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beavielleser
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Bayreuth

Bewertungen

Insgesamt 123 Bewertungen
Bewertung vom 18.01.2026
Schreiber, Jasmin

Da, wo ich dich sehen kann


ausgezeichnet

Emma wird nach Jahren der häuslichen Gewalt von ihrem Mann getötet.  Die gemeinsame,  achtjährige Tochter Maja findet sie und ruft den Notdienst.

Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Menschen aus ihrem nahem Umfeld erhalten eine Stimme und auch Emma. Jeder bringt seine Sicht der Dinge ein und erinnert sich. Ihre Eltern und ihre Freundin fragen sich, warum sie nichts bemerkt haben,  warum sie nicht näher hingeschaut haben. Am meisten berührt und mitgenommen,  haben mich die Kapitel,  die aus der Sicht der Tochter geschrieben sind. Meine Nichte ist gerade im selben Alter.

Diese Buch ist wegen dem schwierigen Thema nicht einfach zu lesen, aber es sollte trotzdem gelesen werden.  Uns allen muss bewusst gemacht werden,  dass wir einfach mal öfter genauer hinschauen und nachfragen müssen.

Der Schreibstil ist flüssig und einfühlsam.  Gut gefallen hat mir auch der Blick auf die True Crime Podcasts. Liv hat dazu sehr gute Gedanken, die ich nur teilen kann.

Bewertung vom 03.01.2026
Häffner, Hannah

Die Riesinnen


sehr gut

Liese ist mit Bernhard verheiratet,  aber sie träumt davon weg zu gehen. Sie lebt in einem Dorf im Schwarzwald umgeben von Wald. In diesem Dorf ist sie eine Außenseiterin.  Doch dann wird sie schwanger und bleibt.

Auch Cora hat es schwer im Dorf,  zu groß,  zu rote Haare,  zu viele Sommersprossen. Sie wird ausgegrenzt,  das hat mir richtig weh getan. Cora schafft es zu gehen. Doch als sie schwanger wird kommt sie wieder zurück.

Eva ist anders. Sie hat viele Freunde,  will  nicht weg aus dem Dorf, geht aber trotzdem.  In der Stadt fühlt sie sich nicht wohl, aber sie versucht es. Als sie es nicht mehr aushält kehrt sie zurück.

Der Schreibstil ist leise und eindringlich, in poetischer, warmherziger Sprache, ohne Schnörkel wird das Wesentliche auf den Punkt gebracht. 

Wer Bücher über besondere und starke Frauen liebt,  sollte dieses Buch unbedingt lesen.

Bewertung vom 24.12.2025
Biggs, Kathy

Wie Schiffe auf stürmischer See (eBook, ePUB)


sehr gut

Stimmungsvoll und spannend

Grace hat kein einfaches Leben.  Sie kümmert sich um ihren demenzkranken Vater und arbeitet auch noch in einer Anwaltskanzlei.  Das alles kostet sie ihre ganze Kraft.

Eines Tages taucht ein junges Mädchen auf und behauptet die Tochter von Grace's totem Bruder zu sein.  Malin hat ein Bild dabei, dass das beweist.  Allerdings liegt Malins Geburtsdatum nach Michaels Todestag. Nach anfänglichem Zweifel glaubt Grace ihr und die drei machen sich auf die Suche nach Michael.

Am Anfang wusste ich nicht so recht was ich von dem Buch halten sollte,  ging es doch hauptsächlich um die Demenz von Jack und wie Grace ihr Leben meistert, doch dann wurde es immer spannender und ich wollte nicht mehr aufhören zu lesen.

Bewertung vom 19.12.2025
Ridzén, Lisa

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen


ausgezeichnet

Bo ist 89 und lebt mit seinem Hund Sixten alleine, seine Frau ist seit ein paar Jahren in einem Seniorenheim für Demenzkranke.
Versorgt wird Bo vom Pflegedienst der viermal am Tag vorbei kommt.  Und dann ist da noch sein Sohn Hans, der auch regelmäßig kommt, aber Bo nicht zu verstehen scheint.  Er will Bo helfen,  meint es aber oft zu gut. Das Schlimmste ist,  dass er Bo seinen Hund wegnehmen will.

Bo's Gedanken pendeln zwischen dem Heute und dem Vergangenen.  Das Heute überfordert ihn manchmal. Seine Gefühle und Befindlichkeiten sind so lebendig und nachvollziehbar geschildert, dass ich oft ganz ergriffen war.

Dieses Buch hat mir geholfen alte Menschen besser zu verstehen und ich hoffe,  dass ich mit meiner Mutter einmal achtsamer umgehe und nicht die selben Fehler mache, wie Hans bei seinem Vater.

Eine Geschichte,  die warmherzig und berührend geschrieben ist.  Am Schluss kamen mir ein paar Tränen.

Bewertung vom 16.12.2025
Irving, John

Königin Esther (eBook, ePUB)


gut

Viel zu viele Längen


Ich habe viele Bücher von John Irving gelesen und geliebt,  andere mochte ich nicht. Dieses gehört eher zu der zweiten Kategorie.

Die Geschichte von Esther, Jimmy und den Windslow,'s fand ich intetessant und unterhaltsam.  Die Figuren sind wie immer skurril. Der Schreibstil typisch John Irving. Die Titelgeberin "Königin Esther " macht sich jedoch im Verlauf des Buches etwas rar.

Den Lesefluss gestört haben die langen ausschweifende Seiten über Judentum,  Beschneidungen, Antisemitismus und Zionismus. Viele Seiten habe ich nur quer gelesen.  Schade,  ich hatte mich auf dieses Buch gefreut.

Bewertung vom 16.12.2025
Elfgren, Sara B.

