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Benutzername: Rajani


Bewertungen

Insgesamt 17 Bewertungen
12
Bewertung vom 09.09.2019
Ultimatum
Ditfurth, Christian von

Ultimatum


gut

Grundsätzlich gut geschrieben, aber die Art ist eher gewöhnungsbedürftig. Abgehackt kann man es nicht nennen, eher teils halbe Sätze. Aber genau genommen, so denken manche Menschen ja wirklich.
Es ist aber auch manchmal schwierig, mit teilweise extrem kurzen Kapiteln noch den Überblick zu behalten. Ich habe tatsächlich auch Kapitel als überflüssig empfunden.

Zum Thema. Es ist faszinierend, welch große Fantasie dieses allzu realistische Szenario in ein Buch gepackt hat. Ja, das ist doch wirklich denkbar. Man lernt einmal mehr, wie machtlos die Mächtigen manchmal sein können. Wenn nur die Rahmenbedingungen zu jedem Gegenteil ausgerichtet werden.

Letztlich muss ich aber sagen, es zieht sich zunächst bis zur Hälfte ein wenig wie Kaugummi, dann wird es plötzlich rasant und der Leser weiß trotzdem ganz genau, dass ist noch gar nicht das Finale. Dann flaut es wieder ab, bleibt aber interessant.
Was mich irgendwann wirklich genervt hat, war de Bodt mit seiner Idee, die ihn dauernd umkreist aber bis fast zum Schluss nicht in Worte gefasst wird. Es ist natürlich auch sehr schwer all die politischen Wirrungen zu verstehen, wenn man nicht so viel Ahnung von Weltpolitik hat. Ein Freund beschwert sich oft, dass die Russen immer für alles herhalten müssen, da macht es mich schon nachdenklich, wie viel Wahrheit hier drin steckt.

Alles in allem ist es okay, besser, wenn man sich mit Weltpolitik etwas auskennt.
Da ich das nicht tue, gibt einen Stern dafür weniger. Den zweiten Sternabzug für die umständliche Schreibart sowie ein paar grammatikalische Fehler, die in der zweiten Hälfte so plötzlich wie die kurze Raserei auftauchten.

Bewertung vom 30.05.2019
Bleib doch, wo ich bin
Keil, Lisa

Bleib doch, wo ich bin


sehr gut

Die Geschichte handelt von Kaya, der Tante von Milli, die nebst einem Buchladen auch ein angrenzendes Cafe besitzt und ein leidenschaftlicher Pferdenarr ist. Sie lebt in dem ländlichen Ort Neuberg, irgendwo bei Köln. Eines Tages baut Milli Mist, weil sie aus Tierliebe aus einem Labor 2 Ratten stiehlt. Da sie Angst vor ihrer Mutter hat, fragt sie ihre geliebte Tante Kaya, ob die nicht den Termin deswegen in der Schule wahrnimmt und dem Lehrer, Herrn Lasse Fries, vorgaukelt, ihre Mutter zu sein. Kaya sieht ihrer Schwester zufällig zum Verwechseln ähnlich und Milli zuliebe macht sie es. Nicht ahnend, welche Folgen das noch hat... Sie kann wegen der Brille ihrer Schwester Lasse Fries nicht erkennen, dafür erkennt er sie sofort, als sie sich einige Zeit später auf einer Scheunenparty begegnen. Wegen einer Wette mit Kayas mit Freundin kommen sie ins Gespräch und die Geschichte nimmt ihren Lauf mit Irrungen und Wirrungen wie sie süßer nicht sein könnten...

Ich finde dieses Buch ganz niedlich, auch wenn es mit Klischees keineswegs geizt. Beim Lesen kam mir oft der Gedanke, dass es absolut klar war, dass das jetzt kommt. Es ist teilweise vorhersehbar, so wie bei vielen romantischen Filmen, wo man eigentlich schon fast den Ablauf erahnen kann. Trotzdem steht dieses Buch da drüber, weil es so luftig leicht zu lesen ist. Es ist süß und ich behaupte mal, wer selbst eine gute Beziehung führt, der kann hier gut mitfühlen und erkennt vieles wieder.
Einziger Knackpunkt ist, dass es oft schwer fällt, zu erkennen, welcher der beiden Protagonisten im Kapitel gerade im Vordergrund steht. Da muss man manchmal ein paar Sätze mehr lesen um zu erkennen, ob es nun Kaya oder Lasse ist.

