher trocken. Es gelang mir kaum, mich in die Personen hineinzuversetzen. Teilweise waren die Dialoge verwirrend oder drehten sich immer wieder um das gleiche Thema. Diese Gefühlsduseleien zwischen Eve und ihrem Mann bzw. dem Kolonisten fand ich eher langweilig und unpassend. Andere Themen, wie die Vergangenheit des Planeten und die Motive der Gründer bleiben dafür zu lange unklar.

Fazit:
Von dem Buch hatte ich mir mehr versprochen. Das Thema ist toll, aber die Geschichte tröge und sollte nochmal überarbeitet werden. Zudem sind mir einige Rechtschreibfehler aufgefallen. Insgesamt hätte man etwas mehr Zeit in das Buch stecken sollen, dann wäre es sicherlich ein Bestseller geworden.

Bewertung vom 24.12.2018
Stieg Larssons Erbe
Stocklassa, Jan

Stieg Larssons Erbe


sehr gut

„Stieg Larssons Erbe“ ist ein 480 seitiger Roman von Jan Stocklassa. Das Buch erschien am 15.11.2018 im Europa Verlag.

Zusammenfassung:
Olof Palme Premierminister in Schweden und wurde am 28.02.1986 er auf offener Straße in Stockholm ermordet. Bis heute ist der Fall nicht aufgeklärt worden. Jan Stocklassa ist zufällig auf das Recherchearchiv von Stieg Larsson, der sich sehr ausgiebig mit dem Mord auseinander gesetzt hat, gestoßen und hat eigene Recherchen vorgenommen. In diesem Buch hat er die unbekannten Informationen von Stieg Larsson und seine eigenen Spuren zusammengefügt.
Meine Meinung:
Das Cover zeigt Stieg Larsson und ist schlicht, mit weißer und grüner Schrift, gehalten.
Jan Stocklassa schreibt flüssig und authentisch. Anfangs erfährt man einiges über Stieg Larssons Leben und Wirken. Zudem bekommt man einen Einblick in die damalige schwedische Politik. Beides ist gut gelungen und wichtig, um dem Buch weiter folgen zu können. Dazu kommen die eigenen Ergebnisse von Stocklassa, welche gut recherchiert und verständlich aufgearbeitet, zusammen mit den anderen Puzzleteilen ein stimmiges Bild vom Tatverlauf ergeben.
Fazit:
Insgesamt ist das Buch gelungen und sehr interessant geschrieben. Der Leser kann der spannenden Suche nach dem Mörder von Olof Palme folgen und sich seine eigenen Gedanken dazu machen. Vielleicht führen die Recherchen von Jan Stocklassa ja tatsächlich dazu, dass die Schuldigen gefasst werden.

Bewertung vom 02.10.2018
Deutsches Haus
Hess, Annette

Deutsches Haus


ausgezeichnet

Die 1960er und die Ausschwitzprozesse

„Deutsches Haus“ ist ein 368 seitiger Roman von Annette Hess. Das Buch erschien am 21.09.2018 im Ullstein Verlag.

Zusammenfassung:
Eva Bruhn ist Dolmetscherin und wird unvorhergesehen für den ersten Auschwitz Prozess engagiert. Sie nimmt die Stelle, trotz des Widerstandes ihrer Familie und ihres Verlobten, an. Im Zuge des Prozesses ergeben sich persönliche Verbindungen zu Auschwitz, wodurch die Beziehungen zu den Eltern und dem Verlobten auf die Probe gestellt werden.

Meine Meinung:
Das Cover finde ich passend gewählt. Es zeigt das typische Bild einer Frau aus den 1960er Jahren. Die Autorin schreibt flüssig und authentisch. Gut gelungen finde ich die Gewichtung der einzelnen Handlungsstränge. Man bekommt Einblicke in das einfache Leben von Wirtsleuten, Eva und ihrer Schwester Annegret. Zudem von Evas gut situierten Verlobten Jürgen und einem Mitarbeiter der Anklage mit deren Ängsten, Hoffnungen und Wünschen. Und zum Anderen werden die NS-Verbrechen thematisiert.
Es ist insgesamt eine angenehme Mischung, sodass man einen Einblick in die Lebensweise der 1960er Jahre und der Kriegszeit bekommt. Die Autorin beschreibt bildhaft, wie sich die Menschen kleideten und wie ihr Alltag zu der jeweiligen Zeit war.
Gut herausgearbeitet ist zudem die Stellung der Frauen zu dieser Zeit. Emanzipation war damals noch ein Fremdwort. Als verheiratete Frau durfte man bspw. nur arbeiten, wenn es der Ehemann erlaubte. Man musste offiziell um die Hand anhalten. Alles war sehr förmlich, was heute kaum noch vorstellbar ist.
Die Autorin spricht aber nicht nur die NS-Vergehen an. Sie spricht über eine alte Schuld (Jürgen) und verweist, im konkreten Fall mit Annegret, auf die heutige Zeit. Wie verhalten sich Menschen, wenn sie Schuldgefühle haben oder jemand Unrecht tut? Hätte der Arzt seine Entdeckung anzeigen müssen, auch wenn er mit Annegret eine Affäre hatte oder ist das Wegsehen und ignorieren der Taten in Ordnung? Diese und andere Fragen haben sich die Menschen vermutlich auch im Krieg gestellt. Ein gelungener Kniff der Autorin, der die Vergangenheit mit der Gegenwart verknüpft.

