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beavielleser
Wohnort: 
Bayreuth

Bewertungen

Insgesamt 83 Bewertungen
Bewertung vom 29.08.2025
Georg, Miriam

Die Verlorene (eBook, ePUB)


sehr gut

Gegenwart:
Als die Großmutter von Laura stirbt,  findet Laura Unterlagen und Fotos, die klar machen,  dass ihre Großmutter einiges aus ihrer Vergangenheit verschwiegen hat.  Laura macht sich auf den Weg und versucht das Gut zu finden, auf dem ihre Großmutter aufgewachsen ist, um dort mehr zu erfahren. Unglaublich ist, was sie erfährt.

Vergangenheit:
In Schlesien auf einem großen Gut wachsen die Zwillingsschwestern Änne und Luise auf. Jedoch lebt Änne versteckt vor der Außenwelt im einem kleinen Zimmer im Dachboden. Langsam werden wir an das Geheimnis von Änne herangeführt und wie schicksalhaft es für die ganze Familie war.

Eine bewegende Geschichte,  die spannend und emphatisch erzählt wird und viel Zeitgeschehen enthält.
Die Figuren sind glaubwürdig dargestellt und durch die intensive Schreibweise  konnte ich  mich gut in die Personen und das Geschehen hineinversetzen.

Ich hatte eine leichte,  etwas seichte Erzählung erwartet und bin überrascht wie tiefgründig sie tatsächlich ist.

Bewertung vom 28.08.2025
Wagner, Jan Costin

Eden


ausgezeichnet

Markus überrascht seine Tochter mit Karten für ein Konzert ihrer Lieblingssängerin. Während Sophie mit ihrer Tante und Cousine auf dem Konzert ist, wartet Markus in einem nahegelegenen Lokal.
Als das Konzert zu Ende ist und alle Besucher zum Ausgang strömen, explodiert die Bombe eines Selbstmordattentäters. Sophie gehört zu den Opfern.

Die Eltern von Sophie gehen mit dem Verlust ganz unterschiedlich um. Kerstin ist in sich gekehrt und Markus versucht es mit Aktionismus. 

Die verschiedenen Herangehensweisen, um mit der Trauer umzugehen und auch die unterschiedlichen Stadien der Trauerbewältigung sind beeindruckend nachvollziehbar dargestellt.

Ein unheimlich gutes und intensives Buch das auch die Konflikte unserer heutigen Zeit sehr gut aufzeigt.  Man sollte sich aber bewusst sein, dass es etwas mit einem macht.

Bewertung vom 20.08.2025
Allende, Isabel

Mein Name ist Emilia del Valle


sehr gut

Emilia del Valle ist die Tochter einer ehemaligen Novizin und eines chilenischen Adeligen.  Zu ihrem Vater hat sie jedoch keinerlei Kontakt,  stattdessen wächst sie bei ihrer Mutter und ihrem Stiefvater in San Francisco auf.
Schon in jungen Jahren fängt sie mit dem Schreiben an.  Sie verfasst Groschenromane unter einem männlichen Pseudonym. Ihre Mutter und ihr Stiefvater unterstützen sie dabei.
Als Emilia sich bei der Zeitung "Examiner" als Journalistin bewirbt,  werden ihr zunächst nur "Frauenthemen" angeboten.  Doch Emilia macht selbstbewußt klar,  dass das für sie nicht in Frage kommt.
Sie bekommt die Stelle,  muss aber zunächst weiter unter ihrem Pseudonym schreiben.

Als der Bürgerkrieg in Chile ausbricht, reist sie mit ihrem Kollegen Eric dorthin, um darüber zu berichten. Emilia erlebt den Bürgerkrieg hautnah, sie schliesst sich den Catineras an und versucht zu überleben.

Am Anfang konnte mich der Roman nicht richtig packen,  aber ab dem Moment, wo Emilia anfängt als Journalistin zu arbeiten (ca. Seite 50)  konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Eine ausdrucksstarke, vielschichtige Geschichte, flüssig und interessant geschrieben, mit viel Informationen zum Bürgerkrieg in Chile.

Fazit:
Der Klappentext wird dem Buch nicht gerecht.  Als ich ihn gelesen habe,   habe ich eine seichte, belanglose Abenteuergeschichte erwartet.  Nur mein unerschütterliches Vertrauen in die Schreibkunst von Isabel Allende hat mich doch nach diesem Buch greifen lassen und ich wurde nicht enttäuscht.

Bewertung vom 19.08.2025
Maaß, Laura

Was du siehst


sehr gut

Heinrich,  Hanna und Andi, Ruth und Jule, Arthur und Schröder und Frieda bilden einen eingeschworen Gemeinschaft,  sie leben in einem kleinen Dorf in Ostdeutschland,  nahe der Grenze zu Westdeutschland und der Elbe.