Insgesamt gefällt es mir sehr gut, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Autorin das Buch ursprünglich nur für ihre Freundinnen geschrieben hat. Das finde ich sehr bemerkenswert, denn einfach ist das ganz und gar nicht. Dafür ist es schon sehr gut gelungen.

Bewertung vom 30.01.2019
Der Himmel gehört uns
Allnutt, Luke

Der Himmel gehört uns


sehr gut

Schon als ich das Buch in der Hand hatte und wusste, worum es ging, hatte ich geradezu Angst, es zu lesen. Ich habe selbst 2 Kinder und ich hoffe nie, wirklich niemals, in so eine Situation zu kommen. Ich war sehr sehr oft den Tränen nahe und wenn ein Buch das schafft, dann ist es wirklich gut...

Die Geschichte beginnt mit Rob Coates, dem Protagonisten. Sie beginnt mit Teil 1 so ziemlich mittendrin. Er erscheint zunächst unsympathisch, um nicht zu sagen ein wenig widerlich. Es wird jedoch schnell deutlich, dass dem nicht so ist, sondern dieser Mann einfach unglaublich viel leidet und deswegen im Alkohol Zuflucht sucht. Gleichzeitig wird er aber auch sehr interessant dargestellt, wenn er von seinen Panoramen berichtet und was sich dahinter verbirgt. Rob ist nämlich Vater eines kleinen Jungen, dem er auf diese Weise Nachrichten überbringen möchte, egal, ob er sie jemals erhalten wird oder nicht. Zu Beginn ist es nicht sehr eindeutig, ob der Junge gestorben ist oder ob er einfach bei seiner Mutter lebt, von der sich Rob Coates getrennt hatte.
Mit Teil 2 folgt jedoch die Vergangenheit und damit die Aufklärung bis zu Teil 1 in einer wunderbar chronologischen Reihenfolge, mit einem einzigen Schnitzer, der mir aufgefallen ist. Es wird plötzlich um ein ganzes Jahr gesprungen, was aber wohl eher ein Druckfehler ist. In diesem Teil ist herrlich erfrischend zu spüren, wie sich Rob und Anna lieben, wie er für sie fühlt. Es ist aber genauso gut eingefangen, dass das Leben nicht aus Luft und Liebe besteht und Rückschläge immer wieder dazugehören. Rückschläge, die die beiden noch sehr gut kompensieren können. Das Glück könnte nicht schöner sein, während sie nach 2 Fehlgeburten endlich einen Sohn bekommen. Doch auch dieses Glück ist in Gefahr. Der kleine Jack ist krank, denn es wird ein Hirntumor diagnostiziert. Zunächst ist es eine Tumorart, welche sehr gut behandelbar ist. Das Glück schimmert hervor, denn der Tumor kann entfernt werden. Die Geschichte ist hier aber noch lange nicht zu Ende. Wieder schlägt das Schicksal zu, als Jack ein paar Monate nach der Operation zusammenbricht. Plötzlich ist es ein Tumor, bei dem es keine Überlebenschance gibt. Die Welt bricht zusammen für Rob und Anna. Es ist sehr gut beschrieben, wie sie beide damit umgehen. Da Anna grundsätzlich emotional schwächer ist als Rob, ist er automatisch viel deutlicher und klarer umrissen in seinen Gefühlen, als sie. Man leidet regelrecht mit ihm, man hofft mit ihm, man weint mit ihm.
Und dann folgt Teil 3, welcher sozusagen an Teil 1 anschließt und die Geschichte zu ihrem Ende bringt...

