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Benutzername: ES
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Bewertungen

Insgesamt 44 Bewertungen
Bewertung vom 08.05.2018
Die Affäre Carambol
Lehnberg, Stefan

Die Affäre Carambol


ausgezeichnet

Goethe und Schiller - ja die bekannten Dichter - ermitteln. Eigentlich wollten sie nur Goethes Mutter in Franckfurth besuchen. Doch sie werden in einer brisanten Fall hineingezogen und obwohl sie sich zunächst Streuben, ermitteln sie, denn zwei Stadträte wurden bereits ermordet und es droht eine Belagerung durch Frankreich.
Doch es wird zuweilen richtig brenzlig für die beiden Herren.

Dieser Schreibstil: einfach göttlich. In der Sprache und Schreibweise gehalten die sicher damals in dieser Zeit gesprochen und geschrieben wurde. Mit einer ordentlichen Portion trockenem Humor.

Mir gefiel auch besonders gut die Aufmachung des Büchleins - Rot mit Goldprägung. Es erinnerte mich sofort an einen Sammlband Goethes Werke in meinem Bücherregal.

Bewertung vom 07.05.2018
Kleine Feuer überall
Ng, Celeste

Kleine Feuer überall


ausgezeichnet

Das Haus der Familie Richardson steht in Flammen. Wie konnte es soweit kommen?

Einige Monate vorher: Die Welt für Elena Richardson scheint in Ordnung. Alles verlief genau wie immer geplant: Studium, Ehemann, Haus (in Shaker Heights, einem Vorort in dem alles nach Regeln funktioniert) und viele wohlgeratene Kinder (bis auf die Jüngste). Doch da zieht Mia Warren mit ihrer Tochter Pearl in die Vorstadt. Pearl ist begeistert von der begüterten Familie Richards und die Kinder der Richards sind fasziniert vom unkomplizierten und minimalistischen Lebensstil der Warrens. Sehr schnell ändert sich alles in den beiden Familien und nichts ist mehr als es scheint.

Der Schreibstil hat mir unglaublich gut gefallen. Die Charaktere sind sehr gut getroffen, die Unterschiede der verschiedenen Gesellschaftsschichten glaubhaft hervorgehoben. Ich werde mir auf jeden Fall auch das erste Werk der Autorin besorgen.

Bewertung vom 06.05.2018
Sommernachtstod
Motte, Anders de la

Sommernachtstod


ausgezeichnet

Vor zwanzig Jahren verschwand Veras fünfjähriger Bruder, Billy, plötzlich spurlos. Ein Ereignis, dass die ganze Familie zerstörte. Veras Mutter nimmt sich noch im selben Jahr das Leben. Vera und ihr Bruter Mattias wollen nur noch weg aus dem kleinen Dorf.
Heute: Vera hat ihren Namen geändert (Veronica), lebt in Stockholm, wurde Therapeutin und sucht ihren Kick in Trauer-Bewältigung. Sie hatte sich in einen Patienten verliebt und wurde verlassen, sucht häufig Trost im Alkohol und ist im Job auf Bewährung. Da kommt ein junger Mann neu in ihrer Trauer-Gruppe, er beschreibt Erinnerungen an den Garten in dem Vera aufwuchs...

Dieser Krimi hat mich sehr in seinen Bann gezogen. Der Spannungsbogen war zwar nicht durchgängig, doch wollte ich unentwegt wissen wie es weiter bzw zu Ende geht.

Bewertung vom 06.05.2018
Revolution im Herzen
Beinert, Claudia; Beinert, Nadja

Revolution im Herzen


ausgezeichnet

Lenchen (Helena) Demuth wächst ein einer Zeit auf, in der Armut und Hunger die Menschen plagen. Ihr wird kaum Liebe, nur Spott und Unmut entgegen gebracht. Einzig ihr Vater (Pabbie) erkennt in ihr eine gescheite Tochter und bringt ihr als kleines Kind schon das Schach-Spiel bei. Er ist auch der Einzige der nach einem harten Arbeitstag auf dem Feld, noch ein Lächeln für sie übrig hat. Als ihr Vater plötzlich und unerwartet stirbt, wird die Not noch schlimmer. Als sie sich nur noch als Belastung für ihre Familie fühlt, sucht sie Arbeit in Trier. Hier lernt sie durch Zufall die Baronesse Jenny von Westphalen kennen und findet Arbeit bei deren Eltern als Dienstmädchen. Hier lernt sie auch den beängstigenden Karl Marx kennen. Doch Jenny wird mehr und mehr zur Freundin und sie ist ihr stets ergeben, bis sie sich in Karl Marx verliebt ...

Zum 200. Geburtstag von Karl Marx erschien dieser Roman über die unerfüllte Liebe zu seiner Dienstmagd. Erst im Nachwort lässt sich erkennen, dass nicht alles Wirklichkeit war.
Der Roman liest sich flüssig, die Charaktere sind gut beschrieben, die Armut und das Elend fast greifbar.