Ich habe mich in dem Dorf, mit seinen Bewohnern sehr wohlgefühlt, bin Ihnen durch Ihr Leben gefolgt und Sie sind mir ans Herz gewachsen.  Hauptsächlich geht es um Andi und Jule, die von klein auf etwas besonderes verbindet.

Der Roman spielt in der Zeit von 1967 bis 2010. Das Zeitgeschehen wurde nur kurz angeschnitten. Da hätte ich mich über mehr gefreut. Aber was sich dadurch für Veränderungen für die Protagonisten ergeben haben, war gut dargestellt.

Insgesamt ist es eine sehr schöne Geschichte.  Der Schreibstil warmherzig und ruhig. Für mich ein Wohlfühlbuch.

Das,  wie ein Ölgemälde gehaltene Cover gefällt mir sehr  gut und passt hervorragend zum Buch.

Bewertung vom 14.08.2025
Dröscher, Daniela

Junge Frau mit Katze (eBook, ePUB)


weniger gut

Ela lebt mit ihrer Katze in einer kleinen Wohnung und  steht kurz vor ihrer Promotion. Sie setzt sich damit so unter Druck, dass ihr Körper rebelliert.  Ihre einzige Freundin Leo steht ihr zwar immer wieder zu Seite, aber auch diese kann ihr nicht wirklich helfen.

Ela bekommt eine Krankheit nach der anderen. Mir war dabei oft nicht klar,  ob sie tatsächlich krank ist oder ob sie sich das alles nur einbildet. Der Leser hat das zweifelhafte Vergnügen an der Odyssee von Besuchen bei Ärzten,  Heilpraktikern und Krankenhäusern teilzuhaben.  Auch der ein oder andere Selbstheilungsversuch wird detailliert beschrieben.

Schön  ist die kleine Liebesgeschichte, die mit eingebaut ist.

Der Schreibstil ist flüssig und von daher leicht zu lesen.  Das Thema so gar nichts für mich.

Fazit: "Lügen über meine Mutter " hat mir sehr gut gefallen,  deshalb wollte ich das neue Buch unbedingt lesen. Leider konnte "Junge Frau mit Katze "meine Erwartungen nicht erfüllen.

Bewertung vom 13.08.2025
Bailey, Anna

Unsere letzten wilden Tage (eBook, ePUB)


gut

Jacknife ist ein bedeutungsloser Ort inmitten von Sümpfen. Hier herrscht Armut und der Ort hat nichts Schönes zu bieten.  Trotzdem kehrt Loyal nach vielen Jahren zurück, weil ihre Mutter an Demenz erkrankt ist. Loyal ist Journalistin und soll bei der hiesigen Zeitung eine online-Ausgabe auf die Beine stellen.

Ein paar Tage nach ihrer Rückkehr wird ihre einst beste Freundin Cutter tod in den Sümpfen aufgefunden.  Die Polizei geht von Selbstmord aus und zeigt kein Interesse an weiteren Ermittlungen. Doch Loyal glaubt nicht an Selbstmord und geht mit ihrem Kollegen Sasha auf Spurensuche.

Cutter war eine ungewöhnliche Frau.  Sie lebte mit ihren Brüdern auf einer heruntergekommenen Farm, ging mit ihrem Bruder auf Alligatorjagd und hatte keine Freunde. Ihr Leben war hart und dessen Schilderungen gingen mir nahe.

Ein flüssig geschriebenes Buch mit einer gewissen Spannung. Die Beschreibungen von Jacknife und der Sumpflandschaft waren sehr atmosphärisch.  Ich hätte dort nicht leben wollen.

Auf den letzten 100 Seiten war es mir aber ein wenig zu brutal und langatmig. Deshalb und wegen der düsteren Grundstimmung gibt es von mir nur 3 Sterne.

Bewertung vom 12.08.2025
Clavadetscher, Martina

Die Schrecken der anderen (eBook, ePUB)


gut

In einem zugefrorenen See wird eine Leiche entdeckt.  Schibig,  ein eigenbrötlischer Archivar wird zu dem Fund entsandt und trifft dort auf eine Alte,  die in einem Wohnwagen lebt.  Die beiden finden Gefallen aneinander und erscheinen nun meist im Doppelpack.
Dann gibt es auch noch Kern. Ein wohlhabender Unternehmer, der darunter leidet kinderlos zu sein und zudem von seiner sehr alten Mutter drangsaliert wird.