Es gibt nur einen einzigen riesigen Kritikpunkt, der mich gewaltig gestört hat und für den ich einen Stern abziehe:
Die Geschichte ist nur so gespickt mit Markennamen, die jeder kennt (Google, McDonalds, Java, Babybel, etc....). Das zieht sich durch das ganze Buch und das hat mich genervt. Jeder kennt diese Firmen und eine Umschreibung, wie z.B. Suchmaschine statt Google oder Burgerladen statt McDonalds hätte auch ausgereicht. Die Tatsache, dass die Marken genannt werden, impliziert – mir zumindest – dass diese auch an der Finanzierung des Marketings beteiligt sein könnten oder sonst einen Vorteil daraus ziehen. Ob das so ist, sei dahingestellt, aber die explizite Benennung der Marken in diesem Ausmaß ist mir noch nie untergekommen.

Bewertung vom 05.10.2018
Dark Lake
Bailey, Sarah

Dark Lake


gut

Kurz vor Weihnachten wird Detective Gemma Woodstock zu einem Fall gerufen, der ihr Leben mit einem Ruck noch stärker aus den Fugen schlägt, als es eh schon der Fall ist. Eine Frau wurde ermordet. Gemma kannte sie, war mit ihr zur Schule gegangen. Dennoch ermittelt sie zusammen mit ihrem Partner McKinnon in dem Fall. Nichts geht voran, es stockt, keine verwertbaren Hinweise... Und Gemma scheint immer mehr die Kontrolle über ihr Leben zu verlieren...

Das Buch beginnt sehr ruhig und das zieht sich auch durch. Trotz dieser gelassenen Ruhe ist es spannend. Man fragt sich irgendwann selbst, wer denn nun Grund genug für einen Mord gehabt hätte. Die Tatsache, dass das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben ist, gefällt mir nur bedingt. Es ist anders. Das Gefühl ist ein anderes. Man kann sich dadurch viel mehr in die Protagonistin einfühlen, wenngleich mir ihr Handeln oft schleierhaft erscheint. Ich kann mich in keinster Weise mit ihr identifizieren, auch wenn sie recht interessant dargestellt ist. Trotzdem gehört dieses Buch tatsächlich zu jenen, wo es wirklich gelungen ist, mir einen Kloß im Hals zu bescheren.
Leider sind mjr tatsächlich grammatische Fehler aufgefallen und das in einem maß, das mir noch nicht untergekommen ist. Manche Sätze musste ich zweimal lesen, um sie zu verstehen. Schade eigentlich, denn die Geschichte ist schon mitreißend, wie schwer der Weg zum Ermittlungserfolg sein kann. Und ich finde, es muss nicht immer actiongeladen sein, auch wenn ich das manchmal mag. Hier ist es höchst passend, dass es sehr ruhig sozusagen zugeht.

Alles in allem, trotz der Fehler, würde ich es durchaus weiterempfehlen.

Bewertung vom 18.06.2018
Frauen, die Bärbel heißen
Reiners, Marie

Frauen, die Bärbel heißen


weniger gut

Frauen, die Bärbel heißen... Nun ja, nicht jede Bärbel ist so makaber und eigenartig wie diese hier. Bärbel Böttcher, 54, Tierpräparatorin, Hundehalterin und allein lebend. Doch ihr Eremiten-Dasein wird jäh unterbrochen, als sie im Wald eine Leiche findet, welche das perfekte Stöckchen für ihre Hündin Frieda bei sich hat... allerdings im Auge. Nun nimmt man ja an, man macht seine Aussage und damit ist die Sache erledigt. Nicht hier. Danach kommt das ganze erst so richtig ins Rollen, als eine Frau bei ihr auftaucht. Die Ehefrau des Toten. Und als die dann auch noch Bärbel angreift, ist ihr Leben erstmal völlig aus der Bahn geraten und dabei soll es auch nicht bleiben...