Bewertung vom 01.04.2018
Die Morde von Pye Hall
Horowitz, Anthony

Die Morde von Pye Hall


ausgezeichnet

Alan Conway ist ein egozentrischer Autor und schreibt Krimis die mit Agata Christi vergleichbar sind. Als er plötzlich tot aufgefunden wird, glaubt man zunächst an einen Selbstmord.
Susan ist Lektorin in einem kleinen Verlag und kommt in den Genuss seines letzten Werkes. Leider fehlt der Schluss. Da der Verlag ums Überleben kämpfen muss, versucht Susen die fehlenden Seiten zu bekommen. Dabei stößt sie auf Ungereimtheiten und versucht zu ermitteln.

Meine Neugier wurde geweckt als Susan sich mit dem Manuskript zum Lesen zurück zog. Vorweg erwähnte sie, dass dieses Buch ihr Leben veränderte. Sie hatte danach ihren Job, ihre Wohnung, ihre Freunde verloren. Nichts war noch wie früher. Dann beginnt der Krimi im Krimi. Atticus Pünd, ein Privatdetektiv, wird in ein Dorf gerufen, in denen zwei Morde begangen wurden. Schon dieser Krimi hat mir so gut gefallen, dass ich enttäuscht war als das Ende fehlte. Doch Susan musst ja noch ermitteln...
Ich habe diesen Krimi verschlungen!!!

Bewertung vom 09.03.2018
Die Königin von Lankwitz
Urlacher, Max

Die Königin von Lankwitz


sehr gut

Irene hat ihren Mann im Rückwärtsgang erledigt: vor und zurück, vor und zurück, immer wieder bis der Idiot endlich tot war. Im Knast lernt sie Bea kennen. Bea ist ein ganz anderer Typ, eher die Naive. Und doch werden die beiden Freundinnen. Aus dem Knast raus, beschließen sie eine Firma zu gründen: eine Rache AG. Mit genauen Vorstellungen machen sie sich ans Werk. Doch schnell merken sie, dass es eine Konkurrenz-Agentur gibt. Doch diese haben nicht so lautere Ansichten...

Ein sehr unterhaltsamer Roman von dem Schauspieler Max Urlacher. Unglaublich wie er sich in die Gedanken und Nöte der Frauen versetzen kann und mit viel Wortwitz zu Papier bringt.

Das Cover ist einfach gehalten, aber doch treffend. Sehr gut Herr Urlacher!!!

Bewertung vom 09.03.2018
Schlüssel 17 / Tom Babylon Bd.1
Raabe, Marc

Schlüssel 17 / Tom Babylon Bd.1


ausgezeichnet

Im Berliner Dom wird eine Leiche gefunden, in der Kuppel hängend wie ein schwarzer Engel, übel zugerichtet, mit einem Schlüssel um den Hals. Tom Babylon lässt sich nicht abschütteln, muss diesen Fall um jeden Preis haben. Mit diesem Schlüssel verschwand vor 19 Jahren seine kleine Schwester spurlos. Seither sucht er nach ihr, spricht sogar mit ihr weil er ihre Anwesenheit spürt (und sieht).
Tom Babylon, zweitbester Absolvent der Polizeischule, jüngster Kommissar-Anwärter beim LKA, jüngster Kommissar, Oberkommissar … und - Kommissar mit den meisten Dienstaufsichtsbeschwerden. Da sind Schwierigkeiten vorprogrammiert. Er bekommt die Psychologin Sita Johanns zur Seite, auch eine Außenseiterin. Was sich aber als Glücksgriff erweist, den bei der Polizei wird er schnell zum Hauptverdächtigen und kann niemanden mehr vertrauen.
Ich hatte bisher noch kein Werk von Marc Raabe gelesen. Dieser Thriller hat mich aber definitiv auf diesen Schriftsteller aufmerksam gemacht. Sein Schreibstil ist temporeich, spannend und mit häufigen Wendungen. Die Figuren sehr gut beschrieben, mit all ihren Ecken und Kanten, teils sympathisch, teils psychotisch. Mir wurde nie Langweilig, habe das Buch nahezu in einem Rutsch durch gelesen. Daher klare Kaufempfehlung!

Bewertung vom 09.03.2018
Die Geschichte des verlorenen Kindes / Neapolitanische Saga Bd.4
Ferrante, Elena

Die Geschichte des verlorenen Kindes / Neapolitanische Saga Bd.4


sehr gut

Wer die anderen drei Teile der Neapolitanischen Saga mit den Titeln "Meine geniale Freundin", "Die Geschichte eines neuen Namens" und "Die Geschichte der getrennten Wege" noch nicht gelesen hat, sollte diese Rezension nicht lesen. Andernfalls wäre dies ein Spoiler!!