Ein Buch, das bestimmt seine Liebhaber findet,  da es einen wirklich schönen Schreibstil hat und auch das Thema gut gewählt ist.
Mich hat die Sprache mit den langen,  verschachtelten Sätzen aber eher verwirrt und die Zusammenhänge waren mir oft nur schwer zugänglich.
Auch die vielen ineinander greifende Handlungen haben mir das Lesen schwer gemacht.
Kein Buch,  das man mal eben so liest.
Das Ende hat mir dann richtig gut gefallen.

Bewertung vom 12.08.2025
Engler, Leon

Botanik des Wahnsinns (eBook, ePUB)


gut

Der Erzähler bleibt in diesem Buch anonym.  Vielleicht habe ich deshalb keinen Zugang zu ihm gefunden.
Er erzählt von seiner Familie,  ausschlaggebend dafür ist die Räumung der Wohnung seiner verstorbenen Mutter.

Die Mutter war alkoholabhängig, der Vater depressiv, die Großmutter bipolar mit Todessehnsüchten und der Großvater schizophren.  Der Erzähler selbst hat Angst dem Wahnsinn zu verfallen.

Es ist eine Mischung zwischen Sachbuch und Erzählung.  Man sollte sich für Psychiatrie interessieren,  wenn man das Buch lesen will.

Der  Schreibstil ist gut und aussergewöhnliche mit kurzen Sätzen, ein bisschen verrückt , mit interessanten Gedankenanstößen. Man erfährt auch einiges über die Entwicklung der Behandlung von psychiatrischen Patienten.

Eine Beurteilung des Buches fällt mir schwer.  Ich habe beim Lesen zwischen fürchterlich und wirklich gut,  alles empfunden.

Ich habe zwischen 3 und 4 Sternen geschwankt,  mich dann aber doch für 3 Sterne entschieden,  da ich am Ende froh war das Buch beenden zu können,  hat es doch wenig angenehmes zu bieten.

Bewertung vom 09.08.2025
Rubik, Kat Eryn

Furye


sehr gut

Die Erzählerin, Ende 30, führt zwar ein erfolgreiches,  aber glückloses Leben.  Ihr Vater ist an Krebs gestorben und ihre Mutter versucht damit klar zu kommen.
Freunde gibt es keine,  nur gute Bekannte. 
Ihr Versuch ein Kind zu bekommen scheitert.

Als die Erzählerin einen Anruf bekommt,  setzt sie sich ins Auto und fährt in ihre Heimatstadt am Meer.  Bevor sie mit ihren Eltern von dort wehzog,  hat sie dort einen Sommer verbracht,  den sie nie vergessen hat.

Die Erzählerin lässt uns teilhaben am Heute und am Damals. Nach und nach kommt zu Tage was damals passiert ist und wie es das Heute beeinflusst hat.

Kein einfacher Roman,  wir lesen von Armut und unglücklichen Reichtum,  von Gefühlskälte, Alkoholismus, Selbstverletzung und Abtreibung. Aber auch von Freundschaft und Liebe.

Eine besondere Geschichte, fesselnd, einfühlsam und stimmungsvoll erzählt.

Bewertung vom 02.08.2025
Sommerfeld, Nirit

Beduinenmilch (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Ergreifend und berührend

Talia lebt seit vielen Jahren mit ihren Eltern in Deutschland.  Sie besucht aber auch regelmäßig ihre Familie in Israel. So auch im Jahr 2014 kurz vor ihrem 18. Geburtstag.  Doch diesmal hat Talia nicht vor nach Deutschland zurückzukehren.  Sie will in Israel ihren Militärdienst leisten und freut sich sehr darauf. 

In Israel angekommen lernt sie viele neue Menschen kennen.  Einen Palästinenser,  der illegal auf der Baustelle gegenüber arbeitet. Omar,  einen alten Mann, der aus dem geräumten Dorf Lifta stammt und Yona, der für die Organisation "Breaking the silence" arbeitet.

Talia lernt durch diese Menschen eine Seite von Israel kennen,  die ihr bis dahin fremd war. Man spürt ihre Zerrissenheit.  Sie kann mit kaum jemand darüber reden,  denn jedesmal wenn sie es versucht, stößt sie auf Ablehnung.

Dieses Buch hat mich sehr nachdenklich zurückgelassen.  An vielen Stellen war ich einfach nur fassungslos.
Talia war für mich sehr glaubwürdig beschrieben und ich bewundere ihren Mut.

Ein Satz ist mir besonders im Gedächtnis geblieben:"Sie sind so in ihrer eigenen Perspektive gefangen,  dass sie eine andere Sichtweise kaum zulassen können "(POS. 4174).

Gerade in der heutigen Zeit ein sehr wichtiges Buch.