Diese Geschichte ist mindestens genauso makaber und eigenartig wie die Protagonistin selbst. Deren Darstellung, bzw. eigentlich eher ihre Logik, entzieht sich gänzlich meinem Verständnis von Logik. Ihre Handlungsweise wollte sich mir das gesamte Buch über nicht so recht erschließen. Es ist zwar durchaus lustig geschrieben, dennoch kann ich den Verlauf nicht nachvollziehen. Ich glaube, dass jeder logisch denkende Mensch hier in so manchen Situationen anders gehandelt hätte. Aber nun gut, dann wäre die Geschichte ja auch ziemlich schnell zu Ende, wenn Bärbel nicht das getan hätte, was sie in der Geschichte tat.
Dennoch macht es für mich keinen Sinn, so zu handeln und es kommt mir im Nachhinein eher so vor, als wäre Bärbel psychisch krank. Zudem kommen zwischendurch auch Informationen hinzu, die zwar interessante Entwicklungen versprechen, jedoch überhaupt nicht weiter ausgebaut sind. Vielleicht soll das auch gar nicht so sein, manche Dinge bleiben im echten Leben ja auch nur an der Oberfläche angekratzt aber werden nie aufgeklärt. Oder es soll noch ein Folgeroman erscheinen? Das könnte man bei einem eher offenen Ende wie diesem auch vermuten.

Alles in allem ist es okay, wer makabere Geschichten wie diese mag, sollte es auf jeden Fall lesen, für mich ist das kein Buch, dass ich zweimal lese.

Bewertung vom 26.01.2018
Das erste Opfer / Oxen Bd.1
Jensen, Jens Henrik

Das erste Opfer / Oxen Bd.1


sehr gut

In dem Buch dreht es sich um den Ex-Elitesoldaten Niels Oxen. Dieser beschließt zu Beginn der Trilogie ein Leben als Einsiedler im Wald nahe Aalborg zu führen. Einzige Begleitung ist sein treuer Hund Mr. White. Der Start dieses Lebens ist zunächst schwierig, aber es gelingt ihm mit der Zeit. Während einer spätabendlichen Erkundungstour im Umland des Waldes will sich Oxen das Gelände von Norlund Slot ansehen. Nichts ahnend stolpert er dabei direkt in einen Mordfall. Um nicht noch verdächtigt zu werden flüchtet er. Trotzdem kommt die Polizei ihm auf die Spur und er ist sofort verdächtig. Nach dem Verhör allerdings scheint sich das Blatt zuwenden. Man wirbt ihn plötzlich an, heimlich für den Inlandsnachrichtendienst zu ermitteln. Denn der ermordete ehemalige Diplomat ist nicht der einzige. Unsicher was er davon halten soll, nimmt er den Auftrag an. Damit beginnt die Suche nach der Wahrheit und Jagd nach einem unsichtbaren Mörder. Wird er den Täter finden oder wird er selbst der Sündenbock?

Das Buch ist interessant geschrieben, die Gegebenheiten und Personen gut beschrieben, sodass man sich fast alles bildhaft vorstellen kann. Im Verlauf zeigt sich, dass es hier auch um einen Geheimbund geht. Allerdings erscheint mir hier die Geschichte um diesen Geheimbund deutlich interessanter als bei vielen anderen, da die Grundlage für den Geheimbund historisch belegt ist. Alles im allen ist es interessant und mich interessieren auch die Folgebände. Definitiv lesenswert.

Bewertung vom 16.07.2017
Murder Park
Winner, Jonas

Murder Park


gut

Bei jedem Buch ist das erste, was mich packen muss der Titel. Das hat er hier schon mal. Als zweites muss auch der Text auf der Rückseite passen. Auch das hat er. Die Aufmachung des Buchs ist erstmal zweitrangig, allerdings hat mir persönlich die Farbgestaltung hier - das grau und gelb - nicht besonders gut gefallen. Im Nachhinein muss ich sagen, es ging ja um eine Art Vergnügungspark, schade also dass die Wörter nicht bunter waren oder mit einer Art Effekt als würden sie leuchten und einige wie bei kaputter Beleuchtung eben nicht. Aber gut, darum geht es natürlich nicht, sondern um die Story.
Hier geht es hauptsächlich um den Blogger und Reporter Paul Greenblatt. Dieser hat, wie 11 andere Personen, das sogenannte "Glück" an einer Presseveranstaltung für einen neuen Park namens "Murder Park" teilzunehmen. Natürlich nur, um darüber zu berichten und die PR dafür anzukurbeln. Worum es genau gehen soll, weiß aber - bis auf die Veranstalter Rupert Levin und Beth Hoffman - niemand sonst. Erst auf der Fähre und auf der Insel, auf der der Park errichtet werden soll, erfahren die Teilnehmer mehr. Einzig die Insel ist allen sehr gut bekannt. Denn es ist die Insel, auf der früher der erfolgreiche Vergügungspark "Zodiac Island" gewesen war. Dieser jedoch musste geschlossen werden, da dort 3 Morde geschehen waren. Nun soll ausgerechnet dort der neue "Murder Park" entstehen. Die Veranstalter planen dort ein Singles-Setting, also ein Park in dem Singles unter dem Motto Killer-Wochenende zueinander finden sollen. Dieses Spiel sollen auch die Presseleute für ihre Berichte mitspielen. Daher sind auch alle Teilnehmer Singles, bis auf das Haushälter-Pärchen. Doch der erste Tag ist noch nicht vorbei, als es die erste Tote gibt und schnell klar wird, dass es hier kein Spiel mehr ist...