Fazit:
Es ist ein gelungenes, gut durchdachtes und sehr lesenswertes Buch, welches den Leser nicht nur in die NS-Zeit, sondern auch die Nachkriegszeit mitnimmt. Es lädt zum Nachdenken und Diskutieren ein.

Bewertung vom 21.09.2018
Alligatoren
Spera, Deb

Alligatoren


ausgezeichnet

Die Südstaaten und drei starke Frauen

„Alligatoren“ ist ein 376 seitiger Roman von Deb Spera. Er erschien am 03.09.2018 bei Harper Collins Germany.

Zusammenfassung:
Der Roman nimmt den Leser mit in die Südstaaten, Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Sklaverei ist offiziell abgeschafft, aber noch immer sind Klassentrennung und Rassenfeindlichkeit in der Gesellschaft verbreitet. Hier leben drei Frauen, die in unterschiedlichen Schichten der Gesellschaft leben, aber deren Leben miteinander verbunden sind und Einfluss aufeinander nehmen. Da ist Annie, die Plantagen- bzw. Nähereibesitzerin, die mit Mann und zwei erwachsenen Söhnen auf der Plantage wohnt. Die beiden Töchter sind verheiratet, wohnen seit langem in einer anderen Stadt und haben keinen Kontakt zum Rest der Familie. Die Zweite ist Oretta, die farbige Haushälterin von Annie, deren Vorfahren schon seit Generationen für die Familie Coles arbeiten. Und dann ist das noch die weiße Arbeiterin Gertrude, deren Ehemann säuft und sie misshandelt. Gertrude lebt in einfachsten Verhältnissen und kann ihre Töchter kaum mit dem Notwendigsten versorgen. Jede der drei Frauen hat einen Schicksalsschlag zu verkraften. Trotz allem kämpfen sie weiter und geben nicht auf.

Meine Meinung:
Das Cover passt gut zum Buch, da es für mich ein typisches Bild der Südstaaten zeigt. Die Autorin schreibt abwechselnd aus der Sicht der drei Frauen. Die Rollen der Frauen sind gut durchdacht und machen einen authentischen Eindruck auf mich. Der Schreibstil ist unterhaltsam und verständlich. Das Buch lässt sich dadurch sehr gut und relativ zügig lesen. Die Autorin versteht es Spannung aufzubauen und verrät weder zu viel, noch zu wenig von der Geschichte.

Fazit:
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es erzählt sehr spannend von dem Leben drei starker Frauen, die versuchen ihr Leben zu meistern und mit den gegebenen Widrigkeiten zurecht zu kommen. Man bekommt einen Eindruck über das harte Leben in den Südstaaten zu Beginn des 20 Jahrhunderts.

Bewertung vom 21.09.2018
Mr Vernons Zauberladen / Die Magischen Sechs Bd.1
Harris, Neil P.

Mr Vernons Zauberladen / Die Magischen Sechs Bd.1


sehr gut

unterhaltsam und spannend
„Die Magischen Sechs - Band 1: Mr Vernons Zauberladen“ ist ein 304 seitiges Kinderbuch von Neil Patrick Harris. Es erschien am 06.09.2018 bei Egmont Schneiderbuch.
Zusammenfassung:
In dem Buch geht es um den Waisenjungen Carter, der bei seinem Onkel Sly lebt und von diesem dazu benutzt wird, Menschen mit Hilfe von Zaubertricks übers Ohr zu hauen. Carter hat ein außerordentliches Talent fürs Zaubern, möchte Menschen allerdings nicht beklauen und beschließt von seinem Onkel wegzulaufen. Er flüchtet per Zug und landet in dem kleinen Städtchen Mineral Wells, in dem momentan ein Jahrmarkt gastiert. Zufällig lernt er Mr. Vernon und seinen Zauberladen kennen. Nach wenigen Anlaufschwierigkeiten findet Carter Anschluss bei gleichaltrigen und tritt deren Zauberclub bei. Zusammen erleben sie ein spannendes Abenteuer.
Meine Meinung:
Neil Patrick Harris ist nicht nur Autor, sondern auch Schauspieler. Ich kann die schauspielerischen Qualitäten nicht beurteilen, aber die literarischen gefallen mir gut. Das Buch ist lebhaft und sehr unterhaltsam geschrieben. Der Erzähler erzählt aus der Perspektive von Carter und unterbricht zwischendurch die Erzählung, um dem Leser bspw. einen Zaubertrick beizubringen. Der Schreibstil ist lebhaft und kindgerecht. Passende Bilder ergänzen das Erzählte und das Cover passt ganz wunderbar zum Buch.
Fazit:
Das Buch wird jungen Lesern ab 10 Jahren sicherlich viel Freude machen. Neben der spannenden Geschichte gibt es ein paar Zauberstücke zu lernen und Rätsel zu knacken. Insgesamt eine tolle Idee und ich bin gespannt, ob die folgenden Bände von Neil Patrick Harris da mithalten können.