Die Insel meiner Schwester


gut

Mirjam und Nia sind Halbschwestern. Es dauert allerdings 14 Jahre bis sie voneinander erfahren. Als die Beiden sich kennenlernen, verstehen sie sich sofort und werden beste Freundinnen. 
Als Nia sich in Konrad verliebt und ihn heiratet, entfremden sich die beiden Schwestern.  Um so mehr ist Mirjam überrascht,  als Nia sie zu ihrem 40. Geburtstag auf die Insel einlädt.  Auf dieser kleine Schäreninsel haben die Schwestern oft ihre Ferien verbracht.  Jetzt leben Nia und ihr Mann dort.

Auf der Insel überschlagen sich die Ereignisse und zum Ende hin wird es sehr dramatisch.  Das war mir etwas zu viel Dramatik.

Eine Geschichte mit Potential,  das meines Erachtens nicht ausgeschöpft wurde. Sie ist zwar flüssig  und unterhaltsam geschrieben ist, aber etwas mehr Spannung und Tiefgang wären schön gewesen.

Da alles aus der Sicht von Mirjam erzählt wird, haben mir die Gefühle von Nia gefehlt. Ich hätte auch gerne gewusst wie es in ihr aussieht.

Bewertung vom 12.12.2025
Ventura, Maud

Der Rache Glanz (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Der Kampf berühmt zu werden und zu bleiben

Cléo's einziges Ziel im Leben ist es, berühmt zu werden.  Sie will ein Weltstar werden.  Dieses Ziel verfolgt sie von klein auf obsessiv.

Sie ist alles andere als sympathisch,  aber beeindruckt schon mit ihrer Hartnäckigkeit.  Dabei nimmt sie keine Rücksicht, auch nicht auf sich selbst.  War sie anfangs noch freundlich zu ihrem Umfeld,  wird sie mit wachsender Berühmtheit immer rücksichtsloser und geht mit ihrem Team menschenverachtend um.

Am Anfang hat mich ihre Besessenheit genervt,  aber auch fasziniert und ich wollte unbedingt wissen,  wie es mit ihr weitergeht.  Manchmal wusste ich nicht,  ob ich Cléo verachten oder bemittleiden soll.

Obwohl ich keine Freundin von obsessiven Geschichten bin,  muss ich sagen, ein tolles Buch,  das einen intensiven und schonungslosen Schreibstil hat,  der einen nicht los lässt.

In Zukunft werde ich mich bei jedem Star fragen: Wer bist du wirklich?

Bewertung vom 09.12.2025
Johann, Petra

Wem du traust (eBook, ePUB)


sehr gut

Susanna und Eva sind seit vielen Jahren beste Freundinnen.  Susannas Tochter Sophie passt auch immer mal wieder auf den Sohn von Eva auf.  Als Eva und ihr Mann Daniel von einer Party zurück kommen,  fährt Daniel Sophia nach Hause und setzt sie am Parkplatz vor dem Haus ab. Doch Sophie kommt nie in der Wohnung an.

Während der Ermittlungen gerät Daniel schnell in den Fokus. Alle Indizien scheinen gegen ihn zu sprechen.  Doch von Sophie fehlt weiterhin jede Spur.

Ein sehr spannender Krimi,  der noch an Fahrt zu nimmt,  als es anscheinend eine Verbindung zu einem Cold Case Fall gibt.

Die Charaktere sind authentisch und ich konnte ihr Tun und Handeln gut nachvollziehen.  Es gibt immer wieder neue Wendungen und die Aufklärung ist schlüssig.  Der flüssige und angenehme Schreibstil runden das Lesevergnügen noch ab. Von mir eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 04.12.2025
Kawakami, Mieko

Das gelbe Haus (eBook, ePUB)


schlecht

Der Klappentext hatte mich sehr neugierig gemacht und das Buch hat auch wirklich spannend angefangen.

Die heute ca. 40jährige Hana liest in der Zeitung, dass ihre frühere Mitbewohnerin vor Gericht steht und bekommt Angst,  dass ihre gemeinsame Vergangenheit sie einholt.

Im weiteren Verlauf erfahren wir wie Hana und Kimiko sich kennenlernen und wie ihre gemeinsame Zeit am Rande der Gesellschaft verläuft.

Die Grundidee zu dieser Geschichte ist gut,  aber leider schlecht umgesetzt.  Für mich war es nur zäh und langatmig.  Als ich bemerkte,  dass ich die Seiten nur noch überfliege,   habe ich das Buch bei knapp der Hälfte abgebrochen.

Bewertung vom 04.12.2025
Céspedes, Alba de

Was vor uns liegt


sehr gut

Acht junge Frauen leben in Rom in einem Convent, das von Nonnen geführt wird.  Die Gründe warum die Frauen dort leben und studieren sind sehr unterschiedlich.  Doch eines haben sie gemeinsam,  sie  sind auf der Suche nach ihrem Platz im Leben und werden dabei  von ihren Ängsten, Träumen und Geheimnissen beeinflusst.
Das Buch bildet nur eine kurze Zeitspanne aus dem Leben der Frauen ab, die aber richtungsweisend scheint.

Ich habe den Schreibstil als distanziert empfunden und ich finde er passt gut zu der damaligen Zeit.  Dadurch war ich mehr eine Betrachterin von aussen, was den Lesegenuss aber nicht beeinträchtigt hat.

Mich wundert nicht,  dass dieser Roman sofort nach seinem Erscheinen 1938 zensiert wurde.  Entspricht die Geschichte doch so gar nicht dem gewünschten Frauenbild von damals.

Das Cover passt sehr gut zu der Zeit in der die Geschichte spielt.