Die Idee selbst ist gut, allerdings ist bereits das Vorhaben namens Murder Park etwas, wo ich glaube, dass nirgendwo jemand so eine Art Erlebnispark jemals zulassen würde. Aber gut, in Amerika ist ja alles möglich, wer weiß. Am Anfang fand ich alles noch ziemlich gut, auch die Interviews sind gut verteilt, so dass einige Hintergrundinformationen nach und nach preisgegeben werden. Allerdings, je weiter die Geschichte geht, desto eher tauchen auch fehlende Buchstaben auf, besonders am Ende. Es gibt außerdem zum Ende hin zwei drei Szenen die nicht mehr in der üblichen Vergangenheitsform gehalten sind sondern einen nahtlosen Übergang in die Gegenwart haben, welche dann aber abrupt wieder in die Vergangenheitsform wechselt. Ob das so sein soll oder nicht, ich fand es störend, zumal es nur zum Ende vorkommt und nicht schon von Anfang an. Außerdem nimmt die Geschichte im Verlauf eher einen Stil an, der mich persönlich stark an einen Film erinnert. Das Ende ist übrigens ziemlich überraschend, wenn einem auch mit ein wenig logischem Denken durchaus der Täter rasch in den Sinn kommt. Was mir zudem noch aufgestoßen ist, auch wenn es um ein Singles-Setting und einen Sexualtriebtäter geht, es ist mir zuviel davon in der Geschichte. Bei fast jedem der Teilnehmer gibt es irgendeine Szene oder Erinnerung in der es ums eindeutige körperliche Verlangen geht. Das war mir persönlich zu viel.

Abschließend kann ich sagen, das Buch ist nicht schlecht, aber durch den Verlauf zum Ende hin, welcher sozusagen viel zu sehr an Fahrt zunimmt, hat es eher eine Atmosphäre wie ein Film angenommen. Etwas was ich an Thrillern nicht mag. Es darf und muss auch mal rasant zugehen, aber das war mir hier zu viel. Auch wenn der Thrill wirklich heftig war, ich bevorzuge es eher langsam und am Ende mit einem großen Knall sozusagen.
Daher nur 3 Sterne, weil mich der letzte Teil des Buches nicht mehr so sehr ansprach und auch weil es mir zu viel ums körperliche Begehren geht. Ein bisschen gerne, aber nicht so viel.