Bewertung vom 30.07.2018
Der Horror der frühen Medizin
Fitzharris, Lindsey

Der Horror der frühen Medizin


ausgezeichnet

„Der Horror der frühen Medizin“ ist ein 276 seitiges Sachbuch von Lindsey Fitzharris. Es erschien am 09.07.2018 im Suhrkamp Verlag.
Zusammenfassung:
Die Autorin beschreibt die Anfänge der Medizin im 19. Jahrhundert. Da wurden Operationen unter anderem auf Jahrmärkten und in Operationssälen ohne Schmerzmittel durchgeführt, in denen Schaulustige und unhygienische Arbeitsmittel zum normalen Tagesablauf dazu gehörten. Die Frage war nicht, ob ein Patient die Operation überlebt, sondern nach wie vielen Tagen dieser stirbt. Erst die Neugier und die Beobachtungen des Medizin Studenten und späteren Chirurgen Joseph Lister trugen dazu bei, dass sich dies langsam und nachhaltig änderte.
Meine Meinung:
Das Cover gefällt mir sehr gut. Es ist düster, gruselig und passt sehr gut zum Buch. Im Buchhandel hätte ich mir dieses Buch schon wegen des Covers angesehen. Die Autorin hat einen Schreistil, der mir gut gefällt. Sie schreibt so, dass die Geschichte informativ und dramatisch zugleich ist. Zudem ist es sehr spannend geschrieben, wodurch ich es kaum aus den Händen legen konnte. Innerhalb von ein paar Tagen hatte ich es komplett durchgelesen. Am gruseligsten finde ich den Teil, wo über die Operationen vor der Einführung von wirkungsvollen Narkosemitteln berichtet wird. Wenn ich mir vorstelle, dass man damals mit blutverschmierten Instrumenten und Kleidung operiert hat, stellen sich bei mir die Nackenhaare auf. Es muss ein unheimlicher Horror gewesen sein, zu dieser Zeit gelebt zu haben. Der Video-Clip zum Buch hat dies ein bisschen harmloser gezeigt. Die Instrumente und Kleider des Chirurgen waren hier sauber.
Fazit:
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Alle die sich für die Entwicklung der Medizin interessieren, wird das Buch ein Vergnügen sein. Ich kann es sehr empfehlen.

Bewertung vom 24.07.2018
Kampfsterne
Hennig von Lange, Alexa

Kampfsterne


sehr gut

„Kampfsterne“ ist ein 224 seitiger Roman von Alexa Henning von Lange. Er erscheint am 20.8.2018 im Dumont Verlag.

Zusammenfassung:
Eine Siedlung am Stadtrand in dem das bürgerliche Leben funktioniert. Familien wohnen in Häusern, die mit modernen Möbeln eingerichtet sind. Die Kinder bekommen Musikunterricht und werden zum Intelligenztest geschickt. Insgesamt wirkt alles sehr harmonisch. Wenn man allerdings genauer hinsieht, stellt man schnell fest, dass dies hier nicht so ist. In dem Buch geht es um drei Familien und um deren Beziehungen untereinander. Mit all ihren Ängsten, Hoffnungen und Fehlern die sie haben und machen.
Meine Meinung:
Das Lesen des Buches hat mich sehr unterhalten. Im Buch geht es um drei befreundete Familien und deren Beziehungen unter- bzw. miteinander. Besonders gut gefallen hat mir, dass das Geschehen aus der Perspektive verschiedener Personen geschildert wird. In der Freundschaft zwischen zwei Frauen erfährt man von denen direkt, wie sie zueinander stehen und zudem kommen deren Kinder und Partner auch zu Wort. Der Erzählstil ist gut gelungen und sehr unterhaltsam. Die Autorin hat sich gut in die verschiedenen Charaktere hinein versetzt und diesen eine glaubwürdige Stimme gegeben. Egal, ob es die emanzipierte Mutter, das Kleinkind, der rebellierende Teenager oder der zurückhaltende Ehemann ist. Insgesamt sehr stimmig und authentisch geschrieben.
Fazit:
Das Buch hat mir alles in allem sehr gut gefallen. Man bekommt einen zeitlich kurzen, aber umfangreichen Einblick in das Leben bürgerlicher Vorstadt-Familien. Mit all ihren Problemen, Hoffnungen, Eifersüchteleien und Missgünsten. Durch den Erzählstil kann man sich gut in die verschiedenen Personen hinein versetzen und deren Handeln teilweise nachvollziehen.

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