Elena kehrt nach einigen Problemen und Streitereien mit ihrem Ehemann Pietro zurück nach Neapel, um mit Nino glücklich zu werden. Sie trifft nach langer Zeit wieder auf Lila, die sich sehr verändert hat und nun erfolgreiche Geschäftsfrau ist. Elena möchte sich nicht sofort wieder auf Lila einlassen, doch Lila weiß von Vorgängen innerhalb und außerhalb des Riones, die Elena sehr verunsichern und ihr wird wieder einmal bewusst, wie sehr sie sich verändert hat, seit sie zum Studieren weggezogen ist. Wie wird die Geschichte um die Freundschaft der beiden Frauen enden?
Wird es ein glückliches Ende geben oder wird die Welt um Lila und Elena zusammen brechen?

Endlich ist der finale Band der Reihe erschienen! Sehr lange habe ich auf das Finale rund um Elena und den Rione gewartet und habe so früh wie möglich begonnen, das Buch zu lesen. Leider muss ich sagen, dass ich wirklich nur sehr schwer in die Geschichte hinein gefunden habe. Es ist einfach schon zu lange her, dass ich den 3. Teil gelesen habe und es gibt viel zu viele Figuren, die mehr oder weniger eine Rolle spielen oder gespielt haben. Zwar gibt es zu jeder Ausgabe ein Lesezeichen, auf dem kurz nochmal Verhältnisse erläutert werden, aber der Abstand zwischen den Erscheinungsdaten war einfach zu groß.

Der Schreibstil war exakt wie in den vorherigen Büchern und hat mir wieder gut gefallen. Kein anderer Autor kann Geschichten im Stil von Elena Ferrante erzählen und den Leser so sehr dabei packen.

Auch wie die Geschichte letztendlich zu Ende ging hat mir gefallen - wobei ich natürlich nicht zu viel verraten möchte.

Zum Schluss möchte ich anmerken, dass Elena im Laufe der Geschichte meiner Meinung nach sich sehr gewandelt hat, was man aber nur merkt, wenn man wirklich darüber nachdenkt. Sie ist zwar durch alle Bände hindurch ein sehr egoistischer Mensch aber man erkennt mit jedem Teil mehr, wie sie erwachsener und gebildeter wird.

Bewertung vom 24.02.2018
Böse Schwestern / Ellen Tamm Bd.2
Bley, Mikaela

Böse Schwestern / Ellen Tamm Bd.2


ausgezeichnet

Ellen Tamm ist Kriminalreporterin, beschäftigt sich also mit Gewaltverbrechen und bringt sie in die Nachrichten. Ein Fall mit einem kleinen Mädchen stürzt sie in eine tiefe Depression. Sie Verlässt das Haus nicht mehr und bricht alle Kontakte ab. Ihre Eltern beschließen sie nach Hause zu holen und ihr zu helfen. Da aber Ellens Zwillingsschwester mit acht Jahren ertrank, kehrt Ellen nur widerwillig zurück...
Noch auf dem Heimweg erfährt sie, dass soeben eine weibliche Leiche am Straßenrand gefunden wurde. Sie kann nicht widerstehen und will berichten.

Ellen ist durch den Verlust ihrer Schwester schwer traumatisiert. Sie scheint kaum zu schlafen und so gut wie nie zu essen. Sie kann sich nicht erinnern und scheint nie das Geschehen verarbeitet zu haben, niemand will wirklich darüber reden und so bleibt sie im Unklaren, fühlt sich schuldig, kann sich kaum im Spiegel anschauen.

Der Thriller ist in seinem Schreibstil sehr gut, die Spannung bleibt erhalten und es gibt einige Wendungen. Ich wurde stets gut unterhalten und war auf die Auflösung gespannt.

Bewertung vom 04.02.2018
The Woman in Cabin 10
Ware, Ruth

The Woman in Cabin 10


ausgezeichnet

Lo Blackwood ist Reisejournalistin und erlebt kurz vor Abfahrt einer Testfahrt schreckliches: sie wird in ihrer Wohnung überfallen, eingesperrt und beraubt. Seither ist sie traumatisiert, kann kaum schlafen, fühlt sich in engen Räumen extrem unwohl. Sie versucht mit Hilfe Alkohols besser schlafen zu können - was nicht immer gut ist. Da trifft es sich vielleicht recht gut, dass sie für ihre Chefin die Luxus-Testfahrt machen darf. Es ist ein relativ kleines Kreuzfahrschiff mit Luxuriöser Ausstattung für ein ausgewähltes reiches Klientel. Als sie sich etwas bei der Mitbewohnerin aus Kabine 10 ausleihen will, wird sie eigenartig abgefertigt. In der Nacht hört sie seltsame Geräusche. Am nächsten Tag wendet sie sich an das Bordpersonal, keiner kennt dieser Frau, die Kabine wäre die ganze Zeit schon leer und unbewohnt. Das erscheint Lo seltsam und sie lässt nicht locker....

Die Spannung zeiht sich durch den ganzen Thriller, die Ängste von Lo sind sehr realistisch und nachvollziehbar geschildert. Mein Tipp: empfehlenswert!