Bewertung vom 16.04.2017
SUMMERTIME - Die Farbe des Sturms
LaFaye, Vanessa

SUMMERTIME - Die Farbe des Sturms


gut

Die Geschichte spielt im Jahr 1935 in Heron Key, Florida. Es geht um mehrere Personen, deren Geschichte Stück für Stück erzählt wird. Das alles vor dem Hintergrund eines heftigen Hurrikanes der die Stadt bedroht.
An und für sich ist die Story gut erzählt, jede Person bzw. jedes Paar erhält die gleiche Aufmerksamkeit, einmal von Missy und Henry abgesehen, die die tatsächlichen Hauptpersonen der Geschichte darstellen.
Die Geschichte beginnt recht blutig mit dem Angriff eines Alligators auf das Baby der Familie Kincaid, welches von Missy gehütet wird. Der Alligator wird jedoch mutig von Selma, der Schwester von Henry - welcher im Krieg gewesen war und erst jetzt heimgekehrt ist - erschossen. Damit die Eltern des Babys davon nichts erfahren, entscheidet man sich dazu, das erlegte Tier zu zerteilen, abzutransportieren, den Garten schnellstmöglich zu reinigen und das Fleisch dann zur Feier des 4. Juli auf die Tische zu bringen. Noch am Abend dieses Festes, wird Hilda, die Mutter des Babys, fast totgeprügelt im Straßengraben gefunden. Wenig später folgen die Ermittlungen und zur damaligen Zeit wurden natürlich sofort die schwarzen Veteranen verdächtigt. Dwayne, der Polizist, nimmt im Veteranenlager die Ermittlungen auf. Henry, der beim Zerteilen des Alligators half, wird festgenommen, weil man sein blutbesudeltes T-Shirt findet. An dieser Stelle ist der weitere Verlauf für mich rätselhaft. Entweder war es verboten für Schwarze das Gelände eines Weißen zu betreten, es sei denn er arbeitet dort, oder es gab andere Gründe, die ich nicht nachvollziehen kann - doch Henry weigert sich zu sagen, woher das Blut stammt. Und damit nimmt das Chaos und darum herum der Hurrikane seinen Lauf.
Es ist durchaus sehr spannend geschrieben, aber es entzieht sich gänzlich meinem Verständnis, wie Henry bei seiner Verhaftung reagiert. Man könnte diesen Teil beinahe als Füllstoff betrachten - daher nur drei Sterne, von denen einer fürs Buchdesign ist,

Bewertung vom 09.01.2017
Im ersten Licht des Morgens
Baily, Virginia

Im ersten Licht des Morgens


gut

Chiara Ravello, lebt im Rom zur Kriegszeit gemeinsam mit ihrer Schwester Cecilia. Sie setzt sich heimlich und bislang unbemerkt im Widerstand ein, als sie eines Morgens im jüdischen "Ghetto" bei einem Freund Zeugin wird, wie die jüdische Gemeinschaft abtransportiert wird. Eine Familie brennt sich unwiderruflich in ihr Gedächtnis, denn die Mutter der Kinder bittet sie stumm, wenigstens eines ihrer Kinder zu retten und hält ihren Jungen in ihre Richtung. Ohne weiter nachzudenken, gibt sie sich als die Tante des Jungen aus und kann ihm somit das Leben retten. Später fragt sie sich einige Male, was sie da nur getan hat, denn Daniele, der sie zwar später auch "Ma" nennt, zeigt ihr nie, dass er ihr diese Tat auch dankt.
30 Jahre später wird sie erneut mit der Vergangenheit konfrontiert. Daniele ist bereits lange weg, sie vermutet, dass er vielleicht sogar schon tot sein könnte, da sie nie wieder etwas von ihm gehört hat, seit sie eine folgenschwere Entscheidung treffen musste. Als ein Mädchen bei ihr anruft und behauptet, Danieles Tochter zu sein, stürzt es Chiara in ein Chaos, welches sie zunächst noch in den Griff bekommt. Doch als dieses Mädchen ihr wenig später offenbart, ihre Prüfungen geschwänzt zu haben und nun zu ihr zu wollen, bringt das alles völlig durcheinander...

Die Handlung spielt abwechselnd im Jahr 1943 und danach, wo die Geschichte auch beginnt, und im Jahr 1973. Vergangenheit und Gegenwart sind interessanterweise im Tempus genau gegensätzlich geschrieben - das finde ich sehr interessant. Das sowie die Angabe zu jedem Kapitel macht es dem Leser leicht zwischen Vergangenheit und Gegenwart eindeutig zu unterscheiden.
Was mich etwas irritierte war die Tatsache, dass dem Mädchen trotz geschwänzter Prüfungen und Lügen erlaubt wurde, nach Italien zu Chiara zu reisen. Ich bezweifle, dass das überhaupt irgendwelche Eltern jemals tun würden, aber nun gut. Außerdem fand ich in einem der ersten Kapitel auch den Begriff Patchwork für eine selbstgenähte Decke aus einzelnen Stoffstücken für die Kriegszeit in Italien eher unpassend. Ich glaube nicht, dass man eine solche Decke damals schon und vor allem in Italien als Patchwork bezeichnet hat.
Ansonsten finde ich das Buch gut geschrieben. Es ist in den jeweiligen Zeiten entsprechend und vor allem auch sehr bildhaft geschrieben. Man kann sich einzelne Szenen sehr gut vorstellen. Allerdings würde ich mir eher weniger ein Buch kaufen, dass über die Kriegs- bzw, Nachkriegszeit handelt. Die 70er sind auch nicht so meine Zeit.
Wer also mit einer Kriegs-/Nachkriegsgeschichte bzw. einer Geschichte, spielend in den 70ern, keine Probleme hat, dem dürfte es gefallen.

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Bewertung vom 11.10.2016
Die Unvollkommenheit der Liebe
Strout, Elizabeth

Die Unvollkommenheit der Liebe


weniger gut

Nach einer Operation liegt die Protagonistin Lucy Barton lange Zeit im Krankenhaus. Für etwa 5 Tage kommt ihre Mutter sie besuchen, da Lucys Mann das organisiert hat. Lucy und ihre Mutter haben ein eher eigenartiges Verhältnis zueinander. Lucy ist in einer Familie aufgewachsen, in der niemand seine Gefühle ausdrücken konnte - was auch mit den Kriegserfahrungen ihres Vaters zu tun hatte. Lucy ist allerdings das einzige von 3 Kindern, das tatsächlich studiert hat und auch Erfolg hat. Sie ist Schriftstellerin geworden. Lucys Mutter erzählt ihr einige Geschichten von Bekannten und Lucy ist trotz all der Schwierigkeiten mit ihrer Familie überglücklich sie in der schweren Zeit an ihrer Seite zu wissen. Die Geschichte beschreibt jedoch nicht nur die 5 Tage im Krankenhaus sondern auch Lucys Kindheit, die ersten Ehejahre, die gesamte Zeit im Krankenhaus und die Zeit danach.

Die Geschichte ist in der Ich-Form geschrieben, eine Perspektive die ich weniger gern lese. Dazu kommt, dass die Zeit, in der die Geschichte spielt, nicht meine ist. Der Hauptteil der Geschichte spielt in den 70ern. Die Geschichte selbst kann ich nicht ganz mit dem Titel in Verbindung bringen. Es ist durchaus richtig, dass man seine Eltern trotz solcher Geschehnisse wie in dieser Geschichte und der Unfähigkeit ihre Gefühle auszudrücken, lieben kann, aber deshalb ist die Liebe nicht unvollkommen. Jede Art zu lieben ist auf ihre Weise vollkommen und doch ist die Liebe als Eins immer unvollkommen. Es gibt nichts Perfektes und das ist gut so.
Besonders schade finde ich, dass es recht wenig ist, was man da für 18€ erhält, zumal einige Kapitel tatsächlich auf eine bis teilweise sogar nur eine halbe Seite ausgedehnt sind. Meiner Meinung nach hätte man einige dieser Kapitel ganz problemlos zusammenfassen können - in diesem Fall ist das entweder ein stilistisches Mittel oder eben einfach eine Möglichkeit die Seitenanzahl zu erhöhen. Schade um die nicht genutzte Fläche.
Pluspunkt ist allerdings, dass es leicht und schnell zu lesen ist. Es ist also wenig anspruchsvoll und relativ leicht verdaulich. Ich bevorzuge jedoch Bücher die ein bisschen zum Nachdenken und vor allem zum Mitdenken anregen. Bücher die das Herz tief berühren, die etwas anregen. Leider war das hier gar nicht der Fall und das finde ich besonders schade bei einer so bekannten Autorin. Vielleicht verstehe ich auch die Geschichte nicht richtig, aber es berührt mich einfach nicht - was nicht bedeutet, dass es schlecht ist, daher zumindest 2 Sterne.

12